Gerlospass

Zell am Ziller - Wald im Pinzgau
Gerlospass - Motorradtouren und Pässe
© adobe stock, Rainer Mirau

Passprofil:
Gerlospass

38Km
  • Höhe 1630 Meter
  • Höhenmeter 1013 Meter 716 Meter
  • Steigung Durchschnitt4.4% 5.2 %
  • Steigung Maximal 15% 13 %
  • Länge 38 Kilometer
  • Kehren 22
  • Mautpflicht Nein
  • Wintersperre Nein
  • Schwierigkeit 3

Lage und geografische Einordnung

Der Gerlospass liegt in Österreich und verbindet das Zillertal in Tirol mit dem Salzachtal im Bundesland Salzburg. Die Passstraße verläuft zwischen Zell am Ziller und Krimml und stellt eine wichtige Ost-West-Verbindung in den Hohen Tauern dar.

Durch seine Lage nahe den Krimmler Wasserfällen besitzt der Gerlospass sowohl touristische als auch regionale Bedeutung.

Kurzcharakter der Strecke

Der Gerlospass ist eine gut ausgebaute, kurvenreiche Alpenstraße mit moderatem fahrerischem Anspruch und klarer Linienführung. Er eignet sich besonders für Motorradfahrer, die flüssige Kurven mit weiten Panoramablicken kombinieren möchten.

Im Vergleich zu engen Hochalpenpässen wirkt die Strecke großzügig angelegt und gut planbar.

Streckenführung und Fahrdynamik

Die Auffahrt aus dem Zillertal verläuft gleichmäßig ansteigend mit mehreren übersichtlichen Kehren. Die Straße ist breit ausgebaut und erlaubt flüssiges Kurvenfahren.

Die Salzburger Seite Richtung Krimml wirkt offener und bietet weite Ausblicke in Richtung Nationalpark Hohe Tauern. Der fahrerische Anspruch bleibt moderat und gut kalkulierbar.

Befahrbarkeit und Saison

Der Gerlospass ist aufgrund seiner verkehrstechnischen Bedeutung in der Regel ganzjährig befahrbar. In winterlichen Phasen kann es jedoch zu temporären Einschränkungen kommen.

Für Motorradtouren sind die Monate von Mai bis Oktober besonders geeignet.

Verkehrsaufkommen

Die Strecke wird stark touristisch genutzt. Pkw, Motorräder, Reisebusse und Wohnmobile sind regelmäßig unterwegs.

In Ferienzeiten und an Wochenenden ist mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen.

Wichtige Hinweise für Motorradfahrer

Aufgrund der guten Ausbauqualität wird teilweise zügig gefahren. Defensive Fahrweise ist bei Gegenverkehr empfehlenswert.

In exponierten Bereichen kann Wind auftreten. Bei Nässe sind die Kurven entsprechend vorsichtig anzufahren.

Einkehrmöglichkeiten

Entlang der Gerlos Alpenstraße befinden sich mehrere Restaurants und Aussichtspunkte. In Zell am Ziller und Krimml bestehen zahlreiche Versorgungsmöglichkeiten.

Die Infrastruktur ist stark touristisch geprägt.

Geschichte und Bedeutung

Die moderne Gerlos Alpenstraße wurde im 20. Jahrhundert ausgebaut und entwickelte sich zu einer wichtigen Verbindung zwischen Tirol und Salzburg.

Durch die Nähe zu den Krimmler Wasserfällen gewann die Strecke zusätzliche touristische Bedeutung.

Landschaft und regionaler Charakter

Die Strecke führt durch alpine Landschaft mit Blick auf Gipfel der Hohen Tauern. Weite Panoramaabschnitte prägen den Charakter der Route.

Besonders eindrucksvoll ist die Nähe zum Nationalpark Hohe Tauern.

Anschlussrouten und Kombinationen

Der Gerlospass eignet sich als Verbindung zwischen Zillertal und Salzachtal und lässt sich gut mit weiteren Alpenrouten kombinieren.

Er bildet eine solide Etappe innerhalb größerer Österreich-Rundtouren.

Redaktionelle Einschätzung

Der Gerlospass ist eine gut ausgebaute, landschaftlich reizvolle Alpenroute mit moderatem Anspruch. Er überzeugt durch flüssige Linienführung und stabile Straßenqualität.

Für Motorradfahrer ist er weniger eine technische Herausforderung als vielmehr eine panoramareiche Verbindungsstrecke mit touristischem Charakter.

Die Pläne zur Gerlos-Straße stammen von Franz Wallack, dem Erbauer der Großglockner Hochalpenstraße. Und das merkt man der Trassenführung auch an: Bereits der Anstieg von Zell am Ziller beginnt sogleich mit einigen Spitzkehren, garniert mit prächtigen Ausblicken auf das Zillertal. Rund um den Scheitelpunkt der Strecke liegen herrliche Pausenplätze, wie der Speichersee Durlaßboden in 1400 m Höhe. Die horizontfüllende Gerlosplatte selbst ist ein beliebtes Skigebiet, die Pass-Straße schwingt gen Südwesten in weiten, gut ausgebauten Bögen ins Salzachtal.

Bereits 1796 wurden die Krimmler Wasserfälle als das "größte und prächtigste Naturschauspiel im Land Salzburg" bezeichnet, 1845 betitelte ein Reiseführer sie gar als "den schönsten Wasserfall der Monarchie". Fakt ist, dass die Krimmler Wasserfälle mit 400 Metern Fallhöhe immerhin die höchsten Europas sind. 23 Gletscher speisen die Krimmler Ache, deren Wasser in drei Katarakten so spektakulär in die Tiefe fällt. Am meisten Wasser stürzt übrigens am Abend ins Tal, wenn das Schmelzwasser eine Flut erzeugt.

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