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Arlbergpass
Passprofil:
Arlbergpass
- Höhe 1739 Meter
- Höhenmeter 539 Meter 633 Meter
- Steigung Durchschnitt6% 6.4 %
- Steigung Maximal 12.4% 13 %
- Länge 18 Kilometer
- Kehren 9
- Mautpflicht Nein
- Wintersperre Nein
- Schwierigkeit 1
Lage und geografische Einordnung
Der Arlbergpass liegt in den österreichischen Alpen und verbindet Vorarlberg mit Tirol. Er stellt den klassischen Übergang zwischen dem Klostertal bei Bludenz und dem Stanzertal rund um St. Anton am Arlberg dar. Der Pass bildet eine bedeutende Wasserscheide zwischen Rhein und Donau und zählt zu den wichtigsten historischen Alpenübergängen Österreichs.
Durch seine zentrale Lage ist der Arlberg seit jeher eine Schlüsselverbindung zwischen West- und Ostalpen.
Kurzbeschreibung des Passes
Der Arlbergpass ist eine lange, abwechslungsreiche und landschaftlich eindrucksvolle Passstraße, die weniger durch extreme Steigungen als durch Streckenlänge, Höhenlage und alpine Umgebung geprägt ist. Er richtet sich vor allem an Tourenfahrer und erfahrene Motorradfahrer, die Wert auf Panorama und alpine Atmosphäre legen.
Im Vergleich zu kürzeren, technischen Pässen steht am Arlberg das ausgedehnte Fahrerlebnis im Vordergrund.
Streckenführung und Fahrdynamik
Der Arlbergpass bietet einen wechselnden Streckencharakter aus offenen Hochflächen, längeren Geraden und weit gezogenen Kurven. Die Fahrbahn ist größtenteils breit und übersichtlich, wodurch sich ein flüssiger Fahrstil entwickeln lässt.
Die Westseite aus dem Klostertal wirkt länger und stetiger ansteigend, während die Ostseite Richtung St. Anton etwas kompakter und alpiner ausfällt. Der fahrerische Anspruch entsteht weniger durch technische Passagen als durch Streckenlänge, Höhe und wechselnde Witterung.
Öffnung, Saison und empfohlene Reisezeit
Die Passstraße ist überwiegend von spätem Frühjahr bis Herbst befahrbar. In den Wintermonaten kann es zu Sperren kommen; der Arlbergtunnel stellt dann die ganzjährige Verbindung dar.
Die beste Reisezeit liegt zwischen Juni und September. Frühmorgendliche Fahrten bieten meist klare Sicht und geringeres Verkehrsaufkommen.
Verkehrsaufkommen und Streckenbesonderheiten
Der Arlberg ist eine der wichtigsten Alpenverbindungen Österreichs und entsprechend stark frequentiert. Neben Motorrädern nutzen auch Pkw, Busse und Schwerverkehr die Strecke.
In Ferienzeiten, an Wochenenden und bei gutem Wetter ist mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen. Besonders im Bereich der Passhöhe und nahe St. Anton kann es zu dichterem Verkehr kommen.
Wichtige Hinweise für Motorradfahrer
Durch die Höhenlage können Wetterumschwünge schnell auftreten. Nebel, Regen und deutlich niedrigere Temperaturen sind auch im Sommer möglich. In schattigen Bereichen kann der Asphalt bei Nässe rutschig sein.
Eine angepasste Fahrweise sowie warme, wetterfeste Kleidung sind empfehlenswert. Aufgrund des Verkehrs ist defensive Fahrweise sinnvoll.
Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke
Entlang der Passstraße sowie im Bereich der Passhöhe befinden sich mehrere Gasthöfe und Restaurants. Zusätzliche Einkehrmöglichkeiten bieten die Orte im Kloster- und Stanzertal.
In der Hauptsaison sind diese gut besucht, bieten jedoch eine breite Auswahl.
Geschichte und Bedeutung des Passes
Der Arlberg zählt zu den traditionsreichsten Alpenübergängen. Bereits früh diente er als Handels- und Verkehrsweg zwischen den Regionen. Mit dem Ausbau der Straße und später dem Bau des Tunnels gewann der Übergang weiter an Bedeutung.
Bis heute prägt der Arlberg die wirtschaftliche, kulturelle und touristische Entwicklung der Region maßgeblich.
Landschaft und regionaler Charakter
Der Pass führt durch hochalpines Gelände mit offenen Hängen, schroffen Gipfeln und weiten Ausblicken. Die Landschaft wirkt deutlich alpiner als in den Vorbergen und vermittelt echtes Hochgebirgsgefühl.
Der Übergang zwischen Vorarlberg und Tirol ist landschaftlich klar spürbar und macht einen großen Teil des Reizes aus.
Anschlussrouten und Tourenkombinationen
Der Arlbergpass eignet sich hervorragend als Bestandteil längerer Alpenrouten. Er lässt sich mit Strecken im Montafon, im Lechtal oder im Tiroler Oberland kombinieren und bildet einen zentralen Knotenpunkt zwischen mehreren Alpenregionen.
Durch seine Länge ist er ideal für ausgedehnte Tagesetappen.
Redaktionelle Einschätzung
Der Arlbergpass ist ein klassischer Alpenübergang mit großer historischer und landschaftlicher Bedeutung. Er bietet kein extremes Kurvenfeuerwerk, überzeugt jedoch durch Länge, Panorama und echtes Hochgebirgsflair.
Für Tourenfahrer ist der Arlberg ein Pflichtprogramm. Wer ausschließlich enge, technische Passstraßen sucht, findet anderswo mehr Herausforderung, erhält hier jedoch eine der eindrucksvollsten Alpenquerungen Österreichs.
Der Arlberg bildet die Grenze zwischen Vorarlberg und Tirol. Er gehört zwar nicht zu den anspruchsvollsten, aber landschaftlich schönen Pässen. Sein Name leitet sich von den Arlenbüschen ab, einfachen Latschen, die hier zu finden sind. Und der Arlberg gab letztendlich auch Vorarlberg seinen Namen. Bereits 1450 kaufte die Stadt Lindau am Bodensee die Almregionen auf dem Arlberg und verschaffte sich so die Kontrolle über den stetig steigenden Warenverkehr. Erst 1979 mit Freigabe des Arlbergtunnels wurde der Verkehrsinfarkt beseitigt und der Arlbergpass selbst wieder zu einem kleinen Bikerparadies.
Alljährlich im immer wieder viel zu kurzen Bergsommer haben in St. Anton am Arlberg Tradition und Brauchtum Hochkonjunktur: Beim Arlberger "Tag der Volksmusik", beim Dorffest, bei den Almfesten oder auch beim Almabtrieb im Spätsommer sind Gäste herzlich willkommen und dürfen mitfeiern. Wer Lust auf Sport und Bewegung verspürt, der kann beim Wandern, Radeln, Mountainbiken, Canyoning, Rafting oder Paragliding eine Natur entdecken, die sich von ihrer schönsten Seite zeigt. Und Golfer finden sogar einen 6-Loch-Platz im Ortsteil Nassereith.
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