Zillertaler Alpen: Wandern zwischen Gletschern, Almen und tosenden Wasserfällen
Wandern • Zillertaler Alpen

Zillertaler Alpen: Wandern zwischen Gletschern, Almen und tosenden Wasserfällen

Gletscher, Wasserfälle und endlose Almen – hier findest du dein persönliches Bergglück auf über 80 Dreitausendern.

Wandern in den Zillertaler Alpen

Manche Täler flüstern, das Zillertal aber ruft. Wer hier zum ersten Mal aus dem Auto steigt, spürt sofort diese eigenartige Mischung aus alpiner Wucht und tiroler Gemütlichkeit. Die Zillertaler Alpen spannen sich zwischen dem Inntal im Norden und dem Alpenhauptkamm im Süden auf – ein Gebirge, das keine halben Sachen macht: über 80 Dreitausender, glitzernde Gletscher, tiefgrüne Almböden und Wasserfälle, die so laut sind, dass man beim Fotografieren schreien muss.

Das Besondere an dieser Region ist ihre Vielseitigkeit. Im Talgrund flanierst du gemütlich entlang des Ziller, während oben am Hintertuxer Gletscher selbst im Hochsommer der Schnee knirscht. Dazwischen liegt eine Wanderwelt, die für jeden etwas bereithält – vom Familienspaziergang zur Almhütte bis zur hochalpinen Gletschertour, bei der dir das Herz bis zum Hals schlägt. Fünf Seitentäler, die sogenannten Gründe – Tuxertal, Zillergrund, Zemmgrund, Stilluptal und Gunggltal – zweigen vom Haupttal ab und führen dich in immer wildere, immer stillere Landschaften.

Und dann ist da noch dieses Lebensgefühl. In den Zillertaler Alpen wird nicht nur gewandert, hier wird gelebt. Nach einer schweißtreibenden Tour wartet ein Kaiserschmarrn auf der Sonnenterrasse, unten im Tal spielt vielleicht eine Blaskapelle, und abends riecht es nach frisch gemähtem Bergheu. Die Menschen hier sind bodenständig, wortkarg im besten Sinne und herzlich, sobald das Eis gebrochen ist.

Ob du die Berliner Höhenweg-Legende erwandern, mit den Kindern zu einem Bergsee spazieren oder einfach nur die Seele auf einer Alm baumeln lassen willst – die Zillertaler Alpen sind ein Versprechen. Ein Versprechen auf klare Luft, ehrliche Wege und Ausblicke, die man nicht vergisst.

Topografie & Landschaft

Hochalpines Gebirge mit Gletschern

Höhenlage

bis 3.509 m (Hochfeiler)

Geländecharakter

Almwege, alpine Steige, Gletscher

Infrastruktur

Dichtes Hütten- und Bahnnetz

Beste Reisezeit

Ende Mai bis Anfang Oktober

Navigation

Highlights der Zillertaler Alpen: Natur, Kultur und Genuss

Ein Gebirge der Superlative

Die Zillertaler Alpen gehören zu den mächtigsten Gebirgsgruppen der Ostalpen. Mit dem Hochfeiler (3.509 m) als höchstem Gipfel und über 80 Dreitausendern bieten sie eine hochalpine Kulisse, die ihresgleichen sucht. Wer im Sommer zum Hintertuxer Gletscher aufsteigt, kann tatsächlich mitten in der Wärmeperiode Skifahrer beobachten – der einzige ganzjährig geöffnete Gletscherskigebiet Österreichs liegt genau hier.

Rund um diese Riesen breiten sich die fünf Seitentäler aus, jedes mit eigenem Charakter. Der Zillergrund ist wild und einsam, das Stilluptal fast schon urwaldartig grün, das Tuxertal führt hinauf zu ewigem Eis. Diese Vielfalt macht die Region zu einem der abwechslungsreichsten Wandergebiete der gesamten Alpen.

Wasserfälle, die dich zum Staunen bringen

Wenn es ein akustisches Wahrzeichen des Zillertals gibt, dann sind es seine Wasserfälle. Die Krimmler Wasserfälle liegen zwar streng genommen schon im Salzburger Land, doch die Zillertaler haben ihre eigenen Schätze: Im Stilluptal donnern gleich mehrere Fälle über die Felswände, und rund um die Berliner Hütte im Zemmgrund tosen Schmelzwasserströme talwärts.

Ein echter Geheimtipp ist der Weg entlang der Wasserfälle im hinteren Tuxertal. Hier verbindet sich das Rauschen mit dem Duft feuchter Bergwiesen zu einem Erlebnis, das mehr ist als nur Kulisse – es ist Natur zum Anfassen. Wusstest du schon, dass die feine Gischt der Wasserfälle nachweislich das Atmen erleichtert? Manch einer kommt allein deswegen hierher.

Land, Leute und deftige Küche

Das Zillertal ist tief in seinen Traditionen verwurzelt. Trachten sind hier kein Karnevalskostüm, sondern gelebter Alltag, und die Zillertaler Musikanten sind weit über die Landesgrenzen bekannt. Wer im Herbst zum Almabtrieb kommt, erlebt geschmückte Kühe, Blaskapellen und ein ganzes Tal in Feierlaune.

Kulinarisch wird es herzhaft: Zillertaler Krapfen, gefüllt mit Graukäse und Kartoffeln, sind ein Muss. Dazu ein Stück Bergkäse von der Sennerei, ein Glas frische Buttermilch und zum Abschluss ein Kaiserschmarrn, so hoch aufgetürmt, dass man ihn kaum allein schafft. Die Almhütten der Region sind keine Touristenfallen, sondern oft noch echte Bewirtschaftungsbetriebe.

Kultur zwischen Berg und Tal

Neben der Natur lohnt sich auch ein Blick auf die kulturellen Schätze. Das Erlebnissennerei Zillertal in Mayrhofen zeigt, wie aus Bergmilch echter Käse wird, und in Fügen erzählt die Geschichte vom Weihnachtslied "Stille Nacht" ein Stück Zillertaler Identität – das Lied wurde von hier aus in die Welt getragen.

Wer es ruhiger mag, findet in den kleinen Bergkapellen und an den Wegkreuzen entlang der Wanderpfade stille Orte der Einkehr. Diese Verbindung aus wilder Natur und gelebter Frömmigkeit prägt den Charakter der Zillertaler Alpen bis heute.

Warum Wandern in den Zillertaler Alpen ein Traum ist

Wanderwege für jeden Anspruch

Was das Wandern in den Zillertaler Alpen so besonders macht, ist die schiere Bandbreite. Anfänger und Familien finden im Talgrund und auf den unteren Almböden bestens beschilderte, gemütliche Wege mit geringer Steigung. Wer hoch hinaus will, findet hochalpine Steige, Klettersteige und Gletscherrouten, die auch erfahrene Bergsteiger fordern.

Die Wegequalität ist durchweg hervorragend. Der Alpenverein und die Tourismusregionen halten die Markierungen tadellos in Schuss, Wegweiser stehen an jeder Kreuzung, und die dichte Hüttenlandschaft sorgt dafür, dass die nächste Einkehr nie weit ist. Gerade das macht die Region so entspannt zu bewandern – du musst nie mit knurrendem Magen unterwegs sein.

Der legendäre Berliner Höhenweg

Ein Highlight für ambitionierte Weitwanderer ist der Berliner Höhenweg, eine mehrtägige Hüttenrunde durch das hochalpine Herz der Zillertaler Alpen. Von Hütte zu Hütte führt der anspruchsvolle Weg vorbei an Gletschern, über Scharten und durch eine der grandiosesten Bergkulissen der Ostalpen.

Dieser Weg ist kein Sonntagsspaziergang – hier braucht es Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Doch die Belohnung ist einzigartig: einsame Momente hoch über den Tälern, glasklare Bergseen und Sonnenaufgänge, bei denen die Gipfel rosa leuchten. Ein Erlebnis, das man einmal im Leben gemacht haben sollte.

Aussichtspunkte und Naturerlebnisse

Die Panoramaberge des Zillertals sind bequem mit Bergbahnen erreichbar, sodass auch weniger Geübte in den Genuss traumhafter Ausblicke kommen. Vom Ahorn und Penken bei Mayrhofen aus reicht der Blick über das gesamte Tal bis zu den Gletschern des Alpenhauptkamms.

Wer die Natur intensiver erleben möchte, wandert im Naturpark Zillertaler Alpen, dem größten Schutzgebiet Tirols. Hier begegnest du mit etwas Glück Steinböcken, Gämsen und Murmeltieren, deren scharfe Pfiffe durch die Täler hallen. Adler kreisen über den Gipfeln, und im Frühsommer verwandeln sich die Almböden in ein Blütenmeer aus Enzian und Alpenrosen.

Für wen sich die Region eignet

Die Zillertaler Alpen sind ein echtes Ganzjahres- und Alle-Zielgruppen-Gebiet. Familien mit Kindern finden Themenwege, Streichelgehege auf den Almen und leichte Rundwege. Genusswanderer kommen bei den vielen Hütteneinkehren voll auf ihre Kosten, und ambitionierte Alpinisten finden in den Gletscherregionen echte Herausforderungen.

Besonders schön: Die Kombination aus leicht erreichbarer Infrastruktur und wilder Natur macht die Region auch für Einsteiger ideal, die sich langsam an höhere Touren herantasten wollen. Man kann klein anfangen und sich Tour für Tour steigern – die Zillertaler Alpen wachsen mit dir.

Übernachten in den Zillertaler Alpen: Hotels, Gasthöfe und Almhütten

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Die schönsten Wanderungen in den Zillertaler Alpen

Berliner Hütte im Zemmgrund

Diese Tour führt dich zu einer der prächtigsten Schutzhütten der Alpen. Ausgangspunkt ist der Alpengasthof Breitlahner im hinteren Zemmgrund, den du von Mayrhofen aus über die Mautstraße erreichst. Von hier wanderst du über einen gut gepflegten Steig durch das Zemmtal, immer begleitet vom Rauschen des Wassers und den steil aufragenden Felswänden.

Der Weg steigt gleichmäßig an und passiert die urige Grawandhütte, wo sich eine erste Rast anbietet. Nach rund zweieinhalb bis drei Stunden erreichst du die Berliner Hütte (2.042 m) – ein wahrer Palast unter den Alpenvereinshütten, mit prunkvollem Speisesaal und Marmortreppen, erbaut Ende des 19. Jahrhunderts.

Rund um die Hütte eröffnet sich eine gewaltige Gletscherkulisse mit dem Hornkees und dem Schwarzensteinkees. Wer möchte, unternimmt von hier aus weitere Erkundungen zu den umliegenden Bergseen. Die Tour eignet sich für konditionsstarke Genusswanderer und ist ein idealer Einstieg in die hochalpine Welt des Zillertals.

Zum Schlegeisspeicher und zur Olpererhütte

Der Schlegeisspeicher im hinteren Zamsertal ist einer der fotogensten Orte der Zillertaler Alpen – ein türkisblauer Stausee, umrahmt von imposanten Dreitausendern. Vom Parkplatz am Stausee startet der Aufstieg zur Olpererhütte, der vor allem wegen der berühmten Hängebrücke über dem See weltweit bekannt geworden ist.

Der Steig gewinnt in Serpentinen zügig an Höhe und bietet mit jedem Schritt spektakulärere Blicke auf den leuchtenden See tief unter dir. Nach gut anderthalb bis zwei Stunden erreichst du die Olpererhütte (2.389 m), wo die berühmte Brücke ein Postkartenmotiv liefert, das man am besten selbst erlebt.

Von der Hütte reicht der Blick über den gesamten Speicher bis zu den vergletscherten Gipfeln des Alpenhauptkamms. Die Tour ist mittelschwer und wegen ihrer relativ kurzen Gehzeit auch für sportliche Familien mit älteren Kindern geeignet. Trittsicherheit ist auf einigen ausgesetzten Passagen jedoch empfehlenswert.

Ahornspitze über die Edelhütte

Der Ahorn bei Mayrhofen ist der ideale Startpunkt für eine anspruchsvolle Gipfeltour. Mit der Ahornbahn schwebst du bequem zur Bergstation auf rund 2.000 Metern und ersparst dir den mühsamen Aufstieg durch den Wald. Von hier führt der Weg über sanfte Almböden zur Edelhütte (2.238 m), die schön auf einem Felsvorsprung thront.

Wer noch weiter will, nimmt sich die Ahornspitze (2.973 m) vor. Der Steig wird nun deutlich alpiner, führt über Blockgelände und Geröllfelder stetig bergauf. Der letzte Abschnitt zum Gipfel verlangt Trittsicherheit und ein wenig Ausdauer, belohnt aber mit einem grandiosen Rundblick über das gesamte Zillertal.

Oben angekommen breitet sich ein Meer aus Gipfeln vor dir aus – vom Alpenhauptkamm bis zu den Tuxer Voralpen. Diese Tour ist ein Klassiker für konditionsstarke Bergwanderer und ein perfekter Test, ob man bereit ist für höhere hochalpine Herausforderungen.

Familienwanderung im Naturpark Stilluptal

Das Stilluptal gehört zu den ursprünglichsten Seitentälern des Zillertals und ist Teil des Naturparks Zillertaler Alpen. Vom Gasthof Wasserfall aus – erreichbar mit dem Naturpark-Taxi – führt ein breiter, kinderwagentauglicher Weg gemächlich taleinwärts entlang des Stillupspeichers.

Der Weg schlängelt sich durch grüne Wiesen und lichte Wälder, vorbei an rauschenden Wasserfällen, die dem Gasthof seinen Namen gegeben haben. Unterwegs laden mehrere urige Almen und Jausenstationen zur Rast ein, darunter die Grüne-Wand-Hütte, wo hausgemachte Schmankerl auf dich warten.

Diese Tour ist ideal für Familien mit Kindern und für alle, die einen entspannten Wandertag ohne große Höhenmeter suchen. Mit etwas Glück siehst du Murmeltiere oder Gämsen an den Hängen. Die Kombination aus Wasser, Wald und Alm macht das Stilluptal zu einem der schönsten Genussziele der Region.

Panoramaweg am Penken

Der Penken ist der Hausberg von Mayrhofen und mit der Penkenbahn schnell erreicht. Oben angekommen erwartet dich ein weitläufiges Hochplateau mit gut ausgebauten Panoramawegen, die ideal für gemütliche Halbtagestouren sind. Der Rundweg über den Gschösswandhaus-Bereich bietet fantastische Ausblicke über das Zillertal.

Der Weg führt über sanft gewellte Almwiesen, vorbei an Bergseen und mehreren bewirtschafteten Hütten. Besonders lohnend ist die Wanderung zur Wanglspitze, von der aus der Blick weit über die umliegenden Gipfelketten schweift. Der Untergrund ist überwiegend gut begehbar, sodass auch weniger geübte Wanderer die Route problemlos meistern.

Diese Tour eignet sich hervorragend für Genusswanderer und Familien, die viel Aussicht bei überschaubarem Aufwand suchen. Wer mag, kombiniert die Wanderung mit einer Einkehr auf einer der Sonnenterrassen und lässt den Tag bei einem Kaiserschmarrn und Panoramablick ausklingen.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Wandern in den Zillertaler Alpen?

Die klassische Wandersaison in den Zillertaler Alpen reicht von Ende Mai bis Anfang Oktober. In den tieferen Lagen und Tälern kannst du bereits im Frühsommer loslegen, wenn die Almwiesen blühen und die Wasserfälle vom Schmelzwasser gespeist tosend zu Tal stürzen.

Die hochalpinen Touren zu den Gletschern und Hütten oberhalb von 2.000 Metern sind meist erst ab Ende Juni bis Anfang Juli schneefrei begehbar. Der Spätsommer und der frühe Herbst gelten unter Kennern als schönste Zeit: stabiles Wetter, klare Sicht und im September das farbenprächtige Spektakel des Almabtriebs. Im Hochsommer solltest du früh starten, um Nachmittagsgewittern zu entgehen.

Sind die Zillertaler Alpen zum Wandern mit Kindern geeignet?

Absolut. Die Region ist eines der familienfreundlichsten Wandergebiete Tirols. Es gibt zahlreiche leichte Rundwege im Talgrund und auf den unteren Almböden, viele davon sogar kinderwagentauglich. Das Stilluptal etwa bietet einen breiten, gemütlichen Weg entlang des Wassers.

Besonders beliebt sind die Themenwege und Erlebnispfade auf den Panoramabergen wie Penken und Ahorn, die spielerisch Wissen über die Bergwelt vermitteln. Viele Almhütten haben Streichelgehege oder Spielplätze, und die Bergbahnen ersparen den Kleinen anstrengende Aufstiege. Mit den Bergbahnen lässt sich fast überall Höhe gewinnen, ohne dass die Kinder frühzeitig die Lust verlieren.

Kann ich mit meinem Hund in den Zillertaler Alpen wandern?

Ja, die Zillertaler Alpen sind grundsätzlich sehr hundefreundlich. Viele Wanderwege eignen sich gut für Vierbeiner, und zahlreiche Almhütten und Gasthöfe heißen Hunde willkommen. Achte darauf, dass dein Hund gut trainiert und trittsicher ist, gerade auf ausgesetzten hochalpinen Steigen.

Wichtig ist die Leinenpflicht auf Almweiden, da hier oft Kühe und Schafe grasen. Mutterkühe können auf frei laufende Hunde aggressiv reagieren, daher gilt: Abstand halten und im Zweifel die Weide zügig verlassen. Nimm ausreichend Wasser für deinen Hund mit, denn nicht überall gibt es Bäche, und die Sonne kann auf den offenen Almflächen ordentlich brennen.

Welche Ausrüstung brauche ich für Wanderungen in den Zillertaler Alpen?

Für einfache Talwanderungen reichen feste Wanderschuhe, wetterfeste Kleidung und ausreichend Wasser. Sobald du höher hinaus willst, solltest du deine Ausrüstung entsprechend anpassen. Knöchelhohe Bergschuhe mit gutem Profil sind hier Pflicht.

Für hochalpine Touren gehören Regen- und Windschutz, eine warme Zwischenschicht, Sonnenschutz, Kopfbedeckung und Wanderstöcke in den Rucksack. Das Bergwetter kann schnell umschlagen, deshalb ist das Zwiebelprinzip ideal. Bei Gletschertouren brauchst du zusätzlich alpine Ausrüstung und im besten Fall die Begleitung eines Bergführers. Eine Karte oder eine Wander-App sowie ein geladenes Handy für Notfälle sollten immer dabei sein.

Muss ich Hütten im Voraus reservieren?

Ja, gerade in der Hauptsaison von Juli bis September ist eine Reservierung dringend zu empfehlen, wenn du in einer Hütte übernachten möchtest. Beliebte Ziele wie die Berliner Hütte oder die Olpererhütte sind an Wochenenden oft ausgebucht.

Die Reservierung erfolgt meist telefonisch oder über die Online-Buchungssysteme des Alpenvereins. Als Mitglied eines alpinen Vereins erhältst du in der Regel vergünstigte Übernachtungspreise. Denke daran, deine Reservierung auch tatsächlich einzuhalten oder rechtzeitig abzusagen, denn die Hüttenwirte kalkulieren die Verpflegung entsprechend. Für Tagestouren ohne Übernachtung ist keine Reservierung nötig.

Wie komme ich am besten in die Zillertaler Alpen?

Die Anreise ist erfreulich unkompliziert. Mit dem Auto erreichst du das Zillertal über die Inntalautobahn A12, Ausfahrt Zillertal, und folgst dann der Bundesstraße talein bis Mayrhofen. Von München oder Innsbruck aus bist du in ein bis zwei Stunden vor Ort.

Wer ohne Auto anreisen möchte, nutzt die Bahn bis Jenbach und steigt dort in die charmante Zillertalbahn um, die gemütlich durch das Tal tuckert. Vor Ort gibt es ein gut ausgebautes Wanderbus-Netz, das dich zu vielen Ausgangspunkten bringt. In die abgelegenen Seitentäler wie das Stilluptal fahren spezielle Naturpark-Taxis, da diese Straßen teils gesperrt oder mautpflichtig sind.

Gibt es geführte Wanderungen in der Region?

Ja, die Tourismusverbände und Bergschulen im Zillertal bieten ein umfangreiches Programm an geführten Touren an. Von der leichten Kräuterwanderung über Sonnenaufgangstouren bis hin zu anspruchsvollen Gletscherbesteigungen ist alles dabei.

Gerade für hochalpine Ziele und Gletschertouren ist ein staatlich geprüfter Bergführer sehr zu empfehlen, denn hier lauern echte Gefahren durch Spalten und wechselnde Bedingungen. Viele Unterkünfte bieten ihren Gästen im Rahmen von Gästekarten kostenlose oder vergünstigte geführte Wanderungen an. Das ist eine hervorragende Möglichkeit, die Region kennenzulernen und dabei viel über Flora, Fauna und die Geschichte des Tals zu erfahren.

Wie schwierig ist der Berliner Höhenweg?

Der Berliner Höhenweg zählt zu den anspruchsvolleren Weitwanderungen der Ostalpen und richtet sich an erfahrene, konditionsstarke Bergwanderer. Der Weg führt über mehrere Tagesetappen durch hochalpines Gelände, überwindet Scharten und verlangt durchgehend Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

Einige Passagen sind seilversichert oder verlaufen über Blockgelände und Geröll. Wer den kompletten Höhenweg gehen möchte, sollte über mehrtägige Bergerfahrung, gute Kondition und die passende Ausrüstung verfügen. Alternativ lassen sich einzelne Etappen auch als Tagestouren gehen, um einen Vorgeschmack zu bekommen. Bei Neuschnee oder schlechtem Wetter sollte man die Tour keinesfalls in Angriff nehmen.

Kann man auch im Sommer die Gletscher besuchen?

Ja, das ist eines der Highlights der Zillertaler Alpen. Der Hintertuxer Gletscher ist das einzige ganzjährig geöffnete Gletscherskigebiet Österreichs, sodass du selbst im Hochsommer über ewiges Eis wandern oder sogar Ski fahren kannst. Mit den Bergbahnen gelangst du bequem in die Gletscherregion auf über 3.000 Meter.

Für Wanderer besonders spannend ist der Natureispalast, eine begehbare Gletscherspalte tief im Inneren des Eises. Wer den Gletscher selbst zu Fuß betreten will, sollte dies nur mit entsprechender Ausrüstung und idealerweise geführt tun, denn Gletscherspalten sind lebensgefährlich. Von den Aussichtsplattformen aus lässt sich die Eiswelt aber auch ganz ungefährlich bestaunen.

Wo kann man unterwegs gut einkehren?

Die Zillertaler Alpen sind ein Paradies für Genusswanderer, denn die Dichte an bewirtschafteten Almhütten und Jausenstationen ist außergewöhnlich hoch. Kaum eine Tour, bei der nicht irgendwo eine urige Hütte zum Verweilen einlädt.

Zu den kulinarischen Klassikern gehören die Zillertaler Krapfen, gefüllt mit Graukäse und Kartoffeln, dazu ein frischer Bergkäse, hausgemachter Kaiserschmarrn und ein Stück Apfelstrudel. Viele Sennereien verkaufen ihre Produkte direkt ab Hof. Achte auf Hütten mit dem Siegel für bewirtschaftete Almen und regionale Küche, denn dort bekommst du echte Zillertaler Schmankerl statt Fertigware. Ein Glas frische Buttermilch nach dem Aufstieg schmeckt hier einfach unvergleichlich.

Sind die Wege gut markiert?

Ja, die Beschilderung in den Zillertaler Alpen ist vorbildlich. Der Alpenverein und die lokalen Tourismusverbände sorgen für eine dichte, klare Markierung mit den üblichen rot-weiß-roten Wegzeichen und zahlreichen Wegweisern an Kreuzungen, die Ziel und Gehzeit angeben.

Die Wege sind nach Schwierigkeit farblich klassifiziert: Gelb für leichte, Rot für mittelschwere und Schwarz für schwierige alpine Routen. Trotz der guten Markierung solltest du immer eine Wanderkarte oder eine App dabeihaben, gerade bei Nebel oder in abgelegenen Gebieten. Auf hochalpinen Steigen können Markierungen bei Schneelage schwerer zu erkennen sein, hier ist zusätzliche Vorsicht geboten.

Was mache ich bei einem Wetterumschwung in den Bergen?

Das Bergwetter kann sich in den Zillertaler Alpen rasch ändern, besonders im Sommer drohen am Nachmittag oft Gewitter. Die wichtigste Regel lautet daher: früh starten und den Gipfel spätestens am frühen Nachmittag verlassen haben. Informiere dich vor jeder Tour über die aktuelle Wetterprognose.

Ziehen Wolken auf oder hörst du Donner, solltest du exponierte Grate und Gipfel sofort verlassen und tiefer gelegene, geschützte Bereiche aufsuchen. Suche im Zweifel Schutz in einer Hütte. Packe immer Regenschutz und eine warme Schicht ein, denn die Temperatur kann in den Bergen innerhalb kurzer Zeit stark fallen. Kehre lieber einmal zu früh um, als ein unnötiges Risiko einzugehen – der Berg läuft nicht weg.

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