Wandern im Wienerwald: Wo Wien grün wird und die Stadt den Atem anhält
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Wandern im Wienerwald: Wo Wien grün wird und die Stadt den Atem anhält

Wo die Großstadt endet und der Wald beginnt: Sanfte Hügel, kühle Schluchten und Heurige warten direkt vor den Toren Wiens.

Wandern im Wienerwald: Grün vor den Toren Wiens

Manchmal braucht es gar keine weite Reise, um sich plötzlich mitten in der Wildnis zu fühlen. Der Wienerwald beginnt praktisch dort, wo die Häuserzeilen von Wien aufhören – und schon nach wenigen Minuten umfängt dich ein Meer aus Buchen, Eichen und dem leisen Rascheln des Laubs unter deinen Schuhen. Dieses gewaltige Waldgebiet im Osten der Alpen ist eine Art grüne Lunge für die Hauptstadt und gleichzeitig ein eigenständiges Naturwunder, das seit jeher Dichter, Komponisten und Spaziergänger verzaubert.

Der Wienerwald ist kein wildes Hochgebirge, und genau das macht seinen Charme aus. Sanfte Hügel rollen wie grüne Wellen durch die Landschaft, dazwischen liegen verträumte Weingärten, kühle Schluchten, klare Bäche und immer wieder Lichtungen, auf denen das Sonnenlicht tanzt. Hier wanderst du nicht, um Rekorde zu brechen, sondern um durchzuatmen, die Gedanken treiben zu lassen und am Ende des Tages zufrieden bei einem Glas Wein beim Heurigen zu landen.

Seit 2005 ist die Region als UNESCO-Biosphärenpark Wienerwald anerkannt – ein Gütesiegel, das zeigt, wie eng hier Mensch und Natur seit Jahrhunderten zusammenleben. Du begegnest uralten Buchenwäldern, seltenen Orchideen auf sonnigen Trockenrasen, aber auch Burgruinen, Klöstern und gemütlichen Dörfern, die ihre Geschichte gern erzählen.

Egal ob du einen entspannten Sonntagsspaziergang suchst, eine ambitionierte Tagestour oder mehrtägige Weitwanderwege wie den Wienerwald-Weg – diese Region hält für jeden etwas bereit. Und das Beste: Mit Bahn, Bus und Straßenbahn bist du fast überall ohne Auto am Ausgangspunkt. Schnür die Schuhe, der Wald wartet schon.

Topografie & Landschaft

Sanfte bewaldete Hügellandschaft

Höhenlage

300 bis 893 m (Schöpfl)

Geländecharakter

Waldwege, Forststraßen, weiche Pfade

Infrastruktur

Sehr gut erschlossen, ÖV-freundlich

Beste Reisezeit

Frühling bis Herbst

Navigation

Sehenswertes im Wienerwald: Natur, Kultur und stille Höhepunkte

Ein Wald mit UNESCO-Adel

Der Wienerwald trägt seit 2005 den Titel UNESCO-Biosphärenpark – und das nicht ohne Grund. Auf rund 1.000 Quadratkilometern erstreckt sich hier eine der vielfältigsten Kulturlandschaften Mitteleuropas. Du findest dichte Buchen- und Eichenwälder, die im Herbst in Gold und Kupfer leuchten, aber auch sonnenverwöhnte Trockenrasen, auf denen seltene Orchideen und Schmetterlinge zu Hause sind.

Was diesen Naturraum so besonders macht, ist das Zusammenspiel von Mensch und Natur über Jahrhunderte hinweg. Weingärten, Wiesen und Wälder gehen ineinander über, ohne dass eines das andere verdrängt. Es ist ein lebendiges Mosaik, das sich mit jeder Jahreszeit neu erfindet – und beim Wandern spürst du diese Harmonie mit jedem Schritt.

Stifte, Burgen und stille Geschichte

Wer durch den Wienerwald streift, stolpert immer wieder über die Spuren vergangener Jahrhunderte. Das prächtige Stift Heiligenkreuz, ein Zisterzienserkloster aus dem 12. Jahrhundert, ist bis heute bewohnt und gehört zu den eindrucksvollsten geistlichen Stätten Österreichs. Der gregorianische Gesang der Mönche hallt durch die romanischen Mauern, als sei die Zeit stehengeblieben.

Ganz in der Nähe liegt das romantische Mayerling, untrennbar verbunden mit der tragischen Geschichte des Kronprinzen Rudolf. Und auf den Hügeln thronen Burgruinen wie die Burgruine Rauheneck bei Baden, die heute traumhafte Ausblicke über das Helenental bieten. Wusstest du schon? Die Babenberger machten den Wienerwald schon im Mittelalter zu ihrem bevorzugten Jagdrevier.

Heuriger, Wein und kulinarische Verführungen

Eine Wanderung im Wienerwald ohne Einkehr beim Heurigen? Undenkbar. Besonders in Orten wie Gumpoldskirchen, Perchtoldsdorf oder den Weinhängen von Klosterneuburg wird der Wein noch nach alter Tradition direkt beim Winzer ausgeschenkt. Ein ausgesteckter Föhrenbusch über der Tür signalisiert: Hier ist offen, hier gibt es jungen Wein.

Dazu kommen deftige Brettljausen mit Speck, Aufstrichen und frischem Bauernbrot – die perfekte Belohnung nach einem Tag auf den Wegen. Die Region rund um die Thermenlinie bringt mit Sorten wie dem Zierfandler und Rotgipfler sogar Weine hervor, die es so nirgends sonst auf der Welt gibt. Land und Leute pflegen hier eine herzliche, manchmal augenzwinkernde Gastfreundschaft, die ansteckend ist.

Geheimtipps abseits der ausgetretenen Pfade

Während sich am Wochenende viele auf den Kahlenberg drängen, bleiben manche Ecken herrlich ruhig. Die Hermannskogel, mit 542 Metern der höchste Punkt Wiens, lockt mit der historischen Habsburgwarte und einem Rundumblick, der bei klarem Wetter bis zum Schneeberg reicht – und das oft fast für dich allein.

Auch das Naturdenkmal Eichkogel bei Mödling ist ein echter Geheimtipp: ein botanisches Kleinod mit Steppenpflanzen, das an warmen Tagen fast mediterran wirkt. Und wer Stille sucht, findet sie im Naturpark Sparbach, dem ältesten Naturpark Österreichs, wo Wildschweine und Damhirsche durch verwunschene Buchenwälder streifen.

Warum der Wienerwald ein Wanderparadies ist

Wandern für jeden Geschmack

Der große Reiz des Wienerwaldes liegt in seiner Vielseitigkeit. Hier muss niemand alpine Erfahrung mitbringen oder schwindelfrei sein. Die sanften Hügel mit Höhen zwischen 300 und 900 Metern laden zu Wanderungen ein, die mal gemütlich und mal durchaus schweißtreibend sind – ganz nach Tagesform und Lust.

Familien mit Kindern finden ebenso passende Routen wie ambitionierte Wanderer, die auf dem rund 250 Kilometer langen Wienerwald-Weg mehrere Tage unterwegs sein wollen. Dazwischen liegt ein dichtes Netz markierter Pfade, das praktisch jeden Anspruch bedient. Du entscheidest, ob es ein zweistündiger Spaziergang oder eine ausgedehnte Tagestour wird.

Wege, die Spaß machen

Die Wegequalität im Wienerwald ist überwiegend ausgezeichnet. Breite Forststraßen wechseln sich mit schmalen, weichen Waldpfaden ab, auf denen das Laub federnd unter den Sohlen nachgibt. Schroffe Felspassagen oder ausgesetzte Stellen sind selten – hier kannst du den Blick getrost schweifen lassen, statt ständig auf die Füße zu schauen.

Besonders schön sind die zahlreichen Bachtäler wie das Helenental oder das Mödlinger Klausental, wo kühles Wasser plätschert und die Luft auch im Hochsommer angenehm frisch bleibt. Wer es etwas wilder mag, wagt sich in die Vorderbrühl mit ihren markanten Kalkfelsen, die schon Beethoven zu seinen Spaziergängen inspirierten.

Aussichten, die hängen bleiben

Auch wenn der Wienerwald kein Hochgebirge ist, mangelt es nicht an grandiosen Aussichten. Vom Kahlenberg und Leopoldsberg blickst du über die gesamte Donaumetropole, mit dem Stephansdom als Nadel im Häusermeer und der Donau, die sich silbern durch die Stadt windet. Bei Föhnwetter scheinen die Alpen zum Greifen nah.

Weiter südlich öffnen sich von der Burgruine Mödling oder dem Anninger weite Panoramen über das Wiener Becken und die Thermenlinie. Solche Momente, wenn du nach dem Aufstieg keuchend oben ankommst und die Welt unter dir liegt, sind die kleinen Belohnungen, die das Wandern hier so unvergesslich machen.

Naturerlebnis das ganze Jahr

Der Wienerwald ist ein Ganzjahresziel. Im Frühling überzieht ein zarter Teppich aus Bärlauch und Buschwindröschen den Waldboden, der Duft liegt würzig in der Luft. Der Sommer bringt schattiges Grün und kühle Schluchten, während der Herbst die Buchenwälder in eine wahre Farbexplosion verwandelt.

Selbst im Winter hat die Region ihren Reiz: Wenn Raureif die kahlen Äste überzieht und die Sonne tief durch den Wald scheint, fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Vogelgezwitscher, das Rufen des Schwarzspechts und vielleicht ein scheues Reh am Wegrand – Naturerlebnisse warten hier zu jeder Jahreszeit auf dich.

Übernachten im Wienerwald: Vom Landgasthof bis zum Wellnesshotel

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Die schönsten Wanderungen im Wienerwald

Über Kahlenberg und Leopoldsberg nach Wien

Dieser Klassiker beginnt am Kahlenberg, den du bequem mit dem Bus 38A vom Endpunkt der Straßenbahnlinie D erreichst. Schon vom Aussichtspunkt bei der Stefaniewarte fällt der Blick atemberaubend über ganz Wien – ein perfekter Auftakt, der Lust auf mehr macht.

Vom Kahlenberg führt der Weg hinüber zum benachbarten Leopoldsberg mit seiner barocken Kirche, die hoch über der Donau thront. Hier, am östlichsten Ausläufer der Alpen, spürst du buchstäblich, wo das Gebirge endet und das flache Wiener Becken beginnt. Anschließend tauchst du in die Weingärten von Nussdorf und Grinzing ein.

Die rund 8 Kilometer lange Tour ist auch für Einsteiger gut machbar und endet ideal bei einem der berühmten Heurigen in Grinzing. Ein Glas junger Wein und eine Brettljause als Abschluss – besser kann ein Wandertag kaum ausklingen.

Durch das Helenental und auf die Burgruine Rauheneck

Diese Wanderung startet in der eleganten Kurstadt Baden bei Wien und führt dich in das romantische Helenental, das die Schwechat in Jahrtausenden in den Kalkstein gegraben hat. Schon Beethoven liebte dieses Tal und komponierte hier Teile seiner Werke.

Vom Tal steigst du hinauf zur Burgruine Rauheneck, deren mächtige Mauern aus dem 12. Jahrhundert stammen. Der Aufstieg lohnt sich: Von oben überblickst du das gesamte Helenental und die gegenüberliegende Ruine Rauhenstein. Wer mag, verbindet beide Ruinen zu einer aussichtsreichen Runde.

Die Tour umfasst etwa 10 Kilometer mit moderaten Anstiegen und ist gut markiert. Zurück in Baden locken die Thermen und Kaffeehäuser zur verdienten Erholung. Eine Tour mit Geschichte, Natur und einem Hauch von Romantik.

Auf den Anninger – der Hausberg von Mödling

Der Anninger ist mit 675 Metern einer der markantesten Gipfel des südlichen Wienerwaldes. Ausgangspunkt ist die Stadt Mödling, von wo aus du durch lichte Schwarzföhrenwälder stetig bergauf wanderst. Diese Föhren, an die Trockenheit der Thermenlinie angepasst, geben der Landschaft einen fast mediterranen Charakter.

Unterwegs passierst du das Wilhelmswarte-Plateau und die markante Aussichtswarte am Gipfel, von der sich ein weiter Blick über das Wiener Becken bis zum Schneeberg auftut. Im Frühjahr blühen entlang des Weges seltene Orchideen und der Diptam, eine botanische Rarität.

Die Rundtour von rund 12 Kilometern verlangt etwas Kondition, belohnt aber mit abwechslungsreichen Wegen und herrlichen Panoramen. Auf dem Rückweg lohnt ein Abstecher zur Burgruine Mödling hoch über der Stadt – ein perfekter Abschluss dieser klassischen Wienerwald-Wanderung.

Naturpark Sparbach – Familienwanderung durch den ältesten Naturpark Österreichs

Der Naturpark Sparbach bei Hinterbrühl ist der älteste Naturpark Österreichs und ein wahres Paradies für Familien. Schon am Eingang begrüßen dich Damhirsche und Mufflons in weitläufigen Gehegen, und überall im Wald begegnest du frei lebenden Wildschweinen, die sich erstaunlich wenig stören lassen.

Auf gut beschilderten Wegen wanderst du vorbei an verträumten Teichen, künstlichen Ruinen und der beliebten Diana-Grotte. Für Kinder gibt es Spielplätze und Tiergehege, sodass die kleinen Wanderer garantiert nicht langweilig wird. Die Wege sind kurz und flexibel kombinierbar.

Je nach gewählter Route legst du zwischen 3 und 7 Kilometer zurück, fast ohne nennenswerte Steigungen. Eine Jausenstation sorgt für die nötige Stärkung. Diese Tour ist ideal für Familien mit kleinen Kindern und alle, die Natur und Tierbeobachtung ohne große Anstrengung genießen wollen.

Stift Heiligenkreuz und der Sattelbach-Rundweg

Diese Tour verbindet Kultur und Natur auf wunderbare Weise. Startpunkt ist das altehrwürdige Stift Heiligenkreuz, das seit dem 12. Jahrhundert durchgehend von Zisterziensermönchen bewohnt wird. Eine Führung durch den romanisch-gotischen Kreuzgang lohnt sich unbedingt, bevor es hinaus in den Wald geht.

Von Heiligenkreuz führt der Weg durch ruhige Buchenwälder in Richtung Mayerling, jenem historisch aufgeladenen Ort, an dem 1889 das tragische Ende von Kronprinz Rudolf seinen Lauf nahm. Die heutige Gedenkstätte und Karmeliterkirche erzählen diese bewegende Geschichte.

Die etwa 9 Kilometer lange Rundtour verläuft überwiegend auf weichen Waldwegen mit sanften Anstiegen und ist gut für genussorientierte Wanderer geeignet. Die Kombination aus klösterlicher Stille, dichtem Wald und historischen Schauplätzen macht diese Wanderung zu einem besonderen Erlebnis für Geschichtsinteressierte.

Lainzer Tiergarten – Wildnis mitten in Wien

Direkt am westlichen Stadtrand Wiens liegt der Lainzer Tiergarten, ein ehemaliges kaiserliches Jagdgebiet, das heute als Naturschutzgebiet frei zugänglich ist. Hinter der historischen Mauer beginnt eine erstaunlich wilde Welt mit alten Eichen, Buchen und freilebenden Wildschweinen, Hirschen und Mufflons.

Vom Eingang Lainzer Tor wanderst du hinauf zum Hubertuswarte auf dem Kaltbründlberg, von der sich ein schöner Blick über die Stadt und den Wienerwald öffnet. Das Herzstück des Gebiets ist die Hermesvilla, das einstige Refugium von Kaiserin Elisabeth, heute ein Museum inmitten gepflegter Gärten.

Die Wege sind breit und gut begehbar, die Tour lässt sich flexibel auf 6 bis 12 Kilometer anpassen. Da es sich um ein Schutzgebiet handelt, müssen Hunde an der Leine geführt werden. Eine ideale Wanderung für alle, die echte Natur erleben wollen, ohne die Stadt weit verlassen zu müssen.

Häufige Fragen

Ist der Wienerwald für Wanderanfänger geeignet?

Absolut, der Wienerwald gehört zu den anfängerfreundlichsten Wanderregionen Österreichs. Die Höhenunterschiede sind moderat, die meisten Gipfel liegen unter 900 Metern, und ausgesetzte oder technisch anspruchsvolle Passagen sind selten.

Du findest ein dichtes Netz gut markierter Wege, die sich flexibel kombinieren lassen – von gemütlichen Stunden-Spaziergängen bis zu ausgedehnten Tagestouren. Gerade Einsteiger schätzen, dass viele Routen direkt von Bahn- oder Bushaltestellen starten und unterwegs Einkehrmöglichkeiten bieten. So kannst du dich langsam an längere Strecken herantasten und bei Bedarf jederzeit abkürzen.

Kann ich im Wienerwald mit Hund wandern?

Ja, der Wienerwald ist ein sehr hundefreundliches Wandergebiet. Die meisten Wege und Forststraßen dürfen mit Hund begangen werden, und die schattigen Wälder sowie zahlreichen Bäche bieten gerade im Sommer angenehme Abkühlung für deinen Vierbeiner.

Beachten solltest du allerdings, dass in Naturschutzgebieten wie dem Lainzer Tiergarten Leinenpflicht herrscht, um die freilebenden Wildtiere nicht zu stören. Auch im Naturpark Sparbach gelten besondere Regeln wegen der Tiergehege. Generell empfiehlt es sich, den Hund in den Wäldern angeleint oder zumindest unter sicherem Sichtkontakt zu führen, da hier viel Wild unterwegs ist.

Wie komme ich ohne Auto in den Wienerwald?

Der Wienerwald ist hervorragend mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen – einer seiner größten Vorzüge. Von Wien aus erreichst du viele Ausgangspunkte direkt mit Straßenbahn, Bus oder Bahn, etwa den Kahlenberg mit der Linie D und dem Bus 38A.

Orte wie Mödling, Baden, Klosterneuburg oder Heiligenkreuz sind bequem per S-Bahn, Regionalbahn oder Postbus angebunden. Die Badner Bahn verbindet Wien direkt mit Baden. So kannst du Streckenwanderungen planen, bei denen Start- und Zielpunkt nicht identisch sein müssen – ein großer Vorteil gegenüber dem Auto, bei dem du immer zum Ausgangspunkt zurückkehren musst.

Welche Jahreszeit eignet sich am besten zum Wandern?

Der Wienerwald ist ein echtes Ganzjahresziel, jede Saison hat ihren eigenen Reiz. Der Frühling verzaubert mit blühendem Bärlauch und frischem Grün, während der Herbst die Buchenwälder in leuchtende Gold- und Rottöne taucht – für viele die schönste Zeit.

Im Sommer spenden die dichten Wälder angenehmen Schatten, und die kühlen Bachtäler wie das Helenental sorgen für Abkühlung. Selbst der Winter hat seinen Charme, wenn Raureif und Schnee die Landschaft in ein stilles Wunderland verwandeln. Da die Höhenlagen moderat sind, bleiben die Wege meist auch im Winter gut begehbar.

Ist der Wienerwald für Familien mit Kindern geeignet?

Der Wienerwald ist geradezu ideal für Familien. Besonders der Naturpark Sparbach mit seinen Wildtieren, Spielplätzen und kurzen Wegen begeistert Kinder jeden Alters. Auch der Lainzer Tiergarten bietet spannende Tierbeobachtungen ohne große Anstrengung.

Viele Wege sind kurz und flexibel kombinierbar, sodass du die Tour an das Tempo und die Ausdauer der Kleinen anpassen kannst. Zahlreiche Jausenstationen und Gasthöfe unterwegs sorgen für die nötige Verpflegung und Pausen. Tipp: Verwandle die Wanderung in eine kleine Schatzsuche oder lass die Kinder Tierspuren entdecken, dann vergeht die Zeit wie im Flug.

Brauche ich eine spezielle Ausrüstung?

Für die meisten Wanderungen im Wienerwald reicht eine solide Grundausstattung völlig aus. Feste Wanderschuhe mit gutem Profil sind empfehlenswert, da manche Waldpfade nach Regen rutschig werden können. Hochgebirgsausrüstung brauchst du hier definitiv nicht.

Denke an wetterangepasste Kleidung im Zwiebelprinzip, ausreichend Wasser und eine kleine Jause für unterwegs. Ein Smartphone mit Wanderkarte oder eine gedruckte Karte hilft bei der Orientierung, auch wenn die meisten Wege gut markiert sind. Im Sommer sind Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung sinnvoll, im Frühling und Herbst eine wasserdichte Jacke für plötzliche Schauer.

Gibt es unterwegs Einkehrmöglichkeiten?

Definitiv – Einkehren gehört im Wienerwald praktisch zum guten Ton. Überall finden sich gemütliche Gasthöfe, Jausenstationen und vor allem die berühmten Heurigen, in denen junger Wein und deftige Brettljausen serviert werden.

Besonders in den Weinorten wie Gumpoldskirchen, Perchtoldsdorf oder Grinzing reiht sich Heuriger an Heuriger. Aber auch auf vielen Höhen und an Aussichtspunkten gibt es bewirtschaftete Hütten und Berggasthöfe. Es empfiehlt sich, vorab die Öffnungszeiten zu prüfen, da manche Betriebe saisonal oder nur an bestimmten Tagen geöffnet haben – gerade unter der Woche oder im Winter.

Wie anspruchsvoll sind die Touren im Wienerwald?

Die Bandbreite ist groß, doch insgesamt gelten die Touren als leicht bis mittelschwer. Die höchsten Erhebungen wie der Schöpfl mit 893 Metern erfordern etwas Kondition, sind aber technisch unproblematisch. Schwindelfreiheit oder Klettererfahrung brauchst du nirgends.

Die meisten Wanderungen bewegen sich zwischen 5 und 15 Kilometern mit überschaubaren Höhenmetern. Wer mehr will, kann auf dem Wienerwald-Weg über mehrere Tage unterwegs sein. Für ambitionierte Wanderer bieten sich Rundtouren mit mehreren Gipfeln an, während Genusswanderer die zahlreichen kurzen Routen mit Einkehrmöglichkeiten schätzen.

Was ist der Biosphärenpark Wienerwald?

Der Biosphärenpark Wienerwald ist ein von der UNESCO anerkanntes Schutzgebiet, das seit 2005 besteht und sich über rund 1.000 Quadratkilometer erstreckt. Es umfasst Teile von Wien und Niederösterreich und schützt eine einzigartige Kulturlandschaft.

Anders als ein klassischer Nationalpark verfolgt ein Biosphärenpark das Ziel, Mensch und Natur in Einklang zu bringen. Hier wird gewandert, Wein angebaut und gewirtschaftet – aber stets mit Rücksicht auf die wertvollen Lebensräume. Du wanderst also durch eine lebendige Landschaft, in der seltene Buchenwälder, Trockenrasen und über 100 streng geschützte Kernzonen erhalten bleiben.

Gibt es Mehrtagestouren im Wienerwald?

Ja, der bekannteste ist der Wienerwald-Weg, ein rund 250 Kilometer langer Weitwanderweg, der die schönsten Ecken der Region miteinander verbindet. Er lässt sich in einzelne Tagesetappen aufteilen und führt durch Wälder, Weingärten und über zahlreiche Aussichtsgipfel.

Da die Region dicht besiedelt ist, findest du am Ende jeder Etappe Übernachtungsmöglichkeiten in Gasthöfen, Pensionen oder Hotels. Die gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel erlaubt es zudem, einzelne Etappen flexibel zu wandern und bei Bedarf nach Hause oder ins Quartier zurückzukehren. So lässt sich eine mehrtägige Tour individuell und ohne schweres Gepäck gestalten.

Welcher ist der höchste Berg im Wienerwald?

Der höchste Gipfel des Wienerwaldes ist der Schöpfl mit 893 Metern Seehöhe, gelegen im südwestlichen Teil der Region. Auf seinem Gipfel steht die Matraswarte, ein Aussichtsturm, von dem sich ein weiter Rundblick über den gesamten Wienerwald und bis zu den Alpen bietet.

Der Aufstieg ist über mehrere markierte Routen möglich und gilt als mittelschwer. Wer eine etwas anspruchsvollere Tagestour mit lohnendem Gipfelziel sucht, ist hier richtig. In Wien selbst ist übrigens der Hermannskogel mit 542 Metern die höchste Erhebung – ein beliebtes Ziel mit der historischen Habsburgwarte.

Kann man im Wienerwald auch baden oder schwimmen?

Direkt in den Wäldern gibt es kaum natürliche Badeseen, doch in der Umgebung warten einige Erfrischungsmöglichkeiten. Besonders bekannt ist die Kurstadt Baden mit ihren Schwefelthermen und dem traditionsreichen Thermalstrandbad, das perfekt nach einer Wanderung passt.

Auch in Mödling und anderen Orten der Thermenlinie findest du Freibäder und Badeanlagen. Die kühlen Bäche wie die Schwechat im Helenental laden eher zum Füßekühlen als zum Schwimmen ein. Wer eine Wanderung mit Badevergnügen kombinieren möchte, plant am besten eine Route in der Nähe einer dieser Bäder und genießt anschließend die wohlverdiente Abkühlung.

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