Wandern im Weinviertel: Sanfte Hügel, Kellergassen und endlose Weinberge
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Wandern im Weinviertel: Sanfte Hügel, Kellergassen und endlose Weinberge

Sanfte Hügel, geheimnisvolle Kellergassen und ein Glas Grüner Veltliner zum Abschluss – hier gehst du langsamer und siehst mehr.

Wandern im Weinviertel entdecken

Wenn der Wind über die Hügel streicht und die Weinreben in langen, ordentlichen Reihen bis zum Horizont tanzen, dann bist du im Weinviertel angekommen. Diese Region im Nordosten Niederösterreichs ist ein weites, sanftes Land, das sich Zeit lässt. Hier gibt es keine schroffen Gipfel, die dich atemlos machen, sondern rundgeschliffene Hügel, tiefe Kellergassen und einen Himmel, der einfach nicht enden will. Wandern im Weinviertel bedeutet Entschleunigung im besten Sinne.

Charakteristisch sind die berühmten Kellergassen, in denen kleine Presshäuser Seite an Seite stehen wie eine verschlafene Miniaturdorf. Manche nennen sie liebevoll die "Dörfer ohne Rauchfang", weil hier niemand wohnt, dafür aber jede Menge Wein reift. Wer zwischen ihnen spaziert, spürt sofort, dass Zeit hier eine andere Bedeutung hat. Dazwischen liegen goldgelbe Getreidefelder, Kirschbaumalleen und Windmühlen, die sich im Frühlingswind drehen.

Das Weinviertel ist eine Landschaft für Menschen, die das Weite lieben. Von den Höhenzügen aus reicht der Blick oft kilometerweit, an klaren Tagen sogar bis zu den Karpaten oder zum Schneeberg. Kellerviertel wie jene von Zellerndorf oder Falkenstein, kleine Barockkirchen auf einsamen Kuppen und die weiten Hohlwege der Region machen jede Tour zu einer kleinen Entdeckungsreise.

Und dann ist da natürlich der Wein. Der Grüne Veltliner ist hier zu Hause, und kaum eine Wanderung endet ohne ein Glas bei einem Winzer, der stolz erzählt, was seine Reben in diesem Jahr geleistet haben. Wandern und Genießen gehören im Weinviertel einfach zusammen – hier musst du kein schlechtes Gewissen haben, wenn nach dem Marsch der Heurige ruft.

Topografie & Landschaft

Sanfte Hügellandschaft mit Weinbergen

Höhenlage

bis 491 m (Buschberg)

Geländecharakter

Feldwege, Weinwege, Waldpfade

Infrastruktur

Heurige, Gasthäuser, gute Markierung

Beste Reisezeit

Frühling und Herbst

Navigation

Was das Weinviertel so besonders macht

Kellergassen – die stillen Dörfer des Weins

Nichts prägt das Weinviertel so sehr wie seine Kellergassen. Diese schmalen Gassen, gesäumt von aneinandergereihten Presshäusern, wirken wie kleine, verwunschene Straßendörfer, in denen aber niemand wohnt. Stattdessen ruht hinter den bunt getünchten Fassaden der Wein in kühlen Kellerröhren, die tief in den Löss gegraben wurden. In Orten wie Zellerndorf, Falkenstein oder Hadres findest du einige der schönsten und längsten Kellergassen Österreichs.

Wer hier durchwandert, sollte unbedingt an einem Herbstwochenende vorbeischauen, wenn die Winzer ihre Kellertüren öffnen. Dann duftet es nach frischem Most, aus den Gassen klingt Musik, und man kommt kaum drei Meter weit, ohne zu einer Verkostung eingeladen zu werden. Wusstest du schon? Manche dieser Löss-Keller sind über 200 Jahre alt und halten das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von etwa zehn Grad.

Weite Landschaft und markante Aussichtspunkte

Das Weinviertel wird oft unterschätzt, weil es keine hohen Berge hat. Doch genau darin liegt sein Reiz: Die sanften Höhenzüge geben immer wieder den Blick über eine schier endlose Landschaft frei. Der Buschberg, mit knapp 491 Metern die höchste Erhebung der Region, belohnt dich mit einem weiten Rundumblick, an klaren Tagen bis zu den Alpen und den Kleinen Karpaten in der Slowakei.

Besonders stimmungsvoll sind die Sonnenuntergänge über den Rebzeilen. Fotografen und Genießer kommen hier gleichermaßen auf ihre Kosten. Der Naturpark Leiser Berge mit seinen bewaldeten Kuppen und offenen Wiesen bietet eine willkommene Abwechslung zur weiten Ackerlandschaft und ist ein Hotspot für Naturliebhaber.

Kulinarik zwischen Veltliner und Erdäpfel

Kulinarisch ist das Weinviertel bodenständig und ehrlich. Beim Heurigen gibt es deftige Brettljausen mit Speck, Verhackertem und selbstgebackenem Brot, dazu natürlich ein Glas Grüner Veltliner, der hier sein weltweit bekanntes "Pfefferl" entfaltet. Die Region ist das größte Weinbaugebiet Österreichs, und der DAC-Grüne-Veltliner ist ihr flüssiges Aushängeschild.

Doch es gibt mehr als Wein: Der Weinviertler Erdäpfel, Marillen aus den Gärten und regionale Käsespezialitäten machen jede Einkehr zum Fest. Geheimtipp: Halte Ausschau nach kleinen Buschenschanken abseits der Hauptrouten – dort schmeckt der Wein oft am ehrlichsten und die Gastgeber erzählen dir Geschichten, die in keinem Reiseführer stehen.

Kultur, Geschichte und stille Zeugen

Die Landschaft ist durchsetzt von kulturellen Kleinoden. Barocke Kirchen thronen auf Hügelkuppen, Bildstöcke säumen die Feldwege, und alte Windmühlen wie jene in Retz erinnern an vergangene Zeiten. Retz selbst ist ein Juwel mit seinem großen Hauptplatz und dem historischen Weinkeller-Labyrinth, das sich weit unter die Stadt erstreckt.

Auch die Grenze zu Tschechien und der Slowakei prägt die Region. Wo einst der Eiserne Vorhang verlief, verläuft heute ein grünes Band der Natur. Der Nationalpark Thayatal im nördlichen Weinviertel bietet wildromantische Flusstäler, wie man sie in der sonst so sanften Region kaum vermuten würde.

Warum das Weinviertel ein Wanderparadies ist

Wandern für Genießer und Entschleuniger

Wenn du im Weinviertel wanderst, musst du dich nicht auf Kondition und Höhenmeter konzentrieren, sondern kannst den Kopf freibekommen. Die Wege führen über sanfte Hügel, durch tiefe Hohlwege und entlang endloser Rebzeilen. Es ist ein Wandern für Menschen, die nicht die Herausforderung, sondern die Ruhe suchen – ideal für Einsteiger, Familien und alle, die dem Alltag entfliehen wollen.

Gerade weil die Landschaft so offen ist, entwickelst du beim Gehen ein besonderes Gefühl von Weite und Freiheit. Der Blick schweift ungehindert über die Hügel, und mit jedem Schritt wird der Kopf ein bisschen leerer und das Herz ein bisschen voller. Das Weinviertel ist die perfekte Bühne für ein bewusstes, langsames Wandern.

Wegequalität und Beschilderung

Die Wanderwege im Weinviertel sind überwiegend gut ausgebaut und beschildert. Viele Routen führen über Feldwege, Schotterpfade und schmale Weinwege, die auch ohne große Ausrüstung problemlos begehbar sind. Feste Wanderschuhe reichen völlig aus, technische Kletterei gibt es hier nicht.

Ein besonderes Netz bilden die zahlreichen Themenwege, etwa Weinlehrpfade und Kellergassen-Rundwege. Sie sind hervorragend erschlossen und informieren unterwegs mit Tafeln über Weinbau, Natur und Geschichte. Auch der weitläufige Weinviertler Wanderweg und regionale Rundwanderwege sorgen für abwechslungsreiche Touren jeder Länge.

Naturerlebnisse und Aussichtspunkte

Trotz der scheinbaren Gleichförmigkeit steckt die Region voller Naturüberraschungen. In den Leiser Bergen wandelst du durch schattige Buchenwälder und über sonnige Trockenrasen, auf denen im Frühling seltene Orchideen und Kuhschellen blühen. Das Thayatal begeistert mit wilden Flussschleifen und einer erstaunlichen Artenvielfalt.

Die besten Aussichtspunkte findest du auf den Höhenzügen: vom Buschberg über die Michelberg-Aussicht bei Falkenstein bis zu den Kuppen über den Kellergassen. Von dort öffnet sich das Panorama über ein Meer aus Feldern, Weinbergen und Dörfern – ein Anblick, der besonders im goldenen Abendlicht unvergesslich ist.

Für wen sich das Weinviertel eignet

Das Weinviertel ist ideal für Genusswanderer, Familien mit Kindern und alle, die eine ruhige, nicht überlaufene Wanderregion suchen. Die moderaten Distanzen und geringen Steigungen machen die meisten Touren auch für weniger Geübte machbar. Wer mehr will, kombiniert einfach mehrere Rundwege zu Tagestouren.

Auch für Wein- und Kulturinteressierte ist die Region ein Fest, denn kaum eine andere Wanderregion verbindet Bewegung und Genuss so selbstverständlich. Ein Tag hier heißt: wandern, schauen, verkosten und wieder losgehen. Geheimtipp: Plane bewusst genug Zeit für spontane Einkehr ein – im Weinviertel ist der Umweg oft das eigentliche Ziel.

Gemütliche Unterkünfte und Winzerhöfe im Weinviertel

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Die schönsten Wanderungen im Weinviertel

Kellergassen-Runde um Zellerndorf

Diese entspannte Rundwanderung startet im Ortszentrum von Zellerndorf im Pulkautal und führt dich zur beeindruckenden Kellergasse "Am Goldberg", einer der längsten und schönsten des Weinviertels. Über sanfte Hügel und entlang der Rebzeilen erreichst du die typischen Presshäuser, die sich hier zu hunderten aneinanderreihen und ein einzigartiges Ensemble bilden.

Der Weg ist mit rund zehn Kilometern angenehm zu bewältigen und weist kaum nennenswerte Steigungen auf. Unterwegs eröffnen sich weite Blicke über das Pulkautal, und im Herbst begleitet dich der Duft von frischem Most. Feste Schuhe reichen völlig aus, da du überwiegend auf Feld- und Weinwegen unterwegs bist.

Ideal ist die Tour für Genusswanderer und Familien, denn eine Einkehr beim Winzer bietet sich am Ende beinahe zwangsläufig an. Wer möchte, kombiniert die Runde mit einer Verkostung des lokalen Grünen Veltliners – ein perfekter Abschluss für einen entspannten Wandertag.

Aufstieg zum Buschberg

Wer im flachen Weinviertel den höchsten Punkt erobern will, ist auf dem Buschberg (491 m) genau richtig. Die Tour startet meist in Ernstbrunn oder Niederleis und führt über bewaldete Hänge und offene Wiesen hinauf zum Gipfel, auf dem der markante Sendeturm thront.

Der Aufstieg ist moderat und gut markiert, überwiegend auf Waldwegen und Forststraßen. Oben angekommen, wirst du mit einem herrlichen Rundblick über die Leiser Berge, das Weinviertel und – bei klarer Sicht – bis zu den Alpen und den Kleinen Karpaten belohnt. Der Weg durch den Wildpark Ernstbrunn macht die Tour besonders für Familien attraktiv.

Mit etwa zwölf Kilometern und rund 250 Höhenmetern ist die Runde als leichte bis mittlere Tour einzustufen. Sie eignet sich gut für einen halben Tag und lässt sich mit einem Besuch des Schlosses Ernstbrunn oder einer Rast in einem der Gasthäuser bestens verbinden.

Falkensteiner Höhenweg mit Burgblick

Rund um den malerischen Ort Falkenstein führt dich diese Tour zu einer der bekanntesten Ruinen des Weinviertels. Die Burgruine Falkenstein thront weithin sichtbar über dem Ort und bildet das Herzstück der Wanderung. Vom Ortszentrum aus steigst du über schmale Wege hinauf und wirst mit einem grandiosen Ausblick über die Rebhänge und das nahe Waldviertel belohnt.

Der Weg verbindet Kellergassen, Weinberge und die historische Ruine zu einer stimmungsvollen Runde von etwa acht bis zehn Kilometern. Die Steigungen sind moderat, das Gelände abwechslungsreich zwischen befestigten Wegen und schmalen Pfaden. Vor allem im Abendlicht, wenn die Sonne über den Weinbergen versinkt, entfaltet die Landschaft ihren besonderen Zauber.

Diese Tour ist perfekt für kulturinteressierte Wanderer, die Natur, Geschichte und Weingenuss verbinden möchten. Kehre am Ende in einer der Buschenschanken des Ortes ein und lasse den Tag mit einem Glas Wein und dem Blick auf die beleuchtete Ruine ausklingen.

Weinlehrpfad rund um Retz

Die charmante Weinstadt Retz ist Ausgangspunkt für eine der informativsten Wanderungen der Region. Der Weinlehrpfad führt dich rund um die Stadt durch Weingärten und vorbei an der berühmten Windmühle, dem Wahrzeichen von Retz. Entlang der Strecke informieren zahlreiche Tafeln über Rebsorten, Weinbau und die Geschichte der Region.

Der Weg ist mit rund sieben Kilometern kurzweilig und auch für Einsteiger und Familien gut geeignet. Ein besonderes Highlight ist der Retzer Windmühlenberg, von dem aus sich ein weiter Blick über die Stadt und das umliegende Weinland eröffnet. Der historische Stadtkern mit seinem großen Hauptplatz lädt vor oder nach der Tour zum Bummeln ein.

Wer Zeit hat, sollte unbedingt den historischen Erlebniskeller unter Retz besuchen, ein weit verzweigtes unterirdisches Labyrinth. Die Kombination aus Wandern, Kultur und Weingenuss macht diese Tour zu einem rundum gelungenen Ausflug.

Naturpark Leiser Berge Rundweg

Der Naturpark Leiser Berge bildet mit seinen bewaldeten Kuppen und offenen Trockenrasen eine landschaftliche Ausnahme im ansonsten weiten Weinviertel. Diese Rundwanderung startet bei Ernstbrunn oder Niederleis und führt durch abwechslungsreiche Natur mit schattigen Buchenwäldern und sonnigen Wiesen.

Auf etwa elf Kilometern erlebst du eine erstaunliche Artenvielfalt: Im Frühling blühen hier Kuhschellen und seltene Orchideen, während im Herbst die Wälder in leuchtenden Farben stehen. Der Weg ist gut markiert und weist mittlere Anstiege auf, die auch geübte Familien gut meistern können.

Ein besonderer Höhepunkt ist der Blick von den Höhenzügen über die weite Weinviertler Landschaft. Der Naturpark ist ideal für alle, die Ruhe, Natur und Tierbeobachtung schätzen. Nimm ein Fernglas mit, denn mit etwas Glück entdeckst du Greifvögel, die über den Kuppen kreisen.

Häufige Fragen

Ist das Weinviertel zum Wandern mit Hund geeignet?

Ja, das Weinviertel ist eine ausgesprochen hundefreundliche Wanderregion. Die weiten Feldwege, Weinwege und Waldpfade bieten viel Platz zum Laufen, und die moderaten Distanzen sind auch für kleinere oder ältere Vierbeiner gut machbar.

Achte im Sommer allerdings darauf, dass viele Wege wenig Schatten bieten, gerade zwischen den Weinbergen. Nimm daher ausreichend Wasser für deinen Hund mit und plane die Touren am besten für die kühleren Morgen- oder Abendstunden. In den Naturparks und rund um Wildgehege wie in Ernstbrunn gilt Leinenpflicht, um die Tierwelt zu schützen. Viele Heurige und Gasthäuser heißen Hunde herzlich willkommen.

Eignet sich das Weinviertel für Wanderungen mit Kindern?

Absolut, das Weinviertel ist geradezu ideal für Familien mit Kindern. Die Wege sind überwiegend flach bis leicht hügelig, ohne gefährliche Passagen, und die Distanzen lassen sich flexibel anpassen. Kurze Rundwege durch Kellergassen sind schon für kleine Kinder gut zu bewältigen.

Besonders spannend für den Nachwuchs sind der Wildpark Ernstbrunn, die Weinlehrpfade mit ihren Infotafeln und die geheimnisvollen Kellergassen, die wie kleine Puppenstubendörfer wirken. Viele Touren lassen sich mit Einkehrmöglichkeiten kombinieren, sodass zwischendurch immer wieder eine Pause mit Saft und Jause möglich ist. Ein Naturpark-Besuch bietet zusätzlich Tierbeobachtungen und viel Bewegungsraum.

Welche ist die beste Jahreszeit zum Wandern im Weinviertel?

Frühling und Herbst sind die schönsten Jahreszeiten zum Wandern im Weinviertel. Im Frühling blühen die Obstbäume und Trockenrasen, und die Landschaft leuchtet in frischem Grün. Der Herbst wiederum ist die Zeit der Weinlese, wenn die Rebzeilen sich golden färben und die Kellergassen zum Leben erwachen.

Der Sommer kann durch die offene Landschaft und den geringen Schatten sehr heiß werden, weshalb frühe Morgenstunden empfehlenswert sind. Der Winter hat einen ganz eigenen, stillen Reiz, wenn Raureif über den Feldern liegt. Für Genusswanderer ist der Herbst mit seinen zahlreichen Kellergassenfesten und Heurigen zweifellos die stimmungsvollste Zeit.

Wie schwierig sind die Wanderungen im Weinviertel?

Die meisten Wanderungen im Weinviertel sind leicht bis mittelschwer und damit auch für Einsteiger und Gelegenheitswanderer bestens geeignet. Große Höhenunterschiede gibt es kaum, der höchste Punkt liegt mit dem Buschberg bei knapp 491 Metern.

Technisch anspruchsvolle Passagen oder ausgesetzte Stellen wirst du hier nicht finden. Die größte Herausforderung ist bei längeren Touren eher die Distanz auf oft schattenlosen Wegen. Wer eine sportlichere Runde sucht, kann mehrere Rundwege kombinieren oder die welligen Höhenzüge der Leiser Berge einbeziehen. Insgesamt ist das Weinviertel eine entspannte Region, in der der Genuss im Vordergrund steht.

Brauche ich spezielle Ausrüstung zum Wandern?

Für die meisten Touren im Weinviertel reicht eine ganz normale Wanderausrüstung völlig aus. Feste, bequeme Wanderschuhe oder Trekkingschuhe sind empfehlenswert, da du überwiegend auf Feld- und Schotterwegen unterwegs bist, die bei Nässe rutschig werden können.

Wichtig ist ausreichend Sonnenschutz, denn die offene Landschaft bietet an vielen Stellen kaum Schatten. Denke an eine Kopfbedeckung, Sonnencreme und genügend Wasser, besonders im Sommer. Regenschutz und eine leichte Jacke gehören ebenfalls ins Gepäck, da das Wetter im offenen Land schnell umschlagen kann. Wanderstöcke sind nicht nötig, können aber bei längeren Touren die Gelenke entlasten.

Wie erreiche ich das Weinviertel mit öffentlichen Verkehrsmitteln?

Das Weinviertel ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln recht gut erreichbar, wenn auch nicht jeder kleine Ort direkt angebunden ist. Von Wien aus fahren regelmäßig Züge in Richtung Retz, Mistelbach und Hollabrunn, die als gute Ausgangspunkte für Wanderungen dienen.

Von den größeren Bahnhöfen aus verkehren Regionalbusse in die umliegenden Dörfer, allerdings oft mit eingeschränkten Fahrplänen am Wochenende. Es empfiehlt sich daher, die Verbindungen vorab genau zu planen. Wer flexibel sein möchte, ist mit dem Auto klar im Vorteil, da viele Kellergassen und Naturschätze abseits der Hauptrouten liegen. Für bestimmte Regionen gibt es auch Wanderbusse in der Saison.

Gibt es unterwegs genügend Einkehrmöglichkeiten?

Im Weinviertel gehört die Einkehr praktisch zum Wandern dazu. In fast jedem Ort findest du Heurige, Buschenschanken oder Gasthäuser, die regionale Spezialitäten und natürlich den berühmten Grünen Veltliner anbieten. Besonders während der Kellergassenfeste im Herbst ist das Angebot überwältigend.

Beachte allerdings, dass viele Buschenschanken nur zu bestimmten Zeiten geöffnet haben, den sogenannten Ausg'steckt-Zeiten. Es lohnt sich, die Öffnungszeiten vorab zu prüfen, gerade wenn du abseits der größeren Orte unterwegs bist. In kleineren Dörfern kann es außerhalb der Saison auch mal ruhig zugehen, weshalb du für längere Touren ausreichend Proviant einpacken solltest.

Kann man Wandern und Weinverkostung gut kombinieren?

Das Weinviertel ist geradezu prädestiniert für die Verbindung von Wandern und Weingenuss. Zahlreiche Wanderwege führen direkt durch die Weinberge und enden bei einem Winzer oder in einer Kellergasse. Die Region ist das größte Weinbaugebiet Österreichs, und der Grüne Veltliner ist ihr flüssiges Aushängeschild.

Viele Winzer bieten Verkostungen an, oft mit einer deftigen Jause dazu. Wenn du planst, den einen oder anderen Schluck zu genießen, solltest du für die Rückfahrt auf öffentliche Verkehrsmittel setzen oder eine Übernachtung einplanen. Besonders schön sind geführte Wein-Wanderungen, bei denen ein Winzer selbst über seine Reben und die Region erzählt.

Sind die Wanderwege gut markiert?

Die Wanderwege im Weinviertel sind überwiegend gut markiert und beschildert. Vor allem die ausgewiesenen Themenwege, Weinlehrpfade und Kellergassen-Rundwege verfügen über eine klare Beschilderung und häufig auch Infotafeln entlang der Strecke.

Bei den überregionalen Wegen wie dem Weinviertler Wanderweg findest du die typischen österreichischen Wandermarkierungen. Dennoch empfiehlt es sich, eine Wanderkarte oder eine Wander-App mitzunehmen, da die weite, ähnlich strukturierte Landschaft die Orientierung manchmal erschwert. Kreuzungen zwischen Feldwegen sind nicht immer eindeutig, sodass eine digitale Karte für zusätzliche Sicherheit sorgt.

Welche Region eignet sich für einen Wochenendausflug am besten?

Für einen Wochenendausflug bieten sich besonders die Gegenden rund um Retz, Falkenstein und die Leiser Berge an. Retz überzeugt mit seinem historischen Stadtkern, dem Weinlehrpfad und dem unterirdischen Kellerlabyrinth, was Kultur und Wandern ideal verbindet.

Falkenstein mit seiner Burgruine und den Kellergassen ist perfekt für Genusswanderer, während die Leiser Berge naturbegeisterte Wanderer mit ihren Wäldern und Trockenrasen anziehen. An zwei Tagen lassen sich mehrere Rundwege gut kombinieren, dazwischen bleibt Zeit für eine Verkostung oder eine Einkehr. Übernachtungsmöglichkeiten reichen von gemütlichen Winzerzimmern bis zu charmanten Landgasthöfen.

Ist das Weinviertel überlaufen oder eher ruhig?

Das Weinviertel gehört zu den ruhigeren und weniger überlaufenen Wanderregionen Österreichs. Anders als in den bekannten Alpenregionen findest du hier auch an Wochenenden noch viel Platz und Stille. Gerade das macht den besonderen Reiz der Region aus.

Selbst zur Hauptsaison verteilen sich die Wanderer auf die weiten Wege und die zahlreichen Kellergassen. Nur bei größeren Kellergassenfesten im Herbst kann es in einzelnen Orten lebhafter werden, was aber gerade zur besonderen Atmosphäre beiträgt. Wer echte Ruhe und Einsamkeit sucht, findet sie auf den Feldwegen zwischen den Dörfern beinahe immer.

Kann man im Weinviertel auch mehrtägige Wanderungen unternehmen?

Ja, das Weinviertel eignet sich auch für mehrtägige Wanderungen. Der Weinviertler Wanderweg und weitere Weitwanderwege verbinden verschiedene Orte und Kellergassen zu längeren Etappen, die sich über mehrere Tage aufteilen lassen.

Entlang der Strecken findest du in den Dörfern Übernachtungsmöglichkeiten in Gasthöfen, Pensionen und Winzerzimmern. Da die Landschaft eher sanft ist, lassen sich auch längere Tagesetappen ohne große Erschöpfung bewältigen. Wichtig ist eine gute Planung der Unterkünfte und Einkehrmöglichkeiten, da diese abseits der größeren Orte nicht immer dicht gesät sind. Eine mehrtägige Tour ist eine wunderbare Art, die Region in ihrer ganzen Weite zu erleben.

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