Valmalenco: Wanderparadies zwischen Bernina-Gletschern und Bergseen
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Valmalenco: Wanderparadies zwischen Bernina-Gletschern und Bergseen

Grüner Serpentinstein, glasklare Bergseen und Gletscher zum Greifen nah warten in einem der ursprünglichsten Täler der Lombardei.

Wandern im Valmalenco

Grün leuchtende Serpentin-Steine unter den Füßen, im Rücken das gletscherbewehrte Bernina-Massiv und über allem der Duft von Lärchennadeln und wilder Alpenkräuter: Das Valmalenco spielt mit deinen Sinnen wie ein guter Bergführer mit dem Höhenmesser. Dieses Seitental der Veltlin-Alpen, das sich nördlich von Sondrio in Richtung Schweizer Grenze hinaufzieht, gehört zu den letzten Tälern der Lombardei, in denen sich Hochgebirge und italienische Lebensfreude noch ganz selbstverständlich die Hand geben.

Rund um Chiesa in Valmalenco, das quirlige Zentrum des Tals, öffnen sich Höhenwege, die Wandererherzen höher schlagen lassen. Der berühmte Sentiero Rusca folgt dem Talboden entlang des Wildbachs Mallero, während weiter oben der Alta Via della Valmalenco eine der lohnendsten Mehrtagesrouten der Alpen bildet. Zwischen Almwiesen, Bergseen und schroffen Felszacken tauchen immer wieder die Eismassen des Pizzo Bernina und des Pizzo Scalino auf, die dem Tal seinen alpinen Charakter verleihen.

Was das Valmalenco einzigartig macht, ist sein grünes Herz aus Serpentinit-Gestein. Dieser besondere Stein prägt nicht nur die Farbe der Berge, sondern auch die Häuser, die traditionellen Dächer aus Steinplatten und sogar die berühmten Töpfe aus Lavecc, in denen hier seit Jahrhunderten deftige Bergküche gekocht wird. Wer durch das Tal wandert, spürt an jeder Ecke, dass Natur und Handwerk hier untrennbar verbunden sind.

Und dann sind da die Menschen: Hüttenwirte, die dir mit einem Grinsen einen doppelten Bombardino aufdrängen, Käser, die noch nach alter Väter Sitte arbeiten, und Wanderer aus aller Welt, die auf dem Weg zur Rifugio Marinelli für einen Moment innehalten. Das Valmalenco ist kein Tal für die schnelle Abhakerei, sondern eines zum Bleiben, Staunen und tiefen Durchatmen.

Topografie & Landschaft

Alpines Hochgebirgstal

Höhenlage

1000 bis 4049 m (Pizzo Bernina)

Geländecharakter

Bergpfade, Almwege, Fels, Moräne

Infrastruktur

Seilbahn, Hütten, gut markiert

Beste Reisezeit

Ende Juni bis Anfang Oktober

Navigation

Was du im Valmalenco unbedingt erleben musst

Das grüne Gold: Serpentinit und Lavecc-Stein

Wenn du im Valmalenco unterwegs bist, wirst du unweigerlich über einen ungewöhnlich grün schimmernden Stein stolpern. Der Serpentinit ist das Markenzeichen des Tals und findet sich überall: in den charakteristischen Steinplatten-Dächern der Bergdörfer, in kunstvoll behauenen Fassaden und in den berühmten Kochtöpfen, den sogenannten Lavecc. Diese aus einem Stück gedrehten Steintöpfe halten die Wärme wunderbar und werden bis heute in Handarbeit gefertigt.

In den Werkstätten rund um Chiesa in Valmalenco kannst du den Steinmetzen bei der Arbeit über die Schulter schauen. Das Handwerk hat eine jahrhundertealte Tradition, und viele Familien geben ihr Wissen von Generation zu Generation weiter. Wusstest du schon, dass die berühmten Pizzoccheri, das Nudelgericht des Veltlins, ursprünglich am liebsten in einem Lavecc-Topf serviert wurden, weil er die Speisen so gleichmäßig warm hält?

Bergseen zum Verlieben

Das Valmalenco ist ein Paradies für Seesüchtige. Der Lago Palü, eingebettet in einen dichten Lärchenwald oberhalb von Chiareggio, spiegelt an windstillen Morgen die umliegenden Gipfel so perfekt, dass man das Original vom Abbild kaum unterscheiden kann. Er ist bequem mit der Seilbahn und einem kurzen Spaziergang erreichbar und daher auch mit Kindern gut zu erwandern.

Höher hinauf und deutlich einsamer liegen die Bergseen rund um den Alpe dell'Oro und die Lagazzuolo-Seen. Wer die Stille sucht, findet sie hier in Reinform. An heißen Sommertagen wagen sich mutige Wanderer sogar zu einem kurzen, eiskalten Sprung ins glasklare Gletscherwasser, meist gefolgt von einem hörbaren Aufschrei und einem sehr breiten Grinsen.

Kulinarik: Deftig, ehrlich und veltlinisch

Nach einer Wanderung im Valmalenco brauchst du keinen Diätplan. Die Küche hier ist bodenständig und herzhaft. Die schon erwähnten Pizzoccheri, Buchweizennudeln mit Wirsing, Kartoffeln und reichlich geschmolzenem Bitto-Käse, sind das absolute Nationalgericht. Dazu passt ein Glas Veltliner Rotwein aus den steilen Terrassen weiter unten im Haupttal.

Ein echter Geheimtipp sind die Sciatt, kleine frittierte Buchweizenküchlein mit einem Kern aus geschmolzenem Käse, die auf einem Bett aus Chicorée serviert werden. In den Berghütten bekommst du außerdem oft selbstgemachten Bresaola-Aufschnitt und würzigen Bitto-Käse, der teils jahrelang reift. Land und Leute sind stolz auf ihre Produkte, und das merkst du bei jedem Bissen.

Die Bernina-Gruppe zum Greifen nah

Kaum ein anderes Tal der Lombardei bringt dich den großen Viertausendern der Ostalpen so nah wie das Valmalenco. Der Pizzo Bernina thront als höchster Gipfel der Ostalpen an der Grenze zur Schweiz, und die Gletscher des Scerscen und Fellaria breiten sich wie gefrorene Ströme vor dir aus. Die Rifugio Marinelli-Bombardieri gilt als eines der spektakulärsten Hüttenziele der Region.

Wusstest du schon, dass der Fellaria-Gletscher in den letzten Jahren zu einem der meistfotografierten Naturschauspiele der Region geworden ist? Ein moderner Wanderweg mit Hängebrücke führt inzwischen bis an den Gletschersee heran. Der Anblick der türkis leuchtenden Eismassen ist ein Erlebnis, das sich tief einprägt und deutlich macht, wie lebendig und zugleich verletzlich diese Bergwelt ist.

Warum Wandern im Valmalenco so besonders ist

Höhenwege für jeden Anspruch

Das Valmalenco ist ein echtes Wanderrevier mit einem beachtlich dichten Wegenetz. Vom gemütlichen Talspaziergang entlang des Mallero bis zur hochalpinen Gletschertour findest du hier jede Schwierigkeitsstufe. Die Wege sind durchweg gut markiert, und die Beschilderung mit den typischen rot-weißen CAI-Markierungen macht die Orientierung angenehm einfach.

Besonders reizvoll ist die Kombination aus Seilbahn und Wanderung. Von Chiesa in Valmalenco bringt dich die Kabinenbahn hinauf nach Alpe Palü, von wo aus viele lohnende Rundwege starten. So kannst du auch als weniger konditionsstarker Wanderer schnell in die hochalpine Landschaft eintauchen, ohne dir vorher die Waden abzulaufen.

Der Alta Via della Valmalenco

Das Kronjuwel des Tals ist zweifellos der Alta Via della Valmalenco, ein Höhenweg, der das gesamte Tal in mehreren Etappen umrundet. Auf rund hundert Kilometern verbindet er Hütten wie die Rifugio Bosio, Rifugio Longoni und Rifugio Marinelli und führt dich durch die volle Bandbreite der Landschaft, von blühenden Almen bis an den Fuß der Gletscher.

Diese Mehrtagestour ist ein Traum für alle, die das Weitwandern lieben. Du bist tagelang im Rhythmus der Berge unterwegs, übernachtest in urigen Hütten und erlebst Sonnenaufgänge, die dich für jeden Schweißtropfen des Vortags entschädigen. Wichtig: Einige Etappen sind anspruchsvoll und erfordern Trittsicherheit sowie eine gute Kondition.

Naturerlebnis pur

Zwischen Lärchenwäldern, Almrosenhängen und schroffen Felsflanken ist die Tierwelt des Valmalenco erstaunlich präsent. Mit etwas Glück und Geduld beobachtest du Steinböcke, Gämsen und Murmeltiere, deren Pfiffe zum Soundtrack jeder Höhenwanderung gehören. Über dir kreisen manchmal Steinadler, und in den Bergseen tummeln sich Forellen.

Im Frühsommer verwandeln sich die Hänge in ein Blütenmeer aus Enzian, Alpenrosen und Arnika. Botanikbegeisterte kommen im Valmalenco voll auf ihre Kosten, denn der besondere Serpentinit-Boden bringt eine spezialisierte und teils seltene Flora hervor. Wer mit offenen Augen wandert, entdeckt hier immer wieder kleine Naturwunder am Wegesrand.

Für wen ist das Valmalenco das Richtige?

Die ehrliche Antwort lautet: für fast jeden. Familien mit Kindern finden rund um Alpe Palü und den Lago Palü entspannte Halbtagestouren mit großem Belohnungsfaktor. Ambitionierte Bergwanderer stürzen sich auf die Gletscherziele und den Alta Via. Und wer einfach nur die Seele baumeln lassen möchte, spaziert gemütlich am Talboden entlang und kehrt in einem Agriturismo ein.

Auch für Fotografen ist das Tal ein Traum. Das Wechselspiel aus grünem Gestein, türkisen Seen und weißen Gletschern liefert Motive, die selbst geübte Fotografen ins Schwärmen bringen. Egal ob Genusswanderer oder Gipfelstürmer, das Valmalenco hat für jede Tagesform die passende Route parat.

Unterkünfte im Valmalenco: Vom Berghotel bis zur urigen Hütte

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Die schönsten Wandertouren im Valmalenco

Rundweg zum Lago Palü über Alpe Palü

Diese Tour ist der perfekte Einstieg ins Valmalenco und eignet sich hervorragend für Familien und Genusswanderer. Vom Bergstation der Kabinenbahn Chiesa in Valmalenco erreichst du die Alpe Palü auf rund 1950 Metern, von wo aus ein bequemer Waldweg durch dichten Lärchen- und Zirbenwald zum Lago Palü führt.

Der See selbst ist der eigentliche Star: An windstillen Tagen spiegelt sich das gesamte Bergpanorama im Wasser, ein Motiv, das jeden Handyspeicher an seine Grenzen bringt. Rund um den See führt ein einfacher Uferpfad, an dem sich immer wieder schattige Rastplätze und kleine Kieselstrände finden. Kinder lieben das Steinewerfen ins klare Wasser, und die Erwachsenen genießen den Blick auf die Gletscher im Hintergrund.

Wer möchte, verlängert die Runde in Richtung Alpe Roggione und kehrt in einer der Almhütten ein, wo frische Milchprodukte und deftige Brotzeiten warten. Die Gehzeit beträgt für die Grundrunde rund zwei bis drei Stunden, technisch anspruchslos und trotzdem landschaftlich ein Volltreffer.

Zum Fellaria-Gletscher mit Hängebrücke

Diese Wanderung ist ein modernes Highlight des Tals und führt dich direkt an eines der spektakulärsten Naturschauspiele der Region. Startpunkt ist die Alpe Campo Moro am gleichnamigen Stausee, den du am besten mit dem Auto oder Bus erreichst. Von dort steigst du in Richtung Rifugio Bignami auf, das nach etwa eineinhalb Stunden erreicht ist.

Ab der Hütte wird es alpin: Der Weg führt über Moränen und Felsblöcke hinauf zum Aussichtspunkt am Fellaria-Gletscher. Der Anblick der türkis leuchtenden Gletscherzunge und des davor liegenden Sees ist schlicht überwältigend. Ein besonderes Erlebnis ist die Überquerung der Hängebrücke, die dir das Gefühl gibt, mitten in die Hochgebirgswelt einzutauchen.

Die Tour verlangt Trittsicherheit und eine solide Kondition, belohnt dich aber mit einem der eindrucksvollsten Gletscherblicke der Ostalpen. Plane für die gesamte Runde etwa fünf bis sechs Stunden ein und nimm ausreichend Proviant und warme Kleidung mit, denn am Gletscher weht oft ein kühler Wind.

Rifugio Bosio-Galli über Alpe Airale

Diese klassische Hüttenwanderung führt dich in das ruhige Val Torreggio, einen der schönsten Seitenäste des Valmalenco. Startpunkt ist der Parkplatz oberhalb von Torre di Santa Maria, von wo aus ein gut markierter Weg durch schattigen Mischwald sanft ansteigt.

Nach und nach öffnet sich das Tal, und du wanderst über die weiten Almwiesen der Alpe Airale, wo im Sommer Kühe grasen und der Duft von frischem Heu in der Luft liegt. Der Weg ist abwechslungsreich und nie langweilig, mit immer neuen Blicken auf die umliegenden Gipfel des Monte Disgrazia-Massivs.

Ziel ist die Rifugio Bosio-Galli auf rund 2100 Metern, eine urige Berghütte mit herzlicher Bewirtung. Hier solltest du unbedingt die hausgemachten Pizzoccheri probieren, bevor du gestärkt den Rückweg antrittst. Die Tour ist mittelschwer und dauert hin und zurück etwa fünf bis sechs Stunden, ideal für alle, die ein authentisches Hüttenerlebnis suchen.

Rifugio Longoni und der Blick auf den Disgrazia

Ein wahrer Balkon über dem Valmalenco erwartet dich auf dem Weg zur Rifugio Longoni. Ausgangspunkt ist der Weiler Chiareggio im hinteren Talabschnitt, ein malerisches Bergdorf mit alten Steinhäusern. Von hier steigt der Weg zunächst durch Wald an, bevor er in offenes Almgelände übergeht.

Je höher du kommst, desto grandioser wird das Panorama. Von der Hütte auf rund 2450 Metern hast du einen atemberaubenden Rundblick auf den mächtigen Monte Disgrazia, den man wegen seiner Form auch als Matterhorn des Valmalenco bezeichnet. Die Hütte ist ein beliebter Rastplatz und Teil des Alta Via della Valmalenco.

Der Aufstieg ist konditionell fordernd, aber technisch überwiegend unproblematisch. Rechne mit etwa drei Stunden für den Aufstieg und plane genügend Zeit für eine ausgiebige Rast auf der Sonnenterrasse ein. Wer früh aufbricht, erlebt hier oben ein grandioses Lichtspiel über den Gletschern.

Sentiero Rusca durch das Herz des Tals

Für einen entspannten Wandertag ohne große Höhenmeter ist der historische Sentiero Rusca ideal. Dieser Weg folgt dem Lauf des Wildbachs Mallero und verbindet die Dörfer des Tals miteinander. Du kannst einzelne Abschnitte je nach Lust und Kondition zusammenstellen, etwa von Chiesa in Valmalenco flussabwärts oder aufwärts in Richtung Lanzada.

Der Weg erzählt viel über die Geschichte des Tals, denn er war früher eine wichtige Handels- und Verbindungsroute. Unterwegs passierst du alte Steinbrücken, kleine Kapellen und immer wieder die typischen Serpentinit-Häuser mit ihren schweren Steindächern. Es ist eine Wanderung für alle Sinne und ein guter Einstieg, um das Tal kennenzulernen.

Weil der Sentiero Rusca überwiegend im Talboden verläuft, ist er auch bei durchwachsenem Wetter gut machbar und mit Kindern gut zu bewältigen. Kehre unterwegs in einem der Dorfcafés ein und probiere ein Stück hausgemachten Kuchen. So wird aus einer einfachen Wanderung ein genussvoller Ausflug in die Kultur des Valmalenco.

Häufige Fragen

Ist Wandern im Valmalenco für Anfänger geeignet?

Absolut, das Valmalenco bietet ein sehr breites Spektrum an Wanderwegen und ist keineswegs nur etwas für erfahrene Alpinisten. Rund um Chiesa in Valmalenco und die Alpe Palü gibt es zahlreiche einfache Rundwege, die auch von ungeübten Wanderern gut zu bewältigen sind.

Besonders praktisch ist die Kabinenbahn, die dich schnell in höhere Lagen bringt, sodass du ohne kräftezehrenden Aufstieg mitten in die schöne Berglandschaft eintauchst. Der Sentiero Rusca im Talboden ist ebenfalls ideal für Einsteiger. Für die hochalpinen Touren zu den Gletschern und Hütten solltest du hingegen etwas Bergerfahrung mitbringen. So findet wirklich jeder die passende Route für sein Niveau.

Kann ich mit Kindern im Valmalenco wandern?

Ja, das Valmalenco ist ein wunderbares Ziel für Familien. Der Lago Palü ist ein echter Klassiker für Wanderungen mit Kindern, denn er ist bequem über die Seilbahn und einen kurzen Weg erreichbar und bietet am Ufer viele Spiel- und Rastmöglichkeiten.

Kinder lieben die klaren Bergseen, die pfeifenden Murmeltiere und die Almhütten, in denen es frische Milch und Kuchen gibt. Achte darauf, die Touren dem Alter und der Ausdauer der Kinder anzupassen und ausreichend Pausen einzuplanen. Sonnenschutz, feste Schuhe und eine Regenjacke sollten immer dabei sein, da das Bergwetter schnell umschlagen kann. Mit der richtigen Planung wird das Valmalenco zum unvergesslichen Familienabenteuer.

Ist Wandern mit Hund im Valmalenco möglich?

Grundsätzlich ist das Valmalenco ein hundefreundliches Wandergebiet, und viele Wege lassen sich problemlos mit dem Vierbeiner erkunden. Besonders die Wanderungen rund um den Lago Palü und im Val Torreggio eignen sich gut für gemeinsame Touren mit dem Hund.

Beachte jedoch, dass auf den Almen im Sommer oft Weidevieh grast und teilweise Herdenschutzhunde unterwegs sind. Halte deinen Hund in solchen Bereichen unbedingt an der Leine und respektiere die Weidezäune. Auch in der Nähe von Wildtieren wie Gämsen und Murmeltieren ist Rücksicht geboten. Nimm ausreichend Wasser mit, denn nicht überall gibt es Bäche, und informiere dich vorab, ob deine gewählte Hütte Hunde erlaubt.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Valmalenco?

Die klassische Wandersaison im Valmalenco reicht von Ende Juni bis Anfang Oktober. In dieser Zeit sind die höher gelegenen Wege in der Regel schneefrei, die Hütten geöffnet und die Almen bewirtschaftet.

Der Frühsommer besticht durch üppig blühende Bergwiesen und volle Bäche, während der September oft mit besonders klarer Fernsicht und stabilem Wetter punktet. Der Herbst verwandelt die Lärchenwälder in ein goldenes Farbenspiel, das viele Wanderer besonders schätzen. Im Hochsommer kann es auch hier heiß werden, weshalb ein früher Start empfehlenswert ist. Für die hochalpinen Gletschertouren solltest du unbedingt die aktuellen Verhältnisse prüfen, da in Schattenlagen bis in den Frühsommer Altschnee liegen kann.

Wie komme ich am besten ins Valmalenco?

Das Valmalenco liegt nördlich der Stadt Sondrio im Veltlin und ist am bequemsten mit dem Auto erreichbar. Von Sondrio aus führt eine gut ausgebaute Straße hinauf nach Chiesa in Valmalenco, dem Hauptort des Tals.

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, erreicht Sondrio per Bahn und steigt dort in einen der regelmäßig verkehrenden Busse ins Tal um. Aus Deutschland und Österreich ist die Anreise über den Schweizer Julier- oder Malojapass in Richtung Chiavenna beziehungsweise über die Bahnverbindung nach Tirano ebenfalls möglich. Innerhalb des Tals verkehren im Sommer Busse zu den wichtigsten Ausgangspunkten, sodass du auch ohne eigenes Auto viele Touren erreichen kannst.

Brauche ich eine spezielle Ausrüstung?

Für die meisten Wanderungen im Valmalenco reicht die übliche Bergwanderausrüstung völlig aus. Feste, knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil sind Pflicht, da die Wege teilweise über den charakteristischen Serpentinit-Fels führen, der bei Nässe rutschig sein kann.

Nimm außerdem wetterfeste Kleidung im Zwiebelprinzip mit, denn das Bergwetter kann schnell umschlagen. Sonnenschutz, ausreichend Wasser, ein Snack und eine kleine Erste-Hilfe-Ausrüstung gehören ebenfalls in den Rucksack. Für die hochalpinen Touren zu den Gletschern empfehlen sich Teleskopstöcke und je nach Verhältnissen zusätzliche Ausrüstung. Wer den Alta Via mehrtägig gehen möchte, sollte einen leichten Hüttenschlafsack und Wechselkleidung einpacken.

Wie anspruchsvoll ist der Alta Via della Valmalenco?

Der Alta Via della Valmalenco ist ein anspruchsvoller Höhenweg, der rund um das gesamte Tal führt und in mehreren Tagesetappen begangen wird. Er verlangt eine gute Grundkondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, da einige Passagen über felsiges und ausgesetztes Gelände führen.

Insgesamt umfasst die Route rund hundert Kilometer und über sechstausend Höhenmeter im Aufstieg, verteilt auf sieben oder mehr Etappen. Übernachtet wird in den bewirtschafteten Hütten entlang des Weges, die du vorab reservieren solltest. Wer nicht die gesamte Runde gehen möchte, kann auch einzelne besonders schöne Etappen als Tagestouren herausgreifen. Für unerfahrene Bergwanderer ist die komplette Durchquerung eher nicht zu empfehlen.

Gibt es bewirtschaftete Hütten im Tal?

Ja, das Valmalenco verfügt über ein dichtes und gut gepflegtes Netz an bewirtschafteten Berghütten. Zu den bekanntesten zählen die Rifugio Marinelli-Bombardieri, die Rifugio Bosio-Galli, die Rifugio Longoni und die Rifugio Bignami.

Diese Hütten bieten in der Sommersaison warme Mahlzeiten, Getränke und Übernachtungsmöglichkeiten. Sie sind wichtige Stützpunkte für Tagestouren und für die Etappen des Alta Via. In der Hochsaison empfiehlt es sich dringend, Übernachtungen vorab zu reservieren, da die Hütten sehr beliebt sind. Auf der Karte findest du hier oft die besten regionalen Spezialitäten, allen voran die legendären Pizzoccheri und Sciatt, die nach einer Wanderung besonders gut schmecken.

Kann ich im Valmalenco auch mehrtägig wandern?

Auf jeden Fall, das Valmalenco ist geradezu prädestiniert für mehrtägige Wanderungen. Der Alta Via della Valmalenco ist die bekannteste Mehrtagesroute und führt dich in mehreren Etappen einmal rund um das Tal, mit Übernachtungen in den urigen Berghütten.

Alternativ kannst du dir auch eine individuelle Hüttentour zusammenstellen und mehrere der schönsten Hütten miteinander verbinden. Der große Vorteil einer Mehrtagestour ist, dass du tief in den Rhythmus der Berge eintauchst und Sonnenauf- und untergänge in den Bergen erlebst, die Tagesgästen verborgen bleiben. Achte auf eine gute Vorbereitung, reserviere die Hütten rechtzeitig und packe leicht, denn jedes Gramm zählt bei mehreren Tagen unterwegs.

Sind die Wanderwege gut markiert?

Die Wege im Valmalenco sind durchweg gut markiert und beschildert. Du folgst den typischen rot-weißen Markierungen des italienischen Alpenvereins CAI, die an Felsen, Bäumen und Wegweisern angebracht sind und die Orientierung sehr erleichtern.

An wichtigen Wegkreuzungen findest du Schilder mit Zielangaben und geschätzten Gehzeiten. Dennoch solltest du niemals ganz ohne Karte oder Wander-App unterwegs sein, besonders im hochalpinen Gelände, wo Nebel schnell aufziehen kann. Eine gute topografische Karte der Region und ein geladenes Handy mit Offline-Karten geben dir zusätzliche Sicherheit. Insgesamt ist die Wegweisung im Tal aber vorbildlich und macht das Wandern angenehm unkompliziert.

Was sollte ich kulinarisch unbedingt probieren?

Ein Wanderurlaub im Valmalenco ohne kulinarische Entdeckungen wäre eine echte Verschwendung. Das absolute Muss sind die Pizzoccheri, breite Buchweizennudeln mit Wirsing, Kartoffeln und geschmolzenem Bitto-Käse, die es in fast jeder Hütte und Trattoria gibt.

Ebenfalls typisch sind die Sciatt, frittierte Buchweizenküchlein mit Käsekern, sowie der luftgetrocknete Bresaola-Schinken und der würzige Bitto-Käse. Dazu passt ein Glas Veltliner Rotwein aus den steilen Weinbergen im Haupttal. Wer es süß mag, sollte die lokalen Kuchen und die Bisciola probieren, ein Früchtebrot der Region. Diese deftige und ehrliche Bergküche ist die perfekte Belohnung nach einem anstrengenden Wandertag.

Gibt es geführte Wanderungen im Valmalenco?

Ja, im Valmalenco werden verschiedene geführte Wanderungen und Bergtouren angeboten, insbesondere in der Hauptsaison. Örtliche Bergführer bieten Touren zu den Gletschern, hochalpine Unternehmungen und thematische Wanderungen an, etwa zur Botanik oder zur Geologie des besonderen Serpentinit-Gesteins.

Eine geführte Tour ist besonders für die anspruchsvollen Gletscherziele empfehlenswert, da du hier vom Wissen und der Erfahrung der Führer profitierst und sicher unterwegs bist. Auch für Neulinge in der Region kann eine Führung ein guter Einstieg sein, um das Tal und seine schönsten Ecken kennenzulernen. Informationen zu aktuellen Angeboten erhältst du bei den Tourismusbüros vor Ort oder direkt bei den örtlichen Bergführervereinigungen.

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