Wildes Alpental mit Fluss
Valle Maggia: Wo das Tessin nach wildem Wasser und warmem Stein duftet
Wandern im Valle Maggia
Türkisgrünes Wasser, das über glatt geschliffene Granitplatten tost, dazwischen Dörfer aus grauem Stein, die aussehen, als hätten die Berge sie selbst gebaut: Das Valle Maggia trägt sein raues Herz offen zur Schau. Wer hier ins Tal fährt, spürt schnell, dass dieses Stück Tessin nicht auf Hochglanz getrimmt ist, sondern auf ehrliche, ursprüngliche Schönheit setzt.
Von Locarno aus zieht sich das Tal weit ins Bergland hinein, verzweigt sich in Seitentäler wie das Val Bavona und das Val Lavizzara und gewinnt mit jedem Kilometer an Wildheit. Die Maggia, jener eigenwillige Fluss, der dem Tal seinen Namen gibt, prägt hier alles: Er hat gewaltige Felsplatten freigelegt, tiefe Gumpen ausgewaschen und Badestellen geschaffen, an denen sich im Sommer Einheimische und Wanderer gleichermaßen abkühlen.
Charakteristisch sind die Rustici, die typischen Steinhäuser mit ihren schweren Steinplattendächern. In Dörfern wie Foroglio, Bosco Gurin oder Sonogno wirkt die Zeit angenehm entschleunigt. Hier riecht es nach Holzfeuer, nach Kastanien im Herbst und nach dem würzigen Alpkäse, den die Bauern noch immer auf den Höhen produzieren.
Für Wandernde ist das Valle Maggia ein Paradies mit Charakter. Die Wege führen entlang alter Saumpfade, über Steinbrücken, die aussehen wie aus einem Märchen, und hinauf zu Bergseen, die in einem Blau leuchten, das man kaum glauben mag. Ob gemütliche Talwanderung oder schweißtreibender Aufstieg zu einer Alp: Das Tal belohnt jeden Schritt mit Aussichten, Stille und dem beständigen Rauschen des Wassers. Es ist ein Ort für alle, die das Tessin abseits der Postkartenidylle erleben wollen, dort, wo Granit, Kastanienwälder und tosende Bäche die Regie führen.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
200 bis über 3000 m (Basòdino)
Geländecharakter
Saumpfade, Granit, Bergwege
Infrastruktur
Postauto, Grotti, Rustici
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober
Highlights im Valle Maggia: Wasserfälle, Steindörfer und Bergseen
Der Wasserfall von Foroglio
Wenn du im Val Bavona um die letzte Kurve vor Foroglio biegst, wirst du unweigerlich stehen bleiben. Der Wasserfall der Cascata di Foroglio stürzt gut 80 Meter beinahe senkrecht ins Tal und erfüllt die Luft mit feinem Sprühnebel. Dahinter duckt sich das gleichnamige Steindörfchen, dessen graue Rustici sich fast unsichtbar an die Felsen schmiegen.
Das Beste daran: Du kannst dem Naturschauspiel ganz nah kommen. Ein kurzer, gut markierter Weg führt hinauf zum Fuß des Wasserfalls, wo die Gischt dich an heißen Tagen angenehm abkühlt. Im Dorf selbst lohnt sich eine Einkehr im traditionellen Grotto, wo Polenta und Zincarlin serviert werden. Wusstest du schon? Das Val Bavona gilt als eines der niederschlagsreichsten Täler der Schweiz, was die vielen Wasserfälle erklärt.
Die Steindörfer und ihre Rustici
Kaum irgendwo sonst im Tessin ist die traditionelle Bauweise so gut erhalten wie im Valle Maggia. Die Rustici mit ihren Dächern aus schweren Steinplatten, den sogenannten Piode, sind mehr als nur hübsche Fotomotive: Sie erzählen von einem harten Leben in einem kargen Bergtal, in dem jede Ressource genutzt wurde.
Besonders eindrucksvoll ist Bosco Gurin, das höchstgelegene Dorf des Tessins auf rund 1500 Metern und zugleich die einzige deutschsprachige Walsersiedlung des Kantons. Hier wird noch ein alter Walserdialekt gepflegt. Auch Sonogno ganz hinten im Val Verzasca oder Cevio mit seinen historischen Palazzi lohnen einen ausgiebigen Bummel durch die engen Gassen.
Kulinarik zwischen Kastanie und Käse
Das Valle Maggia schmeckt nach Bergen. Die Kastanie ist hier König: Im Herbst finden Kastanienfeste statt, es gibt Kastanienbrot, Kastanienhonig und über dem Feuer geröstete Maroni. Dazu kommen die Alpkäse, die auf den Höhen noch traditionell hergestellt werden und in den Grotti als Herzstück der Käseplatte serviert werden.
Ein Grotto ist übrigens weit mehr als ein Restaurant: Es ist eine Tessiner Institution. Ursprünglich als kühle Vorratskeller in den Fels gebaut, sind sie heute urige Gasthäuser mit Granittischen unter Bäumen. Hier bestellst du einen Merlot aus dem Sottoceneri, Polenta mit Braten und lässt dir ganz gemütlich den Nachmittag verstreichen.
Geheimtipp: Die Bergseen des Hinterlandes
Wer bereit ist, ordentlich Höhenmeter zu machen, wird mit einigen der schönsten Bergseen des Tessins belohnt. Der Lago di Naret und die Seen rund um das Val Sambuco liegen in einer hochalpinen Kulisse, die eher an Skandinavien als an das mediterrane Tessin erinnert.
Ein echter Geheimtipp ist die Wanderung zur Alpe Masnee oder zu den kleinen Seen oberhalb von Robiei. Dort oben, weit weg vom Trubel des Tals, hörst du nur noch den Wind und das Läuten der Kuhglocken. Nimm dir Zeit, setz dich ans Ufer und genieße die absolute Stille, die man im Alltag so selten findet.
Warum Wandern im Valle Maggia ein Erlebnis für die Sinne ist
Wandern zwischen Granit und Wasser
Das Valle Maggia ist ein Wandergebiet mit ausgeprägtem Charakter. Anders als in sanften Voralpenlandschaften begegnet dir hier eine wilde, fast archaische Natur: freigelegte Granitplatten so groß wie Häuser, tosende Bäche und schmale Saumpfade, die über die Jahrhunderte in den Fels geschlagen wurden. Wer hier wandert, spürt die Geschichte unter den Sohlen.
Der ständige Begleiter ist das Wasser. Ob als tosender Wasserfall, als türkisfarbene Gumpe oder als stiller Bergsee, das Element prägt jede Tour. An heißen Sommertagen wird jede Wanderung so ganz nebenbei zum Badeausflug, denn kaum ein Weg führt nicht an einer verlockenden Badestelle vorbei.
Vielfalt für alle Ansprüche
Das Schöne am Valle Maggia ist die enorme Bandbreite. Familien mit Kindern finden gemütliche Talwege entlang der Maggia, die kaum Steigung haben und immer wieder zum Planschen einladen. Der berühmte Sentiero della Valle Maggia verbindet Dörfer und Sehenswürdigkeiten auf angenehmen Etappen.
Ambitionierte Bergwanderer dagegen kommen in den Seitentälern auf ihre Kosten. Steile Aufstiege zu Alpen, hochalpine Seenwanderungen und anspruchsvolle Gratwege verlangen Kondition und Trittsicherheit, belohnen aber mit grandiosen Fernblicken bis zu den Walliser Viertausendern. Zwischen diesen Extremen liegt eine breite Palette mittelschwerer Touren.
Aussichten und Naturerlebnisse
Zu den lohnendsten Aussichtspunkten gehören die Höhenwege oberhalb von Bosco Gurin und die Panoramen entlang des Aufstiegs zum Robiei-Gebiet, wo Stauseen und Gletscherreste eine hochalpine Kulisse bilden. Von den Höhen des Val Lavizzara reicht der Blick über ein Meer aus grünen Bergrücken.
Naturliebhaber begegnen unterwegs Gämsen, Steinböcken und mit etwas Glück auch dem Steinadler, der über den Felswänden kreist. Die Kastanienwälder in den tieferen Lagen sind besonders im Herbst ein Fest für die Sinne, wenn sich das Laub golden färbt und die Maroni am Boden liegen.
Wegequalität und Orientierung
Die Wanderwege im Valle Maggia sind hervorragend markiert. Die typischen gelben Wegweiser und die weiss-rot-weissen Markierungen der Bergwege leiten dich zuverlässig durchs Gelände. Die offiziellen Zeitangaben sind realistisch, oft sogar sportlich gerechnet.
Ein Wort zur Vorsicht: In den wilden Seitentälern ist das Gelände häufig steinig, rutschig und ausgesetzt. Nach Regen können die Granitplatten spiegelglatt werden. Gutes Schuhwerk ist Pflicht, und bei den hochalpinen Touren solltest du unbedingt die Wetterentwicklung im Auge behalten, da Gewitter im Sommer schnell aufziehen können.
Übernachten im Maggiatal: Von Grotti bis Rustico
Die schönsten Wanderungen im Valle Maggia
Wasserfallwanderung nach Foroglio im Val Bavona
Diese Tour startet in der Regel in Bignasco, wo Maggia und Bavona zusammenfließen, und führt dich hinein ins wilde Val Bavona bis zum Weiler Foroglio. Der Weg folgt weitgehend dem Talboden und passiert typische Bavona-Weiler wie Cavergno und Sabbione, die mit ihren Steinhäusern und den auf Felsen angelegten Gärten faszinieren.
Das unbestrittene Highlight ist der über 80 Meter hohe Wasserfall von Foroglio, der schon von Weitem zu hören ist. Ein kurzer Abstecher bringt dich direkt an seinen Fuß, wo dich der Sprühnebel erfrischt. Im Dorf selbst lädt das Grotto Froda zur Einkehr mit Polenta und Käse.
Die Wanderung ist technisch einfach und auch für Familien geeignet, verlangt aber etwas Ausdauer. Wer möchte, kann Teile der Strecke mit dem Postauto abkürzen, das durch das Val Bavona verkehrt. Ideal für alle, die Natur, Kultur und Kulinarik verbinden möchten.
Sentiero della Valle Maggia: Maggia nach Ponte Brolla
Der Sentiero della Valle Maggia ist der klassische Talweitwanderweg, und die untere Etappe von Maggia hinunter nach Ponte Brolla gehört zu den beliebtesten. Der Weg begleitet den gleichnamigen Fluss durch Kastanienwälder und vorbei an den berühmten Granitplatten, die die Maggia über Jahrtausende freigelegt hat.
Unterwegs kommst du an zahlreichen Badestellen und türkisfarbenen Gumpen vorbei, die im Sommer zur Erfrischung einladen. Bei Ponte Brolla verengt sich das Tal zu einer spektakulären Felsenschlucht, den Orridi di Ponte Brolla, wo mutige Einheimische von den Felsen ins Wasser springen.
Diese Etappe ist gut markiert, wenig anstrengend und dank der Postauto-Anbindung flexibel planbar. Sie eignet sich hervorragend für einen entspannten Wandertag mit Badepause und einem abschließenden Espresso in einem der Dorfcafés.
Rundwanderung Bosco Gurin und die Walserwege
Bosco Gurin, das höchstgelegene Dorf des Tessins, ist Ausgangspunkt für eine der kulturell spannendsten Wanderungen des Tals. Von dem malerischen Walserdorf auf rund 1500 Metern führen mehrere Rundwege in die umliegende Bergwelt, etwa in Richtung Grossalp oder zu den Aussichtsbalkonen oberhalb des Ortes.
Die Landschaft hier oben unterscheidet sich deutlich vom Rest des Tessins: weite Alpweiden, dunkle Lärchenwälder und die typischen Walser-Blockhäuser prägen das Bild. Im Dorf selbst lohnt sich ein Besuch des Walsermuseums Walserhaus, das die Geschichte der deutschsprachigen Siedler erzählt.
Die Touren rund um Bosco Gurin sind mittelschwer und verlangen Kondition für die Höhenmeter. Belohnt wirst du mit Panoramablicken über das Rovana-Tal und einer Stimmung, die eher an die Walliser Alpen als an das mediterrane Tessin erinnert.
Robiei und die Hochgebirgsseen des Val Bavona
Diese hochalpine Tour beginnt an der Talstation der Seilbahn in San Carlo, ganz hinten im Val Bavona. Die spektakuläre Seilbahn bringt dich hinauf ins Robiei-Gebiet auf über 1900 Meter, ein Reich aus Stauseen, Granit und Gletscherresten.
Oben angekommen, kannst du auf gut markierten Wegen die Umgebung erkunden. Ein beliebter Weg führt entlang des Lago di Robiei zu weiteren Bergseen wie dem Lago Bianco und dem Lago del Zött. Die Kulisse aus schroffen Gipfeln und tiefblauem Wasser ist überwältigend.
Die Wanderung ist anspruchsvoller und setzt Trittsicherheit sowie hochalpine Wetterfestigkeit voraus. Für die Rückkehr kannst du die Seilbahn nutzen oder, sportlich ambitioniert, ins Tal absteigen. Diese Tour ist ideal für erfahrene Bergwanderer, die das raue Hochgebirge des Tessins suchen.
Von Sonogno durch das hintere Val Verzasca
Auch wenn das Val Verzasca ein eigenes Tal ist, wird es oft im gleichen Atemzug mit dem Valle Maggia genannt und bietet eine der schönsten Talwanderungen der Region. Startpunkt ist das autofreie Steindorf Sonogno ganz am Ende des Tals mit seinen engen Gassen und dem Wollmuseum.
Von Sonogno kannst du ins Val Redorta hineinwandern oder dem Talweg flussabwärts folgen. Der Weg begleitet die smaragdgrüne Verzasca, die für ihr unglaublich klares Wasser berühmt ist, und passiert kleine Steinbrücken und Badestellen.
Das absolute Postkartenmotiv ist die doppelbogige Ponte dei Salti bei Lavertezzo weiter unten im Tal, die römisch anmutende Bogenbrücke über türkisfarbenem Wasser. Die Wanderung ist gut machbar und lässt sich durch das Postauto flexibel gestalten, sodass für jede Kondition eine passende Länge dabei ist.
Aufstieg zur Alpe von Cevio und den Kastanienpfaden
Cevio, der historische Hauptort des Valle Maggia, ist Ausgangspunkt für eine abwechslungsreiche Wanderung, die Kulturgeschichte und Natur verbindet. Der Ort selbst besticht mit prächtigen Palazzi und den berühmten Grotti, die in den Bergsturzblöcken angelegt sind.
Von Cevio führen markierte Wege hinauf durch dichte Kastanienwälder zu höher gelegenen Weilern und Alpen. Im Herbst ist dieser Weg ein Erlebnis, wenn die Kastanien reifen und sich das Laub golden verfärbt. Immer wieder öffnen sich Ausblicke auf das Haupttal und die umliegenden Berge.
Die Tour ist mittelschwer, mit stetigem Aufstieg auf teils steinigen Pfaden. Sie eignet sich für Wanderer, die neben der Bewegung auch die Geschichte und Kultur des Tals kennenlernen möchten, und lässt sich mit einem Besuch im Museo di Valmaggia in Cevio perfekt abrunden.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Valle Maggia?
Die ideale Wanderzeit im Valle Maggia reicht von Mai bis Oktober. Im Frühling erwacht das Tal mit blühenden Wiesen und noch vollen Bächen zum Leben, was besonders die Wasserfälle beeindruckend macht. Die tieferen Talwege sind dann schon gut begehbar.
Der Hochsommer eignet sich hervorragend für die höher gelegenen Touren und zum Baden in den Gumpen, kann im Talboden aber sehr heiß werden. Der Herbst ist für viele die schönste Zeit: Die Kastanienwälder färben sich golden, die Luft ist klar und die Temperaturen angenehm. Für die hochalpinen Seentouren im Robiei-Gebiet solltest du am besten Juli bis September wählen, wenn der Schnee sicher weg ist.
Ist das Valle Maggia für Familien mit Kindern geeignet?
Absolut, das Valle Maggia ist ein wunderbares Wanderziel für Familien. Die Talwege entlang der Maggia und der Verzasca sind flach, gut markiert und führen immer wieder an Badestellen vorbei, was für Kinder ein riesiger Anreiz ist. So wird aus jeder Wanderung ganz nebenbei ein Badeausflug.
Besonders empfehlenswert sind die Etappen des Sentiero della Valle Maggia sowie kürzere Ausflüge im Val Bavona zum Wasserfall von Foroglio. Für die schwierigeren Bergwanderungen in den Seitentälern solltest du hingegen das Alter und die Kondition deiner Kinder gut einschätzen. Achte immer auf feste Schuhe und genügend Wasser, denn im Sommer wird es im Tal heiß.
Kann ich mit dem Hund im Valle Maggia wandern?
Ja, das Valle Maggia ist grundsätzlich sehr hundefreundlich, und die vielen Bäche bieten deinem Vierbeiner willkommene Abkühlung. Auf den meisten Wanderwegen sind Hunde erlaubt, sollten aber in der Nähe von Weidevieh unbedingt an die Leine, da im Tal Alpwirtschaft betrieben wird.
Beachte, dass die Granitplatten am Fluss bei Nässe sehr rutschig werden können und die Strömung der Maggia nach Regenfällen gefährlich stark ist. Halte deinen Hund an solchen Stellen im Auge. In der heißen Jahreszeit empfiehlt sich das Wandern in den Morgenstunden oder in den höheren Lagen, um Überhitzung zu vermeiden. Wasser für den Hund solltest du immer dabei haben.
Wie komme ich ohne Auto ins Valle Maggia?
Das Valle Maggia ist erfreulich gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen. Von Locarno aus verkehren regelmäßig Postautos, die das gesamte Haupttal bis nach Bignasco bedienen und von dort weiter in die Seitentäler wie das Val Bavona und das Val Lavizzara fahren.
Für Wanderer ist das ein großer Vorteil, da sich Touren so bequem als Streckenwanderungen planen lassen: Du wanderst in eine Richtung und fährst mit dem Bus zurück. Die Fahrpläne sind gut getaktet, in der Nebensaison solltest du sie aber vorher prüfen. Locarno selbst erreichst du per Zug über Bellinzona bequem aus der ganzen Schweiz. Ein Ticketverbund oder Tageskarten machen die Anreise günstig.
Wie schwierig sind die Wanderungen im Valle Maggia?
Die Bandbreite ist groß. Im Talboden findest du einfache Wege ohne nennenswerte Steigung, die auch für Gelegenheitswanderer und Familien problemlos machbar sind. Diese sind meist als gelbe Wanderwege markiert.
Sobald du in die Seitentäler oder in die Höhe aufsteigst, wird es anspruchsvoller. Die weiss-rot-weiss markierten Bergwege verlangen Trittsicherheit und Kondition, da das Gelände oft steinig, steil und teilweise ausgesetzt ist. Hochalpine Touren wie im Robiei-Gebiet setzen zudem Erfahrung und gute Ausrüstung voraus. Grundsätzlich gilt: Für jede Kondition ist etwas dabei, du solltest die Tour aber ehrlich nach deinem Können auswählen und die Wetterbedingungen berücksichtigen.
Darf man in der Maggia baden?
Baden in der Maggia gehört zum Wandererlebnis im Tal einfach dazu, und an heißen Tagen ist die Versuchung groß. Das klare, türkisfarbene Wasser und die vielen Gumpen laden geradezu ein. Es gibt zahlreiche beliebte Badestellen, etwa rund um Ponte Brolla oder entlang des Talwegs.
Allerdings ist Vorsicht geboten: Das Wasser ist auch im Hochsommer sehr kalt, und der Fluss kann nach Regenfällen oder Gewittern im Hinterland extrem schnell anschwellen. Die glatten Granitplatten sind zudem tückisch rutschig. Springe niemals in unbekannte Gumpen und beobachte die Wetterentwicklung. Wer diese Regeln beachtet, erlebt eine der schönsten natürlichen Erfrischungen der Alpen.
Welche Ausrüstung brauche ich für Wanderungen im Valle Maggia?
Für die einfachen Talwanderungen reichen bequeme Wanderschuhe, ausreichend Wasser, Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung, denn im Tal wird es im Sommer heiß. Badesachen solltest du unbedingt einpacken, da die Gelegenheit zum Abkühlen kaum zu widerstehen ist.
Für die Bergtouren in den Seitentälern brauchst du festes, knöchelhohes Schuhwerk mit gutem Profil, da die Granitplatten und steinigen Pfade rutschig sein können. Regen- und Windschutz gehören ebenfalls in den Rucksack, denn das Wetter kann in den Bergen schnell umschlagen. Für hochalpine Touren empfehlen sich zusätzlich Wanderstöcke, warme Kleidung und eine gute Wanderkarte oder App, da im Hinterland das Handynetz lückenhaft sein kann.
Gibt es unterwegs Einkehrmöglichkeiten?
Ja, im Haupttal und in den größeren Dörfern findest du zahlreiche Grotti und Restaurants, in denen du typische Tessiner Küche genießen kannst. Ein Grotto ist ein traditionelles Gasthaus, oft mit Granittischen im Freien, wo du Polenta, Alpkäse, Salami und einen guten Merlot bekommst.
In den entlegeneren Seitentälern und auf den Höhen wird das Angebot dünner. In Weilern wie Foroglio oder in Bosco Gurin gibt es Einkehrmöglichkeiten, doch auf hochalpinen Touren solltest du dich selbst mit Proviant versorgen. Beachte auch, dass viele Grotti außerhalb der Hauptsaison geschlossen haben oder nur eingeschränkte Öffnungszeiten haben. Eine kurze Vorabrecherche lohnt sich, damit die Einkehr am Ende der Wanderung nicht ins Wasser fällt.
Was macht das Val Bavona so besonders?
Das Val Bavona ist ein Seitental des Valle Maggia und gilt als eines der wildesten und ursprünglichsten Täler der Schweiz. Es ist bekannt für seine riesigen Felsblöcke, unter denen die Bewohner einst ihre Ställe und sogar Gärten anlegten, sowie für die vielen Wasserfälle.
Eine Besonderheit: Das Tal hatte lange keinen Stromanschluss, und einige Weiler werden bis heute noch traditionell bewirtschaftet. Der berühmte Wasserfall von Foroglio ist das Wahrzeichen. Am Ende des Tals in San Carlo startet die Seilbahn ins hochalpine Robiei-Gebiet mit seinen Bergseen. Das Val Bavona ist ein Muss für alle, die das raue, echte Gesicht des Tessins erleben wollen.
Wie lange dauern die Wanderungen typischerweise?
Das hängt ganz von der gewählten Tour ab. Kurze Ausflüge wie zum Wasserfall von Foroglio oder eine gemütliche Talwanderung lassen sich in ein bis drei Stunden erledigen und eignen sich gut für einen halben Tag mit Badepause.
Ganztagestouren, etwa die Rundwanderungen bei Bosco Gurin oder die Seentouren im Robiei-Gebiet, nehmen dagegen fünf bis sieben Stunden in Anspruch, je nach Kondition und Pausen. Der Sentiero della Valle Maggia kann sogar über mehrere Tage in Etappen begangen werden. Dank der guten Postauto-Anbindung kannst du die Länge flexibel anpassen und Touren jederzeit abkürzen oder verlängern. Plane für die Bergtouren immer etwas Zeitpuffer für die Rückfahrt ein.
Sind die Wanderwege gut markiert?
Die Wanderwege im Valle Maggia sind vorbildlich beschildert. Du folgst den typischen gelben Wegweisern für einfache Wanderwege und den weiss-rot-weissen Markierungen für die anspruchsvolleren Bergwege. Die Angaben zu Zielen und Gehzeiten sind zuverlässig und realistisch.
Trotz der guten Markierung empfiehlt sich für die hochalpinen Touren in den Seitentälern eine Wanderkarte oder eine Navigations-App, da bei Nebel oder in weitläufigem Gelände die Orientierung schwieriger werden kann. Das Mobilfunknetz ist im Hinterland nicht überall verfügbar, daher solltest du die Route bei Bedarf offline verfügbar haben. Insgesamt kannst du dich aber sehr gut auf die schweizerische Wanderweg-Infrastruktur verlassen.
Wo kann ich im Valle Maggia übernachten?
Das Valle Maggia bietet eine charmante Auswahl an Unterkünften, die den Charakter des Tals widerspiegeln. Besonders beliebt sind die zu Ferienhäusern umgebauten Rustici, die klassischen Steinhäuser, in denen du das ursprüngliche Tessiner Lebensgefühl erlebst. Sie sind ideal für alle, die Ruhe und Authentizität suchen.
Daneben gibt es familiengeführte Hotels, gemütliche Pensionen und Berggasthäuser in den größeren Dörfern wie Maggia, Cevio oder Bosco Gurin. Wer gern naturnah nächtigt, findet auch Campingplätze im Tal. In der Hauptsaison von Juli bis Oktober solltest du frühzeitig buchen, da vor allem die Rustici und die charmanten kleineren Häuser schnell ausgebucht sind. Locarno am Talausgang bietet zudem eine breite Palette an klassischen Hotels.