Flache Ostseeinsel mit Hügeln
Wandern auf Usedom: Zwischen Ostseebrandung, Bernsteinwäldern und kaiserlicher Bäderkultur
Wandern auf Usedom: Meer & Wald
Es gibt diesen Moment auf Usedom, den du nie wieder vergisst: Die Sonne taucht morgens als glühende Scheibe aus dem Meer auf, während du barfuß über den feinen Sand stapfst und der Wind dir den Geruch von Salz, Kiefern und Freiheit um die Nase weht. Usedom, die Sonneninsel ganz im Nordosten Deutschlands, ist nicht nur ein Badeparadies, sondern auch ein überraschend vielseitiges Wanderrevier, das weit mehr zu bieten hat als Strandkörbe und Promenaden.
Was Usedom so besonders macht, ist die Mischung aus allem, was das Wanderherz begehrt. Im Norden findest du die mondänen Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin mit ihrer eleganten Bäderarchitektur und der längsten Strandpromenade Europas. Im Hinterland warten stille Buchenwälder, schilfgesäumte Boddengewässer und sanfte Hügel, die in der eiszeitlich geformten Landschaft liegen wie hingestreichelt. Dazwischen liegen verträumte Fischerdörfer, in denen die Zeit ein wenig langsamer tickt.
Die Insel ist von einem dichten Netz gut ausgeschilderter Wege durchzogen, das dich vom rauschenden Ostseestrand bis ins ruhige Achterland führt. Du wanderst durch lichte Kiefernwälder, in denen der Boden mit Moos und Heidekraut gepolstert ist, vorbei an Seen wie dem Schmollensee oder dem Gothensee, und immer wieder eröffnet sich dir ein neuer Blick aufs Wasser. Mal ist es das offene Meer, mal die spiegelglatten Achterwasserflächen.
Usedom ist ideal für alle, die das Wandern ohne alpine Strapazen lieben. Die Wege sind überwiegend flach bis sanft hügelig, die Etappen frei kombinierbar, und überall gibt es gemütliche Einkehrmöglichkeiten mit fangfrischem Fisch. Ob Tagesausflügler, Familie oder ambitionierter Genusswanderer: Hier findet jeder seinen Weg. Pack die Wanderschuhe ein und entdecke eine Insel, die ihre schönsten Geheimnisse erst zu Fuß preisgibt.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
Bis 69 m (Golm)
Geländecharakter
Strand, Waldwege, Promenaden
Infrastruktur
Sehr gut, Bäderbahn und Busse
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober
Usedoms schönste Seiten: Natur, Kultur und Geheimtipps
Die Kaiserbäder: Eleganz am Meer
Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin werden nicht umsonst die Kaiserbäder genannt. Als zur Jahrhundertwende der europäische Hochadel hier seine Sommer verbrachte, entstand eine Architektur, die heute noch staunen lässt: weiße Villen mit verspielten Türmchen, kunstvoll verzierte Balkone und filigrane Holzschnitzereien, die wie Spitzendeckchen aus Stein wirken. Wenn du entlang der über zwölf Kilometer langen Strandpromenade wanderst, fühlst du dich beinahe in eine andere Zeit versetzt.
Das Wahrzeichen ist die Seebrücke Ahlbeck aus dem Jahr 1898 – die älteste erhaltene Seebrücke Deutschlands, deren vier grüne Türmchen weit übers Wasser ragen. Ein Spaziergang bis ans Ende der Brücke gehört einfach dazu, am besten zum Sonnenaufgang, wenn die ersten Strahlen das Holz golden färben. Heringsdorf wiederum punktet mit der längsten Seebrücke des europäischen Festlands.
Wilde Natur im Achterland
Abseits der Strände offenbart sich Usedoms ruhige Seite. Das sogenannte Achterland im Inselinneren ist geprägt von ausgedehnten Buchen- und Kiefernwäldern, sanften Hügeln und stillen Seen. Der Schmollensee und der Gothensee liegen eingebettet in dichtes Grün und sind Heimat zahlreicher Vögel. Wer Glück hat, sieht hier Seeadler ihre majestätischen Kreise ziehen.
Besonders das Naturschutzgebiet rund um den Mümmelkensee mit seinem schwimmenden Hochmoor ist ein faszinierender Ort. Über einen schmalen Bohlenweg gelangst du mitten ins Moor, wo Sonnentau und Wollgras gedeihen. Es ist eine andere Welt, geheimnisvoll und still, weit weg vom Trubel der Strandpromenaden.
Fischerdörfer und kulinarische Schätze
Im Süden der Insel liegen verträumte Orte wie Kamminke, Loddin oder das idyllische Fischerdorf Freest am Festland. Hier riecht es nach Räucherfisch, und in den kleinen Fischräuchereien bekommst du Heilbutt, Aal und Hering frisch aus dem Ofen. Setz dich mit einem Stück Räucherfisch und einem Brötchen ans Wasser und beobachte die Fischerboote – das ist Usedom pur.
Kulinarisch hat die Insel weit mehr zu bieten als nur Fisch. Probier den Sanddorn, der hier üppig wächst und zu Saft, Likör oder Marmelade verarbeitet wird. Die orangefarbenen Beeren stecken voller Vitamin C und gelten als die Zitrone des Nordens. Wusstest du schon? Usedom ist mit durchschnittlich knapp 1900 Sonnenstunden pro Jahr die sonnenreichste Region Deutschlands – daher auch der Beiname Sonneninsel.
Geheimtipp: Das Stettiner Haff
Während die meisten Besucher an der Nordküste bleiben, lohnt sich ein Abstecher in den stillen Südosten ans Stettiner Haff. Vom Aussichtspunkt am Golm, mit 69 Metern höchste Erhebung der Insel, hast du einen weiten Blick über das Wasser bis nach Polen. Der Golm ist zugleich ein Mahnmal und Friedhof, ein Ort der Stille und Besinnung, der zum Innehalten einlädt.
Hier, fernab der Touristenströme, findest du das ursprüngliche Usedom. Reetgedeckte Häuser, weite Felder und ein Himmel, der bis zum Horizont reicht. Genau diese unaufgeregte Schönheit macht die Insel so liebenswert.
Warum Usedom ein kleines Wanderparadies ist
Wandern zwischen zwei Wasserwelten
Das Besondere am Wandern auf Usedom ist die ständige Nähe zum Wasser – und zwar gleich zu zweierlei Sorten. Auf der einen Seite tost die offene Ostsee mit ihrer Brandung und den endlosen Sandstränden, auf der anderen liegen die ruhigen, fast meditativen Boddengewässer des Achterwassers. Auf vielen Touren überquerst du die schmale Insel und erlebst beide Welten an einem einzigen Tag.
Dieser Kontrast ist es, der das Wandererlebnis hier so abwechslungsreich macht. Mal salziger Seewind und das Kreischen der Möwen, mal die fast lautlose Stille eines schilfgesäumten Boddenufers, in dem sich das Abendlicht spiegelt. Du wechselst zwischen offenen Strandabschnitten und schattigen Waldwegen, ohne große Anstrengung.
Sanfte Wege für Genießer
Wer auf Usedom wandert, braucht keine alpine Kondition. Die Insel ist überwiegend flach, mit einigen sanften eiszeitlichen Hügeln, die für etwas Abwechslung sorgen. Die Wege sind hervorragend ausgeschildert und gut gepflegt – von festen Promenaden über weiche Waldpfade bis zu sandigen Strandabschnitten ist alles dabei.
Damit eignet sich die Insel perfekt für Genusswanderer, Familien mit Kindern und alle, die das Wandern als entspanntes Naturerlebnis verstehen. Du bestimmst das Tempo, kannst Etappen frei kombinieren und findest unterwegs immer wieder eine Bank, eine Strandbar oder eine Fischräucherei für eine wohlverdiente Pause.
Naturerlebnisse für alle Sinne
Die Vielfalt der Landschaft macht Usedom zu einem Eldorado für Naturfreunde. In den lichten Kiefernwäldern duftet es nach Harz, im Frühjahr leuchtet das frische Grün der Buchen, und im Herbst verfärben sich die Wälder in warmen Rottönen. An den Boddengewässern lassen sich mit etwas Geduld Seeadler, Kraniche und unzählige Wasservögel beobachten.
Besonders eindrücklich sind die Aussichtspunkte: Vom Golm im Süden bis zu den Steilküsten bei Bansin eröffnen sich immer wieder weite Panoramen. Wer früh aufsteht, wird mit einem der schönsten Schauspiele der Insel belohnt – dem Sonnenaufgang über dem Meer, der die ganze Küste in goldenes Licht taucht.
Für wen Usedom ideal ist
Usedom ist eine Insel für nahezu jeden Wandertyp. Familien profitieren von kurzen, kindgerechten Strecken und den vielen Bademöglichkeiten unterwegs. Paare genießen romantische Sonnenuntergangstouren entlang der Promenaden. Und wer es ambitionierter mag, verbindet mehrere Etappen zu längeren Tagestouren quer über die Insel.
Auch für Wanderer mit Hund ist die Insel ein Traum, denn es gibt zahlreiche Hundestrände und weitläufige Wälder zum Toben. Egal ob Frühling, Sommer oder der ruhige goldene Herbst – Usedom belohnt jeden Schritt mit neuen Eindrücken und einer Gelassenheit, die ansteckt.
Übernachten auf Usedom: Wohlfühlquartiere für Wanderer
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Die schönsten Wanderungen auf Usedom
Küstenwanderung von Bansin nach Ahlbeck
Diese klassische Tour entlang der Strandpromenade verbindet die drei Kaiserbäder Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck auf rund zwölf Kilometern. Du startest in Bansin, läufst direkt am Meer entlang und passierst die prächtigen Bädervillen mit ihrer weißen Holzschnitzerei-Architektur. Der Weg verläuft fast vollständig eben, wahlweise auf der Promenade oder direkt am Strand im Sand.
Highlights sind die drei historischen Seebrücken, allen voran die ehrwürdige Seebrücke Ahlbeck mit ihren vier grünen Türmchen. Unterwegs lädt die Seebrücke Heringsdorf, die längste des europäischen Festlands, zu einem Abstecher übers Wasser ein. Du kommst an unzähligen Strandkörben, Cafés und Eisdielen vorbei.
Diese Tour eignet sich hervorragend für Familien und Genusswanderer, die das mondäne Flair der Insel mit dem Rauschen der Ostsee verbinden möchten. In Ahlbeck angekommen, kannst du den Tag bei einem Räucherfischbrötchen am Strand ausklingen lassen und mit dem Bus oder der Usedomer Bäderbahn bequem zurückfahren.
Rundweg um den Schmollensee
Der etwa zehn Kilometer lange Rundweg um den idyllischen Schmollensee führt dich mitten hinein in das ruhige Achterland der Insel. Start- und Zielpunkt ist meist der Ort Sellin auf Usedom oder Neu Sallenthin. Der Weg verläuft über weiche Waldwege durch dichte Buchen- und Kiefernwälder, die immer wieder den Blick auf den glitzernden See freigeben.
Der Schmollensee gehört zu den saubersten Seen der Region und ist Heimat zahlreicher Wasservögel. Mit etwas Glück siehst du Seeadler über dem Wasser kreisen. Die Stille hier ist beeindruckend – nur das Rascheln der Blätter und Vogelgezwitscher begleiten dich.
Diese Tour ist ideal für Naturliebhaber und alle, die dem Trubel der Küste entfliehen möchten. Der Weg ist gut markiert und auch für ungeübte Wanderer machbar. Eine kleine Badestelle lädt im Sommer zum Erfrischen ein, und unterwegs gibt es schattige Rastplätze für eine Pause.
Zum Golm und ans Stettiner Haff
Diese rund acht Kilometer lange Tour führt dich in den stillen Südosten der Insel, weit weg von den Touristenströmen. Vom Ort Kamminke aus wanderst du hinauf zum Golm, mit 69 Metern die höchste Erhebung Usedoms. Der Aufstieg ist sanft und führt durch lichten Mischwald.
Vom Golm aus genießt du einen weiten Blick über das Stettiner Haff bis hinüber nach Polen. Der Ort ist zugleich eine Gedenkstätte und Kriegsgräberfriedhof, ein Platz der Stille und Besinnung, der zum Innehalten einlädt. Die besondere Atmosphäre macht diese Wanderung zu einem nachdenklichen, aber bereichernden Erlebnis.
Zurück geht es entlang des Haffufers durch das beschauliche Fischerdorf Kamminke, wo du in einer kleinen Räucherei frischen Fisch probieren kannst. Diese Tour richtet sich an Wanderer, die das ursprüngliche, unentdeckte Usedom suchen und Naturerlebnis mit einem Stück Geschichte verbinden möchten.
Mümmelkensee und Steilküste bei Bansin
Diese abwechslungsreiche Rundtour von etwa sieben Kilometern startet in Bansin und kombiniert Moorlandschaft mit beeindruckender Steilküste. Zunächst führt dich der Weg ins Inselinnere zum Mümmelkensee, einem geheimnisvollen schwimmenden Hochmoor. Über einen schmalen Bohlensteg gelangst du mitten hinein, wo Sonnentau, Wollgras und Seerosen gedeihen.
Anschließend wanderst du zurück Richtung Küste und folgst dem Steilküstenweg oberhalb des Meeres. Von hier oben hast du immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die Ostsee und den langen Sandstrand. Der Weg verläuft durch schattige Buchenwälder, die im Herbst in leuchtenden Farben erstrahlen.
Die Tour eignet sich für naturbegeisterte Wanderer, die Vielfalt suchen. Der Kontrast zwischen dem stillen Moor und der dynamischen Küste ist einzigartig. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert, da einige Passagen entlang der Steilküste etwas uneben sein können.
Inselquerung von Zinnowitz zum Achterwasser
Diese etwa elf Kilometer lange Tour zeigt dir die beiden Gesichter Usedoms an einem Tag. Du startest am Ostseestrand von Zinnowitz, einem charmanten Seebad mit hübscher Seebrücke und der berühmten Tauchgondel. Vom Meer aus führt der Weg quer durch die Insel über sanfte Waldwege und Felder hinüber zum ruhigen Achterwasser.
Das Achterwasser ist eine windgeschützte Lagune, die mit dem Peenestrom verbunden ist. Hier herrscht eine völlig andere Stimmung als an der rauen Ostseeküste: stilles, fast spiegelglattes Wasser, weite Schilfgürtel und ein Himmel, der sich endlos zu spannen scheint. Es ist ein Paradies für Vogelbeobachter und Ruhesuchende.
Unterwegs passierst du beschauliche Orte wie Krummin mit seinem hübschen Yachthafen. Diese Tour eignet sich für Wanderer, die den Kontrast zwischen Meer und Bodden hautnah erleben wollen. Zurück nach Zinnowitz gelangst du bequem mit der Usedomer Bäderbahn.
Waldwanderung rund um den Gothensee
Der Gothensee ist mit etwa 240 Hektar der größte See Usedoms und liegt malerisch zwischen Heringsdorf und Korswandt. Diese rund neun Kilometer lange Rundtour führt dich durch dichte Wälder und Schilfgürtel entlang des Ufers. Start ist meist in Korswandt, von wo aus der gut markierte Weg startet.
Der Gothensee ist ein wichtiges Vogelschutzgebiet und Rastplatz für zahlreiche Wasservögel. An mehreren Stellen gibt es Aussichtspunkte und Beobachtungsmöglichkeiten, von denen aus du mit etwas Geduld Kraniche, Reiher und sogar Seeadler entdecken kannst. Die Atmosphäre am Wasser ist herrlich entspannend.
Diese Tour ist ideal für Familien und gemütliche Wanderer, da der Weg überwiegend eben verläuft und gut begehbar ist. Im Sommer spenden die Wälder angenehmen Schatten. Wer mag, kombiniert die Wanderung mit einem anschließenden Bummel durch das nahe Heringsdorf und einer Stärkung in einem der gemütlichen Cafés.
Häufige Fragen
Ist Usedom zum Wandern mit Hund geeignet?
Ja, Usedom ist ein wahres Paradies für Wanderer mit Vierbeiner. Die Insel bietet zahlreiche Hundestrände, ausgedehnte Wälder und weite Wege, auf denen dein Hund nach Herzenslust schnüffeln und toben kann. Besonders das Achterland mit seinen ruhigen Waldwegen eignet sich hervorragend für Spaziergänge mit dem treuen Begleiter.
Beachte jedoch, dass an den Hauptstränden der Kaiserbäder während der Badesaison eine Leinenpflicht gilt und Hunde teilweise nicht erlaubt sind. Es gibt aber ausgewiesene Hundestrände, etwa in Ahlbeck oder Zinnowitz, wo dein Vierbeiner auch ins Wasser darf. Achte auf ausreichend Trinkwasser, besonders an warmen Sommertagen.
Eignet sich Usedom für Wanderungen mit Kindern?
Absolut. Usedom ist geradezu ideal für Familien mit Kindern. Die meisten Wege sind flach und gut begehbar, sodass auch kleine Wanderfüße nicht überfordert werden. Die Strecken lassen sich flexibel kürzen, und unterwegs gibt es überall Bademöglichkeiten, Spielplätze und Eisdielen, die für motivierende Pausen sorgen.
Besonders spannend für Kinder sind der Bohlenweg durch das Mümmelkensee-Moor, die Seebrücken mit ihren Tauchgondeln und natürlich die endlosen Sandstrände zum Buddeln. Kombiniere kurze Wanderetappen mit Strandbesuchen, dann wird der Wandertag für die ganze Familie zum Erlebnis und niemand quengelt unterwegs.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern auf Usedom?
Usedom lässt sich grundsätzlich das ganze Jahr über erwandern, jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz. Die beliebtesten Monate sind Mai bis September, wenn das Wetter mild und die Sonnenstunden zahlreich sind. Als sonnenreichste Region Deutschlands hast du hier besonders gute Chancen auf strahlendes Wanderwetter.
Wer es ruhiger mag, sollte den Frühling oder den goldenen Herbst wählen. Im September und Oktober verfärben sich die Wälder, die Strände sind leerer und das Licht ist besonders weich und stimmungsvoll. Auch der Winter hat seinen Charme, wenn der Wind über die menschenleeren Strände fegt und die Insel in ihrer ursprünglichen Stille daliegt.
Wie gut sind die Wanderwege ausgeschildert?
Die Wanderwege auf Usedom sind durchweg gut markiert und gepflegt. Ein dichtes Netz aus beschilderten Routen durchzieht die gesamte Insel, von den Küstenpromenaden bis ins ruhige Achterland. Die Markierungen folgen meist einem einheitlichen System, sodass du dich auch ohne Karte gut zurechtfindest.
Dennoch empfiehlt es sich, eine Wanderkarte oder eine Wander-App mitzunehmen, besonders wenn du längere Touren durch die Wälder planst. So kannst du Etappen flexibel kombinieren und behältst stets den Überblick. In den Tourismusbüros der Orte erhältst du außerdem kostenlose Karten und hilfreiche Tipps zu aktuellen Wegverhältnissen.
Brauche ich spezielle Wanderausrüstung?
Für die meisten Touren auf Usedom reicht eine leichte, bequeme Wanderausrüstung völlig aus. Da die Insel überwiegend flach ist, brauchst du keine schweren Bergstiefel. Feste Wanderschuhe oder gute Trekkingsandalen sind dennoch empfehlenswert, vor allem für sandige Strandabschnitte oder unebene Waldwege.
Wichtig sind außerdem Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung, denn auf der Sonneninsel kann es schnell heiß werden. Eine Regenjacke gehört ebenfalls ins Gepäck, da das Küstenwetter wechselhaft sein kann. Ausreichend Wasser, ein kleiner Snack und gegebenenfalls ein Fernglas für die Vogelbeobachtung runden deine Ausrüstung ab.
Wie komme ich auf Usedom von einem Ort zum anderen?
Usedom verfügt über ein hervorragendes öffentliches Verkehrsnetz, das das Wandern besonders bequem macht. Die Usedomer Bäderbahn verbindet die wichtigsten Orte der Insel und fährt regelmäßig entlang der Küste. So kannst du problemlos Streckenwanderungen planen und musst nicht den gleichen Weg zurücklaufen.
Ergänzend gibt es ein gut ausgebautes Busnetz, das auch die Orte im Inselinneren anbindet. Mit der Kurkarte sind viele Verbindungen sogar kostenlos oder vergünstigt nutzbar. Das macht Usedom zu einem idealen Ziel für Wanderer ohne Auto, die einfach an einem Ort starten und an einem anderen wieder einsteigen möchten.
Gibt es unterwegs genügend Einkehrmöglichkeiten?
Ja, gerade entlang der Küste und in den größeren Orten findest du eine Fülle an Einkehrmöglichkeiten. Von urigen Fischräuchereien über gemütliche Strandbars bis zu eleganten Restaurants in den Kaiserbädern ist für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas dabei. Probiere unbedingt den fangfrischen Räucherfisch.
Im ruhigeren Achterland und auf längeren Waldtouren sind die Einkehrmöglichkeiten naturgemäß spärlicher gesät. Hier empfiehlt es sich, einen kleinen Proviant und ausreichend Wasser mitzunehmen. In den Fischerdörfern gibt es aber fast immer eine kleine Räucherei oder ein Café, in dem du dich stärken kannst.
Kann man auf Usedom mehrtägige Wandertouren machen?
Ja, Usedom eignet sich hervorragend für mehrtägige Wandertouren. Da die Insel ein dichtes Netz an Wegen und gute Verkehrsanbindungen bietet, kannst du verschiedene Etappen zu einer abwechslungsreichen Mehrtagestour kombinieren. Beliebt ist etwa, die Küste mit dem Achterland und dem stillen Südosten zu verbinden.
Übernachten kannst du in den zahlreichen Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen, die über die ganze Insel verteilt sind. Plane deine Etappen so, dass du abends einen Ort mit Übernachtungsmöglichkeit erreichst. Da die Insel überschaubar ist, lassen sich die Tagesetappen gut bewältigen, ohne dass du unter Zeitdruck gerätst.
Wie anspruchsvoll sind die Wanderungen auf Usedom?
Die Wanderungen auf Usedom sind überwiegend leicht bis mittelschwer und damit für nahezu jeden geeignet. Die Insel ist flach bis sanft hügelig, ohne nennenswerte Steigungen. Die höchste Erhebung, der Golm, misst gerade einmal 69 Meter. Du brauchst also keine besondere Kondition oder alpine Erfahrung.
Anstrengender werden die Touren vor allem durch ihre Länge, weniger durch das Gelände. Wer mehrere Etappen kombiniert, sollte eine gewisse Grundfitness mitbringen. Insgesamt aber sind die Wege gut machbar und eignen sich sowohl für gemütliche Spaziergänger als auch für ambitionierte Genusswanderer, die längere Strecken zurücklegen möchten.
Lohnt sich das Wandern auch außerhalb der Saison?
Unbedingt. Außerhalb der Hauptsaison zeigt Usedom oft seine schönste Seite. Im Frühling und Herbst sind die Wege deutlich leerer, die Natur erwacht beziehungsweise erstrahlt in herbstlichen Farben, und die Stimmung ist besonders ursprünglich. Du hast die Strände und Wälder fast für dich allein.
Auch im Winter hat das Wandern auf Usedom seinen ganz eigenen Zauber. Die menschenleeren Strände, der Wind und das raue Meer vermitteln ein intensives Naturerlebnis. Viele Hotels und Restaurants haben auch in der Nebensaison geöffnet, und die Preise sind deutlich günstiger als im Hochsommer. Warme Kleidung ist dann allerdings Pflicht.
Gibt es geführte Wanderungen auf Usedom?
Ja, auf Usedom werden regelmäßig geführte Wanderungen angeboten, die sich besonders für Erstbesucher und alle lohnen, die mehr über die Insel erfahren möchten. Erfahrene Wanderführer und Naturkundler nehmen dich mit zu den schönsten Plätzen und erzählen Spannendes über die Geschichte, Flora und Fauna der Region.
Themenwanderungen, etwa zu den Vögeln im Achterland, zur Bäderarchitektur der Kaiserbäder oder zu den Mooren der Insel, bereichern das Angebot. Informationen und Anmeldung erhältst du in den örtlichen Tourismusbüros. Geführte Touren sind eine wunderbare Möglichkeit, versteckte Geheimtipps zu entdecken, die du allein vielleicht übersehen würdest.
Kann man Wandern und Baden gut kombinieren?
Auf Usedom lassen sich Wandern und Baden geradezu ideal verbinden. Da viele Wanderwege direkt an der Küste oder an Seen entlangführen, kannst du nach einer Etappe einfach ins Wasser springen und dich erfrischen. Pack also unbedingt die Badesachen ein, gerade in den Sommermonaten.
Neben der Ostsee mit ihren feinen Sandstränden laden auch der Schmollensee und andere Binnenseen zum Baden ein. So wird aus der Wanderung ein rundum erholsamer Tag. Diese Kombination aus Bewegung in der Natur und einem erfrischenden Bad macht Usedom zu einem besonders attraktiven Ziel für aktive Genießer und Familien.