Glasbläserstadt Lauscha im Schiefergebirge
Wandern • Thüringer Schiefergebirge

Wandern im Thüringer Schiefergebirge: Stille Höhen, dunkler Schiefer und endlose Wälder

Dunkler Schiefer, endlose Wälder und herrliche Stille – das Thüringer Schiefergebirge ist Wandern in seiner ehrlichsten Form.

Wandern im Thüringer Schiefergebirge

Es gibt Regionen, die brüllen einem ihre Schönheit förmlich entgegen – und dann gibt es das Thüringer Schiefergebirge. Hier ist alles eine Spur leiser, eine Spur ehrlicher, eine Spur ursprünglicher. Wer durch diese dunklen Wälder und über die sanft gewellten Höhenrücken wandert, spürt sofort: Das ist kein durchgestyltes Postkartenland, sondern echte, gewachsene Thüringer Natur mit Charakter.

Der Name verrät schon das Geheimnis dieser Landschaft. Über Jahrhunderte prägte der dunkle Schiefer das Leben der Menschen. Du findest ihn überall: in den schmucken Dächern der Dörfer, in alten Bruchhalden am Wegesrand und in den steilen Flanken der Täler, durch die sich klare Bäche schlängeln. Zwischen Saalfeld, Lehesten, Probstzella und dem Rennsteig im Norden erstreckt sich ein Mosaik aus tiefen Tälern, ausgedehnten Fichten- und Buchenwäldern und stillen Hochflächen.

Was das Wandern hier so besonders macht, ist die Mischung aus Weite und Geborgenheit. Auf den Höhen öffnet sich der Blick über endlose Waldwogen, im nächsten Moment tauchst du wieder ein in kühle, moosige Schluchten, in denen das Wasser über Schieferplatten rauscht. Die Region ist herrlich unaufgeregt – hier teilst du dir die Wege nicht mit Touristenmassen, sondern höchstens mit ein paar neugierigen Rehen und dem ein oder anderen Förster.

Dazu kommt eine handfeste Bergbaugeschichte, die du auf Schritt und Tritt entdeckst: stillgelegte Schieferbrüche, die heute geheimnisvolle blaugrüne Seen bilden, alte Spaltehütten und Museumsgruben, die vom harten Leben der Schieferbrecher erzählen. Wer Ruhe, Natur und ein Stück echtes Thüringen sucht, ohne sich durch Souvenirläden quetschen zu müssen, ist hier goldrichtig. Schnür die Stiefel – das Schiefergebirge wartet ganz ohne Lärm, dafür mit umso mehr Tiefe.

Topografie & Landschaft

Bewaldetes Mittelgebirge mit Tälern

Höhenlage

bis rund 800 m (Wetzstein)

Geländecharakter

Wald-, Tal- und Höhenwege

Infrastruktur

Gasthöfe, Bahnanbindung, gut markiert

Beste Reisezeit

Mai bis Oktober

Navigation

Sehenswertes und Geheimtipps im Schiefergebirge

Schiefer, wohin das Auge reicht

Das Thüringer Schiefergebirge trägt seinen Namen mit Stolz – und das aus gutem Grund. In Lehesten liegt der größte historische Schieferbruch Europas, ein gigantisches Areal, in dem über Jahrhunderte der berühmte Thüringer Dachschiefer abgebaut wurde. Heute kannst du im Technischen Denkmal Schieferbergwerk Lehesten in die Welt der Bergleute eintauchen, die hier unter härtesten Bedingungen den "blauen Stein" aus dem Berg holten.

Besonders faszinierend sind die alten Bruchhalden, die sich die Natur längst zurückerobert hat. Wo früher Spaltehammer klangen, wachsen heute seltene Pflanzen, und einige gefluteten Brüche schimmern in einem unwirklichen Türkisblau. Wer mit offenen Augen wandert, entdeckt überall Spuren dieser Vergangenheit – und versteht schnell, warum die Menschen hier so eng mit ihrem Stein verbunden sind.

Stille Täler und rauschende Wasser

Zwischen den Höhenrücken haben sich Flüsse und Bäche tiefe, oft schluchtartige Täler gegraben. Das wohl bekannteste ist das wildromantische Loquitztal sowie die Täler rund um die Schwarza, die das Gebirge zur berühmten Schwarzatal-Region hin entwässert. Hier wanderst du entlang glasklarer Bäche, vorbei an Felsen aus Schiefer und Diabas, unter dem dichten Blätterdach alter Buchen.

Im Frühling explodiert der Wald geradezu in Grün, im Herbst leuchten die Hänge in Gold und Kupfer. Diese Täler sind echte Kraftorte: Das gleichmäßige Rauschen des Wassers, die kühle, würzige Luft und die fast meditative Ruhe machen jeden Spaziergang zur kleinen Auszeit vom Alltag.

Land, Leute und deftige Küche

Die Menschen im Schiefergebirge sind bodenständig, herzlich und manchmal von einer trockenen Schlagfertigkeit, die einem ein Schmunzeln entlockt. In den kleinen Dorfgasthöfen wirst du mit echter Thüringer Küche verwöhnt: die berühmte Thüringer Bratwurst vom Holzkohlegrill, deftige Klöße mit dunkler Soße und Rouladen, und als süßen Abschluss vielleicht ein Stück selbstgebackener Kuchen.

Ein Geheimtipp für Genießer: Halte Ausschau nach kleinen Hofläden und Bauernhöfen, die regionale Spezialitäten verkaufen. Hier bekommst du nicht nur ehrliche Produkte, sondern oft auch die besten Wandertipps gleich gratis dazu – die Einheimischen wissen schließlich, wo die schönsten Aussichten und die ruhigsten Pfade versteckt liegen.

Wusstest du schon?

Der Thüringer Dachschiefer aus Lehesten deckte einst Dächer in ganz Europa – sogar Teile des Reichstags und zahlreicher Kirchen und Schlösser wurden mit diesem hochwertigen Material gedeckt. Der Stein gilt als besonders langlebig und kann mehrere hundert Jahre überdauern.

Ein weiteres Schmankerl: Das Schiefergebirge grenzt im Norden an den legendären Rennsteig, einen der ältesten und bekanntesten Höhenwanderwege Deutschlands. Wer Lust auf eine längere Tour hat, kann die ursprünglichen Schiefer-Pfade also wunderbar mit dem Klassiker des Thüringer Wanderns verbinden.

Warum Wandern im Schiefergebirge so besonders ist

Wandern abseits der Massen

Wer das Thüringer Schiefergebirge zum Wandern entdeckt, macht vor allem eine Erfahrung: Hier hat man die Natur oft ganz für sich allein. Während andere Mittelgebirge an schönen Wochenenden aus allen Nähten platzen, herrscht hier eine wohltuende Ruhe. Du wanderst durch dichte Wälder, über sonnige Hochflächen und durch verträumte Dörfer, ohne dich durch Menschentrauben kämpfen zu müssen.

Genau diese Ursprünglichkeit macht den besonderen Reiz aus. Die Wege erzählen Geschichten – von Bergleuten, alten Handelsrouten und einer Landschaft, die der Mensch über Generationen geprägt hat, ohne sie zu zerstören. Für alle, die Natur als Auszeit und nicht als Event suchen, ist das Schiefergebirge ein wahres Paradies.

Abwechslungsreiche Wege für jeden Geschmack

Das Gelände im Schiefergebirge ist angenehm vielseitig. Auf den Höhenrücken erwarten dich sanfte, gut begehbare Wege mit weiten Ausblicken, während die Talwanderungen entlang von Schwarza und Loquitz für etwas mehr Abwechslung mit kleinen An- und Abstiegen sorgen. Die maximalen Höhen liegen rund um die 800 Meter, sodass die Touren auch für Genusswanderer und Familien gut machbar bleiben.

Die Wegequalität ist überwiegend sehr gut: markierte Forst- und Waldwege, naturbelassene Pfade und gelegentlich schmale, wurzelige Steige in den Tälern. Festes Schuhwerk gehört dazu, denn besonders in den feuchten Schluchten kann der Schieferuntergrund glatt sein. Dafür wirst du mit einer Wegeführung belohnt, die durch viele der schönsten Ecken der Region führt.

Aussichten und Naturerlebnisse

Auch wenn das Schiefergebirge kein dramatisches Hochgebirge ist, bietet es immer wieder grandiose Ausblicke. Von den Höhenrücken schweift der Blick über endlose Waldwogen bis weit ins Thüringer Land hinein. Besonders in den Morgenstunden, wenn der Nebel noch in den Tälern liegt und die ersten Sonnenstrahlen die Wälder vergolden, entstehen Momente, die man nicht so schnell vergisst.

Naturliebhaber kommen voll auf ihre Kosten: In den naturnahen Wäldern leben Rotwild, Schwarzwild und mit etwas Glück sieht man Greifvögel über den Lichtungen kreisen. Die ehemaligen Schieferbrüche haben sich zu wertvollen Biotopen entwickelt, in denen seltene Pflanzen und Tiere ein Zuhause finden. Wandern wird hier zu einer kleinen Entdeckungsreise.

Für wen sich das Schiefergebirge eignet

Das Thüringer Schiefergebirge ist ideal für Naturgenießer, Ruhesuchende und alle, die das echte, unverstellte Thüringen erleben wollen. Familien finden zahlreiche entspannte Rundwege, ambitionierte Wanderer können auf längeren Etappen kräftig Höhenmeter sammeln und Geschichtsinteressierte tauchen entlang der Bergbaupfade in eine faszinierende Vergangenheit ein.

Auch für mehrtägige Touren ist die Region prädestiniert. Wer den nahen Rennsteig mit den Schiefer-Pfaden verbindet, kann über mehrere Tage durch wechselnde Landschaften streifen und abends in gemütlichen Gasthöfen einkehren. Egal ob entspannte Tageswanderung oder ausgedehnte Tour – das Schiefergebirge passt sich deinem Tempo an.

Gemütliche Unterkünfte im Thüringer Schiefergebirge

Die schönsten Wanderungen im Thüringer Schiefergebirge

Schiefermeer-Rundweg bei Lehesten

Diese Rundwanderung führt dich mitten ins Herz der Thüringer Schiefergeschichte. Start- und Zielpunkt ist der historische Schieferbruch am Technischen Denkmal Schieferbergwerk Lehesten. Von hier aus folgst du den Wegen über das weitläufige Bruchgelände, vorbei an gewaltigen Halden aus dunklem Gestein und den eindrucksvollen Spaltehütten, in denen früher der Schiefer von Hand zu Dachplatten verarbeitet wurde.

Das Besondere an dieser Tour ist die Mischung aus Industriekultur und Naturschauspiel. Wo einst der Stein gebrochen wurde, schimmern heute gefluteten Brüche in tiefem Blaugrün, und die Natur hat sich das Areal Stück für Stück zurückerobert. Immer wieder eröffnen sich Blicke über das "Schiefermeer", das dem Weg seinen Namen gibt.

Die rund 8 Kilometer lange Runde ist auch für Familien gut machbar und lässt sich wunderbar mit einem Besuch des Bergwerks verbinden. Wer mehr über das harte Leben der Schieferbrecher erfahren will, ist hier genau richtig – eine Wanderung, die Natur, Geschichte und stille Faszination verbindet.

Durch das wildromantische Schwarzatal

Das Schwarzatal gehört zu den schönsten Flusstälern Thüringens und ist ein absolutes Muss für Talwanderer. Eine beliebte Tour startet in Schwarzburg mit seinem markanten Schloss und führt entlang der munter plätschernden Schwarza durch dichten Mischwald in Richtung Sitzendorf oder Bad Blankenburg.

Der Weg verläuft überwiegend flach und gut begehbar direkt am Wasser entlang, vorbei an moosbewachsenen Felsen, kleinen Wehren und schattigen Buchenhainen. Immer wieder laden Bänke und kleine Rastplätze zum Verweilen ein, und das gleichmäßige Rauschen des Flusses macht diese Tour zu einer echten Erholung für gestresste Großstadtseelen.

Highlights entlang der Strecke sind das prächtige Schloss Schwarzburg hoch über dem Tal sowie die Möglichkeit, mit der historischen Oberweißbacher Bergbahn in die Höhe zu fahren. Mit etwa 10 bis 14 Kilometern ist die Tour gut an einem Tag zu schaffen und eignet sich hervorragend für Genusswanderer und Familien.

Loquitztal-Wanderung von Probstzella

Diese Tour beginnt im Schieferort Probstzella und führt dich in das stille, von steilen Hängen gesäumte Loquitztal. Hier spürst du die ursprüngliche Seele des Schiefergebirges, denn das Tal ist herrlich abgelegen und wird selbst an schönen Tagen nur von wenigen Wanderern besucht.

Du wanderst entlang des Flüsschens Loquitz durch dichte Wälder, vorbei an alten Schieferspuren und kleinen Wiesen. Der Weg steigt zwischendurch zu den Höhen an, von denen sich schöne Ausblicke über das bewaldete Tal eröffnen. Wer mag, kann in Probstzella auch das interessante Haus des Volkes besichtigen, ein bemerkenswertes Bauhaus-Hotel, das einen reizvollen Kontrast zur Naturlandschaft bildet.

Die Tour ist mit rund 12 Kilometern mittellang und durch die wechselnden Anstiege etwas anspruchsvoller. Sie eignet sich für geübte Wanderer, die Ruhe und unverfälschte Natur schätzen und gerne abseits ausgetretener Pfade unterwegs sind.

Höhenwanderung am Rennsteig bei Steinbach

Im Norden grenzt das Schiefergebirge an den berühmten Rennsteig, und genau diese Verbindung macht eine Höhenwanderung im Bereich um Steinbach am Wald so reizvoll. Von hier aus kannst du Abschnitte des legendären Kammwegs erwandern und die weiten Ausblicke über die thüringischen und fränkischen Wälder genießen.

Die Wege auf dem Höhenrücken sind angenehm zu gehen und führen über sonnige Lichtungen und durch ausgedehnte Fichten- und Buchenwälder. Markante Punkte wie die Rennsteig-Markierung mit dem charakteristischen weißen "R" begleiten dich, und immer wieder laden urige Wanderhütten zur Rast ein.

Diese Tour lässt sich flexibel in der Länge gestalten – von einer entspannten Halbtagesrunde bis zu einer ausgedehnten Etappe von 15 Kilometern und mehr. Sie ist perfekt für alle, die das klassische Rennsteig-Feeling mit der ursprünglichen Stille des Schiefergebirges kombinieren möchten.

Saalfelder Feengrotten und Höhenrunde

Die Stadt Saalfeld bildet ein hervorragendes Tor zum Schiefergebirge und ist berühmt für die Feengrotten – die farbenprächtigsten Schaugrotten der Welt, ein ehemaliges Schieferbergwerk mit unglaublich bunten Mineralablagerungen. Diese Tour kombiniert das unterirdische Wunder mit einer Wanderung über die umliegenden Höhen.

Vom Eingang der Feengrotten aus führt der Weg hinauf in die Wälder oberhalb von Saalfeld. Du wanderst über bewaldete Hänge mit immer wieder freien Blicken auf die Stadt und das Saaletal. Die Wege sind gut markiert und auch für weniger geübte Wanderer machbar.

Ein Besuch der Feengrotten zu Beginn oder zum Abschluss der Tour ist absolut empfehlenswert und macht diesen Ausflug zu einem echten Erlebnis für Groß und Klein. Mit rund 9 Kilometern ist die Höhenrunde gut an einem halben Tag zu bewältigen und ideal für Familien mit etwas älteren Kindern.

Häufige Fragen

Ist das Thüringer Schiefergebirge für Wanderanfänger geeignet?

Absolut! Das Schiefergebirge ist eine sehr einsteigerfreundliche Wanderregion. Viele Wege verlaufen über sanfte Höhenrücken oder durch flache Talböden, etwa entlang der Schwarza, sodass du die Strecke und den Schwierigkeitsgrad gut an deine Kondition anpassen kannst.

Für den Einstieg eignen sich besonders die kürzeren Rundwege rund um Lehesten oder die gemütliche Talwanderung durch das Schwarzatal. Hier gibt es kaum große Höhenunterschiede, dafür viel Natur und schöne Rastmöglichkeiten. Wer sich steigern möchte, findet später anspruchsvollere Touren mit mehr Höhenmetern. So wächst du sozusagen ganz natürlich in die Region hinein.

Kann ich im Schiefergebirge gut mit Hund wandern?

Ja, das Thüringer Schiefergebirge ist ein wunderbares Ziel für Wanderungen mit Hund. Die weiten Wälder, kühlen Täler und ruhigen Wege bieten ideale Bedingungen für deinen vierbeinigen Begleiter. Gerade an heißen Sommertagen sind die schattigen Talwege entlang der Bäche ein Segen, da dein Hund sich dort immer wieder abkühlen kann.

Beachte allerdings, dass in vielen Waldgebieten und besonders während der Brut- und Setzzeit zwischen März und Juli Leinenpflicht herrscht, um das Wild zu schützen. Wasser für unterwegs solltest du immer dabei haben. In den meisten Gasthöfen sind gut erzogene Hunde willkommen – ein kurzer Anruf vorab schadet aber nie.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern?

Grundsätzlich kannst du im Schiefergebirge das ganze Jahr über wandern, doch jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz. Der Frühling von Mai bis Juni ist herrlich, wenn der Wald frisch ergrünt und die Bäche viel Wasser führen. Der Sommer bietet angenehm kühle Waldwege, ideal an heißen Tagen.

Der absolute Höhepunkt für viele ist jedoch der Herbst. Im September und Oktober leuchten die Buchenwälder in spektakulären Gold- und Kupfertönen, und die klare Luft sorgt für beste Fernsicht. Im Winter verwandelt sich die Region bei Schnee in eine stille Märchenlandschaft – dann sind die Höhen sogar zum Langlauf beliebt.

Eignet sich die Region für Familien mit Kindern?

Das Schiefergebirge ist ein tolles Wanderziel für Familien. Besonders attraktiv für Kinder sind Touren mit einem spannenden Highlight, etwa der Besuch der Saalfelder Feengrotten mit ihren leuchtend bunten Mineralien oder die Erkundung der ehemaligen Schieferbrüche bei Lehesten, die wie geheimnisvolle Abenteuerlandschaften wirken.

Wähle für den Nachwuchs am besten kürzere Rundwege von vier bis acht Kilometern mit wenig Höhenunterschied. Die Talwanderungen am Wasser kommen bei Kindern immer gut an, da es dort viel zu entdecken gibt – von Steinen zum Stapeln bis zu kleinen Wasserfällen. Plane genug Pausen und Proviant ein, dann wird der Familienausflug zum Erfolg.

Wie sind die Wanderwege markiert?

Die Wanderwege im Thüringer Schiefergebirge sind in der Regel gut und zuverlässig markiert. Du findest farbige Markierungen an Bäumen, Pfosten und Wegweisern, die dich sicher durch die Region führen. Der nahe Rennsteig ist mit seinem charakteristischen weißen "R" gekennzeichnet und besonders einfach zu folgen.

Dennoch empfiehlt es sich, zusätzlich eine Wanderkarte oder eine Wander-App mit GPS auf dem Smartphone dabei zu haben. Gerade in den dichten Wäldern und abgelegenen Tälern kann das Mobilfunknetz schwach sein, daher solltest du die Routen am besten vorab herunterladen. So bist du auch bei einer Abzweigung, an der mal ein Schild fehlt, auf der sicheren Seite.

Welche Ausrüstung sollte ich mitnehmen?

Für die meisten Wanderungen reicht eine solide Wanderausrüstung völlig aus. Festes, wasserabweisendes Schuhwerk mit gutem Profil ist wichtig, da die Schieferwege und besonders die feuchten Talpfade rutschig sein können. Wetterfeste Kleidung im Zwiebelprinzip ist empfehlenswert, denn das Wetter im Mittelgebirge kann schnell umschlagen.

Nimm außerdem ausreichend Wasser und einen kleinen Snack mit, da nicht überall Einkehrmöglichkeiten liegen. Eine Karte oder Wander-App, Sonnenschutz im Sommer und je nach Jahreszeit eine warme Schicht runden die Ausstattung ab. Für längere Touren lohnt sich ein kleiner Rucksack mit Erste-Hilfe-Set und einer Stirnlampe für alle Fälle.

Gibt es unterwegs Einkehrmöglichkeiten?

In den Dörfern und Städten am Rand des Schiefergebirges wie Saalfeld, Bad Blankenburg, Schwarzburg oder Probstzella findest du gemütliche Gasthöfe und Restaurants, die echte Thüringer Küche servieren. Hier kannst du dich mit Bratwurst, Klößen und deftigen Speisen für den weiteren Weg stärken.

In den abgelegeneren Wald- und Talgebieten ist die Dichte an Einkehrmöglichkeiten allerdings geringer. Es empfiehlt sich daher, vor einer längeren Tour zu prüfen, ob Hütten oder Gasthäuser auf der Strecke liegen und geöffnet haben. Da viele kleinere Betriebe Ruhetage haben, ist ein Blick auf die Öffnungszeiten oder ein kurzer Anruf vorab immer eine gute Idee.

Wie komme ich am besten in die Region?

Das Thüringer Schiefergebirge ist gut erreichbar. Mit dem Auto gelangst du über die A9 und A71 in die Region, von wo aus dich Landstraßen zu den Wanderorten führen. Saalfeld dient als zentraler Ausgangspunkt und verfügt über ausreichend Parkmöglichkeiten an den Wanderstartpunkten.

Auch mit der Bahn ist die Anreise unkompliziert. Saalfeld ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt mit guten Verbindungen, und die malerische Oberweißbacher Bergbahn bringt dich bequem auf die Höhen des Schwarzatals. So kannst du sogar autofrei wandern und musst dir keine Gedanken über die Rückkehr zum Parkplatz machen.

Sind die Touren auch für Senioren geeignet?

Viele Wanderungen im Schiefergebirge eignen sich hervorragend für ältere Menschen oder weniger Trainierte. Besonders die flachen Talwege, etwa entlang der Schwarza, lassen sich entspannt und ohne große Anstrengung gehen und bieten dennoch ein intensives Naturerlebnis mit vielen Bänken zum Ausruhen.

Für eine gemütliche Tour empfiehlt sich auch die Kombination mit der Oberweißbacher Bergbahn, die einen Teil des Aufstiegs übernimmt. So kannst du die Höhen genießen, ohne dir die Knie zu strapazieren. Wer es ruhiger angehen möchte, wählt einfach kürzere Etappen aus und passt das Tempo der eigenen Verfassung an – die Region bietet für jedes Fitnesslevel die passende Strecke.

Was macht den Schiefer in dieser Region so besonders?

Der Thüringer Dachschiefer gehört zu den hochwertigsten der Welt und hat eine jahrhundertelange Tradition. Er lässt sich besonders dünn und gleichmäßig spalten und ist gleichzeitig extrem witterungsbeständig, weshalb er über Jahrhunderte als begehrtes Dachmaterial in ganz Europa exportiert wurde.

Auf deinen Wanderungen begegnet dir der Schiefer überall: an den charakteristischen dunklen Hausfassaden und Dächern der Dörfer, in den riesigen Halden ehemaliger Brüche und in den steilen Felswänden der Täler. Im Schieferbergwerk Lehesten kannst du sogar selbst miterleben, wie der Stein einst von Hand gespalten wurde – ein faszinierendes Stück lebendige Industriegeschichte.

Kann ich Mehrtagestouren im Schiefergebirge unternehmen?

Ja, die Region eignet sich hervorragend für mehrtägige Wanderungen. Du kannst die ursprünglichen Schiefer-Pfade mit dem berühmten Rennsteig im Norden verbinden und so über mehrere Tage durch abwechslungsreiche Landschaften streifen, von tiefen Tälern bis hin zu den weiten Höhenrücken.

Für Mehrtagestouren bietet es sich an, in den Orten entlang der Strecke zu übernachten, wo du gemütliche Gasthöfe und Pensionen findest. Plane die Etappen so, dass du abends einen Ort mit Übernachtungsmöglichkeit erreichst, und buche besonders in der Hauptsaison vorab. Mit guter Planung wird das Schiefergebirge zu einem unvergesslichen mehrtägigen Wanderabenteuer fernab des Trubels.

Gibt es besondere Naturschutzregeln zu beachten?

Wie in allen Mittelgebirgsregionen gelten auch im Schiefergebirge einige Naturschutzregeln, die du respektieren solltest. Bleibe möglichst auf den markierten Wegen, um empfindliche Biotope und die Tierwelt nicht zu stören – gerade die renaturierten Schieferbrüche beherbergen seltene Arten.

Hunde gehören in vielen Bereichen an die Leine, Müll nimmst du selbstverständlich wieder mit, und offenes Feuer ist im Wald grundsätzlich verboten. In Naturschutzgebieten gelten teilweise strengere Regeln, auf die Hinweistafeln aufmerksam machen. Wenn du dich rücksichtsvoll verhältst, trägst du dazu bei, dass diese wunderbare und ursprüngliche Landschaft auch für künftige Generationen erhalten bleibt.

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