Zerklüftetes Kalkkarst-Hochplateau
Tennengebirge: Wandern im wilden Karstplateau der Salzburger Kalkalpen
Wandern im Tennengebirge
Es gibt Berge, die brüllen laut und drängen sich ins Blickfeld. Und dann gibt es das Tennengebirge - ein bulliger, kantiger Kalkstock südlich von Salzburg, der eher schweigt und genau dadurch fasziniert. Von unten wirkt es wie eine schroffe Festung aus grauem Fels, die abweisend über dem Salzachtal thront. Doch wer den Aufstieg wagt, entdeckt oben eine andere Welt: ein weites, zerklüftetes Karstplateau, in dem sich Latschenfelder, Dolinen und einsame Almen zu einer geradezu mondartigen Landschaft verweben.
Das Tennengebirge gehört zu den Nördlichen Kalkalpen und liegt eingebettet zwischen Werfen, Abtenau, Bischofshofen und dem Lammertal. Es ist ein Gebirge für Menschen, die das Ursprüngliche suchen - hier findest du keine überlaufenen Panoramawege, sondern echte Bergstille. Der höchste Gipfel, der Raucheck mit 2.430 Metern, ist ambitionierten Bergsteigern vorbehalten, doch auch für genussorientierte Wanderer hält das Massiv unzählige Wege bereit.
Was das Tennengebirge so besonders macht, ist sein Charakter als riesiges Hochplateau. Oben angekommen, breitet sich vor dir eine karge, wilde Fläche aus, durchzogen von Karrenfeldern, in denen das Wasser über Jahrtausende bizarre Rillen und Spalten in den Kalk gefressen hat. Es ist eine Landschaft, die dich demütig macht und gleichzeitig unglaublich frei fühlen lässt.
Am Fuße des Gebirges wartet dann die berühmte Eisriesenwelt bei Werfen - die größte Eishöhle der Welt. Und wer nach einer langen Tour ins Tal absteigt, wird mit deftiger Salzburger Küche, kühlem Bier und der herzlichen Gastfreundschaft der Almwirte belohnt. Das Tennengebirge ist kein Ort für schnelle Selfies - es ist ein Ort für echte Bergerlebnisse.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
bis 2.430 m (Raucheck)
Geländecharakter
Karstfels, Steige, Almwege
Infrastruktur
Schutzhütten, Seilbahn, Bergorte
Beste Reisezeit
Ende Juni bis Oktober
Höhepunkte und Naturschätze des Tennengebirges
Die Eisriesenwelt - ein Wunder aus Eis
Am Nordrand des Tennengebirges, hoch über dem Salzachtal bei Werfen, verbirgt sich eines der spektakulärsten Naturwunder Österreichs: die Eisriesenwelt. Mit über 42 Kilometern erforschter Länge ist sie die größte Eishöhle der Welt. Schon der Weg dorthin ist ein Erlebnis - eine steile Bergstraße, eine Seilbahn, die dich über schwindelerregende Abgründe trägt, und ein Fußmarsch bis zum Höhleneingang auf rund 1.640 Metern.
Im Inneren erwartet dich eine gefrorene Kathedrale: gewaltige Eisformationen, Eisvorhänge und glitzernde Säulen, beleuchtet nur vom Schein der Karbidlampen. Wichtig zu wissen: Selbst im Hochsommer herrschen hier Minusgrade, warme Kleidung ist Pflicht. Wusstest du schon? Das Eis in der Höhle entsteht durch das Zusammenspiel von kalter Winterluft und einströmendem Schmelzwasser - ein Naturprozess, der jedes Jahr aufs Neue faszinierende Formen schafft.
Almen, Käse und Salzburger Genuss
Das Tennengebirge und seine Umgebung sind ein Paradies für Genusswanderer. Auf den Almen rund um Abtenau und im Lammertal wird noch echte Almwirtschaft betrieben. Hier bekommst du frischen Almkäse, Butter aus der eigenen Sennerei und selbstgemachte Speckbrote, die nach einem langen Aufstieg wie kleine Königsmahle schmecken.
Die Region ist außerdem bekannt für ihre bodenständige Salzburger Küche - Kasnockn, Kaspressknödel und der legendäre Salzburger Bauernschmaus gehören zum Pflichtprogramm. Kehr in einer der urigen Hütten ein und lass dir von den Wirtsleuten Geschichten aus dem Bergleben erzählen. Die Herzlichkeit hier ist echt und nicht für Touristen inszeniert.
Werfen und die Festung Hohenwerfen
Direkt gegenüber dem Tennengebirge thront eine der beeindruckendsten Burgen Österreichs: die Festung Hohenwerfen. Ihre Ursprünge reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück, und heute begeistert sie vor allem mit ihrer Greifvogelschau, bei der Adler, Falken und Geier über die Zuschauer hinwegfliegen.
Das kleine Marktdorf Werfen selbst ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen und bietet mit seinen traditionellen Gasthöfen einen charmanten Kontrast zur wilden Bergwelt darüber. Von hier aus hast du das Tennengebirge stets als imposante Kulisse im Blick - eine Mauer aus grauem Kalk, die selbst erfahrene Alpinisten mit Respekt betrachten.
Geheimtipp: das stille Plateau
Während sich die Massen an der Eisriesenwelt tummeln, bleibt das eigentliche Hochplateau des Tennengebirges erstaunlich einsam. Wer den Aufstieg zur Edelweißerhütte oder zur Leopold-Happisch-Haus wagt, erlebt eine Welt, in der man stundenlang unterwegs sein kann, ohne einer Menschenseele zu begegnen.
Wusstest du schon? Das Tennengebirge ist ein klassisches Karstgebirge, das heißt, das Regenwasser versickert sofort im löchrigen Kalkgestein. Oben oben gibt es deshalb kaum Quellen - Hüttenwirte müssen ihr Wasser oft aufwendig heraufschaffen oder Regenwasser sammeln. Wer hier wandert, sollte immer genug Trinkwasser dabeihaben.
Warum Wandern im Tennengebirge so besonders ist
Ein Karstplateau wie aus einer anderen Welt
Das Tennengebirge unterscheidet sich grundlegend von den lieblichen Wanderregionen der Voralpen. Hier oben, auf dem weiten Hochplateau, fühlt es sich manchmal an wie eine Wanderung durch eine steinerne Wüste. Karrenfelder, Dolinen und tiefe Spalten prägen das Gelände - eine Landschaft, die durch die Auflösung des Kalkgesteins über Jahrtausende entstanden ist. Für Wanderer bedeutet das: ständig wechselnde Perspektiven, überraschende Formationen und ein Gefühl von Abgeschiedenheit, das man in den Alpen nur noch selten findet.
Wer hier unterwegs ist, sollte trittsicher sein und Freude an einsamen Wegen haben. Das Tennengebirge belohnt dich nicht mit sanften Almböden, sondern mit der rauen Schönheit des Hochgebirges. Genau das macht es zu einem Geheimtipp für Bergfreunde, die dem Trubel entfliehen wollen.
Wege für jeden Anspruch
Trotz seines wilden Charakters bietet das Tennengebirge Wanderungen für unterschiedliche Ansprüche. Am Fuße des Massivs gibt es gemütliche Familienwege und die touristisch erschlossene Route zur Eisriesenwelt. Wer höher hinaus will, findet gut markierte Aufstiegswege zu den Schutzhütten und schließlich anspruchsvolle Gipfeltouren zu Raucheck, Bleikogel oder Fritzerkogel.
Die Wegqualität reicht von breiten Forstwegen im Talbereich über steile, felsdurchsetzte Steige bis hin zu weglosen Passagen auf dem Plateau, die nur mit Erfahrung und guter Orientierung begehbar sind. Wichtig: Auf dem Hochplateau können Markierungen bei Nebel schwer zu finden sein - hier sind Karte, Kompass oder GPS keine Deko, sondern echte Lebensretter.
Aussichten, die den Atem rauben
Vom Plateau und den Gipfeln des Tennengebirges genießt du fantastische Fernblicke. Im Süden erheben sich die vergletscherten Gipfel der Hohen Tauern mit dem Großglockner, im Norden reicht der Blick weit ins Salzburger Land, und bei klarem Wetter schweift der Blick sogar bis zum Dachstein.
Besonders magisch ist die Stimmung in den frühen Morgenstunden, wenn die Sonne die Kalkfelsen in warmes Gold taucht und die Nebelschwaden in den Tälern liegen. Wer auf einer der Hütten übernachtet, erlebt Sonnenauf- und -untergänge, die sich tief einprägen. Das Tennengebirge ist ein Ort für Menschen, die Naturerlebnisse nicht nur konsumieren, sondern wirklich spüren wollen.
Für wen sich das Tennengebirge eignet
Das Tennengebirge ist ein Gebirge mit zwei Gesichtern. Für Familien und Genusswanderer gibt es reizvolle Touren im Talbereich, rund um Abtenau und zur Eisriesenwelt. Ambitionierte Bergsteiger dagegen finden in den Gipfeltouren echte Herausforderungen, die Kondition, Trittsicherheit und alpine Erfahrung erfordern.
Gerade für Weitwanderer ist die Plateaudurchquerung ein absolutes Highlight - eine mehrtägige Tour über das Dach des Gebirges mit Übernachtungen in den Schutzhütten. Solche Erlebnisse machen das Tennengebirge zu einem Ziel, das man nicht so schnell vergisst.
Unterkünfte und Hotels rund ums Tennengebirge
Die schönsten Wanderungen im Tennengebirge
Zur Eisriesenwelt - Wanderung zum größten Eiswunder der Welt
Diese Tour startet am Parkplatz oberhalb von Werfen, von wo ein Shuttlebus zur Talstation der Eisriesenwelt-Seilbahn fährt. Wer die Beine trainieren will, kann auch den ersten Abschnitt zu Fuß über den Wanderweg gehen. Nach der spektakulären Seilbahnfahrt folgt ein rund 20-minütiger Fußmarsch entlang eines gesicherten Felspfads bis zum Höhleneingang auf etwa 1.640 Metern.
Der Weg selbst ist ein Erlebnis: Er führt an schroffen Felswänden entlang, mit atemberaubenden Tiefblicken ins Salzachtal und hinüber zur Festung Hohenwerfen. Oben angekommen, betrittst du eine Welt aus ewigem Eis - eine geführte Tour durch gewaltige Eisformationen, beleuchtet nur von Karbidlampen.
Ideal für Familien und Naturliebhaber, die ein außergewöhnliches Erlebnis suchen. Denk unbedingt an warme Kleidung - in der Höhle herrschen auch im Hochsommer Minusgrade. Festes Schuhwerk ist Pflicht, da rund 700 Stufen zu bewältigen sind.
Aufstieg zum Raucheck - der höchste Gipfel
Der Raucheck mit 2.430 Metern ist der höchste Punkt des Tennengebirges und ein lohnendes Ziel für konditionsstarke Bergsteiger. Der Aufstieg beginnt meist von Werfenweng oder über die Dr.-Heinrich-Hackel-Hütte, die als Stützpunkt für die Besteigung dient. Von der Hütte führt der markierte Steig über das karge Hochplateau hinauf zum Gipfel.
Der Weg verlangt Trittsicherheit und Ausdauer, denn er durchquert typisches Karstgelände mit Felsstufen und Karrenfeldern. Belohnt wirst du mit einem Rundumblick, der von den Hohen Tauern über den Dachstein bis zum Watzmann reicht - ein Panorama, das seinesgleichen sucht.
Diese Tour ist erfahrenen Bergwanderern vorbehalten. Plane den ganzen Tag ein, starte früh und behalte das Wetter im Auge, denn auf dem exponierten Plateau gibt es kaum Schutz vor Gewittern. Eine Übernachtung auf der Hackel-Hütte macht die Tour entspannter und ermöglicht einen unvergesslichen Sonnenaufgang.
Rundwanderung im Lammertal bei Abtenau
Für gemütliche Wandertage bietet sich die Region rund um Abtenau am Fuße des Tennengebirges an. Eine schöne Rundwanderung führt von Abtenau über die umliegenden Almwiesen und Wälder mit ständigem Blick auf die imposante Felskulisse des Tennengebirges. Der Weg ist gut markiert und auch für weniger geübte Wanderer geeignet.
Unterwegs kommst du an bewirtschafteten Almen vorbei, wo du frischen Käse und Almjause genießen kannst. Die sanften Hügel und die grünen Wiesen bilden einen reizvollen Kontrast zu den schroffen Felswänden darüber - hier wird deutlich, wie unterschiedlich die beiden Gesichter dieser Region sind.
Diese Tour eignet sich hervorragend für Familien mit Kindern und für alle, die die Landschaft ohne alpine Herausforderungen genießen möchten. Feste Wanderschuhe reichen aus, und Einkehrmöglichkeiten gibt es entlang der Route reichlich.
Plateaudurchquerung über die Leopold-Happisch-Haus
Die Königsdisziplin im Tennengebirge ist die mehrtägige Durchquerung des Hochplateaus. Eine klassische Route führt vom Aufstieg über die Werfenwenger Seite hinauf zum Leopold-Happisch-Haus, einer Schutzhütte inmitten der einsamen Karstlandschaft. Von hier lässt sich das gesamte Plateau erkunden.
Die Wanderung über das Plateau ist ein Erlebnis der besonderen Art - eine steinerne Wildnis aus Karrenfeldern, Dolinen und Latschenfeldern, in der man stundenlang unterwegs sein kann, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Die Stille hier oben ist fast greifbar.
Diese Tour richtet sich an erfahrene Bergwanderer mit guter Orientierung, da Markierungen im weiten Gelände nicht immer leicht zu finden sind. Nimm ausreichend Wasser mit, denn Quellen gibt es auf dem Karst kaum. Die Übernachtung auf der Hütte und der Sonnenuntergang über dem Plateau machen diese Tour zu einem unvergesslichen Abenteuer.
Fritzerkogel über die Edelweißerhütte
Der Fritzerkogel ist ein beliebtes Gipfelziel im nördlichen Tennengebirge und lässt sich gut über die Edelweißerhütte erreichen. Der Aufstieg beginnt bei der Bergstation der Karkogelbahn oberhalb von Abtenau und führt zunächst über sanftes Almgelände zur Hütte, bevor es steiler und felsiger zum Gipfel geht.
Vom Fritzerkogel eröffnet sich ein weiter Blick über das Lammertal, den Dachstein und das gesamte Tennengebirge. Der Weg ist als Bergwanderweg markiert und verlangt im oberen Bereich Trittsicherheit, ist aber für konditionsstarke Wanderer gut zu bewältigen.
Die Edelweißerhütte lädt zur gemütlichen Einkehr ein und ist ein idealer Ort, um vor dem Gipfelanstieg oder beim Abstieg neue Kräfte zu tanken. Diese Tour eignet sich für ambitionierte Tageswanderer, die einen ersten Eindruck vom Hochgebirgscharakter des Tennengebirges gewinnen möchten, ohne gleich die große Plateaudurchquerung anzugehen.
Häufige Fragen
Wie schwierig sind die Wanderungen im Tennengebirge?
Das Tennengebirge bietet ein breites Spektrum an Schwierigkeitsgraden. Im Talbereich und rund um Abtenau findest du gemütliche Wege, die auch für Familien und Gelegenheitswanderer gut geeignet sind. Sobald du jedoch das Hochplateau oder die Gipfel ansteuerst, wird es alpin und anspruchsvoll.
Touren wie der Aufstieg zum Raucheck oder die Plateaudurchquerung verlangen Trittsicherheit, gute Kondition und alpine Erfahrung. Das Karstgelände mit seinen Felsstufen und Karrenfeldern ist mühsam zu begehen, und die Orientierung kann bei Nebel schwierig werden. Plane deine Touren also realistisch und wähle sie passend zu deinem Können.
Kann ich im Tennengebirge mit Hund wandern?
Grundsätzlich ist Wandern mit Hund im Tennengebirge möglich, allerdings solltest du einige Dinge beachten. Auf den Almwegen und in der Talregion ist dein Vierbeiner in der Regel willkommen, sollte aber wegen des Weideviehs an der Leine geführt werden - besonders wenn Mutterkühe in der Nähe sind.
Auf dem felsigen Hochplateau kann das scharfkantige Karstgestein die Pfoten deines Hundes stark beanspruchen. Pfotenschutz und ausreichend Wasser sind hier wichtig, da es kaum Quellen gibt. Auf gesicherten Steigen mit Leitern oder Klammern stoßen Hunde außerdem schnell an ihre Grenzen. Für Höhlenbesuche wie die Eisriesenwelt sind Hunde nicht zugelassen.
Ist das Tennengebirge für Kinder geeignet?
Ja, aber es kommt sehr auf die Auswahl der Tour an. Die Wanderungen im Lammertal und rund um Abtenau sind ideal für Familien mit Kindern - sanftes Gelände, Almen mit Einkehrmöglichkeiten und Tiere zum Beobachten sorgen für Abwechslung. Auch die Wanderung zur Eisriesenwelt ist mit älteren Kindern ein spannendes Erlebnis.
Von anspruchsvollen Gipfeltouren oder der Plateaudurchquerung solltest du mit kleinen Kindern jedoch absehen. Diese Routen sind lang, anstrengend und teils ausgesetzt. Achte bei der Eisriesenwelt zudem auf warme Kleidung, denn es ist auch im Sommer eiskalt, und die vielen Stufen können für kleine Beine ermüdend sein.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Tennengebirge?
Die ideale Wandersaison im Tennengebirge reicht von Ende Juni bis Anfang Oktober. In dieser Zeit sind die Hochlagen und Schutzhütten geöffnet, und das Plateau ist in der Regel schneefrei. Die Eisriesenwelt hat üblicherweise von Mai bis Ende Oktober geöffnet.
Im Frühsommer kann in schattigen Rinnen und auf dem Plateau noch Altschnee liegen, was die Orientierung erschwert. Der Hochsommer bietet die stabilsten Bedingungen, allerdings solltest du wegen der Gewittergefahr früh starten. Der Herbst begeistert mit klarer Fernsicht und goldenen Lärchen, kann aber schon frische Nächte und erste Schneefälle bringen.
Wie komme ich am besten ins Tennengebirge?
Das Tennengebirge ist gut erreichbar. Mit dem Auto fährst du über die Tauernautobahn A10, die entlang des Salzachtals verläuft. Wichtige Ausgangspunkte sind Werfen, Werfenweng, Abtenau und Bischofshofen. Von Salzburg aus bist du in rund 45 Minuten in der Region.
Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Anreise möglich: Werfen und Bischofshofen liegen an der Bahnstrecke, und von den Bahnhöfen fahren Busse in die umliegenden Orte. Für die Eisriesenwelt gibt es ab Werfen einen Shuttleservice. Wer flexibel unterwegs sein möchte, ist mit dem eigenen Fahrzeug jedoch klar im Vorteil.
Gibt es Hütten zum Übernachten?
Ja, das Tennengebirge verfügt über mehrere Schutzhütten, die im Sommer bewirtschaftet sind. Zu den bekanntesten zählen das Leopold-Happisch-Haus, die Dr.-Heinrich-Hackel-Hütte und die Edelweißerhütte. Sie dienen als wichtige Stützpunkte für Gipfeltouren und die Plateaudurchquerung.
Eine Übernachtung auf einer der Hütten ist ein Erlebnis für sich - abends genießt du die Ruhe und den Sternenhimmel, morgens brichst du früh zu Gipfeln auf. Reserviere jedoch unbedingt im Voraus, da die Plätze begrenzt sind. Denk außerdem daran, dass Wasser auf dem Karstplateau knapp ist und die Hütten es oft aufwendig heraufschaffen müssen.
Brauche ich eine spezielle Ausrüstung?
Für die Talwanderungen reichen feste Wanderschuhe und wetterfeste Kleidung völlig aus. Sobald du jedoch ins Hochgebirge aufsteigst, brauchst du knöchelhohe Bergschuhe mit gutem Profil, denn das Karstgelände ist rau und uneben.
Für die Gipfeltouren und die Plateaudurchquerung empfehlen sich zusätzlich Wanderstöcke, eine detaillierte Karte oder ein GPS-Gerät, ausreichend Trinkwasser sowie Sonnen- und Regenschutz. Da es auf dem Plateau kaum Wasserquellen gibt und die Sonne ungeschützt brennt, solltest du hier besonders gut vorbereitet sein. Für die Eisriesenwelt ist warme Kleidung selbst im Sommer unverzichtbar.
Warum gibt es auf dem Plateau so wenig Wasser?
Das Tennengebirge ist ein klassisches Karstgebirge. Das bedeutet, dass das Regen- und Schmelzwasser sofort durch das löchrige, wasserdurchlässige Kalkgestein in die Tiefe versickert. An der Oberfläche bleibt kaum Wasser zurück, weshalb es oben nur wenige Quellen oder Bäche gibt.
Für Wanderer heißt das konkret: Verlass dich niemals darauf, unterwegs Trinkwasser nachfüllen zu können. Nimm immer ausreichend Wasser mit, gerade an heißen Sommertagen. Die Hüttenwirte müssen ihr Wasser häufig selbst herauftransportieren oder Regenwasser sammeln - ein Grund, warum du auf den Hütten sparsam damit umgehen solltest.
Ist das Tennengebirge auch für Anfänger geeignet?
Für Wanderanfänger eignen sich vor allem die Wege im Talbereich und rund um Abtenau sowie die touristisch erschlossene Route zur Eisriesenwelt. Diese Touren sind gut markiert, nicht zu anspruchsvoll und bieten dennoch tolle Ausblicke auf die imposante Bergwelt.
Die eigentlichen Hochgebirgstouren im Tennengebirge sind für Anfänger dagegen nicht empfehlenswert. Das Karstgelände, die Länge der Touren und die Anforderungen an Orientierung und Trittsicherheit setzen Erfahrung voraus. Wer sich langsam herantasten möchte, kann mit den Talwanderungen beginnen und sich mit zunehmender Sicherheit an höhere Ziele wagen.
Wie lange dauert die Besichtigung der Eisriesenwelt?
Für die gesamte Besichtigung der Eisriesenwelt solltest du inklusive An- und Abreise einen halben bis ganzen Tag einplanen. Die geführte Tour durch die Höhle selbst dauert etwa 70 bis 75 Minuten und führt über rund 700 Stufen durch die eindrucksvollen Eisformationen.
Hinzu kommen die Zeit für die Bergstraße, die Seilbahnfahrt und den Fußmarsch zum Höhleneingang. Gerade an schönen Sommertagen kann es an der Seilbahn zu Wartezeiten kommen, weshalb sich ein früher Start lohnt. Plane großzügig und genieße nebenbei die grandiose Aussicht auf das Salzachtal und die Festung Hohenwerfen.
Wie gefährlich sind Gewitter im Tennengebirge?
Gewitter sind im Hochgebirge grundsätzlich eine ernstzunehmende Gefahr, und das exponierte Plateau des Tennengebirges bietet kaum Schutz. Wenn ein Gewitter aufzieht, gibt es oben nur wenige Möglichkeiten, sich in Sicherheit zu bringen.
Deshalb gilt: Informiere dich vor jeder Tour über die Wettervorhersage und starte früh am Morgen, um rechtzeitig wieder abzusteigen. Gewitter bilden sich im Sommer häufig am Nachmittag. Beobachte den Himmel aufmerksam und kehre lieber rechtzeitig um, wenn sich Wolken auftürmen. Deine Sicherheit sollte immer Vorrang vor dem Gipfelziel haben.
Kann man das Tennengebirge in mehreren Tagen durchqueren?
Ja, die mehrtägige Durchquerung des Hochplateaus ist die Königsdisziplin im Tennengebirge und ein echtes Abenteuer für erfahrene Bergwanderer. Über Stützpunkte wie das Leopold-Happisch-Haus und die Dr.-Heinrich-Hackel-Hütte lässt sich das gesamte Plateau erkunden.
Eine solche Tour verlangt gute Kondition, Trittsicherheit und sichere Orientierung, da die Markierungen im weiten Karstgelände nicht immer leicht zu finden sind. Belohnt wirst du mit unglaublicher Einsamkeit, spektakulären Sonnenauf- und -untergängen und dem Gefühl, eine der ursprünglichsten Landschaften Salzburgs durchquert zu haben. Reserviere die Hütten unbedingt vorab.