Wandern im Südsteirischen Weinland: Zwischen Rebenhügeln, Buschenschank und toskanischem Flair
Wandern • Südsteirisches Weinland

Wandern im Südsteirischen Weinland: Zwischen Rebenhügeln, Buschenschank und toskanischem Flair

Sanfte Rebenhügel, klappernde Klapotetze und ein Glas Wein am Wegesrand: Hier wird jeder Schritt zum Genuss.

Wandern im Südsteirischen Weinland

Es gibt Landschaften, die man nicht nur sieht, sondern schmeckt. Das Südsteirische Weinland ist genau so ein Fleckchen Erde. Sanfte Hügel rollen bis zum Horizont, überzogen mit akkurat gezogenen Rebzeilen, die sich wie ein grüner Kamm über die Kuppen ziehen. Zwischen den Weingärten klappern die berühmten Klapotetze im Wind, kleine hölzerne Windräder, die eigentlich die Vögel verscheuchen sollen, in Wahrheit aber die Titelmelodie dieser Region spielen.

Nicht umsonst wird die Gegend liebevoll die steirische Toskana genannt. Wer hier wandert, spaziert vorbei an Kürbisfeldern, aus denen später das dunkelgrüne Kernöl gepresst wird, an alten Buschenschänken mit knarzenden Holzbänken und an Aussichtswarten, von denen der Blick bis nach Slowenien reicht. Die Grenze ist hier kaum spürbar, denn Wein, Genuss und Gastfreundschaft kennen keine Landesgrenzen.

Das Besondere am Wandern im Südsteirischen Weinland ist dieser wunderbare Rhythmus aus Bewegung und Genuss. Du steigst einen Hügel hinauf, spürst die Sonne im Nacken, und oben wartet keine karge Gipfelkreuz-Kälte, sondern ein Glas Sauvignon Blanc und ein Brettljause auf einer sonnigen Terrasse. Anstrengung und Belohnung liegen hier so nah beieinander wie nirgends sonst.

Die Wege sind gut markiert, meist moderat und familienfreundlich, führen über Panoramastraßen, durch schattige Wälder und entlang der berühmten Weinstraßen. Egal ob du im Frühling durch das frische Grün der austreibenden Reben streifst oder im goldenen Herbst mitten in der Lese die Duftschwaden von Most und Traube einatmest: Das Südsteirische Weinland verwandelt jede Wanderung in ein kleines Fest für alle Sinne. Zieh die Schuhe an, dein Genussabenteuer wartet.

Topografie & Landschaft

Sanfte Weinhügellandschaft

Höhenlage

bis rund 560 m (Kitzeck/Sausal)

Geländecharakter

Weinstraßen, Feldwege, Waldpfade

Infrastruktur

Sehr gut, viele Buschenschänke

Beste Reisezeit

April bis November, ideal Herbst

Navigation

Das macht das Südsteirische Weinland so besonders

Die steirische Toskana zum Verlieben

Kaum eine Region in Österreich trägt ihren Spitznamen so verdient wie das Südsteirische Weinland. Die sanft gewellten Hügel, die dichten Rebzeilen und die verstreuten Gehöfte erinnern tatsächlich an die berühmte italienische Landschaft, nur dass hier statt Chianti eben Sauvignon Blanc, Welschriesling und Morillon im Glas landen. Wenn sich im Herbst der Morgennebel über die Täler legt und die ersten Sonnenstrahlen die Weingärten in goldenes Licht tauchen, verstehst du sofort, warum Menschen dieser Landschaft verfallen.

Die Region rund um Gamlitz, Leutschach, Ehrenhausen und Kitzeck lebt vom Wein und vom Genuss. Überall entdeckst du kleine Weingüter, die ihre Türen öffnen, und Buschenschänken, die zum Verweilen einladen. Es ist eine Landschaft, die zum Langsamwerden erzieht, hier hetzt niemand über die Hügel.

Buschenschank und Brettljause: Kulinarik pur

Das kulinarische Herz der Südsteiermark schlägt in den Buschenschänken. Diese urigen Ausschankstuben der Weinbauern gibt es seit Jahrhunderten, und sie sind das Rückgrat der regionalen Genusskultur. Auf einem Holzbrett landen hausgemachter Schinken, Verhackert (ein würziger Speckaufstrich), Käferbohnen, frischer Käse und knuspriges Bauernbrot. Dazu ein Achterl vom eigenen Wein, und schon vergisst du die Zeit.

Unbedingt probieren musst du das steirische Kürbiskernöl, das dunkelgrüne, nussige Gold der Region, das seit 1996 sogar EU-geschützt ist. Ein paar Tropfen über einen Vogerlsalat mit Käferbohnen, und du weißt, warum die Steirer so stolz auf ihre Küche sind. Wusstest du schon? Für einen einzigen Liter Kürbiskernöl braucht man die Kerne von rund 30 Kürbissen.

Aussichtswarten und Weinstraßen

Die berühmte Südsteirische Weinstraße schlängelt sich über die Höhenrücken und bietet immer wieder atemberaubende Ausblicke. Ein Highlight ist die Aussichtswarte am Kitzeck, das mit rund 560 Metern als eines der höchstgelegenen Weinbaugebiete Europas gilt. Von hier oben schaust du über ein Meer aus Rebenhügeln, das bis weit nach Slowenien reicht.

Auch die Herzerlstraße bei Gamlitz ist ein Fotomotiv, das um die Welt gegangen ist: eine geschwungene Weinstraße, die von oben betrachtet die Form eines Herzens bildet. Geheimtipp: Komm früh am Morgen, dann hast du diesen Postkartenblick fast für dich allein und ersparst dir das Gedränge der Instagram-Fotografen.

Land und Leute: gelebte Gastfreundschaft

Die Südsteirer sind ein herzliches, bodenständiges Volk. Wer hier wandert, wird schnell in ein Gespräch verwickelt, sei es mit einem Winzer, der stolz seinen Keller zeigt, oder mit einer Wirtin, die noch ein Achterl aufs Haus spendiert. Diese ungezwungene Herzlichkeit ist ein wesentlicher Teil des Wandererlebnisses.

Die Region lebt ihre Traditionen mit Leidenschaft: Weinlesefeste, Kürbiserntedankfeste und Frühschoppen mit Blasmusik prägen den Jahreslauf. Wer zur richtigen Zeit kommt, erlebt gelebtes Brauchtum ohne Kitsch, einfach echt, einfach steirisch.

Warum Wandern hier zum Genuss wird

Wandern zwischen Genuss und Bewegung

Das Südsteirische Weinland ist kein hochalpines Wanderterrain, und genau das macht seinen Reiz aus. Hier stehen nicht Höhenmeter und Gipfelsiege im Vordergrund, sondern der Genuss unterwegs. Die Wanderungen führen über sanfte Hügel, durch Weingärten und Wälder, meist auf gut ausgebauten Wegen und Weinstraßen. Das bedeutet: Du kannst dich ganz auf die Landschaft, die Aussichten und natürlich die kulinarischen Stationen konzentrieren.

Diese Kombination aus moderater Bewegung und regelmäßigen Genussstopps macht die Region ideal für alle, die das Wandern nicht als sportliche Höchstleistung, sondern als Lebensgefühl verstehen. Die Anstiege sind schweißtreibend genug, um sich das Achterl zu verdienen, aber nie so brutal, dass die Freude verloren geht.

Wegequalität und Markierung

Die Wanderwege im Südsteirischen Weinland sind hervorragend beschildert und gepflegt. Zahlreiche Themenwege wie der Sauvignon-Blanc-Weg oder die verschiedenen Weinbergrunden sind mit klaren Hinweistafeln versehen, sodass du dich auch ohne GPS gut zurechtfindest. Viele Routen sind als Rundwege angelegt, was die Planung besonders einfach macht.

Der Untergrund wechselt zwischen asphaltierten Weinstraßen, geschotterten Feldwegen und schattigen Waldpfaden. Feste Wanderschuhe oder gute Trailrunner reichen völlig aus, alpine Ausrüstung brauchst du hier nicht. Auch für Menschen, die lange nicht mehr gewandert sind, sind die meisten Touren gut machbar.

Für wen sich das Wandern hier eignet

Das Südsteirische Weinland ist ein wahres Paradies für Genusswanderer, Paare, Familien und alle, die Bewegung mit Kulinarik verbinden möchten. Familien mit Kindern finden zahlreiche kurze Rundwege, die dank Aussichtstürmen, Klapotetzen und Einkehrmöglichkeiten nie langweilig werden. Auch ambitionierte Wanderer kommen auf längeren Etappenwegen wie dem Weinland-Steiermark-Weg auf ihre Kosten.

Weniger geeignet ist die Region für alle, die alpine Herausforderungen und einsame Bergwelten suchen. Hier geht es gemütlicher zu, dafür aber mit einer Dichte an Genusserlebnissen, die ihresgleichen sucht. Wer Ruhe und Weite mit gutem Essen und exzellentem Wein verbinden will, ist goldrichtig.

Aussichtspunkte und Naturerlebnisse

Die schönsten Momente erlebst du auf den zahlreichen Aussichtswarten, etwa der Kreuzbergwarte oder den Höhen rund um Kitzeck. Von hier reicht der Blick über das Rebenmeer bis zu den slowenischen Bergen. Bei klarem Wetter siehst du sogar die Gipfel der Julischen Alpen am Horizont schimmern.

Auch die Natur abseits der Weingärten hat einiges zu bieten: schattige Kastanienwälder, in denen im Herbst die Maroni geerntet werden, blühende Obstwiesen im Frühling und die stille Weite der frühmorgendlichen Nebelschwaden. Wer die Augen offenhält, entdeckt eine überraschend artenreiche Kulturlandschaft.

Übernachten mitten in den Weinbergen der Südsteiermark

Die schönsten Wanderungen im Südsteirischen Weinland

Sauvignon-Blanc-Weg bei Gamlitz

Diese rund 8 Kilometer lange Rundwanderung startet im malerischen Weinort Gamlitz und führt dich mitten hinein ins Herz des südsteirischen Weinbaus. Der Weg schlängelt sich über die Rebenhügel, vorbei an einigen der renommiertesten Weingüter der Region, und ist speziell dem Aushängeschild-Wein der Südsteiermark gewidmet: dem Sauvignon Blanc.

Unterwegs passierst du zahlreiche Informationstafeln, die Wissenswertes über den Weinbau, die Rebsorten und die Böden vermitteln. Der Höhepunkt ist zweifellos der Ausblick von den Höhen über das gesamte Weinland, an klaren Tagen bis nach Slowenien. Immer wieder laden Buschenschänken und Weinbauern zur Einkehr, sodass du die Tour ganz nach deinem Genusstempo gestalten kannst.

Ideal für Genusswanderer und Weinliebhaber, die eine überschaubare, aber landschaftlich grandiose Runde suchen. Plane genug Zeit für Verkostungen ein, denn schneller Durchmarsch wäre hier fast eine Sünde.

Rundweg zur Herzerlstraße

Die weltberühmte Herzerlstraße zwischen Gamlitz und Eckberg ist das wohl meistfotografierte Motiv der Südsteiermark, und diese etwa 6 Kilometer lange Runde bringt dich direkt dorthin. Vom Startpunkt in Gamlitz geht es über sanft ansteigende Weinstraßen hinauf zu jenem geschwungenen Straßenabschnitt, der von oben betrachtet die Form eines Herzens bildet.

Der Weg führt durch dicht bepflanzte Weingärten, vorbei an alten Weinbauernhäusern und immer wieder mit weitem Blick über die Hügellandschaft. Der beste Fotostandpunkt liegt oberhalb der Kurve, hier solltest du am frühen Morgen oder in der Abendsonne vorbeikommen, wenn das Licht besonders weich ist.

Diese Tour eignet sich hervorragend für Paare, romantische Ausflüge und alle, die das ikonische Herzerl mit eigenen Augen sehen wollen. Konditionell ist sie leicht bis moderat, ein paar knackige Anstiege inklusive.

Kitzecker Weinweg und Weinmuseum

Kitzeck im Sausal gilt als eines der höchstgelegenen Weinbaugebiete Europas, und der örtliche Weinweg zeigt eindrucksvoll, warum. Die rund 7 Kilometer lange Runde startet im Ortszentrum bei Österreichs erstem Weinbaumuseum und führt über die steilen Rebhänge des Sausals.

Der Weg ist deutlich steiler als in den flacheren Weingebieten und belohnt dich dafür mit spektakulären Panoramablicken. Von der Aussichtswarte am Demmerkogel überblickst du bei guter Sicht ein gewaltiges Hügelpanorama bis zu den Alpen. Die kargen Schieferböden des Sausals bringen besonders mineralische, elegante Weine hervor, ein Umstand, den du in den örtlichen Buschenschänken gerne selbst überprüfen darfst.

Diese Tour richtet sich an Wanderer, die etwas mehr Höhenmeter und authentischen, weniger touristischen Weinbau suchen. Trittsicherheit und feste Schuhe sind auf den steilen Abschnitten von Vorteil.

Ehrenhausen und die Schloss-Runde

Der Marktort Ehrenhausen an der Mur ist Ausgangspunkt für eine abwechslungsreiche Rundwanderung von etwa 9 Kilometern, die Kultur und Natur wunderbar verbindet. Vom historischen Hauptplatz mit seinen Renaissancegebäuden steigst du hinauf zum Mausoleum und zum Schloss Ehrenhausen, das hoch über dem Ort thront.

Weiter geht es durch schattige Wälder und über Weinhänge, immer wieder mit Blick auf das Murtal und die slowenische Grenze. Der Weg verbindet die kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten des Ortes mit den typischen Weinlandschaften und bietet so ein besonders vielseitiges Erlebnis.

Diese Route ist ideal für kulturinteressierte Wanderer und Familien, die neben Landschaft auch etwas fürs Auge und den Kopf suchen. Zahlreiche Einkehrmöglichkeiten im Ort runden den Tag ab.

Leutschacher Weingärten und Klapotetz-Runde

Rund um Leutschach an der Weinstraße, mitten im Herzen der südsteirischen Weinlandschaft, führt diese gemütliche Rundwanderung von etwa 7 Kilometern durch besonders idyllische Weingärten. Leutschach gilt als heimliche Weinhauptstadt der Region und ist berühmt für seine Dichte an Winzern und Buschenschänken.

Der Weg führt an zahlreichen der charakteristischen Klapotetze vorbei, jenen hölzernen Windrädern, deren rhythmisches Klappern die Klangkulisse der Südsteiermark bildet. Immer wieder öffnen sich weite Ausblicke über die Rebenhügel bis zur slowenischen Grenze, die hier nur einen Steinwurf entfernt liegt.

Diese Tour ist perfekt für Genusswanderer und alle, die das typische südsteirische Lebensgefühl in seiner reinsten Form erleben möchten. Die Wege sind angenehm zu gehen, und die Verlockung, in einem der vielen Buschenschänke einzukehren, ist allgegenwärtig.

Weinland-Steiermark-Weitwanderweg (Etappe Südsteiermark)

Für ambitionierte Wanderer bietet der Weinland-Steiermark-Weg mehrtägige Etappen quer durch die Weinregionen. Die südsteirische Teilstrecke verbindet Orte wie Ehrenhausen, Gamlitz und Leutschach zu einer landschaftlich grandiosen Genusswanderung über mehrere Tage.

Die Etappen führen über Höhenrücken und durch Täler, vorbei an unzähligen Weingütern, Aussichtswarten und historischen Ortskernen. Da die Strecke die schönsten Abschnitte der Region miteinander verknüpft, erlebst du die ganze Vielfalt des Weinlandes in einem großen Bogen. Übernachtet wird in gastfreundlichen Weingütern und Gasthöfen entlang der Route.

Diese Weitwanderung eignet sich für konditionsstarke Wanderer, die tiefer in die Region eintauchen und mehrere Tage im Zeichen von Wein und Landschaft verbringen wollen. Wer Genuss und Bewegung im großen Stil verbinden möchte, findet hier sein Glück.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Südsteirischen Weinland?

Die Wandersaison im Südsteirischen Weinland erstreckt sich von etwa April bis November. Jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz: Im Frühling treiben die Reben aus und die Obstbäume blühen, was der Landschaft ein frisches, zartes Grün verleiht. Der Sommer bringt üppige Weingärten und lange, warme Abende.

Der absolute Höhepunkt ist jedoch der Herbst, insbesondere von Ende September bis Oktober. Dann verfärbt sich das Laub, die Weinlese ist in vollem Gange, und die ganze Region duftet nach Most und Trauben. Die milden Temperaturen machen das Wandern besonders angenehm. Der Herbst ist allerdings auch die beliebteste Zeit, plane also frühzeitig, wenn du eine Unterkunft brauchst.

Ist das Südsteirische Weinland zum Wandern mit Kindern geeignet?

Absolut, die Region ist wunderbar familienfreundlich. Die meisten Wanderwege sind moderat, gut ausgebaut und ohne alpine Gefahren, sodass auch kleinere Kinder gut mitkommen. Viele Rundwege lassen sich abkürzen oder flexibel gestalten, was bei müden Kinderbeinen praktisch ist.

Für Abwechslung sorgen die zahlreichen Klapotetze, Aussichtstürme und Tiere auf den Bauernhöfen. Und da entlang der Wege regelmäßig Buschenschänke mit kinderfreundlichen Terrassen und oft auch Naturspielplätzen liegen, gibt es viele Gelegenheiten für Pausen mit Saft und Jause. Kürzere Rundwege bei Gamlitz oder Leutschach sind ideale Einsteigertouren für Familien.

Kann ich mit meinem Hund im Weinland wandern?

Ja, das Südsteirische Weinland ist eine sehr hundefreundliche Wanderregion. Die überwiegend gut befestigten Wege eignen sich hervorragend für gemeinsame Touren mit dem Vierbeiner. Achte darauf, dass du deinen Hund vor allem in den Weingärten und in Sichtweite von Wildtieren an der Leine führst, da während der Erntezeit viel Betrieb herrscht.

Viele Buschenschänke und Gasthöfe heißen Hunde willkommen, oft steht sogar eine Wasserschüssel bereit. Es empfiehlt sich, im Sommer ausreichend Wasser mitzunehmen, da die offenen Weinhänge wenig Schatten bieten und es an heißen Tagen ganz schön warm werden kann. Frage im Zweifel bei deiner Unterkunft nach hundefreundlichen Einkehrmöglichkeiten.

Wie anspruchsvoll sind die Wanderungen in der Region?

Die meisten Wanderungen im Südsteirischen Weinland sind als leicht bis moderat einzustufen. Es handelt sich um eine Hügellandschaft, keine Hochgebirgsregion, entsprechend gibt es keine hochalpinen Herausforderungen. Die Anstiege über die Rebenhügel können allerdings durchaus schweißtreibend sein, besonders im steileren Sausal rund um Kitzeck.

Für die meisten Touren reicht eine durchschnittliche Grundfitness völlig aus. Feste Wanderschuhe oder gute Trailrunner sind empfehlenswert, spezielle Bergausrüstung brauchst du jedoch nicht. Wer mehr will, findet auf dem Weinland-Steiermark-Weg mehrtägige Etappen mit entsprechend höherem Anspruch.

Wie komme ich am besten ins Südsteirische Weinland?

Die Region liegt südlich von Graz, das per Bahn, Flugzeug und Auto gut erreichbar ist. Von Graz aus sind es je nach Zielort nur rund 30 bis 50 Minuten mit dem Auto. Die Anfahrt über die A9 Pyhrn Autobahn und die anschließenden Landstraßen ist unkompliziert.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichst du die Hauptorte wie Ehrenhausen und Leutschach per Bahn und Bus, wobei die Verbindungen in die entlegeneren Weinorte etwas dünner sind. Innerhalb der Region ist ein Auto praktisch, um flexibel zwischen den verschiedenen Startpunkten zu wechseln. Manche Unterkünfte bieten auch Shuttle-Services zu Wanderstartpunkten an.

Gibt es unterwegs genug Einkehrmöglichkeiten?

Einkehrmöglichkeiten sind im Südsteirischen Weinland definitiv keine Mangelware, im Gegenteil. Die Dichte an Buschenschänken, Weingütern und Gasthöfen ist außergewöhnlich hoch, sodass du auf fast jeder Tour mehrere Gelegenheiten für eine Pause findest.

Ein wichtiger Hinweis: Buschenschänke haben oft nur saisonal oder an bestimmten Tagen geöffnet, das ist gesetzlich geregelt. Es lohnt sich daher, vor der Tour die Öffnungszeiten der Wunschstationen zu prüfen. Viele Winzer veröffentlichen ihre Ausschankzeiten online. Grundsätzlich gilt aber: In dieser Region musst du keine Angst haben, verhungern oder verdursten zu müssen.

Was sollte ich unbedingt probieren?

Kulinarisch führt kein Weg an einer klassischen Brettljause vorbei: hausgemachter Schinken, Verhackert, Käse, Käferbohnen und frisches Bauernbrot, dazu ein Glas Wein aus dem eigenen Weingut. Der Sauvignon Blanc ist das absolute Aushängeschild der Region und ein Muss für jeden Weinliebhaber.

Unbedingt kosten solltest du außerdem das steirische Kürbiskernöl, das dunkelgrüne, nussige Gold der Region. Ein paar Tropfen über einen Vogerlsalat mit Käferbohnen sind ein echtes Geschmackserlebnis. Im Herbst locken zudem geröstete Maroni und der junge Sturm, der teilweise vergorene Traubensaft, der süß und spritzig zugleich ist.

Brauche ich eine spezielle Wanderausrüstung?

Für die meisten Touren im Südsteirischen Weinland reicht eine einfache Wanderausrüstung völlig aus. Feste, bequeme Wanderschuhe oder gute Trailrunning-Schuhe sind ideal, da die Wege teils asphaltiert, teils geschottert und teils naturbelassen sind. Alpine Ausrüstung wie Steigeisen oder Wanderstöcke für schwieriges Gelände brauchst du nicht.

Wichtig sind hingegen ein Sonnenhut und Sonnencreme, da die offenen Weinhänge kaum Schatten bieten. Nimm im Sommer ausreichend Wasser mit und packe eine leichte Regenjacke ein, denn Wetterumschwünge können auch in dieser milden Region vorkommen. Ein Fernglas lohnt sich, um bei klarer Sicht bis zu den slowenischen Bergen zu spähen.

Kann ich Wandern und Weinverkostung kombinieren?

Diese Kombination ist geradezu das Markenzeichen der Region. Viele Weingüter bieten Verkostungen an, und zahlreiche Wanderwege führen gezielt von einem Winzer zum nächsten. Der Sauvignon-Blanc-Weg bei Gamlitz etwa ist praktisch dafür konzipiert, Bewegung und Genuss zu verbinden.

Ein praktischer Tipp: Wenn du planst, mehrere Verkostungen zu machen, verzichte lieber auf das Auto und nutze Shuttle-Angebote, Taxis oder plane die Rückkehr zu Fuß. Genieße in Maßen, damit der Weg zurück nicht zur Herausforderung wird. Viele Unterkünfte helfen gerne bei der Organisation von Weinwanderungen mit anschließendem Transfer.

Wo übernachte ich am besten?

Das Südsteirische Weinland bietet eine große Bandbreite an Übernachtungsmöglichkeiten, von gemütlichen Winzerzimmern über charmante Pensionen bis hin zu stilvollen Weinhotels mit Panoramablick über die Rebenhügel. Besonders authentisch ist die Übernachtung direkt bei einem Weingut, wo du morgens vom Blick in die Weingärten geweckt wirst.

Beliebte Ausgangsorte für Wanderungen sind Gamlitz, Leutschach, Ehrenhausen und Kitzeck. Wer mehrere Touren plant, wählt am besten eine zentrale Unterkunft, von der aus die verschiedenen Startpunkte gut erreichbar sind. In der Hauptsaison im Herbst empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung, da die Region dann sehr beliebt ist.

Sind die Wege gut markiert?

Ja, das Südsteirische Weinland verfügt über ein sehr gut ausgebautes und beschildertes Wegenetz. Zahlreiche Themenwege und Rundwanderungen sind mit klaren Hinweistafeln und Markierungen versehen, sodass die Orientierung auch ohne GPS in der Regel problemlos gelingt.

Trotzdem empfiehlt es sich, eine Wanderkarte oder eine Wander-App mit heruntergeladenen Karten dabeizuhaben, besonders wenn du längere Touren oder Kombinationen aus mehreren Wegen planst. Die örtlichen Tourismusbüros stellen zudem detaillierte Kartenmaterialien und Tourenbeschreibungen zur Verfügung, oft auch mit Angaben zu Einkehrmöglichkeiten und Öffnungszeiten.

Lohnt sich ein Abstecher nach Slowenien?

Auf jeden Fall! Die slowenische Grenze verläuft mitten durch das Weinland, und die Übergänge sind praktisch nahtlos. Auf slowenischer Seite setzt sich die wunderschöne Weinlandschaft nahtlos fort, mit ebenso exzellenten Weinen und gastfreundlichen Winzern. Einige Wanderwege überschreiten sogar die Grenze.

Ein Abstecher lohnt sich besonders, um die etwas ruhigere, weniger touristische Seite des Weinlandes zu entdecken. Denk an deinen Ausweis, auch wenn Kontrollen im Schengen-Raum selten sind. Kulturell und kulinarisch ergänzen sich die beiden Länder wunderbar, und ein grenzüberschreitender Wandertag ist eine echte Bereicherung.

Was hat es mit den Klapotetzen auf sich?

Die Klapotetze sind das akustische Wahrzeichen der Südsteiermark. Es handelt sich um hölzerne Windräder, die durch ein hämmerndes Klapperwerk Geräusche erzeugen, wenn der Wind sie dreht. Ursprünglich dienten sie dazu, Vögel und andere Tiere aus den Weingärten zu verscheuchen, damit diese nicht die reifen Trauben fressen.

Heute sind die Klapotetze vor allem ein liebgewonnenes Kulturgut und ein charmantes Detail der Landschaft. Ihr rhythmisches Klappern begleitet dich auf vielen Wanderungen und gehört einfach zum südsteirischen Lebensgefühl dazu. Traditionell dürfen sie erst am 25. Juli, dem Jakobitag, aufgestellt und müssen zu Martini wieder abgebaut werden, was die Erntesaison markiert.

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