Kaiserbahnhof in Joachimsthal
Wandern • Schorfheide

Wandern in der Schorfheide: Stille Wälder, klare Seen und das wilde Herz Brandenburgs

Zwischen uralten Kiefern, stillen Seen und Kranichrufen: Die Schorfheide ist Brandenburgs grünes Geheimnis vor den Toren Berlins.

Wandern in der Schorfheide

Die Schorfheide ist eines dieser Fleckchen, die man fast für sich behalten möchte. Nur eine knappe Autostunde nördlich von Berlin liegt ein riesiges Mosaik aus uralten Kiefernwäldern, glasklaren Klarwasserseen, weiten Mooren und sanften Hügeln, das die Hektik der Großstadt schlagartig vergessen lässt. Wer hier zum ersten Mal durch das Laub stapft, versteht schnell, warum diese Landschaft seit Jahrhunderten Könige, Kaiser und neuerdings auch erholungshungrige Wanderer anzieht.

Die Region ist Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin und damit ein streng geschütztes Refugium für Seeadler, Kraniche, Biber und sogar Wölfe. Während du über weiche Waldböden gehst, kann es gut sein, dass dich ein Kranichruf begleitet oder ein Reh den Weg kreuzt. Die Stille ist hier kein Klischee, sondern echtes Programm – an manchen Seen hörst du wirklich nur das Plätschern und deinen eigenen Atem.

Besonders charmant: Die Schorfheide ist herrlich flach bis sanft wellig, was sie zu einem perfekten Ziel für Genusswanderer, Familien und alle macht, die lieber die Aussicht als die Wadenmuskeln spüren wollen. Trotzdem wird es nie langweilig, denn die Landschaft wechselt ständig zwischen dichtem Wald, offenen Wiesen, Heideflächen und schimmernden Wasserspiegeln.

Rund um Orte wie Joachimsthal, Groß Schönebeck und das berühmte Werbellinsee-Ufer entfaltet sich ein dichtes Netz markierter Wanderwege. Dazwischen liegen kulturelle Schätze wie der ehemalige Kaiserbahnhof oder das alte Jagdschloss, die der Region einen morbiden Charme verleihen. Schnür also die Stiefel – die Schorfheide wartet mit einer ganzen Portion Ruhe, Natur und überraschender Vielfalt.

Topografie & Landschaft

Flache Wald- und Seenlandschaft

Höhenlage

bis ca. 130 m (Grimnitzberge)

Geländecharakter

Wald-, Sand- und Uferwege

Infrastruktur

Gut erschlossen, Bahnanbindung

Beste Reisezeit

Frühling bis Herbst

Navigation

Natur, Kultur und Geheimtipps in der Schorfheide

Der Werbellinsee – Brandenburgs blaues Auge

Kaum ein Gewässer prägt die Schorfheide so sehr wie der Werbellinsee. Mit fast 60 Metern Tiefe gehört er zu den tiefsten und klarsten Seen Brandenburgs, und sein Wasser schimmert je nach Lichteinfall türkis, dunkelblau oder fast schwarz. Schon Kaiser Wilhelm II. wusste das zu schätzen und ließ sich in der Nähe seine Jagdgebiete reservieren.

Rund um den See führt ein wunderbarer Uferweg, der immer wieder geheime Badebuchten, schattige Rastplätze und stille Aussichtspunkte freigibt. Im Sommer lockt das glasklare Wasser zum Sprung hinein, im Herbst spiegelt sich das goldene Laub auf der Oberfläche. Wer Glück hat, beobachtet vom Ufer aus einen Seeadler, der majestätisch über die Wasserfläche zieht.

Wildtiere hautnah: Das Wildgehege und die Wölfe

In Groß Schönebeck liegt das Wildpark Schorfheide, eines der größten Wildgehege Deutschlands. Auf weitläufigen Flächen leben hier Wölfe, Wisente, Elche, Rotwild und sogar Przewalski-Pferde. Für Familien ist das ein echtes Highlight, denn die Tiere lassen sich auf kilometerlangen Wegen aus nächster Nähe beobachten – ganz ohne Gitterzaun-Gefühl.

Wusstest du schon? Die Schorfheide gehört zu den wenigen Regionen Deutschlands, in denen wieder wild lebende Wölfe heimisch sind. Auf deinen Wanderungen wirst du sie zwar kaum zu Gesicht bekommen, aber das Wissen um ihre Anwesenheit verleiht jedem Schritt durch den Wald eine angenehm wilde Note.

Kaiserliche Spuren und morbider Charme

Die Geschichte der Schorfheide ist eng mit der Jagdleidenschaft mächtiger Männer verknüpft. Der Kaiserbahnhof Joachimsthal, ein liebevoll restauriertes Jugendstilkleinod, erinnert daran, dass hier einst Wilhelm II. mit seinem Hofstaat anreiste. Später nutzten auch Hermann Göring und die DDR-Führung die Wälder als exklusives Jagdrevier – ein Stück deutscher Geschichte, das man auf Schritt und Tritt spürt.

Zwischen den Bäumen findest du immer wieder verwitterte Forsthäuser, alte Alleen und vergessene Wege, die früheren Glanz erahnen lassen. Dieser Mix aus Natur und Vergänglichkeit macht das Wandern hier zu einer kleinen Zeitreise.

Kulinarik: Fisch, Wild und brandenburgische Bodenständigkeit

Nach einer langen Tour schmeckt regionale Küche gleich doppelt so gut. In den Gasthöfen rund um den Werbellinsee landet frischer Maränen- oder Zanderfisch direkt aus dem See auf dem Teller, dazu gibt es deftiges Wildgulasch aus den umliegenden Wäldern.

Ein Geheimtipp für Naschkatzen: An manchen Höfen bekommst du selbst gemachten Holundersaft, Honig aus den Schorfheide-Wäldern und eingelegte Pilze. Wer im Spätsommer unterwegs ist, sollte unbedingt ein Auge auf die Brombeerhecken am Wegesrand werfen – kostenlose Wegzehrung inklusive.

Warum die Schorfheide ein Wanderparadies ist

Wandern ohne Anstrengung, dafür mit ganz viel Auszeit

Die Schorfheide ist ein Paradies für alle, die das Wandern als Entschleunigung verstehen. Statt steiler Anstiege erwarten dich sanft wellige Wege, die durch lichte Kiefernwälder und über offene Heideflächen führen. Die Höhenunterschiede bleiben moderat, sodass du dich ganz auf die Landschaft und die wohltuende Stille konzentrieren kannst.

Gerade das macht die Region so ideal für Genusswanderer, Senioren und Familien mit Kindern. Hier muss niemand bis zur Erschöpfung kämpfen – stattdessen lädt fast jeder See zu einer Pause ein, und die ebenen Wege lassen Raum für Gespräche, Naturbeobachtung und das eine oder andere Picknick.

Naturerlebnisse, die unter die Haut gehen

Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin ist ein Hotspot für Tierbeobachtungen. Im Frühling und Herbst rasten Tausende Kraniche in den Mooren und auf den Feldern, ihr trompetenartiges Rufen gehört zu den eindrucksvollsten Naturschauspielen Brandenburgs. Mit etwas Geduld und einem Fernglas siehst du Seeadler, Biber und unzählige Wasservögel.

Besonders magisch wird es in den frühen Morgenstunden, wenn Nebelschwaden über den Seen liegen und der Wald langsam erwacht. Wer früh aufsteht, wird mit einer fast meditativen Atmosphäre belohnt, die man so selten findet. Diese Momente sind es, die das Wandern in der Schorfheide unvergesslich machen.

Gut markiert und bestens erschlossen

Die Wegequalität in der Schorfheide ist durchweg hoch. Zahlreiche Rundwanderwege sind gut ausgeschildert, und große Fernwanderwege wie der 66-Seen-Wanderweg durchqueren die Region und verbinden ihre schönsten Gewässer miteinander. Die Wege verlaufen größtenteils auf festen Wald- und Sandböden, sodass du auch nach Regen meist trockenen Fußes unterwegs bist.

Praktisch ist außerdem die gute Anbindung an Berlin: Mit der Regionalbahn erreichst du Orte wie Joachimsthal oder Eberswalde bequem, sodass sich viele Touren auch ohne Auto realisieren lassen. So wird die Schorfheide zum perfekten Tagesausflug für Stadtflüchtlinge.

Für wen sich die Region besonders lohnt

Die Schorfheide spricht ein breites Publikum an. Naturfreunde kommen wegen der seltenen Tier- und Pflanzenwelt, Familien schätzen die kindgerechten Distanzen und den Wildpark, und Ruhesuchende finden hier die seltene Kombination aus Weite, Wald und Wasser.

Auch für Fotografen ist die Region ein Traum: Das Wechselspiel aus Licht, Wasser und Wald liefert zu jeder Jahreszeit neue Motive. Im Herbst leuchten die Buchen golden, im Winter verwandelt Raureif die Kiefern in eine Märchenkulisse. Egal wann du kommst – die Schorfheide hat immer ein Bild für dich parat.

Übernachten in der Schorfheide: Gemütliche Quartiere zwischen Wald und Wasser

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Die schönsten Wanderungen in der Schorfheide

Rundwanderung um den Werbellinsee

Diese rund 25 Kilometer lange Umrundung des Werbellinsees ist der Klassiker der Schorfheide und lässt sich gut in Etappen oder als sportliche Tagestour gehen. Start- und Endpunkt ist meist die Ortschaft Altenhof am Westufer, von wo aus du dem gut ausgeschilderten Uferweg im Uhrzeigersinn folgst.

Der Weg führt dich durch schattige Buchen- und Kiefernwälder, immer wieder mit Blick auf das tiefblaue Wasser. Highlights entlang der Strecke sind die kleine Badebucht am Süßen Winkel, die Aussicht über den See bei Eichhorst und die alte Schiffsanlegestelle. Im Sommer kannst du jederzeit eine Abkühlung im glasklaren Wasser nehmen.

Die Tour ist konditionell fordernd wegen der Länge, technisch aber einfach und damit ideal für ausdauernde Genusswanderer. Wer es kürzer mag, nutzt die Fähre über den See und verkürzt die Runde. Eine Einkehr in einem der Gasthöfe am Ufer mit frischem Fisch rundet den Tag perfekt ab.

Durch den Wildpark Schorfheide bei Groß Schönebeck

Diese familienfreundliche Tour startet am Eingang des Wildparks Schorfheide in Groß Schönebeck und kombiniert Wanderspaß mit Tierbeobachtung. Auf einem rund 8 bis 10 Kilometer langen Rundweg durch das weitläufige Gehege begegnest du Wölfen, Wisenten, Elchen und Rotwild in naturnaher Umgebung.

Die Wege sind breit, eben und gut zu gehen, sodass auch Kinder problemlos mithalten. Mehrere Aussichtsplattformen und Beobachtungspunkte laden zum Verweilen ein, und an den Fütterungszeiten kommst du den Tieren besonders nahe. Der Mischwald sorgt für angenehmen Schatten an heißen Tagen.

Diese Route eignet sich perfekt für Familien, Naturpädagogen und alle, die Tiere lieben. Plane genügend Zeit ein, denn an den Gehegen bleibt man unweigerlich länger stehen als gedacht. Im Anschluss lohnt ein Besuch des nahen Jagdschlosses Schorfheide.

Etappe des 66-Seen-Wanderwegs: Joachimsthal nach Eberswalde

Der berühmte 66-Seen-Wanderweg durchquert die Schorfheide auf herrlichen Abschnitten. Die rund 20 Kilometer lange Etappe von Joachimsthal nach Eberswalde ist ideal mit der Bahn kombinierbar und führt durch das Herz des Biosphärenreservats.

Vom restaurierten Kaiserbahnhof in Joachimsthal aus tauchst du in dichte Wälder ein, passierst kleine Waldseen und das idyllische Ufer des Grimnitzsees. Unterwegs begleiten dich seltene Vogelarten und die typische Schorfheide-Stille. Der Weg ist durchgehend mit dem blauen Punkt markiert.

Die Etappe ist konditionell moderat und überwiegend flach, bietet aber jede Menge Abwechslung. Für ambitionierte Wanderer, die das Fernwandergefühl ohne Höhenstress suchen, ist diese Strecke ein echter Geheimtipp. In Eberswalde wartet ein gut angebundener Bahnhof für die Rückreise nach Berlin.

Moorwanderung am Grimnitzsee

Diese rund 12 Kilometer lange Rundtour rund um den Grimnitzsee bei Joachimsthal führt durch eine der eindrucksvollsten Moor- und Seenlandschaften der Schorfheide. Start ist am Ortsrand von Joachimsthal, von wo aus du dem Uferweg durch Schilfgürtel und feuchte Bruchwälder folgst.

Der Grimnitzsee ist ein wahres Vogelparadies. Im Frühjahr und Herbst rasten hier Kraniche, und mit etwas Glück siehst du Seeadler über das Wasser kreisen. Holzstege führen an einigen Stellen über sumpfiges Gelände, was der Tour einen abenteuerlichen Charakter verleiht.

Diese Wanderung richtet sich an Naturliebhaber und Vogelbeobachter, die die ruhige Seite der Schorfheide erleben wollen. Festes Schuhwerk ist nach Regen empfehlenswert, da die Wege in Moornähe feucht werden können. Ein Fernglas gehört unbedingt ins Gepäck.

Waldtour zum Üdersee und Eichhorst

Diese abwechslungsreiche Rundwanderung von etwa 15 Kilometern verbindet den Üdersee mit dem charmanten Ort Eichhorst am Werbellinkanal. Ausgangspunkt ist Eichhorst, von wo aus du entlang des Wassers und durch lichte Kiefernwälder wanderst.

Highlights sind der Blick über den Üdersee, die alte Schleuse am Werbellinkanal und die ruhigen Waldpassagen, in denen du oft stundenlang keinem Menschen begegnest. Der Wechsel zwischen Wasser und Wald macht den besonderen Reiz dieser Tour aus.

Die Strecke ist überwiegend flach und gut zu gehen, ideal für Genusswanderer und Paare, die einen entspannten Tag in der Natur verbringen möchten. In Eichhorst laden gemütliche Gasthäuser mit Seeblick zur verdienten Einkehr ein – die Fischbrötchen sind legendär.

Häufige Fragen

Ist die Schorfheide zum Wandern mit Kindern geeignet?

Absolut, die Schorfheide ist sogar eine der familienfreundlichsten Wanderregionen Brandenburgs. Die Wege sind überwiegend flach und gut ausgebaut, sodass auch kleinere Kinder ohne große Anstrengung mithalten können.

Besonders der Wildpark Schorfheide bei Groß Schönebeck ist ein Magnet für Familien, denn hier können Kinder Wölfe, Elche und Wisente aus nächster Nähe beobachten. Auch die vielen Seen bieten im Sommer willkommene Bade- und Spielpausen. Plane einfach genügend Zeit für Entdeckungen ein, dann wird der Wandertag zum Abenteuer für die ganze Familie.

Kann ich meinen Hund mit auf die Wanderungen nehmen?

Ja, die Schorfheide ist grundsätzlich ein gutes Wandergebiet für Hunde. Auf den meisten Wegen darf dein Vierbeiner mitlaufen, allerdings solltest du ihn im Biosphärenreservat und besonders während der Brut- und Setzzeit im Frühling unbedingt an der Leine führen.

Da hier Wildtiere wie Rehe, Kraniche und sogar Wölfe leben, ist Rücksichtnahme besonders wichtig. Im Wildpark selbst sind Hunde meist nicht erlaubt. Wasserstellen gibt es dank der vielen Seen reichlich, sodass dein Hund unterwegs immer eine Abkühlung findet. Denke an ausreichend Trinkwasser auch für dich an heißen Tagen.

Wie komme ich ohne Auto in die Schorfheide?

Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist erfreulich unkompliziert. Von Berlin aus erreichst du mit der Regionalbahn bequem Orte wie Eberswalde, Joachimsthal oder Groß Schönebeck, die ideale Ausgangspunkte für viele Touren sind.

Besonders praktisch ist die gute Anbindung an den 66-Seen-Wanderweg, dessen Etappen sich hervorragend mit Bahnhöfen verbinden lassen. So kannst du eine Strecke wandern und musst nicht zum Ausgangspunkt zurückkehren. Vor Ort verkehren teils auch Busse, allerdings nicht sehr engmaschig, weshalb du die Fahrpläne vorab prüfen solltest.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern in der Schorfheide?

Die Schorfheide hat zu jeder Jahreszeit ihren Reiz, doch Frühling und Herbst gelten als besonders lohnend. Im Frühjahr erwacht der Wald, die Vögel kehren zurück und die ersten Kraniche rasten in den Mooren. Der Herbst verzaubert mit goldenem Laub und der eindrucksvollen Kranichrast.

Der Sommer eignet sich hervorragend zum Kombinieren von Wandern und Baden in den klaren Seen, kann aber an heißen Tagen schweißtreibend werden. Der Winter wiederum bietet eine stille, fast magische Atmosphäre, wenn Raureif die Kiefern überzieht. Letztlich ist jede Saison eine gute Wahl.

Wie anspruchsvoll sind die Wanderwege?

Die Wege in der Schorfheide sind technisch durchweg einfach und damit auch für Einsteiger gut geeignet. Die Landschaft ist flach bis sanft wellig, größere Höhenunterschiede oder steile Anstiege gibt es nicht.

Die größte Herausforderung liegt eher in der Länge mancher Touren, etwa bei der Umrundung des Werbellinsees mit rund 25 Kilometern. Wer auf seine Kondition achtet, kann die Strecken aber flexibel verkürzen. Die meisten Wege verlaufen auf festen Wald- und Sandböden, lediglich in Moornähe wird es nach Regen mitunter feucht und matschig.

Gibt es unterwegs Einkehrmöglichkeiten?

Ja, vor allem rund um den Werbellinsee und in größeren Orten wie Joachimsthal oder Eichhorst findest du gemütliche Gasthöfe und Restaurants. Dort werden regionale Spezialitäten wie frischer Fisch aus dem See oder deftiges Wildgulasch serviert.

In den abgelegeneren Waldgebieten solltest du allerdings nicht auf eine Einkehr hoffen, hier ist man oft kilometerweit allein unterwegs. Es empfiehlt sich daher, ausreichend Proviant und Wasser mitzunehmen. Ein kleines Picknick an einem der vielen Seeufer ist ohnehin eines der schönsten Erlebnisse, das die Schorfheide zu bieten hat.

Kann man in der Schorfheide Wölfe sehen?

Die Schorfheide gehört tatsächlich zu den Regionen Deutschlands, in denen wieder wild lebende Wölfe heimisch sind. Wild lebende Tiere zu Gesicht zu bekommen ist allerdings extrem selten, da Wölfe sehr scheu sind und den Menschen meiden.

Wer Wölfe garantiert sehen möchte, besucht den Wildpark Schorfheide bei Groß Schönebeck, wo die Tiere in großen, naturnahen Gehegen leben und gut beobachtet werden können. Auf deinen Wanderungen durch die freie Natur bleibt die Begegnung mit einem Wolf ein unwahrscheinliches, aber faszinierendes Gedankenspiel, das jedem Waldspaziergang eine wilde Note verleiht.

Brauche ich spezielle Ausrüstung?

Für die meisten Wanderungen in der Schorfheide reicht eine normale Wanderausrüstung völlig aus. Bequeme, knöchelhohe Wanderschuhe sind empfehlenswert, da die Wege teilweise über Sand und Waldböden führen.

In moornahen Gebieten wie am Grimnitzsee solltest du wasserfeste Schuhe einplanen, da der Boden dort feucht sein kann. Ein Fernglas lohnt sich für Vogelbeobachtungen, und im Sommer gehören Sonnenschutz sowie Mückenspray ins Gepäck, denn an den Gewässern können Stechmücken lästig werden. Ansonsten genügt für die Genusswanderungen leichtes, an die Jahreszeit angepasstes Gepäck.

Sind die Wege gut markiert?

Die Wegemarkierung in der Schorfheide ist überwiegend sehr gut. Die großen Fernwanderwege wie der 66-Seen-Wanderweg sind durchgehend mit einem blauen Punkt gekennzeichnet und leicht zu folgen.

Auch die Rundwanderwege rund um die Seen sind in der Regel gut ausgeschildert. Dennoch empfiehlt es sich, eine Wanderkarte oder eine GPS-App auf dem Smartphone dabeizuhaben, da in den weitläufigen Wäldern Abzweigungen leicht zu übersehen sind. So bleibst du auch dann auf Kurs, wenn ein Schild einmal fehlt oder verwittert ist.

Kann man Wandern und Baden kombinieren?

Ja, und das ist sogar einer der größten Pluspunkte der Region. Die Schorfheide ist gespickt mit klaren, sauberen Seen, allen voran der tiefe und glasklare Werbellinsee, der zu den besten Badegewässern Brandenburgs zählt.

Viele Wanderwege führen direkt am Ufer entlang oder an versteckten Badebuchten vorbei, sodass du jederzeit eine erfrischende Pause einlegen kannst. Im Hochsommer ist ein Handtuch und Badekleidung im Rucksack daher fast Pflicht. Die Kombination aus Wandern und Schwimmen macht die warmen Monate in der Schorfheide besonders genussvoll.

Gibt es geführte Wanderungen?

Ja, im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin werden regelmäßig geführte Touren angeboten, oft mit Schwerpunkt auf Natur- und Tierbeobachtung. Besonders zur Zeit der Kranichrast im Herbst sind fachkundig begleitete Wanderungen sehr beliebt.

Solche Führungen lohnen sich, weil erfahrene Ranger und Naturführer dir Details über die Tier- und Pflanzenwelt verraten, die du allein leicht übersehen würdest. Informationen zu Terminen findest du bei der Verwaltung des Biosphärenreservats oder bei den örtlichen Touristeninformationen in Joachimsthal und Eberswalde. Eine Voranmeldung ist meist empfehlenswert.

Wie lang sollte man für einen Besuch einplanen?

Für einen ersten Eindruck reicht ein Tagesausflug von Berlin aus völlig, etwa eine Tour rund um den Werbellinsee oder durch den Wildpark. Wer die Region jedoch wirklich kennenlernen möchte, sollte sich ein Wochenende oder mehr Zeit gönnen.

Mit mehreren Tagen kannst du verschiedene Landschaften erkunden, vom Klarwassersee über die Moore bis zu den weiten Wäldern. Eine Mehrtagestour entlang des 66-Seen-Wanderwegs ist ebenfalls eine wunderbare Option. Die Schorfheide belohnt jeden, der ihr etwas Zeit schenkt, mit immer neuen Eindrücken und einer tiefen Ruhe.

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