Welliges Mittelgebirge mit Tälern
Wandern im Sauerland: Bergland der Wälder, Seen und stillen Höhen
Wandern im Sauerland
Manchmal braucht es keine Alpen, um sich klein und glücklich zu fühlen. Es reicht ein Morgen im Sauerland, wenn der Nebel noch zwischen den Fichten hängt, der erste Sonnenstrahl die Bergkuppen küsst und du auf einem stillen Höhenweg stehst, der sich endlos durch das wellige Bergland zieht. Hier, im grünen Herzen Westfalens, wartet eine Landschaft, die viele unterschätzen und dann staunend wieder verlassen.
Das Sauerland ist ein Land der sanften Berge und tiefen Täler, der dunklen Wälder und glitzernden Talsperren. Mit dem Rothaargebirge als Rückgrat erhebt sich hier das höchste Mittelgebirge Nordwestdeutschlands. Wer den Kahlen Asten erklimmt, steht plötzlich auf über 840 Metern und blickt über ein Meer aus Wäldern, das bis zum Horizont reicht. Im Tal funkeln die großen Seen wie der Hennesee oder der Möhnesee, an deren Ufern sich Spaziergänger und Wanderer gleichermaßen verlieren.
Doch das Sauerland ist mehr als nur Natur. Es ist auch das Land der gemütlichen Fachwerkdörfer, der herzhaften Westfalenküche und der Menschen, die noch wissen, was ein ordentliches Bier und ein deftiges Vesper wert sind. Nach einer langen Tour über die Höhen schmeckt das Pumpernickel auf der Hüttenterrasse einfach besser.
Mit Fernwanderwegen wie dem Rothaarsteig und dem Sauerland-Höhenflug gehört die Region zu den besten Wanderzielen Deutschlands. Markierte Wege, abwechslungsreiche Etappen und überraschend wilde Ecken machen jeden Schritt zu einem kleinen Abenteuer. Schnür die Stiefel, pack die Brotzeit ein und entdecke ein Mittelgebirge, das dich mit jeder Höhenmeter mehr verzaubert.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
Bis 841 m (Kahler Asten)
Geländecharakter
Waldwege, Pfade, Höhenrücken
Infrastruktur
Sehr gut ausgebaut, gut markiert
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober
Höhepunkte des Sauerlands: Natur, Kultur und Genuss
Das Rothaargebirge: Rückgrat des Sauerlands
Wer das Sauerland verstehen will, muss auf seine Höhen steigen. Das Rothaargebirge zieht sich wie ein bewaldeter Wirbel durch die Region und gipfelt im Kahlen Asten bei Winterberg, der mit 841 Metern zu den höchsten Erhebungen Nordwestdeutschlands zählt. Von der Astenturm-Plattform reicht der Blick an klaren Tagen über unzählige Bergkuppen, und du verstehst schnell, warum man hier von einem grünen Meer spricht.
Rund um den Kahlen Asten erstreckt sich die einzigartige Hochheide, ein Stück nordische Landschaft mitten in Deutschland. Im Spätsommer blüht das Heidekraut violett, der Wind pfeift über die Kuppen und für einen Moment fühlt es sich an, als wärst du in Skandinavien gelandet. Wusstest du schon, dass auf dem Kahlen Asten regelmäßig Schneehöhen gemessen werden, die selbst Alpenbewohner staunen lassen?
Seen und Talsperren: Wasserwelten im Bergland
Das Sauerland ist nicht nur Berg, sondern auch Wasser. Die großen Talsperren prägen die Region wie blaue Augen in der grünen Landschaft. Der Möhnesee im Norden ist ein beliebtes Ausflugsziel mit langen Uferwegen, der Hennesee bei Meschede lockt mit Wanderwegen direkt am Wasser, und der Sorpesee verbindet Badevergnügen mit ruhigen Spazierrouten.
Besonders der Diemelsee und der Biggesee bieten Kombinationen aus Wandern und Wasserspaß. Schiffsrundfahrten, Uferpfade und schattige Picknickplätze machen die Seen zu perfekten Etappenzielen. Wusstest du schon, dass die Möhnetalsperre einst zu den größten Stauseen Europas zählte und bis heute ein technisches und landschaftliches Wahrzeichen ist?
Fachwerk, Kultur und westfälische Gemütlichkeit
Zwischen den Wäldern verstecken sich charmante Orte wie Bad Berleburg, Schmallenberg oder das historische Hallenberg, deren Fachwerkhäuser von einer langen Geschichte erzählen. In Brilon kannst du entlang der ältesten Linde Westfalens spazieren, und das Schieferdorf Holthausen zeigt die traditionelle Bauweise der Region.
Kulturell hat das Sauerland mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick vermutet. Bergbaumuseen, alte Schiefergruben und die Atta-Höhle bei Attendorn erzählen von der Vergangenheit unter Tage. Letztere ist übrigens eine der größten Tropfsteinhöhlen Deutschlands, ein kühles Abenteuer für regnerische Tage.
Kulinarik: Deftig, ehrlich und herzhaft
Nach dem Wandern wird im Sauerland ordentlich aufgetischt. Die westfälische Küche kennt keine halben Sachen: Pumpernickel, Mettwurst, Sauerländer Schinken und kräftige Eintöpfe stehen auf der Karte. Dazu ein frisch gezapftes Bier aus einer der zahlreichen regionalen Brauereien, und der Wandertag findet seinen perfekten Abschluss.
Geheimtipp: Viele Hütten und Berggasthöfe servieren hausgemachte Kuchen, die nach einer langen Tour fast schon verboten gut schmecken. Halte besonders Ausschau nach der typischen Buchweizentorte. Und wer es regional mag, probiert den Sauerländer Honig direkt vom Imker am Wegesrand.
Wander-Highlights im Sauerland: Höhenwege und Waldzauber
Fernwanderwege der Extraklasse
Das Sauerland ist eine echte Wanderregion mit Weltklasse-Wegen. Der Rothaarsteig zieht sich über rund 154 Kilometer von Brilon bis nach Dillenburg und wurde mehrfach als Qualitätsweg ausgezeichnet. Er führt entlang der Kammlinien des Rothaargebirges, immer wieder mit weiten Ausblicken, durch alte Buchenwälder und vorbei an den Quellen von Lahn, Eder und Sieg.
Mindestens ebenso beeindruckend ist der Sauerland-Höhenflug, der auf etwa 250 Kilometern die schönsten Höhenzüge verbindet. Sein Name ist Programm: Du wanderst fast durchgehend auf den Bergrücken, mit ständigen Panoramablicken und einem Gefühl von Weite, das man einem Mittelgebirge kaum zutraut. Beide Wege sind perfekt markiert und in gut machbare Etappen unterteilt.
Wegequalität und Markierung
Was das Sauerland besonders angenehm macht, ist die durchdachte Infrastruktur. Die Wege sind hervorragend ausgeschildert, mit klaren Logos und Wegweisern, sodass du dich auch ohne ständigen Blick auf die App zurechtfindest. Viele Routen tragen das Siegel "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland", was für sorgfältig gepflegte Pfade und abwechslungsreiche Streckenführung steht.
Du wanderst hier überwiegend auf naturnahen Waldwegen, weichen Waldböden und schmalen Pfaden. Asphalt bleibt die Ausnahme. Besonders schön: Immer wieder wechseln sich dichte Wälder mit offenen Höhen, blühenden Wiesen und Aussichtspunkten ab, sodass keine Langeweile aufkommt.
Für jede Kondition das passende Erlebnis
Das Sauerland ist kein Hochgebirge, aber unterschätzen sollte man die Höhenmeter nicht. Die welligen Bergrücken bedeuten ständiges Auf und Ab, was auch geübte Wanderer fordert. Gleichzeitig gibt es unzählige gemütliche Rundwege und Themenpfade, die sich perfekt für Familien und Genusswanderer eignen.
Wer es sportlich mag, kombiniert mehrere Etappen der Fernwege zu einer mehrtägigen Tour. Wer lieber entspannt unterwegs ist, wählt einen der vielen kurzen Premiumwege rund um die Orte. Für Familien mit Kindern bieten sich Erlebnispfade und Wege rund um die Seen an, wo es viel zu entdecken gibt.
Naturerlebnisse und Aussichtspunkte
Aussichtstürme wie der Astenturm, der Lörmecketurm oder der Aussichtsturm auf dem Hunau gehören zu den Höhepunkten jeder Tour. Von hier oben schweift der Blick über das endlose Waldmeer, und an klaren Tagen erkennt man sogar entfernte Höhenzüge. Im Herbst, wenn sich die Buchenwälder in Gold und Rot verfärben, wird das Sauerland zu einem wahren Farbenrausch.
Tierfreunde kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Mit etwas Glück siehst du Rotwild im Morgennebel, hörst Spechte in den alten Wäldern oder beobachtest Greifvögel über den Höhen. In der Wisent-Wildnis bei Bad Berleburg kannst du sogar freilebende Wisente erleben, ein einzigartiges Naturprojekt mitten in Deutschland.
Übernachten im Sauerland: Wanderhotels zwischen Wald und Höhenluft
Die schönsten Wandertouren im Sauerland
Rothaarsteig-Etappe: Von Winterberg zum Kahlen Asten
Diese klassische Tagesetappe des Rothaarsteigs führt dich von Winterberg hinauf auf den Kahlen Asten, den heimlichen König des Sauerlands. Du startest mitten im Wintersportort und tauchst schnell in dichte Fichten- und Buchenwälder ein, die dich mit ihrer Stille empfangen. Der Weg ist hervorragend markiert mit dem charakteristischen weißen "R" auf rotem Grund.
Nach stetigem, aber gut machbarem Anstieg öffnet sich die Landschaft, und du erreichst die Hochheide am Kahlen Asten. Der Astenturm und die Wetterstation thronen auf der Kuppe, und von der Aussichtsplattform reicht der Blick über das gesamte Rothaargebirge. Die karge Heidelandschaft auf über 800 Metern fühlt sich an wie eine andere Welt.
Die Tour ist ideal für ambitionierte Wanderer, die Höhenmeter und Panorama suchen. Einkehrmöglichkeiten gibt es sowohl in Winterberg als auch am Astenturm selbst. Plane festes Schuhwerk und Windschutz ein, denn auf der Höhe kann es selbst im Sommer frisch und windig werden.
Möhnesee-Rundweg: Wasser, Wald und Weite
Rund um den Möhnesee führt ein abwechslungsreicher Wanderweg, der sich besonders für entspannte Tage und Familien eignet. Du startest am besten am Möhnesee-Damm, einem imposanten Bauwerk, das die nördliche Grenze des Sauerlands markiert. Von hier folgst du den Uferwegen, die mal direkt am Wasser, mal durch schattige Wälder verlaufen.
Der südliche Teil des Sees grenzt an das Naturschutzgebiet, wo du mit etwas Glück zahlreiche Wasservögel beobachten kannst. Aussichtspunkte und Rastplätze laden immer wieder zum Verweilen ein, und das glitzernde Wasser begleitet dich fast die gesamte Strecke. Der Wechsel zwischen offenen Uferpartien und kühlen Waldabschnitten macht den Weg nie eintönig.
Da der Rundweg recht lang ist, kannst du ihn beliebig kürzen oder mit einer Schiffsrundfahrt kombinieren. Cafés und Restaurants entlang des Ufers sorgen für Einkehr. Perfekt für alle, die Wasser lieben und gemütlich wandern möchten, ohne große Höhenmeter zu sammeln.
Sauerland-Höhenflug: Etappe rund um Schmallenberg
Die Höhenwege rund um Schmallenberg gehören zu den schönsten Abschnitten des Sauerland-Höhenflugs. Du startest im charmanten Fachwerkort Schmallenberg und steigst zügig auf die umliegenden Höhenzüge. Der Weg trägt seinen Namen zu Recht, denn fast durchgehend wanderst du auf Bergrücken mit weiten Ausblicken über das Schmallenberger Sauerland.
Unterwegs passierst du offene Wiesentäler, kleine Schieferdörfer und immer wieder Panoramapunkte, an denen sich das wellige Bergland bis zum Horizont ausbreitet. Die Mischung aus Wald und offener Landschaft macht diese Etappe besonders abwechslungsreich. Im Spätsommer blühen die Wiesen, im Herbst leuchten die Buchenwälder.
Diese Tour eignet sich für geübte Wanderer, die mehrere Stunden unterwegs sein möchten. Schmallenberg selbst bietet zahlreiche Gasthöfe mit westfälischer Küche, sodass du den Tag genussvoll ausklingen lassen kannst. Wer mehrtägig wandert, findet hier ideale Anschlussetappen.
Hennesee-Höhenweg bei Meschede
Der Hennesee bei Meschede ist ein echtes Juwel und der gleichnamige Höhenweg führt dich auf abwechslungsreichen Pfaden rund um die Talsperre. Du startest meist am Staudamm oder am Sport- und Freizeitzentrum und wanderst zunächst entlang des Ufers, bevor der Weg in die bewaldeten Höhen aufsteigt.
Von den Hängen oberhalb des Sees genießt du immer wieder herrliche Tiefblicke auf das türkisblaue Wasser. Der Weg verläuft auf naturnahen Pfaden durch Mischwald, vorbei an Aussichtspunkten und ruhigen Buchten. Besonders schön ist der Kontrast zwischen dem stillen Wald und dem weiten Wasser, das je nach Lichtstimmung die Farbe wechselt.
Die Tour ist mittelschwer und gut für einen halben Tagesausflug geeignet. Unterwegs gibt es Rastmöglichkeiten, und die Stadt Meschede mit ihren Einkehrmöglichkeiten ist schnell erreichbar. Ideal für Wanderer, die Seenidylle und Waldatmosphäre verbinden möchten.
Bruchhauser Steine: Felsen mit Geschichte
Die Bruchhauser Steine bei Olsberg gehören zu den eindrucksvollsten Naturdenkmälern des Sauerlands. Auf dieser Rundtour wanderst du durch Wald hinauf zu den vier markanten Felsmassiven aus Vulkangestein, die schon vor Jahrtausenden von Menschen aufgesucht wurden. Der Aufstieg ist abwechslungsreich und gut beschildert.
Oben angekommen, erwartet dich ein grandioser Rundblick über das Rothaargebirge. Der Feldstein, der höchste der Steine, ist über Treppen und Stufen begehbar und belohnt mit einem fantastischen Panorama. Die Felsen stehen unter Naturschutz und gelten als eines der ältesten Kulturdenkmäler der Region, was der Tour eine fast mystische Atmosphäre verleiht.
Diese Rundwanderung eignet sich für Familien und Naturliebhaber gleichermaßen. Am Infozentrum erfährst du Wissenswertes über die Geologie und Geschichte des Ortes. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert, da die letzten Meter zu den Felsen über Stufen und schmale Pfade führen.
Wisent-Pfad bei Bad Berleburg
Eine besondere Tour für Familien und Tierfreunde führt durch die Wisent-Wildnis am Rothaarsteig bei Bad Berleburg. Hier lebt eine freie Herde europäischer Wisente, die größten Landsäugetiere des Kontinents, in einem weitläufigen Waldgebiet. Der Wanderweg führt durch ihr Gehege und ermöglicht mit etwas Glück Begegnungen mit den imposanten Tieren.
Der Pfad verläuft durch dichten Wald und über offene Lichtungen, immer entlang gut markierter Wege. Informationstafeln erklären die Geschichte des Wiederansiedlungsprojekts, das einzigartig in Deutschland ist. Die Kombination aus Wanderung und Wildbeobachtung macht diese Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis, besonders für Kinder.
Die Strecke ist familienfreundlich und ohne große Anstrengung zu bewältigen. Am Eingang gibt es ein Besucherzentrum mit weiteren Informationen. Wer Wildtiere in freier Natur erleben möchte, findet hier eine der spannendsten Touren des gesamten Sauerlands.
Häufige Fragen
Ist das Sauerland zum Wandern mit Kindern geeignet?
Absolut, das Sauerland ist ein hervorragendes Ziel für Familien mit Kindern. Es gibt zahlreiche kurze Rundwege, Erlebnispfade und Themenwege, die speziell auf jüngere Wanderer zugeschnitten sind. Besonders beliebt sind die Wege rund um die Seen wie den Sorpesee oder Hennesee, wo es viel zu entdecken gibt und die Strecken meist flach verlaufen.
Highlights für Kinder sind die Wisent-Wildnis bei Bad Berleburg, wo echte Wisente beobachtet werden können, sowie die Atta-Höhle bei Attendorn. Viele Wege bieten unterwegs Spielplätze, Rastplätze und Einkehrmöglichkeiten. Plane bei kleinen Kindern lieber kürzere Etappen und genügend Pausen ein, dann wird der Wandertag für die ganze Familie zum Erlebnis.
Kann ich im Sauerland gut mit Hund wandern?
Das Sauerland ist ein echtes Paradies für Wanderer mit Hund. Die weitläufigen Wälder, kühlen Bäche und schattigen Wege bieten ideale Bedingungen für deinen Vierbeiner. Auf den meisten Wegen sind Hunde willkommen, sollten aber besonders in Naturschutzgebieten und während der Brut- und Setzzeit an der Leine geführt werden.
Achte darauf, dass dein Hund bei längeren Touren genug Wasser bekommt, denn an heißen Tagen kann es auf den offenen Höhen warm werden. Viele Gasthöfe und Hüttenwirtschaften sind hundefreundlich und stellen oft sogar einen Wassernapf bereit. In der Wisent-Wildnis und in der Atta-Höhle sind Hunde allerdings nicht erlaubt, das solltest du bei der Planung berücksichtigen.
Welche Wanderwege im Sauerland sind die bekanntesten?
Die beiden Stars unter den Wanderwegen sind der Rothaarsteig und der Sauerland-Höhenflug. Der Rothaarsteig erstreckt sich über rund 154 Kilometer von Brilon bis Dillenburg und gilt als einer der schönsten Fernwanderwege Deutschlands. Er führt entlang der Kammlinien des Rothaargebirges und ist in gut machbare Etappen unterteilt.
Der Sauerland-Höhenflug verbindet auf etwa 250 Kilometern die schönsten Höhenzüge der Region und besticht durch ständige Panoramablicke. Daneben gibt es zahlreiche zertifizierte Premiumwege und Rundwege rund um die einzelnen Orte. Egal ob mehrtägige Tour oder Tagesausflug, das Wegenetz ist hervorragend ausgebaut und beschildert.
Wann ist die beste Jahreszeit zum Wandern im Sauerland?
Das Sauerland lässt sich grundsätzlich das ganze Jahr über erwandern, doch jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz. Der Frühling und Sommer sind ideal für lange Touren, wenn die Wälder grün leuchten und die Wiesen blühen. Die Temperaturen sind angenehm, und die Tage lang genug für ausgedehnte Etappen.
Besonders magisch ist der Herbst, wenn sich die Buchenwälder in leuchtende Gold- und Rottöne verwandeln und die Hochheide am Kahlen Asten in warmem Licht erstrahlt. Im Winter zeigt sich das Sauerland als verschneite Wunderwelt, dann sind allerdings die Höhenlagen entsprechend kalt und es sollte mit Schnee gerechnet werden. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung gehören das ganze Jahr über dazu.
Wie anstrengend sind die Wanderungen im Sauerland?
Auch wenn das Sauerland kein Hochgebirge ist, sollte man die Anstrengung nicht unterschätzen. Das wellige Mittelgebirge bedeutet ständiges Auf und Ab, sodass auch geübte Wanderer ordentlich Höhenmeter sammeln. Die Fernwanderwege fordern eine gute Grundkondition, vor allem wenn mehrere Etappen verbunden werden.
Gleichzeitig gibt es jedoch unzählige gemütliche Rundwege und flache Strecken rund um die Seen, die auch für weniger geübte Wanderer und Familien gut machbar sind. Du kannst die Schwierigkeit also weitgehend selbst bestimmen. Wichtig ist passendes Schuhwerk, denn die naturnahen Pfade können bei Nässe rutschig werden.
Gibt es im Sauerland gute Einkehrmöglichkeiten unterwegs?
Ja, das Sauerland ist bekannt für seine herzliche Gastfreundschaft und gute Verpflegung. Entlang der meisten Wanderwege findest du Berggasthöfe, Hüttenwirtschaften und Cafés, in denen deftige westfälische Küche serviert wird. Pumpernickel, Sauerländer Schinken, kräftige Eintöpfe und hausgemachte Kuchen gehören zum Standardrepertoire.
Besonders in den Orten und an beliebten Aussichtspunkten gibt es zahlreiche Einkehrmöglichkeiten. Auf abgelegeneren Etappen solltest du dennoch immer eine kleine Brotzeit und ausreichend Wasser dabeihaben, da nicht jede Hütte durchgehend geöffnet ist. Ein Tipp: Probiere unbedingt das regionale Bier aus einer der vielen kleinen Brauereien.
Wie komme ich am besten ins Sauerland?
Das Sauerland ist gut erreichbar, sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Mit dem Auto gelangst du über die Autobahnen A44, A45 und A46 in die Region. Beliebte Ausgangsorte wie Winterberg, Schmallenberg, Meschede oder Brilon sind gut ausgeschildert und verfügen über Parkmöglichkeiten an den Wanderwegen.
Mit der Bahn erreichst du mehrere Orte direkt, etwa Winterberg, Brilon oder Meschede. Vor Ort gibt es zudem ein Netz aus Bussen, die viele Wanderparkplätze und Startpunkte anfahren. Gerade für Streckenwanderungen ist die Kombination aus Bahn und Bus praktisch, da du so nicht zum Ausgangspunkt zurückkehren musst.
Brauche ich eine spezielle Ausrüstung zum Wandern im Sauerland?
Für die meisten Touren reicht eine solide Wanderausrüstung völlig aus. Wichtig sind feste, knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil, da viele Wege über naturnahe Pfade und Waldböden verlaufen, die bei Nässe rutschig werden können. Wetterfeste Kleidung im Zwiebelprinzip ist ebenfalls empfehlenswert, da sich das Wetter auf den Höhen schnell ändern kann.
Auf den Höhenlagen wie dem Kahlen Asten kann es selbst im Sommer windig und kühl sein, daher lohnt sich eine Windjacke. Eine Karte oder Wander-App, ausreichend Wasser und eine kleine Verpflegung gehören in jeden Rucksack. Für mehrtägige Touren empfiehlt sich zusätzlich Wechselkleidung und ein verlässlicher Tagesplan mit Übernachtungsmöglichkeiten.
Welche Aussichtspunkte sollte ich im Sauerland nicht verpassen?
Das Sauerland ist reich an grandiosen Aussichtspunkten. Allen voran steht der Kahle Asten mit dem Astenturm, von dem aus du über das gesamte Rothaargebirge blickst. Auch der Lörmecketurm bei Warstein und der Aussichtsturm auf der Hunau bieten weite Panoramen über das Waldmeer.
Ein besonderes Erlebnis sind die Bruchhauser Steine bei Olsberg, deren Felsmassive einen einzigartigen Rundblick ermöglichen. Wer die Seen liebt, sollte die Aussichtspunkte oberhalb des Hennesees und des Diemelsees ansteuern. Im Herbst, wenn die Wälder in Farben leuchten, sind diese Aussichten besonders eindrucksvoll und ein echtes Highlight jeder Wanderung.
Gibt es geführte Wanderungen im Sauerland?
Ja, in vielen Orten des Sauerlands werden geführte Wanderungen angeboten, die sich besonders für Ortsunkundige und Einsteiger eignen. Lokale Wanderführer kennen die schönsten Pfade, Geheimtipps und erzählen unterwegs viel Wissenswertes über die Natur, Geschichte und Kultur der Region.
Die Tourismusverbände der Orte wie Winterberg, Schmallenberg oder Brilon bieten regelmäßig thematische Führungen an, etwa zu den Bruchhauser Steinen, zur Wisent-Wildnis oder entlang der Höhenwege. Solche geführten Touren sind eine schöne Gelegenheit, die Region intensiver kennenzulernen und gleichzeitig Gleichgesinnte zu treffen. Eine vorherige Anmeldung ist meist empfehlenswert.
Kann man im Sauerland mehrtägige Wandertouren machen?
Das Sauerland ist geradezu prädestiniert für mehrtägige Wanderungen. Mit dem Rothaarsteig und dem Sauerland-Höhenflug stehen dir zwei großartige Fernwanderwege zur Verfügung, die in mehrere Tagesetappen unterteilt sind. So kannst du tagelang durch die Wälder und über die Höhen wandern und jeden Abend in einem neuen Ort übernachten.
Entlang der Wege gibt es zahlreiche wanderfreundliche Unterkünfte, von gemütlichen Gasthöfen bis zu komfortablen Wanderhotels. Viele Betriebe bieten Gepäcktransfer an, sodass du nur mit leichtem Tagesrucksack unterwegs sein musst. Eine gute Planung mit Etappenzielen und reservierten Übernachtungen sorgt für ein entspanntes Wandererlebnis über mehrere Tage.
Ist das Sauerland auch bei schlechtem Wetter einen Besuch wert?
Definitiv, auch bei Regen oder Nebel hat das Sauerland seinen ganz eigenen Charme. Die Wälder wirken im Nebel fast mystisch, und ein leichter Regen gehört zum Mittelgebirge einfach dazu. Mit der richtigen Kleidung lässt sich auch bei feuchtem Wetter wunderbar wandern, oft sind die Wege dann sogar besonders ruhig und stimmungsvoll.
Für richtig regnerische Tage bietet die Region zudem zahlreiche Alternativen. Die Atta-Höhle bei Attendorn, eine der größten Tropfsteinhöhlen Deutschlands, bleibt unabhängig vom Wetter angenehm. Auch Bergbaumuseen, Schieferbergwerke und gemütliche Cafés sind perfekte Ziele, wenn der Himmel mal nicht mitspielt.