Wandern im Salzkammergut: Wo Berge, Seen und Geschichte zusammenfinden
Wandern • Salzkammergut Oberösterreich

Wandern im Salzkammergut: Wo Berge, Seen und Geschichte zusammenfinden

Türkisblaue Seen, weiße Gipfel und Almen zum Verweilen: Hier findest du deine perfekte Bergtour, egal ob gemütlich oder wild.

Wandern im Salzkammergut

Es gibt Regionen, die man einmal sieht und nie wieder vergisst. Das Salzkammergut ist genau so ein Ort. Zwischen türkis schimmernden Seen, schroffen Kalkgipfeln und sanften Almwiesen liegt eine Landschaft, die aussieht, als hätte ein Maler sie mit besonderer Sorgfalt entworfen. Und tatsächlich: Kaiser, Künstler und Komponisten waren hier zu Gast, seit über hundert Jahren pilgern Erholungssuchende in die frische Bergluft dieser Region im Herzen Oberösterreichs.

Wer hier wandert, taucht in eine Welt ein, in der jeder Schritt eine neue Postkarte offenbart. Der Hallstättersee liegt an manchen Morgen so still da, dass sich die Berge perfekt in ihm spiegeln. Der Wolfgangsee lockt mit Badebuchten, in denen man nach der Tour die Füße ins kühle Wasser hängen lässt. Und über allem thront der Dachstein, ewiger Wächter mit Gletscher, dessen weiße Flanken selbst im Hochsommer glitzern.

Das Besondere am Salzkammergut ist diese seltene Mischung: Hier musst du dich nicht entscheiden zwischen gemütlichem Seeuferspaziergang und alpinem Gipfelabenteuer. Beides liegt oft nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Familien finden flache Themenwege, ambitionierte Bergsteiger stürzen sich in hochalpine Klettersteige, und alle dazwischen wandern über blühende Almen von Hütte zu Hütte.

Dazu kommt das kulturelle Erbe. Der Name verrät es: Salz war hier über Jahrtausende weißes Gold. In Hallstatt gruben Menschen schon vor 7.000 Jahren nach dem kostbaren Mineral, ein UNESCO-Welterbe erinnert daran. Und wenn du nach einer Tour in einem der urigen Gasthäuser sitzt, mit einem frisch gebratenen Reinanken-Filet und einem kühlen Glas Most, dann verstehst du, warum die Menschen hier so an ihrer Heimat hängen. Willkommen im Salzkammergut, wo Wandern nicht nur Sport ist, sondern ein Gefühl.

Topografie & Landschaft

Seen, Kalkalpen, Almen

Höhenlage

Bis 2.995 m (Hoher Dachstein)

Geländecharakter

Seeuferwege, Bergpfade, Klettersteige

Infrastruktur

Bahnen, Hütten, gut markiert

Beste Reisezeit

Mai bis Oktober

Navigation

Was das Salzkammergut so einzigartig macht

Hallstatt und das weiße Gold

Kaum ein Ort verkörpert das Salzkammergut so sehr wie Hallstatt. Das kleine Dorf klemmt sich zwischen steilen Berghang und See, die bunten Häuser stapeln sich fast übereinander, und über allem liegt eine fast unwirkliche Ruhe, sobald die Tagesbusse abgereist sind. Kein Wunder, dass dieser Ort zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt und weltweit fotografiert wird.

Doch Hallstatt ist mehr als ein Fotomotiv. Hoch über dem Dorf liegt das älteste Salzbergwerk der Welt, in dem schon vor über 7.000 Jahren Menschen nach Salz gruben. Eine Fahrt mit der Standseilbahn hinauf zum Salzberg lohnt sich, oben wartet nicht nur die Bergwerksführung, sondern auch das berühmte Skywalk-Aussichtsplateau mit Blick über See und Ort. Wusstest du schon? In Hallstatt fand man das älteste erhaltene Holztreppengerüst Europas, mitten im Berg konserviert vom Salz.

Seen, so klar, dass man staunt

Das Salzkammergut zählt weit über 70 Seen, und jeder hat seinen eigenen Charakter. Der Wolfgangsee mit dem berühmten Weißen Rössl gehört zu den lebhaftesten, während der Almsee im Almtal wie ein verwunschener Spiegel zwischen Bergen liegt. Der Gosausee mit dem Dachstein im Hintergrund gilt vielen als schönster Bergsee Österreichs.

Was diese Gewässer verbindet, ist ihre außergewöhnliche Wasserqualität. Viele haben Trinkwasserqualität und leuchten je nach Lichteinfall türkis, smaragdgrün oder tiefblau. Nach einer Wanderung ins kühle Nass zu springen ist hier fast ein Muss, besonders im Attersee oder Traunsee findest du zahlreiche kleine Badebuchten und Stege.

Kulinarik zwischen Alm und See

Wandern macht hungrig, und das Salzkammergut weiß das. Auf den Almen wartet frische Buttermilch, hausgemachter Käse und der berühmte Kaiserschmarrn, den man sich nach einem steilen Anstieg redlich verdient hat. In den Seeorten kommt fangfrischer Fisch auf den Tisch, allen voran die Reinanke und die Saibling, oft schlicht gegrillt und mit einem Spritzer Zitrone serviert.

Dazu ein Most oder ein regionales Bier, und der Wandertag findet seinen perfekten Abschluss. Ein Geheimtipp sind die kleinen, familiengeführten Almhütten abseits der bekannten Routen, wo noch selbst gebrannter Schnaps und selbst geräucherter Speck über die Theke gehen. Hier trifft man auf Menschen, die stolz auf ihre Heimat sind und gerne davon erzählen.

Kultur, Kaiser und Komponisten

Bad Ischl war einst die Sommerresidenz von Kaiser Franz Joseph, und noch heute atmet der Kurort diese kaiserliche Eleganz. Prächtige Villen, das Zauner Café mit seinen legendären Torten und die Kaiservilla erzählen von einer glanzvollen Epoche. 2024 war Bad Ischl sogar Europäische Kulturhauptstadt, ein Titel, der die kulturelle Tiefe der Region unterstreicht.

Auch die Musik ist allgegenwärtig: Am Wolfgangsee spielt sich die Handlung der Operette Im weißen Rössl ab, und in den Sommermonaten locken zahlreiche Konzerte und Festspiele. Wer Kultur und Natur verbinden möchte, findet im Salzkammergut die perfekte Bühne.

Warum Wandern hier ein Erlebnis für alle Sinne ist

Ein Wandergebiet für wirklich jeden

Das Salzkammergut ist so etwas wie ein Wander-Buffet: Für jeden Geschmack und jedes Fitnesslevel ist etwas dabei. Wer es gemütlich mag, spaziert auf gut ausgebauten Seeuferwegen entlang des Wassers, mit ständigem Blick auf spiegelnde Oberflächen und schaukelnde Boote. Familien mit Kindern finden zahlreiche Themen- und Erlebniswege, an denen es unterwegs viel zu entdecken gibt.

Ambitionierte Bergwanderer und Alpinisten kommen dagegen am Dachstein oder am Traunstein auf ihre Kosten. Hier warten anspruchsvolle Anstiege, Klettersteige und hochalpines Gelände, das Trittsicherheit und Kondition verlangt. Diese Vielfalt auf so engem Raum macht die Region so besonders, du kannst deinen Tag genau nach Lust und Laune gestalten.

Aussichten, die man nicht vergisst

Es gibt Aussichtspunkte, die brennen sich ins Gedächtnis. Der Feuerkogel über dem Traunsee etwa bietet ein Rundum-Panorama über das gesamte Seengebiet. Vom Zwölferhorn über St. Gilgen schaut man tief hinunter auf den Wolfgangsee, und der Krippenstein am Dachstein gewährt Blicke auf gleich mehrere Bergketten.

Besonders magisch sind die frühen Morgenstunden, wenn Nebelschwaden über den Seen liegen und die ersten Sonnenstrahlen die Gipfel vergolden. Wer bereit ist, früh aufzustehen, wird mit Momenten belohnt, die keine Kamera vollständig einfangen kann. Auch der berühmte Fünf-Finger-Aussichtssteg am Krippenstein sorgt für einen ordentlichen Adrenalinkick über dem Abgrund.

Wegequalität und Beschilderung

Das Wanderwegenetz im Salzkammergut ist hervorragend ausgebaut und gepflegt. Rot-weiß-rote Markierungen weisen zuverlässig den Weg, Wegweiser nennen Ziele und Gehzeiten, und an vielen Knotenpunkten helfen übersichtliche Tafeln bei der Orientierung. Die Alpenvereinssektionen und Tourismusverbände investieren viel in die Instandhaltung.

Ein großer Pluspunkt ist die gute Erreichbarkeit vieler Startpunkte mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Bahn, Bus und historische Schiffe bringen dich bequem zu den Ausgangspunkten, sodass Streckenwanderungen ohne Auto problemlos möglich sind. Zahlreiche Bergbahnen verkürzen zudem den Aufstieg, falls du deine Kräfte für den Gipfel oder den Abstieg sparen willst.

Naturerlebnisse abseits der Wege

Wer die Augen offen hält, entdeckt im Salzkammergut eine erstaunliche Artenvielfalt. Auf den Almen blühen im Frühsommer ganze Teppiche aus Enzian, Alpenrosen und Arnika, während in höheren Lagen Murmeltiere pfeifen und mit etwas Glück Gämsen über die Felsen springen. In den Mooren und Feuchtgebieten rund um die Seen leben seltene Vogelarten.

Ein Geheimtipp für Naturliebhaber ist das Almtal mit dem Almsee, wo sich sogar die berühmten Graugänse aus der Verhaltensforschung von Konrad Lorenz beobachten lassen. Die unberührten Landschaftsteile des inneren Salzkammerguts vermitteln ein Gefühl von Wildnis, das man in Mitteleuropa selten findet.

Unsere Hotelempfehlungen im Salzkammergut

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Die schönsten Wanderungen im Salzkammergut

Rund um den Gosausee mit Dachsteinblick

Diese Wanderung gilt zurecht als eine der schönsten im gesamten Salzkammergut. Startpunkt ist der Parkplatz am Vorderen Gosausee, von wo aus du zunächst gemütlich um den unteren See wanderst. Schon nach wenigen Minuten öffnet sich der berühmte Blick: Der Dachstein mit seinem Gletscher spiegelt sich bei ruhigem Wetter perfekt in der türkisblauen Wasseroberfläche, ein Motiv, das schon unzählige Postkarten geziert hat.

Wer mehr will, folgt dem Weg weiter durch den Wald hinauf zum Hinteren Gosausee. Hier wird es einsamer und alpiner, die Route führt an der Gablonzer Hütte vorbei, die zur Einkehr einlädt. Der Kontrast zwischen dem lieblichen unteren See und der wilden Bergwelt am hinteren See ist beeindruckend.

Die Runde um den Vorderen See ist mit gut einer Stunde familientauglich und flach, während die Erweiterung zum Hinteren Gosausee Kondition und festes Schuhwerk verlangt. Ideal für alle, die Naturschönheit ohne allzu große Strapazen erleben möchten.

Auf den Traunstein über den Naturfreundesteig

Der Traunstein ist das markante Wahrzeichen über dem Traunsee und eine echte Herausforderung für erfahrene Bergsteiger. Vom Ausgangspunkt in Gmunden am Fuße des Berges führt der Naturfreundesteig hinauf, ein anspruchsvoller versicherter Steig mit Drahtseilen und Klammern, der absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert.

Der Aufstieg belohnt mit atemberaubenden Tiefblicken auf den Traunsee, der weit unter dir liegt wie ein blauer Spiegel. Oben angekommen wartet das Gmundner Hütte, von wo aus sich ein grandioses Panorama über das gesamte Salzkammergut eröffnet, bei klarer Sicht bis zu den Bergen des Toten Gebirges.

Diese Tour ist ausdrücklich nur für geübte Bergwanderer geeignet und sollte bei Nässe oder unsicherem Wetter gemieden werden. Wer die Herausforderung meistert, erlebt jedoch eines der eindrucksvollsten Gipfelerlebnisse der Region.

Zwölferhorn-Panoramaweg über St. Gilgen

Am Westufer des Wolfgangsees erhebt sich das Zwölferhorn, ein herrlicher Aussichtsberg, der sich sowohl erwandern als auch bequem mit der historischen Seilbahn erreichen lässt. Wer wandern möchte, startet in St. Gilgen und folgt den markierten Wegen durch Wald und über offene Almflächen hinauf zum Gipfel auf über 1.500 Metern.

Oben erwartet dich ein grandioses Rundum-Panorama: Der Wolfgangsee liegt tief unten, dahinter reihen sich die Berge des Salzkammerguts und bei guter Sicht sogar der Watzmann und die Berchtesgadener Alpen. Das Gipfelrestaurant lädt zu einer verdienten Rast mit Aussicht ein.

Der Abstieg kann über verschiedene Almen erfolgen, vorbei an weidenden Kühen und blühenden Wiesen. Diese Tour eignet sich gut für konditionsstarke Wanderer, wer es gemütlicher mag, nutzt die Seilbahn für Auf- oder Abstieg und genießt trotzdem das volle Bergerlebnis.

Hallstatt Soleweg und Rudolfsturm

Diese Tour verbindet Kultur und Natur auf perfekte Weise. Vom Ortszentrum Hallstatt führt der Weg zunächst steil hinauf zum Rudolfsturm und dem Salzbergtal, entweder zu Fuß über den Salzbergweg oder bequem mit der Standseilbahn. Der historische Soleweg folgt dann der Trasse der ältesten Pipeline der Welt, durch die einst die Sole vom Salzberg ins Tal transportiert wurde.

Unterwegs eröffnen sich immer wieder spektakuläre Ausblicke auf Hallstatt und den See tief unten. Der Skywalk am Rudolfsturm bietet einen der berühmtesten Fotopunkte der Region, der Blick auf das Dorf und die Berge ist einfach unvergesslich.

Der Weg ist gut ausgebaut und mit Informationstafeln zur Salzgeschichte versehen, was ihn auch für Familien und kulturell Interessierte attraktiv macht. Eine Kombination mit der Führung durch das Salzbergwerk rundet den Tag perfekt ab.

Feuerkogel-Höhenweg über Ebensee

Der Feuerkogel ist ein weitläufiges Hochplateau über Ebensee am Traunsee und ein Paradies für genussvolle Höhenwanderungen. Mit der Feuerkogel-Seilbahn schwebst du bequem hinauf, oben angekommen erwartet dich eine sanfte, fast alpine Hochebene mit zahlreichen Wegen in alle Richtungen.

Ein Klassiker ist die Wanderung zum Alberfeldkogel, der einen fantastischen Rundblick über den Traunsee, das Höllengebirge und das Tote Gebirge bietet. Die Wege sind hier weitgehend flach bis leicht wellig, ideal für entspanntes Wandern in großer Höhe ohne anstrengenden Aufstieg.

Das Feuerkogel-Plateau eignet sich hervorragend für Familien und Genusswanderer, die das Hochgebirgsgefühl ohne alpine Schwierigkeiten erleben möchten. Mehrere Almhütten sorgen für die kulinarische Versorgung, und im Winter verwandelt sich das Gebiet in ein beliebtes Skigebiet.

Katrin-Rundwanderung über Bad Ischl

Der Hausberg von Bad Ischl, die Katrin, ist ein wunderbares Ziel für eine aussichtsreiche Rundwanderung. Von der Bergstation der Katrin-Seilbahn führen mehrere Wege über das Gipfelplateau, das mit seiner Aussicht über das gesamte innere Salzkammergut und bis zum Dachstein begeistert.

Ein besonders lohnender Rundweg ist die Überschreitung der drei Gipfel Katrin, Hainzen und Elferkogel, die konditionsstarke Wanderer mit stundenlangem Gratgenuss belohnt. Unterwegs passierst du das gemütliche Katrin-Alm-Gasthaus, das mit regionalen Schmankerln und einer Sonnenterrasse lockt.

Die Tour lässt sich flexibel gestalten: Wer nur das Gipfelkreuz der Katrin besuchen möchte, ist in kurzer Zeit oben, während die vollständige Gipfelrunde einen ausgefüllten Wandertag verspricht. Ein idealer Ausflug, um die kaiserliche Kurstadt Bad Ischl von oben zu erleben.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Salzkammergut?

Die klassische Wandersaison im Salzkammergut reicht von Mai bis Oktober. Im Frühsommer, etwa im Juni, blühen die Almwiesen in voller Pracht und die Wasserfälle führen viel Wasser, was die Landschaft besonders lebendig macht. Die höheren Lagen sind oft erst ab Juni schneefrei.

Der Herbst gilt bei vielen als schönste Zeit: Die Luft ist klar, die Sicht oft grandios, und die Wälder leuchten in warmen Farben. Zudem sind weniger Touristen unterwegs. Für die hochalpinen Touren am Dachstein oder Traunstein solltest du die Verhältnisse aber immer vorab prüfen, da hier auch im Sommer Wetterumschwünge und Restschnee möglich sind.

Ist das Salzkammergut zum Wandern mit Kindern geeignet?

Absolut, das Salzkammergut ist ein ideales Familienziel. Es gibt zahlreiche kinderfreundliche Wege, etwa die flachen Seeuferwanderungen am Wolfgangsee oder am Gosausee, die auch mit Kinderwagen befahrbar sind. Viele Bergbahnen bringen euch bequem in die Höhe, sodass ihr oben gemütlich wandern könnt, ohne die Kleinen mit langen Anstiegen zu überfordern.

Besonders beliebt sind Themen- und Erlebniswege mit Stationen zum Ausprobieren und Entdecken. Auch die Kombination aus Wandern und Baden kommt bei Kindern gut an, nach der Tour ein Sprung in den See ist immer ein Highlight. Achte bei der Tourenwahl einfach auf die angegebenen Gehzeiten und wähle je nach Alter und Ausdauer der Kinder passende Routen.

Kann ich meinen Hund mit auf die Wanderungen nehmen?

Ja, das Salzkammergut ist ein sehr hundefreundliches Wandergebiet. Auf den meisten Wegen sind Vierbeiner willkommen, und viele Almhütten und Gasthäuser heißen Hunde ausdrücklich willkommen, oft steht sogar ein Wassernapf bereit. An den Seen gibt es zudem einige ausgewiesene Hundebadestellen.

Beachte aber, dass du deinen Hund im Bereich von Almen und Weideflächen unbedingt anleinen solltest, da hier Weidevieh grast. Mutterkühe können auf freilaufende Hunde aggressiv reagieren. In manchen Naturschutzgebieten gilt ebenfalls Leinenpflicht. Bei hochalpinen Klettersteigen wie am Traunstein ist von einer Mitnahme abzuraten, da die versicherten Passagen für Hunde ungeeignet sind.

Wie erreiche ich das Salzkammergut mit öffentlichen Verkehrsmitteln?

Das Salzkammergut ist erfreulich gut mit Bahn und Bus erschlossen. Die Salzkammergutbahn verbindet Orte wie Bad Ischl, Hallstatt und Bad Aussee, und von Salzburg oder Linz aus gibt es gute Verbindungen. Der Bahnhof Hallstatt liegt am gegenüberliegenden Seeufer, von wo dich ein Schiff malerisch ins Dorf bringt.

Vor Ort verkehren regelmäßige Regionalbusse zu vielen Wanderausgangspunkten, und die historischen Schiffe auf Wolfgangsee, Traunsee und Attersee sind selbst schon ein Erlebnis. Diese gute Anbindung macht Streckenwanderungen ohne eigenes Auto problemlos möglich, du kannst also am einen Ort starten und am anderen enden.

Welche Ausrüstung brauche ich für Wanderungen im Salzkammergut?

Die Grundausstattung hängt stark von der gewählten Tour ab. Für gemütliche Seeuferwege reichen bequeme Wanderschuhe und wetterangepasste Kleidung. Sobald du in höhere Lagen aufsteigst, sind knöchelhohe, trittfeste Wanderschuhe mit gutem Profil unverzichtbar, da das Gelände oft steinig und teils rutschig ist.

Für alle Touren gilt: Nimm ausreichend Wasser, Sonnenschutz und eine Regenjacke mit, denn das Bergwetter kann schnell umschlagen. Bei alpinen Touren und Klettersteigen wie am Traunstein gehören zudem ein Helm und gegebenenfalls ein Klettersteigset zur Pflichtausrüstung. Ein Erste-Hilfe-Set und ein geladenes Handy sollten ebenfalls immer dabei sein.

Gibt es geführte Wanderungen in der Region?

Ja, die Tourismusverbände und lokale Bergführer bieten ein breites Programm an geführten Wanderungen an. Von gemütlichen Kräuterwanderungen über kulturhistorische Touren rund um Hallstatt bis hin zu anspruchsvollen Gipfelbesteigungen am Dachstein ist alles dabei. Gerade für Ortsunkundige ist das eine hervorragende Möglichkeit, die Region sicher und mit Insiderwissen kennenzulernen.

Für hochalpine Unternehmungen wie Gletschertouren oder Klettersteige ist ein zertifizierter Bergführer sogar dringend zu empfehlen. Informationen und Buchungen bekommst du bei den örtlichen Tourismusbüros, die auch über aktuelle Angebote und Termine Auskunft geben. Viele Hotels vermitteln ebenfalls geführte Touren für ihre Gäste.

Wie schwierig sind die Wanderungen im Salzkammergut?

Das Schwierigkeitsspektrum ist enorm breit. Am einfachen Ende stehen flache Seerundwege und Talwanderungen, die praktisch jeder bewältigen kann. In der Mitte findest du zahlreiche mittelschwere Bergtouren mit moderaten Anstiegen, die etwas Kondition, aber keine besonderen alpinen Fähigkeiten verlangen.

Am anspruchsvollen Ende warten hochalpine Klettersteige und Gipfelbesteigungen wie der Traunstein oder Touren am Dachstein, die Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gute Kondition erfordern. Achte immer auf die angegebene Schwierigkeitsbewertung und plane realistisch. Im Zweifel wählst du lieber die leichtere Variante, die Aussicht ist auch dort meist grandios.

Kann ich Wandern und Baden kombinieren?

Das ist geradezu die Paradedisziplin des Salzkammerguts. Kaum eine andere Region bietet so viele Gelegenheiten, eine Wanderung mit einem erfrischenden Sprung in einen glasklaren See zu krönen. Viele Touren führen direkt an den Seeufern entlang oder enden in einem der Badeorte.

Besonders im Sommer ist das ein echter Genuss: Nach dem Schwitzen am Berg ist das kühle, oft türkisfarbene Wasser des Attersees, Wolfgangsees oder Hallstättersees eine wahre Wohltat. Denk daran, Badesachen einzupacken, dann steht dem doppelten Vergnügen nichts im Weg. Zahlreiche öffentliche Badeplätze und Strandbäder machen das spontane Bad einfach.

Wo kann ich unterwegs einkehren?

Das Salzkammergut ist gesegnet mit einer dichten Hüttenlandschaft. Auf fast allen beliebten Touren findest du bewirtschaftete Almhütten und Berggasthäuser, die von deftigen Brettljausen über Kaiserschmarrn bis zu frisch gezapftem Bier alles bieten, was das Wandererherz begehrt. Viele davon haben herrliche Sonnenterrassen mit Panoramablick.

In den Tälern und Seeorten wartet zudem eine ausgezeichnete Gastronomie, von traditionellen Wirtshäusern bis zu gehobenen Restaurants. Ein kulinarisches Muss ist der frisch gefangene Seefisch, etwa Reinanke oder Saibling. Die Öffnungszeiten der Hütten variieren jedoch saisonal, weshalb sich vor allem außerhalb der Hauptsaison ein kurzer Check vorab lohnt.

Muss ich für Wanderungen Eintritt oder Gebühren zahlen?

Das Wandern selbst ist im Salzkammergut kostenlos, die Wege sind frei zugänglich. Kosten entstehen dir vor allem, wenn du eine der Bergbahnen oder Seilbahnen nutzt, etwa zur Katrin, zum Feuerkogel oder zum Zwölferhorn. Diese verkürzen den Aufstieg erheblich, kosten aber je nach Berg zwischen 20 und 40 Euro für Berg- und Talfahrt.

Auch die Schifffahrten auf den Seen sowie Attraktionen wie das Salzbergwerk Hallstatt oder der Skywalk sind kostenpflichtig. In vielen Orten gibt es jedoch Gästekarten, die bei Übernachtung ausgegeben werden und Ermäßigungen oder sogar kostenlose Nutzung von Bussen und Bahnen ermöglichen. Frag am besten in deiner Unterkunft danach.

Gibt es Mehrtagestouren im Salzkammergut?

Ja, für alle, die tiefer eintauchen möchten, bietet die Region wunderbare Mehrtageswanderungen. Bekannt ist etwa der SalzAlpenSteig, ein grenzüberschreitender Weitwanderweg, der von Bayern durch das Salzkammergut bis zum Dachstein führt und in mehreren Etappen die Höhepunkte der Region verbindet.

Auch Hüttentouren durch das Tote Gebirge oder rund um den Dachstein sind bei erfahrenen Bergwanderern beliebt. Dank des dichten Netzes an Alpenvereinshütten kannst du von Hütte zu Hütte wandern, ohne schweres Gepäck ins Tal tragen zu müssen. Eine Reservierung der Übernachtungsplätze ist in der Hauptsaison dringend zu empfehlen.

Wie sieht es mit dem Handyempfang und der Sicherheit aus?

In den Tälern und Seeorten sowie auf den meisten beliebten Wanderwegen ist der Handyempfang gut. In tiefen Schluchten, dichten Wäldern oder abgelegenen Hochtälern kann das Signal jedoch schwächer werden oder ganz ausfallen. Verlass dich daher nie ausschließlich auf dein Smartphone, sondern nimm bei längeren Touren immer eine Karte mit.

Für den Notfall gilt der europaweite Notruf 112 sowie die Bergrettungsnummer 140. Informiere jemanden über deine geplante Route und Rückkehrzeit, besonders wenn du allein unterwegs bist. Beachte stets die Wetterentwicklung, denn Gewitter am Nachmittag sind im Sommer keine Seltenheit. Mit guter Vorbereitung und gesundem Respekt vor den Bergen steht einem sicheren Wandertag aber nichts im Weg.

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