Hochalpines Gletschertal
Wandern in Saas-Fee: Gletscherwelten, Höhenwege und das Dorf der Viertausender
Wandern in Saas-Fee
Dreizehn Viertausender stehen im Halbkreis um dich herum, als wäre das Bergdorf am Ende des Saastals ihr persönliches Publikum. Willkommen in Saas-Fee, dem autofreien Fleckchen im Wallis, das seinen Ruf als Perle der Alpen nicht ganz zufällig trägt. Hier parkst du dein Auto am Dorfrand, atmest einmal tief durch und tauchst ein in eine Welt, in der das Rauschen der Feegletscher zur ständigen Begleitmusik wird.
Was Saas-Fee so magisch macht, ist dieses ungewohnte Nebeneinander: verwitterte Walliser Holzhäuser mit sonnengebräunten Fassaden, dazwischen Stadel auf runden Steinplatten, und darüber diese gewaltige Kulisse aus Eis und Fels. Der Dom, mit 4545 Metern der höchste komplett auf Schweizer Boden stehende Berg, thront direkt über dem Dorf. Man muss kein Bergsteiger sein, um sich hier klein und gleichzeitig unglaublich lebendig zu fühlen.
Für Wanderer ist die Region ein wahres Schlaraffenland. Rund 350 Kilometer markierte Wege ziehen sich durch das Saastal, von gemütlichen Talwegen entlang der Saaser Vispa bis hinauf in die kargen, wilden Höhen jenseits der Baumgrenze. Bergbahnen wie die Alpin Metro zum Mittelallalin oder die Gondel zur Hannigalp nehmen dir die schweißtreibenden Höhenmeter ab, sodass du deine Kraft für das Erlebnis oben sparen kannst.
Und dann ist da das Licht. Diese besondere Walliser Klarheit, die die Gletscher zum Leuchten bringt und im Herbst die Lärchen in flammendes Gold taucht. Wer einmal auf einem der Höhenwege stand, ein Murmeltier pfeifen hörte und den Blick über das Gletschermeer schweifen ließ, versteht, warum viele Wanderer immer wieder zurückkommen. Saas-Fee ist kein Ort für die schnelle Abhakliste, sondern für das langsame Genießen.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
1800 bis 4545 m (Dom)
Geländecharakter
Bergpfade, Moränen, Alpwiesen
Infrastruktur
Bergbahnen, Hütten, autofreies Dorf
Beste Reisezeit
Ende Juni bis Mitte Oktober
Was Saas-Fee so besonders macht
Das autofreie Dorf am Fuße der Viertausender
Saas-Fee empfängt dich mit einer Ruhe, die man in vielen Alpenorten längst verloren hat. Weil hier keine Autos fahren dürfen, hörst du statt Motorenlärm das Klappern von Elektrofahrzeugen, das Läuten der Kirchglocken und vor allem die Berge. Die engen Gassen zwischen den dunklen Holzhäusern laden zum Bummeln ein, und immer wieder öffnet sich zwischen zwei Dächern der Blick auf ein gigantisches Gletscherfeld.
Das Dorf lebt seine Walliser Tradition ganz selbstverständlich. Die alten Speicher und Stadel stehen auf sogenannten Mausplatten, runden Steinscheiben, die einst verhinderten, dass Nagetiere in die Vorräte krabbelten. Ein Spaziergang durch den historischen Dorfkern fühlt sich an wie eine kleine Zeitreise, und wer genau hinschaut, entdeckt Jahreszahlen aus dem 16. und 17. Jahrhundert in den geschnitzten Balken.
Die Gletscherwelt zum Anfassen
Kaum ein anderer Ort bringt dich so bequem so nah an die ewige Eiswelt. Mit der Alpin Metro, der höchsten unterirdischen Standseilbahn der Welt, fährst du hinauf zum Mittelallalin auf 3500 Metern. Dort erwartet dich der Allalin Gletscherpavillon, der größte in Eis gehauene Grotten- und Höhlenkomplex der Welt, gefüllt mit funkelnden Skulpturen tief im Gletscher.
Oben angekommen dreht sich außerdem das höchstgelegene Drehrestaurant der Welt langsam um die eigene Achse und schenkt dir in einer Stunde ein komplettes 360-Grad-Panorama. Wer den Kontrast liebt: Unten im Tal blühen Alpenrosen, oben glitzert der Firn. Genau dieses Spiel macht das Wandern hier so abwechslungsreich.
Kulinarik zwischen Raclette und Roggenbrot
Das Wallis ist ein Genussland, und Saas-Fee macht da keine Ausnahme. Auf den Berghütten und in den Dorfrestaurants bekommst du deftiges Raclette, würzigen Alpkäse und das typische dunkle Walliser Roggenbrot, das mit einem geschützten Ursprungssiegel geadelt ist. Dazu ein Glas Fendant oder Dôle, und der Wandertag klingt perfekt aus.
Ein Geheimtipp sind die kleinen Alpwirtschaften abseits der Hauptwege, wo die Bauernfamilien im Sommer selbst gemachten Käse und frische Milch anbieten. Die Aprikosen aus dem Rhonetal, oft zu Konfitüre oder Schnaps verarbeitet, gehören ebenfalls unbedingt auf deine Genussliste.
Wusstest du schon?
Saas-Fee wird auch das Gletscherdorf genannt, und tatsächlich reichen die Ausläufer des Feegletschers historisch fast bis ins Dorf hinunter. Der berühmte Wintersong Wonderful Dreams von DJ BoBo entstand übrigens als inoffizielle Hymne für den Ort, doch weit spannender ist eine andere Geschichte: Der Naturforscher und Kabarettist gehören zwar nicht dazu, aber der lokale Pfarrer Johann Josef Imseng gilt als einer der ersten Skifahrer der Schweiz, der bereits 1849 mit selbstgebauten Brettern von der Alp ins Tal glitt.
Rund um Saas-Fee leben zudem erstaunlich viele Murmeltiere, die sich an Wanderer gewöhnt haben. Besonders am Kreuzboden kannst du ihnen oft aus wenigen Metern beim Sonnenbaden zusehen, ganz ohne Fernglas.
Warum Saas-Fee ein Wanderparadies ist
Wandern mit Viertausendern auf Augenhöhe
Es gibt wenige Orte in den Alpen, an denen du auf einem gemütlichen Höhenweg spazierst und dabei gleich dreizehn Viertausender gleichzeitig im Blick hast. Genau das macht Saas-Fee einzigartig. Der berühmte Höhenweg vom Kreuzboden zur Almagelleralp oder die Wege rund um die Hannigalp bieten dir dieses ständige Gefühl, mitten in einer Bergkathedrale zu wandern.
Diese Nähe zum Hochgebirge ist selbst für Genusswanderer ohne alpine Ambitionen erlebbar. Die Bergbahnen bringen dich in Höhenlagen, für die man anderswo Stunden schwitzen müsste, und von dort aus wählst du selbst, wie weit und wie steil dein Tag werden soll.
Wegequalität und Vielfalt für jedes Level
Das Saastal glänzt mit rund 350 Kilometern bestens markierter Wanderwege. Die gelben Wegweiser und die weiß-rot-weißen Bergwegmarkierungen führen dich zuverlässig durch das Gelände, und die Beschilderung mit Zeitangaben ist typisch Schweizer präzise. Egal ob breiter Panoramaweg, schmaler Bergpfad oder anspruchsvoller Klettersteig zum Britanniahütte-Zustieg, hier findest du alles.
Familien schätzen die vielen Themenwege und Spielplätze auf den Alpen, während ambitionierte Wanderer die hochalpinen Routen zu den SAC-Hütten lieben. Auch für Trailrunner ist das Netz ein Traum. Diese Bandbreite sorgt dafür, dass sich sowohl der gemütliche Sonntagsspaziergänger als auch der konditionsstarke Bergfex hier wohlfühlt.
Aussichtspunkte, die im Gedächtnis bleiben
Der Blick vom Mittelallalin auf das Gletschermeer ist spektakulär, doch die wahren Schätze liegen oft auf den mittleren Höhenlagen. Vom Kreuzboden aus siehst du die gesamte Kette der Mischabelgruppe, während dir am Melchboden das Panorama über das gesamte Saastal geboten wird.
Ein besonderer Moment ist die Wanderung zu den Gletscherseen unterhalb des Feegletschers, wo sich die Eisriesen im türkisfarbenen Wasser spiegeln. Wer am frühen Morgen oder in der Abendsonne unterwegs ist, erlebt das berühmte Alpenglühen, wenn die Firngipfel in warmem Rosa und Orange erstrahlen.
Natur pur zwischen Alpenrosen und Murmeltieren
Die Flora und Fauna rund um Saas-Fee ist ein Erlebnis für sich. Im Frühsommer verwandeln sich die Hänge in ein Meer aus Alpenrosen, Enzian und Edelweiß, während in den Lärchenwäldern das würzige Harz in der Luft liegt. Steinböcke, Gämsen, Murmeltiere und mit etwas Glück ein Steinadler gehören zu den tierischen Bewohnern.
Wer die Ruhe sucht, findet sie besonders in den Seitentälern und auf den weniger frequentierten Höhenwegen. Hier verschmilzt das Wandern mit echter Wildnis, und du spürst, wie sehr diese Landschaft noch von der Kraft der Natur geformt wird.
Hotels und Unterkünfte in Saas-Fee
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Die schönsten Wanderungen rund um Saas-Fee
Höhenweg Kreuzboden - Almagelleralp
Diese Klassiker-Wanderung startet an der Bergstation Kreuzboden oberhalb von Saas-Grund, die du bequem mit der Gondelbahn erreichst. Von hier aus führt der markierte Höhenweg auf rund 2400 Metern immer entlang des Hanges hinüber ins Nachbartal nach Saas-Almagell. Der Weg gehört zu den schönsten Panoramawegen der Region und lässt dich fast die gesamte Zeit die Mischabelkette mit Dom, Täschhorn und Alphubel im Blick behalten.
Unterwegs passierst du den Kreuzboden-Bergsee mit seinem berühmten Planetenweg, auf dem die Planeten unseres Sonnensystems maßstabsgetreu dargestellt sind. Immer wieder tauchen Murmeltiere auf, die hier besonders zutraulich sind. Die Vegetation wechselt zwischen kargen Geröllfeldern und blühenden Alpwiesen, ein Fest für alle Sinne.
Nach etwa drei Stunden erreichst du die Almagelleralp, wo eine bewirtschaftete Alp mit Sonnenterrasse zur Rast einlädt. Von dort steigst du entweder nach Saas-Almagell ab oder nimmst den Postbus zurück. Die Tour eignet sich für konditionsstarke Genusswanderer mit Trittsicherheit.
Gletscherweg zum Feegletscher und den Gletscherseen
Wer den Gletschern ganz nah kommen möchte, ohne gleich Steigeisen anzuschnallen, ist auf dieser Tour richtig. Vom Dorf Saas-Fee führt der Weg über den Ortsteil Gletscheralp hinauf Richtung Feegletscher. Nach und nach lässt du die letzten Lärchen hinter dir und tauchst in eine faszinierende Moränenlandschaft ein, die vom zurückweichenden Eis geformt wurde.
Das Highlight sind die kleinen Gletscherseen, in denen sich das Eis und die umgebenden Felswände spiegeln. Das milchig-türkise Wasser, gespeist vom Gletscherschmelzwasser, wirkt fast unwirklich. Hier spürst du die rohe Kraft der Natur und verstehst, wie dynamisch diese Eiswelt tatsächlich ist.
Die Wanderung erfordert Trittsicherheit auf teils steinigem Untergrund und gutes Schuhwerk. Als Belohnung erlebst du eine der eindrücklichsten Gletscherlandschaften der Alpen direkt vor der Haustür. Für den Rückweg kannst du die Route umkehren oder über die Spielboden-Gondel absteigen.
Hannigalp-Rundweg mit Bergsee
Die Hannigalp auf rund 2350 Metern ist der ideale Ausgangspunkt für Familien und Genusswanderer. Mit der Hannig-Gondelbahn schwebst du direkt vom Dorf hinauf, und schon oben angekommen erwartet dich ein großer Erlebnisspielplatz sowie ein Panoramarestaurant mit Terrasse. Von hier startet ein aussichtsreicher Rundweg, der die gesamte Kulisse der Saas-Feer Viertausender einrahmt.
Der Weg ist überwiegend breit und gut begehbar, ideal auch für Wanderer mit weniger Bergerfahrung. Unterwegs kommst du an kleinen Bergseen vorbei, in denen sich die Gipfel spiegeln, und passierst mehrere schön gelegene Rastplätze mit Sitzbänken und Grillstellen.
Wer möchte, kann von der Hannigalp aus auch den Aufstieg zur Mällig-Aussichtsplattform wagen, von der sich ein noch weiterer Blick über das gesamte Tal öffnet. Der Rundweg dauert je nach Variante zwischen einer und zwei Stunden und lässt sich wunderbar mit einer ausgedehnten Mittagspause verbinden.
Zustieg zur Britanniahütte
Für erfahrene Bergwanderer ist der Weg zur Britanniahütte des Schweizer Alpen-Clubs ein echtes Highlight. Du startest an der Bergstation Felskinn, die du mit der Alpin Express Gondel erreichst, und wanderst auf rund 3000 Metern durch hochalpines Gelände zur berühmten Hütte auf 3030 Metern.
Der Weg führt über Fels und teils über Restschneefelder und verlangt gute Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Doch die Anstrengung lohnt sich: Von der Britanniahütte aus genießt du einen atemberaubenden Rundumblick auf die Gletscherwelt mit Allalinhorn, Rimpfischhorn und Strahlhorn. Die Hütte ist zugleich der klassische Ausgangspunkt für Hochtouren auf die umliegenden Viertausender.
Auf der Hüttenterrasse kannst du dich mit warmen Getränken und einem Stück Kuchen stärken und den Bergsteigern zusehen, die sich für ihre Gipfeltouren rüsten. Diese Tour vermittelt echtes Hochgebirgsfeeling und sollte nur bei guten Verhältnissen und stabilem Wetter unternommen werden.
Kapellenweg von Saas-Fee nach Saas-Grund
Diese kulturell reizvolle Wanderung verbindet Naturerlebnis mit Geschichte. Der Kapellenweg führt vom Dorf Saas-Fee entlang von fünfzehn kleinen barocken Kapellen hinunter nach Saas-Grund zur Wallfahrtskirche Zur Hohen Stiege. Die Kapellen wurden im 18. Jahrhundert errichtet und erzählen die Geschichte des Rosenkranzes in liebevoll gestalteten Figurengruppen.
Der Weg schlängelt sich durch schattige Lärchen- und Arvenwälder, immer wieder öffnen sich Ausblicke auf das Tal und die umliegenden Berge. Es ist eine Tour für Genießer, die weniger die sportliche Herausforderung als die besinnliche Stimmung und die kleinen Kunstschätze am Wegesrand suchen.
Da es überwiegend bergab geht, ist die Wanderung auch für Familien und weniger geübte Wanderer gut machbar. Am Ziel in Saas-Grund lohnt sich ein Besuch der eindrucksvollen Wallfahrtskirche, bevor du mit dem Postbus wieder hinauf nach Saas-Fee fährst.
Panoramaweg Spielboden - Längfluh
Diese Tour bringt dich mitten hinein in die Gletscherwelt oberhalb von Saas-Fee. Mit der Spielboden-Gondel fährst du zunächst auf rund 2450 Meter, von wo du über einen gut markierten Bergweg weiter zur Bergstation Längfluh auf 2870 Metern wandern kannst. Der Weg führt entlang der Randmoräne des Feegletschers und bietet spektakuläre Tiefblicke auf das zerklüftete Eis.
Unterwegs bist du fast auf Tuchfühlung mit dem Gletscher, dessen Spalten und Séracs sich eindrücklich vor dir auftürmen. Die Längfluh ragt wie ein Felsvorsprung mitten aus dem Eis heraus und gilt als einer der beeindruckendsten Aussichtspunkte der Region. Auch hier begegnest du oft Murmeltieren, die sich zwischen den Felsen tummeln.
Die Wanderung verlangt Trittsicherheit und gute Bergschuhe, ist aber technisch nicht extrem anspruchsvoll. Oben angekommen belohnt dich das Bergrestaurant Längfluh mit Walliser Spezialitäten und einem unvergleichlichen Panorama. Der Rückweg erfolgt bequem mit der Gondel.
Häufige Fragen
Ist Saas-Fee zum Wandern mit Kindern geeignet?
Absolut, Saas-Fee ist ein wunderbares Ziel für Familien mit Kindern. Die Region bietet zahlreiche kindgerechte Wege, allen voran die Hannigalp mit ihrem großen Erlebnisspielplatz, der die kleinen Wanderer motiviert. Auch der Kreuzboden mit seinem Planetenweg und dem Bergsee begeistert Kinder immer wieder.
Viele Wege sind gut ausgebaut und dank der Bergbahnen lässt sich die Anstrengung individuell dosieren. Du kannst hochfahren und gemütlich bergab wandern oder umgekehrt. Unterwegs gibt es Grillstellen, Spielplätze und zahlreiche Alpwirtschaften für die verdiente Pause. Die Chance, unterwegs Murmeltiere aus der Nähe zu beobachten, sorgt bei Kindern für leuchtende Augen und macht das Wandern zum Abenteuer.
Kann ich in Saas-Fee mit Hund wandern?
Ja, Saas-Fee ist ein hundefreundliches Wandergebiet, und dein vierbeiniger Begleiter darf dich auf den meisten Wegen begleiten. Da das Dorf autofrei ist, bewegst du dich mit Hund entspannt durch die Gassen, ohne auf Verkehr achten zu müssen. Die meisten Bergbahnen nehmen Hunde gegen einen kleinen Aufpreis mit, oft ist eine Leine oder ein Maulkorb erforderlich.
Bitte beachte, dass du deinen Hund besonders in Gebieten mit Weidevieh und Wildtieren an der Leine führen solltest. Murmeltiere, Gämsen und Schafe reagieren empfindlich auf frei laufende Hunde. Nimm ausreichend Wasser mit, denn nicht überall gibt es Bäche, und in hochalpinem Gelände kann das Geröll die Pfoten strapazieren. Insgesamt lässt sich das Saastal aber hervorragend gemeinsam mit dem Hund erkunden.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern in Saas-Fee?
Die Hauptwandersaison in Saas-Fee erstreckt sich von Ende Juni bis Mitte Oktober. In dieser Zeit sind die meisten Höhenwege schneefrei und die Bergbahnen für Wanderer in Betrieb. Der Frühsommer im Juli lockt mit blühenden Alpwiesen und einem Meer aus Alpenrosen, während der Hochsommer ideal für die hochalpinen Touren ist.
Ein absoluter Geheimtipp ist der Herbst, besonders die Wochen Ende September und Anfang Oktober. Dann färben sich die Lärchen golden, die Luft ist klar und die Wege deutlich ruhiger. Das Licht ist in dieser Jahreszeit besonders eindrücklich und die Fernsicht meist ausgezeichnet. Wer die absolute Stille sucht, sollte die Nebensaison im Frühherbst wählen.
Brauche ich Bergerfahrung für das Wandern in Saas-Fee?
Das kommt ganz auf die gewählte Tour an. Saas-Fee bietet eine so große Bandbreite an Wegen, dass sowohl Anfänger als auch erfahrene Alpinisten auf ihre Kosten kommen. Für die gemütlichen Rundwege auf der Hannigalp oder den Kapellenweg brauchst du keine besondere Bergerfahrung, nur festes Schuhwerk und normale Fitness.
Anspruchsvollere Touren wie der Zustieg zur Britanniahütte oder die Gletscherwege erfordern hingegen Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine gute Kondition. Hier bewegst du dich in echtem Hochgebirge über Fels und teils über Schneefelder. Für Hochtouren auf die Viertausender ist zwingend ein Bergführer und entsprechende Ausrüstung nötig. Informiere dich vorab über den Schwierigkeitsgrad und passe die Tour deinem Können an.
Wie komme ich nach Saas-Fee, wenn dort keine Autos fahren dürfen?
Saas-Fee ist autofrei, doch die Anreise ist unkompliziert. Mit dem Auto fährst du bis zum großen Parkhaus am Dorfeingang, wo dein Fahrzeug während deines Aufenthalts sicher untergebracht ist. Von dort erreichst du deine Unterkunft zu Fuß oder mit den örtlichen Elektrotaxis und Hoteltransfers.
Sehr empfehlenswert ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Mit der Bahn fährst du bis Visp oder Brig und steigst dort in den Postbus um, der dich direkt und komfortabel hinauf ins Saastal bringt. Die Postbusse sind zuverlässig getaktet und bieten unterwegs bereits herrliche Ausblicke ins Tal. Gerade für Wanderer ist die Kombination aus Bahn und Bus besonders praktisch, da man nicht ans Auto gebunden ist.
Lohnt sich die Saastal Card für Wanderer?
Für Wanderer ist die Saastal Card ein echter Mehrwert. Gäste erhalten sie in der Regel kostenlos bei einer Übernachtung in der Region, und sie beinhaltet die kostenlose Nutzung der meisten Bergbahnen sowie der Postbusse im gesamten Saastal. Gerade weil die Bergbahnen dir viele Höhenmeter ersparen, spart die Karte schnell einiges an Geld.
Mit der Card kannst du flexibel entscheiden, welche Bahn du für welche Wanderung nutzt, und kombinierst so bequem Auf- und Abstiege. Auch das Freibad und weitere Freizeitangebote sind teilweise inkludiert. Frage bei der Buchung deiner Unterkunft nach, ob die Saastal Card enthalten ist, denn in den meisten Fällen ist sie automatisch dabei und macht deinen Wanderurlaub deutlich günstiger und flexibler.
Kann ich in Saas-Fee auch ohne Bergbahn wandern?
Selbstverständlich lässt sich Saas-Fee auch komplett aus eigener Kraft erwandern. Vom Dorf aus führen zahlreiche Wege direkt hinauf in die Höhe, etwa Richtung Spielboden, Hannigalp oder in die umliegenden Wälder. Wer die Herausforderung sucht, steigt zu Fuß auf und genießt das intensive Bergerlebnis ohne technische Hilfe.
Der Vorteil dieser Variante ist, dass du die Natur langsam auf dich wirken lassen kannst und den Übergang von den Lärchenwäldern zur alpinen Zone bewusst erlebst. Allerdings solltest du die Höhenmeter nicht unterschätzen, denn das Dorf liegt bereits auf 1800 Metern, und viele Ziele befinden sich deutlich höher. Plane genügend Zeit ein und starte am besten früh am Morgen, um die Mittagshitze und mögliche Nachmittagsgewitter zu vermeiden.
Gibt es Hütten und Einkehrmöglichkeiten unterwegs?
Das Saastal ist ausgezeichnet mit Einkehrmöglichkeiten versorgt. Auf fast allen beliebten Wanderrouten findest du bewirtschaftete Bergrestaurants und Alpwirtschaften, in denen du dich mit Walliser Spezialitäten stärken kannst. Ob auf der Hannigalp, am Kreuzboden, auf der Längfluh oder am Mittelallalin, überall wirst du kulinarisch verwöhnt.
Für ambitionierte Wanderer und Bergsteiger stehen zudem mehrere SAC-Hütten wie die Britanniahütte oder die Weissmieshütte zur Verfügung, in denen man auch übernachten kann. Dort bekommst du warme Mahlzeiten und ein Dach über dem Kopf mitten im Hochgebirge. Es empfiehlt sich, in der Hochsaison vorab zu reservieren. Typische Gerichte sind Rösti, Raclette, Käseschnitten und hausgemachte Kuchen, die nach einer anstrengenden Wanderung besonders gut schmecken.
Wie hoch liegt Saas-Fee und muss ich mich an die Höhe gewöhnen?
Saas-Fee liegt auf rund 1800 Metern über dem Meer, und die Wanderwege führen dich schnell auf über 2000 bis 3000 Meter, mit dem Mittelallalin sogar auf 3500 Meter. In diesen Höhenlagen ist die Luft dünner, und der Körper braucht etwas Zeit zur Anpassung, besonders wenn du aus dem Flachland anreist.
Nimm dir die ersten ein bis zwei Tage etwas Zeit und starte mit gemütlicheren Touren, bevor du die ganz hohen Ziele in Angriff nimmst. Trinke ausreichend, gönne dir Pausen und höre auf deinen Körper. Die meisten Menschen kommen mit der Höhe gut zurecht, doch wer empfindlich reagiert, sollte die Anstrengung langsam steigern. Der Vorteil: Nach einigen Tagen fühlst du dich fit und kannst die dünnere Luft und die Weitsicht in vollen Zügen genießen.
Welche Ausrüstung brauche ich zum Wandern in Saas-Fee?
Die Grundausstattung sollte auf jeden Fall aus festen, knöchelhohen Wanderschuhen mit gutem Profil bestehen, denn das Gelände ist oft steinig und uneben. Dazu gehören wetterfeste Kleidung nach dem Zwiebelprinzip, eine Regen- und Windjacke sowie eine warme Schicht, da es in den Höhenlagen auch im Sommer kühl werden kann.
Sonnenschutz ist im Hochgebirge besonders wichtig: Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor, Sonnenbrille und Kopfbedeckung gehören ins Gepäck, da die UV-Strahlung in der Höhe intensiv ist. Nimm ausreichend Wasser und einen Snack mit, dazu eventuell Wanderstöcke für die steileren Passagen. Für die Gletscher- und Hochtouren ist zusätzliche alpine Ausrüstung nötig, die du am besten mit einem Bergführer klärst. Ein kleiner Erste-Hilfe-Set und ein aufgeladenes Handy runden die Sicherheitsausrüstung ab.
Sind die Wanderwege gut markiert?
Ja, die Beschilderung im Saastal ist typisch schweizerisch präzise und zuverlässig. Die gelben Wegweiser geben dir an jedem Abzweig die Richtung sowie die geschätzte Gehzeit zu den nächsten Zielen an. Einfachere Wanderwege sind gelb markiert, während anspruchsvollere Bergwege mit der weiß-rot-weißen Kennzeichnung versehen sind.
Hochalpine Routen tragen zusätzlich die weiß-blau-weiße Markierung und verlangen entsprechende Erfahrung. Dank dieser klaren Kennzeichnung kannst du deine Tour gut planen und unterwegs den Überblick behalten. Trotzdem empfiehlt es sich, eine Wanderkarte oder eine Wander-App mitzunehmen, besonders bei Nebel oder in abgelegeneren Gebieten. Das offizielle Wanderwegnetz wird regelmäßig gepflegt, sodass du dich auf eine gute Ausschilderung verlassen kannst.
Kann man in Saas-Fee auch im Sommer den Gletscher besuchen?
Ja, und genau das macht Saas-Fee so einzigartig. Selbst im Hochsommer kannst du mit der Alpin Metro, der höchsten unterirdischen Standseilbahn der Welt, hinauf zum Mittelallalin auf 3500 Meter fahren und dort die ewige Eiswelt erleben. Oben erwartet dich der Allalin Gletscherpavillon, der größte in Eis gehauene Grottenkomplex weltweit.
Der Kontrast ist beeindruckend: Während im Tal die Sonne wärmt und die Blumen blühen, betrittst du oben eine glitzernde Welt aus Firn und Eis. Auf dem Mittelallalin gibt es zudem ein Sommerskigebiet, sodass du sogar im Juli die Skifahrer beobachten kannst. Das höchstgelegene Drehrestaurant der Welt bietet dir dabei ein vollständiges Rundumpanorama. Für Wanderer, die sich nicht ins hochalpine Gelände wagen, ist dies die bequemste Art, die Gletscherwelt hautnah zu erleben.
Wie anstrengend sind die Wanderungen im Durchschnitt?
Das lässt sich pauschal schwer beantworten, da das Angebot enorm vielfältig ist. Es gibt gemütliche Rundwege von einer Stunde, die kaum Höhenmeter aufweisen und sich für einen entspannten Nachmittag eignen. Ebenso gibt es ganztägige Bergtouren mit mehreren hundert Höhenmetern und anspruchsvollem Gelände.
Dank der Bergbahnen kannst du die Anstrengung gut steuern, indem du hochfährst und bergab wanderst oder umgekehrt. Für einen durchschnittlich fitten Wanderer sind die meisten Höhenwege gut zu bewältigen, wenn man Pausen einplant und die Höhe berücksichtigt. Wichtig ist, dass du deine Tour realistisch nach deiner Kondition auswählst und die angegebenen Gehzeiten ernst nimmst, denn sie beziehen sich auf reine Gehzeit ohne Pausen. Mit guter Planung findet hier jeder eine passende Herausforderung.