Wandern in Oberschwaben: Sanfte Hügel, Barockglanz und Moore zwischen Donau und Bodensee
Wandern • Oberschwaben

Wandern in Oberschwaben: Sanfte Hügel, Barockglanz und Moore zwischen Donau und Bodensee

Weite Hügel, geheimnisvolle Moore und Barockpracht – entdecke ein Wanderland, das seine Schätze ganz leise offenbart.

Wandern in Oberschwaben

Manchmal reicht schon der Blick über ein taunasses Wiesental im Morgenlicht, um zu verstehen, warum Oberschwaben unter Wanderern als bestgehütetes Geheimnis Baden-Württembergs gilt. Hier, im weiten Land zwischen Donau und Bodensee, türmen sich keine dramatischen Gipfel auf – stattdessen wellt sich die Landschaft sanft dahin, gefaltet von den Gletschern der Eiszeit, gespickt mit stillen Seen, dunklen Mooren und Hügeln, hinter denen an klaren Tagen die Alpenkette wie eine ferne Verheißung auftaucht.

Oberschwaben ist ein Land der leisen Töne, und genau das macht seinen Reiz aus. Zwischen goldenen Getreidefeldern und schattigen Buchenwäldern reihen sich Barockkirchen, deren Türme man schon von Weitem über die Baumwipfel ragen sieht. Die berühmte Oberschwäbische Barockstraße verbindet prunkvolle Klöster und Wallfahrtskirchen, und wer über die Höhen wandert, versteht schnell, warum Baumeister und Mönche ausgerechnet hier ihre Meisterwerke errichteten – der Weitblick ist einfach himmlisch.

Doch Oberschwaben kann auch wild. Das Federseemoor bei Bad Buchau ist eines der größten Moorgebiete Süddeutschlands, ein flirrendes Paradies für Vögel, Libellen und alle, die auf knarrenden Holzstegen dem Ursprünglichen begegnen wollen. Im Altdorfer Wald verlierst du dich in einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete der Region, und rund um Bad Waldsee und Bad Wurzach laden Kurorte zur wohlverdienten Rast nach der Tour.

Das Beste: Hier musst du dich nicht durch Menschenmassen kämpfen. Oberschwaben schenkt dir Ruhe, Raum und dieses seltene Gefühl, dass die Zeit ein wenig langsamer tickt. Perfekt für Genusswanderer, Familien und alle, die das ehrliche, unaufgeregte Süddeutschland suchen.

Topografie & Landschaft

Sanfte eiszeitliche Hügellandschaft

Höhenlage

bis 833 m (Höchsten)

Geländecharakter

Feld-, Wald- und Moorwege

Infrastruktur

Gut markiert, viele Einkehrmöglichkeiten

Beste Reisezeit

Frühling bis Herbst

Navigation

Zwischen Barockkirchen und Mooren: Die Highlights Oberschwabens

Die Oberschwäbische Barockstraße

Kaum eine Region trägt ihr kulturelles Erbe so selbstbewusst zur Schau wie Oberschwaben. Die Oberschwäbische Barockstraße schlängelt sich über mehr als 500 Kilometer durch das Land und verbindet Klöster, Wallfahrtskirchen und prunkvolle Schlösser. Das Kloster Weingarten thront mit seiner mächtigen Basilika – der größten Barockkirche nördlich der Alpen – wie eine Krone über der Landschaft. Wer davor steht, versteht, warum man hier gerne vom "schwäbischen Rom" spricht.

Beim Wandern begegnest du diesen Bauwerken fast beiläufig. Plötzlich taucht hinter einem Hügel die Zwiefalter Münsterkirche auf oder das barocke Ensemble von Bad Schussenried mit seiner berühmten Klosterbibliothek. Diese Kombination aus Bewegung und Kultur macht das Wandern in Oberschwaben zu etwas Besonderem – du sammelst nicht nur Höhenmeter, sondern auch Geschichten.

Das Federseemoor – Wildnis auf Holzstegen

Der Federsee bei Bad Buchau ist das Herz eines der bedeutendsten Moorgebiete Mitteleuropas. Über einen fast anderthalb Kilometer langen Holzsteg wanderst du mitten hinein ins Schilf, wo im Frühjahr die Vögel ein ohrenbetäubendes Konzert geben. Rohrdommel, Purpurreiher und unzählige Libellenarten fühlen sich hier zu Hause. Das federseemuseum erzählt dazu die faszinierende Geschichte der steinzeitlichen Pfahlbauten, die einst am Seeufer standen.

Wusstest du schon? Der Federsee war ursprünglich zwölfmal so groß wie heute. Durch Entwässerungsversuche schrumpfte er dramatisch – heute ist er streng geschützt und einer der artenreichsten Lebensräume Süddeutschlands. Ein Spaziergang über den Steg bei Sonnenuntergang, wenn sich das letzte Licht im Wasser spiegelt, gehört zu den magischsten Momenten, die die Region zu bieten hat.

Kulinarik: Deftig, ehrlich, oberschwäbisch

Nach einer Wanderung schmeckt in Oberschwaben alles doppelt gut. Die schwäbische Küche zeigt hier ihre bodenständige Seite: Maultaschen, Kässpätzle und Zwiebelrostbraten füllen leere Wanderbäuche zuverlässig. Ein echter Geheimtipp sind die "Dünnele", eine Art oberschwäbischer Flammkuchen, den man in vielen Dorfgasthäusern genießt.

Und dann wäre da noch das Bier. Oberschwaben ist eine Hochburg kleiner, familiengeführter Brauereien, und viele Wanderungen enden ganz selbstverständlich in einem urigen Biergarten unter Kastanienbäumen. Wer es süßer mag, sollte die regionalen Obstbrände und den Most probieren – die Streuobstwiesen der Region liefern die Grundlage dafür.

Land & Leute

Die Oberschwaben gelten als bodenständig, herzlich und mit einem trockenen Humor gesegnet, der sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Wer in einem Dorfgasthaus einkehrt, wird schnell in ein Gespräch verwickelt und bekommt garantiert den besten Wandertipp der Umgebung ganz nebenbei serviert.

Das Leben folgt hier noch dem Rhythmus der Jahreszeiten. Im Herbst prägen Erntedankfeste und Viehscheide das Bild, im Winter ziehen sich viele Orte zur Ruhe zurück. Diese Verwurzelung spürst du auf Schritt und Tritt – Oberschwaben ist keine Kulisse, sondern eine gelebte, echte Landschaft.

Warum Wandern in Oberschwaben so guttut

Sanfte Wege für echten Wandergenuss

Oberschwaben ist ein Paradies für alle, die das Wandern als Erholung und nicht als sportliche Grenzerfahrung verstehen. Die eiszeitlich geformte Hügellandschaft steigt nur selten steil an, und die meisten Touren bewegen sich in angenehmen Höhenlagen zwischen 500 und 800 Metern. Das bedeutet: viel Aussicht, wenig Quälerei. Selbst weniger geübte Wanderer und Familien mit Kindern kommen hier voll auf ihre Kosten.

Die Wegequalität ist durchweg hoch. Gut markierte Rundwanderwege, breite Feld- und Waldwege sowie liebevoll gepflegte Themenpfade durchziehen die Region. Verlaufen ist hier fast unmöglich, was das Wandern auch für Einsteiger entspannt macht. Wer dennoch Herausforderung sucht, findet sie in den Steigungen rund um den Höchsten und in längeren Etappen der Fernwanderwege.

Aussichten bis zu den Alpen

Der besondere Zauber Oberschwabens entfaltet sich an klaren Tagen, wenn sich am südlichen Horizont die schneebedeckte Alpenkette abzeichnet. Der Höchsten bei Illmensee ist mit rund 833 Metern der ideale Aussichtsbalkon der Region – von seinem Aussichtsturm reicht der Blick über den Bodensee bis zu Säntis und den Vorarlberger Bergen.

Doch auch abseits der bekannten Aussichtspunkte wirst du immer wieder mit weiten Panoramen belohnt. Auf den Hügelkuppen zwischen den Feldern öffnet sich der Blick über ein Meer aus grünen Wellen, unterbrochen von Kirchtürmen und Baumgruppen. Diese Weite hat etwas fast Meditatives – man atmet automatisch tiefer.

Naturerlebnis zu jeder Jahreszeit

Oberschwaben verändert mit den Jahreszeiten sein Gesicht, und jedes hat seinen eigenen Reiz. Im Frühling explodieren die Streuobstwiesen in weiß-rosa Blüten, im Sommer wogen goldene Getreidefelder unter dem weiten Himmel. Der Herbst taucht die Buchenwälder und Moore in warme Farben, während der Winter die Landschaft in stille Reifpracht hüllt.

Besonders die Moorlandschaften rund um Bad Wurzach und den Federsee bieten Naturerlebnisse, die man so selten findet. Das Wurzacher Ried ist das größte intakte Hochmoor Mitteleuropas – hier fühlst du dich fernab jeder Zivilisation, umgeben von Wollgras, seltenen Pflanzen und einer Stille, die man förmlich hören kann.

Für wen sich Oberschwaben besonders lohnt

Genusswanderer, Familien und Naturfreunde finden hier ihr perfektes Revier. Die überschaubaren Distanzen, die gute Beschilderung und die zahlreichen Einkehrmöglichkeiten machen Oberschwaben zu einer der entspanntesten Wanderregionen Süddeutschlands. Kinder freuen sich über Moorstege, Aussichtstürme und die vielen Tiere, die es zu entdecken gibt.

Auch Kulturliebhaber kommen auf ihre Kosten, denn kaum eine Wanderregion verbindet Landschaft und Baukunst so eng. Wer gerne wandert und dabei einkehren, staunen und die Seele baumeln lassen möchte, ist hier goldrichtig – Leistungssportler mit Gipfelsucht sollten hingegen weiterziehen.

Gemütlich übernachten: Unsere Hotelempfehlungen für Oberschwaben

Die schönsten Wanderungen in Oberschwaben

Rund um den Federsee bei Bad Buchau

Diese Tour startet am Federseemuseum in Bad Buchau und führt zunächst über den berühmten Federseesteg – einen fast 1,5 Kilometer langen Bohlenweg, der dich mitten hinein ins Schilfmeer bringt. Am Ende des Stegs erreichst du eine Aussichtsplattform am offenen Wasser, wo du mit etwas Glück Rohrdommeln und Purpurreiher beobachten kannst.

Von dort folgst du dem Rundweg durch das Naturschutzgebiet über den Weg entlang der ehemaligen Seeufer. Die Strecke ist flach, familienfreundlich und lässt sich in rund zwei bis drei Stunden gemütlich gehen. Immer wieder laden Beobachtungshütten zum Verweilen ein.

Die Tour eignet sich hervorragend für Familien, Vogelbeobachter und alle, die die Moorlandschaft auf einfachen Wegen erleben wollen. Ein Besuch des Federseemuseums mit seinen rekonstruierten Pfahlbauten rundet den Ausflug ideal ab. Besonders schön ist die Runde am frühen Morgen oder zum Sonnenuntergang, wenn das Licht über dem Wasser tanzt.

Aussichtsberg Höchsten bei Illmensee

Der Höchsten ist mit 833 Metern die höchste Erhebung der Region und ein Muss für alle, die das große Panorama suchen. Die Wanderung beginnt meist in Illmensee und führt über gut markierte Wege durch Wald und über offene Höhen hinauf zum Gipfelplateau mit seinem Aussichtsturm.

Vom Turm aus reicht der Blick an klaren Tagen über den Bodensee hinweg bis zu Säntis, Alpstein und den Vorarlberger Bergen. Dieses Alpenpanorama ist der Lohn für den moderaten Aufstieg, der auch für weniger geübte Wanderer gut zu bewältigen ist.

Die Runde lässt sich flexibel gestalten und mit einem Abstecher zum idyllischen Illmensee kombinieren, der im Sommer zum Baden einlädt. Oben am Höchsten sorgt ein Berggasthof für die verdiente Einkehr mit Aussicht. Ideal für Genusswanderer und Familien, die ein großes Gipfelerlebnis ohne alpine Anstrengung suchen.

Wurzacher Ried – Moorlehrpfad

Das Wurzacher Ried bei Bad Wurzach ist das größte intakte Hochmoor Mitteleuropas und ein Naturschauspiel der besonderen Art. Der Moorlehrpfad startet am Naturschutzzentrum und führt über Bohlenwege und Erdpfade tief hinein in die geheimnisvolle Moorwelt.

Entlang der Route erklären Infotafeln die Entstehung des Hochmoors und stellen die seltenen Pflanzen und Tiere vor – vom Wollgras über den fleischfressenden Sonnentau bis hin zu spezialisierten Libellenarten. Die Stille und Weite dieser Landschaft haben etwas fast Mystisches.

Die Wanderung ist überwiegend flach und in etwa zwei bis drei Stunden zu bewältigen. Sie eignet sich besonders für Naturliebhaber, Fotografen und Familien, die ihren Kindern eine einzigartige Landschaft nahebringen möchten. Der Aussichtsturm am Rande des Rieds bietet einen weiten Blick über das Moor. Festes Schuhwerk empfiehlt sich, da manche Abschnitte feucht sein können.

Barockrunde bei Weingarten und Ravensburg

Diese kulturhistorische Wanderung verbindet zwei der bekanntesten Orte Oberschwabens. Startpunkt ist die imposante Basilika St. Martin in Weingarten – die größte Barockkirche nördlich der Alpen. Von hier führt der Weg über Wiesen und durch Wälder in Richtung der mittelalterlichen Stadt Ravensburg.

Unterwegs eröffnen sich immer wieder Ausblicke über das Schussental und die sanften Hügel der Umgebung. In Ravensburg lohnt sich ein Aufstieg zum "Mehlsack", dem weithin sichtbaren weißen Turm, von dem aus du die historische Altstadt mit ihren zahlreichen Türmen überblickst.

Die Tour verbindet Natur und Kultur auf ideale Weise und ist damit perfekt für alle, die beim Wandern auch etwas erleben und lernen möchten. Die gepflegten Wege sind gut zu gehen, und zahlreiche Cafés und Gasthäuser laden zur Rast. Ein Abstecher zum Weingartener Klostermuseum rundet den kulturellen Tag ab.

Altdorfer Wald – Durch das grüne Herz Oberschwabens

Der Altdorfer Wald zwischen Ravensburg und Bad Waldsee ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Baden-Württembergs und ein Paradies für Waldliebhaber. Die Rundwanderung startet meist bei Vogt oder Waldburg und führt über ruhige Forstwege durch dichte Buchen- und Nadelwälder.

Ein Highlight ist die Burg Waldburg, die hoch über der Landschaft thront und einen fantastischen Rundumblick bietet – bei klarer Sicht bis zu den Alpen. Der Aufstieg zur Burg lohnt sich allein wegen des Panoramas und der interessanten Geschichte dieses ehemaligen Reichssturmfahnenlehens.

Im Wald selbst begegnest du kleinen Bächen, Quellen und einer erstaunlichen Artenvielfalt. Die Tour ist mit ihren moderaten Anstiegen für die meisten Wanderer gut machbar und besonders im Sommer angenehm, wenn das Blätterdach kühlen Schatten spendet. Ideal für alle, die Ruhe und Naturnähe suchen.

Häufige Fragen

Ist Oberschwaben für Wanderanfänger geeignet?

Absolut, Oberschwaben gehört sogar zu den anfängerfreundlichsten Wanderregionen Süddeutschlands. Die sanfte, eiszeitlich geformte Hügellandschaft weist nur selten steile oder anstrengende Anstiege auf, sodass auch Menschen ohne große Wandererfahrung problemlos schöne Touren unternehmen können.

Die Wege sind durchweg gut markiert und meist breit und gut begehbar. Viele Rundwanderwege sind in überschaubaren Distanzen angelegt, und zahlreiche Einkehrmöglichkeiten sorgen dafür, dass du unterwegs jederzeit rasten kannst. Wer klein anfangen möchte, findet etwa am Federsee oder im Wurzacher Ried flache, kurze Routen, die trotzdem beeindruckende Naturerlebnisse bieten.

Kann ich in Oberschwaben gut mit Kindern wandern?

Oberschwaben ist geradezu ideal für Familienwanderungen. Die moderaten Höhenunterschiede und die abwechslungsreiche Landschaft sorgen dafür, dass auch Kinder nicht so schnell die Lust verlieren. Besonders die Moorstege am Federsee und im Wurzacher Ried begeistern kleine Entdecker, weil es dort ständig etwas zu sehen gibt.

Zahlreiche Themen- und Erlebnispfade vermitteln spielerisch Wissen über Natur und Geschichte. Aussichtstürme wie am Höchsten oder auf der Burg Waldburg sind bei Kindern immer ein Highlight. Plane die Etappen kindgerecht kurz und baue genügend Pausen ein – dann wird die Wanderung für die ganze Familie zum Erfolg.

Darf ich meinen Hund mitnehmen?

Ja, Oberschwaben ist eine sehr hundefreundliche Wanderregion. Auf den meisten Wegen sind Vierbeiner herzlich willkommen, und die weiten Felder und Wälder bieten viel Raum zum Herumtollen. Viele Gasthäuser und Biergärten lassen Hunde ebenfalls gerne herein.

Beachte jedoch, dass in Naturschutzgebieten wie dem Federseemoor und dem Wurzacher Ried teilweise Leinenpflicht besteht oder Hunde an bestimmten Stellen gar nicht erlaubt sind, um die empfindliche Tierwelt zu schützen. Informiere dich vorab über die jeweiligen Regelungen und führe deinen Hund während der Brut- und Setzzeit im Frühjahr grundsätzlich an der Leine. Wasser für den Hund solltest du besonders im Sommer stets dabeihaben.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern in Oberschwaben?

Grundsätzlich lässt sich Oberschwaben das ganze Jahr über erwandern, doch jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz. Der Frühling verzaubert mit blühenden Streuobstwiesen und dem erwachenden Vogelkonzert in den Mooren, während der Sommer lange, warme Tage und die Möglichkeit zum Baden in den zahlreichen Seen bietet.

Besonders empfehlenswert ist der Herbst, wenn sich die Buchenwälder und Moorlandschaften in warme Farben tauchen und die klare Luft oft weite Blicke bis zu den Alpen ermöglicht. Der Winter zeigt die Region von ihrer stillen, verträumten Seite – ideal für ruhige Spaziergänge durch die reifbedeckte Landschaft.

Wie gut sind die Wanderwege markiert?

Die Wanderwege in Oberschwaben sind durchweg sehr gut ausgeschildert und gepflegt. Der Schwäbische Albverein und die örtlichen Tourismusverbände sorgen für eine zuverlässige Markierung mit einheitlichen Symbolen und Wegweisern, sodass du dich auch ohne perfekte Ortskenntnis gut zurechtfindest.

An vielen Startpunkten findest du zudem Übersichtstafeln mit Karten und Tourenbeschreibungen. Trotzdem empfiehlt es sich, für längere Touren eine Wanderkarte oder eine Wander-App mit heruntergeladenen Offline-Karten dabeizuhaben – gerade in den ausgedehnten Waldgebieten wie dem Altdorfer Wald schadet eine zusätzliche Orientierungshilfe nie.

Gibt es unterwegs genügend Einkehrmöglichkeiten?

Oberschwaben ist bekannt für seine ausgeprägte Wirtshauskultur, und du wirst selten lange ohne Einkehrmöglichkeit unterwegs sein. In fast jedem Dorf gibt es urige Gasthäuser, die deftige schwäbische Küche und lokale Biere aus kleinen Familienbrauereien servieren.

Besonders in den Kurorten wie Bad Waldsee, Bad Buchau und Bad Wurzach findest du eine große Auswahl an Cafés, Restaurants und Biergärten. An beliebten Aussichtspunkten wie dem Höchsten oder der Burg Waldburg sorgen Berggasthöfe für die verdiente Rast. Probiere unbedingt die regionalen Spezialitäten wie Maultaschen, Kässpätzle oder das oberschwäbische Dünnele.

Wie erreiche ich die Wanderregion Oberschwaben?

Oberschwaben ist verkehrstechnisch gut angebunden. Mit dem Auto erreichst du die Region über die A96 und die B30, die die wichtigsten Orte wie Ravensburg, Bad Waldsee und Biberach miteinander verbinden. Parkplätze an den Wanderausgangspunkten sind in der Regel vorhanden und meist kostenlos.

Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Anreise möglich. Ravensburg, Aulendorf und Biberach verfügen über Bahnhöfe, die regelmäßig angefahren werden. Von dort bringen dich Regionalbusse in die kleineren Orte und zu vielen Wandergebieten. Gerade für Streckenwanderungen ist die Kombination aus Bahn und Bus praktisch, da du nicht zum Ausgangspunkt zurückkehren musst.

Welche Ausrüstung brauche ich zum Wandern in Oberschwaben?

Da die meisten Touren im moderaten Gelände verlaufen, reicht eine solide Grundausstattung völlig aus. Feste, bequeme Wanderschuhe mit gutem Profil sind besonders in den Moorgebieten und auf feuchten Waldwegen empfehlenswert. Für die Bohlenwege am Federsee genügen jedoch auch leichte Wanderschuhe.

Wetterfeste Kleidung im Zwiebelprinzip ist ratsam, da das Wetter in der Region schnell wechseln kann. Denke an Sonnenschutz für die offenen Höhenwege, ausreichend Wasser und einen kleinen Snack. Eine Wanderkarte oder App, ein Fernglas für die Vogelbeobachtung an den Mooren und eine Kamera für die Alpenpanoramen runden deine Ausrüstung ab.

Gibt es Mehrtagestouren oder Fernwanderwege?

Ja, Oberschwaben lässt sich auch auf mehrtägigen Touren wunderbar erkunden. Fernwanderwege durchziehen die Region und verbinden die schönsten Landschaften und Kulturdenkmäler miteinander. Die sanfte Topografie eignet sich hervorragend für entspannte Etappenwanderungen ohne alpine Strapazen.

Die Oberschwäbische Barockstraße lässt sich ebenfalls in Etappen erwandern und verbindet dabei die prächtigen Klöster und Barockkirchen der Region. Da die Orte gut erreichbar und mit ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten ausgestattet sind, kannst du deine Etappen flexibel planen. Wer mehrere Tage unterwegs ist, taucht besonders tief in den ruhigen Rhythmus dieser Landschaft ein.

Kann man am Höchsten wirklich die Alpen sehen?

Ja, bei klarer Sicht bietet der Höchsten bei Illmensee eines der schönsten Alpenpanoramen der gesamten Region. Vom Aussichtsturm auf dem 833 Meter hohen Gipfel reicht der Blick über den Bodensee hinweg bis zum Säntis, dem Alpstein und den Vorarlberger Bergen.

Die besten Chancen auf freie Sicht hast du an klaren Tagen im Herbst und Winter, wenn die Luft besonders rein ist, sowie nach dem Durchzug einer Kaltfront. Auch morgens ist die Fernsicht oft besser als in der dunstigen Nachmittagshitze des Sommers. Ein Fernglas lohnt sich, um die einzelnen Gipfel identifizieren zu können.

Ist Wandern in den Mooren gefährlich?

Nein, solange du auf den ausgewiesenen Wegen und Bohlenstegen bleibst, ist das Wandern in den Mooren Oberschwabens völlig ungefährlich. Die Wege am Federsee und im Wurzacher Ried sind sicher angelegt und gut instand gehalten, sodass du die faszinierende Moorwelt bedenkenlos erkunden kannst.

Wichtig ist, dass du die Wege niemals verlässt – nicht nur zu deiner eigenen Sicherheit, sondern vor allem zum Schutz der extrem empfindlichen Moorlandschaft. Abseits der Stege können der Boden trügerisch und die Vegetation schnell beschädigt werden. Halte dich an die Beschilderung, dann steht einem sicheren und beeindruckenden Naturerlebnis nichts im Weg.

Welche Region eignet sich für Fotografen besonders?

Oberschwaben ist ein Traum für Naturfotografen, und einige Orte stechen besonders hervor. Das Federseemoor bietet zu jeder Tageszeit atemberaubende Motive – vom morgendlichen Nebel über dem Schilf bis zum spiegelnden Sonnenuntergang am offenen Wasser. Vogelbeobachter mit Teleobjektiv kommen hier voll auf ihre Kosten.

Auch das Wurzacher Ried mit seinen weiten Moorflächen und dem seltenen Wollgras liefert einzigartige Landschaftsaufnahmen. Für Panoramafotos ist der Höchsten mit seinem Alpenblick ideal, während die Barockkirchen und Klöster großartige Architekturmotive bieten. Das beste Licht findest du in den goldenen Stunden am frühen Morgen und am späten Abend.

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