Bewaldetes Mittelgebirge mit Vulkankegeln
Wandern in der Oberpfalz: Zwischen Burgen, Basalt und stillen Wäldern
Wandern in der Oberpfalz
Vergiss für einen Moment den Trubel der berühmten Alpenregionen und stell dir stattdessen sanfte Hügel vor, auf denen einsame Burgruinen in den Himmel ragen, dazu erloschene Vulkankegel, endlose Nadelwälder und Flusstäler, in denen die Zeit ein bisschen langsamer zu ticken scheint. Willkommen in der Oberpfalz, dem stillen Star des bayerischen Ostens.
Diese Region zwischen Bayerischem Wald, Fichtelgebirge und der tschechischen Grenze ist ein Geheimtipp geblieben, obwohl sie zum Wandern eigentlich alles hat, was das Herz begehrt. Der Oberpfälzer Wald mit seinen bewaldeten Kämmen lädt zu langen, meditativen Etappen ein, während der Naturpark Hirschwald und das Vulkanland um Neustadt an der Waldnaab mit überraschend abwechslungsreicher Landschaft aufwarten. Basaltkegel wie der Parkstein, den schon Goethe als den schönsten Basaltberg Europas rühmte, erzählen von einer feurigen Vergangenheit.
Wer hier unterwegs ist, wandert nicht durch überlaufene Postkartenkulissen, sondern durch ein Land, das noch ehrlich wirkt. Rauhe Granitfelsen, mystische Moore, versteckte Quellen und Aussichtspunkte, an denen du oft ganz allein stehst. Dazu kommt eine bodenständige, herzliche Gastfreundschaft, deftige Wirtshausküche und ein Netz an gut markierten Wanderwegen, das seinesgleichen sucht.
Die Oberpfalz ist ideal für alle, die Ruhe suchen, ohne auf Erlebnisse zu verzichten. Familien finden sanfte Rundwege, ambitionierte Wanderer stürzen sich auf die Höhenzüge des Steinwalds oder den Goldsteig, der die Region durchzieht. Und wenn du abends müde, aber glücklich in eine Wirtsstube einkehrst und ein kühles Zoigl-Bier vor dir steht, weißt du: Die Oberpfalz belohnt jeden Schritt.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
bis ca. 940 m (Entenbühl)
Geländecharakter
Waldpfade, Granitwege, sanfte Höhen
Infrastruktur
Gut markiert, viele Einkehren
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober
Die schönsten Sehenswürdigkeiten und Naturschätze der Oberpfalz
Burgen, Ruinen und steinerne Zeugen der Geschichte
Kaum eine andere Region Bayerns ist so dicht mit Burgen und Ruinen gespickt wie die Oberpfalz. Auf beinahe jedem markanten Hügel thront ein steinernes Relikt vergangener Jahrhunderte, das förmlich darauf wartet, erwandert zu werden. Die Burgruine Flossenbürg mit ihren mächtigen Granitmauern gehört zu den eindrucksvollsten und bietet von oben einen weiten Blick über den Oberpfälzer Wald bis nach Tschechien.
Auch die Burg Falkenberg, liebevoll restauriert und einst im Besitz des Diplomaten Friedrich Werner von der Schulenburg, ist einen Abstecher wert. Wer sich für Geschichte begeistert, findet hier auf Schritt und Tritt Anknüpfungspunkte. Viele der Ruinen sind frei zugänglich und werden zu stimmungsvollen Rastplätzen, an denen du in Ruhe deine Brotzeit auspacken kannst, während der Wind durch alte Gemäuer streicht.
Das Vulkanland und der legendäre Parkstein
Ja, du hast richtig gelesen: In der Oberpfalz gab es einst aktive Vulkane. Der wohl berühmteste Zeuge dieser feurigen Zeit ist der Parkstein, ein perfekt geformter Basaltkegel, dessen freigelegte sechseckige Basaltsäulen zu den schönsten Europas zählen. Johann Wolfgang von Goethe war so beeindruckt, dass er den Berg gleich mehrfach besuchte und ihn als den schönsten Basaltberg der Welt bezeichnete.
Ein Rundweg führt dich um und auf den Parkstein, vorbei an der beeindruckenden Basaltwand bis hinauf zur Bergkirche, von wo aus sich ein grandioses Panorama über das Oberpfälzer Land öffnet. Das dazugehörige Vulkanerlebnismuseum erklärt anschaulich, wie diese Landschaft entstanden ist, und macht auch Kindern die Erdgeschichte lebendig.
Kulinarik: Zoigl, Knödel und ehrliche Küche
Ein Wandertag in der Oberpfalz ist erst dann komplett, wenn du in einem echten Zoigl-Wirtshaus eingekehrt bist. Der Zoigl ist ein süffiges, ungefiltertes Bier, das in Kommunbrauhäusern gebraut und in privaten Wirtsstuben ausgeschenkt wird, erkennbar am sechszackigen Zoiglstern über der Tür. Orte wie Neuhaus, Windischeschenbach und Falkenberg sind wahre Hochburgen dieser Tradition.
Dazu gibt es deftige Klassiker: Schweinsbraten mit dunkler Soße, hausgemachte Knödel, saure Zipfel und im Herbst Wildgerichte aus den umliegenden Wäldern. Die Preise sind angenehm bodenständig und die Portionen so großzügig, dass du die verbrannten Kalorien mühelos wieder auffüllst.
Geheimtipp: Das Waldnaabtal
Wusstest du schon, dass die Oberpfalz ein eigenes kleines Wildromantik-Juwel besitzt? Das Waldnaabtal zwischen Falkenberg und Windischeschenbach ist eine tief eingeschnittene Felsschlucht, durch die sich die Waldnaab zwischen bemoosten Granitblöcken schlängelt. Über schmale Pfade, Holzstege und kleine Brücken wanderst du an skurril geformten Felsen wie der Butterfassformation entlang.
Besonders im Frühjahr, wenn das Wasser rauscht und das frische Grün leuchtet, wirkt das Tal fast wie verwunschen. Es ist einer jener Orte, an denen du dich fragst, warum hier nicht viel mehr Menschen unterwegs sind. Genieße es, denn genau diese Stille macht den Charme der Oberpfalz aus.
Warum die Oberpfalz ein echtes Wanderparadies ist
Wandern abseits der Massen
Was die Oberpfalz für Wanderer so besonders macht, ist ihre wohltuende Ruhe. Während sich in den Alpen an schönen Wochenenden die Menschen auf den Gipfeln stauen, hast du hier viele Wege fast für dich allein. Diese Abgeschiedenheit ist kein Nachteil, sondern das größte Geschenk der Region. Du kannst tatsächlich stundenlang durch Wälder streifen, ohne einer Menschenseele zu begegnen, dafür aber Rehe, Bussarde und im Steinwald mit etwas Glück sogar Auerhühner beobachten.
Diese Entschleunigung tut der Seele gut. Wer den Kopf freibekommen und die Natur wirklich spüren will, ist in der Oberpfalz genau richtig aufgehoben.
Vielfältige Landschaften auf kleinem Raum
Die Oberpfalz überrascht mit einer erstaunlichen landschaftlichen Bandbreite. Da sind die sanften, bewaldeten Höhenzüge des Oberpfälzer Waldes, die schroffen Granitformationen des Steinwalds, die vulkanischen Kegel rund um Parkstein und Rauher Kulm, und dazu unzählige Teiche, Moore und Flusstäler. Die Region gehört zu den teichreichsten Landschaften Mitteleuropas, und diese Wasserflächen setzen immer wieder wunderschöne Akzente in die Wanderung.
Diese Vielfalt sorgt dafür, dass Wandern hier nie langweilig wird. Auf einer einzigen längeren Tour kannst du dichte Wälder, offene Wiesen, felsige Aussichtspunkte und stille Weiher durchqueren. Genau diese Abwechslung macht das Wandern in der Oberpfalz so reizvoll.
Bestens markierte Fernwege
Die Oberpfalz ist von einem exzellenten Netz aus markierten Wanderwegen durchzogen. Allen voran der Goldsteig, einer der längsten und renommiertesten Fernwanderwege Deutschlands, der auf seiner Nordroute quer durch die Region führt. Aber auch der Nurtschweg entlang der tschechischen Grenze und zahlreiche zertifizierte Rundwege laden zu Touren jeder Länge ein.
Die Beschilderung ist zuverlässig und die Wege sind gut gepflegt. Das macht die Orientierung leicht und gibt auch weniger erfahrenen Wanderern Sicherheit. Zahlreiche Themen- und Erlebniswege bringen zudem spielerisch Wissen über Geologie, Geschichte und Natur mit.
Für Familien, Genießer und Ambitionierte
Ob du mit Kindern gemütlich losziehst, als Paar einen Genusstag suchst oder als sportlicher Wanderer echte Höhenmeter sammeln willst, die Oberpfalz hat für jeden das passende Angebot. Sanfte Rundwege um Teiche und durch Auen eignen sich perfekt für Familien, während anspruchsvollere Etappen im Steinwald oder auf dem Goldsteig ambitionierte Wanderer fordern.
Die überschaubaren Distanzen zwischen den Orten und die gute Anbindung an Einkehrmöglichkeiten machen die Planung angenehm entspannt. So lässt sich jeder Tag ganz nach eigenem Tempo und Anspruch gestalten.
Übernachten in der Oberpfalz: Gemütliche Unterkünfte für Wanderer
Die schönsten Wandertouren in der Oberpfalz
Rundweg um den Parkstein: Auf dem schönsten Basaltberg
Diese kompakte Tour beginnt im Ort Parkstein und führt dich in etwa zwei Stunden rund um und hinauf auf den berühmten Basaltkegel. Der markierte Basaltkegel-Rundweg schlängelt sich zunächst durch Wald, bis du unvermittelt vor der eindrucksvollen freigelegten Basaltwand mit ihren sechseckigen Säulen stehst, jenem geologischen Wunder, das schon Goethe verzückte.
Über Serpentinen und Stufen erreichst du die Bergkirche auf dem Gipfel, von wo aus sich ein herrlicher Rundblick über das Oberpfälzer Land bis zum Fichtelgebirge und Steinwald öffnet. Ein Besuch im Vulkanerlebnismuseum am Fuße des Berges rundet die Tour perfekt ab und erklärt anschaulich die vulkanische Geschichte.
Dank der kurzen Distanz und guter Wege ist diese Runde ideal für Familien und Einsteiger. Wer möchte, kombiniert sie mit einer Einkehr im Ort und macht daraus einen entspannten Halbtagesausflug mit Aha-Momenten.
Wildromantisches Waldnaabtal ab Falkenberg
Diese landschaftlich spektakuläre Tour startet an der Burg Falkenberg und führt dich hinunter ins tief eingeschnittene Waldnaabtal. Über schmale Pfade, Holzstege und kleine Brücken folgst du dem Lauf der Waldnaab, die sich zwischen mächtigen, bemoosten Granitblöcken hindurchwindet. Immer wieder tauchen skurril geformte Felsen auf, die Namen wie Butterfass oder Kammerwagen tragen.
Ein beliebtes Ziel ist die Blockhütte, eine urige Einkehr mitten im Tal, wo du bei Kaffee und Kuchen oder einer deftigen Brotzeit die Beine ausstrecken kannst. Von hier führt der Weg entweder als Rundtour zurück oder weiter Richtung Windischeschenbach.
Die Strecke ist etwa acht bis zehn Kilometer lang, an einigen Stellen etwas felsig und feucht, aber ohne große Steigungen. Festes Schuhwerk ist Pflicht. Besonders im Frühjahr, wenn das Wasser kräftig rauscht, ist dieses Tal ein wahres Naturschauspiel und einer der schönsten Wanderabschnitte der ganzen Region.
Steinwald-Runde zur Burgruine Weißenstein
Der Steinwald ist das raue, felsige Herz der nördlichen Oberpfalz, und diese Tour bringt dich mitten hinein. Ausgangspunkt ist häufig der Parkplatz an der Waldhütte oder in Friedenfels. Von dort führt ein gut markierter Weg durch dichten Nadelwald hinauf zur Burgruine Weißenstein, die auf einem markanten Granitfelsen thront.
Ein Highlight ist der begehbare Aussichtsturm auf der Ruine, von dem aus du bei klarer Sicht über den gesamten Steinwald bis zum Fichtelgebirge blickst. Unterwegs passierst du eindrucksvolle Granitformationen wie die Räuberfelsen und wanderst durch stille, urwaldähnliche Waldabschnitte.
Die Rundtour umfasst je nach Variante rund zehn bis zwölf Kilometer mit moderaten Anstiegen. Sie eignet sich gut für konditionsstarke Wanderer, die Ruhe und ursprüngliche Waldatmosphäre suchen. Eine Einkehr im Waldhaus am Ende belohnt für die Mühen.
Auf den Rauhen Kulm: Vulkangipfel mit weitem Blick
Der Rauhe Kulm bei Neustadt am Kulm ist ein weiterer erloschener Vulkan und einer der markantesten Berge der Oberpfalz. Diese Tour startet im Ort Neustadt am Kulm und führt über einen gut ausgeschilderten Pfad durch Buchen- und Mischwald hinauf zum Gipfel auf über 680 Metern.
Oben erwartet dich ein Aussichtsturm, der ein grandioses Rundumpanorama bietet, von Parkstein über den Steinwald bis zum Fichtelgebirge. Am Berg finden sich zudem Spuren einer keltischen Ringwallanlage, was der Wanderung eine geschichtsträchtige Note verleiht.
Die Runde ist mit rund sechs bis acht Kilometern überschaubar, hat aber einen ordentlichen Schlussanstieg. Sie passt gut für Halbtagesausflüge und ist auch mit Kindern machbar, sofern diese das kurze, knackige Bergstück meistern. Ein echter Klassiker für alle, die Aussicht und Vulkangeschichte verbinden wollen.
Goldsteig-Etappe von Flossenbürg nach Bärnau
Wer den Fernwanderweg-Charakter der Oberpfalz erleben will, ist auf dem Goldsteig genau richtig. Diese Etappe beginnt an der eindrucksvollen Burgruine Flossenbürg, deren mächtige Granitmauern bereits einen ersten Höhepunkt bieten. Von hier folgst du der gelben Goldsteig-Markierung entlang der tschechischen Grenze durch weite Wälder und über sanfte Höhenzüge.
Unterwegs kommst du an stillen Weihern, Grenzsteinen und alten Handelswegspuren vorbei, denn diese Region war einst wichtige Passage im Salz- und Goldhandel. In Bärnau lohnt sich der Besuch des Geschichtsparks, eines rekonstruierten mittelalterlichen Dorfes, das lebendig in vergangene Zeiten entführt.
Die Etappe umfasst rund achtzehn Kilometer und ist damit eine Tagestour für konditionsstarke Wanderer. Die Wege sind bestens markiert und überwiegend gut begehbar. Wer die Weite und Stille des Oberpfälzer Waldes in ihrer reinsten Form spüren will, findet hier eine der lohnendsten Etappen der gesamten Region.
Häufige Fragen
Ist die Oberpfalz zum Wandern mit Kindern geeignet?
Absolut, die Oberpfalz ist ein wunderbares Ziel für Familien mit Kindern. Viele Rundwege sind kurz, gut markiert und ohne extreme Steigungen, sodass auch kleinere Wanderer gut mithalten können. Besonders beliebt sind Themenwege, die spielerisch Wissen vermitteln, etwa rund um den Parkstein mit dem Vulkanerlebnismuseum.
Auch das Waldnaabtal mit seinen Holzstegen, kleinen Brücken und skurrilen Felsen ist bei Kindern sehr beliebt, weil es viel zu entdecken gibt und nie langweilig wird. Achte bei jüngeren Kindern auf festes Schuhwerk und plane genügend Pausen mit Brotzeit ein. Viele Einkehrmöglichkeiten unterwegs machen die Touren zusätzlich entspannt.
Kann ich in der Oberpfalz mit Hund wandern?
Ja, die Oberpfalz ist ausgesprochen hundefreundlich. Die weiten Wälder, ruhigen Wege und die geringe Besucherdichte machen die Region ideal für Wanderungen mit dem Vierbeiner. Auf den meisten Wegen kannst du deinen Hund frei laufen lassen, solange du Rücksicht auf Wildtiere und andere Wanderer nimmst.
In Naturschutzgebieten und während der Brut- und Setzzeit im Frühjahr solltest du deinen Hund jedoch anleinen. Viele Wirtshäuser und Zoiglstuben heißen Hunde willkommen, oft steht sogar ein Wassernapf bereit. Denk daran, im Sommer ausreichend Wasser mitzunehmen, da nicht überall Bäche oder Weiher direkt am Weg liegen.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern in der Oberpfalz?
Die Oberpfalz lässt sich von Frühling bis Herbst hervorragend erwandern. Der Frühling ist besonders reizvoll, wenn das Waldnaabtal vom Schmelzwasser rauscht und die Wälder frisch ergrünen. Der Sommer bietet angenehme Temperaturen, da die bewaldeten Höhen selbst an heißen Tagen für Schatten und Kühlung sorgen.
Der Herbst ist für viele die schönste Jahreszeit, wenn sich die Wälder golden färben und die klare Luft weite Fernblicke ermöglicht. Auch der Winter hat seinen Reiz für Winterwanderer und Schneeschuhgeher, allerdings solltest du dann auf Ausrüstung und Wetter achten. Insgesamt sind die Monate Mai bis Oktober die verlässlichste Zeit.
Wie gut sind die Wanderwege markiert?
Die Wegemarkierung in der Oberpfalz ist ausgezeichnet und zählt zu den Stärken der Region. Der Goldsteig etwa ist durchgehend mit einem gelben Symbol beschildert, und auch der Nurtschweg sowie unzählige zertifizierte Rundwege sind zuverlässig ausgezeichnet. Du findest an Kreuzungen in der Regel klare Wegweiser mit Zielangaben und Entfernungen.
Trotzdem empfiehlt es sich, eine gute Wanderkarte oder eine Wander-App mit GPS-Track dabeizuhaben, besonders bei längeren Touren in abgelegeneren Waldgebieten. So bist du auf der sicheren Seite, falls einmal ein Schild fehlen sollte oder du eine eigene Variante gehen möchtest.
Was ist der Goldsteig und lohnt er sich?
Der Goldsteig ist einer der längsten und renommiertesten Fernwanderwege Deutschlands und führt auf über 660 Kilometern vom Fichtelgebirge bis nach Passau, wobei ein großer Teil durch die Oberpfalz verläuft. Er ist als Qualitätsweg zertifiziert und bietet abwechslungsreiche Landschaften, historische Highlights und traumhafte Aussichten.
Du musst natürlich nicht den ganzen Weg gehen. Viele Wanderer picken sich einzelne Etappen heraus, etwa den Abschnitt rund um Flossenbürg oder Bärnau. Diese lassen sich als Tagestouren gut bewältigen und geben einen wunderbaren Eindruck von der Stille und Weite des Oberpfälzer Waldes. Für Fernwanderfans ist der Goldsteig ein absolutes Muss.
Gibt es unterwegs genug Einkehrmöglichkeiten?
In der Oberpfalz musst du selten hungrig bleiben. Vor allem in und um die Orte gibt es zahlreiche urige Wirtshäuser, Gasthöfe und die berühmten Zoiglstuben, in denen du deftige regionale Küche und das ungefilterte Zoigl-Bier genießen kannst. Achte auf den sechszackigen Zoiglstern über der Tür, er zeigt an, dass gerade ausgeschenkt wird.
Auf abgelegeneren Etappen, etwa mitten im Steinwald oder auf längeren Goldsteig-Abschnitten, können die Abstände zwischen den Einkehrmöglichkeiten größer werden. Für solche Touren empfiehlt es sich, ausreichend Wasser und eine Brotzeit im Rucksack zu haben. Insgesamt ist die Versorgungslage aber angenehm entspannt.
Welche Ausrüstung brauche ich zum Wandern in der Oberpfalz?
Für die meisten Touren in der Oberpfalz reicht eine solide Grundausstattung. Feste Wanderschuhe mit gutem Profil sind wichtig, besonders auf felsigen und feuchten Abschnitten wie im Waldnaabtal. Wetterfeste Kleidung und eine Regenjacke gehören ebenfalls ins Gepäck, da das Wetter im Mittelgebirge auch mal umschlagen kann.
Nimm ausreichend Wasser, eine Brotzeit und bei längeren Touren eine Wanderkarte oder GPS-App mit. Im Sommer sind Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung sinnvoll, im Frühjahr und Herbst zusätzlich eine wärmere Schicht. Für die höheren Lagen im Steinwald oder auf exponierten Gipfeln empfiehlt sich immer eine Zwischenschicht, denn oben kann es merklich frischer und windiger sein.
Wie schwierig sind die Wanderungen in der Oberpfalz?
Die Oberpfalz bietet Touren für jedes Niveau. Als Mittelgebirgsregion gibt es keine hochalpinen Herausforderungen, dafür aber angenehme Höhenzüge und einige knackige Anstiege. Viele Rundwege sind leicht bis mittelschwer und auch für Gelegenheitswanderer gut machbar.
Anspruchsvoller wird es auf längeren Goldsteig-Etappen oder auf felsigen Passagen im Steinwald, wo Trittsicherheit und etwas Kondition gefragt sind. Der höchste Punkt der Region liegt um die 940 Meter, sodass die absoluten Höhenmeter überschaubar bleiben. Insgesamt eine sehr zugängliche Wanderregion, die auch weniger geübten Wanderern viel Freude bereitet.
Was ist ein Zoigl und warum sollte ich ihn probieren?
Der Zoigl ist eine echte Oberpfälzer Spezialität und ein Stück lebendige Bierkultur. Es handelt sich um ein ungefiltertes, naturtrübes Bier, das in gemeinschaftlich genutzten Kommunbrauhäusern gebraut und anschließend in privaten Wirtsstuben, den Zoiglstuben, ausgeschenkt wird. Erkennbar ist eine geöffnete Stube am sechszackigen Zoiglstern über der Tür.
Nach einem langen Wandertag ist ein frisch gezapfter Zoigl in einer urigen Stube ein echtes Erlebnis. Das Bier schmeckt vollmundig und aromatisch, dazu gibt es oft deftige Brotzeiten. Hochburgen des Zoigl sind Neuhaus, Windischeschenbach, Falkenberg und Mitterteich. Ein Besuch lohnt sich unbedingt, denn diese Tradition findest du in dieser Form fast nirgendwo sonst.
Wie erreiche ich die Oberpfalz mit öffentlichen Verkehrsmitteln?
Die größeren Orte der Oberpfalz wie Weiden, Amberg, Tirschenreuth oder Neustadt an der Waldnaab sind gut mit der Bahn erreichbar. Von dort bringen dich regionale Buslinien zu vielen Wanderausgangspunkten, wobei die Taktung auf dem Land vor allem am Wochenende manchmal etwas dünner ausfallen kann.
Für flexiblere Touren, besonders in abgelegenere Ecken wie den Steinwald, ist ein Auto oft praktischer. Wer autofrei unterwegs sein möchte, sollte die Verbindungen vorab genau prüfen und die Fahrpläne im Blick behalten. Einige Regionen bieten spezielle Wanderbusse in der Saison an, die gezielt beliebte Startpunkte anfahren, ein Blick auf die touristischen Infoseiten lohnt sich.
Kann man in der Oberpfalz auch mehrtägige Wanderungen machen?
Ja, die Oberpfalz eignet sich hervorragend für Mehrtagestouren. Der Goldsteig durchzieht die Region und lässt sich in mehreren Etappen begehen, wobei du abends in gemütlichen Gasthöfen einkehrst und übernachtest. Auch der Nurtschweg entlang der tschechischen Grenze bietet sich für eine mehrtägige Wanderung an.
Die überschaubaren Distanzen zwischen den Orten und die gute Versorgung mit Unterkünften machen die Planung angenehm. Du kannst dein Gepäck oft in Gasthöfen lassen oder Gepäcktransport-Angebote nutzen. So genießt du das entspannte Wandern von Ort zu Ort, ohne schwer tragen zu müssen. Eine wunderbare Möglichkeit, die Region intensiv und in Ruhe kennenzulernen.
Welcher ist der höchste Berg der Oberpfalz?
Der höchste Punkt der Oberpfalz liegt im Bereich des Oberpfälzer Waldes und erreicht knapp über 940 Meter, etwa am Entenbühl an der Grenze zu Tschechien. Auch der Steinwald und das angrenzende Fichtelgebirge bieten markante Erhebungen mit schönen Aussichtspunkten.
Für Wanderer sind vor allem die Gipfel mit Aussichtstürmen interessant, etwa der Rauhe Kulm, die Burgruine Weißenstein im Steinwald oder der Parkstein. Diese bieten trotz moderater Höhen dank ihrer freistehenden Lage weite Panoramablicke über das hügelige Land. Die Oberpfalz ist kein Hochgebirge, punktet aber gerade deshalb mit gut erreichbaren Gipfelerlebnissen für jedermann.