Wandern am Neusiedler See und im Seewinkel: Weite, Wind und tausend Vogelstimmen
Wandern • Neusiedler See und Seewinkel

Wandern am Neusiedler See und im Seewinkel: Weite, Wind und tausend Vogelstimmen

Endlose Weite, raschelndes Schilf und tausend Vogelstimmen – wandere durch Europas faszinierendste Steppenlandschaft.

Wandern am Neusiedler See

Es gibt Landschaften, die brüllen mit dramatischen Gipfeln um Aufmerksamkeit. Und dann gibt es den Neusiedler See samt seinem flachen, geheimnisvollen Seewinkel – ein Ort, der dich nicht anschreit, sondern dich langsam in seinen Bann zieht. Hier liegt der Horizont so weit, dass du das Gefühl hast, du könntest bis ans Ende der Welt blicken. Schilf, so weit das Auge reicht, raschelt im Wind, während über dir Graugänse in V-Formation ziehen und am Boden die Lacken in der Sonne silbern glänzen.

Der Neusiedler See ist der größte Steppensee Mitteleuropas und ein echtes Naturwunder. Im Schnitt nur etwa einen Meter tief, von einem gewaltigen Schilfgürtel umgeben, ist er die Lebensader des Burgenlands. Rundherum erstreckt sich der Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel, ein Mosaik aus Salzlacken, Wiesen, Weiden und Feuchtgebieten, das Vogelbeobachter aus aller Welt anlockt. Über 350 Vogelarten geben sich hier ein Stelldichein – vom majestätischen Seeadler bis zum eleganten Säbelschnäbler.

Wandern bedeutet hier nicht Schwitzen am Berg, sondern entspanntes Gehen durch eine fast mediterrane Weite. Du spazierst auf gut beschilderten Wegen entlang von Weingärten, durch Storchendörfer wie Rust, vorbei an Kellergassen und über Holzstege mitten ins Schilfdickicht hinein. Dazwischen lockt das pannonische Klima mit mehr Sonnenstunden als fast überall sonst in Österreich – kein Wunder, dass hier exzellenter Wein wächst.

Wer am Abend mit einem Glas Blaufränkisch am Seeufer sitzt und beobachtet, wie die Sonne in einem unglaublichen Farbspiel hinter dem Schilf versinkt, versteht sofort: Diese Region ist kein lautes Abenteuer, sondern eine leise Liebeserklärung an die Langsamkeit. Pack die Wanderschuhe ein – aber lass die Eile zu Hause.

Topografie & Landschaft

Flache Steppen- und Seenlandschaft

Höhenlage

Flach, ca. 115-180 m Seehöhe

Geländecharakter

Feldwege, Stege, Uferpfade, Schotter

Infrastruktur

Gut ausgebaut, Orte und Einkehr

Beste Reisezeit

Frühling und Herbst

Navigation

Was du am Neusiedler See und im Seewinkel erleben musst

Der Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel

Das Herzstück der Region ist der grenzüberschreitende Nationalpark, der sich über Österreich und Ungarn erstreckt. Er gehört zum UNESCO-Welterbe und ist ein Paradies für alle, die Natur in ihrer ursprünglichsten Form erleben wollen. Die zahlreichen Salzlacken – seichte, salzhaltige Gewässer, die im Sommer oft austrocknen – sind ein in Mitteleuropa einzigartiges Phänomen und beherbergen seltene Pflanzen und Tiere.

Besonders eindrucksvoll ist das Nationalparkzentrum in Illmitz, von dem aus zahlreiche Beobachtungstürme und Lehrpfade ausgehen. Von den hölzernen Türmen aus blickst du über die Lacken und kannst mit etwas Glück Säbelschnäbler, Löffler oder sogar Seeadler beobachten. Wusstest du schon? Im Herbst rasten hier bis zu 100.000 Wildgänse gleichzeitig – ein Naturschauspiel, das selbst erfahrene Ornithologen ins Schwärmen bringt.

Rust – die Stadt der Störche

Die Freistadt Rust ist eines der charmantesten Städtchen am Westufer. Auf den Dächern der prächtigen Bürgerhäuser thronen im Sommer die Nester der Weißstörche – Rust trägt den Beinamen Storchenstadt zu Recht. Wenn die Klapperstörche ab März zurückkehren und über den Hausdächern brüten, ist die ganze Stadt im Storchenfieber.

Aber Rust ist mehr als Störche: Die kopfsteingepflasterten Gassen, die Renaissance- und Barockfassaden und die berühmte Fischerkirche machen den Ort zu einem lebendigen Freilichtmuseum. Dazu kommt der weltberühmte Ruster Ausbruch, ein süßer Dessertwein mit jahrhundertealter Tradition. Ein Spaziergang durch die Stadt, gekrönt von einer Weinverkostung, gehört zum Pflichtprogramm.

Kulinarik zwischen See und Steppe

Die pannonische Küche ist herzhaft, bodenständig und überraschend vielfältig. Frischer Zander und Karpfen kommen direkt aus dem See auf den Teller, dazu gibt es deftige Eintöpfe, Gulasch und natürlich den allgegenwärtigen Wein. Die Region zählt zu den bedeutendsten Weinbaugebieten Österreichs – kräftige Rotweine wie Blaufränkisch und Zweigelt gedeihen hier ebenso prächtig wie elegante Weißweine.

Ein echter Geheimtipp sind die Buschenschanken, die heimeligen Weinausschankstuben der Winzer. Hier sitzt du oft im idyllischen Innenhof unter Weinreben, genießt eine Brettljause mit hausgemachten Spezialitäten und kommst ganz selbstverständlich mit den Einheimischen ins Gespräch. Diese Gastfreundschaft ist es, die viele Besucher immer wieder zurückkommen lässt.

Kultur und Land der Vielfalt

Das Burgenland war jahrhundertelang ein Schmelztiegel der Kulturen – Ungarn, Kroaten, Österreicher und Roma prägten die Region. Diese Vielfalt spiegelt sich bis heute in Sprache, Musik und Bräuchen wider. Die Kellergassen mit ihren langgestreckten Presshäusern, etwa in Mörbisch oder Purbach, erzählen von einer langen Weinbautradition.

Ein Highlight für Kulturfreunde sind die Seefestspiele Mörbisch, die jeden Sommer Operetten auf einer spektakulären Seebühne mitten im Schilf aufführen. Und in Purbach kannst du den berühmten Türkenkamin bestaunen, an dem sich der Legende nach ein vergessener Türke nach der Belagerung festtrank.

Warum Wandern am Neusiedler See so besonders ist

Wandern in absoluter Weite

Wer ans Wandern denkt, hat oft Berge, Anstiege und schweißtreibende Aufstiege im Kopf. Am Neusiedler See ist alles anders: Hier wanderst du durch eine der flachsten und weitesten Landschaften Österreichs. Das macht die Region perfekt für alle, die das ruhige, meditative Gehen lieben und dabei nicht außer Atem kommen wollen. Familien mit Kindern, ältere Wanderer und Genussgeher kommen hier voll auf ihre Kosten.

Die Weite hat einen ganz eigenen Reiz. Wo sonst kannst du kilometerweit in alle Richtungen blicken, ohne dass ein Hügel die Sicht versperrt? Diese Endlosigkeit wirkt fast schon meditativ – und sorgt dafür, dass der Kopf herrlich frei wird. Das pannonische Klima mit seinen vielen Sonnentagen tut sein Übriges.

Wegequalität und Beschilderung

Die Wanderwege rund um den See sind hervorragend ausgebaut und beschildert. Der bekannteste ist der Neusiedler See Radweg, der sich allerdings ebenso gut zum streckenweisen Wandern eignet. Daneben gibt es zahlreiche Themenwege, Lehrpfade und kürzere Rundwanderungen, die sich gut kombinieren lassen.

Besonders schön sind die Holzstege und Bohlenwege, die mitten in den Schilfgürtel und zu den Beobachtungstürmen führen. Hier wanderst du quasi durch den See hindurch, umgeben von hohem Schilf und dem ständigen Konzert der Vögel. Die Wege sind überwiegend eben und gut begehbar, oft auch für Kinderwagen und Rollstühle geeignet.

Vogelbeobachtung als Wandererlebnis

Kaum eine andere Wanderregion verbindet das Gehen so eng mit Naturbeobachtung. Der Seewinkel ist eines der bedeutendsten Vogelschutzgebiete Europas, und beim Wandern wirst du ständig von gefiederten Begleitern umgeben sein. Im Frühjahr und Herbst, während der Zugzeiten, ist das Schauspiel besonders überwältigend.

Vergiss das Fernglas nicht! An den zahlreichen Beobachtungsstationen entlang der Wege kannst du innehalten und die Tierwelt in Ruhe beobachten. Mit etwas Glück entdeckst du Säbelschnäbler, Stelzenläufer, Löffler oder die imposanten Großtrappen, die zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Welt gehören. Selbst graue Steppenrinder und ungarische Zackelschafe weiden hier und verleihen der Landschaft ein archaisches Flair.

Für wen ist die Region ideal?

Die flachen, gut markierten Wege machen die Region zur idealen Wanderdestination für Einsteiger, Familien und Genusswanderer. Wer hohe Gipfel und alpine Herausforderungen sucht, ist hier falsch – wer aber Weite, Stille, Naturerlebnisse und gute Kulinarik liebt, findet ein kleines Paradies.

Auch für E-Bike- und Radfahrer, Naturfotografen und Vogelliebhaber ist die Gegend ein Traum. Und das Beste: Nach einer Wanderung wartet fast immer ein Heuriger oder eine Buschenschank mit kühlem Wein und herzhafter Jause auf dich. Wandern und Genießen gehen hier eine perfekte Symbiose ein.

Übernachten am Neusiedler See: Hotels, Höfe und Seeblick

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Die schönsten Wanderungen am Neusiedler See und im Seewinkel

Rundwanderung Illmitz – Lange Lacke

Diese Tour startet im Nationalparkzentrum Illmitz und führt dich mitten ins Herz des Seewinkels zur berühmten Langen Lacke, der größten Salzlacke der Region. Der überwiegend flache Weg verläuft auf gut markierten Feldwegen und Schotterpisten durch die typische Steppenlandschaft, vorbei an grasenden Wasserbüffeln und ungarischen Graurindern.

Die Lange Lacke ist ein Hotspot für Vogelbeobachter – an den Beobachtungsständen kannst du mit etwas Geduld Säbelschnäbler, Kiebitze und im Herbst riesige Gänseschwärme beobachten. Vergiss dein Fernglas nicht und plane Zeit zum Verweilen ein. Die Rundtour ist etwa 12 Kilometer lang und damit gut an einem halben Tag zu schaffen.

Ideal ist die Tour für Naturliebhaber und Familien, die das Tempo nicht im Kilometerschnitt, sondern in der Zahl der gesichteten Vogelarten messen. Festes Schuhwerk genügt, im Sommer ist Sonnenschutz Pflicht – Schatten ist hier ein rares Gut.

Schilfwanderung zum Seebad Illmitz

Diese kurze, aber beeindruckende Wanderung führt dich vom Ort Illmitz über einen schnurgeraden Weg durch den kilometerbreiten Schilfgürtel hinaus zum Seebad direkt am offenen Wasser. Der Weg ist eben und befestigt und damit für jeden geeignet, auch mit Kinderwagen.

Das Besondere: Du wanderst quasi durch ein grünes Meer aus Schilf, das je nach Jahreszeit golden in der Sonne leuchtet. Über dir ziehen Reiher und Enten, und das Rascheln des Schilfs im Wind begleitet dich auf Schritt und Tritt. Am Ende öffnet sich plötzlich der weite Blick auf den See – ein magischer Moment.

Am Seebad angekommen, lohnt sich im Sommer ein erfrischendes Bad im seichten, warmen Wasser. Die rund 7 Kilometer lange Strecke ist perfekt für einen entspannten Halbtagesausflug und endet idealerweise mit einer Einkehr in einem der Lokale vor Ort.

Weinwanderung rund um Rust

Vom Zentrum der Storchenstadt Rust startet diese genussvolle Wanderung durch die umliegenden Weingärten am Hang über dem See. Der Weg führt dich vorbei an akkurat gezogenen Rebzeilen und bietet immer wieder herrliche Ausblicke auf den glitzernden Neusiedler See und den Schilfgürtel.

Unterwegs passierst du mehrere Buschenschanken und Winzerhöfe, die zur Einkehr einladen. Hier kannst du den berühmten Ruster Ausbruch oder einen kräftigen Blaufränkisch verkosten und dazu eine deftige Brettljause genießen. Die Tour verbindet sportliche Bewegung mit kulinarischem Genuss auf ideale Weise.

Zurück in Rust solltest du unbedingt durch die historische Altstadt schlendern, die Fischerkirche besichtigen und den Störchen auf den Dächern zusehen. Die etwa 9 Kilometer lange Rundtour ist auch für ungeübte Wanderer gut machbar und besonders im Spätsommer und Herbst ein Erlebnis.

Über den Ruster Höhenweg nach Mörbisch

Diese Streckenwanderung verbindet die beiden charmanten Orte Rust und Mörbisch über die Hügel des Ruster Hügellandes. Der Weg verläuft auf Forst- und Feldwegen durch Weingärten und kleine Waldstücke und bietet von den höher gelegenen Abschnitten weite Panoramablicke über den See bis nach Ungarn.

Mörbisch, bekannt für seine berühmten Seefestspiele und die malerischen Kellergassen mit blumengeschmückten Hofgassen, ist ein lohnendes Ziel. Die langgestreckten weißen Häuser mit ihren Maiskolben an den Fassaden gehören zu den meistfotografierten Motiven der Region.

Die rund 10 Kilometer lange Tour ist abwechslungsreich und für geübtere Genusswanderer geeignet. Ein Tipp: Plane die Rückfahrt mit dem Schiff über den See ein – die Fahrt von Mörbisch zurück bietet eine wunderbare Perspektive auf die Landschaft, durch die du gerade gewandert bist.

Podersdorf am See – Leuchtturm und Seeufer

Podersdorf ist der einzige Ort am Ostufer mit direktem Seezugang ohne breiten Schilfgürtel – ideal für eine entspannte Uferwanderung. Vom Ortszentrum aus folgst du dem Seeuferweg vorbei am charakteristischen kleinen Leuchtturm, dem Wahrzeichen des Ortes und einem beliebten Fotomotiv.

Der Weg führt am Strand entlang, wo im Sommer Surfer und Segler die Wellen genießen. Du blickst über das offene Wasser, während dich der stete pannonische Wind begleitet. Weiter geht es in Richtung der angrenzenden Lacken und Weidegebiete, wo du wieder ins ruhige Naturreich des Seewinkels eintauchst.

Die flache, etwa 8 Kilometer lange Tour ist perfekt für Familien und für alle, die Wasser und Weite lieben. Unterwegs locken zahlreiche Lokale mit frischem Fisch und kühlem Wein. Besonders schön ist die Wanderung am Abend, wenn die Sonne über dem See versinkt.

Purbach und der Wanderweg durch die Kellergasse

Diese Tour startet im Weinort Purbach am Westufer und führt durch die historische Kellergasse hinaus in die Weingärten und Hügel des Leithagebirges-Vorlandes. Der Weg kombiniert Kultur, Wein und schöne Ausblicke und ist abwechslungsreich gestaltet.

In Purbach selbst lohnt sich ein Blick auf den berühmten Türkenkamin und die alten Stadtmauerreste, die an die bewegte Geschichte der Region erinnern. Die langen, gepflegten Presshäuser der Kellergasse zeugen von jahrhundertelanger Weinbautradition.

Auf den Höhen über dem Ort eröffnet sich ein weiter Blick über den See und den Schilfgürtel. Die rund 9 Kilometer lange Rundwanderung lässt sich wunderbar mit einer Einkehr in einer der zahlreichen Buschenschanken verbinden. Eine ideale Tour für alle, die Wandern mit Genuss und Geschichte verbinden möchten.

Häufige Fragen

Ist Wandern am Neusiedler See für Anfänger geeignet?

Absolut, der Neusiedler See und der Seewinkel zählen zu den anfängerfreundlichsten Wanderregionen Österreichs. Die Landschaft ist überwiegend flach, es gibt kaum nennenswerte Höhenunterschiede, und die Wege sind hervorragend beschildert und gut begehbar.

Das bedeutet, dass du dich ganz auf das Naturerlebnis konzentrieren kannst, ohne dir Sorgen um schwierige Anstiege oder anspruchsvolles Gelände machen zu müssen. Auch wer schon länger nicht mehr gewandert ist oder einfach gerne entspannt unterwegs ist, kommt hier voll auf seine Kosten. Die meisten Touren lassen sich problemlos verkürzen oder verlängern, je nach Lust und Kondition.

Kann ich mit Kindern in der Region wandern?

Ja, die Region ist wie geschaffen für Familien mit Kindern. Die flachen Wege sind ideal für kurze Beine, und viele Strecken eignen sich sogar für den Kinderwagen, etwa der Schilfweg zum Seebad Illmitz.

Besonders spannend für Kinder ist die Tier- und Vogelwelt. An den Beobachtungstürmen können sie Wasserbüffel, Graurinder und unzählige Vögel entdecken – das macht das Wandern zu einem echten Abenteuer. Das Nationalparkzentrum in Illmitz bietet zudem familienfreundliche Lehrpfade und Mitmachprogramme. Mit etwas Proviant und genügend Trinkwasser im Rucksack wird der Wandertag zum Erlebnis für die ganze Familie.

Darf ich meinen Hund mitnehmen?

Grundsätzlich ja, Hunde sind in der Region willkommen, allerdings gelten im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel besondere Regeln. In den Schutzzonen herrscht Leinenpflicht, und manche besonders sensible Bereiche dürfen mit Hund gar nicht betreten werden, um die brütenden und rastenden Vögel nicht zu stören.

Außerhalb der Kernzonen, etwa auf den Weinwanderwegen rund um Rust oder am Seeufer in Podersdorf, kannst du mit deinem Vierbeiner entspannt unterwegs sein. Achte im Sommer unbedingt auf ausreichend Schatten und Wasser für deinen Hund, denn die offene Steppenlandschaft bietet kaum Schutz vor der Sonne. Informiere dich vorab über die aktuellen Regeln im Nationalpark.

Wann ist die beste Reisezeit zum Wandern?

Frühling und Herbst sind die ideale Zeit zum Wandern am Neusiedler See. Im April und Mai erwacht die Natur, die Störche kehren zurück, und die Temperaturen sind angenehm mild. Der Herbst lockt mit goldenem Licht, weniger Touristen und einem der spektakulärsten Naturschauspiele überhaupt: dem Vogelzug mit zehntausenden rastenden Gänsen.

Der Sommer kann sehr heiß werden, da die offene Landschaft kaum Schatten bietet. Wer im Hochsommer wandert, sollte die frühen Morgenstunden oder den Abend nutzen und unbedingt an Sonnenschutz und ausreichend Wasser denken. Der Winter hat seinen ganz eigenen, kargen Charme, ist aber eher etwas für hartgesottene Naturfreunde.

Brauche ich spezielle Ausrüstung?

Für die meisten Touren reichen bequeme Wanderschuhe oder feste Turnschuhe völlig aus, da die Wege überwiegend flach und gut befestigt sind. Hochalpine Ausrüstung benötigst du hier definitiv nicht.

Was du jedoch keinesfalls vergessen solltest, ist Sonnenschutz – Hut, Sonnencreme und Sonnenbrille gehören wegen der schattenlosen Weite zur Grundausstattung. Ein Fernglas erhöht den Genuss bei der Vogelbeobachtung erheblich. Da der pannonische Wind oft kräftig weht, ist auch eine leichte Windjacke ratsam. Und natürlich genügend Wasser, denn unterwegs gibt es nicht überall Einkehrmöglichkeiten.

Wie komme ich in die Region und ohne Auto zurecht?

Der Neusiedler See ist gut mit dem Auto über die Autobahn von Wien aus erreichbar, die Fahrt dauert nur etwa eine Stunde. Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Region erschlossen: Mit der Bahn gelangst du etwa nach Neusiedl am See, von wo aus Buslinien die umliegenden Orte verbinden.

Eine besonders charmante Möglichkeit, die Region zu erkunden, sind die Schifflinien, die im Sommer zwischen den Orten am See verkehren. So kannst du eine Wanderung wunderbar mit einer Schiffsfahrt kombinieren. Für die kurzen Distanzen zwischen den Orten eignet sich auch das Fahrrad hervorragend – das Burgenland ist ein Eldorado für Radfahrer.

Gibt es Einkehrmöglichkeiten unterwegs?

In den Orten rund um den See findest du eine Fülle an Einkehrmöglichkeiten – von gemütlichen Buschenschanken über Heurige bis hin zu Restaurants mit regionaler Küche. Besonders die Weinorte Rust, Mörbisch und Purbach sind für ihre Gastfreundschaft bekannt.

In der freien Steppenlandschaft des Seewinkels solltest du allerdings nicht auf spontane Einkehr zählen – hier gibt es zwischen den Orten oft kilometerweit keine Versorgung. Plane daher ausreichend Proviant und Getränke ein, wenn du längere Touren durch den Nationalpark unternimmst. Nach der Wanderung wartet dann fast immer ein kühler Wein und eine herzhafte Jause auf dich.

Welche Vögel kann ich beobachten?

Die Region zählt zu den besten Vogelbeobachtungsgebieten Europas, über 350 Arten wurden hier nachgewiesen. Zu den Highlights gehören Säbelschnäbler, Stelzenläufer, Löffler, Reiher und verschiedene Entenarten. Auch der majestätische Seeadler und die seltene Großtrappe sind hier zu Hause.

Im Frühjahr und Herbst während der Zugzeiten ist die Vogelvielfalt am größten. Dann rasten zehntausende Wildgänse in den Lacken, ein wahrhaft beeindruckendes Schauspiel. Die zahlreichen Beobachtungstürme und Aussichtsstände entlang der Wanderwege bieten ideale Plätze, um die gefiederten Bewohner ungestört zu beobachten. Ein Fernglas ist dabei dein bester Begleiter.

Wie lange dauern die Wanderungen typischerweise?

Das hängt ganz von der gewählten Tour ab. Kurze Rundwege wie der Schilfweg zum Seebad sind in ein bis zwei Stunden bewältigt, während die größeren Rundwanderungen durch den Seewinkel oder die Weinwanderungen rund um Rust einen halben Tag in Anspruch nehmen.

Da die Wege überwiegend flach verlaufen, kommst du zügig voran und bist nicht so erschöpft wie bei einer Bergtour. Viele Wanderer kombinieren mehrere kürzere Touren über den Tag verteilt mit Pausen in Lokalen. Du kannst die Strecken flexibel an deine Kondition und deinen Zeitplan anpassen – das macht die Region so vielseitig und entspannt.

Ist die Region barrierefrei zugänglich?

Viele Wege rund um den Neusiedler See sind flach und gut befestigt, was sie auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und für Rollstuhlfahrer zugänglich macht. Insbesondere die Bohlenwege und Stege im Nationalpark sowie einige Uferwege sind weitgehend barrierefrei gestaltet.

Das Nationalparkzentrum in Illmitz bietet barrierefreie Einrichtungen und Informationen für Besucher mit besonderen Bedürfnissen. Es empfiehlt sich, vorab das Nationalparkzentrum zu kontaktieren, um Auskunft über die aktuell am besten geeigneten Routen zu erhalten. So steht einem entspannten Naturerlebnis für alle nichts im Wege.

Kann ich Wandern und Radfahren kombinieren?

Auf jeden Fall, die Region ist sowohl für Wanderer als auch für Radfahrer ein Paradies. Viele Wege werden gemeinsam genutzt, und der berühmte Neusiedler See Radweg umrundet den gesamten See, auch durch ungarisches Gebiet.

Eine beliebte Variante ist es, mit dem Rad zu einem Ausgangspunkt zu fahren und von dort eine Wanderung zu starten oder umgekehrt. Auch E-Bikes sind weit verbreitet und können vielerorts ausgeliehen werden. Die flache Topografie macht das Radfahren ebenso entspannt wie das Wandern – so lässt sich beides wunderbar miteinander verbinden und die Region auf abwechslungsreiche Weise erkunden.

Was sollte ich im Nationalpark beachten?

Im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel gelten besondere Schutzbestimmungen, um die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt zu bewahren. Halte dich unbedingt an die markierten Wege und betritt keine Schutzzonen, in denen Vögel brüten oder rasten.

Lärm sollte vermieden werden, um die Tiere nicht zu stören, und Müll nimmst du selbstverständlich wieder mit. Hunde müssen angeleint werden, und in manchen Bereichen sind sie ganz untersagt. Wer diese einfachen Regeln beachtet, trägt dazu bei, dieses kostbare Naturjuwel auch für künftige Generationen zu erhalten – und erlebt die Natur dabei umso intensiver und respektvoller.

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