Wandern im Nationalpark Kalkalpen: Urwald, Quellen und wilde Kalkberge in Oberösterreich
Wandern • Nationalpark Kalkalpen

Wandern im Nationalpark Kalkalpen: Urwald, Quellen und wilde Kalkberge in Oberösterreich

Buchenurwälder, wilde Bäche und stille Almen – hier atmet Österreich noch richtig durch. Komm mit ins größte Waldschutzgebiet des Landes.

Wandern im Nationalpark Kalkalpen

Es gibt Regionen, die kommen dir bekannt vor, obwohl du noch nie dort warst. Und dann gibt es den Nationalpark Kalkalpen – ein Fleckchen Oberösterreich zwischen dem Sengsengebirge und dem Reichraminger Hintergebirge, das sich so ursprünglich anfühlt, als hätte hier seit Jahrhunderten kaum jemand nachgeholfen. Genau das ist der Punkt: In diesem größten Waldschutzgebiet Österreichs darf die Natur endlich wieder machen, was sie will.

Wenn du hier wanderst, tauchst du in ein Reich aus knorrigen Buchenurwäldern, glasklaren Quellen und stillen Almwiesen ein. Die Kalkberge tragen keine spektakulären Dreitausender-Krönchen, dafür etwas anderes: eine fast schon meditative Weite, in der du dem Ruf des Schwarzspechts lauschst und dem Rauschen des Wassers folgst. Über 800 Quellen sollen hier entspringen – man verliert schlicht den Überblick, was die Sache aber nur romantischer macht.

Die Landschaft wechselt dabei ständig ihr Gesicht. Mal führt dich der Weg durch schattige Schluchtwälder entlang wilder Bäche, mal öffnet sich der Blick von einer Alm über ein Meer aus Baumkronen bis zum fernen Toten Gebirge. Buchenwälder des Nationalparks gehören sogar zum UNESCO-Welterbe – ein Adelstitel, den sich hier alte Bäume und nicht Menschen verdient haben.

Rund um Molln, Reichraming, Windischgarsten und Hinterstoder findest du charmante Orte, deftige Jausenstationen und Menschen, die noch wissen, wie man eine gute Geschichte erzählt. Ob du gemütlich am Wasser entlangschlenderst oder dir einen Gipfel wie den Hohen Nock erarbeitest – der Nationalpark Kalkalpen belohnt jeden Schritt mit echter Wildnis vor der Haustür. Schnür die Schuhe, hier beginnt Wandern, das nach mehr schmeckt.

Topografie & Landschaft

Bewaldete Kalkgebirge und Almen

Höhenlage

bis 1.963 m (Hoher Nock)

Geländecharakter

Wald-, Alm- und Bergsteige

Infrastruktur

Almhütten, markierte Wege, Nationalparkzentrum

Beste Reisezeit

Ende Mai bis Oktober

Navigation

Natur, Kultur und Geheimtipps im Nationalpark Kalkalpen

Was den Nationalpark Kalkalpen so einzigartig macht

Urwald mit Welterbe-Status

Der Nationalpark Kalkalpen schützt einen der letzten großen zusammenhängenden Buchenwälder Mitteleuropas – und das nicht ohne Grund. Ein Teil dieser Wälder wurde von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichnet, weil hier über Jahrhunderte gewachsene Baumriesen stehen dürfen, ohne dass jemand die Motorsäge ansetzt. Wenn du zwischen diesen moosbewachsenen Stämmen stehst, verstehst du sofort, warum man von einem lebenden Museum spricht.

Besonders spannend: Totholz ist hier kein Ärgernis, sondern Lebensraum. Käfer, Pilze, Spechte und unzählige weitere Arten profitieren davon. Der Weißrückenspecht etwa, ein echter Urwald-Spezialist, fühlt sich in den Kalkalpen pudelwohl. Ein Spaziergang durch diese Wälder ist deshalb weit mehr als eine Wanderung – es ist eine Reise in eine Landschaft, die es fast nirgends mehr gibt.

Wasser, Quellen und wilde Bäche

Man sagt, im Nationalpark Kalkalpen entspringen weit über 800 Quellen. Ob die Zahl stimmt, hat vermutlich noch niemand nachgezählt, aber gefühlt gluckert es hinter jedem zweiten Baum. Die Wasserwelten rund um den Reichraminger Hintergebirgsbach oder die Krumme Steyrling gehören zu den schönsten Naturerlebnissen der Region.

Das Wasser hat über Jahrtausende tiefe Schluchten in den Kalk gefräst, glasklare Gumpen geformt und Wasserfälle geschaffen, an denen man sich im Sommer die Füße kühlt. Wusstest du schon? Das Wasser der Kalkalpen ist so rein, dass Teile der Region als bedeutendes Trinkwasserreservoir gelten. Ein Schluck aus einer der Quellen – dort, wo es erlaubt ist – schmeckt tatsächlich besser als aus jeder Flasche.

Land, Leute und Kulinarik

Rund um den Nationalpark leben Menschen, für die Wald, Wasser und Alm zum Alltag gehören. In Orten wie Molln, Reichraming, Rosenau am Hengstpass oder Windischgarsten spürst du eine bodenständige Gastfreundschaft, die nicht aufgesetzt wirkt. Auf den Almhütten und in den Wirtshäusern warten deftige Klassiker: eine Brettljause mit hausgemachtem Speck, Erdäpfelgröstl oder ein Kaiserschmarrn, der jede Kalorie wert ist.

Ein regionaler Geheimtipp ist übrigens die Mollner Maultrommel – ja, dieses kleine Instrument wird hier seit Generationen in Handarbeit gefertigt und ist sogar immaterielles Kulturerbe. Wer möchte, kann Werkstätten besuchen und sich sein eigenes klingendes Souvenir mitnehmen.

Geheimtipp: Die Wildnis abseits der Wege

Während viele Besucher entlang der bekannten Talwege bleiben, lohnt sich der Blick auf die stillen Ecken. Der Bereich rund um die Ebenforstalm etwa vereint weite Almwiesen mit tollen Ausblicken und ist selbst in der Hauptsaison herrlich entspannt. Auch das Nationalpark-Zentrum in Molln ist ein guter Startpunkt, um die Region zu verstehen, bevor du losstartest.

Wer Glück und Geduld mitbringt, entdeckt Spuren von Luchsen, die in den Kalkalpen wieder heimisch geworden sind. Diese scheuen Katzen bekommt man selten zu Gesicht, aber allein das Wissen, dass sie durch dieselben Wälder streifen, verleiht jeder Wanderung eine gewisse Gänsehaut-Magie.

Was das Wandern im Nationalpark Kalkalpen so besonders macht

Wandern in den Kalkalpen: Wildnis für alle Sinne

Eine Landschaft, die nie langweilig wird

Das Schöne am Wandern im Nationalpark Kalkalpen ist die enorme Vielfalt auf engem Raum. Innerhalb weniger Stunden wechselst du von schattigen Schluchtwäldern zu sonnenverwöhnten Almwiesen, von rauschenden Bächen zu stillen Gipfeln mit Fernblick. Diese Abwechslung sorgt dafür, dass keine Tour der anderen gleicht und dir garantiert nicht langweilig wird.

Anders als in den touristisch überlaufenen Hochalpen findest du hier eine Ruhe, die selten geworden ist. Auf vielen Wegen begegnest du kaum jemandem, dafür umso mehr Tierstimmen, Wasserplätschern und Windrauschen in den Baumkronen. Das ist Wandern in seiner ursprünglichsten Form – ohne Trubel, ohne Gedränge, dafür mit ganz viel Natur.

Wegequalität und Beschilderung

Der Nationalpark verfügt über ein gut markiertes und gepflegtes Wegenetz, das von familientauglichen Themenwegen bis zu anspruchsvollen Gipfeltouren reicht. Die Beschilderung ist verlässlich, und an vielen Ausgangspunkten findest du Infotafeln, die dir die Besonderheiten der jeweiligen Route erklären.

Wichtig zu wissen: Im Kernbereich des Nationalparks gilt Wegegebot – du bleibst also auf den markierten Pfaden, um die sensible Natur zu schützen. Das ist keine Schikane, sondern der Grund, warum diese Wildnis überhaupt so intakt geblieben ist. Und ganz ehrlich: Die Wege sind so schön angelegt, dass du gar nicht das Bedürfnis hast, abzuweichen.

Für wen sich das Wandern hier lohnt

Der Nationalpark Kalkalpen ist ein echter Allrounder. Familien mit Kindern finden zahlreiche leichte Themen- und Erlebniswege, etwa entlang der Bäche, wo Kinderaugen beim Steineklopfen und Wasserplantschen leuchten. Genusswanderer freuen sich über gemütliche Almrunden mit Einkehrmöglichkeiten und Panoramablick.

Ambitionierte Bergsteiger kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Gipfel wie der Hohe Nock im Sengsengebirge oder ausgedehnte Touren im Reichraminger Hintergebirge fordern Kondition und Trittsicherheit, belohnen aber mit grandiosen Ausblicken. So findet hier vom Einsteiger bis zum Gipfelstürmer jeder seine passende Tour.

Aussichtspunkte und Naturerlebnisse

Zu den lohnendsten Aussichtspunkten zählt der Gipfel des Hohen Nock, von dem sich an klaren Tagen ein Panorama über die gesamten Kalkalpen bis zum Toten Gebirge und den Ennstaler Alpen erstreckt. Auch von den Almen wie der Ebenforstalm oder der Feichtaualm hast du herrliche Weitblicke über das grüne Meer der Baumkronen.

Ein besonderes Naturerlebnis sind die Tierbeobachtungen: Neben Gämsen, Hirschen und Spechten leben hier Luchse und über 80 Vogelarten. Frühaufsteher werden mit den intensivsten Erlebnissen belohnt, wenn der Wald noch im Morgennebel liegt und die Natur langsam erwacht. Solche Momente vergisst man so schnell nicht wieder.

Unterkünfte rund um den Nationalpark Kalkalpen

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Die schönsten Wanderungen im Nationalpark Kalkalpen

Gipfeltour auf den Hohen Nock (1.963 m)

Der Hohe Nock ist der höchste Gipfel des Sengsengebirges und die Königstour im Nationalpark Kalkalpen. Startpunkt ist meist der Parkplatz beim Bodinggraben oder der Zugang über die Feichtaualm. Von dort führt dich der markierte Weg zunächst durch schattige Bergwälder, bevor er sich über freie Almflächen und felsiges Gelände zum Gipfelaufbau hocharbeitet.

Die letzten Meter verlangen Trittsicherheit und Kondition, denn der Steig wird steiler und ausgesetzter. Oben angekommen wartet die Belohnung: ein Rundum-Panorama über das gesamte Sengsengebirge, das Reichraminger Hintergebirge und bei guter Sicht bis zum Toten Gebirge und Dachstein. Nicht selten grasen Gämsen in der Nähe.

Diese Tour ist für konditionsstarke, erfahrene Bergwanderer gedacht und dauert je nach Route rund sechs bis sieben Stunden. Feste Bergschuhe, ausreichend Wasser und stabiles Wetter sind Pflicht. Wer den Aufstieg meistert, gehört zum Kreis derer, die den König der Kalkalpen bezwungen haben.

Bodinggraben und Ebenforstalm

Diese Tour zählt zu den beliebtesten Wanderungen im Nationalpark, weil sie Wildnisgefühl mit Almidylle verbindet. Ausgangspunkt ist der Parkplatz im Bodinggraben bei Molln. Von dort folgst du dem gut markierten Weg durch dichte Buchen- und Mischwälder, vorbei an klaren Bächen und dem historischen Jagdschloss Bodinggraben.

Nach dem stetigen, aber gut machbaren Anstieg öffnet sich das Gelände zur weitläufigen Ebenforstalm. Hier erwarten dich saftige Almwiesen, weidende Tiere und ein herrlicher Blick auf die umliegenden Kalkberge. Die bewirtschaftete Alm lädt in der Saison zur Einkehr mit hausgemachten Schmankerln ein – die Brettljause schmeckt hier besonders gut.

Mit einer Gehzeit von rund vier bis fünf Stunden für die Runde eignet sich die Tour gut für geübte Genusswanderer und sportliche Familien mit älteren Kindern. Sie ist ein perfekter Einstieg, um die typische Kombination aus Wald und Alm im Nationalpark kennenzulernen.

Wasserweg im Reichraminger Hintergebirge

Wer die wilden Wasserwelten der Kalkalpen erleben will, ist im Reichraminger Hintergebirge goldrichtig. Von Reichraming aus führt eine ehemalige Forststraße, teils auf der Trasse der alten Waldbahn, tief ins Tal entlang des klaren Baches. Der Weg ist überwiegend flach und breit, was ihn zu einem idealen Familienausflug und auch für gemütliche Wanderer macht.

Entlang der Route begleitet dich das ständige Rauschen des Wassers, es gibt idyllische Gumpen zum Rasten und viele Stellen, an denen Kinder am Ufer spielen können. Infotafeln erzählen von der Geschichte der Holztrift und der einstigen Waldbahn, die hier früher Baumstämme transportierte.

Die Länge lässt sich flexibel gestalten – du kannst nach einer gemütlichen Runde umkehren oder tiefer in die Wildnis vordringen. Diese Tour ist perfekt für alle, die Natur pur ohne große Höhenmeter suchen und dabei das kostbare Element Wasser in den Mittelpunkt stellen wollen.

Feichtaualm und Feichtausee

Diese Rundwanderung im Bereich des Sengsengebirges verbindet Almromantik mit einem stillen Bergsee. Ausgangspunkt ist der Parkplatz Feichtau, von dem aus du durch lichten Bergwald stetig bergauf wanderst. Der Weg ist gut markiert und mittelschwer, mit einigen steileren Passagen, die Kondition erfordern.

Oben erreichst du die idyllisch gelegene Feichtaualm mit ihren Hütten und den kleinen Feichtauseen, die sich malerisch in die Landschaft schmiegen. Umrahmt von den Gipfeln des Sengsengebirges ist dies einer der stimmungsvollsten Plätze im gesamten Nationalpark – ideal für eine ausgiebige Rast und ein paar Fotos.

Die Tour dauert etwa vier bis fünf Stunden und eignet sich für geübte Wanderer. Von der Feichtaualm aus lässt sie sich auch mit dem Aufstieg zum Hohen Nock kombinieren, wenn du noch Energie und Zeit übrig hast. So oder so gehört dieser Bergsee zu den echten Highlights der Region.

Themenweg Wilder Graben bei Molln

Für Familien und Naturliebhaber, die es entspannt mögen, ist der leichte Rundweg rund um Molln eine schöne Wahl. Der Weg führt durch abwechslungsreiche Wald- und Wiesenlandschaft und bietet immer wieder lehrreiche Stationen, die spielerisch Wissen über die Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks vermitteln.

Unterwegs kommst du an klaren Bachläufen vorbei, kannst die typische Kalkalpen-Vegetation bestaunen und mit etwas Glück Spechte oder Greifvögel beobachten. Die geringen Höhenunterschiede machen den Weg auch für kleinere Kinder und ältere Wanderer gut begehbar.

Ideal lässt sich die Wanderung mit einem Besuch im Nationalpark-Zentrum in Molln verbinden, wo du dich vorab über die Region informieren kannst. Mit einer Gehzeit von rund zwei bis drei Stunden ist diese Tour perfekt für einen Halbtagesausflug, bei dem Genuss und Entdeckung im Vordergrund stehen.

Anlaufalm und Blumauer Alm

Diese Almwanderung im südlichen Nationalparkbereich rund um Windischgarsten und den Hengstpass bietet weite Ausblicke und ursprüngliche Almkultur. Vom Ausgangspunkt am Hengstpass wanderst du durch Wälder und über offene Weideflächen hinauf zu den bewirtschafteten Almen, wo du in der Saison einkehren kannst.

Der Weg ist mittelschwer und gut markiert, mit stetigen Anstiegen, die aber keine besondere Klettererfahrung erfordern. Belohnt wirst du mit Panoramablicken über die südlichen Kalkalpen und einer wunderbaren Ruhe, die man in der heutigen Zeit selten findet.

Mit rund vier Stunden Gehzeit ist die Runde für geübte Wanderer und sportliche Familien geeignet. Sie zeigt eine etwas weniger frequentierte Seite des Nationalparks und ist ein Geheimtipp für alle, die dem Trubel entkommen und echte Almatmosphäre genießen wollen.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Nationalpark Kalkalpen?

Die ideale Wandersaison im Nationalpark Kalkalpen reicht von Ende Mai bis in den Oktober. In dieser Zeit sind die Almen bewirtschaftet, die höheren Wege schneefrei und die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite.

Besonders reizvoll ist der Herbst, wenn sich die Buchenwälder in ein goldenes und rotes Farbenmeer verwandeln – ein absoluter Traum für Fotografen. Der Frühsommer wiederum lockt mit blühenden Almwiesen und angenehmen Temperaturen. Die Hochsommermonate sind wunderbar für die kühlen Schluchtwanderungen entlang der Bäche. Im Winter ruht das Wandern weitgehend, dann sind eher Schneeschuhtouren in tieferen Lagen ein Thema.

Ist der Nationalpark Kalkalpen für Familien mit Kindern geeignet?

Absolut, der Nationalpark ist ein echtes Familienparadies. Es gibt zahlreiche leichte Themen- und Erlebniswege, die speziell darauf ausgelegt sind, Kindern die Natur spielerisch näherzubringen.

Besonders beliebt sind die Wanderungen entlang der Bäche, etwa im Reichraminger Hintergebirge, wo Kinder am Wasser spielen, Steine sammeln und kleine Tiere beobachten können. Das Nationalpark-Zentrum in Molln bietet zudem interaktive Ausstellungen und Programme für Familien. Achte bei der Tourenwahl auf die angegebene Gehzeit und den Schwierigkeitsgrad, dann wird der Ausflug für die ganze Familie ein Erlebnis. Kinderwagentaugliche Abschnitte gibt es entlang der breiten Talwege ebenfalls.

Darf ich meinen Hund mit in den Nationalpark nehmen?

Ja, Hunde sind im Nationalpark Kalkalpen grundsätzlich erlaubt, müssen aber zum Schutz der Tierwelt durchgehend an der Leine geführt werden. Diese Regel ist wichtig, denn im Nationalpark leben viele scheue Wildtiere wie Gämsen, Hirsche und sogar Luchse.

Bitte nimm Rücksicht auf die sensible Natur und die Weidetiere auf den Almen, wo Herdenschutz eine Rolle spielen kann. Führe deinen Vierbeiner also immer sicher und respektiere die Wegegebote. Wasserstellen für den Hund gibt es dank der vielen Bäche reichlich. So wird die Wanderung für dich, deinen Hund und die Natur zu einem stressfreien Erlebnis.

Wie komme ich am besten in den Nationalpark Kalkalpen?

Der Nationalpark liegt im Süden Oberösterreichs und ist gut über die Pyhrn Autobahn A9 erreichbar. Wichtige Ausgangsorte sind Molln, Reichraming, Windischgarsten und Rosenau am Hengstpass, die alle mit dem Auto bequem angesteuert werden können.

Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Region erreichbar: Windischgarsten hat einen Bahnhof, und im Sommer verkehren teilweise Nationalpark-Wanderbusse zu wichtigen Ausgangspunkten. Es lohnt sich, die aktuellen Fahrpläne vorab zu prüfen, da die Busverbindungen saisonal sind. Wer flexibel unterwegs sein möchte, ist mit dem eigenen Auto meist am bequemsten, sollte aber auf die eingeschränkten Parkmöglichkeiten in den Tälern achten.

Muss ich auf markierten Wegen bleiben?

Ja, im Kernbereich des Nationalparks gilt ein striktes Wegegebot. Das bedeutet, dass du die markierten Wanderwege nicht verlassen darfst. Diese Regel ist zentral für den Schutz der einzigartigen Wildnis und der dort lebenden Tiere.

Was zunächst wie eine Einschränkung klingt, ist in Wahrheit der Grund, warum die Kalkalpen so ursprünglich geblieben sind. Die Wege sind so gut angelegt und abwechslungsreich, dass du gar nicht das Bedürfnis verspürst abzuweichen. Halte dich an die Beschilderung, dann trägst du aktiv dazu bei, dass diese besondere Natur auch für kommende Generationen erhalten bleibt.

Wie schwierig sind die Wanderungen im Nationalpark Kalkalpen?

Das Spektrum reicht von sehr leicht bis anspruchsvoll, sodass für jedes Fitnesslevel etwas dabei ist. Entlang der Täler und Bäche findest du flache, familienfreundliche Wege ohne nennenswerte Höhenunterschiede.

Almwanderungen wie zur Ebenforstalm oder Feichtaualm sind mittelschwer und erfordern etwas Grundkondition. Gipfeltouren wie der Aufstieg auf den Hohen Nock sind hingegen anspruchsvoll und verlangen Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gute Ausdauer. Informiere dich vorab über Länge, Höhenmeter und Schwierigkeitsgrad der jeweiligen Tour und wähle sie ehrlich nach deinem Können. So bleibt die Wanderung ein Genuss statt eine Überforderung.

Gibt es Einkehrmöglichkeiten während der Wanderungen?

Ja, im und rund um den Nationalpark gibt es einige bewirtschaftete Almen und Jausenstationen, die in der Sommersaison geöffnet sind. Auf Almen wie der Ebenforstalm oder der Feichtaualm kannst du dich mit hausgemachten Schmankerln stärken.

Erwarte hier keine großen Restaurants, sondern bodenständige Almgastronomie mit deftiger Brettljause, frischer Milch, Kaiserschmarrn und regionalen Spezialitäten. Die Öffnungszeiten sind saisonal und wetterabhängig, daher empfiehlt es sich, vorab zu prüfen, ob die gewünschte Hütte geöffnet hat. Für längere oder abgelegene Touren solltest du zur Sicherheit immer ausreichend eigene Verpflegung und Wasser mitnehmen.

Kann ich im Nationalpark Kalkalpen wilde Tiere beobachten?

Ja, der Nationalpark ist ein Hotspot für Tierbeobachtungen. Mit etwas Glück und Geduld begegnest du Gämsen, Hirschen, Rehen und einer beeindruckenden Vielfalt an Vogelarten, darunter verschiedene Spechte und Greifvögel.

Zu den heimlichen Stars gehören die Luchse, die hier wieder heimisch geworden sind. Diese scheuen Katzen bekommt man allerdings nur äußerst selten zu Gesicht. Die besten Chancen für Tierbeobachtungen hast du in den frühen Morgen- und Abendstunden, wenn die Wälder ruhig sind. Ein Fernglas gehört daher unbedingt in den Rucksack. Verhalte dich leise und respektvoll, dann wirst du oft mit einzigartigen Naturmomenten belohnt.

Brauche ich eine besondere Ausrüstung?

Für die meisten Wanderungen genügt eine solide Wanderausrüstung. Feste, knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil sind besonders auf den Bergwegen wichtig, da das Kalkgestein bei Nässe rutschig sein kann.

Nimm außerdem wetterfeste Kleidung mit, denn das Bergwetter kann sich schnell ändern, sowie ausreichend Wasser und Verpflegung. Sonnenschutz, eine Kopfbedeckung und ein Erste-Hilfe-Set gehören ebenfalls in jeden Rucksack. Für die anspruchsvollen Gipfeltouren solltest du zusätzlich auf Trittsicherheit und passende Ausrüstung achten. Ein Fernglas und eine Kamera lohnen sich für die Naturbeobachtung. Grundsätzlich gilt: Lieber etwas mehr einpacken, als unterwegs unangenehm überrascht zu werden.

Ist der Nationalpark auch für Anfänger geeignet?

Auf jeden Fall. Gerade Einsteiger finden im Nationalpark Kalkalpen viele leichte Wege, die einen sanften Einstieg ins Wandern ermöglichen. Die flachen Talwege entlang der Bäche sind ideal, um erste Erfahrungen zu sammeln, ohne sich zu überfordern.

Wichtig ist, dass du deine Tour ehrlich nach deinem aktuellen Fitnesslevel wählst und dich langsam steigerst. Beginne mit kürzeren Runden und taste dich dann an mittelschwere Almwanderungen heran. Das Nationalpark-Zentrum und die Tourismusbüros beraten dich gerne bei der Auswahl passender Routen. So wird dein Einstieg in die Bergwelt der Kalkalpen entspannt und motivierend zugleich.

Kostet der Eintritt in den Nationalpark etwas?

Nein, der Zutritt zum Nationalpark Kalkalpen und die Nutzung der Wanderwege sind grundsätzlich kostenlos. Du kannst die Natur also frei und ohne Eintrittsgebühr genießen.

Kosten können lediglich für Parkplätze, geführte Rangertouren, den Besuch bestimmter Einrichtungen oder für die Einkehr auf Almen anfallen. Auch die Nationalpark-Wanderbusse sind kostenpflichtig. Geführte Touren mit einem Nationalpark-Ranger sind übrigens sehr empfehlenswert, wenn du tiefer in die Geheimnisse der Wildnis eintauchen möchtest – das Wissen der Ranger macht den Ausflug zu einem echten Erlebnis. Informiere dich vorab über das aktuelle Programm.

Gibt es geführte Wanderungen mit Rangern?

Ja, der Nationalpark bietet ein umfangreiches Programm an geführten Touren mit erfahrenen Nationalpark-Rangern an. Diese Führungen sind eine wunderbare Gelegenheit, die Region mit ganz anderen Augen zu sehen.

Die Ranger kennen die versteckten Plätze, erzählen spannende Geschichten über Urwald, Luchse und Wasserwelten und erklären ökologische Zusammenhänge, die man alleine leicht übersieht. Es gibt Themenführungen zu Tierspuren, Vogelstimmen, Kräutern oder zur Geologie der Kalkalpen. Besonders für Familien und Naturinteressierte sind diese Touren ein Höhepunkt. Da die Führungen oft eine Anmeldung erfordern und saisonal stattfinden, solltest du dich rechtzeitig über das aktuelle Programm und die Verfügbarkeit informieren.

Wo kann ich in der Region übernachten?

Rund um den Nationalpark findest du ein breites Angebot an Unterkünften, von gemütlichen Gasthöfen und Pensionen über Ferienwohnungen bis hin zu komfortablen Hotels. Beliebte Ausgangsorte für die Übernachtung sind Molln, Windischgarsten, Rosenau am Hengstpass und Reichraming.

Wer die Ruhe sucht, findet auf Bauernhöfen und in kleinen Familienbetrieben echte Gastfreundschaft und regionale Küche. Für Aktivurlauber gibt es zudem wanderfreundliche Unterkünfte mit passenden Serviceangeboten. Da die Region gerade in der Hauptsaison und im goldenen Herbst beliebt ist, empfiehlt es sich, frühzeitig zu buchen. So kannst du entspannt in deinen Wandertag starten und abends die Beine hochlegen.

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