Flaches Seebecken mit Rebhügel
Wandern am Murtensee: Wo Reben, Wasser und mittelalterliche Gassen sich begegnen
Wandern am Murtensee im Drei-Seen-Land
Ein See, der zwischen zwei Sprachen liegt, zwei Kantonen und gefühlt zwei Welten: Am Murtensee wechseln sich Deutsch und Französisch munter ab, während die Sonne über dem Mont Vully die Rebhänge in warmes Gold taucht. Hier, im Herzen des Schweizer Drei-Seen-Landes, fühlt sich das Wandern weniger nach Leistungssport an und mehr nach einem entspannten Spaziergang durch eine Postkarte, die zum Leben erwacht ist.
Der Murtensee ist der kleinste der drei grossen Jurarandseen, und genau das macht ihn so charmant. Du kannst ihn an einem einzigen Tag umrunden, ohne dabei je das Gefühl zu bekommen, du hättest genug gesehen. Auf der einen Seite thront das mittelalterliche Städtchen Murten mit seiner vollständig begehbaren Ringmauer, auf der anderen erhebt sich der Mont Vully, ein sanfter Hügel, dessen Weinberge einen der schönsten Panoramablicke der Region schenken.
Zwischen Schilfgürteln, Naturschutzgebieten und stillen Buchten begegnest du hier einer Landschaft, die es nicht nötig hat, laut zu sein. Reiher staksen durch das Ufergras, Segelboote gleiten über das Wasser, und in den Rebbergen wird ein Wein gekeltert, der weit über die Region hinaus geschätzt wird. Die Wege sind meist flach, gut markiert und familienfreundlich, was den Murtensee zu einem perfekten Ziel für alle macht, die Genuss über Höhenmeter stellen.
Und dann ist da noch dieses besondere Licht. Weil der See relativ flach ist, wärmt er sich schnell auf und schafft ein fast mediterranes Mikroklima. Feigen, Kiwis und sogar Reben aus dem Süden gedeihen hier prächtig. Kein Wunder, dass man am Murtensee das Wandern gerne mit einem Glas Vully-Wein und einem Stück Nidelkuchen ausklingen lässt. Es ist diese Mischung aus Bewegung, Genuss und Gelassenheit, die dich immer wieder hierher zurückbringen wird.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
429 m bis 653 m (Mont Vully)
Geländecharakter
Uferwege, Rebbergpfade, Feldwege
Infrastruktur
Gut erschlossen, Schiff, Gastronomie
Beste Reisezeit
Frühling bis Herbst
Was den Murtensee so unwiderstehlich macht
Das mittelalterliche Murten: Zeitreise mit Seeblick
Murten, auf Französisch Morat, ist eines der besterhaltenen mittelalterlichen Städtchen der Schweiz und der unbestrittene Star am Nordufer des Sees. Die vollständig erhaltene Ringmauer kannst du auf dem überdachten Wehrgang begehen und dabei den Blick über die roten Ziegeldächer, den See und die Rebberge des Vully schweifen lassen. Die Hauptgasse mit ihren charakteristischen Laubengängen lädt zum Bummeln ein, während in den Cafés der Duft von frisch gebrühtem Kaffee durch die Arkaden zieht.
Wer sich für Geschichte begeistert, kommt an der Schlacht bei Murten von 1476 nicht vorbei, in der die Eidgenossen Karl den Kühnen von Burgund schlugen. Bis heute wird dieses Ereignis mit der traditionellen Solennität gefeiert. Ein Spaziergang durch die Gassen fühlt sich an, als würde die Zeit ein wenig langsamer ticken, und genau das ist Teil des Charmes.
Der Mont Vully: Weinberge mit Aussicht
Der Mont Vully ist kein Berg im alpinen Sinne, sondern ein sanfter Hügel, der sich zwischen Murtensee und Neuenburgersee erhebt. Seine Südhänge sind mit Reben bedeckt, und von oben eröffnet sich ein grandioses Panorama, das an klaren Tagen bis zu den Alpen reicht. Die Winzerdörfer Praz, Nant und Sugiez schmiegen sich an den Hang und laden zur Degustation regionaler Weine ein.
Wusstest du schon, dass sich am Mont Vully die keltischen Kelten einst eine gewaltige Festung errichteten? Die Überreste dieser Anlage aus der Eisenzeit kannst du auf einem archäologischen Rundweg entdecken, der geschichtliches Wissen mit atemberaubenden Ausblicken verbindet. Der Vully ist damit weit mehr als nur ein Weinberg, er ist ein lebendiges Freilichtmuseum.
Kulinarik zwischen zwei Kulturen
Am Murtensee treffen die deutsche und die französische Schweiz aufeinander, und das schmeckt man. Die Küche ist eine genussvolle Mischung aus beiden Welten: Der berühmte Nidelkuchen, ein süsser Rahmkuchen aus Murten, gehört ebenso dazu wie frische Fische aus dem See, etwa Egli oder Felchen, die in den Seerestaurants knusprig gebraten serviert werden.
Dazu ein Glas Vully-Wein, und das Genuss-Trio ist perfekt. Die Region ist stolz auf ihre kleinen Weingüter, die oft familiengeführt sind und Besucher herzlich willkommen heissen. Ein Geheimtipp: Besuche einen der offenen Weinkeller während der Frühlings- oder Herbstwochenenden, wenn die Winzer ihre Türen öffnen und man die Weine direkt am Ort ihrer Entstehung probieren kann.
Natur und stille Ufer
Abseits von Murten zeigt sich der See von seiner ruhigen Seite. Ausgedehnte Schilfgürtel und Feuchtgebiete rund um den Broye-Kanal, der den Murtensee mit dem Neuenburgersee verbindet, bieten Lebensraum für unzählige Vogelarten. Naturliebhaber und Fotografen finden hier ein Paradies, besonders in den frühen Morgenstunden, wenn Nebel über dem Wasser liegt.
Die Grande Cariçaie am benachbarten Neuenburgersee gilt als das grösste Sumpfgebiet der Schweiz und ist gut erreichbar. Wer die Augen offen hält, entdeckt Graureiher, Haubentaucher und mit etwas Glück sogar den scheuen Eisvogel. Diese ursprüngliche Natur bildet einen wunderbaren Kontrast zum kultivierten Weinbau und macht die Vielfalt der Region aus.
Warum Wanderer den Murtensee lieben
Genusswandern ohne Höhenstress
Der Murtensee ist ein Paradies für alle, die das Wandern als Genuss und nicht als Wettkampf verstehen. Die Wege rund um den See sind überwiegend flach und gut ausgebaut, sodass du dich ganz auf die Landschaft und die Begegnungen am Wegesrand konzentrieren kannst. Die komplette Seeumrundung misst rund 18 Kilometer und ist ohne nennenswerte Steigungen zu bewältigen, ideal also für einen entspannten Tagesausflug.
Wer es etwas anspruchsvoller mag, wechselt vom Ufer in die Rebhänge des Mont Vully. Hier gewinnst du zwar einige Höhenmeter, wirst aber mit Panoramablicken belohnt, die den kleinen Aufstieg mehr als wettmachen. Diese Kombination aus flachen Uferwegen und sanften Hügeln macht die Region so vielseitig.
Landschaft mit fast südlichem Flair
Das milde Mikroklima am Murtensee sorgt dafür, dass sich die Wanderungen hier zu jeder Jahreszeit lohnen. Im Frühling blühen die Obstbäume, im Sommer laden versteckte Badebuchten zum Sprung ins warme Wasser ein, und im Herbst verfärbt sich das Rebland in leuchtende Rot- und Gelbtöne. Diese Farbenpracht während der Weinlese ist ein echtes Highlight für Wanderer.
Der Wechsel zwischen Wasser, Wald und Weinberg macht jede Tour abwechslungsreich. Man geht selten lange durch dieselbe Kulisse, sondern erlebt einen ständigen Wandel der Perspektiven. Das hält die Aufmerksamkeit wach und macht selbst kürzere Runden zum Erlebnis.
Für Familien, Geniesser und Kulturfans
Kaum eine Region eignet sich besser für Familien als der Murtensee. Die flachen Wege sind kinderwagentauglich, die Distanzen überschaubar, und dank Schiffsverbindungen kannst du Wanderungen flexibel abkürzen, wenn die kleinen Beine müde werden. Zahlreiche Rast- und Badeplätze sorgen für willkommene Pausen.
Aber auch Geniesser und Kulturbegeisterte kommen voll auf ihre Kosten. Die Verbindung von Wandern, Weindegustation und mittelalterlicher Geschichte ist selten so kompakt erlebbar wie hier. Du kannst vormittags durch die Rebberge wandern, mittags in einem Winzerdorf einkehren und nachmittags die Ringmauer von Murten erkunden. Ein Tag am Murtensee ist damit immer auch ein kleines Fest für alle Sinne.
Beste Aussichtspunkte
Der schönste Rundumblick bietet sich zweifellos vom Gipfel des Mont Vully auf 653 Metern. Von hier überblickst du gleich zwei Seen, den Murtensee und den Neuenburgersee, sowie an klaren Tagen die schneebedeckte Alpenkette am Horizont. Ein Aussichtspunkt, der jeden Aufstieg lohnt.
Auch der Wehrgang der Murtner Ringmauer ist ein Aussichtserlebnis der besonderen Art, das Geschichte und Panorama vereint. Und wer die stillen Momente sucht, findet sie an den einsamen Uferabschnitten des Südufers, wo der Blick ungestört über das Wasser bis zu den Rebhängen schweifen kann.
Übernachten am Murtensee: Vom Winzerdorf bis zum Seehotel
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Die schönsten Wanderungen rund um den Murtensee
Seeumrundung Murtensee: Die grosse Runde
Die klassische Umrundung des Murtensees ist der Wanderklassiker schlechthin und führt dich auf rund 18 Kilometern einmal komplett um den See. Startpunkt ist der Bahnhof Murten, von wo aus du zunächst am Nordufer entlang Richtung Sugiez wanderst. Der Weg verläuft nah am Wasser, vorbei an Badeplätzen, Schilfgürteln und kleinen Häfen.
In Sugiez überquerst du den Broye-Kanal und wechselst auf das Südufer, das ruhiger und naturnaher ist. Hier begleiten dich die Rebhänge des Mont Vully auf der einen und der weite Seeblick auf der anderen Seite. Über Vallamand und Faoug führt der Weg schliesslich zurück nach Murten.
Die Tour ist nahezu eben und damit für Familien und Genusswanderer bestens geeignet. Wer möchte, kann Teilstrecken mit dem Kursschiff abkürzen, das an mehreren Anlegestellen hält. Plane rund fünf Stunden reine Gehzeit ein, und lass genug Zeit für eine Einkehr in einem der Seerestaurants.
Mont Vully Rebbergwanderung
Diese Tour ist ein Genuss für Augen und Gaumen zugleich. Vom Winzerdorf Praz am Seeufer steigst du durch die Rebberge hinauf zum Aussichtspunkt auf dem Mont Vully. Der Weg schlängelt sich durch die sonnigen Südhänge, wo im Herbst die Trauben reifen und die Luft nach warmem Laub duftet.
Oben angekommen, erwartet dich ein grandioses Panorama über den Murtensee und den Neuenburgersee bis zu den Alpen. Auf dem Höhenrücken triffst du auf die keltischen Wallanlagen, deren Geschichte auf Infotafeln erklärt wird. Der archäologische Lehrpfad macht den Aufstieg auch für Kinder spannend.
Der Abstieg führt dich über Nant zurück Richtung See. Unterwegs lohnt sich ein Halt in einem der Weinkeller, um die lokalen Vully-Weine zu probieren. Die Rundtour misst etwa 8 Kilometer und ist in rund drei Stunden gut zu schaffen, mit einigen Höhenmetern, die sich aber angenehm verteilen.
Murten nach Avenches: Auf römischen Spuren
Diese Kulturwanderung verbindet mittelalterliche und römische Geschichte auf besonders eindrückliche Weise. Von Murten aus wanderst du durch sanftes Hügelland Richtung Avenches, dem einstigen Aventicum, der Hauptstadt der römischen Provinz Helvetien. Der Weg führt über Faoug und durch offene Felder mit weitem Blick.
In Avenches angekommen, erwartet dich ein beeindruckendes römisches Amphitheater, das einst Platz für 16000 Zuschauer bot, sowie zahlreiche weitere antike Überreste. Das archäologische Museum ergänzt das Erlebnis mit spannenden Funden.
Die Strecke ist etwa 10 Kilometer lang und leicht wellig, aber gut begehbar. Sie eignet sich hervorragend für alle, die Bewegung mit einer ordentlichen Portion Geschichte verbinden möchten. Für den Rückweg bietet sich der Zug an, sodass du die Tour bequem als Einbahnstrecke gehen kannst.
Uferweg von Murten nach Faoug
Für einen entspannten Halbtagesausflug ist der Uferweg von Murten nach Faoug ideal. Diese kurze, flache Wanderung führt dich am Südwestufer des Sees entlang, immer in Sichtweite des Wassers. Der Weg ist kinderwagentauglich und daher perfekt für Familien mit kleinen Kindern.
Unterwegs kommst du an mehreren einladenden Badeplätzen vorbei, die im Sommer zum Abkühlen einladen. Der Blick reicht über den See bis zum gegenüberliegenden Mont Vully, dessen Rebhänge sich im Wasser spiegeln. Reiher und Enten leisten dir am Ufer Gesellschaft.
In Faoug angekommen, lohnt sich eine Rast im Dorf, bevor du entweder denselben Weg zurückgehst oder mit dem Zug nach Murten zurückkehrst. Die einfache Strecke misst rund 4 Kilometer und dauert etwa eine Stunde, ideal also für einen gemütlichen Nachmittag am See.
Grande Cariçaie Naturwanderung bei Sugiez
Wer die wilde Seite des Drei-Seen-Landes erleben möchte, sollte die Naturwanderung durch die Feuchtgebiete bei Sugiez in Angriff nehmen. Von hier aus erreichst du die Ausläufer der Grande Cariçaie, des grössten zusammenhängenden Sumpfgebiets der Schweiz, das sich am Südufer des Neuenburgersees erstreckt.
Auf gut angelegten Wegen und Holzstegen wanderst du durch Schilfwälder und entlang stiller Wasserläufe. Beobachtungshütten laden dazu ein, die reiche Vogelwelt zu bestaunen, darunter Haubentaucher, Reiher und mit etwas Glück den farbenprächtigen Eisvogel. Fernglas nicht vergessen.
Die Route ist flach und leicht zu gehen, verlangt aber Ruhe und Aufmerksamkeit, um die scheue Tierwelt nicht zu stören. Plane etwa zwei bis drei Stunden ein und geh am besten früh morgens oder in der Abenddämmerung, wenn die Natur am aktivsten ist. Ein Erlebnis für alle, die abschalten und die Ursprünglichkeit geniessen wollen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die komplette Umrundung des Murtensees?
Die vollständige Seeumrundung misst rund 18 Kilometer und ist damit gut an einem Tag zu bewältigen. Für die reine Gehzeit solltest du etwa fünf Stunden einplanen, hinzu kommen Pausen zum Baden, Einkehren oder Fotografieren.
Da der Weg fast durchgehend flach verläuft, ist er auch für weniger geübte Wanderer machbar. Wer sich die ganze Runde nicht zutraut, kann bequem Teilstrecken mit dem Kursschiff abkürzen, das während der Saison an mehreren Anlegestellen hält. So lässt sich die Tour flexibel an die eigene Kondition anpassen.
Ist Wandern am Murtensee mit Kindern geeignet?
Absolut, der Murtensee gehört zu den familienfreundlichsten Wandergebieten der Schweiz. Die flachen Uferwege sind grösstenteils kinderwagentauglich, und die überschaubaren Distanzen überfordern auch kleine Beine nicht.
Unterwegs gibt es zahlreiche Badeplätze und Rastmöglichkeiten, an denen sich die Kinder austoben können. Besonders spannend für den Nachwuchs ist der archäologische Lehrpfad am Mont Vully mit seinen keltischen Wallanlagen. Und wenn die Energie doch mal ausgeht, bringt das Kursschiff die ganze Familie entspannt zurück zum Ausgangspunkt.
Darf ich meinen Hund mit auf die Wanderungen nehmen?
Ja, Hunde sind auf den meisten Wanderwegen rund um den Murtensee herzlich willkommen. Auf den Uferwegen und in den Rebbergen kannst du deinen Vierbeiner in der Regel dabei haben, solltest ihn aber an der Leine führen, besonders in der Nähe von Weideflächen und bewohnten Gebieten.
In den Naturschutzgebieten wie der Grande Cariçaie gelten strengere Regeln, da hier viele seltene Vögel brüten. Dort ist Leinenpflicht Pflicht und in manchen Zonen sind Hunde ganz verboten. Achte auf die Beschilderung und nimm ausreichend Wasser für deinen Hund mit, gerade im warmen Sommermikroklima am See.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern am Murtensee?
Dank des milden Mikroklimas lohnt sich das Wandern am Murtensee fast das ganze Jahr über. Besonders schön ist es im Frühling, wenn die Obstbäume blühen, und im Herbst, wenn sich die Rebberge in leuchtende Farben verwandeln und die Weinlese in vollem Gange ist.
Der Sommer eignet sich hervorragend, um Wanderungen mit einem erfrischenden Bad im See zu kombinieren. Der Winter zeigt die Region von ihrer stillen Seite und bietet klare Sichttage mit Alpenblick vom Mont Vully. Jede Jahreszeit hat also ihren ganz eigenen Reiz.
Wie komme ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln an den Murtensee?
Der Murtensee ist hervorragend an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Murten selbst verfügt über einen Bahnhof mit regelmässigen Verbindungen aus Bern, Freiburg und Neuenburg. Von dort erreichst du die meisten Wanderausgangspunkte bequem.
Auch die Winzerdörfer am Mont Vully sowie Orte wie Sugiez und Faoug sind mit Bahn und Bus gut erschlossen. Ein besonderes Highlight sind die Kursschiffe, mit denen du den See überqueren und Wanderungen flexibel gestalten kannst. Die Anreise ohne Auto ist am Murtensee also nicht nur möglich, sondern richtig komfortabel.
Muss ich Deutsch oder Französisch sprechen?
Der Murtensee liegt genau an der Sprachgrenze zwischen der deutschen und der französischen Schweiz, was ihn so besonders macht. Murten ist überwiegend deutschsprachig, während am Mont Vully und in Richtung Neuenburgersee eher Französisch gesprochen wird.
Als Besucher musst du dir keine Sorgen machen, denn die meisten Einheimischen in der touristischen Region sprechen beide Sprachen und oft auch Englisch. Ein freundliches Bonjour oder Grüezi öffnet überall Türen. Diese Zweisprachigkeit ist eher ein charmantes Erlebnis als ein Hindernis.
Gibt es unterwegs genug Einkehrmöglichkeiten?
Ja, kulinarisch bist du am Murtensee bestens versorgt. In Murten selbst reihen sich Cafés, Restaurants und Beizli in den historischen Laubengängen aneinander. Auch die Seerestaurants entlang des Ufers laden zur Rast ein, oft mit frischem Fisch aus dem See auf der Karte.
In den Winzerdörfern am Mont Vully kannst du regionale Weine direkt bei den Produzenten verkosten und dazu lokale Spezialitäten geniessen. Vergiss nicht, den berühmten Murtner Nidelkuchen zu probieren. Auf den naturnahen Abschnitten des Südufers solltest du dir hingegen einen kleinen Proviant einpacken, da die Dichte an Restaurants dort geringer ist.
Wie anspruchsvoll sind die Wanderungen?
Die meisten Wanderungen am Murtensee sind einfach bis mittelschwer und damit für nahezu jede Kondition geeignet. Die Uferwege verlaufen fast durchgehend flach und stellen keine besonderen Anforderungen an Technik oder Ausdauer.
Etwas mehr Anstrengung verlangt der Aufstieg zum Mont Vully, der jedoch mit einem grandiosen Panorama belohnt wird. Alpine Herausforderungen suchst du hier vergeblich, was den Murtensee zum idealen Ziel für Genusswanderer, Familien und Einsteiger macht. Wer richtige Höhenmeter sammeln will, ist im nahen Jura besser aufgehoben.
Kann ich Wandern und Baden kombinieren?
Das ist am Murtensee sogar ausdrücklich empfohlen. Der See ist relativ flach und erwärmt sich im Sommer angenehm, sodass er zu den wärmsten Badeseen der Schweiz zählt. Entlang der Uferwege findest du zahlreiche öffentliche Badeplätze und kleine Buchten.
Pack also unbedingt die Badesachen ein, wenn du in der warmen Jahreszeit unterwegs bist. Nichts ist erfrischender als ein Sprung ins kühle Nass nach einigen Kilometern Wanderung. Besonders die ruhigeren Abschnitte am Südufer bieten idyllische Stellen zum Schwimmen abseits des Trubels.
Brauche ich spezielle Wanderausrüstung?
Für die meisten Touren am Murtensee genügt eine leichte Wanderausrüstung mit bequemen Schuhen. Da die Wege gut ausgebaut und selten steil sind, sind schwere Bergstiefel nicht nötig. Feste Turnschuhe oder leichte Wanderschuhe reichen völlig aus.
Denke an Sonnenschutz, denn gerade in den offenen Rebbergen des Mont Vully und auf den Uferwegen gibt es wenig Schatten. Eine Kopfbedeckung und ausreichend Wasser gehören ebenso ins Gepäck. Für die Naturwanderungen in der Grande Cariçaie lohnt sich ein Fernglas, um die Vogelwelt aus der Ferne beobachten zu können.
Sind die Wanderwege gut markiert?
Ja, wie überall in der Schweiz sind auch die Wege am Murtensee vorbildlich mit den bekannten gelben Wanderwegweisern beschildert. Die Markierungen geben Ziele und Gehzeiten an, sodass du dich problemlos orientieren kannst.
Zusätzlich empfiehlt sich eine Wander-App oder eine Karte, besonders wenn du eigene Routen kombinieren möchtest. Die regionale Tourismusorganisation stellt zudem gut ausgearbeitete Tourenvorschläge zur Verfügung. Verlaufen ist am Murtensee also nahezu ausgeschlossen, was das Wandern besonders stressfrei macht.
Lohnt sich eine Fahrt mit dem Kursschiff?
Definitiv, die Schifffahrt auf dem Murtensee ist ein Erlebnis für sich und eine wunderbare Ergänzung zum Wandern. Von den Anlegestellen in Murten, Praz und weiteren Orten kannst du gemütlich über den See gleiten und die Landschaft aus einer ganz neuen Perspektive geniessen.
Praktisch ist, dass sich Wanderungen dadurch flexibel gestalten lassen. Du kannst beispielsweise eine Strecke wandern und die andere mit dem Schiff zurücklegen. Besonders reizvoll ist die Fahrt durch den Broye-Kanal, der den Murtensee mit dem Neuenburgersee verbindet und durch idyllische Feuchtgebiete führt.