Isolierter Pyramidengipfel
Wandern am Monviso: Der König von Stein über den Quellen des Po
Wandern am Monviso im Piemont
Kaum eine Bergsilhouette im Piemont brennt sich so schnell ins Gedächtnis wie die des Monviso. Wie eine steinerne Pyramide ragt der 3.841 Meter hohe Riese über den sanften Wiesen des Valle Po empor, und wer ihn zum ersten Mal am Horizont entdeckt, versteht sofort, warum ihn die Einheimischen ehrfürchtig Re di Pietra nennen – den König von Stein. Er steht dort so selbstbewusst und einsam, als hätte er beschlossen, sich von den umliegenden Gipfeln möglichst weit zu distanzieren.
Am Fuß dieses Wahrzeichens entspringt der Po, der längste Fluss Italiens. An der Pian del Re sprudelt er als unscheinbares Rinnsal aus dem Fels, bevor er sich auf seine 650 Kilometer lange Reise bis zur Adria macht. Hier oben, zwischen glasklaren Bergseen, blühenden Alpenwiesen und schroffen Felsflanken, beginnt für viele Wanderer das schönste Kapitel ihrer piemontesischen Bergabenteuer.
Die Region rund um den Monviso ist ein Grenzland im besten Sinne: Uralte Saumpfade verbinden das Piemont mit dem französischen Queyras, und mancher Weg, den du heute unter deinen Wanderschuhen spürst, wurde schon vor Jahrhunderten von Händlern, Schmugglern und Pilgern begangen. Dazwischen liegen stille Almen, in denen noch echter Bergkäse reift, und Dörfer aus Stein, in denen die Zeit angenehm langsam vergeht.
Wer hier wandert, bekommt beides: die alpine Wildheit der Hochtäler und die genüssliche Ruhe der Talböden. Ob als Tagestour zu einem türkisfarbenen See oder als mehrtägige Umrundung des Massivs auf dem berühmten Giro di Viso – der Monviso liefert Bergerlebnisse, die lange nachklingen.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
Bis 3.841 m (Monviso-Gipfel)
Geländecharakter
Saumpfade, Geröll, Almwiesen
Infrastruktur
Rifugi, Bergstraße, Shuttlebus
Beste Reisezeit
Ende Juni bis Oktober
Naturwunder und Kulturschätze im Reich des Monviso
Der Re di Pietra und seine Quellen
Der Monviso ist nicht einfach nur ein Berg, er ist eine Erscheinung. Als höchster Gipfel der Cottischen Alpen steht er isoliert und dadurch fast schon theatralisch inszeniert in der Landschaft. Von der Poebene aus ist er an klaren Tagen über hundert Kilometer weit sichtbar, weshalb er schon in der Antike als Orientierungspunkt diente. Kein Wunder, dass er bereits 1863 von einer englischen Seilschaft erstbestiegen wurde – der Berg zog Abenteurer magisch an, lange bevor der Alpinismus zum Breitensport wurde.
Der eigentliche Star am Fuß des Massivs ist jedoch ein bescheidenes Quellbecken: die Quelle des Po an der Pian del Re auf rund 2.020 Metern. Eine steinerne Tafel markiert die Stelle, an der Italiens mächtigster Fluss beginnt. Es hat etwas Rührendes, den Ursprung eines Stroms zu sehen, der später ganze Städte prägt, hier oben aber noch mit einem beherzten Sprung überquert werden kann.
Bergseen wie flüssige Edelsteine
Die Umgebung des Monviso ist ein Paradies für Seenliebhaber. Der Lago Fiorenza, der Lago Chiaretto und die Laghi delle Sagnette liegen wie Spiegel in der Felslandschaft und färben sich je nach Lichteinfall smaragdgrün oder tiefblau. Besonders der Lago Chiaretto verdankt seine milchig-türkise Färbung feinen Mineralien im Wasser – ein Anblick, der jede Wanderpause in eine Fotosession verwandelt.
Wusstest du schon, dass viele dieser Seen erst spät im Frühsommer eisfrei werden? Wer im Juni kommt, erlebt sie manchmal noch halb gefroren, umrahmt von Schneefeldern und den ersten Enzianen. Ein kurzes Fußbad ist selbst im Hochsommer eine sportliche Mutprobe – das Wasser bleibt erfrischend arktisch.
Kulinarik zwischen Alm und Trüffel
Das Piemont ist eine der großen Genussregionen Europas, und das schmeckt man auch in den Berghütten rund um den Monviso. Auf den Almen reift der Toma del Monviso, ein würziger Kuhmilchkäse, der wunderbar zu einem Glas Nebbiolo passt. In den Talorten warten deftige Gnocchi, Polenta mit Wildragout und die berühmten Agnolotti – kleine gefüllte Teigtaschen, die man sich nach einer langen Tour redlich verdient hat.
Ein Geheimtipp: Suche die kleinen, familiengeführten Rifugi auf, in denen noch selbst gekocht wird. Dort bekommst du oft eine Portion Herzlichkeit gratis dazu – und manchmal ein hausgemachtes Genepì zum Verdauen, den Kräuterlikör der Alpen, der jede Müdigkeit vertreibt.
Land, Leute und okzitanische Wurzeln
Die Täler rund um den Monviso gehören zum okzitanischen Kulturraum. In manchen Dörfern wird noch heute ein okzitanischer Dialekt gesprochen, und alte Traditionen leben in Festen, Musik und Architektur weiter. Die typischen Steinhäuser mit ihren schweren Steinplattendächern trotzen seit Jahrhunderten dem alpinen Wetter.
Orte wie Crissolo, Ostana oder Oncino wirken wie aus der Zeit gefallen. Ostana galt lange als fast entvölkert, erlebt heute aber eine kleine Renaissance durch sanften Tourismus und Rückkehrer, die die Ruhe und die Aussicht auf den König von Stein schätzen. Wer sich Zeit nimmt und mit den Menschen ins Gespräch kommt, entdeckt eine Bergkultur voller Stolz und Bodenständigkeit.
Warum Wandern am Monviso zum Gipfelglück wird
Vielfalt auf engstem Raum
Was das Wandern am Monviso so besonders macht, ist die enorme Bandbreite an Erlebnissen, die dich innerhalb weniger Kilometer erwarten. Du startest morgens vielleicht in einem grünen Talboden zwischen Lärchen und Bergbächen, stehst mittags an einem hochalpinen See und schaust nachmittags von einem Pass hinüber ins französische Queyras. Diese Dichte an Landschaftswechseln findest du in dieser Konzentration nur selten.
Der Monviso zieht dabei Wanderer aller Ambitionen an. Gemütliche Genusswanderer finden rund um die Pian del Re sanfte Wege, während erfahrene Bergsteiger sich an der anspruchsvollen Umrundung des Massivs oder gar am Gipfel selbst versuchen. Für viele ist gerade dieser Mix aus Zugänglichkeit und alpiner Herausforderung der Grund, immer wieder herzukommen.
Der legendäre Giro di Viso
Das Kronjuwel unter den Wanderungen ist zweifellos der Giro del Monviso, eine mehrtägige Umrundung des gesamten Massivs. Auf gut markierten Pfaden wanderst du rund um den König von Stein, überschreitest hochgelegene Pässe und übernachtest in urigen Rifugi. Der Weg führt teilweise über die Grenze nach Frankreich und verbindet so zwei Länder, zwei Kulturen und zwei Perspektiven auf denselben Berg.
Diese Tour gilt als eine der schönsten Rundwanderungen der Westalpen. Sie verlangt Kondition und Trittsicherheit, belohnt aber mit einem ständig wechselnden Panorama und dem einzigartigen Gefühl, einen Berg vollständig umkreist zu haben. Wer sie geht, versteht am Ende, warum der Monviso so viele Menschen in seinen Bann zieht.
Wegequalität und Orientierung
Die Wege rund um den Monviso sind überwiegend gut ausgeschildert und mit den typischen weiß-roten Markierungen des CAI, des italienischen Alpenvereins, versehen. Historische Saumpfade sorgen für ein besonderes Wandergefühl – hier gehst du buchstäblich auf den Spuren vergangener Jahrhunderte. In tieferen Lagen sind die Pfade breit und gut gepflegt, weiter oben wird es felsiger und alpiner.
Wichtig zu wissen: Je höher du kommst, desto mehr Trittsicherheit ist gefragt. Einige Passquerungen führen über Geröll und Blockwerk, an heiklen Stellen helfen fixierte Seile. Eine gute Wanderkarte und die passende App sind hier keine Kür, sondern Pflicht, denn das Wetter kann im Hochgebirge schnell umschlagen.
Naturerlebnis und Aussichtspunkte
Der Monviso ist Teil eines UNESCO-Biosphärenreservats, und das merkt man. Die Region beherbergt Steinböcke, Gämsen, Murmeltiere und mit etwas Glück siehst du hoch über dir den Steinadler kreisen. Im Frühsommer verwandeln sich die Almwiesen in bunte Blütenteppiche mit Enzian, Alpenrosen und Edelweiß.
Die schönsten Aussichten bieten sich dir vom Colle delle Traversette oder von den Höhenwegen über den Seen. Von hier aus wirkt der Monviso zum Greifen nah, und an klaren Tagen reicht der Blick weit über die Poebene. Ein Tipp für Frühaufsteher: Der Sonnenaufgang lässt die Nordwand des Berges in warmem Rosa erglühen – ein Moment, für den sich das frühe Aufstehen definitiv lohnt.
Unterkünfte und Bergquartiere rund um den Monviso
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Die schönsten Wandertouren am Monviso
Zur Quelle des Po an der Pian del Re
Diese familienfreundliche Tour beginnt am großen Parkplatz der Pian del Re auf rund 2.020 Metern, dem höchsten mit dem Auto erreichbaren Punkt im Valle Po. Von hier führt ein gut ausgetretener Weg in wenigen Minuten zur eingefassten Quelle des Po, wo eine Steintafel den Ursprung des längsten Flusses Italiens markiert. Es ist ein kurzer, aber symbolträchtiger Spaziergang, der sich hervorragend als Einstieg in die Region eignet.
Wer mehr möchte, verlängert die Runde hinauf zu den Laghi delle Sagnette und weiter zum Lago Chiaretto mit seinem türkis schimmernden Wasser. Die Wege sind breit und gut markiert, die Höhenmeter überschaubar, und der Blick auf die imposante Nordwand des Monviso begleitet dich fast durchgehend.
Ideal ist diese Tour für Familien, Genusswanderer und alle, die sich langsam an die Höhe gewöhnen möchten. Trotz der einfachen Streckenführung solltest du wetterfeste Kleidung dabei haben, denn das Hochtal ist dem Wind ausgesetzt und das Wetter wechselt schnell.
Rundweg zu den Bergseen am Monviso
Diese klassische Rundtour ab der Pian del Re verbindet die schönsten Seen des Massivs zu einer abwechslungsreichen Halbtageswanderung. Von der Poquelle führt der Weg zunächst zum Lago Fiorenza, einem stillen Bergsee, in dem sich der Monviso bei windstillem Wetter perfekt spiegelt. Fotografen finden hier eines der beliebtesten Motive der gesamten Region.
Weiter geht es hinauf zum Lago Chiaretto, dessen milchig-türkise Färbung von feinen Mineralien im Wasser stammt. Von dort steigt der Pfad zum Rifugio Sella auf 2.640 Metern, einem idealen Ort für eine Rast mit Polenta oder einem Stück Toma-Käse. Der Rückweg führt über die Laghi delle Sagnette zurück ins Tal.
Die Tour verlangt eine solide Grundkondition und Trittsicherheit im oberen Abschnitt, ist aber technisch nicht schwierig. Sie eignet sich für ambitionierte Tagesausflügler, die die alpine Seenwelt in ihrer ganzen Vielfalt erleben möchten.
Giro del Monviso – die große Umrundung
Der Giro del Monviso ist die Königsetappe der Region: eine mehrtägige Umrundung des gesamten Massivs, die meist in zwei bis drei Tagen begangen wird. Startpunkt ist häufig das Rifugio Sella oder das Pian del Re. Von dort führt der Weg über hochgelegene Pässe wie den Passo delle Sagnette und die Grenzübergänge ins französische Queyras.
Übernachtet wird in urigen Schutzhütten wie dem Rifugio Vallanta oder dem französischen Refuge du Viso. Jede Etappe eröffnet neue Perspektiven auf den König von Stein, mal von der schroffen Ost-, mal von der wilden Westseite. Der Weg quert Geröllfelder, Almwiesen und historische Saumpfade, die einst dem grenzüberschreitenden Handel dienten.
Diese Tour richtet sich an konditionsstarke, trittsichere Bergwanderer. Reservierungen in den Hütten sind in der Hauptsaison Pflicht, und eine gute Wetterplanung ist entscheidend. Als Belohnung wartet das unvergleichliche Gefühl, einen der markantesten Berge der Alpen vollständig umrundet zu haben.
Zum Colle delle Traversette und dem historischen Tunnel
Diese Tour führt dich zu einem der spannendsten historischen Orte der Region: dem Buco di Viso, dem ältesten Alpentunnel Europas, der bereits im 15. Jahrhundert gegraben wurde, um den Salz- und Warenhandel zwischen Piemont und Frankreich zu erleichtern. Start ist an der Pian del Re, von wo der Weg stetig zum Colle delle Traversette auf rund 2.950 Metern ansteigt.
Der Aufstieg ist lang und die Höhe fordernd, doch mit jedem Meter wird das Panorama grandioser. Am Pass angekommen, blickst du weit ins französische Queyras hinüber, während der Monviso mächtig über dir aufragt. Der Buco di Viso liegt etwas unterhalb des Passes und lässt sich bei guten Verhältnissen erkunden.
Diese anspruchsvolle Tagestour eignet sich für erfahrene Bergwanderer mit guter Kondition und Interesse an Alpingeschichte. Feste Schuhe, Stöcke und ausreichend Verpflegung sind Pflicht, denn unterwegs gibt es keine Einkehrmöglichkeit.
Panoramawanderung ab Ostana mit Blick auf den König
Das kleine Bergdorf Ostana auf rund 1.300 Metern gilt als einer der schönsten Aussichtsbalkone auf den Monviso. Von hier startet eine genussvolle Panoramawanderung, die durch Lärchenwälder und über blühende Almwiesen führt und dabei fast durchgehend den Blick auf die imposante Pyramide des Berges freigibt.
Der Weg schlängelt sich hinauf zu stillen Bergweilern und Kapellen, in denen die okzitanische Kultur der Region spürbar wird. Ostana selbst ist ein Musterbeispiel für gelungene Dorfrenovierung und wurde für seine sanfte Wiederbelebung mehrfach ausgezeichnet. Nach der Tour lohnt sich ein Bummel durch die restaurierten Steinhäuser.
Diese Wanderung ist ideal für alle, die Natur und Kultur verbinden möchten und nicht die ganz großen Höhenmeter suchen. Sie eignet sich auch gut für einen ruhigeren Tag oder als Einstieg für weniger geübte Wanderer, die dennoch das ganze Panorama des Monviso genießen wollen.
Aufstieg zum Rifugio Vallanta durch das Valle Varaita
Vom Weiler Castello im oberen Valle Varaita startet diese lohnende Tour zum Rifugio Vallanta auf 2.450 Metern, einer der beliebtesten Hütten am Monviso. Der Weg folgt zunächst dem Talboden entlang des Baches, bevor er in weiten Kehren durch alpines Gelände zur Hütte ansteigt. Der Monviso präsentiert sich hier von seiner südwestlichen Seite.
Unterwegs passierst du Almen, auf denen im Sommer noch Vieh weidet, und mit etwas Glück begegnen dir Murmeltiere oder Gämsen. Das Rifugio Vallanta ist ein guter Ausgangspunkt für weitere Erkundungen und liegt direkt auf der Route des Giro del Monviso, was es zu einem lebendigen Treffpunkt für Wanderer aus aller Welt macht.
Die Tour ist konditionell mittel bis anspruchsvoll und richtet sich an Wanderer, die einen echten Hüttenausflug erleben möchten. Wer im Rifugio übernachtet, kann am nächsten Tag zum spektakulären Passo Vallanta weitergehen oder einfach die Bergstille und den Sonnenuntergang genießen.
Häufige Fragen
Wie schwierig sind die Wanderungen am Monviso?
Die Region bietet für nahezu jedes Niveau die passende Tour. Rund um die Pian del Re und die Poquelle findest du einfache, familienfreundliche Wege mit wenig Höhenmetern, die auch für Einsteiger gut machbar sind.
Wer höher hinaus will, sollte jedoch trittsicher und ausdauernd sein. Die Wege zu den Bergseen und Rifugi verlangen eine solide Grundkondition, und die anspruchsvollen Passquerungen wie am Colle delle Traversette oder der komplette Giro del Monviso setzen alpine Erfahrung voraus. Plane deine Tour also ehrlich nach deinem Können und achte immer auf das Wetter.
Kann ich am Monviso mit Kindern wandern?
Ja, absolut. Besonders der Bereich um die Pian del Re eignet sich hervorragend für Familien. Der kurze Weg zur Quelle des Po ist ein echtes Erlebnis für Kinder, die begeistert den Ursprung des größten italienischen Flusses entdecken und über das kleine Rinnsal springen können.
Auch die Wanderung zum Lago Fiorenza ist mit älteren Kindern gut machbar. Für längere oder höhere Touren solltest du die Ausdauer der Kleinen realistisch einschätzen. Nimm ausreichend Verpflegung, Sonnenschutz und wetterfeste Kleidung mit, denn im Hochgebirge kann es schnell kühl und windig werden. Mit Pausen an den Seen und dem Ausblick auf den mächtigen Berg wird der Ausflug garantiert zum Abenteuer.
Ist der Monviso für Hunde geeignet?
Grundsätzlich sind Hunde auf den meisten Wanderwegen der Region willkommen, und viele Vierbeiner lieben die frische Bergluft und die kühlen Bäche. Auf den einfacheren Wegen rund um die Pian del Re ist ein Ausflug mit Hund problemlos möglich.
Beachte allerdings, dass auf den Almen im Sommer Weidevieh grast und teils Herdenschutzhunde eingesetzt werden. Halte deinen Hund dort unbedingt an der Leine und wahre Abstand zu den Herden. In den hochalpinen Passagen mit Geröll und Fixseilen kann es für Hunde schwierig werden. Kläre außerdem vorab, ob die jeweilige Hütte Hunde erlaubt, das ist von Rifugio zu Rifugio unterschiedlich.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern am Monviso?
Die klassische Wandersaison reicht von Ende Juni bis Anfang Oktober. In dieser Zeit sind die Bergseen eisfrei, die Wege schneefrei und die Rifugi bewirtschaftet. Der Hochsommer im Juli und August bietet stabiles Wetter, ist aber auch die belebteste Zeit.
Ein echter Geheimtipp ist der September: Die großen Menschenmengen sind weg, die Luft ist klar und die Lärchen beginnen sich golden zu färben. Im Frühsommer kann in höheren Lagen noch Schnee liegen, was die Seen besonders malerisch macht, aber Vorsicht bei den Passquerungen erfordert. Informiere dich vor jeder Tour über die aktuellen Bedingungen.
Wie komme ich zum Ausgangspunkt Pian del Re?
Die Pian del Re erreichst du über eine Bergstraße durch das Valle Po, die in Crissolo beginnt und bis zum großen Parkplatz auf rund 2.020 Metern führt. Von Turin aus fährst du etwa zwei Stunden mit dem Auto.
Beachte, dass die Straße in der Hochsaison an Wochenenden teilweise für den privaten Verkehr gesperrt ist, um die empfindliche Natur zu schützen. Dann verkehrt ein Shuttlebus ab Crissolo. Es lohnt sich, früh anzureisen, denn die Parkplätze sind an schönen Sommertagen schnell voll. Öffentliche Verkehrsmittel bis ganz hinauf gibt es nur eingeschränkt, weshalb ein eigenes Fahrzeug am flexibelsten ist.
Brauche ich für den Giro del Monviso eine Reservierung?
Ja, wenn du den Giro del Monviso mehrtägig planst, solltest du die Hütten unbedingt im Voraus reservieren, besonders im Juli und August. Beliebte Rifugi wie das Vallanta oder das französische Refuge du Viso sind in der Hauptsaison oft ausgebucht.
Nimm bei der Reservierung Kontakt direkt mit den Hütten auf und teile ihnen mit, ob du Halbpension möchtest. Vergiss nicht, dass du auf dieser Tour eine Grenze überquerst, ein Ausweisdokument ist daher empfehlenswert. Plane außerdem etwas Puffer für Schlechtwettertage ein, denn im Hochgebirge kann sich der Zeitplan schnell verschieben.
Kann man den Gipfel des Monviso besteigen?
Der Gipfel des Monviso auf 3.841 Metern ist ein anspruchsvolles hochalpines Ziel, das ausschließlich erfahrenen Bergsteigern vorbehalten ist. Die Normalroute führt über Fels der Schwierigkeitsstufe II und III und verlangt sichere Kletterfähigkeiten, Kondition und alpine Erfahrung.
Wer sich unsicher ist, sollte einen Bergführer engagieren, was ohnehin sehr zu empfehlen ist. Ausgangspunkt ist meist das Rifugio Quintino Sella, von dem aus der Gipfel in einem langen Tag erreicht wird. Für normale Wanderer ist der Gipfel selbst kein Ziel, doch schon die Umrundung und die Blicke auf den Berg sind ein unvergessliches Erlebnis.
Gibt es unterwegs Einkehrmöglichkeiten?
Ja, die Region ist gut mit Schutzhütten ausgestattet. Auf den Hauptrouten findest du bewirtschaftete Rifugi wie das Rifugio Sella, das Rifugio Vallanta oder das Rifugio Quintino Sella, in denen du dich mit deftiger Bergküche stärken kannst.
Dort bekommst du typische piemontesische Gerichte wie Polenta, Gnocchi und den regionalen Toma-Käse, oft begleitet von einem Glas Wein oder einem Genepì zum Abschluss. Auf abgelegeneren Wegen wie zum Colle delle Traversette gibt es allerdings keine Einkehr, daher solltest du dort ausreichend eigene Verpflegung und Wasser mitnehmen. Die Öffnungszeiten der Hütten orientieren sich an der Sommersaison.
Welche Ausrüstung brauche ich für Wanderungen am Monviso?
Für die einfacheren Touren im Talbereich genügen feste Wanderschuhe, wetterfeste Kleidung und ausreichend Wasser. Da das Wetter im Hochgebirge schnell umschlägt, gehört eine Regenjacke und eine warme Schicht immer in den Rucksack, selbst bei sonnigem Start.
Für höhere Touren und Passquerungen empfehlen sich zusätzlich Wanderstöcke, eine gute Karte oder GPS-App und Sonnenschutz, denn die UV-Strahlung ist auf dieser Höhe intensiv. Wer den Giro del Monviso oder den Gipfel angeht, braucht entsprechend alpine Ausrüstung. Ein kleiner Erste-Hilfe-Satz und genug Verpflegung runden die Ausstattung ab.
Ist der Monviso auch für Einsteiger geeignet?
Ja, Einsteiger finden am Monviso durchaus passende Touren. Der Bereich um die Pian del Re mit dem kurzen Weg zur Poquelle und die Wanderung zum Lago Fiorenza sind gut machbar und bieten dennoch das volle Bergpanorama.
Wichtig ist, dass du deine Tour realistisch wählst und dich nicht sofort an die hochalpinen Routen wagst. Beginne mit den einfacheren Wegen, gewöhne dich an die Höhe und steigere dich langsam. Die Panoramawanderung ab Ostana ist ebenfalls eine schöne Option für weniger Geübte, die Natur und Kultur verbinden möchten, ohne extreme Höhenmeter zu bewältigen.
Wie ist das Wetter am Monviso?
Das Wetter im Gebiet des Monviso ist typisch alpin und kann sich rasch ändern. Sonnige Vormittage schlagen im Hochsommer nachmittags oft in Gewitter um, weshalb du deine Touren früh am Tag beginnen solltest, um rechtzeitig wieder abzusteigen.
Der isoliert stehende Berg beeinflusst zudem das lokale Wetter und zieht Wolken an. Informiere dich vor jeder Tour über den aktuellen Bergwetterbericht und plane bei Unsicherheit lieber eine kürzere Route. Auch im Sommer sind die Temperaturen in den höheren Lagen deutlich kühler als im Tal, warme Kleidung gehört daher immer ins Gepäck.
Welche Tierwelt kann ich am Monviso beobachten?
Die Region ist als UNESCO-Biosphärenreservat ein Rückzugsort für vielfältige Alpentiere. Mit etwas Glück und Geduld siehst du Steinböcke und Gämsen an den Felsflanken, während Murmeltiere ihre Pfeiflaute über die Almwiesen schallen lassen.
Über dir kreist manchmal der majestätische Steinadler, und aufmerksame Beobachter entdecken auch verschiedene Alpenvögel. Im Frühsommer verwandeln sich die Wiesen in bunte Blütenteppiche mit Enzian, Alpenrosen und dem seltenen Edelweiß. Ein Fernglas lohnt sich also, und wer respektvollen Abstand hält, wird oft mit schönen Naturbeobachtungen belohnt.