Hochtal mit sanften Grasgipfeln
Wandern im Lungau und in den Nockbergen: Sanfte Gipfel, dunkle Sternenhimmel und die stillste Seite der Alpen
Wandern im Lungau & den Nockbergen
Es gibt Regionen, die schreien nach Aufmerksamkeit – und dann gibt es den Lungau. Dieser sonnenverwöhnte Hochtalkessel im Süden Salzburgs macht kein großes Aufheben um sich, und genau das ist sein Geheimnis. Wer hier durch die weiten Almwiesen streift, über sanft gewölbte Grasgipfel wandert und abends unter einem Sternenhimmel steht, der so klar ist wie kaum irgendwo sonst in Mitteleuropa, versteht schnell: Das ist Wandern in seiner ehrlichsten Form.
Der Lungau liegt eingebettet zwischen den schroffen Niederen Tauern im Norden und den sanft geschwungenen Nockbergen im Süden. Diese beiden Charaktere könnten kaum unterschiedlicher sein – und machen die Region gerade dadurch so reizvoll. Während die Tauern mit felsigen Gipfeln, Karseen und alpiner Wildheit locken, zeigen sich die Nockberge als grüne, wellenförmige Rücken, über die man geradezu meditativ dahinwandert. Runde Kuppen statt spitzer Zacken, Alpenrosenmeer statt Geröllfeld.
Und dann ist da noch dieses Licht. Der Lungau gilt als eine der sonnenreichsten und zugleich klarsten Gegenden der Alpen – nicht umsonst wurde die Region als UNESCO-Biosphärenpark Salzburger Lungau & Kärntner Nockberge ausgezeichnet. Nachts verwandelt sich der Himmel in ein Sternenzelt, das Astronomen ins Schwärmen bringt.
Ob du gemütlich von Alm zu Alm bummelst, wo dir hausgemachter Lungauer Eachtling-Schmarrn serviert wird, oder ob du dich an einen Dreitausender wie den Hochgolling wagst – hier findest du deinen Weg. Ganz ohne Gedränge, ohne Selfie-Schlangen am Gipfelkreuz und ohne das Gefühl, nur einer von tausenden zu sein. Der Lungau und die Nockberge sind das Versprechen von Weite, Ruhe und echter Bergnatur.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
1.000–2.862 m (Hochgolling)
Geländecharakter
Almwege, Grasrücken, alpine Steige
Infrastruktur
Gut markiert, bewirtschaftete Almen
Beste Reisezeit
Juni bis Oktober
Was den Lungau und die Nockberge so besonders macht
Ein Biosphärenpark zum Durchatmen
Der UNESCO-Biosphärenpark Salzburger Lungau & Kärntner Nockberge ist kein Museum hinter Glas, sondern eine gelebte Kulturlandschaft. Hier bewirtschaften Bauern seit Jahrhunderten die Almen, treiben ihr Vieh im Sommer auf die Hochweiden und pflegen damit ganz nebenbei jene offene, blühende Landschaft, durch die du heute wanderst. Der Schutzstatus bedeutet: intakte Natur, saubere Bäche, artenreiche Wiesen und ein Gleichgewicht zwischen Mensch und Umwelt, das man beim Gehen förmlich spürt.
Besonders eindrucksvoll ist die Vielfalt auf engem Raum. Innerhalb weniger Kilometer wechselst du von dichten Zirbenwäldern über weite Almböden bis zu felsigen Hochlagen. Wer genau hinsieht, entdeckt Murmeltiere, Steinadler, Enzian und im Frühsommer ganze Hänge voller Alpenrosen. Es ist eine dieser Regionen, in denen Naturschutz nicht abstrakt bleibt, sondern greifbar wird.
Sternennächte wie aus dem Bilderbuch
Der Lungau punktet mit außergewöhnlich klarer, trockener Luft und wenig Lichtverschmutzung. Das macht ihn zu einem Paradies für alle, die abends den Kopf in den Nacken legen. An klaren Nächten leuchtet die Milchstraße so deutlich, dass man sie beinahe greifen möchte. Einige Almhütten und Unterkünfte bieten sogar gezielt Sternenbeobachtungsabende an.
Wusstest du schon? Der Lungau zählt regelmäßig zu den Regionen mit den meisten Sonnenstunden Österreichs – und gleichzeitig zu den kältesten. Das Hochtal ist berüchtigt für seine strengen Winter, weshalb die Sommermonate hier umso intensiver genossen werden. Ein Widerspruch, den man einfach lieben muss.
Kulinarik: Eachtling, Speck und Almbutter
Kulinarisch dreht sich im Lungau vieles um den Eachtling – so heißt hier die Kartoffel, und sie ist ein regelrechtes Kultobjekt. Ob als Schmarrn, als Nidei (kleine Kartoffelnocken) oder als deftige Beilage: Der Eachtling darf auf keiner Almhütte fehlen. Dazu kommen würziger Bergkäse, luftgetrockneter Speck und frische Almbutter, die noch nach Kräuterwiese schmeckt.
Wer nach einer Wanderung auf einer bewirtschafteten Alm einkehrt, erlebt Gastfreundschaft ohne Schnickschnack. Man setzt sich an einen Holztisch, bekommt eine ordentliche Brettljause und ein kühles Getränk, und plötzlich schmeckt einfaches Essen wie ein Festmahl. Das ist der ehrliche Genuss, den man in Hochglanz-Skigebieten oft vergeblich sucht.
Kultur, Brauchtum und der Samson
Der Lungau ist auch kulturell ein Unikat. Berühmt sind die riesigen Samsonfiguren – bis zu sechs Meter hohe Prozessionsriesen, die bei Festumzügen durch die Dörfer getragen werden. Dieser Brauch ist so einzigartig, dass er zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe zählt. Wer im Sommer zufällig auf einen solchen Umzug in Orten wie Tamsweg oder Mauterndorf stößt, erlebt gelebtes Brauchtum aus nächster Nähe.
Geheimtipp: Die mittelalterliche Burg Mauterndorf lohnt einen Besuch abseits der Wanderschuhe. Mit ihrem interaktiven Rundgang und dem herrlichen Blick vom Turm ist sie ein perfekter Regentagsplan – oder eine Belohnung nach einer Tour im nahen Umland.
Warum Wanderherzen im Lungau höherschlagen
Sanfte Gipfel für den Genuss, wilde Tauern für die Ambition
Das Schöne am Wandern in dieser Region ist die Wahlfreiheit. Die Nockberge mit ihren runden, begrünten Kuppen sind ideal für alle, die gehen wollen, ohne ständig auf jeden Schritt achten zu müssen. Weite, weiche Wege führen über die grasigen Rücken, und oben angekommen belohnt dich ein Panorama, das sich über hunderte Kilometer erstreckt – bei klarer Sicht bis zu den Hohen Tauern und den Karawanken.
Wer es alpiner mag, findet in den Niederen Tauern nördlich des Lungaus richtige Herausforderungen. Der Hochgolling als höchster Gipfel der Schladminger Tauern, glasklare Bergseen wie die Seen der Riesachregion oder die zahlreichen Kare bieten alpines Terrain für erfahrene Wanderer. Diese Bandbreite macht den Lungau zu einem Ganzjahres-Spielplatz für unterschiedlichste Ansprüche.
Familienfreundlich und entschleunigt
Für Familien ist die Region ein Glücksfall. Viele Almen sind über kurze, gut ausgebaute Wege erreichbar, und die sanfte Topografie der Nockberge verzeiht auch kleine, noch ungeübte Wanderbeine. Themenwege mit Stationen, Murmeltiergehege und Einkehrmöglichkeiten mit Streichelvieh machen das Gehen für Kinder zum Abenteuer statt zur Pflichtübung.
Gleichzeitig herrscht hier eine Ruhe, die man anderswo suchen muss. Es gibt keinen Massentourismus, keine überfüllten Parkplätze, keine Hütten, an denen man um einen Sitzplatz kämpfen muss. Wer bewusst entschleunigen will, ist im Lungau genau richtig – hier bestimmt der eigene Rhythmus das Tempo.
Wegequalität und Beschilderung
Das Wegenetz ist hervorragend markiert und gepflegt. Rot-weiß-rote Markierungen, klare Wegweiser mit Zeitangaben und gut instand gehaltene Steige sorgen dafür, dass man sich kaum verlaufen kann. Der Lungau ist außerdem über den Tauernhöhenweg und weitere Weitwanderwege an das große alpine Netz angebunden – ideal für Mehrtagestouren mit Hüttenübernachtung.
Ob Panoramaweg, Almrunde oder ambitionierte Gipfeltour: Die Infrastruktur ist verlässlich, ohne die Landschaft zu überformen. Man merkt, dass hier Menschen am Werk sind, die ihre Berge lieben und pflegen – nicht bloß vermarkten.
Naturerlebnis pur
Alpenrosenblüte im Juni, das Pfeifen der Murmeltiere im Hochsommer, das Röhren der Hirsche im Herbst – wer mit offenen Augen wandert, erlebt die Jahreszeiten hier besonders intensiv. Die Nockberge zeigen im Spätsommer ihre ganze Farbenpracht, wenn die Almen in warmen Tönen leuchten und die Luft nach Heu und Herbst riecht.
Geheimtipp: Früh morgens loszugehen lohnt sich doppelt. Nicht nur wegen der Sicht, sondern weil man die Tierwelt am aktivsten erlebt und die Almwiesen noch im Tau glitzern. Ein Thermosbecher Kaffee auf einem einsamen Grasgipfel bei Sonnenaufgang – das ist Lungau in seiner reinsten Form.
Übernachten zwischen Almwiesen und Nockbergen: Unterkünfte im Lungau
Die schönsten Wanderungen im Lungau und in den Nockbergen
Über die Karneralm zur Speiereck-Region
Diese Tour startet bequem an der Bergstation der Grosseck-Speiereck-Bahnen oberhalb von Mauterndorf und St. Michael. Von hier führt der markierte Höhenweg über die weiten Almflächen der Speiereck-Region in Richtung Gipfel. Die Aussicht öffnet sich fast sofort – der Blick reicht über das gesamte Lungauer Hochtal bis zu den Radstädter Tauern.
Der Weg ist überwiegend als Grat- und Almwanderung angelegt, mit sanften Anstiegen und einigen steileren Passagen kurz vor dem Speiereck-Gipfel auf rund 2.400 Metern. Oben angekommen belohnt dich ein grandioses Rundumpanorama, bei dem sich Niedere Tauern und Nockberge gleichzeitig bewundern lassen.
Ideal für konditionsstarke Genusswanderer, die die Bergbahn als Aufstiegshilfe nutzen und dann eine luftige Höhenwanderung genießen wollen. Einkehrmöglichkeiten entlang der Almen sorgen für die nötige Stärkung.
Nockberge-Panoramawanderung an der Nockalmstraße
Die berühmte Nockalmstraße auf der Kärntner Seite ist nicht nur eine Panoramastraße, sondern auch ein idealer Ausgangspunkt für herrliche Wanderungen über die grünen Nockberge. Von Parkplätzen wie der Eisentalhöhe oder dem Bereich der Karlbadalm starten mehrere markierte Rundwege über die charakteristischen Grasgipfel.
Der Weg zieht sich sanft über die runden Rücken der Nocken, vorbei an Zirbenwäldern und Almhütten. Ein Highlight ist die historische Karlbad-Alm, wo noch heute in urigen Holzzubern gebadet wird. Die Wege sind breit, weich und selbst für ungeübte Wanderer gut machbar.
Diese Tour ist perfekt für Familien und alle, die das typische Nockberge-Gefühl suchen: weite Ausblicke, meditatives Gehen und das Pfeifen der Murmeltiere als Begleitmusik. Festes Schuhwerk und eine Jause im Rucksack genügen.
Zur Sticklerhütte und ans Murtal-Ursprungsgebiet
Ein echter Klassiker im hinteren Lungau: die Wanderung zur Sticklerhütte im Muhrtal, dem Quellgebiet der Mur. Vom Parkplatz im Talschluss geht es gemütlich entlang des jungen Flusses durch ein wildromantisches Hochtal, umrahmt von den Gipfeln der Hohen Tauern.
Die Sticklerhütte liegt auf rund 1.760 Metern und ist ein beliebter Einkehr- und Ausgangspunkt für weitere Touren, etwa zu den Murquellen oder in Richtung Weißeck. Der Weg dorthin ist familienfreundlich und weitgehend flach, was ihn ideal für einen entspannten Wandertag mit Kindern macht.
Wer mehr will, steigt von der Hütte weiter auf zu den eigentlichen Murursprüngen – ein besonderes Erlebnis, an der Wiege eines der längsten Flüsse Österreichs zu stehen. Ruhe, Wasserrauschen und Tauernkulisse machen diese Tour unvergesslich.
Gipfelsturm auf den Hochgolling
Für ambitionierte Bergsteiger ist der Hochgolling mit 2.862 Metern die Königstour der Region – der höchste Gipfel der Schladminger Tauern. Der Aufstieg erfolgt üblicherweise vom Norden über das Göriachtal im Lungau oder über die Gollinghütte, die als Stützpunkt für die zweitägige Tour dient.
Der Weg ist anspruchsvoll, teils ausgesetzt und erfordert Trittsicherheit sowie alpine Erfahrung. Belohnt wird die Mühe mit einem der spektakulärsten Ausblicke der Niederen Tauern – ein Meer aus Gipfeln, Karseen und schroffen Felsflanken liegt einem zu Füßen.
Diese Tour ist nichts für Anfänger, aber für erfahrene Bergwanderer ein absolutes Highlight. Eine Übernachtung auf der Gollinghütte macht das Erlebnis komplett und ermöglicht einen frühen, kühlen Gipfelaufstieg mit besten Sichtverhältnissen.
Rundwanderung um den Prebersee
Der sagenumwobene Prebersee oberhalb von Tamsweg ist ein magischer Ort und Ausgangspunkt für eine wunderschöne, leichte Rundwanderung. Der Moorsee liegt eingebettet in Wälder und Almen und ist berühmt für das kuriose Preberschießen, bei dem Schützen auf das Spiegelbild der Zielscheibe im Wasser zielen.
Der Rundweg um den See ist flach, gut beschildert und in etwa einer Stunde bewältigt – ideal für Familien, Senioren und alle, die einen gemütlichen Naturtag suchen. Wer mehr Bewegung möchte, kann von hier aus weiter in Richtung Ludlalm oder zum Preber-Gipfel aufsteigen.
Die Stimmung am Prebersee ist besonders morgens einzigartig, wenn Nebelschwaden über das Moor ziehen und sich die umliegenden Berge im dunklen Wasser spiegeln. Eine Einkehr im Ludlwirt am Ufer rundet den Ausflug perfekt ab.
Häufige Fragen
Ist Wandern im Lungau auch für Anfänger geeignet?
Absolut. Der Lungau und besonders die Nockberge sind geradezu ideal für Einsteiger. Die sanften Grasgipfel und breiten Almwege machen das Gehen angenehm und wenig einschüchternd. Es gibt zahlreiche kurze Rundwanderungen, etwa rund um den Prebersee oder entlang der Nockalmstraße, die keine besondere Kondition erfordern.
Wichtig ist trotzdem, dass du festes Schuhwerk trägst und die Höhenmeter nicht unterschätzt. Auch scheinbar einfache Almwanderungen können auf 2.000 Metern anstrengender sein als gedacht. Wenn du langsam startest und dir realistische Ziele setzt, wirst du die Region schnell lieben. Die gute Beschilderung sorgt zusätzlich für Sicherheit.
Kann ich mit Kindern in der Region wandern?
Ja, der Lungau ist ausgesprochen familienfreundlich. Viele Almen sind über kurze, kinderwagentaugliche Wege erreichbar, und die sanfte Topografie der Nockberge verzeiht auch kleine Wanderbeine. Themenwege mit spielerischen Stationen, Murmeltiergehege und Almen mit Streichelvieh sorgen dafür, dass Kindern nicht langweilig wird.
Besonders zu empfehlen sind die Rundwanderung um den Prebersee, die Wege entlang der Nockalmstraße oder der gemütliche Weg zur Sticklerhütte. Plane genug Pausen ein, packe Jause und Getränke ein und mache das Wandern zum Abenteuer – dann werden auch die Kleinsten begeisterte Bergfexe.
Darf ich meinen Hund mitnehmen?
Grundsätzlich ja, Hunde sind auf den meisten Wanderwegen willkommen. Da du dich jedoch großteils im Biosphärenpark und auf bewirtschafteten Almen bewegst, gilt besondere Rücksicht. Halte deinen Hund im Bereich von Weidevieh unbedingt an der Leine – vor allem, wenn Kühe mit Kälbern in der Nähe sind, denn Mutterkühe können Hunde als Bedrohung wahrnehmen.
Achte außerdem auf Wildtiere und die Brut- und Setzzeiten. Wasser für den Vierbeiner solltest du mitnehmen, auch wenn viele Bäche unterwegs frisches Wasser bieten. Viele Almhütten sind hundefreundlich, ein kurzer Anruf vorab schadet aber nie. So wird die Tour für alle ein entspanntes Erlebnis.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern?
Die klassische Wandersaison im Lungau reicht von Mitte Juni bis Anfang Oktober. Im Juni erlebst du die spektakuläre Alpenrosenblüte, im Hochsommer sind alle Almen bewirtschaftet und die Wege schneefrei. Der September und frühe Oktober gelten unter Kennern als schönste Zeit: klare Luft, goldenes Licht und angenehm kühle Temperaturen.
Bedenke, dass der Lungau ein Hochtal ist und selbst im Sommer die Nächte empfindlich kühl werden können. In höheren Lagen kann auch im Frühsommer noch Schnee liegen. Informiere dich vor Touren in den Niederen Tauern über die aktuellen Verhältnisse. Für Sternenbeobachtung ist übrigens jede klare Nacht ein Gewinn.
Brauche ich eine besondere Ausrüstung?
Für die meisten Almwanderungen genügt eine solide Grundausstattung: knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil, wetterfeste Kleidung im Zwiebelprinzip, Sonnenschutz und ausreichend zu trinken. Das Bergwetter kann rasch umschlagen, daher gehören auch bei Sonnenschein eine Regenjacke und eine warme Schicht in den Rucksack.
Für anspruchsvollere Touren in den Niederen Tauern, etwa auf den Hochgolling, brauchst du zusätzlich Trittsicherheit, gegebenenfalls Wanderstöcke und eine gute Kartengrundlage oder App. Eine kleine Erste-Hilfe-Ausrüstung und ein geladenes Handy sind immer sinnvoll. Übertreibe es aber nicht mit dem Gepäck – weniger ist auf langen Touren oft mehr.
Gibt es geführte Wanderungen?
Ja, im Rahmen des Biosphärenparks und über die örtlichen Tourismusverbände werden regelmäßig geführte Touren angeboten. Diese reichen von botanischen Wanderungen über Kräuterexkursionen bis hin zu Sternenbeobachtungsabenden. Ein einheimischer Guide vermittelt dabei oft Wissen und Geschichten, die man alleine nie entdecken würde.
Gerade für Ortsunkundige oder alle, die die Natur intensiver verstehen wollen, sind solche Führungen empfehlenswert. Frag am besten direkt bei deiner Unterkunft oder im Tourismusbüro nach dem aktuellen Programm. Viele Angebote sind mit der Gästekarte sogar kostenlos oder vergünstigt nutzbar.
Wie erreiche ich den Lungau am besten?
Der Lungau ist über die Tauernautobahn A10 gut erreichbar – die Ausfahrten St. Michael im Lungau oder Tweng bringen dich mitten in die Region. Von Salzburg oder Villach aus bist du in etwa einer bis eineinhalb Stunden dort. Auch die Anreise über die Katschbergstraße ist landschaftlich reizvoll.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Anreise etwas aufwendiger, aber machbar: Über den Bahnhof Tamsweg oder mit Bussen ab Radstadt beziehungsweise Spittal an der Drau gelangst du in die Orte. Vor Ort verkehren im Sommer Wanderbusse, die viele Ausgangspunkte anfahren. Erkundige dich nach der Gästekarte, die oft freie Fahrt beinhaltet.
Sind die Almhütten bewirtschaftet?
Während der Sommermonate sind die meisten Almen und Berghütten bewirtschaftet und laden zur Einkehr ein. Du bekommst dort typische Lungauer Spezialitäten wie Eachtling-Gerichte, Brettljausen mit Speck und Käse sowie hausgemachte Mehlspeisen. Die Öffnungszeiten variieren jedoch je nach Betrieb und Wetter.
Außerhalb der Hauptsaison, also im späten Herbst oder frühen Frühling, kann es sein, dass Hütten geschlossen sind. Verlasse dich daher nie ausschließlich auf eine Einkehr, sondern nimm immer eine kleine Jause und ausreichend Wasser mit. Ein Blick auf die aktuellen Öffnungszeiten vor der Tour erspart dir Enttäuschungen und einen knurrenden Magen.
Wie schwer sind die Touren in den Niederen Tauern?
Die Niederen Tauern bieten deutlich anspruchsvolleres Terrain als die sanften Nockberge. Touren wie der Aufstieg auf den Hochgolling sind hochalpin, teils ausgesetzt und erfordern Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gute Kondition. Solche Gipfelziele solltest du nur mit alpiner Erfahrung und guter Vorbereitung angehen.
Es gibt aber auch in den Tauern viele mittelschwere Touren, etwa zu Karseen oder Schutzhütten, die für geübte Wanderer gut machbar sind. Wichtig ist, deine Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und Wetter sowie Verhältnisse zu prüfen. Im Zweifel wählst du eine der zahlreichen einfacheren Alternativen – die Landschaft ist überall grandios.
Was macht den Lungau als Sternenregion besonders?
Der Lungau verfügt über außergewöhnlich klare, trockene Luft und vergleichsweise wenig Lichtverschmutzung. Das macht die Nächte hier ideal für die Sternenbeobachtung – die Milchstраße ist bei klarem Himmel mit bloßem Auge deutlich zu sehen. Diese Kombination ist in Mitteleuropa selten geworden.
Mehrere Unterkünfte und Almen bieten geführte Sternenabende mit Teleskopen an, bei denen dir die Geheimnisse des Nachthimmels erklärt werden. Selbst ohne Ausrüstung lohnt es sich, an einem klaren Abend einfach die Decke auf einer Wiese auszubreiten und nach oben zu schauen. Es ist ein Erlebnis, das viele Besucher als Höhepunkt ihres Aufenthalts beschreiben.
Kann man im Lungau mehrtägige Wanderungen unternehmen?
Ja, die Region ist hervorragend für Weitwanderungen und Hüttentouren geeignet. Der Tauernhöhenweg führt durch die Niederen Tauern und bietet spektakuläre mehrtägige Etappen von Hütte zu Hütte. Auch im Bereich der Nockberge lassen sich mehrere Tage am Stück verbringen, ohne dass es langweilig wird.
Für Mehrtagestouren solltest du deine Übernachtungen auf den Schutzhütten vorab reservieren, besonders in der Hauptsaison. Plane deine Etappen realistisch, informiere dich über Wasserstellen und Einkehrmöglichkeiten und trage nur das Nötigste. Die Belohnung ist ein intensives Bergerlebnis, bei dem du dem Alltag Kilometer um Kilometer entkommst.
Gibt es auch Angebote für Regentage?
Natürlich, auch wenn das Wetter mal nicht mitspielt, wird es im Lungau nicht langweilig. Die mittelalterliche Burg Mauterndorf mit ihrem interaktiven Rundgang ist ein beliebtes Schlechtwetterziel. Auch das Bergbaumuseum in Ramingstein oder ein Besuch in Tamsweg mit seiner sehenswerten Wallfahrtskirche St. Leonhard bieten kulturelle Abwechslung.
Für Familien gibt es Erlebnisbäder und in manchen Orten Indoor-Angebote. Und manchmal hat ein Regentag auch etwas Gutes: Einfach in eine Almhütte einkehren, sich einen warmen Eachtling-Schmarrn gönnen und dem Regen zusehen, hat seinen ganz eigenen Charme. Der nächste Sonnentag kommt bestimmt.