Schroffe Kalkgebirgskette
Lechtaler Alpen: Wandern zwischen wilden Graten, stillen Tälern und dem letzten Wildfluss
Wandern in den Lechtaler Alpen
Es gibt Berge, die brüllen um Aufmerksamkeit – und dann gibt es die Lechtaler Alpen. Dieser wildromantische Gebirgszug in Tirol macht kein großes Aufheben um sich, und genau das ist sein Geheimnis. Zwischen dem türkisblauen Lech, dem letzten wilden Wildfluss der Nordalpen, und einer Kette schroffer Kalkgipfel liegt eine Wanderwelt, die noch echtes Abenteuer verspricht.
Hier ziehst du über blumenübersäte Almwiesen, folgst schmalen Steigen zu einsamen Scharten und stehst irgendwann oben, wo der Wind über die Grate pfeift und der Blick bis zu den Gletschern der Zentralalpen reicht. Die Lechtaler Alpen sind das größte zusammenhängende Gebirge der Nördlichen Kalkalpen – und doch fühlt es sich an vielen Stellen an, als hätte man den ganzen Berg für sich allein.
Die Region rund um Elmen, Bach, Holzgau und Steeg lebt vom Rhythmus der Jahreszeiten. Im Frühsommer explodieren die Wiesen in einem Meer aus Trollblumen und Enzian, im Herbst leuchten die Lärchen golden über den Talböden. Dazwischen laden urige Hütten zu einer deftigen Brotzeit ein, während drüben am Hang vielleicht eine Gämse den Grat entlangzieht.
Ob gemütliche Talwanderung entlang des Lechwegs oder anspruchsvolle Höhentour über den legendären Lechtaler Höhenweg – hier findet jeder seinen Weg. Und wer einmal auf einer Hütte den Sonnenuntergang über den Gipfeln erlebt hat, der versteht, warum so viele Wanderer immer wieder zurückkommen. Die Lechtaler Alpen sind keine Region für schnelle Fotos und noch schnellere Abreise. Sie sind zum Verweilen gemacht, zum tiefen Durchatmen, zum Wiederfinden dessen, was man in der Hektik des Alltags oft verliert.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
bis 3.036 m (Parseierspitze)
Geländecharakter
Almwege, Bergpfade, versicherte Steige
Infrastruktur
Gut ausgebaut, viele Schutzhütten
Beste Reisezeit
Mitte Juni bis Anfang Oktober
Natur, Kultur und Geheimtipps rund um das Lechtal
Der Lech – Europas letzter Wildfluss
Der Lech ist das pulsierende Herz der Region und ein echtes Naturwunder. Als einer der letzten frei fließenden Wildflüsse der Nordalpen mäandert er ungezähmt durch das Tal, formt Schotterbänke, Auwälder und stille Buchten, in denen das Wasser in unfassbarem Türkis leuchtet. Wo andernorts Staumauern und Kraftwerke den Flusslauf gefesselt haben, darf der Lech hier noch tun, was er will – und das prägt die gesamte Landschaft.
Der Naturpark Tiroler Lech schützt dieses seltene Ökosystem, in dem seltene Arten wie die Deutsche Tamariske, der Flussuferläufer oder die Äsche zuhause sind. Wanderer erleben den Fluss besonders eindrucksvoll auf dem Lechweg, der über 125 Kilometer von der Quelle am Formarinsee bis nach Füssen führt. Wusstest du schon? Der Lech transportiert bei Hochwasser tonnenweise Geröll aus den Bergen ins Tal – ein natürlicher Prozess, der die einzigartige Flusslandschaft immer wieder neu gestaltet.
Urige Dörfer und gelebte Tradition
Die Orte im Lechtal – Elmen, Häselgehr, Bach, Holzgau oder Steeg – haben sich ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. Alte Bauernhäuser mit verzierten Fassaden, kleine Kapellen und der Duft von frisch gemähtem Heu erzählen von einem Leben im Einklang mit den Bergen. Besonders sehenswert ist das Dorf Holzgau mit seinen kunstvoll bemalten Häuserfassaden, den sogenannten Lüftlmalereien, die von einer wohlhabenden Handelsvergangenheit zeugen.
Die Menschen hier sind bodenständig, herzlich und stolz auf ihre Heimat. Auf den Almen wird noch echte Handarbeit geleistet, im Sommer treiben die Bauern ihr Vieh auf die Hochweiden. Wer das Glück hat, zur richtigen Zeit da zu sein, erlebt den Almabtrieb im Herbst – wenn die geschmückten Kühe unter Glockengeläut ins Tal ziehen und das ganze Dorf feiert.
Kulinarik zwischen Alm und Wirtshaus
Nach einer langen Tour schmeckt es einfach besser – und im Lechtal kannst du dich darauf verlassen, dass die Küche kräftig und ehrlich ist. Auf den Hütten warten Klassiker wie Kaspressknödel, Tiroler Gröstl oder ein deftiger Speckteller mit selbstgebackenem Bauernbrot. Dazu ein kühles Radler oder ein frisch aufgebrühter Almkaffee, und die Welt ist wieder in Ordnung.
Regionale Produkte spielen eine große Rolle: Almkäse, der über Wochen in kühlen Kellern reift, Butter aus der Sennerei und Kräuter, die direkt von den Bergwiesen stammen. Ein Geheimtipp für Genießer ist die Wildkräuterküche, die in einigen Betrieben gepflegt wird – Suppen, Aufstriche und Salate aus dem, was die Natur direkt vor der Haustür bietet.
Geheimtipp: Die Hängebrücke von Holzgau
Wer keine Höhenangst hat, sollte unbedingt die Holzgauer Hängebrücke überqueren. Mit rund 200 Metern Länge und über 100 Metern Höhe ist sie eine der längsten Fußgänger-Hängebrücken Österreichs und schwingt bei jedem Schritt sanft im Wind. Der Blick hinunter in die Höhenbachtal-Schlucht ist ein echtes Highlight – und ein perfekter Adrenalinkick für zwischendurch.
Die Brücke ist auch für Familien ein Erlebnis und lässt sich wunderbar mit einer Wanderung zum Simmswasserfall verbinden. Wusstest du schon? Die Konstruktion wurde nach dem Vorbild historischer nepalesischer Hängebrücken gebaut und ist so stabil, dass sie problemlos Sturmböen standhält.
Warum die Lechtaler Alpen ein Wanderparadies sind
Ein Gebirge für echte Genusswanderer und Gipfelstürmer
Die Lechtaler Alpen sind ein Paradies für Wanderer, die Abwechslung suchen. Vom sanften Talweg entlang des Lechs bis zur hochalpinen Gratüberschreitung ist hier alles vertreten. Was die Region so besonders macht, ist die enorme Bandbreite: Familien finden ebenso ihre Wege wie ambitionierte Bergsteiger, die sich am spektakulären Lechtaler Höhenweg versuchen.
Anders als in vielen überlaufenen Alpenregionen findest du hier noch die ganz großen Momente der Einsamkeit. Auf vielen Steigen bist du stundenlang unterwegs, ohne einer Menschenseele zu begegnen – nur du, der Wind und vielleicht ein neugieriges Murmeltier. Das macht das Wandern hier zu einer besonders intensiven Erfahrung, bei der die Natur wirklich im Mittelpunkt steht.
Der Lechtaler Höhenweg – ein Klassiker der Alpen
Wer mehrtägige Weitwanderungen liebt, kommt am Lechtaler Höhenweg nicht vorbei. Diese hochalpine Route verläuft über zahlreiche Hütten und verbindet die schönsten Gipfel und Scharten des Gebirges. Es ist eine Tour für erfahrene Bergwanderer, die Trittsicherheit und Kondition mitbringen – belohnt wird man mit einer der eindrucksvollsten Höhenrouten der Nordalpen.
Die Etappen führen durch eine karge, faszinierende Kalklandschaft, vorbei an Bergseen und über Grate, von denen aus sich das ganze Panorama der Zentralalpen öffnet. Übernachtet wird auf urigen Schutzhütten, wo abends bei Kerzenlicht und Hüttenzauber Geschichten ausgetauscht werden. Es ist diese Mischung aus Anstrengung und Belohnung, die den Höhenweg zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.
Wege und Beschilderung – bestens organisiert
Das Wegenetz in den Lechtaler Alpen ist hervorragend gepflegt und durchgehend markiert. Von breiten Almwegen über schmale Bergpfade bis zu drahtseilversicherten Passagen findest du für jedes Können den passenden Untergrund. Die Beschilderung folgt dem österreichischen Standard mit Angabe der Gehzeiten und Schwierigkeitsgrade, sodass eine gute Orientierung gewährleistet ist.
Besonders für Einsteiger und Familien eignen sich die Talwanderungen und die niedriger gelegenen Almwege. Wer höher hinaus will, sollte auf gute Ausrüstung und stabiles Wetter achten – im hochalpinen Gelände kann sich die Situation schnell ändern. Ein Tipp: Frag im Zweifel bei den örtlichen Hüttenwirten oder in den Tourismusbüros nach den aktuellen Bedingungen, sie kennen ihre Berge am besten.
Aussichtspunkte, die im Gedächtnis bleiben
Die Lechtaler Alpen sind reich an spektakulären Panoramen. Der Formarinsee am Fuße der markanten Roten Wand gehört zu den schönsten Bergseen der Alpen und wurde nicht umsonst zum schönsten Platz Österreichs gewählt. Von den Gipfeln wie der Freispitze oder der Parseierspitze – dem höchsten Berg der Nördlichen Kalkalpen – reicht der Blick an klaren Tagen über hunderte Gipfel.
Doch auch abseits der großen Namen findest du unzählige Momente, die dich innehalten lassen: ein stiller Bergsee im Morgenlicht, ein Grat, über den die Wolken ziehen, oder einfach der Blick zurück ins Tal, wenn der Lech in der Sonne glitzert. Es sind diese Augenblicke, die dich immer wieder in die Lechtaler Alpen zurückziehen.
Unterkünfte und gemütliche Basislager in den Lechtaler Alpen
Die schönsten Wanderungen in den Lechtaler Alpen
Zum Formarinsee und zur Freiburger Hütte
Diese Wanderung startet am Formarinsee, der auf rund 1.870 Metern am Fuße der markanten Roten Wand liegt und regelmäßig zu den schönsten Plätzen Österreichs gewählt wird. Vom Parkplatz oder von der Bushaltestelle aus führt ein gut ausgebauter Weg zunächst am türkisblauen See entlang, dessen Wasserspiegel die imposante Felskulisse der Roten Wand reflektiert.
Von dort geht es sanft ansteigend zur Freiburger Hütte, die als perfekter Rastpunkt dient und mit einer herzhaften Tiroler Küche lockt. Wer möchte, kann die Tour ausdehnen und weiter Richtung Formaletsch oder zur Steinernen Stadt wandern, einer bizarren Karstlandschaft mit ausgewaschenen Kalkformationen.
Die Wanderung eignet sich hervorragend für Familien und Genusswanderer, da die Wege breit und gut markiert sind. Gleichzeitig ist die Kulisse so grandios, dass auch erfahrene Bergsteiger auf ihre Kosten kommen. Ein früher Start lohnt sich, um die Morgenstimmung am See in Ruhe zu genießen.
Holzgauer Hängebrücke und Simmswasserfall
Diese abwechslungsreiche Rundtour beginnt im Dorf Holzgau und führt zunächst hinauf zur spektakulären Holzgauer Hängebrücke. Mit rund 200 Metern Länge und über 100 Metern Höhe spannt sich das schwingende Bauwerk über die Höhenbachtal-Schlucht und sorgt für einen ordentlichen Adrenalinkick – der Blick in die Tiefe ist nichts für schwache Nerven.
Nach der Brücke folgst du dem Weg ins Höhenbachtal, wo der beeindruckende Simmswasserfall über die Felsen in die Tiefe stürzt. Das tosende Wasser und die feine Gischt sorgen an heißen Sommertagen für willkommene Abkühlung. Der gut angelegte Steig führt teils durch schattigen Wald und teils über offene Wiesen.
Die Tour ist mittelschwer und dank der guten Wege auch für geübte Familien mit älteren Kindern geeignet. Rückweg und Einkehrmöglichkeiten in Holzgau runden den Tag perfekt ab. Die Lüftlmalereien an den historischen Häusern des Dorfes sind ein schöner Abschluss.
Etappe des Lechwegs von Steeg nach Holzgau
Der Lechweg gilt als einer der schönsten Weitwanderwege der Alpen, und diese Etappe zwischen Steeg und Holzgau zeigt eindrucksvoll, warum. Der Weg begleitet den wilden Lech auf seinem ungezähmten Lauf durch das Tal, vorbei an Schotterbänken, Auwäldern und stillen Flussbuchten mit türkisblauem Wasser.
Immer wieder eröffnen sich Ausblicke auf die umliegenden Gipfel der Lechtaler Alpen, während der Fluss neben dir rauscht. Unterwegs passierst du kleine Weiler und urige Gasthöfe, in denen du eine Pause einlegen und regionale Spezialitäten probieren kannst. Der Weg ist überwiegend flach und gut begehbar.
Diese Etappe eignet sich ideal für alle, die die Kraft und Schönheit des letzten Wildflusses der Nordalpen ohne große Höhenmeter erleben möchten. Familien, Genusswanderer und Naturliebhaber kommen hier gleichermaßen auf ihre Kosten. Wer mag, kann die Tour mit weiteren Lechweg-Etappen zu einer Mehrtagestour verbinden.
Anspruchsvolle Etappe auf dem Lechtaler Höhenweg
Für erfahrene Bergwanderer ist der Lechtaler Höhenweg das absolute Sahnestück der Region. Eine besonders lohnende Etappe führt von der Ansbacher Hütte über die Kridlonscharte in Richtung der Memminger Hütte. Der hochalpine Steig verläuft durch karges Kalkgelände, über Grate und durch stille Kare.
Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier Pflicht, da einige Passagen mit Drahtseilen versichert sind und über steiles Gelände führen. Belohnt wirst du mit einem grandiosen Panorama, das an klaren Tagen bis zu den Gletschern der Zentralalpen reicht. Murmeltiere und Gämsen sind hier keine Seltenheit.
Die Übernachtung auf den bewirtschafteten Schutzhütten ist ein Erlebnis für sich – abends bei Kerzenlicht und deftigem Hüttenessen entsteht schnell eine besondere Gemeinschaft unter Gleichgesinnten. Diese Tour ist etwas für konditionsstarke Bergsteiger, die die Einsamkeit und Wildheit der Hochlagen suchen.
Zur Memminger Hütte und dem Seewisee
Diese Bergtour startet im Ortsteil Bach und führt durch das idyllische Madautal hinauf zur Memminger Hütte auf rund 2.240 Metern. Der Weg verläuft zunächst gemächlich durch das Tal, bevor er in Serpentinen an Höhe gewinnt und schließlich die hochalpine Hüttenregion erreicht.
Direkt bei der Hütte liegen die Seewiseen, kristallklare Bergseen, die sich perfekt für eine erholsame Rast eignen. Der Anblick der spiegelglatten Wasserflächen vor der Kulisse der schroffen Gipfel ist ein wahrer Balsam für die Seele. Wer noch Kraft hat, kann von hier aus weitere Gipfel oder Scharten in Angriff nehmen.
Die Tour ist konditionell fordernd, aber technisch überwiegend unproblematisch und damit ein guter Einstieg in die hochalpine Welt der Lechtaler Alpen. Eine Übernachtung auf der Memminger Hütte lohnt sich, um den Sonnenuntergang und die Stille der Berge in vollen Zügen zu genießen.
Häufige Fragen
Sind die Lechtaler Alpen zum Wandern mit Kindern geeignet?
Ja, die Lechtaler Alpen bieten viele familienfreundliche Wanderungen, besonders in den Talregionen und entlang des Lechwegs. Die Etappen am Fluss sind überwiegend flach, gut begehbar und bieten unterwegs immer wieder Möglichkeiten zum Rasten und Spielen am Wasser.
Auch Touren wie zur Holzgauer Hängebrücke oder zum Simmswasserfall begeistern Kinder mit ihren spektakulären Erlebnissen. Für kleinere Kinder eignen sich die Almwanderungen mit Einkehrmöglichkeiten besonders gut, da die Motivation durch eine warme Mahlzeit und vielleicht ein paar Kühe oder Ziegen auf der Alm hochgehalten wird. Hochalpine Touren wie der Lechtaler Höhenweg sind hingegen nichts für kleine Kinder und sollten erfahrenen Wanderern vorbehalten bleiben.
Kann ich mit meinem Hund in den Lechtaler Alpen wandern?
Grundsätzlich sind Hunde auf den meisten Wanderwegen der Lechtaler Alpen willkommen, sofern sie gut erzogen und an der Leine geführt werden. Gerade im Naturpark Tiroler Lech ist Rücksicht auf die sensible Tier- und Pflanzenwelt geboten, da hier seltene Arten wie bodenbrütende Vögel leben.
Besondere Vorsicht ist auf Almen mit Weidevieh angebracht: Kühe reagieren empfindlich auf Hunde, weshalb du diese Bereiche mit angeleintem Hund ruhig und zügig durchqueren solltest. Auf hochalpinen, drahtseilversicherten Steigen ist Vorsicht geboten, da diese für Hunde gefährlich sein können. Viele Hütten erlauben Hunde, es empfiehlt sich aber, vorher anzurufen und nachzufragen.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern in den Lechtaler Alpen?
Die Hauptwandersaison in den Lechtaler Alpen erstreckt sich von Mitte Juni bis Anfang Oktober. In dieser Zeit sind die meisten Hütten bewirtschaftet und die hochalpinen Wege schneefrei und gut begehbar. Der Frühsommer besticht durch blühende Bergwiesen, während der Herbst mit goldenen Lärchen und klarer Fernsicht lockt.
Im Hochsommer sind die Talwanderungen entlang des Lechs besonders angenehm, da der Fluss für Abkühlung sorgt. Für hochalpine Touren solltest du bis in den Juli warten, da in schattigen Nordlagen und Scharten oft lange Schneefelder liegen. Im Frühjahr und Spätherbst kann es in den Höhenlagen bereits winterliche Verhältnisse geben, daher ist eine gute Wetterbeobachtung wichtig.
Welche Ausrüstung brauche ich für Touren in den Lechtaler Alpen?
Für einfache Talwanderungen genügen feste Wanderschuhe, wetterfeste Kleidung und ausreichend Verpflegung sowie Wasser. Sobald du jedoch in höhere Lagen aufsteigst, ist eine solidere Ausrüstung Pflicht: knöchelhohe Bergschuhe mit gutem Profil, Regen- und Windschutz sowie warme Kleidung, da es oben deutlich kühler werden kann.
Für hochalpine Touren wie den Lechtaler Höhenweg empfehlen sich zusätzlich Wanderstöcke, ein Erste-Hilfe-Set, Sonnenschutz und eventuell ein Helm für exponierte Passagen. Eine Karte oder GPS-App ist immer sinnvoll, da nicht überall Handyempfang besteht. Plane deine Verpflegung großzügig, auch wenn viele Hütten unterwegs Einkehr bieten.
Wie schwierig ist der Lechtaler Höhenweg?
Der Lechtaler Höhenweg ist eine anspruchsvolle, hochalpine Weitwanderung und richtet sich an erfahrene Bergwanderer. Die Route führt über Grate, durch steile Kare und über drahtseilversicherte Passagen, weshalb Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine gute Kondition unbedingt erforderlich sind.
Die einzelnen Etappen sind teils lang und beinhalten erhebliche Höhenmeter, sodass eine gute körperliche Verfassung Voraussetzung ist. Wer sich unsicher ist, sollte zunächst mit einzelnen Etappen beginnen oder einen Bergführer engagieren. Die Belohnung ist jedoch enorm: Der Höhenweg zählt zu den eindrucksvollsten Routen der Nordalpen und bietet ein Naturerlebnis der besonderen Art.
Muss ich Hüttenübernachtungen im Voraus reservieren?
Ja, gerade in der Hauptsaison von Juli bis September ist eine frühzeitige Reservierung der Hüttenübernachtungen dringend zu empfehlen. Beliebte Schutzhütten wie die Memminger Hütte oder die Ansbacher Hütte sind oft schon Wochen im Voraus ausgebucht, besonders an Wochenenden.
Die meisten Hütten bieten mittlerweile Online-Buchungssysteme oder sind telefonisch erreichbar. Wenn du eine Mehrtagestour planst, solltest du die gesamte Route im Vorfeld durchbuchen. Denk auch daran, im Falle einer Absage rechtzeitig Bescheid zu geben, damit dein Platz an andere Wanderer vergeben werden kann. Mitglieder des Alpenvereins profitieren zudem von vergünstigten Übernachtungspreisen.
Wie erreiche ich die Lechtaler Alpen mit öffentlichen Verkehrsmitteln?
Die Lechtaler Alpen sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Über Reutte oder Landeck kommst du mit der Bahn in die Region, von dort verkehren regelmäßige Buslinien ins Lechtal zu den Orten Elmen, Bach, Holzgau und Steeg. Der Lechtaler Wanderbus verbindet in der Saison viele Ausgangspunkte für Wanderungen.
Besonders praktisch ist das für Weitwanderer, die nicht zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehren müssen, sondern bequem mit dem Bus zurückfahren können. Es lohnt sich, vorab die Fahrpläne zu prüfen, da die Busse teils nur saisonal und in bestimmten Intervallen fahren. Mit Gästekarten der Region sind viele Verbindungen oft sogar kostenlos nutzbar.
Gibt es geführte Wanderungen in der Region?
Ja, in den Lechtaler Alpen werden zahlreiche geführte Wanderungen angeboten, von gemütlichen Themenwanderungen bis zu anspruchsvollen Gipfeltouren. Zertifizierte Berg- und Wanderführer kennen die schönsten Routen, die aktuellen Verhältnisse und wissen spannende Details zur Natur und Kultur der Region zu erzählen.
Gerade für Einsteiger in die hochalpine Welt oder für alle, die sich in unbekanntem Gelände sicherer fühlen möchten, sind geführte Touren eine hervorragende Wahl. Viele Unterkünfte und Tourismusbüros vermitteln entsprechende Angebote. Auch der Naturpark Tiroler Lech bietet geführte Exkursionen an, bei denen du die einzigartige Flusslandschaft und ihre Bewohner näher kennenlernst.
Sind die Wanderwege gut markiert?
Die Wanderwege in den Lechtaler Alpen sind durchgehend gut markiert und folgen dem österreichischen Standard. An Wegkreuzungen findest du gelbe Schilder mit Zielangaben und Gehzeiten, während die Wege selbst mit rot-weiß-roten Markierungen an Steinen und Bäumen gekennzeichnet sind.
Die Schwierigkeitsgrade werden durch die Farben der Markierungen angezeigt: Blau steht für leichte, Rot für mittelschwere und Schwarz für schwierige, alpine Wege. Trotz der guten Beschilderung solltest du immer eine Wanderkarte oder eine GPS-App dabeihaben, besonders im hochalpinen Gelände oder bei plötzlichem Nebel, der die Orientierung erschweren kann.
Kann man im Lech baden?
Grundsätzlich ist das Baden im Lech an vielen Stellen möglich, allerdings solltest du beachten, dass der Fluss ein Gebirgsfluss ist und das Wasser auch im Hochsommer sehr kalt bleibt. Zudem kann die Strömung stellenweise kräftig sein, weshalb Vorsicht geboten ist – besonders mit Kindern.
An ruhigeren Flussbuchten und Schotterbänken lässt sich das kühle Nass wunderbar für eine erfrischende Abkühlung der Füße nutzen. Da der Lech im Naturpark Tiroler Lech geschützt ist, solltest du Rücksicht auf die sensible Natur nehmen und dich in ausgewiesenen Bereichen aufhalten. Das türkisblaue Wasser lädt allemal zum Verweilen und Genießen ein.
Wie viele Höhenmeter sollte ich pro Tag einplanen?
Das hängt stark von deiner Kondition und Erfahrung ab. Für gemütliche Talwanderungen entlang des Lechs kommst du mit wenigen Höhenmetern aus, während hochalpine Etappen des Lechtaler Höhenwegs schnell 800 bis 1.200 Höhenmeter im Aufstieg erfordern können.
Als Faustregel gilt, dass ein durchschnittlich trainierter Wanderer etwa 300 bis 400 Höhenmeter pro Stunde im Aufstieg schafft. Plane immer großzügige Pausen ein und berücksichtige auch den Abstieg, der die Beine zusätzlich fordert. Bei mehrtägigen Touren solltest du deine Tagesetappen so wählen, dass genug Reserven für unvorhergesehene Situationen und das Genießen der Landschaft bleiben.
Was ist der höchste Berg der Lechtaler Alpen?
Der höchste Gipfel der Lechtaler Alpen ist die Parseierspitze mit 3.036 Metern. Sie ist zugleich der höchste Berg der gesamten Nördlichen Kalkalpen und damit ein echtes Prestigeziel für ambitionierte Bergsteiger. Die Besteigung ist anspruchsvoll und erfordert alpine Erfahrung, Trittsicherheit und eine gute Kondition.
Der Gipfel wird meist von der Augsburger Hütte aus angegangen und beinhaltet ausgesetzte, teils versicherte Kletterpassagen. Für weniger erfahrene Bergsteiger empfiehlt sich die Begleitung durch einen Bergführer. Vom Gipfel aus genießt man an klaren Tagen eine überwältigende Rundumsicht über die Lechtaler Alpen und die umliegenden Gebirgsgruppen bis hin zu den Gletschern der Zentralalpen.