Wandern in den Kitzbüheler Alpen: Grasberge, Gipfelglück und Almenzauber
Wandern • Kitzbüheler Alpen

Wandern in den Kitzbüheler Alpen: Grasberge, Gipfelglück und Almenzauber

Weiche Grasberge, klingende Almen und ein Blick, der bis zum Wilden Kaiser reicht – hier wird jeder Schritt zum Genuss.

Wandern in den Kitzbüheler Alpen

Sanfte, grasbewachsene Rücken, blühende Almwiesen und ein Panorama, das bis zu den schroffen Kalkkolossen der Loferer Steinberge und den Gletschern der Hohen Tauern reicht: Die Kitzbüheler Alpen sind ein Wanderrevier, das dich mit einer besonderen Sanftheit empfängt. Anders als die zackigen Dolomiten oder die felsigen Zentralalpen zeigen sich diese Berge weich, rund und einladend – wie riesige grüne Wellen, über die sich Wanderwege wie feine Fäden ziehen.

Rund um Kitzbühel, Kirchberg, St. Johann in Tirol, Brixen im Thale und die Hohe Salve wartet ein Netz aus über tausend Kilometern markierter Wege. Hier findest du alles: den gemütlichen Almspaziergang mit Kaiserschmarrn-Belohnung, die aussichtsreiche Höhenwanderung über blumenbunte Grate und die kernige Gipfeltour, bei der die Waden ordentlich glühen. Das Schöne daran: Fast überall bringen dich moderne Bergbahnen bequem nach oben, sodass du dir die Höhenmeter nach Lust und Laune einteilen kannst.

Was diese Region so unverwechselbar macht, ist die Mischung aus Postkarten-Alpenkulisse und echter Tiroler Gemütlichkeit. Über dir kreisen Steinadler, unter dir läuten die Kuhglocken, und irgendwo duftet es nach frisch gebackenem Brot aus dem Almstüberl. Der berühmte Wilde Kaiser grüßt am Horizont, während du über weiche Wiesenkämme wanderst und dich fragst, warum es hier eigentlich so still und friedlich sein kann.

Ob du als Familie mit Kindern die Erlebniswege erkundest, als Genusswanderer von Hütte zu Hütte schlenderst oder als ambitionierter Bergsteiger die höchsten Gipfel ins Visier nimmst – die Kitzbüheler Alpen halten für jeden das passende Abenteuer bereit. Und am Ende des Tages? Da wartet ein kühles Getränk auf einer Sonnenterrasse mit Blick auf ein Bergpanorama, das man so schnell nicht vergisst.

Topografie & Landschaft

Sanfte Grasberge und Almen

Höhenlage

bis 2.363 m (Kreuzjoch)

Geländecharakter

Grasrücken, Almwege, Steige

Infrastruktur

Bergbahnen, Almen, gute Markierung

Beste Reisezeit

Juni bis Oktober

Navigation

Was die Kitzbüheler Alpen so besonders macht

Die grünen Grasberge – ein Alpenparadies der sanften Art

Die Kitzbüheler Alpen tragen ihren Charakter offen zur Schau: Statt schroffer Felswände dominieren hier weite, grasbewachsene Bergrücken, die im Frühsommer in einem Meer aus Alpenblumen versinken. Diese sogenannten Grauwackenzone-Berge sind geologisch weicher als ihre Kalk-Nachbarn und deshalb bis weit nach oben begrünt. Für Wanderer ist das ein Glücksfall, denn die Wege führen fast durchgehend über weiche, angenehme Untergründe.

Wer im Juni oder Juli unterwegs ist, erlebt eine Blütenpracht, die ihresgleichen sucht: Enzian, Arnika, Alpenrosen und Trollblumen färben die Hänge. Zwischendurch tauchen die klassischen Tiroler Almhütten auf, oft schon seit Generationen in Familienhand. Es ist diese Kombination aus Weite, Farbe und Ruhe, die die Region so besonders macht.

Kitzbühel – zwischen Gamsstadt-Glamour und Bergbauern-Tradition

Kitzbühel ist weit über die Grenzen Tirols hinaus bekannt – nicht zuletzt wegen des legendären Hahnenkamm-Rennens am berüchtigten Streif-Hang. Doch abseits des winterlichen Trubels zeigt sich die "Gamsstadt" im Sommer von ihrer entspannten Seite. Die mittelalterliche Altstadt mit ihren bunten Bürgerhäusern lädt zum Bummeln ein, während rundherum die Berge zum Wandern rufen.

Besonders reizvoll ist der Kontrast: Hier der mondäne Ort mit feinen Boutiquen und Haubenrestaurants, dort die urigen Almen, auf denen noch echte Bergbauernkultur gelebt wird. Wer aufmerksam wandert, entdeckt jahrhundertealte Bergmähder, alte Bergbaustollen und stille Kapellen am Wegrand.

Kulinarik – von der Almjause bis zur Haubenküche

Wandern macht hungrig, und die Kitzbüheler Alpen wissen das. Auf den bewirtschafteten Almen bekommst du deftige Tiroler Klassiker: Kaspressknödel in klarer Brühe, Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster, hausgemachten Speck und frische Buttermilch direkt vom Bauern. Viele Almen verarbeiten die Milch ihrer eigenen Kühe zu würzigem Bergkäse.

Im Tal wartet eine erstaunlich hochkarätige Gastronomie – Kitzbühel und Umgebung zählen zu den kulinarischen Hotspots Tirols. Nach einer langen Tour ein mehrgängiges Menü genießen und dabei auf die Berge blicken, über die man gerade gewandert ist: Das gehört hier einfach dazu.

Wusstest du schon?

Der Schwarzsee bei Kitzbühel gehört zu den wärmsten Badeseen der Alpen – im Hochsommer erreicht sein Moorwasser über 20 Grad. Nach einer heißen Wanderung ist ein Sprung hinein die perfekte Erfrischung. Das dunkle Moorwasser gilt zudem als heilsam für Haut und Gelenke.

Und noch ein Geheimtipp: Die Region rund um die Kitzbüheler Alpen ist eines der wenigen Gebiete Österreichs, in denen sich Steinadler wieder erfolgreich angesiedelt haben. Mit etwas Glück und einem Blick nach oben siehst du die majestätischen Vögel bei ihrem Segelflug über die Kämme kreisen.

Warum Wandern in den Kitzbüheler Alpen ein Genuss ist

Wandern für jeden Anspruch – von der Familie bis zum Gipfelstürmer

Was die Kitzbüheler Alpen für Wanderer so attraktiv macht, ist ihre enorme Bandbreite. Die sanften Grasberge sind weniger einschüchternd als schroffe Felsgipfel und laden auch weniger Geübte dazu ein, hoch hinaus zu steigen. Gleichzeitig gibt es genügend anspruchsvolle Touren mit langen Gratüberschreitungen und stolzen Höhenmetern für erfahrene Bergsteiger.

Familien profitieren von den zahlreichen Themen- und Erlebniswegen sowie von den bequemen Bergbahnen, die den Aufstieg abkürzen. Die Kinder toben über Almwiesen, streicheln Kälber und suchen an Stationen nach kleinen Rätseln – währenddessen genießen die Eltern das Panorama.

Aussichten, die im Gedächtnis bleiben

Wer auf den Höhenwegen der Kitzbüheler Alpen unterwegs ist, wird mit einem der schönsten Rundblicke der Ostalpen belohnt. Nach Norden ragt der markante Wilde Kaiser mit seinen bizarren Felszacken empor, im Süden glitzern die vergletscherten Gipfel der Hohen Tauern mit dem Großvenediger und dem Großglockner. Dazwischen liegen unzählige grüne Kämme, die sich bis zum Horizont staffeln.

Besonders die Gipfel der Hohen Salve und des Kitzbüheler Horns gelten als Panorama-Balkone. Bei klarem Wetter kannst du angeblich über 70 Dreitausender zählen – Fernglas nicht vergessen!

Wegequalität und Beschilderung

Die Kitzbüheler Alpen sind hervorragend erschlossen. Über 1.000 Kilometer markierte Wanderwege ziehen sich durch die Region, alle einheitlich beschildert mit Zeitangaben und Schwierigkeitsstufen. Die Wege sind meist in bestem Zustand, gut gepflegt und regelmäßig gewartet.

Die weichen Grasuntergründe schonen die Gelenke, während gut angelegte Steige auch die steileren Passagen sicher machen. Zahlreiche bewirtschaftete Hütten sorgen dafür, dass du unterwegs nie lange ohne Rast und Verpflegung bist – ein echter Komfortfaktor beim Wandern.

Naturerlebnis und Ruhe

Trotz der guten Erschließung findest du in den Kitzbüheler Alpen erstaunlich viele stille Ecken. Abseits der bekannten Gipfelbahnen begegnest du oft stundenlang keiner Menschenseele, dafür aber Murmeltieren, Gämsen und – wenn du Glück hast – dem kreisenden Steinadler.

Die weiten Almflächen mit ihren blühenden Wiesen sind ein Fest für die Sinne. Das leise Läuten der Kuhglocken, das Rauschen der Bergbäche und der würzige Duft nach Almkräutern machen jede Wanderung zu einem Erlebnis, das weit über die reine Bewegung hinausgeht.

Wohlfühlhotels und gemütliche Unterkünfte in den Kitzbüheler Alpen

Die schönsten Wanderungen in den Kitzbüheler Alpen

Kitzbüheler Horn – Panoramagipfel über der Gamsstadt

Das Kitzbüheler Horn (1.996 m) ist der Hausberg von Kitzbühel und einer der lohnendsten Aussichtsgipfel der Region. Startpunkt ist die Bergstation der Hornbahn oder – für die sportliche Variante – der Fußweg vom Tal. Von der Bergstation führt ein gut ausgebauter Weg über den Rücken zum Gipfelkreuz, vorbei am markanten Sendeturm.

Oben angekommen, breitet sich ein grandioses Rundpanorama aus: Der Wilde Kaiser im Norden, die Loferer Steinberge, die Hohen Tauern mit Großvenediger und Großglockner im Süden. Ein Panoramarundweg mit Schautafeln erklärt die einzelnen Gipfel. Ein besonderes Highlight ist der Alpenblumengarten am Kitzbüheler Horn, in dem über 400 heimische Pflanzenarten gedeihen.

Die Tour eignet sich hervorragend für Familien und Genusswanderer, die den Aufstieg mit der Bahn abkürzen. Wer die kompletten Höhenmeter aus dem Tal geht, sollte gut trainiert sein und etwa vier Stunden für den Aufstieg einplanen.

Hohe Salve – Rundum-Panorama vom Wallfahrtsgipfel

Die Hohe Salve (1.829 m) gilt als einer der schönsten Aussichtsberge der Kitzbüheler Alpen und wird nicht umsonst als "Rigi Tirols" bezeichnet. Von Hopfgarten oder Söll bringt dich die Gondelbahn bequem in Gipfelnähe, von wo aus ein kurzer Fußweg zur kleinen Bergkirche und zum Gipfelkreuz führt.

Von oben genießt du einen fantastischen 360-Grad-Rundblick über mehr als 70 Gipfel – vom Wilden Kaiser bis zu den vergletscherten Dreitausendern der Hohen Tauern. Das Panorama-Restaurant mit Drehterrasse ist eine kleine Attraktion für sich. Die kleine Wallfahrtskapelle auf dem Gipfel gehört zu den höchstgelegenen Kirchen Österreichs.

Wer lieber komplett zu Fuß unterwegs ist, wandert von Hopfgarten über die Rigi-Alm und die Salvenmoos-Almen zum Gipfel. Die Tour ist ideal für Genießer und Familien, die Kultur, Panorama und gemütliche Almeinkehr verbinden möchten.

Gaisberg-Runde und Wildpark bei Aurach

Diese abwechslungsreiche Rundwanderung startet im Talort Aurach bei Kitzbühel und führt über sanfte Almwege hinauf in die Höhe. Der Weg schlängelt sich durch Wälder und über offene Wiesenhänge, immer wieder eröffnen sich Ausblicke auf die umliegenden Grasberge.

Ein besonderes Highlight für Familien ist der Wildpark Aurach am Fuße der Tour, wo Rehe, Hirsche, Gämsen, Steinböcke und Murmeltiere in weitläufigen Gehegen leben. Kinder lieben die Fütterungen und Streichelmöglichkeiten. Der Rundweg selbst ist gut markiert und lässt sich in seiner Länge flexibel gestalten.

Die Tour eignet sich perfekt für einen entspannten Wandertag mit der ganzen Familie. Unterwegs laden mehrere Almen zur Einkehr ein, wo frische Milchprodukte und deftige Tiroler Spezialitäten serviert werden. Ein rundum gelungenes Erlebnis, das Natur, Tierbeobachtung und Genuss vereint.

Gratwanderung Kitzbüheler Horn zur Bichlalm

Diese anspruchsvollere Höhenwanderung verbindet das Kitzbüheler Horn mit den weiten Almflächen im Süden. Vom Gipfelbereich des Horns folgst du dem Kamm über den Kleinen Horngipfel Richtung Süden. Der Weg zieht sich über weiche Grasrücken mit ständigem Panoramablick auf beide Seiten.

Der Abstieg führt über aussichtsreiche Almböden zur Bichlalm, einem beliebten Ausflugsziel oberhalb von Kitzbühel. Unterwegs begegnest du grasenden Kühen, blühenden Bergwiesen und mit etwas Glück Murmeltieren, die in den steileren Hängen ihre Baue haben.

Die Tour verlangt eine gewisse Kondition und Trittsicherheit, belohnt aber mit Einsamkeit und ungestörtem Naturgenuss. Sie richtet sich an geübte Wanderer, die die klassischen Trampelpfade verlassen und die stille Seite der Kitzbüheler Alpen kennenlernen möchten. Rund fünf bis sechs Stunden solltest du für die gesamte Runde einplanen.

Rund um den Schwarzsee – Genussrunde am Moorsee

Der Schwarzsee bei Kitzbühel ist ein idyllischer Moorsee und einer der wärmsten Badeseen der Alpen. Diese leichte Rundwanderung führt in etwa einer Stunde einmal um den See herum und ist ideal für einen entspannten Nachmittag oder als Familienausflug.

Der Weg verläuft weitgehend eben durch Schilfgürtel, entlang von Uferpromenaden und über kleine Stege. Das dunkle Moorwasser spiegelt bei ruhigem Wetter die umliegenden Berge, allen voran den Wilden Kaiser im Hintergrund – ein beliebtes Fotomotiv.

Nach der gemütlichen Runde bietet sich ein Bad im heilsamen Moorwasser an, das sich im Sommer angenehm erwärmt. Rund um den See gibt es Liegewiesen, Restaurants und Cafés. Diese Tour ist die perfekte Ergänzung zu einer anstrengenderen Gipfelwanderung oder ein kompletter Ruhetag in schöner Natur, geeignet für alle Altersgruppen und auch mit Kinderwagen gut machbar.

Häufige Fragen

Sind die Kitzbüheler Alpen für Familien mit Kindern geeignet?

Absolut, die Kitzbüheler Alpen zählen zu den familienfreundlichsten Wanderregionen Tirols. Die sanften Grasberge sind deutlich weniger einschüchternd als schroffe Felsgipfel, und viele Wege lassen sich problemlos mit Kindern bewältigen.

Zahlreiche Bergbahnen kürzen die anstrengenden Aufstiege ab, sodass ihr direkt in die schönen Höhenlagen kommt. Erlebnis- und Themenwege mit Spielstationen, Tierbeobachtungen und Rätseln halten die Kleinen bei Laune. Der Wildpark Aurach mit seinen Gämsen, Steinböcken und Murmeltieren ist ein besonderes Highlight. Viele Almen bieten Streichelzoos und einfache Spielplätze. Plant Touren mit Kindern lieber etwas großzügiger und legt genügend Pausen mit Kaiserschmarrn-Belohnung ein.

Kann ich in den Kitzbüheler Alpen mit Hund wandern?

Ja, die Region ist sehr hundefreundlich und viele Wege eignen sich hervorragend für Touren mit dem Vierbeiner. Die meisten Wanderwege verlaufen über angenehme Untergründe, die auch für Hundepfoten schonend sind.

Wichtig ist allerdings, dass du auf den Almen Rücksicht auf Weidevieh nimmst. Halte deinen Hund in der Nähe von Kühen unbedingt an der kurzen Leine – besonders Mutterkühe können auf Hunde aggressiv reagieren. Falls es zu einer Konfrontation kommt, lasse den Hund im Notfall los, um dich selbst zu schützen. Wasser findest du an vielen Bergbächen und Brunnen. Viele Hütten begrüßen Hunde ausdrücklich, ein Napf steht dort oft schon bereit. Erkundige dich vorab, ob deine Wunschbahn Hunde in der Gondel mitnimmt.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern in den Kitzbüheler Alpen?

Die ideale Wandersaison reicht von Mitte Juni bis Anfang Oktober. Im Juni und Juli erlebst du die spektakuläre Blütenpracht auf den Almwiesen, wenn Enzian, Alpenrosen und Arnika die Hänge in ein Farbenmeer verwandeln.

Der Hochsommer im Juli und August bietet stabiles Wetter und warme Temperaturen, allerdings solltest du früh starten, da es nachmittags oft zu Gewittern kommt. Der September ist bei vielen Kennern der Favorit: klare Luft, weite Fernsicht, weniger Betrieb und angenehme Temperaturen. Im Oktober lockt der goldene Herbst mit bunten Wäldern. Beachte, dass viele Bergbahnen ihren Betrieb Anfang bis Mitte Oktober einstellen und die höheren Almen schließen.

Brauche ich für die Wanderungen eine besondere Ausrüstung?

Für die meisten Touren in den Kitzbüheler Alpen reicht eine solide Grundausstattung völlig aus. Feste Wanderschuhe mit gutem Profil sind das Wichtigste, da auch die weichen Grasberge nach Regen rutschig werden können.

Nimm immer eine Regenjacke und eine wärmende Schicht mit, denn das Bergwetter kann schnell umschlagen. Sonnenschutz, ausreichend Wasser und eine Wanderkarte oder App gehören ebenfalls ins Gepäck. Für die leichten Almwanderungen und Seerundwege genügt bequeme Kleidung. Wer die anspruchsvolleren Gratüberschreitungen plant, sollte zusätzlich Wanderstöcke und je nach Jahreszeit eine Mütze einpacken. Hochtechnische Ausrüstung wie Steigeisen brauchst du hier in der Regel nicht.

Wie schwierig sind die Wanderungen in den Kitzbüheler Alpen?

Die Region bietet Touren für jedes Niveau, von kinderleicht bis kräftezehrend. Dank der sanften Grasberge sind viele Gipfel auch für weniger Geübte erreichbar, ohne dass Kletterstellen oder ausgesetzte Passagen bewältigt werden müssen.

Leichte Touren wie die Schwarzsee-Runde oder die Almwanderungen rund um die Bergstationen sind auch für Anfänger und Familien gut machbar. Mittelschwere Höhenwanderungen wie der Aufstieg zum Kitzbüheler Horn erfordern eine gewisse Grundkondition. Für die langen Gratüberschreitungen und Gipfeltouren solltest du trittsicher und ausdauernd sein. Alle Wege sind einheitlich markiert und mit Schwierigkeitsangaben versehen, sodass du deine Tour gut nach deinem Können auswählen kannst.

Gibt es genügend Hütten und Einkehrmöglichkeiten unterwegs?

Die Kitzbüheler Alpen sind mit bewirtschafteten Almen und Hütten geradezu gespickt – Verhungern oder Verdursten ist hier praktisch unmöglich. Auf fast jeder Tour findest du mehrere Einkehrmöglichkeiten, oft in Abständen von nur ein bis zwei Gehstunden.

Auf den Almen erwarten dich klassische Tiroler Schmankerl: Kaspressknödel, Kaiserschmarrn, hausgemachter Speck, frische Buttermilch und würziger Bergkäse aus eigener Produktion. Viele Almen haben von Ende Mai bis Anfang Oktober geöffnet. Trotz der guten Versorgung solltest du immer etwas Wasser und einen kleinen Snack im Rucksack haben, falls eine Hütte einmal geschlossen hat oder du eine ruhigere Route wählst.

Wie komme ich am besten in die Kitzbüheler Alpen?

Die Region ist ausgezeichnet erreichbar. Mit dem Auto kommst du über die Inntalautobahn A12 und weiter über St. Johann in Tirol oder über die Loferer Straße bequem in die verschiedenen Talorte wie Kitzbühel, Kirchberg, Brixen im Thale oder Söll.

Auch mit der Bahn ist die Anreise unkompliziert: Kitzbühel und St. Johann in Tirol verfügen über eigene Bahnhöfe mit guten Verbindungen. Vor Ort erschließt ein dichtes Netz aus Wanderbussen und Bergbahnen die Region. Viele Unterkünfte bieten Gästekarten an, mit denen du die öffentlichen Verkehrsmittel und teils sogar die Bergbahnen kostenlos oder vergünstigt nutzen kannst. So kannst du dein Auto getrost stehen lassen.

Lohnt sich eine Mehrtageswanderung mit Hüttenübernachtung?

Auf jeden Fall! Die Kitzbüheler Alpen eignen sich hervorragend für mehrtägige Wanderungen von Hütte zu Hütte. Der bekannteste Weitwanderweg ist der KAT-Walk, der die Region in mehreren Etappen durchquert und atemberaubende Panoramen bietet.

Über mehrere Tage über die grünen Kämme zu wandern, morgens den Sonnenaufgang über den Bergen zu erleben und abends auf einer Hütte einzukehren, ist ein besonderes Erlebnis. Du solltest deine Übernachtungen in der Hauptsaison unbedingt vorab reservieren. Plane deine Etappen realistisch und informiere dich über die Öffnungszeiten der Hütten. Ein leichter, aber gut gepackter Rucksack macht das Vergnügen komplett.

Sind die Bergbahnen im Sommer in Betrieb?

Ja, zahlreiche Bergbahnen der Region sind auch im Sommer geöffnet und ein echter Komfortfaktor beim Wandern. Die Hahnenkammbahn, die Hornbahn in Kitzbühel, die Salvenbahn und viele weitere bringen dich bequem in die Höhe.

Die Sommersaison der Bahnen beginnt meist Ende Mai oder Anfang Juni und endet in der Regel Anfang bis Mitte Oktober. Mit den Bahnen kannst du dir die anstrengenden Aufstiege sparen und direkt die schönsten Höhenwege genießen, oder du gehst hinauf und lässt dich abwärts fahren. Prüfe vor deiner Tour die aktuellen Betriebszeiten, da diese je nach Wetter und Saison variieren können. Mit vielen Gästekarten fährst du günstiger.

Kann ich in den Kitzbüheler Alpen auch baden gehen?

Definitiv, nach einer schweißtreibenden Wanderung ist eine Abkühlung im See ein echtes Vergnügen. Der berühmteste Badesee ist der Schwarzsee bei Kitzbühel, ein Moorsee, der zu den wärmsten Badeseen der gesamten Alpen zählt.

Sein dunkles Moorwasser erwärmt sich im Hochsommer auf über 20 Grad und gilt als heilsam für Haut und Gelenke. Rund um den See gibt es Liegewiesen, ein Strandbad und gastronomische Angebote. Auch in weiteren kleineren Badeseen und Naturbadeteichen der Region kannst du dich erfrischen. Die Kombination aus einer Vormittagswanderung und einem entspannten Badenachmittag ist bei Familien besonders beliebt.

Welche Tour bietet die beste Aussicht?

Für das ultimative Panorama sind die Hohe Salve und das Kitzbüheler Horn die absoluten Klassiker. Die Hohe Salve wird als "Rigi Tirols" bezeichnet und bietet einen 360-Grad-Rundblick über mehr als 70 Gipfel.

Vom Wilden Kaiser im Norden über die Loferer Steinberge bis zu den vergletscherten Dreitausendern der Hohen Tauern mit Großvenediger und Großglockner – die Fernsicht ist bei klarem Wetter überwältigend. Das Kitzbüheler Horn steht dem in nichts nach und punktet zusätzlich mit einem Alpenblumengarten. Für das beste Erlebnis solltest du an einem klaren Tag mit guter Fernsicht aufbrechen, idealerweise am Vormittag oder im September, wenn die Luft besonders klar ist.

Muss ich mit Gewittern rechnen?

Ja, gerade im Hochsommer sind nachmittägliche Gewitter in den Bergen keine Seltenheit. Die Wärme des Tages führt oft zur Bildung von Quellwolken, die sich am Nachmittag entladen können. Auf exponierten Graten und Gipfeln ist das ein ernstzunehmendes Risiko.

Die goldene Regel lautet daher: Starte früh und plane deine Tour so, dass du am frühen Nachmittag wieder zurück bist oder eine Hütte erreicht hast. Checke unbedingt den Wetterbericht und behalte den Himmel im Auge. Bei aufziehenden Gewittern verlässt du exponierte Positionen zügig und suchst Schutz in einer Hütte oder im Tal. Mit dieser Vorsicht ist das Gewitterrisiko gut beherrschbar.

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