Wandern im Karwendel: Zwischen wilden Felsgraten und türkisblauen Bergseen
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Wandern im Karwendel: Zwischen wilden Felsgraten und türkisblauen Bergseen

Wilde Kalkgipfel, uralte Ahornbäume und eine Stille, die man fast anfassen kann – das Karwendel entführt dich in eine der letzten großen Wildnislandschaften der Alpen.

Wandern im Karwendel

Es gibt Berge, die dich beeindrucken. Und es gibt das Karwendel, das dich schlichtweg sprachlos macht. Zwischen Tirol und Bayern erhebt sich hier eines der größten Naturschutzgebiete der Alpen – ein wildes Reich aus schroffen Kalkgraten, endlosen Latschenfeldern und Tälern, die so still sind, dass du dein eigenes Herz schlagen hörst. Wer einmal am frühen Morgen im Karwendel unterwegs war, während der erste Sonnenstrahl die Felswände in warmes Gold taucht, versteht sofort, warum dieses Gebirge Wanderer aus aller Welt anzieht.

Das Karwendel ist kein Ort für Eilige. Es ist ein Landschaftsgemälde in XXL, das seine Schätze nur denen zeigt, die sich Zeit nehmen. Da wären die berühmten Karwendeltäler – das Hinterautal, das Karwendeltal oder das wildromantische Rißtal – durch die sich klare Gebirgsbäche schlängeln. Da wäre der Ahornboden mit seinen jahrhundertealten Bergahornen, die im Herbst ganze Hänge in leuchtendes Orange verwandeln. Und natürlich die Gipfel: die Birkkarspitze als höchster Punkt, die eleganten Zacken der Laliderer Wände, die berühmten Karwendelgrate.

Für Wanderer ist das Karwendel ein Spielplatz mit tausend Möglichkeiten. Gemütliche Talwanderungen entlang der Isar, anspruchsvolle Klettersteige für Schwindelfreie, mehrtägige Hüttentouren mit Übernachtung auf urigen Almen – hier findet jeder seinen Weg. Und immer wieder diese Momente, in denen du innehältst: ein Steinbock am Grat, ein Adler in der Thermik, ein türkis schimmernder Bergsee, an dem du ganz allein sitzt.

Dazu kommt die Nähe zu Innsbruck, Mittenwald und dem Achensee – Kultur, Kulinarik und Gastfreundschaft inklusive. Das Karwendel ist wild, aber nie unnahbar. Es fordert dich, aber es belohnt dich noch mehr. Schnür die Schuhe – dieses Gebirge wartet nicht auf dich, aber es freut sich, wenn du kommst.

Topografie & Landschaft

Schroffe Kalkhochgebirgslandschaft

Höhenlage

bis 2.749 m (Birkkarspitze)

Geländecharakter

Bergpfade, Geröll, Klettersteige

Infrastruktur

Hütten, Almen, Bergbahn

Beste Reisezeit

Ende Juni bis Oktober

Navigation

Was das Karwendel so einzigartig macht

Der Große Ahornboden – Naturwunder mit Charakter

Wenn es einen Ort im Karwendel gibt, der auf jede Postkarte gehört, dann ist es der Große Ahornboden im Hinterriß. Über 2.000 uralte Bergahorne, manche mehrere Jahrhunderte alt, stehen hier verstreut auf saftigen Weiden, während im Hintergrund die gewaltigen Laliderer Wände senkrecht in den Himmel ragen. Es ist eine Kulisse, die selbst hartgesottene Bergmenschen zum Staunen bringt.

Besonders magisch wird es im Oktober, wenn sich das Laub der Ahorne in ein Feuerwerk aus Gold, Orange und Rot verwandelt. Fotografen pilgern dann von weit her, um dieses Naturschauspiel einzufangen. Wusstest du schon? Der Große Ahornboden gilt als eines der ältesten geschützten Naturdenkmäler Österreichs und steht bereits seit 1927 unter besonderem Schutz.

Wilde Täler und klare Wasser

Das Karwendel wird von vier großen Talketten durchzogen, und jedes hat seinen eigenen Charakter. Das Hinterautal, durch das die junge Isar noch als munterer Gebirgsbach fließt, ist ein Traum für gemütliche Talwanderer und Familien. Das Rißtal wiederum führt dich tief in die Einsamkeit, vorbei an Almen, auf denen im Sommer die Kühe grasen.

Immer wieder triffst du auf glasklare Bäche und versteckte Gumpen, in denen sich mutige Wanderer an heißen Sommertagen erfrischen. Das Wasser ist eiskalt – aber die Belohnung ist ein Erlebnis, das du so schnell nicht vergisst. Ein Geheimtipp: die Quellen der Isar im hintersten Hinterautal, ein stiller, fast heiliger Ort abseits der großen Wege.

Tierwelt zum Greifen nah

Als eines der größten Schutzgebiete der Ostalpen ist das Karwendel Heimat einer beeindruckenden Tierwelt. Steinböcke thronen scheinbar mühelos an steilen Felswänden, Gämsen springen über Geröllfelder, und mit etwas Glück siehst du hoch oben einen Steinadler seine Kreise ziehen. In den Wäldern leben Auerhühner und Birkwild, an den Bächen tummeln sich Wasseramseln.

Der Naturpark Karwendel leistet wichtige Arbeit, um dieses fragile Ökosystem zu erhalten. Ranger sind unterwegs, es gibt geführte Touren und Infozentren, etwa das Naturparkhaus Hinterriß. Wer Kindern die Bergwelt näherbringen möchte, findet hier ein wunderbares Angebot.

Land, Leute und Kulinarik

Rund um das Karwendel liegen charmante Orte wie Mittenwald mit seiner berühmten Geigenbautradition, das lebendige Innsbruck und die Dörfer am Achensee. Die Menschen hier sind bodenständig, herzlich und stolz auf ihre Heimat – und das schmeckt man.

Auf den Almhütten erwarten dich deftige Klassiker: Kaspressknödel in kräftiger Suppe, Tiroler Gröstl mit Spiegelei, hausgemachter Kaiserschmarrn und frische Buttermilch von der Sennerei. Wusstest du schon? Viele der Almen produzieren ihren Käse noch nach traditioneller Methode direkt vor Ort. Ein Einkehrschwung auf einer bewirtschafteten Alm gehört im Karwendel einfach dazu.

Wanderparadies Karwendel: Wege, Weite und Wildromantik

Wildnis pur – so echt wie kaum woanders

Was das Wandern im Karwendel so besonders macht, lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Ursprünglichkeit. Während andere Alpenregionen oft von Liftanlagen und Skipisten durchzogen sind, präsentiert sich das Karwendel als weitgehend unberührte Wildnis. Hier gibt es keine Seilbahnen, die dich auf jeden Gipfel bringen – jeden Höhenmeter musst du dir selbst erarbeiten. Genau das macht den Reiz aus.

Die Weite der Täler, die Stille abseits der Hauptwege und das Gefühl, wirklich in der Natur zu sein, sucht man in dieser Intensität in den Alpen fast vergeblich. Wer einmal allein am Morgen durch das Hinterautal gewandert ist, versteht, warum das Karwendel süchtig macht.

Für jeden Wandertyp der richtige Weg

Das Karwendel ist erstaunlich vielseitig. Familien und Genusswanderer finden entlang der Talwege sanfte, gut gepflegte Strecken mit geringen Steigungen – ideal für einen entspannten Tag mit Einkehr auf der Alm. Wer es sportlicher mag, wählt anspruchsvolle Gipfeltouren wie die Besteigung der Birkkarspitze oder ausgesetzte Grate.

Für erfahrene Alpinisten warten Klettersteige wie der Mittenwalder Höhenweg oder die berühmte Karwendeltour über mehrere Tage von Hütte zu Hütte. Die Wegequalität ist durchweg gut markiert und gepflegt, wobei du im hochalpinen Gelände immer Trittsicherheit und alpine Erfahrung mitbringen solltest.

Aussichten, die du nie vergisst

Die Panoramen im Karwendel gehören zu den spektakulärsten der Alpen. Vom Karwendelhaus blickst du auf ein Meer aus Kalkgipfeln, von der Bergstation am Karwendel oberhalb von Mittenwald reicht der Blick weit über das Isartal und die Bayerischen Voralpen bis zur Zugspitze.

Besonders eindrucksvoll sind die Momente, in denen sich das Wetter dramatisch inszeniert: Nebelschwaden, die durch die Täler ziehen, das goldene Licht der Abendsonne auf den Felswänden, ein Gewitter, das sich fern über den Graten zusammenbraut. Aussichtspunkte gibt es unzählige – aber der schönste ist oft der, an dem du gerade ganz für dich allein stehst.

Naturerlebnis mit Verantwortung

Das Karwendel ist ein sensibles Ökosystem, und das spürt man beim Wandern. Der Naturpark bittet Besucher, auf den Wegen zu bleiben, Ruhezonen für Wildtiere zu respektieren und keinen Müll zu hinterlassen. Diese Rücksichtnahme wird belohnt – mit Begegnungen, die anderswo längst verschwunden sind.

Gerade weil das Karwendel so geschützt ist, hat es sich seine Wildheit bewahrt. Wer hier wandert, wird Teil einer intakten Natur und trägt ein Stück Verantwortung mit. Ein bewusster, achtsamer Wanderstil macht das Erlebnis nur noch wertvoller.

Übernachten im Karwendel: Von der urigen Hütte bis zum Wohlfühlhotel

Die schönsten Wandertouren im Karwendel

Durch das Hinterautal zu den Isarquellen

Diese aussichtsreiche Talwanderung startet am Wanderparkplatz in Scharnitz und führt dich entlang der jungen Isar tief in das Herz des Karwendels. Der breite, gut ausgebaute Weg folgt dem Flusslauf und ist auch für Familien mit Kinderwagen und weniger geübte Wanderer bestens geeignet. Rechts und links ragen die mächtigen Kalkwände empor, während der Bach munter neben dir plätschert.

Nach rund zwei Stunden erreichst du die Kastenalm, eine wunderbare Einkehrmöglichkeit mit hausgemachten Spezialitäten. Wer möchte, wandert weiter bis zu den Quellen der Isar im hintersten Talschluss – ein stiller, fast andächtiger Ort, an dem der Fluss aus dem Fels entspringt. Die Strecke ist landschaftlich vielfältig und lässt sich flexibel gestalten, je nach Kondition und Lust.

Ideal für Genusswanderer, Familien und alle, die die sanfte Seite des Karwendels erleben möchten. Rückweg identisch oder als Radtour-Kombination möglich.

Auf die Birkkarspitze – König des Karwendels

Die Besteigung der Birkkarspitze (2.749 m), des höchsten Gipfels im Karwendel, ist eine Herausforderung für erfahrene und trittsichere Bergsteiger. Ausgangspunkt ist meist Scharnitz oder das Karwendelhaus, von wo aus du durch das Karwendeltal und über das steile Schlauchkar aufsteigst. Der Weg führt durch wildes, hochalpines Gelände mit Geröllfeldern und drahtseilgesicherten Passagen.

Der Gipfelanstieg verlangt Kondition, Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung, belohnt dich aber mit einem der grandiosesten Rundumblicke der gesamten Nordalpen. Von oben überblickst du das gesamte Karwendel, die Zugspitze, die Stubaier und Zillertaler Alpen. An klaren Tagen scheint die Welt endlos.

Empfehlenswert als Zweitagestour mit Übernachtung im Karwendelhaus, um den Aufstieg zu entzerren und den Sonnenaufgang am Gipfel zu genießen. Nur für konditionsstarke, erfahrene Bergwanderer geeignet.

Der Mittenwalder Höhenweg – Klettersteig mit Aussicht

Ein Klassiker für Schwindelfreie: Der Mittenwalder Höhenweg beginnt bequem an der Bergstation der Karwendelbahn oberhalb von Mittenwald. Von hier führt dich ein sicherer, aber ausgesetzter Steig entlang des Nordkarwendel-Grates in Richtung Süden, mit Drahtseilen und Leitern an den luftigen Passagen.

Der Weg ist ein wahres Panoramaerlebnis: Auf der einen Seite blickst du hinab ins Isartal und nach Mittenwald, auf der anderen Seite eröffnet sich die wilde Karwendel-Bergwelt. Immer wieder passierst du markante Punkte wie die Kirchlespitze und das Brunnensteinkar. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier absolute Voraussetzung.

Nach etwa fünf bis sechs Stunden erreichst du das Ziel und kannst über verschiedene Wege ins Tal absteigen. Für erfahrene Bergwanderer und Klettersteig-Einsteiger mit entsprechender Ausrüstung ein unvergessliches Abenteuer hoch über Mittenwald.

Zum Großen Ahornboden und zur Falkenhütte

Diese Tour verbindet zwei absolute Highlights des Karwendels. Startpunkt ist der Große Ahornboden im Hinterriß, wo du zunächst durch das beeindruckende Naturschutzgebiet mit seinen jahrhundertealten Bergahornen wanderst. Von der Eng-Alm führt der markierte Weg stetig bergauf in Richtung Falkenhütte.

Der Aufstieg wird begleitet vom immer eindrucksvolleren Anblick der Laliderer Wände – dieser gewaltigen, senkrecht aufragenden Felsmauer, die zu den beeindruckendsten der Alpen zählt. Die Falkenhütte (1.848 m) selbst bietet nicht nur eine gemütliche Einkehr, sondern auch einen der spektakulärsten Ausblicke der Region.

Der Rückweg erfolgt über denselben Weg oder als Rundtour. Diese Tour eignet sich für konditionsstarke Wanderer, die eine mittelschwere Bergtour mit maximalem Landschaftserlebnis suchen. Im Herbst, wenn die Ahorne golden leuchten, ist sie besonders traumhaft.

Karwendel-Höhenweg: Mehrtagestour durch die Wildnis

Für alle, die tief in das Karwendel eintauchen wollen, ist der mehrtägige Karwendel-Höhenweg das ultimative Erlebnis. Die Route führt von Hütte zu Hütte quer durch das Gebirge, klassischerweise über das Karwendelhaus, die Falkenhütte, das Lamsenjochhaus und weiter Richtung Achensee. Über mehrere Tage erlebst du die ganze Vielfalt der Region.

Jeder Tag bringt neue Landschaften: wilde Kare, aussichtsreiche Joche, stille Täler und immer wieder gewaltige Felswände. Die Übernachtungen in den urigen Hütten sind ein Erlebnis für sich – deftiges Essen, Bergkameradschaft und Sonnenuntergänge, die man nicht vergisst.

Die Tour verlangt gute Kondition, Trittsicherheit und alpine Erfahrung. Wer sich darauf einlässt, wird mit einem der intensivsten Wildnis-Erlebnisse der Alpen belohnt. Hüttenreservierung in der Hauptsaison unbedingt empfohlen.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Karwendel?

Die ideale Wandersaison im Karwendel erstreckt sich von Ende Juni bis Mitte Oktober. In dieser Zeit sind die meisten Hütten bewirtschaftet und die hochalpinen Wege in der Regel schneefrei. Der Frühsommer lockt mit blühenden Almwiesen und rauschenden Bächen, während der Hochsommer angenehm warme Temperaturen bietet.

Ein absoluter Höhepunkt ist der Herbst: Im Oktober verfärbt sich das Laub, besonders am Großen Ahornboden, und taucht die Landschaft in goldenes Licht. Die Fernsicht ist dann oft besonders klar. Beachte, dass in höheren Lagen bereits im September der erste Schnee fallen kann – informiere dich daher vor jeder Tour über die aktuellen Verhältnisse.

Ist das Karwendel für Familien mit Kindern geeignet?

Absolut! Das Karwendel bietet zahlreiche familienfreundliche Touren, vor allem die Talwanderungen. Der Weg durch das Hinterautal entlang der Isar ist breit, sanft und teilweise sogar kinderwagentauglich. Kinder lieben es, am Bach zu spielen, Steine zu stapeln und die Almtiere zu beobachten.

Das Naturparkhaus Hinterriß bietet zudem tolle Angebote, die die Bergwelt spielerisch vermitteln. Wichtig ist, die Tour an das Alter und die Kondition der Kinder anzupassen und ausreichend Pausen einzuplanen. Für hochalpine Gipfeltouren oder Klettersteige sollten Kinder allerdings schon älter und bergerfahren sein. Insgesamt ist das Karwendel ein wunderbares Ziel für Familien, die die Natur gemeinsam entdecken möchten.

Kann ich das Karwendel mit Hund erwandern?

Ja, das Karwendel ist grundsätzlich hundefreundlich, allerdings gibt es wichtige Regeln zu beachten. Da es sich um ein sensibles Naturschutzgebiet mit reichem Wildbestand handelt, sollte dein Hund unbedingt an der Leine geführt werden. Dies schützt Wildtiere, aber auch deinen Vierbeiner vor Gefahren im steilen Gelände.

Besonders in der Almsaison ist Vorsicht geboten: Auf vielen Weiden grasen Kühe, teils mit Kälbern, die Hunde als Bedrohung wahrnehmen können. Halte dann ausreichend Abstand und leine deinen Hund kurz. Viele Hütten heißen Hunde willkommen, es empfiehlt sich aber, vorher nachzufragen. Denk auch an genug Wasser für deinen Hund, gerade auf längeren Touren.

Welche Ausrüstung brauche ich für Wanderungen im Karwendel?

Die Grundausstattung umfasst festes, knöchelhohes Schuhwerk mit gutem Profil, wetterfeste Kleidung nach dem Zwiebelprinzip und ausreichend Verpflegung und Wasser. Das Bergwetter kann schnell umschlagen, daher gehören Regenjacke und eine warme Schicht immer in den Rucksack, selbst im Hochsommer.

Für einfache Talwanderungen reicht diese Grundausstattung. Bei hochalpinen Touren wie der Birkkarspitze oder Klettersteigen wie dem Mittenwalder Höhenweg benötigst du zusätzlich alpine Erfahrung, für Klettersteige auch Helm und Klettersteigset. Wanderstöcke helfen bei steilen Ab- und Aufstiegen. Nicht vergessen: Karte oder GPS, Sonnenschutz und eine kleine Erste-Hilfe-Ausrüstung.

Muss ich Hütten vorab reservieren?

Ja, gerade in der Hauptsaison von Juli bis September solltest du auf den beliebten Hütten wie dem Karwendelhaus, der Falkenhütte oder dem Lamsenjochhaus unbedingt vorab reservieren. Die Übernachtungsplätze sind begehrt, und an Wochenenden sowie in Schönwetterphasen oft ausgebucht.

Die Reservierung erfolgt in der Regel telefonisch oder über das Online-Buchungssystem der jeweiligen Hütte. Solltest du deine Pläne ändern, sag unbedingt rechtzeitig ab, damit der Platz für andere frei wird. Denk daran, dass viele Hütten nur Bargeld akzeptieren und ein eigener Hüttenschlafsack für die Übernachtung erwünscht ist. Eine Mitgliedschaft im Alpenverein bringt oft Rabatte auf die Übernachtung.

Wie komme ich am besten ins Karwendel?

Das Karwendel ist gut erreichbar, sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Auf bayerischer Seite ist Mittenwald ein idealer Ausgangspunkt, das über die Bahn hervorragend angebunden ist. Von hier bringt dich die Karwendelbahn bequem hinauf zur Bergstation.

Auf Tiroler Seite eignen sich Scharnitz für Touren ins Hinterautal und Karwendeltal sowie der Achensee als weiterer Zugang. Der Große Ahornboden im Hinterriß ist mit dem Auto über eine mautpflichtige Straße erreichbar, im Sommer verkehren auch Wanderbusse. Wer nachhaltig unterwegs sein möchte, kombiniert Bahn und Bus – das reduziert nicht nur den Verkehr, sondern schont auch das sensible Ökosystem.

Wie schwierig sind die Wanderungen im Karwendel?

Das Karwendel bietet für jedes Niveau passende Touren. Die Talwanderungen entlang der Isar oder durch das Rißtal sind einfach und auch für Anfänger und Familien gut machbar. Sie verlaufen auf breiten, gut markierten Wegen ohne große Höhenunterschiede.

Mit steigendem Anspruch wird es alpiner: Gipfeltouren wie die Birkkarspitze oder Klettersteige wie der Mittenwalder Höhenweg verlangen Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, gute Kondition und alpine Erfahrung. Hier bewegst du dich im hochalpinen Gelände mit ausgesetzten Passagen. Schätze deine eigenen Fähigkeiten realistisch ein und wähle die Tour entsprechend. Im Zweifel ist eine geführte Tour mit einem Bergführer eine sinnvolle Option.

Gibt es im Karwendel gefährliche Tiere?

Grundsätzlich musst du dir im Karwendel keine Sorgen machen. Steinböcke, Gämsen und Steinadler sind faszinierend zu beobachten, aber für Menschen ungefährlich, solange man Abstand hält und sie nicht bedrängt. Die Tiere sind meist scheu und ziehen sich zurück.

Die größte Aufmerksamkeit gilt eher den Weidetieren: Auf den Almen grasen Kühe, die du mit Respekt behandeln solltest. Halte Abstand, besonders zu Muttertieren mit Kälbern, und führe Hunde an der Leine. Bei Wanderungen durch Weidegebiete bleibst du am besten ruhig und umgehst die Herde weiträumig. Ansonsten ist die Tierwelt des Karwendels vor allem ein Highlight und keine Gefahr.

Kann man im Karwendel auch mehrtägige Touren machen?

Ja, und das ist sogar eines der schönsten Erlebnisse im Karwendel! Der Karwendel-Höhenweg führt über mehrere Tage von Hütte zu Hütte quer durch das Gebirge und ermöglicht dir, tief in die Wildnis einzutauchen. Klassische Etappen verbinden das Karwendelhaus, die Falkenhütte, das Lamsenjochhaus und weitere Stützpunkte.

Solche Mehrtagestouren erfordern gute Planung: Reserviere die Hütten rechtzeitig, informiere dich über Wetter und Wegverhältnisse und packe möglichst leicht. Das Übernachten in den Berghütten mit deftigem Essen, Bergkameradschaft und atemberaubenden Sonnenauf- und -untergängen ist ein Erlebnis, das lange nachwirkt. Voraussetzung sind Kondition, Trittsicherheit und alpine Erfahrung.

Was macht das Karwendel als Naturschutzgebiet besonders?

Das Karwendel ist eines der größten zusammenhängenden Naturschutzgebiete der Ostalpen und beeindruckt durch seine weitgehend unberührte Wildnis. Anders als viele andere Alpenregionen ist es kaum durch Liftanlagen oder Skigebiete erschlossen, wodurch die Natur ihren ursprünglichen Charakter bewahrt hat.

Der Naturpark Karwendel setzt sich intensiv für den Schutz der Flora und Fauna ein. Hier findest du seltene Pflanzen, eine reiche Tierwelt und intakte Ökosysteme. Als Besucher trägst du Verantwortung: Bleib auf den Wegen, respektiere Ruhezonen für Wildtiere und nimm deinen Müll wieder mit. Wusstest du, dass der Große Ahornboden bereits seit 1927 unter Schutz steht? Dieser bewusste Umgang mit der Natur macht das Karwendel zu einem besonderen Ort.

Wo kann ich unterwegs einkehren?

Das Karwendel ist reich an bewirtschafteten Hütten und Almen, auf denen du dich stärken kannst. Zu den bekanntesten zählen das Karwendelhaus, die Falkenhütte, das Lamsenjochhaus und die Kastenalm im Hinterautal. Hier erwarten dich deftige Tiroler und Bayerische Spezialitäten.

Von Kaspressknödelsuppe über Tiroler Gröstl bis hin zu Kaiserschmarrn und frischer Buttermilch – die Küche der Hütten ist bodenständig und lecker. Viele Almen produzieren ihren Käse noch selbst. Beachte, dass die Bewirtschaftungszeiten saisonabhängig sind und viele Hütten außerhalb der Sommermonate geschlossen haben. Bargeld ist auf den meisten Hütten Pflicht, da nicht überall Kartenzahlung möglich ist.

Ist Trinkwasser unterwegs verfügbar?

An vielen Stellen im Karwendel findest du klare Gebirgsbäche und Quellen. Grundsätzlich ist das Wasser aus Quellen im hochalpinen Bereich meist von guter Qualität, allerdings solltest du vorsichtig sein, wenn oberhalb Almvieh weidet, da das Wasser dann verunreinigt sein kann.

Am sichersten ist es, ausreichend eigenes Wasser mitzunehmen, besonders auf längeren oder hochalpinen Touren. Auf den bewirtschafteten Hütten kannst du deine Flaschen wieder auffüllen und dich verpflegen. Gerade an heißen Sommertagen ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig – plane pro Person mindestens ein bis zwei Liter für eine Tageswanderung ein, bei anspruchsvollen Touren entsprechend mehr.

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