Wandern im Kaisergebirge: Wo Kalkriesen den Himmel kratzen
Wandern • Kaisergebirge

Wandern im Kaisergebirge: Wo Kalkriesen den Himmel kratzen

Schroffe Kalkgipfel, ein Talschluss zum Verlieben und Almhütten mit dem besten Kaiserschmarrn Tirols – hier oben fühlst du dich wirklich frei.

Wandern im Kaisergebirge

Es gibt Berge, die stehen einfach da. Und dann gibt es das Kaisergebirge – schroffe Kalkriesen, die aus den sanften Wiesen Tirols emporschießen wie Kathedralen aus Stein. Wer zum ersten Mal von Kufstein oder St. Johann in Tirol hinaufblickt, dem stockt kurz der Atem. Der Wilde Kaiser und der Zahme Kaiser bilden hier ein Gebirgsmassiv, das schroffer, dramatischer und ehrlicher kaum sein könnte.

Der Name ist Programm: Der Wilde Kaiser zeigt sich zerklüftet, felsig und kompromisslos, während der Zahme Kaiser etwas sanfter daherkommt – aber unterschätzen solltest du auch ihn nicht. Zwischen diesen beiden Riesen liegt das grüne Kaisertal, ein Talschluss so idyllisch, dass er 2016 sogar zu Österreichs schönstem Platz gekürt wurde. Kein Wunder: Bis heute erreicht man die Häuser dort nur zu Fuß.

Wandern im Kaisergebirge bedeutet Kontraste erleben. Unten blühen Almwiesen, grasen Kühe, duften Latschenkiefern in der Sonne. Oben türmen sich Felswände auf, an denen sich schon Generationen von Alpinisten die Zähne ausgebissen haben – die Region gilt als eine der Wiegen des Kletterns. Doch keine Sorge: Man muss kein Extremsportler sein, um hier glücklich zu werden. Familien wandern gemütlich zur Alm, Genusswanderer sammeln Panoramablicke, und wer will, wagt sich an anspruchsvolle Steige mit Drahtseilsicherung.

Und dann ist da noch die Kulinarik. Nach einer schweißtreibenden Tour schmeckt der Kaiserschmarrn auf einer Almhütte einfach doppelt so gut – und ja, der Name passt hier verdächtig gut. Das Kaisergebirge ist ein Naturschutzgebiet seit 1963, und diese Ursprünglichkeit spürst du überall: in der klaren Luft, im Rauschen der Bergbäche, im Blick auf unberührte Felsflanken. Schnür die Schuhe – hier wartet Tirol in seiner reinsten Form.

Topografie & Landschaft

Schroffes Kalksteinmassiv

Höhenlage

bis 2.344 m (Ellmauer Halt)

Geländecharakter

Almwege, Waldpfade, felsige Steige

Infrastruktur

Gut ausgebaut, viele Hütten

Beste Reisezeit

Mai bis Oktober

Navigation

Highlights und Naturschätze im Kaisergebirge

Das Kaisertal – Österreichs schönster Platz

Wenn es einen Ort gibt, der das Wesen des Kaisergebirges einfängt, dann ist es das Kaisertal. Dieser sanft geschwungene Talschluss zwischen Wildem und Zahmem Kaiser ist bis heute autofrei – die wenigen Bewohner und Almen erreicht man ausschließlich über den historischen Steig mit seinen rund 300 Stufen. 2016 wurde das Kaisertal zu Österreichs schönstem Platz gewählt, und wer einmal dort war, versteht sofort, warum.

Hier tickt die Zeit langsamer. Traditionelle Kaiserhäuser, das kleine Museum im Kaisertal und die Antoniuskapelle erzählen von einem Leben, das über Jahrhunderte von Abgeschiedenheit geprägt war. Erst 2008 wurde ein Materialtransportsystem installiert – vorher wurde alles auf dem Rücken hinaufgetragen. Diese Ursprünglichkeit macht das Tal zu einem der authentischsten Wanderziele der Alpen.

Zwischen Wildem und Zahmem Kaiser

Das Massiv besteht aus zwei Hauptketten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Der Wilde Kaiser mit seinem höchsten Gipfel, der Ellmauer Halt (2.344 m), präsentiert sich als steile, zerklüftete Felslandschaft – ein Traum für Kletterer und Bergsteiger. Die markanten Zacken der Kaiserkrone sind ein Fotomotiv, das man auf unzähligen Tirol-Postkarten wiederfindet.

Der Zahme Kaiser im Norden ist grüner und sanfter, mit Almböden und aussichtsreichen Graten. Trotz des Namens hat auch er seine felsigen Momente. Zusammen bilden die beiden Ketten ein Naturschutzgebiet, das seit 1963 unter besonderem Schutz steht und eine erstaunliche Artenvielfalt beherbergt – von Alpenrosen über seltene Enziane bis zu Steinadlern, die über den Wänden kreisen.

Kulinarik auf der Alm

Wandern macht hungrig, und im Kaisergebirge wirst du königlich verwöhnt. Die zahlreichen bewirtschafteten Almhütten – vom Stripsenjochhaus über die Gaudeamushütte bis zur Vorderkaiserfeldenhütte – servieren deftige Tiroler Klassiker. Ein Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster, ein Kaspressknödel in klarer Suppe oder eine zünftige Brettljause mit hausgemachtem Speck sind die verdiente Belohnung nach dem Aufstieg.

Wusstest du schon? Der Kaiserschmarrn soll seinen Namen tatsächlich von Kaiser Franz Joseph I. haben, der die zerrissene Süßspeise angeblich sehr schätzte. In dieser Region schmeckt er jedenfalls besonders passend. Viele Hütten legen Wert auf regionale Produkte, und die Milch der Almkühe wird oft direkt vor Ort zu Käse verarbeitet.

Geheimtipp: Sonnenaufgang am Stripsenjoch

Wer das Kaisergebirge in seiner magischsten Stimmung erleben will, übernachtet auf dem Stripsenjochhaus und startet vor Sonnenaufgang. Wenn die ersten Strahlen die schroffen Wände des Wilden Kaisers in warmes Rosa tauchen und das Kaisertal noch im Nebel schlummert, erlebst du einen dieser Momente, die man nicht in Worte fassen kann.

Ein weiterer wenig bekannter Tipp: die Hinterbärenbadalm im hintersten Kaisertal. Weit weg vom Trubel, umgeben von imposanten Felswänden, fühlt man sich hier wie am Ende der Welt – im allerbesten Sinne.

Was das Wandern im Kaisergebirge so besonders macht

Ein Wanderparadies für alle Level

Das Schöne am Kaisergebirge ist seine Vielseitigkeit. Hier findet wirklich jeder seinen Weg – vom Kinderwagen-tauglichen Talweg im Kaisertal bis zur alpinen Gratüberschreitung mit ausgesetzten Passagen. Familien mit Kindern genießen gemütliche Almwanderungen mit Einkehrmöglichkeiten, während erfahrene Bergsteiger sich an gesicherten Steigen und Klettersteigen wie dem Klamml oder dem Kopftörlgrat austoben.

Diese Bandbreite macht die Region so beliebt: An einem Tag schlenderst du entspannt über Blumenwiesen, am nächsten kraxelst du drahtseilgesichert eine Felsflanke hinauf. Wichtig ist nur, dass du deine Tour ehrlich nach deinem Können auswählst – der Wilde Kaiser verzeiht keine Selbstüberschätzung.

Wegequalität und Markierung

Die Wege im Kaisergebirge sind hervorragend markiert und gepflegt. Der Österreichische Alpenverein und die Sektionen sorgen für Beschilderung, gewartete Steige und gut in Schuss gehaltene Hütten. Rot-weiß-rote Markierungen und Wegweiser mit Zeitangaben begleiten dich zuverlässig durchs Gelände.

Die Beschaffenheit reicht von breiten Almwegen über wurzelige Waldpfade bis zu felsigem, teils versichertem Steig. In den höheren Lagen wird es zunehmend alpin – hier braucht es Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Für die meisten Genusstouren genügen jedoch normale Wanderschuhe und ein wenig Kondition.

Naturerlebnis und Aussichtspunkte

Das Kaisergebirge ist ein Fest für die Augen. Der Blick vom Stripsenjoch auf die Nordwände des Wilden Kaisers gehört zu den beeindruckendsten Panoramen der Nordalpen. Vom Zahmen Kaiser aus reicht der Blick weit über den Walchsee bis zu den Bayerischen Alpen und dem Chiemsee.

Als Naturschutzgebiet ist die Region ein Refugium für seltene Pflanzen und Tiere. Im Frühsommer leuchten die Almwiesen von Alpenrosen und Enzian, mit etwas Glück beobachtest du Gämsen an den Felsflanken oder einen Steinadler hoch am Himmel. Die klaren Bergbäche und das Rauschen der Wasserfälle runden das Naturerlebnis ab.

Die richtige Zielgruppe

Ob du als Familie einen entspannten Almtag suchst, als Genusswanderer Panorama und Einkehr kombinieren willst oder als ambitionierter Bergsteiger die großen Gipfel im Visier hast – das Kaisergebirge bietet für jeden das Passende. Auch für Fotografen und Naturliebhaber ist die Region ein Traum.

Besonders schätzen viele die kurzen Anfahrtswege: Von Kufstein, Ellmau, Going oder St. Johann startest du oft direkt am Ortsrand. Diese Nähe zwischen Zivilisation und Wildnis ist eine der großen Stärken des Kaisergebirges – innerhalb weniger Gehminuten tauchst du in eine völlig andere Welt ein.

Unterkünfte und Hotels rund ums Kaisergebirge

Die schönsten Wandertouren im Kaisergebirge

Durch das Kaisertal zur Hinterbärenbadalm

Diese Wanderung ist der perfekte Einstieg ins Kaisergebirge und führt dich in Österreichs schönsten Platz. Start ist am Parkplatz Kaisertal in Ebbs bei Kufstein. Zunächst wartet der berühmte Kaiseraufstieg mit rund 300 Stufen – die einzige echte Anstrengung dieser Tour. Oben angekommen öffnet sich das grüne Kaisertal wie eine verwunschene Welt.

Der breite, gemütliche Weg führt vorbei am Museum Kaisertal und der Antoniuskapelle immer tiefer ins Tal hinein. Rechts und links ragen die Wände von Wildem und Zahmem Kaiser auf, während der Bach dich begleitet. Nach etwa zwei Stunden erreichst du die Hinterbärenbadalm, eingebettet in eine grandiose Felskulisse.

Diese Tour eignet sich hervorragend für Familien und Genusswanderer. Rechne für die Rundtour mit etwa 4 bis 5 Stunden. Die Einkehr auf der Alm mit Kaiserschmarrn oder Brettljause ist Pflicht – und der Rückweg fühlt sich dank der Panoramen wie im Flug an.

Aufstieg zum Stripsenjochhaus

Der Klassiker für alle, die dem Wilden Kaiser besonders nah kommen wollen. Ausgangspunkt ist der Parkplatz Griesner Alm bei Kirchdorf/Griesenau. Von dort führt der Weg durch die Kaiserbachtal-Landschaft stetig bergauf, zunächst durch schattigen Wald, dann durch offeneres, felsiges Gelände.

Das Stripsenjochhaus auf 1.577 Metern thront direkt zwischen den beiden Kaisergebirgsketten. Von hier eröffnet sich einer der spektakulärsten Blicke der Ostalpen: die schroffen Nordwände des Wilden Kaisers türmen sich zum Greifen nah auf. Kletterer starten von hier zu ihren Routen, Wanderer genießen einfach die überwältigende Kulisse.

Für den Aufstieg solltest du rund 2 bis 2,5 Stunden einplanen, der Weg ist trittsicheres Gehen erforderlich, aber technisch nicht schwierig. Wer mag, übernachtet oben und erlebt den magischen Sonnenaufgang. Ein absolutes Muss für ambitionierte Genusswanderer.

Zur Gaudeamushütte und zum Ellmauer Tor

Diese Tour startet am Wochenbrunner Alm-Parkplatz oberhalb von Ellmau und führt mitten hinein in die Felsarena des Wilden Kaisers. Der Weg schlängelt sich zunächst durch Bergwald hinauf zur Gaudeamushütte (1.263 m), einem beliebten Stützpunkt am Fuße der gewaltigen Wände.

Wer noch Kraft und alpine Erfahrung hat, steigt weiter Richtung Ellmauer Tor auf 1.997 Metern – ein imposanter Übergang zwischen Ackerlspitze und Ellmauer Halt. Das Gelände wird zunehmend felsig und steil, der Ausblick dafür immer dramatischer. Die Gruttenhütte liegt ebenfalls auf dieser Route und lädt zur Einkehr ein.

Diese Tour ist etwas für konditionsstarke und trittsichere Wanderer. Für die Runde zur Gaudeamushütte reichen etwa 3 Stunden, bis zum Ellmauer Tor solltest du einen ganzen Tag einplanen. Die Kulisse der Kaiserwände ist einfach überwältigend.

Panoramarunde am Zahmen Kaiser

Sanfter, grüner und familienfreundlicher zeigt sich der Zahme Kaiser. Von der Bergstation der Zahmer-Kaiser-Bahn oberhalb von Walchsee führt diese Runde über aussichtsreiche Almböden. Der Weg zur Vorderkaiserfeldenhütte (1.388 m) ist gut markiert und bietet stetig weite Blicke.

Highlight ist das Panorama: Vom Zahmen Kaiser blickst du über den türkisblauen Walchsee, hinüber zu Chiemsee und Bayerischen Alpen und zurück auf die imposanten Zacken des Wilden Kaisers. Die Almwiesen leuchten im Frühsommer von Alpenblumen, und Kühe grasen friedlich am Wegesrand.

Diese Tour eignet sich bestens für Familien und Einsteiger. Mit der Seilbahn kann man Höhenmeter sparen, was Kindern die Sache erleichtert. Rechne für die Runde mit etwa 3 bis 4 Stunden. Auf der Vorderkaiserfeldenhütte wartet zünftige Tiroler Küche mit Traumblick.

Wilder-Kaiser-Steig von Ellmau nach Going

Der Wilder-Kaiser-Steig ist ein aussichtsreicher Höhenweg, der die schönsten Almen am Fuße des Wilden Kaisers verbindet. Diese Etappe startet in Ellmau und führt über sanft ansteigende Wege durch Wald und über Almwiesen mit permanentem Blick auf die imposante Felskulisse.

Unterwegs passierst du bewirtschaftete Hütten wie die Rübezahlalm oder die Aualm, die zu Einkehr und Rast einladen. Der Weg ist breit und gut begehbar, die Steigungen moderat – ideal für Genusswanderer, die viel Panorama bei überschaubarem Aufwand suchen.

Diese landschaftlich grandiose Etappe dauert je nach Variante 3 bis 4 Stunden. Wer möchte, verlängert oder kürzt über die zahlreichen Querwege. Besonders im Herbst, wenn die Lärchen golden leuchten und die Luft klar ist, ist diese Tour ein Erlebnis für die Sinne.

Häufige Fragen

Ist das Kaisergebirge zum Wandern mit Kindern geeignet?

Absolut, das Kaisergebirge ist ein hervorragendes Ziel für Familien mit Kindern. Es gibt zahlreiche gemütliche Almwanderungen, die auch mit kleineren Wanderern gut zu bewältigen sind. Besonders beliebt ist der Weg durch das Kaisertal zur Hinterbärenbadalm oder die Panoramarunden am Zahmen Kaiser.

Viele Almhütten bieten Spielmöglichkeiten, Streicheltiere und kinderfreundliche Küche. Am Zahmen Kaiser kann man mit der Seilbahn Höhenmeter sparen, was den Kindern die Wanderung erleichtert. Wichtig ist, dass du anspruchsvolle, ausgesetzte Steige im Wilden Kaiser mit Kindern meidest und auf die gut ausgebauten Talwege setzt. Mit ausreichend Pausen, Jause und etwas Motivation werden auch die Kleinsten zu begeisterten Bergfexen.

Kann ich mit meinem Hund im Kaisergebirge wandern?

Ja, das Kaisergebirge ist grundsätzlich hundefreundlich, und viele Wanderer sind mit ihren Vierbeinern unterwegs. Auf den meisten Wegen sind Hunde willkommen, allerdings solltest du einige Regeln beachten. Da große Teile Naturschutzgebiet sind, gilt vielerorts Leinenpflicht, um Wildtiere und Weidevieh zu schützen.

Besonders wichtig: Auf Almen weiden oft Kühe, teilweise mit Kälbern. Halte hier ausreichend Abstand und deinen Hund unter Kontrolle, da Mutterkühe ihre Jungen verteidigen. Viele Almhütten erlauben Hunde auf der Terrasse und stellen Wassernäpfe bereit. Nimm ausreichend Wasser mit, plane Pausen ein und meide bei Hitze die anstrengendsten Touren in der Mittagssonne. Steile, versicherte Klettersteige sind für Hunde ungeeignet.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Kaisergebirge?

Die ideale Wandersaison im Kaisergebirge reicht von Mai bis Oktober. Der Frühsommer von Juni bis Anfang Juli ist besonders reizvoll, weil dann die Almwiesen von Alpenrosen und Enzian blühen und die Natur in voller Pracht steht.

Der Hochsommer bietet stabiles Wetter und offene Hütten, kann aber gerade an schönen Wochenenden voller werden. Der Herbst von September bis Oktober ist ein Geheimtipp: klare Luft, goldene Lärchen und weniger Betrieb machen diese Zeit zum Genuss. Beachte, dass die höheren, alpinen Steige oft erst ab Juni schneefrei sind und Bergbahnen sowie Hütten meist nur bis Mitte Oktober geöffnet haben. Im Winter ist das Gebiet Skifahrern und Tourengehern vorbehalten.

Wie schwierig sind die Wanderungen im Kaisergebirge?

Das Kaisergebirge bietet ein enorm breites Spektrum an Schwierigkeitsgraden. Am unteren Ende stehen einfache Talwanderungen wie im Kaisertal, die auch für Einsteiger und Familien problemlos machbar sind. Diese verlaufen auf breiten, gut markierten Wegen.

Am oberen Ende warten anspruchsvolle alpine Steige und Klettersteige wie der Kopftörlgrat oder das Klamml, die Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Erfahrung erfordern. Dazwischen gibt es viele mittelschwere Touren, etwa zum Stripsenjochhaus oder zur Gaudeamushütte. Wichtig ist, dass du deine Tour ehrlich an dein Können anpasst. Der Wilde Kaiser ist ernstes Bergterrain – informiere dich vorab über Weglänge, Höhenmeter und technische Anforderungen und plane Wetter und Kondition realistisch ein.

Brauche ich eine besondere Ausrüstung?

Für die meisten Genuss- und Talwanderungen genügen feste Wanderschuhe mit gutem Profil, wetterangepasste Kleidung nach dem Zwiebelprinzip und ausreichend Wasser sowie eine kleine Jause. Ein Rucksack mit Regenschutz, Sonnencreme und Kopfbedeckung gehört ebenfalls dazu.

Für anspruchsvollere alpine Touren solltest du zusätzlich knöchelhohe Bergschuhe, Wanderstöcke und eventuell ein Erste-Hilfe-Set einpacken. Wer sich an Klettersteige wagt, benötigt zwingend ein Klettersteigset, Helm und Klettergurt. Das Wetter im Gebirge kann schnell umschlagen, daher ist eine Regenjacke Pflicht. Eine Wanderkarte oder eine zuverlässige Karten-App auf dem Handy hilft bei der Orientierung. Prüfe vor jeder Tour die Wetterprognose und informiere jemanden über deine Route.

Wie komme ich am besten ins Kaisergebirge?

Das Kaisergebirge ist gut erreichbar. Mit dem Auto gelangst du über die Inntalautobahn A12 bequem nach Kufstein oder über St. Johann in Tirol zu den südlichen Ausgangspunkten wie Ellmau und Going. Rund um das Massiv gibt es zahlreiche Parkplätze an den Talstationen und Wanderausgangspunkten.

Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Region erschlossen. Kufstein und St. Johann in Tirol verfügen über Bahnhöfe mit guter Anbindung, von dort bringen dich Regionalbusse zu den Orten am Fuße des Gebirges. Viele Tourismusregionen bieten Gästekarten mit kostenloser Nutzung der Busse an, was die Anreise zu den Startpunkten deutlich erleichtert. Erkundige dich in deiner Unterkunft nach solchen Angeboten.

Gibt es Hütten zum Übernachten?

Ja, das Kaisergebirge verfügt über ein gut ausgebautes Netz an bewirtschafteten Hütten, die sowohl Verpflegung als auch Übernachtungsmöglichkeiten bieten. Zu den bekanntesten zählen das Stripsenjochhaus, die Gruttenhütte, die Gaudeamushütte und die Vorderkaiserfeldenhütte.

Eine Hüttenübernachtung ist ein besonderes Erlebnis, gerade wenn du den Sonnenaufgang über den Kaiserwänden erleben möchtest. In der Hauptsaison und an Wochenenden ist eine Reservierung dringend empfohlen, da die Hütten schnell ausgebucht sind. Mitglieder des Alpenvereins zahlen oft ermäßigte Preise. Denk an einen Hüttenschlafsack und beachte die Hüttenregeln. Die meisten Hütten sind von etwa Mai/Juni bis Oktober geöffnet.

Ist das Kaisergebirge auch für Anfänger geeignet?

Definitiv. Auch wenn der Wilde Kaiser für seine anspruchsvollen alpinen Routen bekannt ist, gibt es reichlich einfache Wanderungen für Einsteiger. Die Talwanderung durch das Kaisertal, die Wege am Zahmen Kaiser oder der Wilder-Kaiser-Steig bieten viel Panorama bei moderaten Anforderungen.

Als Anfänger solltest du mit kürzeren, weniger steilen Touren beginnen und dich langsam steigern. Wähle gut markierte Hauptwege, plane genug Zeit und Pausen ein und meide die exponierten Steige im Hochgebirge. Die zahlreichen Almhütten unterwegs sorgen dafür, dass du dich stärken und ausruhen kannst. Mit der Seilbahn am Zahmen Kaiser lassen sich Höhenmeter sparen. So sammelst du erste Bergerfahrung in einer traumhaften Kulisse ohne Überforderung.

Was kostet das Wandern im Kaisergebirge?

Das Wandern selbst ist kostenlos, denn die Wanderwege sind frei zugänglich. Kosten entstehen vor allem durch Parkgebühren an den Ausgangspunkten, die je nach Ort und Dauer variieren, sowie durch die Nutzung der Bergbahnen wie der Zahmer-Kaiser-Bahn, wenn du Höhenmeter sparen möchtest.

Für die Einkehr in den Almhütten solltest du ein paar Euro einplanen – eine deftige Jause oder ein Kaiserschmarrn kosten meist zwischen 8 und 15 Euro. Übernachtungen in Hütten sind für Alpenvereinsmitglieder günstiger. Insgesamt ist Wandern im Kaisergebirge ein vergleichsweise erschwingliches Vergnügen. Viele Unterkünfte bieten Gästekarten mit vergünstigten oder kostenlosen Bergbahn- und Busfahrten an, was die Kosten weiter senken kann.

Kann man im Kaisergebirge klettern?

Das Kaisergebirge gilt als eine der Wiegen des modernen Alpinkletterns und ist bis heute ein Mekka für Kletterer aus aller Welt. Die imposanten Wände des Wilden Kaisers bieten unzählige klassische und moderne Routen in allen Schwierigkeitsgraden, von leichten Genusstouren bis zu extremen Herausforderungen.

Berühmte Ziele sind die Fleischbank, der Predigtstuhl oder die Totenkirchl-Wände. Für Einsteiger gibt es geführte Kletterkurse und begleitete Touren mit Bergführern. Wer nicht klettern, aber trotzdem etwas Ausgesetztes erleben will, findet gesicherte Klettersteige wie das Klamml. Wichtig: Klettern im Kaisergebirge ist ernste Angelegenheit und erfordert Erfahrung, gute Ausrüstung und Wetterkenntnis. Anfänger sollten unbedingt mit einem ausgebildeten Bergführer unterwegs sein.

Gibt es geführte Wanderungen?

Ja, in fast allen Orten rund um das Kaisergebirge werden geführte Wanderungen angeboten. Die lokalen Tourismusverbände und Bergsteigerschulen organisieren regelmäßig Touren für unterschiedliche Ansprüche – von gemütlichen Kräuterwanderungen bis zu ambitionierten Gipfeltouren.

Geführte Wanderungen sind besonders für Ortsunkundige und weniger erfahrene Wanderer empfehlenswert, da erfahrene Guides die schönsten Wege kennen, Sicherheit bieten und viel über Natur, Flora, Fauna und Geschichte der Region erzählen. Oft sind solche Touren über die Gästekarte kostenlos oder vergünstigt. Erkundige dich am besten direkt beim Tourismusverband von Ellmau, Going, Kufstein oder St. Johann in Tirol nach dem aktuellen Programm und den Anmeldemodalitäten.

Wie sieht es mit der Handyabdeckung und Sicherheit aus?

In den Tälern und in der Nähe der Orte ist die Handyabdeckung meist gut, in abgelegenen Bereichen des Gebirges und in tiefen Tälern kann das Signal jedoch schwach oder gar nicht vorhanden sein. Verlasse dich daher nie ausschließlich auf dein Handy für die Navigation und nimm immer eine Karte mit.

Für den Notfall gilt die europäische Notrufnummer 112, die auch ohne Netz deines Anbieters funktioniert, sowie der Alpin-Notruf 140. Informiere vor jeder Tour jemanden über deine Route und geplante Rückkehr. Achte auf das Wetter, wende bei aufkommenden Gewittern rechtzeitig um und überschätze deine Kräfte nicht. Eine gute Vorbereitung ist der beste Schutz. Bei ernsten Touren empfiehlt sich zusätzlich eine Notfall-App wie SOS-EU-ALP.

Einstellungen gespeichert

Cookie-Hinweis: Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind erforderlich, während andere uns helfen unser Onlineangebot zu verbessern. Sie können alle Cookies über den Button “Alle akzeptieren” zulassen, oder Ihre eigene Auswahl vornehmen.

Technisch erforderliche Cookies werden immer geladen.

Weitere Hinweise, welche Cookies jeweils geladen werden, finden Sie hier in unseren Datenschutzhinweisen.

You are using an outdated browser. The website may not be displayed correctly.