Wandern in den Hohen Tauern Kärntens – Wo Gletscher, Wasserfälle und Gipfelträume aufeinandertreffen
Wandern • Hohe Tauern Kärnten

Wandern in den Hohen Tauern Kärntens – Wo Gletscher, Wasserfälle und Gipfelträume aufeinandertreffen

Gletscher, Wasserfälle und Almenstille: Wandere durch Österreichs größten Nationalpark und triff den König der Alpen.

Wandern in den Hohen Tauern Kärntens

Stell dir vor, du stehst frühmorgens im Mölltal, der Tau glitzert auf den Almwiesen, und über dir thront ein Gigant aus Fels und Eis: der Großglockner, mit 3.798 Metern Österreichs höchster Berg. Genau hier, im Kärntner Anteil des Nationalparks Hohe Tauern, beginnt eine der ursprünglichsten Wanderwelten der Alpen. Es ist eine Landschaft, die nicht laut sein muss, um zu beeindrucken – sie wirkt einfach.

Der größte Nationalpark Mitteleuropas erstreckt sich über drei Bundesländer, doch der Kärntner Teil rund um Heiligenblut, Mallnitz und das Maltatal hat seinen ganz eigenen Charme. Hier donnern die Wasserfälle des Maltatals ins Tal, dort ziehen Steinböcke ihre Bahnen über die Hänge des Seebachtals, und über allem liegt diese klare, würzige Bergluft, die man am liebsten in Flaschen abfüllen würde.

Wandern bedeutet hier mehr als Höhenmeter sammeln. Es bedeutet, über die Glocknerstraße hinaufzufahren und plötzlich vor der gewaltigen Pasterze zu stehen, dem größten Gletscher Österreichs. Es bedeutet, auf samtigen Almböden zu picknicken, während Murmeltiere pfeifend ihre Reviere verteidigen. Und es bedeutet, abends in einer urigen Hütte einzukehren, wo der Kaiserschmarrn so groß ist, dass selbst hungrige Gipfelstürmer kapitulieren.

Ob entspannte Familienwanderung entlang glasklarer Bergbäche, anspruchsvolle Hochtour ins ewige Eis oder genussvolle Almwanderung mit Einkehrschwung – die Hohen Tauern in Kärnten halten für jeden Wandertyp das passende Abenteuer bereit. Schnür die Schuhe, pack die Neugier ein, und lass dich von einer Region verzaubern, die seit Jahrhunderten Menschen in ihren Bann zieht.

Topografie & Landschaft

Hochalpines Gletschergebirge

Höhenlage

800 bis 3.798 m (Großglockner)

Geländecharakter

Almwege, Felspfade, Gletscherwege

Infrastruktur

Gut ausgebaut, viele Hütten

Beste Reisezeit

Mitte Juni bis Mitte Oktober

Navigation

Naturwunder, Kultur und Geheimtipps der Hohen Tauern

Der Großglockner – Majestät zum Greifen nah

Kein Berg prägt diese Region so sehr wie der Großglockner. Schon von Weitem zieht der spitze Gipfel die Blicke auf sich, und wer über die berühmte Großglockner-Hochalpenstraße bis zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe fährt, steht plötzlich Auge in Auge mit dem höchsten Berg Österreichs. Hier oben, auf rund 2.370 Metern, breitet sich die Pasterze vor dir aus – ein gewaltiger Gletscherstrom, der allerdings Jahr für Jahr ein Stück zurückweicht.

Rund um die Aussichtsterrasse beginnen mehrere markierte Wege, vom gemütlichen Gletscherweg bis zur anspruchsvollen Tour zur Oberwalderhütte. Wer genau hinschaut, entdeckt oft Steinböcke direkt am Wegesrand, die hier erstaunlich entspannt posieren. Wusstest du schon? Die Pasterze ist mit rund acht Kilometern Länge der größte Gletscher der Ostalpen – und ein eindrückliches Mahnmal des Klimawandels.

Das Maltatal – Tal der stürzenden Wasser

Wer das Rauschen liebt, kommt im Maltatal auf seine Kosten. Über 30 Wasserfälle haben dem Tal den poetischen Beinamen "Tal der stürzenden Wasser" eingebracht. Der Fallbach, mit rund 200 Metern einer der höchsten Wasserfälle Österreichs, ist dabei der unangefochtene Star. Im Frühsommer, wenn die Schneeschmelze ihren Höhepunkt erreicht, donnert das Wasser mit voller Wucht über die Felswände.

Über dem Tal thront die Kölnbreinsperre, die höchste Staumauer Österreichs. Von der spektakulären Aussichtsplattform blickst du in schwindelerregende Tiefe und auf den türkisblauen Speichersee. Wanderwege führen rund um den Stausee in die Hochgebirgswelt der Ankogelgruppe – ein Paradies für alle, die das Weite suchen.

Mallnitz und das Seebachtal – stilles Naturjuwel

Das beschauliche Bergdorf Mallnitz gilt als Tor zum Nationalpark und beherbergt das moderne Besucherzentrum BIOS. Von hier aus erschließt sich das idyllische Seebachtal mit dem stillen Stappitzer See, in dem sich an windstillen Tagen die umliegenden Dreitausender spiegeln.

Das Tal ist ein Hotspot für Tierbeobachtungen: Mit etwas Glück und einem Fernglas entdeckst du Gämsen, Bartgeier und Rothirsche. Familien schätzen die sanften Wege, die ohne große Höhenunterschiede tief in eine ursprüngliche Natur führen. Ein echter Geheimtipp für alle, die der Hektik entfliehen wollen.

Heiligenblut – Wallfahrt, Gold und Bergromantik

Das Postkartenmotiv schlechthin: das Kirchlein von Heiligenblut mit seinem spitzen Turm, dahinter der schneebedeckte Großglockner. Der Ort blickt auf eine bewegte Geschichte zurück – einst kamen Goldgräber in die Hohen Tauern, und in der Knappenstube wurde nach dem begehrten Edelmetall gesucht.

Kulinarisch verwöhnt dich die Region mit kräftigen Almgerichten: Kärntner Kasnudeln, frischer Bergkäse von der Sennalm und natürlich der legendäre Glocknerwein. Land und Leute sind hier herzlich und bodenständig – ein Stück echtes, unverfälschtes Kärnten, das sich kein Wanderer entgehen lassen sollte.

Was das Wandern in den Hohen Tauern so besonders macht

Wandern in Österreichs größtem Nationalpark

Was die Hohen Tauern so einzigartig macht, ist die schiere Vielfalt auf kleinstem Raum. Innerhalb weniger Stunden wechselst du von blühenden Almwiesen über schroffe Felslandschaften bis hinauf ins ewige Eis. Der Nationalpark Hohe Tauern schützt diese Welt seit Jahrzehnten – und das spürst du auf Schritt und Tritt: intakte Wälder, glasklare Bäche und eine Tierwelt, die anderswo längst verschwunden ist.

Über 300 Dreitausender drängen sich hier zusammen, dazwischen verlaufen bestens markierte und gepflegte Wanderwege. Egal ob du als Genusswanderer unterwegs bist oder als ambitionierter Alpinist – die Region bietet für jedes Niveau die passende Herausforderung. Besonders schön: Viele Wege sind als Themenwege gestaltet, die spielerisch Wissen über Gletscher, Mineralien und Wildtiere vermitteln.

Wegequalität und Beschilderung

Die Wanderwege in den Hohen Tauern Kärntens sind durchweg gut markiert und farblich nach Schwierigkeit gekennzeichnet. Talwege und Almwanderungen sind oft breit und familienfreundlich, während die hochalpinen Routen schmaler werden und Trittsicherheit erfordern. An zentralen Knotenpunkten findest du klare Wegweiser mit Zeitangaben und Zielen.

Ein großes Plus ist das dichte Netz aus bewirtschafteten Hütten und Almen. Selten musst du lange ohne Einkehrmöglichkeit auskommen – und nichts schmeckt besser als ein kühles Almgetränk nach einem schweißtreibenden Anstieg. Viele Hütten bieten zudem Übernachtungen an, sodass sich auch mehrtägige Touren bequem planen lassen.

Naturerlebnisse und Aussichtspunkte

Die Aussichtspunkte der Region gehören zu den eindrucksvollsten der Ostalpen. Von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe blickst du direkt auf den Großglockner und die Pasterze, während die Plattform der Kölnbreinsperre einen schwindelerregenden Tiefblick bietet. Wer es ruhiger mag, findet an den Almseen rund um Mallnitz Spiegelbilder der Berggipfel, die jedes Fotografenherz höherschlagen lassen.

Tierbeobachtungen gehören hier zum Wanderalltag: Murmeltiere pfeifen aus jeder Ecke, Steinböcke ziehen würdevoll ihre Bahnen, und mit etwas Glück kreist hoch oben ein Bartgeier. Diese Begegnungen verleihen jeder Tour einen besonderen Zauber – und machen das Wandern hier zu mehr als nur Bewegung an der frischen Luft.

Für wen sich die Region eignet

Die Hohen Tauern in Kärnten sind ein echtes Allround-Wanderparadies. Familien mit Kindern finden im Seebachtal oder rund um Heiligenblut sanfte, sichere Wege mit hohem Erlebnisfaktor. Genusswanderer schätzen die zahlreichen Almen und Hütten, während erfahrene Bergsteiger an Gipfeln wie dem Hochalmspitz oder dem Ankogel ihre alpinen Ambitionen ausleben.

Auch zeitlich ist die Region flexibel: Von kurzen Spaziergängen über Halbtagestouren bis zu mehrtägigen Hüttenwanderungen ist alles möglich. Wer einmal hier war, kommt fast immer wieder – denn es gibt schlicht zu viel zu entdecken für einen einzigen Urlaub.

Unterkünfte & Gastgeber rund um die Hohen Tauern

Die schönsten Wandertouren in den Hohen Tauern Kärntens

Gletscherweg Pasterze ab Kaiser-Franz-Josefs-Höhe

Diese Tour beginnt an der berühmten Kaiser-Franz-Josefs-Höhe am Ende der Großglockner-Hochalpenstraße und führt dich direkt hinunter zur Pasterze, dem größten Gletscher Österreichs. Über die historische Gamsgrubenweg-Region und die Stufen hinab zur Gletscherzunge erlebst du das ewige Eis hautnah – auch wenn der Gletscher von Jahr zu Jahr deutlich zurückweicht.

Der Weg ist als Themenweg gestaltet und vermittelt unterwegs Wissenswertes über Gletscherkunde und die Auswirkungen des Klimawandels. Auf den Felsen rund um den Weg tummeln sich häufig Steinböcke, die hier erstaunlich zutraulich sind. Der Blick zum Großglockner ist auf der gesamten Strecke schlicht überwältigend.

Die Tour eignet sich für trittsichere Wanderer mit guter Kondition – der Wiederaufstieg von der Gletscherzunge hat es in sich. Festes Schuhwerk und Wetterfestigkeit sind Pflicht, da sich das Hochgebirgswetter rasch ändern kann. Ein absolutes Muss für jeden Besucher der Glocknerregion.

Fallbach-Wasserfall im Maltatal

Diese Wanderung startet im hinteren Maltatal nahe der Kölnbreinsperren-Zufahrt und führt zum imposanten Fallbach-Wasserfall, mit rund 200 Metern einem der höchsten Wasserfälle Österreichs. Der Weg schlängelt sich durch Bergwald entlang des tosenden Bachs und gewinnt stetig an Höhe.

Im Frühsommer, wenn die Schneeschmelze in vollem Gange ist, donnert das Wasser mit beeindruckender Wucht über die Felsstufen – die Gischt liegt feucht in der Luft und kühlt herrlich. Mehrere Aussichtsplattformen erlauben dir spektakuläre Blicke auf die stürzenden Wassermassen aus unterschiedlichen Perspektiven.

Die Tour ist mittelschwer und auch für sportliche Familien mit älteren Kindern gut machbar. Wer mag, kombiniert sie mit einer Auffahrt zur Kölnbreinsperre und einer anschließenden Hochgebirgswanderung rund um den Stausee. Das "Tal der stürzenden Wasser" macht seinem Namen hier alle Ehre.

Seebachtal zum Stappitzer See bei Mallnitz

Ab dem Bergdorf Mallnitz führt diese gemütliche Tour ins idyllische Seebachtal bis zum stillen Stappitzer See. Der Weg verläuft sanft ansteigend durch Lärchenwälder und über offene Almböden, sodass auch Familien mit kleineren Kindern ihre Freude haben.

Der Stappitzer See ist ein wahres Naturjuwel: An windstillen Tagen spiegeln sich die umliegenden Gipfel der Ankogelgruppe perfekt in der Wasseroberfläche. Das Seebachtal gilt als Hotspot für Tierbeobachtungen – mit Fernglas entdeckst du häufig Gämsen, Rothirsche und kreisende Greifvögel.

Wer mehr will, kann von hier weiter Richtung Schwussnerhütte oder Hannoverhaus wandern und tiefer in die alpine Wildnis eintauchen. Vom Nationalpark-Besucherzentrum BIOS in Mallnitz lassen sich zudem geführte Touren mit Rangern buchen. Eine entspannte Tour mit viel Naturerlebnis und wenig Trubel.

Rundwanderung Kölnbreinsperre

Hoch über dem Maltatal thront die Kölnbreinsperre, die höchste Staumauer Österreichs. Diese Hochgebirgstour beginnt direkt an der Staumauer auf rund 1.900 Metern und führt rund um den türkisblauen Speichersee tief in die Ankogelgruppe hinein.

Der Weg eröffnet ständig wechselnde Panoramen auf die schroffen Gipfel und den glitzernden See. Unterwegs passierst du karge Hochgebirgslandschaften, in denen Murmeltiere und Steinböcke zu Hause sind. Die Aussichtsplattform an der Staumauer bietet vor oder nach der Tour einen schwindelerregenden Tiefblick.

Die Tour richtet sich an konditionsstarke Wanderer, die das Weite und die Stille des Hochgebirges suchen. Einkehrmöglichkeit bietet das Berghotel direkt an der Sperre. Wer früh startet, kann die Tour mit einem Abstecher zu einer der umliegenden Hütten verlängern und das alpine Hochtal in seiner ganzen Pracht genießen.

Goldgräberpfad in Heiligenblut

Diese kulturhistorische Wanderung startet in Heiligenblut und folgt den Spuren der einstigen Goldgräber, die hier in den Hohen Tauern nach dem begehrten Edelmetall suchten. Der Weg führt über Almwiesen und durch lichte Wälder, immer mit Blick auf das berühmte Wallfahrtskirchlein und den Großglockner im Hintergrund.

Unterwegs erfährst du an Infotafeln viel über die harte Arbeit der Bergknappen und die Geschichte des Goldbergbaus in der Region. Das Postkartenmotiv von Heiligenblut mit dem spitzen Kirchturm und dem schneebedeckten Glockner begleitet dich auf weiten Teilen der Strecke.

Die Tour ist mittelschwer und eignet sich gut als Halbtageswanderung für Genießer und kulturell Interessierte. Zur Stärkung locken die urigen Almhütten mit Kärntner Kasnudeln und frischem Bergkäse. Eine gelungene Mischung aus Natur, Geschichte und Bergromantik.

Ankogel-Höhenweg von der Bergstation

Mit der Ankogelbahn ab Mallnitz schwebst du bequem auf über 2.600 Meter und beginnst deine Tour mitten im hochalpinen Gelände. Von der Bergstation aus eröffnen sich grandiose Ausblicke auf die Gletscherwelt der Ankogelgruppe und tief hinab ins Mölltal.

Der Höhenweg führt über felsiges Gelände entlang markierter Pfade und ist ein echtes Erlebnis für trittsichere Bergwanderer. Mit etwas Bergerfahrung lässt sich von hier eine Tour Richtung Hannoverhaus unternehmen, dem Stützpunkt für die Besteigung des Ankogel, eines der ersten je bestiegenen Hochalpengipfel.

Diese Tour ist nichts für Höhenängstliche, belohnt aber mit einem unvergleichlichen Hochgebirgspanorama und dem Gefühl, dem Himmel ein gutes Stück näher zu sein. Festes Schuhwerk, Wetterschutz und Kondition sind Voraussetzung. Für ambitionierte Wanderer ein echtes Highlight der Region.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Wandern in den Hohen Tauern Kärntens?

Die ideale Wandersaison erstreckt sich von Mitte Juni bis Mitte Oktober. In dieser Zeit sind die meisten Wege schneefrei, die Hütten geöffnet und die Almen bewirtschaftet. Besonders schön ist der Frühsommer, wenn die Wasserfälle im Maltatal durch die Schneeschmelze ihre volle Kraft entfalten und die Almwiesen in voller Blüte stehen.

Der Hochsommer von Juli bis August bietet stabile Wetterlagen, ist aber auch die besucherstärkste Zeit. Wer es ruhiger mag, sollte den September wählen: Das Licht ist klar, die Luft angenehm kühl, und die ersten Lärchen färben sich golden. In den höheren Lagen kann allerdings schon im frühen Herbst der erste Schnee fallen, daher lohnt ein Blick auf den Wetterbericht.

Sind die Hohen Tauern zum Wandern mit Kindern geeignet?

Absolut! Die Region bietet zahlreiche familienfreundliche Wanderungen mit hohem Erlebnisfaktor. Das Seebachtal bei Mallnitz mit dem Stappitzer See ist nahezu eben und ideal für kleine Wanderfüße. Auch die Themenwege rund um Heiligenblut und das Nationalpark-Besucherzentrum BIOS begeistern Kinder mit spielerischen Stationen.

Tierbeobachtungen sind ein großer Pluspunkt für den Nachwuchs: Murmeltiere, Gämsen und Steinböcke lassen sich oft aus der Nähe beobachten. Viele Almen bieten zudem Spielmöglichkeiten und kindgerechte Verpflegung. Wichtig ist, die Touren an das Alter und die Kondition der Kinder anzupassen und ausreichend Pausen einzuplanen. Mit guter Vorbereitung wird der Wandertag zum unvergesslichen Familienabenteuer.

Darf ich meinen Hund mit auf die Wanderungen nehmen?

Grundsätzlich ja, denn Hunde sind in den Hohen Tauern willkommen. Allerdings gelten im Nationalpark besondere Regeln zum Schutz der Wildtiere: In vielen sensiblen Zonen herrscht Leinenpflicht, und auf Almflächen mit Weidevieh solltest du deinen Vierbeiner unbedingt an der Leine führen.

Begegnungen mit Mutterkühen können gefährlich werden, daher gilt: Abstand halten und im Zweifel den Hund ableinen, falls eine Kuh aggressiv reagiert. Achte außerdem darauf, dass dein Hund trittsicher ist und genug Wasser bekommt, gerade an heißen Sommertagen. Viele Hütten erlauben Hunde im Gastraum oder zumindest auf der Terrasse – ein kurzer Anruf vorab schafft Klarheit.

Wie anspruchsvoll sind die Wanderwege in der Region?

Das Spektrum ist breit gefächert. Von gemütlichen Talwanderungen und Almspaziergängen bis hin zu hochalpinen Gipfeltouren ist alles vertreten. Familien und Genusswanderer finden im Seebachtal oder rund um Heiligenblut leichte Wege ohne große Höhenunterschiede.

Anspruchsvollere Touren wie der Gletscherweg Pasterze oder der Ankogel-Höhenweg erfordern Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gute Kondition. Die Wege sind durchweg gut markiert und farblich nach Schwierigkeit gekennzeichnet. Wichtig ist, die eigene Erfahrung realistisch einzuschätzen und die Tourenwahl an Wetter und Fitness anzupassen. Im Zweifel helfen die Tourismusbüros vor Ort mit ehrlichen Empfehlungen weiter.

Brauche ich eine spezielle Ausrüstung?

Für die meisten Wanderungen reichen knöchelhohe, gut eingelaufene Wanderschuhe mit profilierter Sohle, atmungsaktive Kleidung und ein Rucksack mit Verpflegung und ausreichend Wasser. Da das Bergwetter rasch umschlagen kann, gehören eine Regenjacke und eine warme Schicht immer ins Gepäck – selbst im Hochsommer.

Sonnenschutz ist in den Höhenlagen besonders wichtig, denn die UV-Strahlung ist hier intensiver. Für hochalpine Touren empfehlen sich zusätzlich Wanderstöcke und eventuell ein Erste-Hilfe-Set. Wer auf Gletschertouren plant, sollte nur mit Bergführer und entsprechender Ausrüstung unterwegs sein. Eine Karte oder eine Wander-App auf dem Smartphone hilft bei der Orientierung.

Gibt es genug Hütten und Einkehrmöglichkeiten?

Ja, die Hohen Tauern Kärntens verfügen über ein dichtes Netz an bewirtschafteten Hütten und Almen. Selten musst du lange ohne Einkehrmöglichkeit auskommen. Auf vielen Touren laden urige Hütten zur Rast mit regionalen Spezialitäten ein.

Besonders beliebt sind die Kärntner Kasnudeln, frischer Bergkäse und der berühmte Kaiserschmarrn. Viele Hütten bieten auch Übernachtungen an, sodass sich mehrtägige Hüttenwanderungen bequem planen lassen. In der Hochsaison empfiehlt sich eine Reservierung, vor allem bei den beliebten Stützpunkten wie dem Hannoverhaus. Außerhalb der Saison können manche Hütten geschlossen sein – ein Blick auf die Öffnungszeiten lohnt sich.

Wie komme ich am besten in die Region?

Mit dem Auto erreichst du die Region über die Großglockner-Hochalpenstraße (mautpflichtig) oder über das Mölltal Richtung Heiligenblut. Mallnitz ist zudem hervorragend mit der Bahn angebunden und liegt direkt an der Tauernbahn – ideal für umweltbewusste Anreise. Der Autoschleuse-Verlad durch den Tauerntunnel verbindet Mallnitz mit dem Salzburger Land.

Vor Ort gibt es Wanderbusse, die zu den wichtigsten Ausgangspunkten fahren, etwa ins Maltatal oder zur Kölnbreinsperre. Viele Unterkünfte bieten zudem Gästekarten, die kostenlose oder vergünstigte Nutzung von Bergbahnen und öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglichen. So lassen sich auch Touren mit unterschiedlichen Start- und Zielpunkten gut organisieren.

Was kostet die Großglockner-Hochalpenstraße?

Die Großglockner-Hochalpenstraße ist mautpflichtig, und die Tagesgebühr für einen PKW liegt im zweistelligen Eurobereich. Es gibt verschiedene Ticketvarianten, darunter auch Mehrtages- und Jahreskarten, die sich für längere Aufenthalte lohnen können. Die genauen aktuellen Preise findest du auf der offiziellen Website der Straße.

Die Fahrt ist jedes Geld wert: Die Panoramastraße schlängelt sich in zahlreichen Kehren hinauf zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe mit Blick auf den Großglockner und die Pasterze. Unterwegs gibt es Aussichtspunkte, Ausstellungen und Wandermöglichkeiten. Beachte, dass die Straße nur in der schneefreien Saison von Anfang Mai bis etwa Anfang November geöffnet ist und nachts gesperrt wird.

Kann man in den Hohen Tauern Wildtiere beobachten?

Die Hohen Tauern sind ein wahres Eldorado für Naturbeobachter. Murmeltiere pfeifen aus jeder Ecke, Steinböcke ziehen würdevoll über die Hänge, und Gämsen sind auf vielen Touren zu sehen. Das Seebachtal bei Mallnitz gilt als besonders guter Spot für Tierbeobachtungen.

Mit etwas Glück und einem Fernglas kannst du sogar den majestätischen Bartgeier am Himmel kreisen sehen, der hier erfolgreich wieder angesiedelt wurde. Auch Rothirsche und Adler sind heimisch. Die besten Beobachtungszeiten sind früh am Morgen und in den Abendstunden. Geführte Ranger-Touren vom Nationalpark-Besucherzentrum BIOS in Mallnitz erhöhen die Chancen auf spannende Begegnungen deutlich.

Sind die Wanderungen auch für Anfänger geeignet?

Ja, gerade Einsteiger finden in den Hohen Tauern Kärntens eine Fülle an leichten Touren. Talwanderungen wie ins Seebachtal oder kurze Rundwege rund um Heiligenblut erfordern keine besondere Bergerfahrung und lassen sich gut an einem halben Tag bewältigen.

Wichtig ist, mit den eigenen Kräften zu haushalten und nicht gleich die anspruchsvollsten Gipfeltouren zu wählen. Beginne mit kürzeren Strecken und steigere dich langsam. Die Tourismusbüros und Hüttenwirte geben gerne ehrliche Empfehlungen für das passende Niveau. Mit guter Vorbereitung, festem Schuhwerk und etwas Geduld wird auch der erste Bergsommer zu einem genussvollen Erlebnis.

Gibt es geführte Wanderungen im Nationalpark?

Ja, der Nationalpark Hohe Tauern bietet ein umfangreiches Programm an geführten Touren mit erfahrenen Rangern an. Diese Touren sind ideal, um die Region mit Expertenwissen zu erkunden: Die Ranger kennen die besten Plätze für Tierbeobachtungen und erklären spannende Zusammenhänge über Geologie, Flora und Fauna.

Angeboten werden unter anderem Gletscherwanderungen, Wildtierbeobachtungen und Themenwanderungen für Familien. Treffpunkt ist oft das Besucherzentrum BIOS in Mallnitz. Viele Touren sind kostenlos oder mit der Gästekarte vergünstigt. Eine Anmeldung wird empfohlen, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Gerade für Erstbesucher sind diese Touren eine wunderbare Einführung in die Geheimnisse der Hohen Tauern.

Wie ist die Handynetz-Abdeckung in den Bergen?

In den Tälern und größeren Orten wie Mallnitz und Heiligenblut ist die Netzabdeckung in der Regel gut. In hochalpinen Lagen und abgelegenen Tälern kann das Signal jedoch schwach oder gar nicht vorhanden sein. Verlasse dich daher nicht ausschließlich auf dein Smartphone für die Navigation.

Es empfiehlt sich, die geplante Route vorab offline herunterzuladen oder eine gedruckte Wanderkarte mitzunehmen. Informiere außerdem jemanden über deine Tourenpläne und die geplante Rückkehrzeit. Im Notfall gilt der europaweite Notruf 112, der auch ohne Netz des eigenen Anbieters funktioniert, sofern ein anderes Netz verfügbar ist. Sicherheit geht im Hochgebirge immer vor.

Was sollte ich bei Gewitter im Gebirge beachten?

Gewitter sind im Hochgebirge eine ernstzunehmende Gefahr, besonders an heißen Sommernachmittagen. Plane deine Touren daher so, dass du Gipfel und exponierte Grate am frühen Morgen erreichst und am Nachmittag bereits den Abstieg begonnen hast. Beobachte den Himmel und brich Touren bei aufziehenden dunklen Wolken rechtzeitig ab.

Während eines Gewitters solltest du Gipfel, Grate und einzelne Bäume meiden und tiefer gelegene Mulden aufsuchen. Halte Abstand zu metallischen Gegenständen und kauere dich mit geschlossenen Beinen auf den Rucksack. Eine bewirtschaftete Hütte bietet den sichersten Unterschlupf. Studiere vor jeder Tour den aktuellen Bergwetterbericht, der für die Hohen Tauern sehr zuverlässig verfügbar ist.

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