Berge, See und Weinberge
Heidiland: Wo Alpenmärchen und Wandertraum zwischen Walensee und Pizol verschmelzen
Wandern im Heidiland
Stell dir vor, du stehst auf einer Alpwiese, unter dir glitzert türkis der Walensee, hinter dir ragen die schroffen Churfirsten wie eine steinerne Zackenkrone in den Himmel. Willkommen im Heidiland, jener Ecke der Ostschweiz zwischen dem Kanton St. Gallen und den Ausläufern des Appenzells, die ihren Namen nicht von ungefähr trägt. Denn hier, in den grünen Hügeln oberhalb von Maienfeld, soll die kleine Heidi einst mit ihren Ziegen durch die Berge gestreift sein.
Das Heidiland ist ein Landstrich voller Kontraste, der Wanderherzen höherschlagen lässt. Da wären die fünf funkelnden Bergseen am Pizol, die auf dem legendären Fünf-Seen-Wanderweg zu einer der schönsten Höhenwanderungen der Schweiz eingeladen. Da wären die sanften Weinberge der Bündner Herrschaft, wo edle Tropfen reifen und der Herbst die Rebhänge in warmes Gold taucht. Und da wäre der Walensee, dessen tiefes Blauwasser von den steil abfallenden Churfirsten bewacht wird.
Wer hier wandert, spürt schnell, dass Landschaft und Geschichten untrennbar verwoben sind. Zwischen duftenden Bergblumen, dem Läuten der Kuhglocken und dem Rauschen glasklarer Bäche entfaltet sich ein Naturschauspiel, das Generationen von Wanderern verzaubert hat. Die Wege reichen vom gemütlichen Familienspaziergang am Seeufer bis zur anspruchsvollen Gratwanderung hoch über der Baumgrenze.
Und das Beste: Zwischen zwei Etappen wartet echte Ostschweizer Gastfreundschaft. Auf urigen Alpwirtschaften gibt es kräftigen Bergkäse, hausgemachte Röschti und ein kühles Getränk mit Panoramablick. Das Heidiland ist kein aufgeregtes Postkartenidyll, sondern ein authentisches Stück Alpenwelt, das seine Besucher mit ehrlicher Schönheit und einer gehörigen Portion Ruhe empfängt.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
400 bis 2844 m (Pizol)
Geländecharakter
Bergwege, Uferpfade, Rebhänge
Infrastruktur
Bergbahnen, Gasthäuser, gute ÖV-Anbindung
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober
Highlights im Heidiland: Natur, Kultur und Genuss
Das Erbe der kleinen Heidi
Kaum eine literarische Figur ist so eng mit einer Landschaft verwoben wie Johanna Spyris berühmte Heidi. Oberhalb von Maienfeld liegt das Heididorf, ein liebevoll gestalteter Ort, an dem die Geschichte des Alpenmädchens lebendig wird. Hier stehen das originalgetreue Heidihaus und der Alpöhi-Hof, umgeben von genau jenen grünen Hängen, die Spyri zu ihrem Weltbestseller inspirierten.
Vom Heididorf führt der Heidiweg hinauf zur Heidialp, ein Themenweg, der besonders Familien begeistert. Unterwegs erzählen Stationen von Heidis Abenteuern, während die Kinder Ziegen streicheln und die Erwachsenen den Blick über das Rheintal schweifen lassen. Wusstest du schon, dass jährlich Zehntausende Besucher aus Japan anreisen? Dort ist die Zeichentrickserie um Heidi so populär, dass das Heidiland zu einem regelrechten Pilgerziel geworden ist.
Die majestätischen Churfirsten und der Walensee
Die Churfirsten sind das unverwechselbare Wahrzeichen der Region: sieben markante Gipfel, die sich wie eine gezackte Mauer über dem Walensee erheben. Von der Seeseite fallen sie fast senkrecht ins Wasser ab, während sie sich zur anderen Seite in sanften Alpweiden verlieren. Dieses ungewöhnliche Landschaftsbild macht die Churfirsten zu einem geologischen Kuriosum und zu einem magischen Fotomotiv.
Der Walensee selbst gilt als einer der schönsten Seen der Schweiz. Sein tiefes Türkis wechselt je nach Licht und Wetter die Farbe, und die kleinen Ortschaften am Ufer, wie Quinten, sind teilweise nur zu Fuss oder per Schiff erreichbar. Quinten ist ein echter Geheimtipp: ein autofreies Winzerdörfchen mit fast mediterranem Klima, in dem sogar Feigen und Kiwis gedeihen.
Wein, Käse und kulinarische Schätze
Die Bündner Herrschaft rund um Maienfeld und Jenins ist eine der renommiertesten Weinregionen der Schweiz. Der Blauburgunder gedeiht hier prächtig und bringt Weine hervor, die weit über die Landesgrenzen hinaus geschätzt werden. Eine Wanderung durch die Rebberge im goldenen Herbstlicht, gefolgt von einer Degustation beim Winzer, gehört zu den genussvollsten Erlebnissen der Region.
Doch nicht nur der Wein verwöhnt den Gaumen. Auf den Alpen der Umgebung wird noch traditionell Bergkäse hergestellt, der auf urigen Alpwirtschaften frisch serviert wird. Dazu kräftiges Bauernbrot, luftgetrockneter Bündnerfleisch und hausgemachte Süssigkeiten. Wer eine Alp in der Sommerzeit besucht, kann oft dem Senn beim Käsen über die Schulter schauen.
Thermalquellen und Erholung
Bad Ragaz ist seit Jahrhunderten für sein heilendes Thermalwasser berühmt, das aus der spektakulären Taminaschlucht sprudelt. Nach einer anstrengenden Bergtour gibt es kaum Schöneres, als die müden Muskeln im warmen Mineralwasser zu entspannen. Die Taminaschlucht selbst ist ein Naturschauspiel für sich: eine tief eingeschnittene Klamm, in deren Innerem die alte Badeanstalt Alt St. Johann liegt.
Rund um Bad Ragaz hat sich ausserdem eine bemerkenswerte Kunst- und Wellnesskultur etabliert. Der Ort verbindet alpine Wanderfreuden mit gehobenem Genuss, sodass hier sportliche Aktivität und Erholung perfekt Hand in Hand gehen.
Warum Wandern im Heidiland unvergesslich wird
Wanderwege für jeden Anspruch
Das Heidiland ist ein wahres Wanderparadies, das sich durch eine bemerkenswerte Vielfalt auszeichnet. Vom gemütlichen Uferweg am Walensee über blühende Themenpfade bis hin zu hochalpinen Gratwanderungen findet hier jeder seinen Weg. Die Beschilderung folgt dem bewährten Schweizer System mit gelben Wegweisern und präzisen Zeitangaben, sodass du dich auch ohne perfekte Ortskenntnis sicher bewegen kannst.
Besonders für Familien ist die Region ein Segen. Themenwege wie der Heidiweg oder die Erlebnispfade rund um den Pizol machen das Wandern zum spielerischen Abenteuer, bei dem auch Kinder nicht müde werden. Gleichzeitig kommen ambitionierte Bergwanderer auf anspruchsvollen Höhenrouten voll auf ihre Kosten.
Der legendäre Fünf-Seen-Weg am Pizol
Kaum eine Wanderung in der Schweiz geniesst einen so guten Ruf wie der Fünf-Seen-Wanderweg am Pizol. Auf rund 11 Kilometern führt die Route zu fünf hochalpinen Bergseen, die je nach Tageszeit und Lichteinfall in unterschiedlichsten Blau- und Grüntönen leuchten. Wildsee, Schottensee, Schwarzsee, Baschalvasee und Wangsersee bilden eine Perlenkette aus glasklarem Bergwasser.
Die Wanderung beginnt bequem mit der Seilbahn, sodass die knackigsten Höhenmeter überwunden sind. Dennoch verlangt der Weg mit rund fünf bis sechs Stunden Gehzeit und felsigen Passagen eine gewisse Kondition und Trittsicherheit. Die Belohnung ist ein Panorama, das kaum zu überbieten ist, mit Blick bis weit in die Bündner und Glarner Alpen.
Naturerlebnisse abseits der Pfade
Wer die Stille sucht, findet im Heidiland zahlreiche Ecken, in denen die Natur unberührt scheint. Blumenreiche Alpwiesen summen im Sommer vor Insekten, Murmeltiere pfeifen von den Felsen, und mit etwas Glück lassen sich Gämsen und Steinböcke beobachten. Die klare Bergluft und das Rauschen der Bäche schaffen eine Atmosphäre, in der man den Alltag schnell vergisst.
Auch botanisch hat die Region einiges zu bieten. Enzian, Alpenrosen und Edelweiss gedeihen in den höheren Lagen, während die geschützten Feuchtgebiete seltene Pflanzenarten beherbergen. Für Naturliebhaber ist jede Wanderung zugleich eine kleine Entdeckungsreise durch die alpine Flora und Fauna.
Aussichtspunkte zum Verweilen
Das Heidiland ist reich an Panoramastellen, an denen man einfach nur staunen möchte. Vom Gipfel des Pizol reicht der Blick über ein Meer aus Bergketten, während man von den Höhen oberhalb des Walensees das türkise Wasser tief unter sich glitzern sieht. Solche Momente sind es, die eine Wanderung im Heidiland unvergesslich machen.
Viele Aussichtspunkte sind mit gemütlichen Bänken oder urigen Bergrestaurants ausgestattet, sodass man das Panorama bei einer wohlverdienten Rast in vollen Zügen geniessen kann. Nimm dir Zeit, verweile und lass die Bergwelt auf dich wirken, denn Eile ist hier fehl am Platz.
Übernachten im Heidiland: Von Bergchalet bis Wellnesshotel
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Die schönsten Wandertouren im Heidiland
Der Fünf-Seen-Wanderweg am Pizol
Diese Klassiker-Tour beginnt an der Bergstation Pizol Furt, die du bequem mit der Gondelbahn ab Bad Ragaz oder Wangs erreichst. Von hier aus führt der markierte Bergweg über rund 11 Kilometer und etwa 500 Höhenmeter im Auf- und Abstieg zu den fünf berühmten Bergseen: Wildsee, Schottensee, Schwarzsee, Baschalvasee und Wangsersee.
Der Höhepunkt ist zweifellos der Wildsee, der auf über 2400 Metern in einem Felskessel liegt und dessen tiefblaues Wasser sich bei windstillem Wetter wie ein Spiegel präsentiert. Der Weg verlangt Trittsicherheit, da einige Passagen über Geröll und Schneefelder führen, die sich bis in den Frühsommer halten können. Plane rund fünf bis sechs Stunden reine Gehzeit ein.
Die Tour eignet sich für konditionsstarke Wanderer und wird meist erst ab Juli begehbar. Unterwegs laden das Berggasthaus Pizolhütte und die Gaffia zur Rast. Diese Höhenwanderung zählt zu Recht zu den schönsten der Schweiz und belohnt jeden Schritt mit atemberaubenden Ausblicken.
Der Heidiweg von Maienfeld zur Heidialp
Diese familienfreundliche Wanderung startet im Zentrum von Maienfeld und führt zunächst durch Weinberge hinauf zum Heididorf in Oberrofels. Von dort geht es auf dem gut markierten Heidiweg weiter bergauf zur Heidialp, die auf rund 1100 Metern liegt. Insgesamt sind es etwa 8 Kilometer und rund 600 Höhenmeter.
Entlang des Weges erzählen zahlreiche Erlebnisstationen die Geschichte von Heidi und dem Alpöhi. Kinder können Ziegen beobachten, in Baumhäusern spielen und die Landschaft entdecken, die Johanna Spyri zu ihrem Weltbestseller inspirierte. Der Ausblick auf das Bündner Rheintal ist dabei einfach herrlich.
Für die gesamte Tour solltest du drei bis vier Stunden einplanen. Wer den Aufstieg abkürzen möchte, kann bis zum Heididorf mit dem Auto oder Shuttle fahren. Auf der Heidialp gibt es eine urige Bewirtung mit hausgemachten Spezialitäten. Ideal für Familien und Kulturinteressierte.
Uferwanderung nach Quinten am Walensee
Das autofreie Winzerdörfchen Quinten liegt versteckt am Nordufer des Walensees und lässt sich nur zu Fuss oder per Schiff erreichen. Die schönste Wanderung startet in Weesen und folgt dem Seeuferweg über Betlis Richtung Quinten. Die Strecke ist rund 9 Kilometer lang und weitgehend flach, mit nur moderaten Steigungen.
Unterwegs passierst du den beeindruckenden Seerenbachfall, einen der höchsten Wasserfälle der Schweiz, der sich über mehrere Stufen in die Tiefe stürzt. Der Weg schlängelt sich immer wieder nah am türkisen Wasser entlang, vorbei an schattigen Wäldchen und sonnigen Felspartien.
In Quinten angekommen, erwartet dich ein fast mediterranes Flair mit Weinreben, Feigenbäumen und gemütlichen Restaurants direkt am See. Zurück geht es entspannt mit dem Kursschiff. Diese Tour eignet sich hervorragend für alle, die eine genussvolle Wanderung ohne grosse Anstrengung suchen, am schönsten von Frühling bis Herbst.
Rundwanderung durch die Taminaschlucht
Diese eindrucksvolle Tour startet in Bad Ragaz und führt entlang der wild rauschenden Tamina in die spektakuläre Taminaschlucht. Der gut ausgebaute Weg schlängelt sich rund 4 Kilometer bis zum Alten Bad Pfäfers, einer barocken Badeanstalt aus dem 16. Jahrhundert, die tief in der Schlucht verborgen liegt.
Am Ende der begehbaren Schlucht sprudelt die berühmte Thermalquelle aus dem Fels, deren heilendes Wasser Bad Ragaz weltberühmt gemacht hat. Die steilen Felswände ragen dabei hunderte Meter in die Höhe und tauchen die Schlucht in ein geheimnisvolles Halbdunkel.
Wer möchte, kann von Bad Pfäfers weiter hinauf ins Dorf Pfäfers wandern und die gesamte Runde auf etwa 12 Kilometer ausdehnen. Die Tour ist ganzjährig gut begehbar und eignet sich für alle Altersgruppen. Ein Besuch der Thermalbäder von Bad Ragaz rundet den Tag perfekt ab.
Weinwanderung durch die Bündner Herrschaft
Diese genussvolle Route verbindet die Winzerdörfer Maienfeld, Jenins, Malans und Fläsch zu einer stimmungsvollen Rundwanderung durch die renommierteste Weinregion der Ostschweiz. Die Strecke misst rund 12 Kilometer und verläuft weitgehend flach durch die sanften Rebhänge.
Zwischen den Weinstöcken eröffnen sich immer wieder weite Blicke ins Rheintal und auf die umliegenden Berge. Besonders im Herbst, wenn sich das Laub der Reben golden und rot färbt, ist die Landschaft ein wahres Fest für die Augen. Zahlreiche Winzer laden entlang des Weges zur Degustation ihres edlen Blauburgunders.
Die Wanderung eignet sich ideal für Geniesser und ist auch für weniger geübte Wanderer gut machbar. Plane genügend Zeit für gemütliche Einkehrstopps ein, denn hier geht es nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um puren Genuss. Von September bis Oktober ist die Region am schönsten.
Häufige Fragen
Ist der Fünf-Seen-Weg für Anfänger geeignet?
Der Fünf-Seen-Wanderweg am Pizol ist zwar eine der beliebtesten Touren der Region, richtet sich aber eher an erfahrene und konditionsstarke Wanderer. Mit rund 11 Kilometern, etwa 500 Höhenmetern und einer Gehzeit von fünf bis sechs Stunden verlangt er eine solide Grundfitness.
Hinzu kommen felsige Passagen und teilweise Schneefelder, die bis in den Frühsommer liegen bleiben können und Trittsicherheit erfordern. Für absolute Wanderneulinge ist die Tour daher nur bedingt zu empfehlen. Wer jedoch bereits einige Bergwanderungen absolviert hat, wird mit einem unvergesslichen Erlebnis belohnt. Gutes Schuhwerk und ausreichend Verpflegung sind Pflicht.
Kann man im Heidiland mit Kindern wandern?
Das Heidiland ist geradezu ideal für Familien mit Kindern. Der Heidiweg von Maienfeld zur Heidialp begeistert die Kleinen mit Erlebnisstationen, Ziegen zum Streicheln und der lebendigen Geschichte von Heidi und dem Alpöhi.
Auch die Uferwanderungen am Walensee sind mit ihren flachen Abschnitten gut für Kinder machbar. Viele Themenwege sind kurzweilig gestaltet und mit spielerischen Elementen versehen, sodass keine Langeweile aufkommt. Achte darauf, die Tour dem Alter und der Kondition deiner Kinder anzupassen und genügend Pausen einzuplanen. Bergbahnen helfen zudem, anstrengende Aufstiege abzukürzen.
Darf ich meinen Hund mit auf die Wanderungen nehmen?
Hunde sind auf den meisten Wanderwegen im Heidiland herzlich willkommen. Besonders die Uferwege am Walensee und die Weinwanderungen durch die Bündner Herrschaft eignen sich gut für Vierbeiner, da sie gut befestigt und nicht zu steil sind.
Auf Alpweiden mit Viehbestand solltest du deinen Hund unbedingt an der Leine führen, um Konflikte mit Weidetieren, insbesondere Mutterkühen mit Kälbern, zu vermeiden. Bei hochalpinen Touren wie dem Fünf-Seen-Weg ist Vorsicht geboten, da felsige Passagen und Schneefelder für Hunde anstrengend sein können. Denk an ausreichend Wasser für deinen Begleiter, denn an manchen Höhenwegen gibt es keine Trinkquellen.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Heidiland?
Die Hauptwandersaison im Heidiland erstreckt sich von Mai bis Oktober. Die tieferen Lagen rund um den Walensee und die Bündner Herrschaft sind oft schon ab April begehbar, während hochalpine Touren wie der Fünf-Seen-Weg meist erst ab Juli schneefrei sind.
Der Herbst hat einen ganz besonderen Reiz, wenn sich die Weinberge golden färben und die Luft klar und frisch ist. Der Sommer bietet die verlässlichsten Bedingungen für Bergtouren, kann aber auch heiss werden. Informiere dich vor jeder Höhenwanderung über die aktuellen Verhältnisse und die Betriebszeiten der Bergbahnen, die je nach Saison variieren.
Wie erreiche ich das Heidiland mit öffentlichen Verkehrsmitteln?
Das Heidiland ist hervorragend an das Schweizer Bahnnetz angebunden. Bad Ragaz und Maienfeld liegen direkt an der Bahnlinie zwischen Zürich und Chur und sind bequem mit dem Zug erreichbar. Von dort bringen dich Postautos und Busse zu den Ausgangspunkten der meisten Wanderungen.
Der Walensee ist über die Bahnhöfe Weesen und Walenstadt gut erschlossen, und die Kursschiffe verbinden die Uferorte auf malerische Weise. Für den Pizol steigst du in Bad Ragaz oder Wangs in die Gondelbahn. Dank des dichten Schweizer ÖV-Netzes lässt sich fast jede Tour ohne eigenes Auto planen, was besonders für Streckenwanderungen praktisch ist.
Welche Ausrüstung brauche ich für Wanderungen im Heidiland?
Für gemütliche Uferwanderungen und Weinwege genügen bequeme Wanderschuhe und wetterangepasste Kleidung. Sobald du dich in höhere Lagen begibst, solltest du deine Ausrüstung entsprechend anpassen.
Für Bergtouren wie den Fünf-Seen-Weg sind knöchelhohe, gut profilierte Wanderschuhe unverzichtbar. Nimm ausreichend Wasser, Verpflegung, Sonnenschutz und eine wärmende Schicht mit, denn das Wetter kann in den Bergen schnell umschlagen. Eine Regenjacke gehört immer in den Rucksack. Wanderstöcke entlasten bei langen Abstiegen die Gelenke. Eine Wanderkarte oder App hilft bei der Orientierung, auch wenn die Beschilderung meist zuverlässig ist.
Gibt es unterwegs Einkehrmöglichkeiten?
Ja, das Heidiland bietet eine gute Dichte an Berggasthäusern, Alpwirtschaften und Restaurants. Auf dem Fünf-Seen-Weg laden die Pizolhütte und die Gaffia zur Rast ein, während die Heidialp mit traditionellen Spezialitäten aufwartet.
Entlang der Weinwanderung in der Bündner Herrschaft findest du zahlreiche Winzerstuben und Gasthöfe, und in Quinten am Walensee erwarten dich gemütliche Restaurants mit fast mediterranem Ambiente. Auf einigen Alpen kannst du frischen Bergkäse direkt beim Senn kaufen. Beachte, dass viele Bergwirtschaften nur saisonal geöffnet sind, weshalb es sich lohnt, vorab die Öffnungszeiten zu prüfen, besonders in der Vor- und Nachsaison.
Wie schwierig ist die Uferwanderung nach Quinten?
Die Wanderung von Weesen über Betlis nach Quinten gilt als leicht bis mittelschwer und ist für die meisten Wanderer gut machbar. Auf rund 9 Kilometern verläuft der Weg weitgehend flach entlang des Walenseeufers, mit nur moderaten Steigungen.
Ein besonderes Highlight ist der Seerenbachfall, einer der höchsten Wasserfälle der Schweiz. Trittsicherheit ist an einigen felsigen Abschnitten von Vorteil, doch technische Schwierigkeiten gibt es kaum. Da Quinten autofrei ist, empfiehlt sich die Rückfahrt mit dem Kursschiff, was der Tour einen zusätzlichen Reiz verleiht. Diese Wanderung ist besonders im Frühling und Herbst empfehlenswert, wenn es nicht zu heiss ist.
Kann man im Heidiland auch mehrtägige Wanderungen machen?
Absolut, das Heidiland eignet sich hervorragend für mehrtägige Wandertouren. Verschiedene Weitwanderwege durchqueren die Region und lassen sich zu individuellen Etappen kombinieren. Übernachtungsmöglichkeiten reichen von urigen Berggasthäusern bis zu komfortablen Hotels im Tal.
Beliebt ist es, die Höhenwanderungen am Pizol mit gemütlicheren Etappen am Walensee oder in der Bündner Herrschaft zu verbinden. Dank des dichten Wegenetzes und der guten ÖV-Anbindung kannst du deine Route flexibel gestalten. Plane deine Übernachtungen frühzeitig, besonders in der Hochsaison, da beliebte Berghütten schnell ausgebucht sind. So erlebst du die Region in ihrer ganzen Vielfalt.
Ist die Taminaschlucht ganzjährig zugänglich?
Die Taminaschlucht bei Bad Ragaz ist einer der wenigen Wanderorte im Heidiland, der über weite Teile des Jahres begehbar ist. Der gut ausgebaute Weg führt entlang der wilden Tamina bis zum historischen Alten Bad Pfäfers.
In den Wintermonaten kann der Zugang je nach Witterung eingeschränkt sein, weshalb sich eine vorherige Information über die aktuellen Bedingungen lohnt. Die eindrucksvolle Schlucht mit ihren steilen Felswänden und der berühmten Thermalquelle beeindruckt zu jeder Jahreszeit. Kombiniere den Besuch am besten mit einem entspannenden Aufenthalt in den Thermalbädern von Bad Ragaz, um den Tag perfekt ausklingen zu lassen.
Welche Wanderung eignet sich für einen ersten Besuch?
Für einen ersten Besuch im Heidiland empfiehlt sich der Heidiweg von Maienfeld zur Heidialp, da er die kulturelle Seele der Region einfängt und gleichzeitig herrliche Ausblicke bietet. Er ist familienfreundlich und nicht zu anspruchsvoll.
Wer es etwas gemächlicher mag, ist mit der Uferwanderung nach Quinten am Walensee bestens beraten. Beide Touren vermitteln einen wunderbaren ersten Eindruck der landschaftlichen Vielfalt. Sportliche Besucher, die keine Höhenangst haben und über gute Kondition verfügen, sollten sich den Fünf-Seen-Weg am Pizol nicht entgehen lassen, sofern die Verhältnisse es zulassen. So oder so wirst du das Heidiland schnell ins Herz schliessen.
Gibt es geführte Wanderungen in der Region?
Ja, im Heidiland werden regelmässig geführte Wanderungen angeboten, die von erfahrenen lokalen Wanderleitern begleitet werden. Diese Touren sind ideal für alle, die die Region mit fachkundiger Begleitung entdecken und mehr über Natur, Geschichte und Kultur erfahren möchten.
Besonders beliebt sind geführte Weinwanderungen mit Degustationen bei den Winzern der Bündner Herrschaft sowie themenbezogene Touren rund um die Heidi-Geschichte. Auch für die anspruchsvolleren Bergtouren gibt es geführte Angebote, die zusätzliche Sicherheit bieten. Informationen und Buchungen erhältst du bei den örtlichen Tourismusbüros. Geführte Touren sind eine wunderbare Möglichkeit, Geheimtipps kennenzulernen, die man alleine leicht übersieht.