Fränkische Schweiz Panorama
Wandern • Fränkische Schweiz

Wandern in der Fränkischen Schweiz: Felsentäler, Burgen und Bierkeller zwischen Wiesent und Pegnitz

Felsen, Burgen, Höhlen und das beste Kellerbier der Welt – die Fränkische Schweiz ist Wandern mit allen Sinnen.

Wandern in der Fränkischen Schweiz

Stell dir vor, du stehst am Rand eines stillen Tals, über dir thront eine Felsnadel aus hellem Dolomit, in der Tiefe schlängelt sich ein klarer Bach durch saftige Wiesen – und irgendwo zwischen Buchenwald und Streuobstwiese duftet es nach frischem Bratwurstrauch. Willkommen in der Fränkischen Schweiz, einem der zauberhaftesten Wandergebiete Deutschlands.

Eingebettet zwischen den Flüssen Wiesent, Pegnitz und Püttlach liegt diese Mittelgebirgslandschaft im Herzen Frankens und verzaubert mit einer Kulisse, die fast schon kitschig schön ist: bizarre Felsformationen, geheimnisvolle Tropfsteinhöhlen, mittelalterliche Burgen auf jedem zweiten Hügel und kleine Dörfer, in denen die Zeit ein bisschen langsamer tickt.

Was die Region für Wanderer so besonders macht, ist die unglaubliche Dichte an Erlebnissen auf engstem Raum. Hier brauchst du keine Tagesmärsche, um Highlights zu erreichen – oft liegen Aussichtspunkt, Höhle, Burgruine und urige Einkehr nur eine Handvoll Kilometer auseinander. Und das Beste: Die Fränkische Schweiz besitzt die höchste Brauereidichte der Welt. Eine Wanderung endet hier selten ohne ein frisch gezapftes Kellerbier unter schattigen Kastanien.

Ob du gemütlich durch romantische Täler schlenderst oder anspruchsvolle Felsensteige erklimmst – diese Landschaft schenkt dir Naturerlebnis, Geschichte und Genuss in seltener Harmonie.

Topografie & Landschaft

Felsiges Karst-Mittelgebirge mit Tälern

Höhenlage

bis 627 m (Hohenmirsberger Platte)

Geländecharakter

Waldpfade, Felsensteige, Wiesenwege

Infrastruktur

Sehr gut ausgebaut, viele Einkehren

Beste Reisezeit

April bis Oktober

Navigation

Burgen, Höhlen und Genuss: Das macht die Fränkische Schweiz besonders

Burgen und Ruinen auf Schritt und Tritt

Kaum eine andere Region Deutschlands ist so dicht mit Burgen gespickt wie die Fränkische Schweiz. Über 170 Burgen und Burgruinen sollen es einst gewesen sein, und viele davon thronen heute noch malerisch auf Felsspornen über den Tälern. Die Burg Pottenstein klebt förmlich am Fels, während die Burg Rabenstein mit Falknerei und eigener Tropfsteinhöhle gleich mehrere Erlebnisse bündelt.

Beim Wandern begegnen dir diese Bauwerke ständig – mal als bewohntes Schmuckstück, mal als verwitterte Ruine, an der sich Efeu und Geschichte ranken. Besonders stimmungsvoll ist die Ruine Neideck, das heimliche Wahrzeichen der Region, das hoch über dem Wiesenttal wacht und einen der schönsten Talblicke überhaupt schenkt. Wer hier oben steht, versteht sofort, warum schon die Romantiker im 19. Jahrhundert von dieser Landschaft schwärmten.

Geheimnisvolle Höhlenwelt unter der Erde

Was über der Erde an Felsen begeistert, setzt sich unter der Erde spektakulär fort. Die Fränkische Schweiz ist ein wahres Eldorado für Höhlenfreunde. Die Teufelshöhle bei Pottenstein gehört zu den größten Schauhöhlen Deutschlands und beeindruckt mit gewaltigen Tropfsteinformationen und einer angenehm kühlen Atmosphäre an heißen Sommertagen.

Auch die Binghöhle bei Streitberg und die Sophienhöhle lohnen einen Abstecher. Für Wanderer sind diese unterirdischen Welten ideale Programmpunkte: Ein kühler Höhlengang als Pause mitten in einer warmen Sommertour fühlt sich an wie eine kleine Reise in eine andere Welt. Wusstest du schon? In der Region wurden Knochen von Höhlenbären und Eiszeitfunden entdeckt – hier wandelst du buchstäblich auf urgeschichtlichem Boden.

Kulinarik: Schäuferla, Karpfen und das beste Bier der Welt

Wandern macht hungrig, und in der Fränkischen Schweiz wirst du königlich belohnt. Die fränkische Küche ist deftig, ehrlich und herzhaft: Das knusprige Schäuferla mit Kloß und Soße, fränkische Bratwürste und im Herbst der berühmte Aischgründer Karpfen gehören zum Pflichtprogramm jeder Genussreise.

Das wahre Highlight aber sind die Bierkeller. Die Region hält den Weltrekord für die höchste Brauereidichte – dutzende kleine Familienbrauereien zaubern hier Biere, die man anderswo nie zu Gesicht bekommt. Ein Sommertag auf einem schattigen Kellergelände, mit kühlem Bier direkt aus dem Felsenkeller und Blick ins Tal, ist purer fränkischer Lebensstil. Mein Geheimtipp: Plane deine Tour so, dass du einen der vielen Felsenkeller als Etappenziel ansteuerst.

Land und Leute zwischen Tradition und Herzlichkeit

Die Menschen in der Fränkischen Schweiz sind bodenständig, gastfreundlich und stolz auf ihre Heimat – und das mit gutem Grund. In den kleinen Dörfern findest du noch echtes Brauchtum, von Osterbrunnen, die kunstvoll mit bemalten Eiern geschmückt werden, bis zu lebendigen Kirchweihfesten mit Blasmusik und Tanz.

Besonders die Osterbrunnen-Tradition ist weltberühmt: Rund um die Osterzeit verwandeln sich die Dorfbrunnen in farbenfrohe Kunstwerke, und ganze Wanderrouten führen von Brunnen zu Brunnen. Wer die Region in dieser Zeit besucht, erlebt einen ganz besonderen Zauber – und versteht, warum die Einheimischen so an ihren Bräuchen hängen.

Warum die Fränkische Schweiz ein Wanderparadies ist

Eine Felsenlandschaft wie geschaffen zum Wandern

Die Fränkische Schweiz ist im Grunde ein gigantisches Wanderrevier mit über 4.000 Kilometern markierter Wege. Was sie so besonders macht, ist die Vielfalt auf kurzer Distanz: Du wanderst durch lichte Buchenwälder, über sonnige Hochflächen, durch enge Felsenschluchten und entlang plätschernder Bäche – und das oft alles in einer einzigen Tour.

Die bizarren Dolomitfelsen, die wie Skulpturen aus der Landschaft ragen, geben dem Wandern hier seinen unverwechselbaren Charakter. Immer wieder öffnen sich Aussichtspunkte mit weiten Talblicken, und an Felswänden klettern Sportkletterer aus aller Welt – die Region ist auch ein berühmtes Klettergebiet. Als Wanderer profitierst du von dieser dramatischen Topografie mit ständig wechselnden Perspektiven.

Der Frankenweg und gut markierte Routen

Das Herzstück des Wandernetzes ist der Frankenweg, ein zertifizierter Qualitätsweg, der die schönsten Ecken der Region miteinander verbindet. Daneben durchziehen unzählige Themen- und Rundwege das Land, viele davon hervorragend ausgeschildert vom Fränkische-Schweiz-Verein, der seit über 100 Jahren die Wege pflegt.

Die Wegequalität ist durchweg hoch: Du findest gut gepflegte Pfade, klare Markierungen und regelmäßig Einkehrmöglichkeiten. Besonders schön sind die schmalen Felsensteige, die sich an den Talhängen entlangschlängeln – hier wird Wandern zum kleinen Abenteuer, ohne gleich alpine Schwierigkeit zu erreichen.

Für wen sich das Wandern hier lohnt

Die Fränkische Schweiz ist erstaunlich vielseitig in puncto Zielgruppen. Familien lieben die kurzen, abwechslungsreichen Touren mit Höhlen, Burgen und Einkehr als Belohnung – Kinder langweilen sich hier garantiert nicht. Genusswanderer kombinieren gemütliche Etappen mit Bierkeller-Besuchen und fränkischer Küche.

Aber auch sportliche Wanderer kommen auf ihre Kosten: Die welligen Hochflächen und steilen Talanstiege fordern durchaus die Beine, und längere Mehrtagestouren auf dem Frankenweg bieten echtes Trekking-Feeling. Die Höhenmeter halten sich angenehm im Rahmen, sodass die Touren anspruchsvoll, aber nie überfordernd sind.

Naturerlebnis durch alle Jahreszeiten

Jede Jahreszeit hat hier ihren eigenen Reiz. Im Frühling explodiert die Landschaft, wenn die Streuobstwiesen in voller Blüte stehen – die Fränkische Schweiz gilt als eines der größten zusammenhängenden Obstanbaugebiete Europas. Tausende Kirschbäume verwandeln die Hänge in ein weißes Blütenmeer.

Im Sommer locken kühle Wälder und schattige Täler, der Herbst bringt leuchtende Buchenwälder und die Karpfensaison, und selbst im Winter hat die Region mit raureifbedeckten Felsen und stillen Tälern ihren melancholischen Zauber. Aussichtspunkte wie das Walberla, der Tafelberg der Fränkischen Schweiz, belohnen zu jeder Zeit mit weiten Panoramen.

Gemütlich übernachten: Die schönsten Unterkünfte in der Fränkischen Schweiz

Die schönsten Wandertouren in der Fränkischen Schweiz

Wiesenttal-Runde bei Streitberg und Muggendorf

Diese rund 12 Kilometer lange Runde gilt vielen als das Herzstück der Fränkischen Schweiz – und das zu Recht. Du startest im romantischen Wiesenttal, das schon die Maler der Romantik in Verzückung versetzte, und wanderst durch eine Kulisse aus Felsentürmen, dichten Wäldern und sanft fließendem Wasser.

Highlight der Tour ist der Aufstieg zur Ruine Neideck, dem Wahrzeichen der Region. Von hier oben breitet sich das gesamte Wiesenttal vor dir aus – ein Postkartenmotiv, das dich für jeden Höhenmeter entlohnt. Unterwegs lockt die Binghöhle zu einem kühlen Abstecher unter die Erde.

Der Weg ist abwechslungsreich, technisch aber gut machbar, und führt dich regelmäßig an gemütlichen Einkehrmöglichkeiten vorbei. Wer mag, schließt die Tour mit einem Kellerbier ab. Eine ideale Einstiegstour für alle, die die Seele der Fränkischen Schweiz an einem Tag erleben wollen.

Rund um Pottenstein: Burgen, Höhlen und Felsen

Pottenstein ist eines der schönsten Felsenstädtchen Deutschlands, und diese etwa 14 Kilometer lange Tour zeigt dir, warum. Die malerische Burg klebt direkt am Felsen über dem Ort, und schon der Blick von unten lässt dein Wandererherz höherschlagen.

Die Route führt dich hinauf zu Aussichtsfelsen, durch schattige Täler und vorbei an der berühmten Teufelshöhle, einer der größten Schauhöhlen des Landes. Hier kannst du eine geführte Tour einlegen und in die geheimnisvolle Tropfsteinwelt eintauchen, bevor es weitergeht.

Unterwegs begegnen dir immer wieder die markanten Dolomitfelsen, die der Landschaft ihren Charakter geben. Die Tour ist mittelschwer, hat ein paar knackige Anstiege und belohnt dich mit ständig wechselnden Perspektiven. Familien sollten unbedingt den nahen Erlebnispark mit Sommerrodelbahn einplanen – die Kinder werden begeistert sein.

Walberla – der heilige Berg der Franken

Das Walberla, eigentlich Ehrenbürg genannt, ist der wohl berühmteste Aussichtsberg der Fränkischen Schweiz. Diese rund 9 Kilometer lange Tour ist kürzer, aber landschaftlich grandios und perfekt für einen halben Tag.

Vom Tal aus steigst du gemächlich hinauf zum markanten Tafelberg, dessen Hochplateau weite Blicke über das Regnitztal bis hin zur Frankenalb freigibt. Bei klarem Wetter scheint die Aussicht endlos zu sein – ein Ort, an dem man einfach sitzen bleiben und schauen möchte.

Im Frühling, wenn die umliegenden Kirschbäume blühen, ist diese Tour an Schönheit kaum zu überbieten. Das Walberla gilt seit jeher als magischer Ort, an dem schon die Kelten ihre Kultstätten hatten. Wer früh aufsteht und den Sonnenaufgang erlebt, nimmt eine Erinnerung mit nach Hause, die lange nachwirkt.

Püttlachtal-Wanderung von Pottenstein nach Tüchersfeld

Diese rund 11 Kilometer lange Tour folgt dem idyllischen Püttlachtal und führt dich zu einem der meistfotografierten Orte der Region: dem Felsendorf Tüchersfeld, wo die Häuser zwischen gewaltigen Dolomitfelsen eingequetscht stehen.

Der Weg verläuft überwiegend entlang des plätschernden Flusses, durch Wiesen und Wald, und ist daher angenehm flach und auch für gemütliche Wanderer gut geeignet. Trotzdem ist die Kulisse alles andere als gewöhnlich – die bizarren Felsformationen rechts und links machen jeden Meter zum Erlebnis.

In Tüchersfeld lohnt sich ein Besuch des Fränkische-Schweiz-Museums, das einen wunderbaren Einblick in Geschichte und Alltag der Region gibt. Ein Geheimtipp für entspannte Wanderer, die Natur und Kultur in ruhigem Tempo verbinden möchten.

Fünf-Seidla-Steig – Wandern von Brauerei zu Brauerei

Wer sagt, dass Wandern nicht auch genussvoll sein darf? Der legendäre Fünf-Seidla-Steig verbindet auf rund 19 Kilometern fünf traditionelle Brauereien zwischen Gräfenberg und Weißenohe – die perfekte Tour für alle, die fränkisches Bier ernst nehmen.

Die Route führt durch sanfte Hügellandschaft, vorbei an Feldern, Wäldern und idyllischen Dörfern. Zwischen den einzelnen Brauereien liegen jeweils angenehme Wanderabschnitte, sodass sich Bewegung und Einkehr in bestem Gleichgewicht halten.

Mein Rat: Lass das Auto stehen und nutze die Gräfenbergbahn für An- und Abreise – so kannst du in jeder Brauerei in aller Ruhe ein "Seidla" probieren. Diese Tour ist ein geselliges Erlebnis, ideal für Freundesgruppen, und zeigt die genussvolle Seite der Fränkischen Schweiz von ihrer schönsten Seite.

Frankenweg-Etappe durch das obere Wiesenttal

Für ambitionierte Wanderer ist eine Etappe auf dem zertifizierten Frankenweg ein Muss. Dieser rund 16 Kilometer lange Abschnitt durch das obere Wiesenttal vereint alles, was die Region ausmacht: Felsen, Wälder, Aussichten und stille Täler.

Der Weg fordert dich mit einigen Anstiegen und schmalen Pfaden, belohnt dafür aber mit immer neuen Panoramen und einem echten Wildnisgefühl, das man in einem Mittelgebirge kaum erwartet. Stundenlang begleiten dich nur das Rauschen des Windes in den Buchen und gelegentlich der Ruf eines Bussards.

Diese Etappe eignet sich hervorragend als Auftakt für eine mehrtägige Frankenweg-Wanderung. Die Beschilderung ist vorbildlich, und am Ende der Etappe wartet meist ein gemütliches Gasthaus, in dem du dich bei deftiger fränkischer Küche regenerieren kannst. Ein echtes Highlight für alle, die die Region in voller Tiefe erleben wollen.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Wandern in der Fränkischen Schweiz?

Grundsätzlich kannst du die Fränkische Schweiz das ganze Jahr über erwandern, doch jede Jahreszeit hat ihren eigenen Charme. Der Frühling, besonders April und Mai, ist spektakulär, wenn die zahllosen Kirschbäume in voller Blüte stehen und die Osterbrunnen die Dörfer schmücken.

Der Sommer eignet sich hervorragend, weil die schattigen Täler und kühlen Höhlen auch an heißen Tagen angenehm bleiben. Der Herbst lockt mit goldenen Buchenwäldern und der Karpfensaison. Selbst der Winter hat seinen stillen Reiz, allerdings solltest du dann mit Glätte auf den Felsensteigen rechnen. Für die meisten Wanderer sind Mai bis Oktober die ideale Reisezeit.

Wie schwierig sind die Wanderungen in der Region?

Die Fränkische Schweiz bietet für jedes Niveau passende Touren. Die meisten Wege sind als leicht bis mittelschwer einzustufen, mit moderaten Höhenmetern, die sich gut bewältigen lassen. Die größten Anstiege ergeben sich beim Wechsel von den Tälern auf die Hochflächen.

Einige Felsensteige sind schmaler und etwas anspruchsvoller, erfordern aber keine alpine Erfahrung. Wer eine entspannte Talwanderung sucht, findet ebenso passende Routen wie ambitionierte Wanderer, die längere Etappen auf dem Frankenweg suchen. Mit normaler Grundfitness und festem Schuhwerk bist du hier auf der sicheren Seite.

Brauche ich spezielle Ausrüstung?

Für die meisten Touren reichen feste Wanderschuhe mit gutem Profil, da die Felsensteige nach Regen rutschig sein können. Eine Regenjacke gehört ins Gepäck, denn das Wetter im Mittelgebirge kann wechselhaft sein.

Im Sommer solltest du ausreichend Wasser, Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung mitnehmen, vor allem auf den sonnigen Hochflächen wie dem Walberla. Wanderstöcke sind bei den steileren Talanstiegen hilfreich, aber kein Muss. Für Höhlenbesuche empfiehlt sich eine leichte Jacke, da es unter der Erde ganzjährig kühl bleibt. Insgesamt ist die Region aber unkompliziert und erfordert keine teure Spezialausrüstung.

Ist die Fränkische Schweiz für Familien mit Kindern geeignet?

Absolut, die Region ist geradezu ideal für Familien. Die abwechslungsreiche Landschaft mit Höhlen, Burgen und Felsen sorgt dafür, dass Kinder ständig etwas zu entdecken haben und sich nicht langweilen. Viele Touren lassen sich problemlos auf kindgerechte Längen verkürzen.

Besondere Highlights für Familien sind die Schauhöhlen wie die Teufelshöhle, die Sommerrodelbahn in Pottenstein, die Falknerei auf Burg Rabenstein und die zahlreichen Spielplätze in den Dörfern. Auch das Felsendorf Tüchersfeld begeistert kleine wie große Entdecker. Mit der richtigen Tourenwahl wird der Wandertag zum kleinen Abenteuer für die ganze Familie.

Wie komme ich am besten in die Region und vor Ort herum?

Die Fränkische Schweiz liegt verkehrsgünstig zwischen Nürnberg, Bamberg und Bayreuth und ist über die Autobahnen gut erreichbar. Wer mit dem Auto anreist, findet in den meisten Orten Wanderparkplätze direkt an den Routen.

Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommst du gut zurecht: Die Gräfenbergbahn erschließt den westlichen Teil, und im Sommer verkehren spezielle Wanderbusse, die viele Ausgangspunkte verbinden. Besonders praktisch ist das für Streckenwanderungen wie den Fünf-Seidla-Steig, bei dem du nach dem ein oder anderen Bier nicht selbst fahren möchtest. Informiere dich vorab über die saisonalen Busfahrpläne.

Kann ich unterwegs gut einkehren?

Die Fränkische Schweiz ist ein Paradies für Genusswanderer, denn Einkehrmöglichkeiten gibt es im Überfluss. Kaum eine Region Deutschlands hat eine so hohe Dichte an Gasthäusern, Brauereien und Bierkellern. Auf vielen Touren liegen mehrere Einkehrmöglichkeiten, sodass du selten lange ohne Stärkung wanderst.

Probiere unbedingt die fränkische Küche mit Schäuferla, Bratwürsten und im Herbst dem berühmten Karpfen. Die zahlreichen Felsenkeller sind im Sommer ein besonderes Erlebnis. Beachte allerdings, dass viele Gasthäuser einen Ruhetag haben, häufig montags oder dienstags. Plane das bei deiner Tour mit ein, damit du nicht vor verschlossener Tür stehst.

Sind Hunde auf den Wanderwegen erlaubt?

Ja, die Fränkische Schweiz ist sehr hundefreundlich, und die meisten Wanderwege lassen sich problemlos mit Vierbeinern erkunden. Die abwechslungsreiche Landschaft mit Wäldern, Bächen und Wiesen bietet auch für Hunde viel Abwechslung.

Achte allerdings darauf, deinen Hund in Naturschutzgebieten und während der Brut- und Setzzeit anzuleinen, um die Tierwelt zu schützen. In den Höhlen sind Hunde meist nicht erlaubt. Viele Gasthäuser und Bierkeller heißen Hunde willkommen, oft steht sogar eine Wasserschüssel bereit. Bringe genügend Wasser für deinen Vierbeiner mit, besonders auf den sonnigen Hochflächen im Sommer.

Wie lange dauern typische Tagestouren?

Die meisten ausgeschilderten Rundwanderungen in der Fränkischen Schweiz bewegen sich zwischen 8 und 16 Kilometern, was reinen Gehzeiten von etwa zwei bis fünf Stunden entspricht. Durch die welligen Höhenprofile und schmalen Felsensteige solltest du eher großzügig kalkulieren.

Da unterwegs so viele Höhlen, Burgen, Aussichtspunkte und Einkehrmöglichkeiten locken, dauern die Touren in der Praxis oft länger als die reine Wanderzeit vermuten lässt. Plane also genug Zeit für Pausen und Entdeckungen ein. Für entspannte Genusswanderungen empfiehlt es sich, einen ganzen Tag einzuplanen, statt mehrere Touren zu hetzen.

Was hat es mit den berühmten Osterbrunnen auf sich?

Die Osterbrunnen sind eine ganz besondere Tradition der Fränkischen Schweiz, die jährlich tausende Besucher anlockt. Rund um die Osterzeit schmücken die Dörfer ihre Brunnen kunstvoll mit hunderten, manchmal tausenden bemalten Eiern, grünen Girlanden und farbenfrohen Bändern.

Diese Tradition geht weit zurück und symbolisiert die Wertschätzung des Wassers in der wasserarmen Karstlandschaft. Besonders bekannt sind die Brunnen in Bieberbach, das einst sogar einen Weltrekord aufstellte. Wer im Frühling wandert, kann ganze Routen von Brunnen zu Brunnen planen und dabei dörfliches Brauchtum hautnah erleben. Es ist eine zauberhafte Zeit für einen Besuch.

Eignet sich die Region für Mehrtagestouren?

Ja, hervorragend. Der zertifizierte Frankenweg führt über mehrere Etappen durch die schönsten Teile der Region und lässt sich wunderbar als Weitwanderung erleben. Daneben gibt es zahlreiche weitere Streckenwege, die sich zu individuellen Mehrtagestouren kombinieren lassen.

Die Infrastruktur unterstützt das ideal: In fast jedem Ort findest du Gasthöfe und Pensionen, sodass du flexibel von Etappe zu Etappe wandern kannst. Manche Anbieter organisieren auch Gepäcktransport. Eine Mehrtagestour ist die beste Möglichkeit, in den Rhythmus der Landschaft einzutauchen und die Fränkische Schweiz jenseits der Tagestouristenströme zu erleben.

Sind die Wanderwege gut markiert?

Die Markierung der Wanderwege gehört zu den großen Stärken der Region. Der Fränkische-Schweiz-Verein pflegt seit über hundert Jahren ein dichtes Netz von über 4.000 Kilometern, das vorbildlich ausgeschildert ist. Du findest klare Wegezeichen, Wegweiser mit Zeitangaben und an Knotenpunkten oft Übersichtstafeln.

Trotzdem empfiehlt es sich, eine Wanderkarte oder eine GPS-App dabeizuhaben, besonders auf weniger frequentierten Routen oder wenn du Wege individuell kombinierst. Auf den Hauptrouten und beim Frankenweg ist die Orientierung jedoch denkbar einfach. Verlaufen wird hier zur seltenen Ausnahme.

Lohnt sich ein Höhlenbesuch beim Wandern?

Auf jeden Fall. Die Höhlen sind eines der einzigartigen Merkmale der Fränkischen Schweiz und lassen sich wunderbar in Wandertouren einbauen. Die Teufelshöhle bei Pottenstein, die Binghöhle bei Streitberg und die Sophienhöhle gehören zu den schönsten Schauhöhlen Deutschlands.

Ein Höhlenbesuch ist gerade an heißen Sommertagen eine willkommene Abkühlung, denn unter der Erde herrschen ganzjährig kühle Temperaturen. Die geführten Touren dauern meist 30 bis 60 Minuten und erschließen faszinierende Tropfsteinwelten. Beachte die Öffnungszeiten, die saisonal variieren, und plane den Besuch in deine Tour ein. Es ist ein Erlebnis, das deine Wanderung unvergesslich macht.

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