Sanftes bewaldetes Mittelgebirge
Wandern im Elm-Lappwald: Buchenwälder, Höhlen und stille Höhen im Herzen Ostniedersachsens
Wandern im Elm-Lappwald
Es gibt Landschaften, die schreien laut nach Aufmerksamkeit – schroffe Gipfel, dramatische Klippen, Postkarten-Panoramen. Und dann gibt es den Elm-Lappwald, der lieber leise wirkt. Dieser sanfte Mittelgebirgszug zwischen Braunschweig, Wolfsburg und Helmstedt verzaubert nicht mit Superlativen, sondern mit etwas viel Selteneren: echter Ruhe, riesigen Buchenwäldern und dem Gefühl, dass die Natur hier noch atmen darf.
Der Elm ist mit seinem dichten Buchenmeer das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet der Region und gehört zu den schönsten Wandergebieten Ostniedersachsens. Im Frühling leuchtet das frische Grün der Bäume, im Herbst lodert der Wald in Gold und Kupfer, und im Winter liegt eine fast meditative Stille zwischen den Stämmen. Der angrenzende Lappwald – einst an der innerdeutschen Grenze gelegen – erzählt nebenbei noch ein Stück deutscher Geschichte und verbindet Natur mit Erinnerung.
Wer hier wandert, läuft über weiche Waldböden, vorbei an alten Steinbrüchen, Quellen und Höhlen, durch idyllische Dörfer mit Fachwerkcharme und über aussichtsreiche Höhenrücken, die den Blick weit über das niedersächsische Land schweifen lassen. Es ist eine Gegend für Menschen, die nicht ständig fotografiert werden wollen, sondern einfach mal durchatmen möchten.
Kulinarisch wartet die Region mit dem berühmten Schöninger Spargel, regionalem Wild und ehrlicher Hausmannskost auf. Und das Beste: Du teilst dir die Wege selten mit Menschenmassen. Hier hörst du eher den Specht klopfen als das Geplapper anderer Wanderer. Der Elm-Lappwald ist ein echtes Geheimnis – und genau das macht ihn so wunderbar.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
Bis 323 m (Drachenberg)
Geländecharakter
Waldböden, Forst- und Wiesenwege
Infrastruktur
Gut markiert, einige Gasthöfe
Beste Reisezeit
Frühling und Herbst
Sehenswertes zwischen Elm und Lappwald
Das Buchenmeer des Elm
Der Elm ist das Herzstück der Region und beeindruckt vor allem durch eines: Buchen, Buchen und noch mehr Buchen. Auf rund 26 Kilometern Länge erstreckt sich der größte Laubwald Ostniedersachsens, und im Frühjahr verwandelt sich der Waldboden stellenweise in ein endloses Teppichmeer aus Bärlauch und Buschwindröschen. Wer im April oder Mai unterwegs ist, riecht den Bärlauch oft, bevor er ihn sieht – und mancher Wanderer kehrt mit gefüllten Taschen für das abendliche Pesto zurück.
Im Herbst zeigt der Elm sein dramatischstes Gesicht. Das Licht fällt schräg durch die hohen Kronen, die Blätter glühen in Gold, Orange und Rot, und der Boden raschelt bei jedem Schritt. Es ist die Jahreszeit, in der selbst nüchterne Menschen anfangen, Naturgedichte zu murmeln. Tiere wie Rotwild, Wildschweine und unzählige Vogelarten finden hier ein Zuhause, und mit etwas Glück und Geduld bekommst du sie tatsächlich zu sehen.
Geschichte an der ehemaligen Grenze
Der Lappwald liegt direkt an der früheren innerdeutschen Grenze, und genau das macht ihn historisch so spannend. Wo früher Stacheldraht, Wachtürme und Todesstreifen das Land zerschnitten, wächst heute wieder Wald und Leben. Entlang des Grünen Bandes kannst du wandern und dabei nachspüren, was Teilung und Wiedervereinigung bedeuteten. Erinnerungsstätten und Infotafeln machen Geschichte hier greifbar – ein nachdenklicher, aber wichtiger Teil jeder Tour.
Das nahe Helmstedt mit dem ehemaligen Grenzübergang Helmstedt-Marienborn ist ein lohnendes Ziel. Die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn war der größte und wichtigste Grenzübergang an der innerdeutschen Grenze. Heute ein bewegendes Freilichtmuseum, das man nach einer Wanderung unbedingt besuchen sollte – es bringt einem die jüngere deutsche Geschichte auf eine Weise nahe, die kein Schulbuch schafft.
Höhlen, Quellen und steinerne Zeugen
Der Elm steckt voller geologischer Überraschungen. Die Reitlingstal mit seinen drei Teichen ist eines der beliebtesten Ausflugsziele und ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen. Hier findest du auch Spuren alter Burgen und Wallanlagen, denn der Elm war schon vor Jahrhunderten besiedelt. Die Lutterspring, eine der bekanntesten Quellen der Region, sprudelt klar aus dem Kalkgestein und versorgt die Bäche des Gebiets.
Wusstest du schon? Der berühmte Elm-Kalkstein wurde über Jahrhunderte abgebaut und schmückt zahlreiche Bauwerke der Umgebung, darunter Kirchen und Burgen in Braunschweig und Königslutter. Der prächtige Kaiserdom in Königslutter, eine romanische Basilika aus dem 12. Jahrhundert, gilt als architektonisches Juwel und ist von vielen Wanderwegen aus erreichbar.
Kulinarik und Land & Leute
Die Region ist bekannt für ihren Schöninger Spargel, der von Mai bis Juni Hochsaison hat und in den Gasthäusern in unzähligen Variationen serviert wird. Dazu kommt ehrliche niedersächsische Küche: Wildgerichte aus heimischer Jagd, deftiger Braten und regionale Spezialitäten, die nach einer langen Wanderung doppelt gut schmecken.
Die Menschen hier sind bodenständig, herzlich und ohne Hektik. In den kleinen Dörfern mit ihren Fachwerkhäusern wirst du oft mit einem freundlichen Gruß empfangen, und in den Gasthöfen lässt sich gut über Land und Leute ins Gespräch kommen. Geheimtipp: Frag in den Dorfwirtschaften nach selbstgemachtem Likör oder hausgebackenem Kuchen – beides bekommt man selten auf der Speisekarte, aber oft auf Nachfrage.
Warum sich Wandern im Elm-Lappwald lohnt
Wandern in der Stille
Wer Ruhe sucht, wird im Elm-Lappwald fündig. Anders als in den überlaufenen Mittelgebirgen Deutschlands teilst du dir die Wege hier selten mit größeren Wandergruppen. An vielen Tagen begegnest du eher einem Reh als einem Menschen, und genau diese Einsamkeit macht das Wandererlebnis so kostbar. Du kannst stundenlang durch den Buchenwald laufen, ohne dass ein einziges Auto, eine Seilbahn oder ein Souvenirshop die Idylle stört.
Diese Stille ist nicht selbstverständlich. In einer Zeit, in der viele Naturräume zu Eventlandschaften geworden sind, bleibt der Elm-Lappwald angenehm unaufgeregt. Das macht ihn ideal für Menschen, die Wandern als Entschleunigung verstehen – als Auszeit vom Alltagslärm und nicht als nächsten Punkt auf der Bucket-List.
Sanfte Höhen für jedermann
Mit seinem höchsten Punkt, dem Drachenberg auf rund 323 Metern, ist der Elm kein Gebirge für Bergsteiger – und das ist seine größte Stärke. Die Höhenunterschiede sind moderat, die Anstiege machbar, und die Wege gut begehbar. Das macht die Region perfekt für Familien, Genusswanderer, Senioren und alle, die nicht jedes Mal eine Tour de Force erleben wollen.
Gleichzeitig bieten die sanften Höhenrücken immer wieder schöne Ausblicke über das niedersächsische Hügelland. Von erhöhten Punkten reicht der Blick bei klarem Wetter weit über Felder, Dörfer und Waldgebiete. Es sind keine spektakulären Alpenpanoramen, aber eine ruhige, weite Schönheit, die ihren ganz eigenen Reiz hat.
Gut markiert und gut erschlossen
Das Wegenetz im Elm-Lappwald ist ausgezeichnet markiert und gepflegt. Zahlreiche Rundwanderwege starten an gut erreichbaren Parkplätzen, etwa am Reitlingstal, in Königslutter oder bei Schöningen. Die Beschilderung ist verlässlich, und die Untergründe – überwiegend weiche Waldböden, Forstwege und Wiesenpfade – sind angenehm zu gehen.
Für längere Touren bietet sich der Fernwanderweg an, der durch die Region führt und Etappen verschiedener Länge ermöglicht. Auch thematische Wege, etwa entlang des Grünen Bandes oder zu geologischen Besonderheiten, machen das Wandern hier abwechslungsreich und lehrreich.
Naturerlebnisse für alle Sinne
Wandern im Elm-Lappwald ist ein Fest für die Sinne. Im Frühling der Duft des Bärlauchs, im Sommer das kühle Schattendach der Buchen, im Herbst das raschelnde Laub und im Winter die kristallklare Stille. Die Vogelwelt ist reich, und mit etwas Glück hörst du Schwarzspecht, Kleiber und im Frühling die Konzerte unzähliger Singvögel.
Besonders im Reitlingstal und entlang der Quellen lässt sich Natur hautnah erleben. Kinder können hier am Wasser spielen, Erwachsene auf Bänken die Seele baumeln lassen, und Naturfreunde finden eine erstaunliche Artenvielfalt in einem überschaubaren Raum. Der Elm-Lappwald beweist, dass man nicht in die Ferne reisen muss, um echte Naturmomente zu erleben.
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Die schönsten Wandertouren im Elm-Lappwald
Rundwanderung im Reitlingstal
Das Reitlingstal ist das Herz des Elm und ein perfekter Startpunkt für eine entspannte Rundwanderung. Vom Parkplatz am Reitlingstal aus folgst du den gut markierten Wegen rund um die drei idyllischen Teiche, die im Sommer von Libellen umschwirrt werden und im Herbst die Farben des Buchenwaldes spiegeln. Die Strecke von etwa 8 bis 10 Kilometern ist moderat und auch für Familien geeignet.
Unterwegs passierst du die Spuren der alten Burganlagen, die einst hier standen, und kannst zur Lutterspring abstecken, einer der schönsten Quellen der Region. Der Weg führt durch dichten Buchenwald, vorbei an alten Bäumen und über sanfte Anstiege, die schöne Ausblicke ermöglichen. Eine Einkehr in der Gaststätte am Reitlingstal rundet die Tour gemütlich ab – ideal für ein Stück hausgebackenen Kuchen.
Diese Tour eignet sich besonders für Genusswanderer und Familien mit Kindern, die einen abwechslungsreichen, aber nicht anstrengenden Tag im Wald erleben möchten. Die gute Erreichbarkeit und Infrastruktur machen sie zu einem perfekten Einstieg in die Region.
Auf den Spuren des Kaiserdoms in Königslutter
Diese kulturhistorische Wanderung verbindet Naturerlebnis mit Geschichte. Start ist in Königslutter am Elm, wo der prächtige romanische Kaiserdom aus dem 12. Jahrhundert ein beeindruckendes Auftaktbild liefert. Von hier aus führt der Weg hinauf in den Elm, vorbei an alten Steinbrüchen, in denen einst der berühmte Elm-Kalkstein abgebaut wurde – jener Stein, aus dem auch der Dom selbst gebaut ist.
Die rund 12 Kilometer lange Strecke schlängelt sich durch dichten Buchenwald und über aussichtsreiche Höhen. Unterwegs lohnt sich ein Blick in die Geologie der Region: Die Steinbrüche erzählen von Jahrhunderten Bergbaugeschichte, und Infotafeln erklären die Zusammenhänge. Im Frühling säumt der Bärlauch die Wege, im Herbst leuchtet das Laub.
Zurück in Königslutter solltest du dir Zeit für eine Dombesichtigung und die berühmten Brunnenfiguren nehmen. Die Tour ist ideal für kulturinteressierte Wanderer, die Bewegung mit Bildung verbinden möchten, und überzeugt durch ihre abwechslungsreiche Mischung aus Wald, Geschichte und Architektur.
Entlang des Grünen Bandes im Lappwald
Diese Wanderung führt dich durch den Lappwald entlang des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens, der heute Teil des Grünen Bandes ist. Start ist bei Helmstedt, von wo aus du dem ehemaligen Kolonnenweg folgst, der einst von Grenzsoldaten patrouilliert wurde. Heute ist er ein Ort der Begegnung von Natur und Geschichte.
Auf etwa 14 Kilometern wanderst du durch Mischwald und über offene Flächen, die sich seit dem Mauerfall zu wertvollen Naturräumen entwickelt haben. Infotafeln und Erinnerungsstätten entlang des Weges machen die jüngere deutsche Geschichte greifbar. Es ist eine nachdenkliche Tour, die berührt und zum Innehalten einlädt.
Ein Höhepunkt ist der Abstecher zur Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn, dem früher größten Grenzübergang. Das eindrucksvolle Freilichtmuseum sollte man sich nicht entgehen lassen. Diese Wanderung eignet sich besonders für geschichtsinteressierte Erwachsene und alle, die Wandern mit Erinnerungskultur verbinden möchten.
Höhentour zum Drachenberg
Wer den höchsten Punkt des Elm erklimmen möchte, ist auf dieser Tour richtig. Mit dem Drachenberg auf rund 323 Metern erreichst du den Gipfel der Region – kein alpiner Kraftakt, aber ein schöner Höhepunkt im wahrsten Sinne. Die Rundtour von etwa 11 Kilometern startet meist von einem der Waldparkplätze im Elm und führt stetig, aber gemächlich aufwärts.
Der Weg verläuft fast durchgehend durch das beeindruckende Buchenmeer des Elm. Im Sommer spendet das dichte Kronendach angenehmen Schatten, im Herbst tauchst du in ein Farbenspiel ein, das jeden Schritt zum Genuss macht. Oben angekommen, belohnt dich die ruhige Atmosphäre des höchsten Punkts mit dem Gefühl, etwas erreicht zu haben.
Diese Tour ist ideal für ambitionierte Genusswanderer, die etwas mehr Strecke und sanfte Anstiege suchen, ohne sich zu überfordern. Festes Schuhwerk wird empfohlen, da einige Abschnitte über wurzelige Waldpfade führen. Eine Brotzeit aus dem Rucksack lässt sich an einer der Waldhütten unterwegs hervorragend genießen.
Bärlauchwanderung im Frühlingselm
Im Frühling verwandelt sich der Elm in ein duftendes Naturschauspiel: Der Bärlauch überzieht den Waldboden mit einem dichten grünen Teppich, und der charakteristische Knoblauchduft liegt in der Luft. Diese saisonale Rundtour von etwa 9 Kilometern startet am Reitlingstal und führt durch die schönsten Bärlauchgebiete der Region.
Während du durch das frische Grün wanderst, begleiten dich die Konzerte der zurückgekehrten Singvögel und das Leuchten der Buschwindröschen. Der Weg ist moderat und auch für weniger geübte Wanderer gut machbar. Unterwegs kannst du – mit Bedacht und nur in erlaubten Mengen – frischen Bärlauch für die heimische Küche sammeln.
Diese Tour ist ein echtes Saisonhighlight und besonders für Naturliebhaber und Hobbyköche reizvoll. Die beste Zeit ist von Mitte April bis Anfang Mai, bevor der Bärlauch zu blühen beginnt. Achte darauf, Bärlauch nicht mit giftigen Maiglöckchen zu verwechseln – der Geruchstest beim Zerreiben der Blätter hilft zuverlässig.
Häufige Fragen
Ist der Elm-Lappwald für Wanderanfänger geeignet?
Absolut. Der Elm-Lappwald gehört zu den anfängerfreundlichsten Wandergebieten Niedersachsens. Die Höhenunterschiede sind moderat, der höchste Punkt liegt bei rund 323 Metern, und viele Wege verlaufen über gut begehbare Waldböden und Forstwege.
Es gibt zahlreiche kurze Rundwege zwischen 5 und 10 Kilometern, die sich ideal für den Einstieg eignen. Das Reitlingstal etwa bietet flache, gut markierte Strecken, die auch ohne große Wandererfahrung problemlos zu bewältigen sind. Wer mehr will, kann die Touren später nach Belieben verlängern und kombinieren.
Kann ich im Elm-Lappwald mit Hund wandern?
Ja, der Elm-Lappwald ist ein wunderbares Wandergebiet für Hundebesitzer. Die ausgedehnten Wälder, die ruhigen Wege und die abwechslungsreiche Natur machen das Wandern mit Vierbeiner zum Vergnügen. Dein Hund wird die vielen Gerüche und die weichen Waldböden lieben.
Bitte beachte jedoch die Leinenpflicht, die in vielen Waldgebieten besonders während der Brut- und Setzzeit von März bis Juli gilt. Da im Elm Rotwild und Wildschweine leben, ist Rücksicht auf die Tierwelt wichtig. Wasser solltest du für längere Touren mitnehmen, da nicht überall Quellen zugänglich sind.
Eignet sich die Region für Wanderungen mit Kindern?
Sehr gut sogar. Die moderaten Strecken, die spannenden Naturerlebnisse und die kindgerechten Ziele machen den Elm-Lappwald ideal für Familien. Das Reitlingstal mit seinen Teichen ist ein echter Kinderfavorit, denn hier können die Kleinen am Wasser spielen und Tiere beobachten.
Viele Wege sind kurz genug, um auch jüngere Kinder nicht zu überfordern, und die Möglichkeit, unterwegs Bärlauch zu riechen, Steine zu betrachten oder Vögel zu hören, sorgt für Abwechslung. Eine Einkehr in einer der Gaststätten am Wegesrand belohnt die kleinen Wanderer zusätzlich mit Kuchen oder Eis.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Elm-Lappwald?
Grundsätzlich lässt sich der Elm-Lappwald das ganze Jahr über erwandern, doch jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz. Der Frühling, besonders von April bis Mai, ist spektakulär, wenn der Bärlauch und die Buschwindröschen den Waldboden in ein grün-weißes Meer verwandeln.
Der Herbst zählt zu den schönsten Zeiten, wenn die Buchen in Gold und Rot leuchten. Der Sommer bietet angenehmen Schatten unter dem dichten Kronendach, und selbst der Winter hat seinen Charme mit klarer, stiller Luft. Für viele ist die Kombination aus mildem Wetter und Farbenpracht im Mai und Oktober ideal.
Wie erreiche ich die Wandergebiete am besten?
Der Elm-Lappwald liegt verkehrsgünstig zwischen Braunschweig, Wolfsburg und Helmstedt und ist über die Autobahn A2 gut erreichbar. Mit dem Auto findest du an den wichtigsten Ausgangspunkten wie dem Reitlingstal, Königslutter oder Schöningen ausreichend Parkplätze.
Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Region zugänglich. Königslutter und Helmstedt verfügen über Bahnanschlüsse, von wo aus du teilweise mit Bussen oder zu Fuß die Wanderwege erreichen kannst. Für die Anreise mit Öffentlichen empfiehlt es sich, die Verbindungen vorab zu prüfen, da die Taktung in ländlichen Gebieten begrenzt sein kann.
Gibt es markierte Wanderwege und Beschilderung?
Ja, das Wegenetz im Elm-Lappwald ist hervorragend ausgeschildert und gepflegt. Zahlreiche markierte Rundwanderwege starten an den großen Parkplätzen, und die Beschilderung ist verlässlich und gut sichtbar.
Neben den lokalen Rundwegen führt auch ein Fernwanderweg durch die Region, der sich in verschiedene Etappen aufteilen lässt. Wanderkarten sind in den Tourist-Informationen erhältlich, und viele Wege sind in gängigen Wander-Apps verzeichnet. Trotzdem empfiehlt es sich, eine Karte oder das Smartphone griffbereit zu haben.
Wo kann ich unterwegs einkehren?
Entlang der beliebtesten Wanderrouten findest du verschiedene Einkehrmöglichkeiten. Die Gaststätte am Reitlingstal ist ein klassischer Treffpunkt für Wanderer und bietet regionale Küche und hausgemachten Kuchen. Auch in den Dörfern und Städten rund um den Elm gibt es gemütliche Gasthöfe.
Besonders empfehlenswert ist die regionale Küche mit dem berühmten Schöninger Spargel im Frühling, Wildgerichten aus heimischer Jagd und deftiger niedersächsischer Hausmannskost. Geheimtipp: In den kleinen Dorfwirtschaften lohnt sich die Frage nach selbstgemachtem Likör oder hausgebackenem Kuchen, der oft nicht auf der Karte steht.
Welche Ausrüstung brauche ich für eine Wanderung?
Für die meisten Touren im Elm-Lappwald reicht eine solide Grundausstattung. Festes, knöchelhohes Schuhwerk ist empfehlenswert, da einige Wege über wurzelige Waldpfade führen, die bei Nässe rutschig werden können. Wetterfeste Kleidung gehört in jeden Rucksack, denn das Wetter kann auch in Niedersachsen wechselhaft sein.
Nimm ausreichend Wasser und einen Snack mit, besonders auf längeren Strecken, da nicht überall Einkehrmöglichkeiten liegen. Eine Wanderkarte oder eine App auf dem Smartphone hilft bei der Orientierung. Im Frühling und Sommer empfiehlt sich Mückenschutz, im Herbst und Winter wärmere Kleidung.
Darf ich im Elm Bärlauch sammeln?
Das Sammeln von Bärlauch für den Eigenbedarf ist im Elm grundsätzlich erlaubt, solange du dich an die sogenannte Handstraußregel hältst, also nur kleine Mengen für den persönlichen Gebrauch pflückst. In Naturschutzgebieten gelten strengere Regeln, daher solltest du auf entsprechende Hinweisschilder achten.
Wichtig ist die Verwechslungsgefahr: Bärlauch sieht den giftigen Maiglöckchen und Herbstzeitlosen ähnlich. Der zuverlässige Test ist der Geruch – zerreibst du ein Bärlauchblatt, riecht es deutlich nach Knoblauch. Sammle nur, was du sicher als Bärlauch erkennst, und ernte nicht ganze Flächen kahl, damit der Bestand erhalten bleibt.
Ist der Elm-Lappwald auch im Winter eine Reise wert?
Definitiv. Der Winter verleiht dem Elm-Lappwald eine ganz besondere, fast meditative Atmosphäre. Wenn Schnee auf den Buchen liegt und die Stille des Waldes nur vom Knirschen unter den Schuhen unterbrochen wird, entsteht ein magisches Naturerlebnis.
Die Wege sind in der Regel auch im Winter begehbar, allerdings solltest du auf rutschige Stellen achten und entsprechend warme, wasserfeste Kleidung tragen. Die kürzeren Tageslichtstunden bedeuten, dass du deine Touren etwas knapper planen solltest. Dafür belohnt dich der winterliche Elm mit absoluter Ruhe und klarer Luft.
Gibt es geführte Wanderungen in der Region?
Ja, in der Region werden regelmäßig geführte Wanderungen angeboten, etwa zu naturkundlichen, historischen oder kulinarischen Themen. Besonders beliebt sind Führungen zum Grünen Band entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze sowie geologische Wanderungen zu den Steinbrüchen und Quellen des Elm.
Auskünfte zu aktuellen Terminen erhältst du bei den örtlichen Tourist-Informationen in Königslutter, Helmstedt oder Schöningen. Geführte Touren sind eine wunderbare Möglichkeit, die Region tiefer kennenzulernen und von kundigen Einheimischen Geschichten und Hintergründe zu erfahren, die man allein leicht übersehen würde.
Wie anspruchsvoll sind die Wanderungen im Elm-Lappwald?
Die Wanderungen im Elm-Lappwald sind überwiegend leicht bis mittelschwer und damit für die meisten Menschen gut zu bewältigen. Da die Höhenunterschiede gering sind und die Wege meist über gut begehbare Böden führen, eignet sich die Region für Genusswanderer, Familien und auch ältere Wanderer.
Wer mehr Herausforderung sucht, kann längere Strecken kombinieren oder die Höhentour zum Drachenberg wählen, die mit sanften Anstiegen und etwas mehr Kilometern aufwartet. Insgesamt bleibt der Elm-Lappwald aber ein entspanntes Wandergebiet, in dem der Genuss und nicht die sportliche Leistung im Vordergrund steht.