Tal mit Weinbergen und Almen
Wandern im Eisacktal: Zwischen Weinbergen, Klöstern und wilden Almen
Wandern im Eisacktal
Es riecht nach reifen Trauben, feuchtem Waldboden und einem Hauch Weihrauch aus einer der ältesten Klosteranlagen Südtirols – willkommen im Eisacktal, wo sich Süden und Norden die Hand geben. Kaum ein anderes Tal in Südtirol verbindet mediterranes Lebensgefühl so selbstverständlich mit alpiner Wildheit. Unten, entlang des Flusses Eisack, wachsen Reben und Kastanien, während oben die Gipfel der Villnösser Dolomiten und die weiten Almen der Rodenecker und Lüsner Alm den Horizont zeichnen.
Das Eisacktal zieht sich wie ein grünes Band vom Brenner bis nach Bozen und war schon in der Antike eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas. Diese Vergangenheit spürst du auf Schritt und Tritt: verwitterte Kirchtürme, mittelalterliche Städtchen wie Klausen und Brixen, uralte Bauernhöfe, die seit Jahrhunderten bewirtschaftet werden. Beim Wandern begegnest du hier nicht nur atemberaubenden Ausblicken, sondern auch einer gelebten Kultur, die zum Anfassen nah ist.
Für Wanderer ist das Eisacktal ein kleines Paradies mit doppeltem Boden. Im Frühling und Herbst locken sanfte Höhenwege, Weinbergpfade und der berühmte Keschtnweg zwischen Kastanienhainen. Im Sommer flüchtest du hinauf auf die Hochplateaus, wo Kühe grasen, Almhütten deftige Knödel servieren und die Luft nach Enzian duftet. Und wenn im Herbst der Törggelen-Zauber beginnt, verwandelt sich jede Wanderung in eine Genussreise.
Ob gemütlicher Panoramaspaziergang oder anspruchsvolle Gipfeltour – das Eisacktal hält für jede Kondition und jede Stimmung den passenden Weg bereit. Schnür deine Wanderschuhe, atme die klare Bergluft und lass dich von einem Tal verzaubern, das seine Gäste nie in Eile bringt.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
250 m bis ca. 2.545 m (Pfannspitze)
Geländecharakter
Weinbergpfade, Almwege, Bergsteige
Infrastruktur
Sehr gut ausgebaut, gut erschlossen
Beste Reisezeit
April bis November
Was das Eisacktal so unverwechselbar macht
Klausen und Brixen – Städte mit Seele
Klausen zählt zu den schönsten Dörfern Italiens und liegt malerisch am Fuße des Klosters Säben, das wie ein Adlerhorst über den Dächern thront. Die engen Gassen mit ihren bunten Erkern, Kunstgalerien und gemütlichen Cafés laden zum Bummeln ein, bevor oder nachdem du deine Wanderschuhe schnürst. Schon Albrecht Dürer war von diesem Ort so angetan, dass er ihn in seinen Kupferstichen verewigte.
Nur wenige Kilometer nordwärts liegt Brixen, die älteste Stadt Tirols und geistliches Zentrum der Region. Der prächtige Dom, die Hofburg und die verwinkelten Laubengänge erzählen von einer glanzvollen Bischofsgeschichte. Nach einer Tour lohnt sich hier ein Cappuccino auf dem Domplatz – und vielleicht ein Stück Apfelstrudel, den du dir redlich verdient hast.
Der Keschtnweg und das Kastanienerlebnis
Der Keschtnweg – benannt nach dem Südtiroler Wort für Kastanie – ist einer der bekanntesten Themenwege der Region. Auf rund 60 Kilometern führt er von Brixen bis nach Bozen durch uralte Kastanienhaine, vorbei an Buschenschänken und sonnigen Weinbergen. Im Herbst, wenn die stacheligen Fruchthüllen aufplatzen, verwandelt sich der Weg in eine goldene Genussmeile.
Wusstest du schon, dass viele der Kastanienbäume hier über hundert Jahre alt sind? Ihre gerösteten Früchte gehören untrennbar zum Törggelen, dem herbstlichen Brauch, bei dem neuer Wein, Kastanien und deftige Bauernkost gemeinsam genossen werden. Ein Erlebnis, das du dir als Wanderer nicht entgehen lassen solltest.
Almen, Klöster und stille Höhen
Über dem Talboden erstrecken sich weite Hochflächen wie die Rodenecker und Lüsner Alm – ein sanftes Almparadies, das im Winter Skitourengeher und im Sommer Wanderer und Familien anzieht. Von hier aus reicht der Blick bis zu den Zacken der Geislergruppe, während Kühe gemütlich über die Weiden ziehen.
Kulturhistorisch beeindruckt das Kloster Neustift bei Brixen, eines der bedeutendsten Augustinerchorherrenstifte im Alpenraum. Die barocke Stiftskirche, der berühmte Weinkeller und der Kräutergarten sind ein lohnender Zwischenstopp. Geheimtipp: Der klostereigene Sylvaner gehört zu den besten Weißweinen Südtirols und schmeckt nach einer Wanderung gleich doppelt gut.
Kulinarik zwischen Süden und Bergen
Die Küche des Eisacktals ist ein köstlicher Grenzgänger. Speckknödel, Schlutzkrapfen und Gerstsuppe treffen auf mediterrane Einflüsse mit gutem Olivenöl und feinen Weinen. Die Weißweine des Tals – Sylvaner, Kerner, Grüner Veltliner und Riesling – zählen zu den elegantesten Italiens und gedeihen dank der kühlen Nächte besonders aromatisch.
Land und Leute sind hier bodenständig und herzlich. In den Buschenschänken, oft auf uralten Höfen gelegen, servieren die Bauernfamilien selbst gemachte Produkte – vom hausgeräucherten Speck bis zum knusprigen Bauernbrot. Nimm dir Zeit, komm ins Gespräch, und du erfährst nebenbei manche Geschichte, die in keinem Reiseführer steht.
Warum Wanderherzen im Eisacktal höherschlagen
Vielfalt auf engstem Raum
Das Eisacktal ist ein Wanderrevier der kurzen Wege und großen Kontraste. Innerhalb weniger Stunden wechselst du von sonnenverwöhnten Weinbergpfaden zu schattigen Kastanienhainen und weiter hinauf zu alpinen Almwiesen. Diese vertikale Vielfalt macht das Tal für Wanderer so besonders: Du entscheidest je nach Laune und Wetter, ob dich der Weg in die Höhe zieht oder gemütlich durchs Tal führt.
Gerade diese Bandbreite spricht unterschiedlichste Zielgruppen an. Familien finden sanfte Almwanderungen mit Einkehrmöglichkeiten, Genusswanderer schwelgen auf Höhen- und Weinwegen, und ambitionierte Bergsteiger stürzen sich in die Dolomitentouren der nahen Villnösser Alpen. Langweilig wird es hier garantiert nie.
Wege mit Aussicht und Charakter
Die Wegequalität im Eisacktal ist durchweg hoch. Gut markierte Steige, gepflegte Almwege und beschilderte Themenpfade wie der Keschtnweg oder der Brixner Höhenweg sorgen für angenehme Orientierung. Viele Routen sind so angelegt, dass Aussichtspunkte den Rhythmus deiner Wanderung bestimmen – hier ein Blick auf das Kloster Säben, dort ein Panorama über die Geislerspitzen.
Besonders reizvoll sind die Höhenwege oberhalb des Talbodens, die dich immer wieder mit weiten Ausblicken belohnen. Die klare Bergluft und das Spiel von Licht und Schatten über den Weinterrassen machen jede Tour zu einem kleinen Fotoshooting – auch wenn du eigentlich gar nicht fotografieren wolltest.
Naturerlebnis durch alle Jahreszeiten
Wer das Eisacktal wandernd erleben will, hat fast das ganze Jahr Gelegenheit dazu. Im Frühling erwachen die Wiesen, die Obstbäume blühen und die Weinbergpfade sind angenehm mild. Der Sommer lockt in die kühlen Höhen der Rodenecker und Lüsner Alm, wo dich Bergseen, blühende Almrosen und deftige Hüttenjause erwarten.
Der Herbst gehört zweifellos zu den Höhepunkten: Wenn sich die Kastanienwälder golden färben und die Törggelen-Saison beginnt, wird jede Wanderung zum sinnlichen Erlebnis. Selbst im Winter bieten die Hochplateaus präparierte Winterwanderwege durch verschneite Landschaften – ideal für alle, die Stille und knirschenden Schnee unter den Sohlen lieben.
Für jeden Anspruch das Richtige
Von der zweistündigen Familienrunde bis zur ganztägigen Gipfeltour reicht das Spektrum. Anfänger und Genießer finden zahlreiche flache bis leicht ansteigende Strecken mit Einkehr, während erfahrene Wanderer sich an höher gelegenen Steigen und Übergängen austoben können. Wer Ruhe sucht, verlässt einfach die bekannten Pfade und findet im Villnösstal oder auf den Nebenwegen der Lüsner Alm herrliche Einsamkeit.
Diese Mischung aus Zugänglichkeit und alpiner Herausforderung ist es, die das Eisacktal zu einem der vielseitigsten Wandergebiete Südtirols macht. Egal, ob du deinen ersten Höhenweg gehst oder schon jeden Dolomitengipfel kennst – hier findest du deinen Weg.
Wohlfühlunterkünfte für deine Wandertage im Eisacktal
Die schönsten Wanderungen im Eisacktal
Keschtnweg von Brixen nach Klausen
Diese Etappe des berühmten Keschtnwegs ist ein Klassiker für Genusswanderer. Start ist in Brixen, von wo du zunächst durch Weinberge und über sonnige Hänge Richtung Feldthurns aufsteigst. Der gut markierte Weg (Beschilderung Keschtnweg) führt dich durch dichte Kastanienhaine, vorbei an alten Bauernhöfen und immer wieder mit weitem Blick über das Eisacktal.
Highlight der rund 15 Kilometer langen Tour ist der Abschnitt oberhalb von Feldthurns mit seinen Buschenschänken, in denen du im Herbst Kastanien und neuen Wein probieren kannst. Weiter geht es leicht bergab bis nach Klausen, wo das Kloster Säben majestätisch über dem Städtchen aufragt.
Die Wanderung ist technisch einfach, verlangt aber etwas Ausdauer. Ideal für Genusswanderer und Kulturliebhaber, die Natur, Wein und Geschichte verbinden möchten. Besonders im Oktober zur Törggelen-Zeit ist diese Route ein Traum.
Rundwanderung auf der Rodenecker und Lüsner Alm
Die Rodenecker und Lüsner Alm gehört zu den größten Hochalmen Europas und ist ein sanftes Wanderparadies. Startpunkt ist meist die Zumis-Hütte oder der Parkplatz Kreuzner oberhalb von Rodeneck. Von dort führt dich ein leicht welliger Almweg über weite Wiesen, immer mit dem Panorama der Dolomiten und der Geislergruppe vor Augen.
Die etwa 10 Kilometer lange Rundtour führt vorbei an mehreren bewirtschafteten Almhütten wie der Roner Alm und der Starkenfeldhütte, wo du dich mit Kaiserschmarrn und Almkäse stärken kannst. Der höchste Punkt bietet einen grandiosen Rundblick bis zum Peitlerkofel.
Diese Tour ist perfekt für Familien und gemütliche Wanderer, da kaum steile Anstiege zu bewältigen sind. Gleichzeitig genießt du echtes Almfeeling mit grasenden Kühen, blühenden Wiesen und weitem Himmel. Ein Ausflug, der Groß und Klein glücklich macht.
Villnösstal und die Adolf-Munkel-Weg unter den Geislerspitzen
Der Adolf-Munkel-Weg im Villnösstal ist einer der schönsten Panoramawege der Dolomiten. Start ist am Parkplatz Zanser Alm oberhalb von St. Magdalena. Von dort wanderst du zunächst durch lichten Bergwald, bevor sich der Blick auf die imposante Nordwand der Geislergruppe öffnet.
Der Weg führt am Fuß der steil aufragenden Felszacken entlang, vorbei an der Gschnagenhardt Alm und der Geisleralm, die beide zur Einkehr einladen. Die Kulisse der schroffen Gipfel gegenüber den grünen Almwiesen ist schlicht atemberaubend – kein Wunder, dass diese Region zum UNESCO-Welterbe zählt.
Die rund 9 Kilometer lange Rundtour ist mittelschwer und erfordert Trittsicherheit sowie festes Schuhwerk. Sie eignet sich für konditionsstarke Genusswanderer und alle, die die Dolomiten von ihrer eindrucksvollsten Seite erleben möchten. Ein Erlebnis, das lange nachwirkt.
Brixner Höhenweg zur Plose
Die Plose ist der Hausberg von Brixen und bietet mit dem WoodyWalk und dem Brixner Höhenweg spektakuläre Ausblicke. Ab der Bergstation der Plose-Seilbahn auf Kreuztal startest du in ein weitläufiges Wandergebiet mit Blick auf über hundert Dolomitengipfel.
Der aussichtsreiche Höhenweg führt dich vorbei an der Rossalm und Richtung Pfannspitze, dem höchsten Punkt der Region mit rund 2.545 Metern. Wer möchte, gipfelt hinauf und wird mit einem grandiosen Rundumblick belohnt. Unterwegs laden mehrere Hütten wie die Ochsenalm zur zünftigen Einkehr.
Diese Tour ist vielseitig: Der familienfreundliche WoodyWalk mit Erlebnisstationen begeistert Kinder, während der weiterführende Höhenweg auch geübte Bergwanderer fordert. Dank Seilbahn ist der Einstieg bequem, sodass du deine Kräfte für die Aussicht sparst. Ein perfekter Bergtag für die ganze Familie.
Kloster Säben Höhenweg über Klausen
Diese Kulturwanderung verbindet Natur mit Geschichte. Vom Zentrum von Klausen führt ein gut beschilderter Steig steil hinauf zum Kloster Säben, dem heiligen Berg Tirols. Der Aufstieg durch Weinberge und Wald ist zwar knackig, dafür wirst du mit immer schöneren Ausblicken über das Eisacktal belohnt.
Oben angekommen erwartet dich das ehrwürdige Benediktinerinnenkloster mit seinen Kapellen und der wunderbaren Aussicht auf das Städtchen unter dir. Von hier kannst du auf einem Höhenweg weiter Richtung Latzfons oder zurück nach Klausen wandern, je nach Lust und Kondition.
Die Tour ist rund 6 bis 8 Kilometer lang und mittelschwer, ideal für kulturinteressierte Wanderer, die Geschichte hautnah erleben wollen. Der Anstieg lohnt sich in jedem Fall – spätestens beim Blick vom Klosterberg verstehst du, warum dieser Ort schon Dürer inspirierte.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Eisacktal?
Das Eisacktal lässt sich fast das ganze Jahr über erwandern, wobei jede Jahreszeit ihren eigenen Reiz hat. Der Frühling ab April eignet sich hervorragend für Wanderungen im Talbereich und auf den Weinbergpfaden, wenn die Obstbäume blühen und die Temperaturen mild sind.
Der Sommer ist ideal für die höher gelegenen Almen wie die Rodenecker und Lüsner Alm oder die Dolomitentouren im Villnösstal. Ganz besonders beliebt ist jedoch der Herbst: Von Ende September bis November verwandeln sich die Kastanienwälder in ein Farbenmeer, und die Törggelen-Saison lockt mit kulinarischen Genüssen. Für Genusswanderer ist diese Zeit fast schon ein Muss.
Ist das Eisacktal für Wanderungen mit Kindern geeignet?
Absolut, das Eisacktal ist ein wunderbares Ziel für Familien. Besonders die Rodenecker und Lüsner Alm bietet sanfte, kaum steile Wege, auf denen auch kleinere Kinder gut vorankommen. Grasende Kühe, Almhütten mit Kaiserschmarrn und weite Wiesen zum Toben sorgen für Begeisterung bei den Kleinen.
Auch der WoodyWalk auf der Plose ist ein echter Familienhit: Der Rundweg ist mit Erlebnisstationen, Spielplätzen und Aussichtspunkten gespickt und dank Seilbahn bequem erreichbar. Viele Wege lassen sich zudem mit Einkehrmöglichkeiten kombinieren, sodass Verpflegungspausen kein Problem sind. Achte bei längeren Touren auf ausreichend Wasser und Sonnenschutz.
Kann ich mit meinem Hund im Eisacktal wandern?
Ja, das Eisacktal ist grundsätzlich sehr hundefreundlich. Auf den meisten Wander- und Almwegen sind Hunde willkommen, sollten aber angeleint werden, besonders in der Nähe von Weidevieh. Kühe und Mutterkühe reagieren mitunter empfindlich auf Hunde, daher ist Vorsicht und ausreichender Abstand wichtig.
Viele Almhütten und Buschenschänken erlauben Hunde auf der Terrasse und stellen oft sogar Wassernäpfe bereit. Im Sommer solltest du auf ausreichend Trinkwasser für deinen Vierbeiner achten und schattige Routen bevorzugen, da es im Talbereich recht heiß werden kann. Informiere dich am besten vorab, ob deine gewählte Unterkunft ebenfalls hundefreundlich ist.
Welche Wanderungen eignen sich für Anfänger?
Für Einsteiger bietet das Eisacktal zahlreiche entspannte Optionen. Der Keschtnweg lässt sich in einzelnen, kurzen Etappen erwandern und verläuft überwiegend flach bis leicht hügelig, was ihn ideal für Anfänger macht. Auch die Rundwege auf der Rodenecker und Lüsner Alm sind wegen ihrer sanften Steigungen bestens geeignet.
Der WoodyWalk auf der Plose ist ebenfalls anfängerfreundlich, da du bequem mit der Seilbahn zum Ausgangspunkt gelangst und der Weg gut ausgebaut ist. Beginne am besten mit kürzeren Touren von zwei bis drei Stunden und steigere dich langsam. Wichtig sind festes Schuhwerk und eine realistische Einschätzung der eigenen Kondition.
Wie erreiche ich das Eisacktal am besten?
Das Eisacktal ist hervorragend erreichbar, da es an der wichtigen Nord-Süd-Achse über den Brenner liegt. Mit dem Auto gelangst du über die A22 (Brennerautobahn) schnell zu den Orten Brixen, Klausen oder Sterzing. Von München aus bist du in etwa zweieinhalb bis drei Stunden vor Ort.
Auch mit der Bahn ist die Anreise komfortabel: Der Bahnhof Brixen ist an das internationale Schienennetz angebunden, und von dort bringen dich Regionalbusse zu den Ausgangspunkten vieler Wanderungen. Innerhalb Südtirols ist das öffentliche Verkehrsnetz gut ausgebaut, sodass du viele Touren auch ohne eigenes Auto erreichen kannst. Die Südtirol Guest Pass Angebote vieler Unterkünfte machen die Nutzung von Bus und Bahn oft sogar kostenlos.
Brauche ich für die Wanderungen eine besondere Ausrüstung?
Für die meisten Wanderungen im Eisacktal reicht eine solide Grundausstattung. Feste Wanderschuhe mit gutem Profil sind unverzichtbar, besonders auf den alpinen Steigen im Villnösstal oder auf der Plose. Für die Talwege und den Keschtnweg genügen bequeme Wanderschuhe oder Trekkingschuhe.
Denk außerdem an wetterfeste Kleidung, denn das Bergwetter kann schnell umschlagen. Eine Regenjacke, eine warme Schicht für höhere Lagen sowie Sonnenschutz und ausreichend Wasser gehören in jeden Rucksack. Wanderstöcke sind bei längeren Abstiegen hilfreich. Für anspruchsvollere Dolomitentouren empfiehlt sich zusätzlich Trittsicherheit und eventuell eine Wanderkarte oder Wander-App zur Orientierung.
Was hat es mit dem Törggelen auf sich?
Das Törggelen ist ein uralter Südtiroler Herbstbrauch und für viele Wanderer der kulinarische Höhepunkt einer Tour im Eisacktal. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort torculum für Weinpresse ab. Traditionell zog man nach der Weinlese von Hof zu Hof, um den neuen Wein zu verkosten.
Heute verbindet man das Törggelen gerne mit einer herbstlichen Wanderung, die in einer Buschenschank oder auf einem Bauernhof endet. Dort werden neuer Wein, gebratene Kastanien, Speck, Schlutzkrapfen und andere bäuerliche Spezialitäten serviert. Die Kombination aus Bewegung, herbstlicher Natur und deftiger Kost macht das Eisacktal im Oktober und November zu einem echten Genussparadies.
Gibt es geführte Wanderungen im Eisacktal?
Ja, in nahezu allen Ferienorten des Eisacktals werden geführte Wanderungen angeboten. Viele Tourismusvereine in Brixen, Klausen, Sterzing oder im Villnösstal organisieren regelmäßig geführte Touren mit ortskundigen Wanderführern, die dir nicht nur die schönsten Wege zeigen, sondern auch spannende Geschichten über Natur und Kultur erzählen.
Solche Führungen sind besonders empfehlenswert, wenn du die Region zum ersten Mal besuchst oder anspruchsvollere Dolomitentouren unternehmen möchtest. Häufig sind geführte Wanderungen im Rahmen von Gästekarten sogar kostenlos oder vergünstigt. Frage einfach in deiner Unterkunft oder beim örtlichen Tourismusbüro nach dem aktuellen Wochenprogramm.
Wie anspruchsvoll sind die Touren in den Dolomiten des Villnösstals?
Die Dolomitentouren rund um die Geislergruppe im Villnösstal reichen von mittelschwer bis anspruchsvoll. Der beliebte Adolf-Munkel-Weg ist mit etwas Trittsicherheit gut machbar und bietet ein gemäßigtes Anforderungsniveau, während höhere Übergänge und Gipfeltouren deutlich mehr Kondition und alpine Erfahrung verlangen.
Wichtig ist, dass du deine eigene Fitness realistisch einschätzt und auf gutes Schuhwerk sowie stabiles Wetter achtest. In den höheren Lagen kann das Wetter schnell umschlagen, und Nebel erschwert die Orientierung. Für alle, die die Dolomiten in ihrer ganzen Pracht erleben, aber es dennoch gemächlicher angehen möchten, ist der Adolf-Munkel-Weg die perfekte Wahl.
Sind die Almhütten und Buschenschänken durchgehend geöffnet?
Die Öffnungszeiten der Almhütten hängen stark von der Saison ab. Die meisten bewirtschafteten Almen auf der Rodenecker und Lüsner Alm oder im Villnösstal haben von etwa Ende Mai bis Anfang Oktober geöffnet, wenn das Vieh auf den Almen weidet. In dieser Zeit kannst du dich fast überall mit Knödeln, Almkäse und Kuchen stärken.
Buschenschänken im Talbereich sind häufig nur zu bestimmten Zeiten geöffnet, da sie an bäuerliche Betriebe gebunden sind. Besonders in der Törggelen-Zeit im Herbst haben viele geöffnet. Es lohnt sich, vor einer Tour die Öffnungszeiten zu prüfen, damit du unterwegs auch garantiert eine warme Mahlzeit bekommst. Nichts ist enttäuschender als eine geschlossene Hütte nach einem langen Aufstieg.
Kann man im Eisacktal auch mehrtägige Wanderungen unternehmen?
Ja, das Eisacktal eignet sich hervorragend für Mehrtagestouren. Der Keschtnweg zum Beispiel lässt sich in mehreren Etappen von Brixen bis Bozen erwandern und bietet unterwegs zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten in Gasthöfen und Bauernhöfen. So kannst du das Tal in Ruhe und in seiner ganzen Länge erleben.
Auch für ambitionierte Bergwanderer gibt es mehrtägige Optionen, etwa Hüttentouren in den Dolomiten rund um die Geislergruppe oder Übergänge zu benachbarten Tälern. Viele Wanderer kombinieren dabei Kultur, Genuss und alpine Herausforderung. Achte bei Hüttentouren auf rechtzeitige Reservierung, besonders in der Hauptsaison im Sommer, da die Schlafplätze begehrt sind.
Welche kulinarischen Highlights sollte ich unterwegs probieren?
Das Eisacktal ist ein Feinschmeckerparadies, und beim Wandern kommt der Genuss keinesfalls zu kurz. Auf den Almhütten solltest du unbedingt die klassischen Südtiroler Knödel probieren – ob Speck-, Käse- oder Spinatknödel. Auch Schlutzkrapfen, gefüllte Teigtaschen ähnlich Ravioli, sind ein Muss.
Bei den Getränken lohnt sich ein Glas der berühmten Eisacktaler Weißweine wie Sylvaner oder Kerner, die zu den besten Italiens zählen. Im Herbst gehören natürlich geröstete Kastanien und neuer Wein beim Törggelen dazu. Ein süßer Abschluss gelingt mit einem Stück Apfelstrudel oder Kaiserschmarrn auf einer sonnigen Hüttenterrasse. So schmeckt Wandern im Eisacktal am besten.