Voralpenland mit Seen und Bergen
Wandern im Chiemgau: Zwischen bayerischem Meer und Alpengipfeln
Wandern im Chiemgau
Es gibt Regionen, die versprechen viel und halten wenig. Und dann gibt es den Chiemgau – jene Ecke im Südosten Bayerns, in der der Chiemsee wie ein türkisblaues Auge zwischen sanften Hügeln und schroffen Bergen liegt. Nicht umsonst nennt man ihn das Bayerische Meer. Wer hier zum ersten Mal aus dem Auto steigt und den Blick über das Wasser bis zu den Chiemgauer Alpen schweifen lässt, versteht sofort, warum so viele Wanderer immer wieder zurückkehren.
Der Chiemgau ist ein Landstrich der Kontraste, und genau das macht ihn zum Wanderparadies. Im Norden erstreckt sich das flache Voralpenland mit Moorwiesen, Streuobstgärten und kleinen Weilern, in denen die Zeit angenehm langsam vergeht. Nach Süden hin türmen sich die Berge auf: die Kampenwand mit ihrem markanten Felskamm, die Hochplatte, das Kaisergebirge in Sichtweite. Dazwischen liegen Almen, auf denen im Sommer die Kühe bimmeln und frische Buttermilch über die Theke geht.
Was das Wandern hier so herrlich macht, ist die Vielfalt auf kleinem Raum. Am Vormittag ein gemütlicher Uferweg am Chiemsee, am Nachmittag ein knackiger Gipfelanstieg mit Panoramablick bis zum Watzmann – all das ist möglich, ohne stundenlange Anfahrten. Familien finden kinderwagentaugliche Rundwege, ambitionierte Bergsteiger jede Menge Klettersteige und lange Höhenzüge.
Und dann ist da noch das, was man kaum in Worte fassen kann: die Stimmung an einem frühen Morgen, wenn der Nebel über dem See liegt und die ersten Sonnenstrahlen die Berggipfel vergolden. Der Chiemgau ist keine Region zum Abhaken – er ist eine zum Wiederkommen. Pack die Wanderschuhe ein, die Berge und das Bayerische Meer warten schon.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
518 bis 1.748 m (Hochgern)
Geländecharakter
Uferwege, Almpfade, Bergsteige
Infrastruktur
Bergbahnen, Almen, gute ÖPNV-Anbindung
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober
Sehenswürdigkeiten & Naturschätze im Chiemgau
Der Chiemsee – das Bayerische Meer
Kein Besuch im Chiemgau ohne den Chiemsee, den größten See Bayerns. Rund 80 Quadratkilometer Wasserfläche, umrahmt von Schilfgürteln, kleinen Häfen und dem stets präsenten Alpenpanorama im Süden. Wer den See umrundet, ob zu Fuß oder mit dem Rad, spürt schnell den besonderen Rhythmus dieser Landschaft: mal offenes Uferland, mal schattige Auwälder, immer wieder der Blick auf die Berge.
Ein absolutes Muss sind die Chiemsee-Inseln. Auf der Herreninsel thront das prunkvolle Schloss Herrenchiemsee, König Ludwigs II. Antwort auf Versailles – ein wahrer Größenwahn in Marmor und Gold. Die kleinere Fraueninsel dagegen verzaubert mit ihrem tausendjährigen Kloster, den blühenden Gärten und dem geräucherten Fisch, den man direkt am Steg genießen kann. Die Schifffahrt zwischen den Inseln gehört zu den schönsten Ausflügen der Region.
Berge zum Verlieben: Kampenwand & Hochfelln
Die Kampenwand ist so etwas wie der Hausberg des Chiemgaus. Ihr markanter Felskamm ist von weitem sichtbar und ein Fixpunkt am Horizont. Eine Seilbahn bringt Bequeme fast bis auf den Gipfelbereich, doch die schönsten Momente erlebt man zu Fuß, wenn sich unter einem der Chiemsee wie ein Spiegel ausbreitet.
Der Hochfelln bei Bergen ist der zweite große Klassiker. Auch hier gibt es eine Bahn, aber die Gipfelkapelle und das Rundum-Panorama belohnen jeden Schritt. Wer Glück mit dem Wetter hat, blickt bis zum Alpenhauptkamm und über das gesamte Voralpenland.
Kulinarik & Land und Leute
Der Chiemgau schmeckt nach Almkäse, Kaiserschmarrn und frisch gebackenem Bauernbrot. Auf den zahlreichen bewirtschafteten Almen kehrt man ein, trinkt eine kühle Buttermilch oder ein Radler und lässt die Beine baumeln. Die Menschen hier sind bodenständig, herzlich und stolz auf ihre Traditionen – von der Blasmusik bis zum Trachtenverein.
Wusstest du schon? Der Chiemgau verdankt seinen fruchtbaren Boden einem gewaltigen Ereignis: Vor rund 2.000 Jahren soll hier ein Meteorit eingeschlagen sein – der sogenannte Chiemgau-Impakt. Ob das die endgültige Erklärung für die vielen kleinen Kraterseen ist, darüber streiten die Wissenschaftler bis heute.
Geheimtipp: Die Eisenärzt und das Klobenstein
Abseits der bekannten Pfade lohnt sich ein Abstecher zur Wallfahrtskirche Klobenstein nahe der österreichischen Grenze bei Kössen, spektakulär in einer Felsschlucht über der Tiroler Achen gelegen. Die tosende Entenlochklamm darunter ist ein Naturschauspiel, das erstaunlich wenige Wanderer kennen.
Auch das kleine Örtchen Eisenärzt und die umliegenden Weißachtal-Wanderungen sind echte Ruheoasen. Hier wandert man durch stille Wälder und über blühende Wiesen, oft ohne einer Menschenseele zu begegnen – Chiemgau pur, ganz ohne Trubel.
Was Wandern im Chiemgau so besonders macht
Vielfalt auf kleinstem Raum
Was den Chiemgau als Wanderregion so einzigartig macht, ist die unglaubliche Bandbreite an Landschaften, die sich hier auf engem Raum begegnen. Innerhalb weniger Kilometer wechselst du von flachen Seeuferwegen zu steilen Bergpfaden, von schattigen Mooren zu sonnigen Almwiesen. Diese Vielfalt bedeutet: An einem einzigen Wochenende kannst du völlig unterschiedliche Wandererlebnisse aneinanderreihen.
Während der Süden mit den Chiemgauer Alpen ambitionierte Gipfelstürmer lockt, bietet das Voralpenland im Norden entspannte Genusstouren. Diese Kombination macht die Region zu einem der wenigen Ziele, das Anfänger, Familien und erfahrene Bergsteiger gleichermaßen glücklich macht – niemand muss weit fahren, um genau die Tour zu finden, die zur eigenen Laune passt.
Wegequalität und Beschilderung
Die Wanderwege im Chiemgau sind vorbildlich markiert und gepflegt. Fast überall stößt man auf die klassischen gelben Wegweiser mit Zeitangaben, an neuralgischen Punkten gibt es Infotafeln zu Flora, Fauna und Geschichte. Die Wege reichen von breiten, kinderwagentauglichen Forstwegen bis zu schmalen, teils versicherten Bergsteigen.
Besonders angenehm ist die enge Verzahnung mit dem öffentlichen Nahverkehr. Viele Ausgangspunkte lassen sich bequem mit Bahn und Bus erreichen, sodass sich auch Streckenwanderungen ohne Rückweg zum Auto planen lassen. Für Familien mit Kindern gibt es zahlreiche Themen- und Erlebniswege, die das Wandern spielerisch gestalten.
Aussichtspunkte und Naturerlebnisse
Der Chiemgau ist ein Land der großen Ausblicke. Vom Gipfel der Kampenwand, vom Hochgern oder vom Hochfelln reicht der Blick an klaren Tagen über den gesamten Chiemsee, über das Voralpenland bis tief in die Alpen hinein. Der Watzmann grüßt aus dem Berchtesgadener Land, der Wilde Kaiser aus Tirol.
Doch es sind nicht nur die Höhen, die begeistern. Die Kendlmühlfilzen, eines der größten Hochmoore Bayerns, entführt in eine geheimnisvolle Welt aus Torfstichen, Wollgras und seltenen Vögeln. Wer im Frühsommer durch die blühenden Bergwiesen wandert oder im Herbst das goldene Licht über den Almen erlebt, versteht schnell, warum diese Region so viele Naturliebhaber in ihren Bann zieht.
Für wen sich das Chiemgau eignet
Ehrlich gesagt: für fast jeden. Genusswanderer finden entspannte Uferpfade und Almrundwege, auf denen die Einkehr wichtiger ist als der Höhenmeter. Bergsportler stürzen sich auf lange Gratüberschreitungen, Klettersteige an der Kampenwand oder ausgesetzte Gipfelanstiege. Familien profitieren von kurzen, abwechslungsreichen Touren mit Badegelegenheit am See.
Auch das Wetter spielt oft mit: Wenn im Hochgebirge schon Wolken hängen, lässt sich am See oder auf den niedrigeren Höhenzügen häufig noch ein trockener Tag erwischen. Diese Flexibilität ist Gold wert und macht den Chiemgau zu einem verlässlichen Wanderziel über weite Teile des Jahres.
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Die schönsten Wanderungen im Chiemgau
Kampenwand-Rundtour von Aschau
Der Klassiker schlechthin: Von Aschau im Chiemgau startest du entweder direkt zu Fuß oder nutzt die Kampenwandbahn, um dir die ersten Höhenmeter zu sparen. Von der Bergstation führt der markierte Weg über sonnige Almwiesen hinauf Richtung Gipfelkreuz der Kampenwand auf 1.669 Metern. Der Blick von hier ist legendär: der Chiemsee glitzert tief unten, dahinter die endlose Weite des Voralpenlands.
Der Rundweg lässt sich hervorragend über die Steinlingalm gestalten, wo du bei Kaiserschmarrn und Buttermilch die Aussicht genießt. Wer die Beine noch nicht müde hat, steigt weiter zum aussichtsreichen Gipfelbereich, der teils drahtseilversichert ist. Trittsicherheit und festes Schuhwerk sind hier Pflicht.
Diese Tour eignet sich für konditionsstarke Wanderer und Familien mit größeren Kindern. Wer die Bahn für den Aufstieg nutzt, kommt auch mit moderater Kondition auf seine Kosten. Der Abstieg zu Fuß nach Aschau durch den Wald rundet den Bergtag stimmungsvoll ab.
Hochfelln-Gipfeltour von Bergen
Ab Bergen führt der Weg zunächst gemächlich durch Wald und über Almflächen, bevor es ernsthaft bergauf geht. Alternativ bringt dich die Hochfellnbahn in zwei Sektionen fast bis zum Gipfel auf 1.674 Meter. Oben angekommen erwartet dich die kleine Gipfelkapelle und ein Rundumblick, der an klaren Tagen bis zum Alpenhauptkamm reicht.
Der Weiterweg über den Hochfellngrat Richtung Hochkienberg ist ein Genuss für alle, die Höhenwege lieben. Sanft geschwungene Almrücken, immer wieder freie Ausblicke und mit etwas Glück grasende Kühe machen diesen Abschnitt zum Highlight. Zur Einkehr laden das Bergrestaurant an der Bergstation und die Bründlingalm ein.
Diese Tour ist ideal für Wanderer, die ein echtes Gipfelerlebnis wollen, ohne technisch anspruchsvolles Gelände. Mit Bahnunterstützung wird sie auch für weniger Trainierte machbar, der komplette Aufstieg zu Fuß fordert dagegen ordentlich Ausdauer.
Uferweg-Rundtour um die Herreninsel
Für einen entspannten Tag ohne große Höhenmeter ist die Herreninsel perfekt. Mit dem Chiemsee-Schiff setzt du von Prien-Stock über und erkundest dann zu Fuß die gesamte Insel. Der Rundweg führt durch alten Baumbestand, vorbei an idyllischen Uferabschnitten und natürlich zum berühmten Schloss Herrenchiemsee.
Der Weg ist gut ausgebaut, weitgehend eben und damit auch für Familien mit Kinderwagen oder ältere Wanderer bestens geeignet. Immer wieder öffnen sich Blicke über das Wasser zu den Chiemgauer Alpen – eine wunderbare Kulisse für eine Rast auf einer der Bänke am Ufer.
Ein Besuch des Schlosses und der Königsallee lohnt sich unbedingt, ebenso die Einkehr im Schlosswirtschaft-Gasthof. Diese Tour verbindet Naturerlebnis, Kultur und die besondere Inselatmosphäre zu einem rundum entspannten Wandertag am Bayerischen Meer.
Hochgern-Überschreitung von Marquartstein
Der Hochgern auf 1.748 Metern ist einer der höchsten und aussichtsreichsten Gipfel im vorderen Chiemgau. Von Marquartstein aus steigst du durch dichten Bergwald stetig empor, vorbei an der Staffnalm und der Hochgernhaus-Hütte, die zur wohlverdienten Pause einlädt. Der letzte Anstieg zum Gipfelkreuz ist steil, aber lohnend.
Oben angekommen breitet sich ein grandioses Panorama aus: der Chiemsee, das Inntal, der Wilde Kaiser und die Berchtesgadener Alpen. Wer mag, überschreitet den Gipfel weiter Richtung Osten und steigt über die Enzianhütte ab – so wird aus der Tour eine abwechslungsreiche Runde.
Diese Wanderung richtet sich an trittsichere, konditionsstarke Bergwanderer. Mit rund 1.100 Höhenmetern ist sie kein Spaziergang, doch die Kombination aus Waldpassagen, Almgelände und Gipfelglück macht sie zu einem der schönsten Bergtage der Region.
Moorwanderung durch die Kendlmühlfilzen
Ein völlig anderes Chiemgau-Erlebnis bietet die Wanderung durch die Kendlmühlfilzen bei Grassau, eines der größten Hochmoore Bayerns. Ein gut angelegter Bohlenweg und Rundwege führen dich durch diese geheimnisvolle Landschaft aus Torfstichen, Moorbirken, Wollgras und Sonnentau. Infotafeln erklären die Entstehung und die einzigartige Tierwelt.
Das Moor ist besonders im Frühsommer und im Herbst stimmungsvoll, wenn Nebelschwaden über der Fläche liegen und das Licht die Farben zum Leuchten bringt. Mit etwas Glück beobachtest du seltene Vögel oder Libellen. Ein Aussichtsturm bietet den Überblick über das gesamte Gebiet.
Diese Tour ist flach, familienfreundlich und ganzjährig begehbar. Sie eignet sich perfekt für Naturliebhaber, Fotografen und alle, die abseits der Gipfel eine besondere, ruhige Seite des Chiemgaus kennenlernen möchten. Festes Schuhwerk genügt, große Kondition ist nicht nötig.
Häufige Fragen
Ist der Chiemgau zum Wandern mit Kindern geeignet?
Absolut, der Chiemgau ist geradezu ideal für Familien. Es gibt zahlreiche kurze und abwechslungsreiche Rundwege, die auch kleinere Kinder gut meistern. Besonders beliebt sind Touren mit Einkehrmöglichkeit auf einer Alm, wo es frische Milch und Kaiserschmarrn gibt.
Rund um den Chiemsee findest du viele Wege, die kinderwagentauglich sind, etwa auf der Herreninsel oder an den Uferpromenaden. Zusätzlich locken Erlebnis- und Themenwege sowie die Bademöglichkeiten am See als Belohnung. Die Kombination aus Wandern, Baden und Almerlebnis macht Kinder auch an längeren Tagen glücklich.
Kann ich im Chiemgau mit Hund wandern?
Ja, der Chiemgau ist eine sehr hundefreundliche Wanderregion. Die meisten Wege lassen sich problemlos mit dem Vierbeiner begehen, und viele Almen und Gasthöfe heißen Hunde ausdrücklich willkommen. Wasserstellen an Bächen und der See sorgen für willkommene Abkühlung.
Beachten solltest du, dass auf Almen häufig Weidevieh unterwegs ist. Halte deinen Hund dort unbedingt an der Leine, um Konflikte mit Mutterkühen zu vermeiden. In manchen Naturschutzgebieten, etwa in den Mooren, gilt ebenfalls Leinenpflicht. Bring genügend Wasser mit, besonders an heißen Sommertagen auf den offenen Gipfeltouren.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Chiemgau?
Die klassische Wandersaison reicht von Mai bis Oktober. Im späten Frühling blühen die Bergwiesen und die Almen öffnen, während der Herbst mit klarer Fernsicht und goldenem Licht viele Wanderer als schönste Jahreszeit gilt.
Im Hochsommer kann es auf den offenen Gipfeln heiß werden, dafür sind dann die Seeufer und schattigen Waldwege besonders reizvoll. Die tiefer gelegenen Touren wie die Moorwanderungen oder Uferwege sind sogar ganzjährig möglich. Im Winter verwandelt sich die Region in ein Schneeschuh- und Winterwanderparadies.
Wie erreiche ich die Wanderregion Chiemgau mit öffentlichen Verkehrsmitteln?
Der Chiemgau ist hervorragend an das Bahnnetz angebunden. Die Bahnlinie München–Salzburg hält unter anderem in Prien am Chiemsee, Bergen und Übersee, von wo aus Busse zu vielen Ausgangspunkten fahren. Prien ist zudem ein idealer Ausgangspunkt für die Chiemsee-Schifffahrt.
Viele Wanderungen lassen sich komplett ohne Auto planen, was gerade für Streckentouren praktisch ist. Die regionalen Busverbindungen bringen dich zu den Talstationen der Bergbahnen und zu vielen Startpunkten in den Alpentälern. Es lohnt sich, vorab die Fahrpläne zu prüfen, da manche Linien saisonal getaktet sind.
Welche Ausrüstung brauche ich für Wanderungen im Chiemgau?
Für die Genusstouren am See oder durch die Moore reichen bequeme Wanderschuhe und wettertaugliche Kleidung völlig aus. Sobald du jedoch in die Berge aufsteigst, solltest du festes, knöchelhohes Schuhwerk mit gutem Profil tragen.
Da das Bergwetter schnell umschlagen kann, gehören Regenjacke, eine warme Schicht und ausreichend Wasser in jeden Rucksack. Auf den höheren Gipfeln und Gratwegen sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit wichtig. Eine Wanderkarte oder App, Sonnenschutz und eine kleine Brotzeit runden die Grundausrüstung ab.
Gibt es geführte Wanderungen im Chiemgau?
Ja, in fast allen Orten der Region werden geführte Wanderungen angeboten. Die örtlichen Tourismusbüros, Bergschulen und der Alpenverein organisieren Touren für unterschiedliche Ansprüche, von entspannten Kräuterwanderungen bis zu anspruchsvollen Gipfeltouren.
Viele Gästekarten der Chiemgauer Orte beinhalten sogar kostenlose oder vergünstigte geführte Wanderungen. Das ist eine wunderbare Gelegenheit, die Region mit ortskundigen Guides zu entdecken, die spannende Geschichten erzählen und die schönsten Plätze abseits der Touristenpfade kennen. Gerade für Ortsunkundige ist das ein echter Mehrwert.
Sind die Bergbahnen im Chiemgau für Wanderer nutzbar?
Definitiv. Die Kampenwandbahn in Aschau und die Hochfellnbahn in Bergen sind bei Wanderern sehr beliebt. Sie ermöglichen es, den kräftezehrenden Aufstieg abzukürzen und trotzdem die Gipfelwelt und die schönen Höhenwege zu genießen.
Das ist ideal für Familien, ältere Wanderer oder alle, die sich die Höhenmeter sparen und mehr Zeit oben verbringen möchten. Viele planen den Aufstieg mit der Bahn und den Abstieg zu Fuß, um beide Perspektiven zu erleben. Beachte die saisonalen Betriebszeiten und plane bei Andrang etwas Wartezeit ein.
Welche Tour eignet sich für Wandereinsteiger?
Für Einsteiger empfehlen sich die flachen Uferwege am Chiemsee oder die Inselrundgänge auf der Herren- und Fraueninsel. Diese Touren sind landschaftlich reizvoll, aber ohne nennenswerte Höhenmeter und daher gut zu bewältigen.
Auch die Moorwanderung durch die Kendlmühlfilzen ist perfekt für Anfänger, da sie flach verläuft und auf gut ausgebauten Bohlenwegen führt. Wer sich langsam an die Berge herantasten möchte, nutzt die Bergbahnen für den Aufstieg und wählt einfache Almrundwege oben am Berg. So sammelst du erste Bergerfahrung ohne Überforderung.
Kann man im Chiemgau mehrtägige Wanderungen unternehmen?
Ja, der Chiemgau eignet sich sehr gut für Mehrtagestouren. Durch die zahlreichen bewirtschafteten Almen und Berghütten lassen sich Etappen gut miteinander verbinden. Beliebt sind Hüttenwanderungen entlang der Chiemgauer Alpen mit Übernachtungen unterwegs.
Auch Weitwanderwege wie der SalzAlpenSteig führen durch die Region und bieten spektakuläre Etappen zwischen See und Bergen. Für mehrtägige Touren solltest du im Voraus reservieren, besonders in der Hauptsaison. Die Kombination aus Gipfelerlebnissen, Almeinkehr und den Panoramen über den Chiemsee macht solche Touren zu unvergesslichen Bergabenteuern.
Wie anspruchsvoll sind die Bergtouren im Chiemgau?
Das Spektrum ist breit. Es gibt einfache Almwanderungen mit wenig Höhenmetern, aber auch anspruchsvolle Gipfeltouren und Klettersteige, etwa an der Kampenwand. Die meisten markierten Wege sind gut machbar, erfordern aber je nach Route eine gewisse Grundkondition.
Für Gipfel wie den Hochgern oder die Kampenwand solltest du trittsicher und ausdauernd sein, da einige Passagen steil oder ausgesetzt sind. Anfänger finden dagegen zahlreiche gemütliche Alternativen. Wichtig ist, die eigene Fitness realistisch einzuschätzen und die Tour dem Wetter und Können anzupassen.
Gibt es unterwegs genügend Einkehrmöglichkeiten?
Der Chiemgau ist ein Paradies für Genusswanderer, denn Einkehrmöglichkeiten gibt es reichlich. Auf fast jeder Bergtour liegen bewirtschaftete Almen oder Hütten am Weg, in denen du dich mit deftiger bayerischer Kost oder süßen Klassikern wie Kaiserschmarrn stärken kannst.
Auch im Tal und rund um den See findest du urige Gasthöfe und gemütliche Cafés. Besonders schön ist die Einkehr auf den Almen wie der Steinlingalm oder der Bründlingalm, wo du mit Blick über das Bergpanorama regionale Spezialitäten genießt. Öffnungszeiten variieren jedoch saisonal, daher lohnt sich vorab ein Blick.
Ist der Chiemgau auch im Winter zum Wandern geeignet?
Ja, der Chiemgau ist auch im Winter ein wunderbares Wanderziel. Zahlreiche geräumte Winterwanderwege führen durch verschneite Landschaften, und viele Orte bieten präparierte Routen mit herrlichen Ausblicken auf die verschneiten Alpen.
Sehr beliebt sind auch Schneeschuhwanderungen, für die es geführte Touren gibt. Die Uferwege am teils zugefrorenen Chiemsee haben im Winter einen ganz besonderen Zauber. Mit warmer Kleidung, gutem Schuhwerk und gegebenenfalls Grödeln steht dem winterlichen Wandervergnügen nichts im Weg. Die Einkehr in eine warme Hütte gehört natürlich dazu.