Bergisches Land, Stausee mit Blick auf Klosterkirche St. Maria Magdalena
Wandern • Bergisches Land

Wandern im Bergischen Land: Talsperren, Wälder und das Glück der grünen Hügel

Stille Wälder, glitzernde Talsperren und Fachwerkromantik – das Bergische Land ist die grüne Wanderüberraschung vor den Toren Kölns.

Wandern im Bergischen Land

Es gibt Regionen, die schreien laut nach Aufmerksamkeit, mit gewaltigen Gipfeln und schwindelerregenden Abgründen. Und dann gibt es das Bergische Land – jene sanft gewellte Hügellandschaft östlich von Köln und Düsseldorf, die ihre Schönheit eher flüstert als brüllt. Doch wer einmal durch die nebelverhangenen Morgenwälder gestapft ist, an einer glitzernden Talsperre Rast gemacht und in einem verschlafenen Fachwerkdorf eine bergische Kaffeetafel genossen hat, der weiß: Hier wird nicht laut geworben, hier wird verzaubert.

Das Bergische Land ist eine Landschaft der vielen Grüntöne. Dichte Buchen- und Mischwälder wechseln sich ab mit saftigen Wiesen, in denen Bäche plätschern und Kühe so entspannt grasen, als hätten sie nie Stress gekannt. Über allem liegt eine Luft, die nach Moos, feuchter Erde und Holz duftet – kein Wunder, dass diese Region zu den regenreichsten Deutschlands gehört. Doch genau dieser Regen schenkt den Wäldern ihr fast schon märchenhaftes Grün.

Charakteristisch sind die zahlreichen Talsperren, die wie blaue Edelsteine in den Tälern liegen: die Große Dhünn-Talsperre, die Wuppertalsperre oder die Bevertalsperre laden zu Uferwanderungen ein. Dazwischen ziehen sich gut markierte Wege über Höhenrücken, durch tief eingeschnittene Bachtäler und vorbei an historischen Hammerwerken, die an die industrielle Vergangenheit erinnern.

Wer das Bergische Land erwandert, erlebt eine ehrliche, bodenständige Region. Hier gibt es keine überfüllten Hotspots, sondern Stille, Weite und das gute Gefühl, eine echte Entdeckung gemacht zu haben. Perfekt für alle, die das Wandern nicht als Leistungssport, sondern als Erholung für die Seele verstehen.

Topografie & Landschaft

Sanft gewelltes Mittelgebirge

Höhenlage

bis ca. 519 m (Homert)

Geländecharakter

Waldwege, Naturpfade, Uferwege

Infrastruktur

Gut markiert, viele Einkehrmöglichkeiten

Beste Reisezeit

Frühling bis Herbst

Navigation

Sehenswertes im Bergischen Land: Natur, Fachwerk und stille Täler

Talsperren – die blauen Herzen der Region

Kaum eine andere Mittelgebirgslandschaft in Deutschland ist so von Wasser geprägt wie das Bergische Land. Über ein Dutzend Talsperren sammeln das Wasser der regenreichen Höhen und versorgen das gesamte Rheinland mit Trinkwasser. Die Große Dhünn-Talsperre bei Wermelskirchen ist eine der größten Trinkwassertalsperren Deutschlands – und weil sie geschützt ist, fühlt sich eine Wanderung an ihrem Ufer an wie ein Spaziergang durch unberührte Wildnis.

Anders die Bevertalsperre bei Hückeswagen oder die Wuppertalsperre: Hier darf gesegelt, geplanscht und gepicknickt werden. Wer im Sommer am Ufer rastet, kann den Booten beim Kreuzen zusehen, während die Kinder ihre Zehen ins Wasser strecken. Ein Rundweg um eine Talsperre ist immer eine gute Idee – fast eben, abwechslungsreich und mit ständig neuen Wasserblicken.

Fachwerk in Schwarz-Weiß

Das Bergische hat einen eigenen Baustil, den man auf den ersten Blick erkennt: schwarz geschieferte Fassaden, schneeweiße Fensterrahmen und kräftig grüne Schlagläden. Diese typische bergische Dreiklang-Farbgebung macht Orte wie Gummersbach-Niederseßmar, Wipperfürth oder die Altstadt von Lennep zu echten Postkartenmotiven.

Besonders sehenswert ist die historische Stadt Wipperfürth, die sich als älteste Stadt des Bergischen Landes rühmt. Wer durch ihre Gassen schlendert, spürt die Jahrhunderte. Auch das Bergische Freilichtmuseum in Lindlar lohnt den Besuch, denn es zeigt anschaulich, wie hier früher gelebt, gearbeitet und gehämmert wurde.

Kulinarik: Die bergische Kaffeetafel

Eine Wanderung im Bergischen Land ohne kulinarischen Höhepunkt? Undenkbar. Die Bergische Kaffeetafel ist eine Institution: serviert wird sie traditionell aus der Dröppelminna, einer bauchigen Zinnkanne mit drei Beinchen. Dazu gibt es Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne, Milchreis, Rosinenstuten und herzhafte Beilagen – ein Festmahl, das jede Wanderkalorie sofort wieder zunichtemacht.

Viele rustikale Gasthöfe und Cafés entlang der Wanderwege haben diese Tradition lebendig gehalten. Nach einer langen Tour gibt es kaum etwas Schöneres, als sich in eine warme Stube zu setzen und sich durch die süße Vielfalt zu probieren. Wusstest du schon? Der Name Dröppelminna kommt vom Tropfen (dröppeln) des Hahns und dem alten Frauennamen Minna für die Magd.

Geheimtipp: Das Aggertal und seine Tropfsteinhöhle

Abseits der bekannten Pfade lohnt sich ein Abstecher ins romantische Aggertal. Hier versteckt sich die Aggertalhöhle bei Engelskirchen, eine farbenprächtige Tropfsteinhöhle, die zu den schönsten in Nordrhein-Westfalen zählt. Eine Führung durch die kühlen Gänge ist die perfekte Abkühlung an heißen Sommertagen.

Wer es noch ruhiger mag, folgt den Bachläufen durch die schmalen Siefen – so nennt man hier die typischen kleinen Kerbtäler. In diesen schattigen, moosigen Schluchten fühlt man sich, als hätte die Hektik der nahen Großstädte nie existiert.

Warum das Bergische Land ein Paradies für Wanderer ist

Ein dichtes Netz aus Premiumwegen

Das Bergische Land hat sich in den vergangenen Jahren still und leise zu einer echten Wanderdestination gemausert. Herzstück ist das System der Bergischen Wanderwege, das aus dem rund 260 Kilometer langen Fernwanderweg Bergischer Weg, den Bergischen Streifzügen und zahlreichen lokalen Rundwegen besteht. Viele dieser Wege tragen das Siegel Premiumweg und werden regelmäßig vom Deutschen Wanderinstitut zertifiziert.

Die Bergischen Streifzüge sind thematische Rundwanderwege – vom Wasserweg über den Schlebuscher Erzweg bis zum Bewegungsweg. Jeder erzählt eine Geschichte und macht das Wandern zu einer abwechslungsreichen Entdeckungstour. Die Markierung ist vorbildlich, sodass man sich auch ohne GPS kaum verlaufen kann.

Landschaft für Genießer, nicht für Gipfelstürmer

Wer hier wandert, sucht keine alpinen Strapazen, sondern den gleichmäßigen Rhythmus sanfter Auf- und Abstiege. Die Höhenunterschiede sind moderat, doch unterschätzen sollte man die Region nicht: Das ständige Auf und Ab durch die vielen Bachtäler summiert sich, und am Ende eines Tages stecken oft mehr Höhenmeter in den Beinen, als man gedacht hätte.

Gerade dieses Wellige macht den Reiz aus. Hinter jeder Kuppe öffnet sich ein neuer Blick: mal über weite Wiesentäler, mal hinab auf eine glitzernde Talsperre, mal in einen dichten, fast schon nordischen Fichtenwald. Die Landschaft wirkt nie eintönig, sondern wechselt ihr Gesicht im Stundentakt.

Für wen ist das Bergische Land gemacht?

Das Bergische ist die ideale Region für Familien, Genusswanderer und Wochenendausflügler. Die Nähe zu Köln, Düsseldorf, Wuppertal und dem Ruhrgebiet macht es zum perfekten Naherholungsgebiet – in einer Stunde ist man aus der Großstadt raus und mitten im Grünen.

Aber auch ambitionierte Wanderer kommen auf ihre Kosten. Der Bergische Weg als Mehrtagestour von Essen bis nach Königswinter am Rhein bietet anspruchsvolle Etappen mit echtem Fernwanderfeeling. Hundebesitzer schätzen die wasserreiche Landschaft, in der jeder Vierbeiner reichlich Gelegenheit zum Planschen findet.

Aussichtspunkte und stille Momente

Auch wenn die Berge hier nur Hügel sind, gibt es lohnende Aussichtspunkte. Der Müngstener Brücke bei Solingen – Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke – verleiht dem Wandern im Brückenpark eine spektakuläre Kulisse. Von Höhenrücken wie rund um den Homert oder die Höhen bei Marienheide reicht der Blick an klaren Tagen weit übers Land.

Das eigentliche Erlebnis aber sind die stillen Momente: das Rauschen eines Bachs, das Licht, das durch das Blätterdach fällt, der Nebel, der morgens über einer Talsperre liegt. Das Bergische Land belohnt jene, die langsam gehen und genau hinschauen.

Übernachten zwischen Wäldern und Talsperren: Hotels im Bergischen Land

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Die schönsten Wanderungen im Bergischen Land

Bergischer Streifzug Nr. 1: Wasserquintett bei Wermelskirchen

Diese rund 12 Kilometer lange Rundwanderung verbindet gleich fünf Gewässer miteinander und gehört zu den beliebtesten Premiumwegen der Region. Start ist meist am Wanderparkplatz Eipringhausen bei Wermelskirchen. Von dort führt der gut markierte Weg zunächst an der Eifgenbach-Aue entlang, einem urwüchsigen Bachtal mit Resten alter Mühlen.

Highlight ist der Abschnitt entlang der Großen Dhünn-Talsperre, deren Wasserschutzgebiet eine fast unberührte Naturkulisse bietet. Unterwegs passiert man stille Weiher und schattige Waldpassagen, in denen es nach feuchtem Moos duftet. Die ständigen Wechsel zwischen offenen Wiesen und dichtem Wald machen die Tour kurzweilig.

Geeignet ist der Streifzug für geübte Genusswanderer und Familien mit größeren Kindern. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert, da einige Passagen nach Regen matschig werden. Einkehrmöglichkeiten gibt es in Wermelskirchen, sodass sich die Tour gut mit einer bergischen Kaffeetafel krönen lässt.

Brückenpark Müngsten – rund um Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke

Diese etwa 8 Kilometer lange Rundtour zwischen Solingen, Remscheid und Wuppertal ist ein echter Klassiker. Ausgangspunkt ist der Brückenpark Müngsten, über dem sich die imposante Müngstener Brücke in 107 Metern Höhe über das Tal der Wupper spannt – ein technisches Denkmal von beeindruckender Eleganz.

Der Weg führt hinunter zur Wupper, die man über die schwebende Personenfähre, die sogenannte Schwebefähre Müngsten, queren kann – ein Spaß besonders für Kinder. Anschließend geht es durch schattige Hangwälder bergauf, vorbei an Aussichtspunkten, die immer wieder neue Perspektiven auf die gigantische Stahlkonstruktion eröffnen.

Die Tour ist abwechslungsreich, mit einigen knackigen Anstiegen, aber gut machbar. Sie eignet sich hervorragend für einen Halbtagesausflug und verbindet Industriekultur mit Naturerlebnis. Im Brückenpark selbst laden Cafés und Spielflächen zum Verweilen ein.

Bevertalsperre-Rundweg bei Hückeswagen

Wer eine entspannte, familienfreundliche Tour sucht, ist am Rundweg um die Bevertalsperre goldrichtig. Die rund 9 Kilometer lange Strecke umrundet das idyllische Gewässer fast vollständig und bietet beständig schöne Wasserblicke. Start ist der Parkplatz an der Staumauer nahe Hückeswagen.

Der Weg verläuft größtenteils auf gut begehbaren Uferpfaden und Waldwegen mit nur geringen Steigungen. Im Sommer laden mehrere Liegewiesen und ein Badebereich zum Verweilen ein, während die Segelboote auf dem Wasser für Postkartenidylle sorgen. Die Bevertalsperre gilt als Naherholungsgebiet, ist aber selten überlaufen.

Diese Tour ist ideal für Familien mit kleinen Kindern, Hundebesitzer und alle, die einen ruhigen Wandertag ohne große Anstrengung genießen wollen. Im nahen Hückeswagen mit seiner sehenswerten Schlossaltstadt lässt sich der Ausflug perfekt abrunden.

Eifgental – das wilde Bachtal bei Burscheid

Das Eifgental zählt zu den schönsten und naturbelassensten Tälern des Bergischen Landes. Die etwa 13 Kilometer lange Tour folgt dem mäandernden Eifgenbach durch ein tief eingeschnittenes, fast urwaldartiges Tal. Start- und Endpunkt liegen oft bei Markusmühle oder dem Naturfreundehaus.

Entlang des Weges trifft man auf Spuren der alten Mühlen und Hammerwerke, die das Wasser einst zur Energiegewinnung nutzten. Heute herrscht hier tiefe Ruhe, nur unterbrochen vom Rauschen des Bachs und dem Vogelgezwitscher. Das Tal steht teilweise unter Naturschutz und beherbergt seltene Pflanzen und Tiere.

Der Weg ist als naturnaher Pfad angelegt und kann nach Regenfällen anspruchsvoll und matschig werden – gutes Schuhwerk ist Pflicht. Für Naturliebhaber und alle, die echte Einsamkeit suchen, ist das Eifgental ein wahres Juwel. Eine kleine Hütte mitten im Tal lädt am Wochenende zur Rast ein.

Schlebuscher Erzweg bei Leverkusen-Schlebusch

Dieser rund 11 Kilometer lange Premiumweg führt entlang der historischen Spuren des Erzabbaus zwischen Leverkusen und dem Bergischen. Der Bergische Streifzug Nr. 5 startet meist am Waldfriedhof in Schlebusch und taucht schnell in dichte Wälder und stille Bachtäler ein.

Unterwegs erzählen Infotafeln von der bergmännischen Vergangenheit der Region, als hier noch Eisenerz gefördert wurde. Der Weg schlängelt sich durch das Wiembachtal und vorbei an alten Stollenresten. Besonders im Herbst, wenn sich das Laub bunt färbt, entfaltet die Strecke ihren ganzen Zauber.

Die Tour ist abwechslungsreich, mit moderaten Steigungen und gut für ambitionierte Tageswanderer geeignet. Da der Weg recht stadtnah ist, eignet er sich hervorragend als Feierabend- oder Wochenendtour für Menschen aus dem Großraum Köln-Leverkusen.

Bergischer Weg – Etappe rund um die Aggertalhöhle bei Engelskirchen

Diese Etappe des Fernwanderwegs Bergischer Weg verbindet Naturerlebnis mit einer geologischen Sehenswürdigkeit. Auf rund 14 Kilometern wandert man durch das abwechslungsreiche Aggertal, vorbei an Wäldern, Wiesen und dem Flusslauf der Agger.

Ein absolutes Highlight ist die Aggertalhöhle, eine farbenprächtige Tropfsteinhöhle, die in den Sommermonaten besichtigt werden kann. Die bunten Mineralablagerungen geben dem unterirdischen Reich seinen besonderen Reiz. Eine Führung bietet sich als Pause mitten in der Wanderung an.

Der Weg ist als Etappe eines Fernwanderwegs entsprechend anspruchsvoll, mit einigen längeren Anstiegen, und richtet sich an konditionsstärkere Wanderer. Engelskirchen bietet gute Bahnanbindung und Einkehrmöglichkeiten, sodass sich die Tour als Tagestour mit öffentlicher Anreise gut organisieren lässt.

Häufige Fragen

Ist das Bergische Land zum Wandern mit Kindern geeignet?

Absolut – das Bergische Land ist sogar besonders familienfreundlich. Die moderaten Höhenunterschiede und die abwechslungsreiche Landschaft sorgen dafür, dass auch kleinere Wanderer nicht so schnell die Lust verlieren. Besonders die Rundwege um die Talsperren wie die Bevertalsperre sind ideal, weil hier oft Liegewiesen, Spielmöglichkeiten und Wasserzugänge locken.

Viele der Bergischen Streifzüge sind thematisch gestaltet und mit Infotafeln oder Mitmachstationen versehen, was den Nachwuchs zusätzlich motiviert. Ein echtes Highlight für Kinder ist die Schwebefähre im Brückenpark Müngsten oder die Aggertalhöhle. Plane einfach genug Pausen ein, packe Proviant für eine Picknickrast ein, und schon wird die Wanderung zum Abenteuer für die ganze Familie.

Kann ich im Bergischen Land mit Hund wandern?

Das Bergische Land ist ein wahres Paradies für Wanderer mit Hund. Die wasserreiche Landschaft mit ihren Bächen, Talsperren und Weihern bietet zahllose Gelegenheiten für eine erfrischende Abkühlung der Vierbeiner. Die meisten Wege führen durch Wälder und über Wiesen, wo sich Hunde wohlfühlen.

Beachte allerdings, dass an Trinkwassertalsperren wie der Großen Dhünn-Talsperre besondere Schutzbestimmungen gelten und Hunde dort oft an die Leine müssen sowie nicht ins Wasser dürfen. An den Freizeittalsperren wie der Bevertalsperre ist man flexibler. In Naturschutzgebieten und während der Brut- und Setzzeit im Frühjahr gilt generell Leinenpflicht. Mit etwas Rücksicht steht einem entspannten Wandertag mit Hund nichts im Wege.

Wann ist die beste Reisezeit zum Wandern im Bergischen Land?

Grundsätzlich lässt sich das Bergische Land das ganze Jahr über bewandern. Besonders schön ist es im Frühling, wenn die Wälder frisch ergrünen und die Bäche viel Wasser führen, sowie im Herbst, wenn sich die Buchenwälder in leuchtende Farben tauchen. Diese Jahreszeiten bieten oft das stimmungsvollste Licht.

Im Sommer locken die Talsperren mit Bademöglichkeiten und schattige Wälder bieten Kühle. Eines solltest du jedoch wissen: Das Bergische Land gehört zu den regenreichsten Regionen Deutschlands. Eine wasserdichte Jacke gehört daher immer in den Rucksack. Im Winter kann es bei Schnee märchenhaft schön sein, doch die Wege werden dann oft matschig oder glatt.

Wie anspruchsvoll sind die Wanderwege im Bergischen Land?

Die meisten Wege sind als mittelschwer einzustufen. Es gibt keine alpinen Steige oder gefährliche Passagen, aber das ständige Auf und Ab durch die vielen Bachtäler – die Siefen – summiert sich zu mehr Höhenmetern, als man auf den ersten Blick vermutet. Eine 12-Kilometer-Tour kann durchaus 300 bis 400 Höhenmeter beinhalten.

Für die meisten Touren reicht eine durchschnittliche Grundkondition aus. Die Premiumwege und Bergischen Streifzüge sind hervorragend markiert und gut gepflegt. Wer Mehrtagestouren auf dem Bergischen Weg plant, sollte allerdings über eine gute Ausdauer verfügen. Festes Schuhwerk mit gutem Profil ist wegen der oft feuchten Naturpfade dringend zu empfehlen.

Wie komme ich am besten ins Bergische Land?

Das Bergische Land liegt verkehrsgünstig zwischen Köln, Düsseldorf, Wuppertal und dem Bergischen Städtedreieck Solingen-Remscheid-Wuppertal. Mit dem Auto erreichst du die Region über die Autobahnen A1, A3 und A4 schnell und unkompliziert. An vielen Wanderwegen gibt es kostenlose Wanderparkplätze.

Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Region gut erschlossen. Bahnhöfe wie Engelskirchen, Wipperfürth oder die Stationen entlang der Wupper bieten gute Anbindungen. Viele Startpunkte der Bergischen Streifzüge lassen sich mit Bus und Bahn erreichen, sodass du autofrei anreisen und sogar Streckenwanderungen ohne Rückweg zum Auto unternehmen kannst.

Gibt es geführte Wanderungen im Bergischen Land?

Ja, in der gesamten Region werden regelmäßig geführte Wanderungen angeboten. Die örtlichen Tourismusverbände, der Sauerländische Gebirgsverein und private Wanderführer organisieren thematische Touren – von Kräuterwanderungen über Naturführungen bis zu historischen Erkundungstouren entlang der alten Hammerwerke und Mühlen.

Solche geführten Touren sind ideal, wenn du die Region noch nicht kennst und tiefer in ihre Geschichte und Natur eintauchen möchtest. Du erfährst Dinge, die in keinem Wanderführer stehen, und musst dich nicht um Orientierung kümmern. Informationen findest du auf den Seiten von Das Bergische oder bei den lokalen Tourist-Informationen, die oft auch saisonale Programme veröffentlichen.

Wo kann ich unterwegs einkehren?

Entlang vieler Wanderwege findest du urige Gasthöfe, Ausflugslokale und Cafés, die zur Rast einladen. Ein kulinarisches Muss ist die bergische Kaffeetafel mit Waffeln, heißen Kirschen und der berühmten Dröppelminna-Kaffeekanne. Viele traditionsreiche Häuser haben diese Tradition liebevoll bewahrt.

In den Städtchen wie Wipperfürth, Hückeswagen oder Engelskirchen gibt es zudem zahlreiche Restaurants mit regionaler Küche. Beachte jedoch, dass auf den abgelegeneren Naturwegen, etwa im Eifgental, nicht durchgehend Einkehrmöglichkeiten vorhanden sind. Es lohnt sich, vorab die Route zu prüfen und für längere Touren ausreichend Proviant und Wasser mitzunehmen.

Sind die Wanderwege gut markiert?

Die Markierung im Bergischen Land ist vorbildlich. Besonders die zertifizierten Premiumwege und die Bergischen Streifzüge sind durchgängig mit klaren Symbolen ausgeschildert, sodass man sich auch ohne Karte oder GPS-Gerät gut orientieren kann. Jeder Streifzug hat sein eigenes Wegezeichen.

Der Fernwanderweg Bergischer Weg ist mit einem markanten Logo gekennzeichnet und führt durch die gesamte Region. Trotz der guten Beschilderung empfiehlt es sich, eine Wanderkarte oder eine Wander-App wie Komoot oder Outdooractive dabeizuhaben – nicht zuletzt, um spontan Abkürzungen oder Verlängerungen planen zu können. So bist du immer auf der sicheren Seite.

Kann man im Bergischen Land mehrtägig wandern?

Ja, der ideale Weg dafür ist der rund 260 Kilometer lange Bergische Weg, der von Essen bis nach Königswinter am Rhein führt. Er ist in mehrere Tagesetappen unterteilt und durchquert die schönsten Landschaften der Region. So kannst du das Bergische Land über mehrere Tage hinweg in seiner ganzen Vielfalt erleben.

Entlang der Route gibt es ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten, von gemütlichen Gasthöfen bis zu Hotels. Es empfiehlt sich, die Unterkünfte besonders in der Hauptsaison vorab zu buchen. Da die Region gut mit Bahn und Bus erschlossen ist, lassen sich auch einzelne Etappen flexibel kombinieren und mit öffentlichen Verkehrsmitteln verbinden.

Was sollte ich für eine Wanderung im Bergischen Land einpacken?

Das Wichtigste zuerst: Regenschutz. Das Bergische Land ist eine der regenreichsten Regionen Deutschlands, deshalb gehört eine wasserdichte Jacke immer in den Rucksack, selbst wenn die Sonne scheint. Festes, profiliertes Schuhwerk ist ebenfalls Pflicht, da viele Naturpfade nach Regen schnell matschig werden.

Ansonsten gilt das übliche Wander-Einmaleins: ausreichend Wasser, Proviant für unterwegs, eine Wanderkarte oder geladene App, Sonnenschutz für offene Wiesenpassagen und je nach Jahreszeit eine wärmende Schicht. Für längere Touren durch abgelegene Täler solltest du dich nicht auf Einkehrmöglichkeiten verlassen, sondern selbst gut versorgt sein. Eine kleine Erste-Hilfe-Ausstattung schadet nie.

Darf man in den Talsperren baden?

Das hängt stark von der jeweiligen Talsperre ab. An den Trinkwassertalsperren wie der Großen Dhünn-Talsperre ist das Baden strikt verboten, da sie der Trinkwasserversorgung dienen und entsprechend geschützt sind. Hier solltest du die Schutzbestimmungen unbedingt respektieren.

An den Freizeit- und Brauchwassertalsperren wie der Bevertalsperre oder der Wuppertalsperre hingegen gibt es ausgewiesene Badebereiche, in denen das Schwimmen erlaubt ist. Im Sommer sind diese ein beliebtes Ausflugsziel. Achte stets auf die örtliche Beschilderung, denn die Regelungen können je nach Bereich und Saison variieren. So genießt du die Abkühlung, ohne gegen Regeln zu verstoßen.

Eignet sich das Bergische Land für Anfänger?

Das Bergische Land ist eine ausgezeichnete Region für Wandereinsteiger. Es gibt zahlreiche kurze und einfache Rundwege, etwa um die Talsperren oder durch sanfte Wiesentäler, die auch ohne große Vorkenntnisse problemlos zu bewältigen sind. Die hervorragende Markierung gibt zusätzliche Sicherheit.

Anfänger sollten mit kürzeren Touren von 6 bis 8 Kilometern starten und sich langsam steigern. Die Nähe zu den Großstädten macht es leicht, mal eben für einen Halbtag rauszufahren und erste Erfahrungen zu sammeln. Wer dann Gefallen findet, kann sich an die längeren Premiumwege oder Etappen des Bergischen Wegs wagen. Die Region wächst sozusagen mit deiner Kondition mit.

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