Bayerwald Panorama
Wandern • Bayerischer Wald

Wandern im Bayerischen Wald: Urwald, Gipfelglück und die wilde Seele Niederbayerns

Tauche ein in Deutschlands grünes Dach – wo Urwälder rauschen, Gipfel rufen und die Stille zum schönsten Begleiter wird.

Wandern im Bayerischen Wald

Es gibt Landschaften, die einen sofort entschleunigen – und der Bayerische Wald ist genau so eine. Hier, im äußersten Osten Bayerns, an der Grenze zu Tschechien, breitet sich das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas aus. Endlose Mischwälder, in Nebel gehüllte Bergrücken, glasklare Bäche und eine Stille, die fast schon hörbar ist. Wer einmal frühmorgens auf einem moosbewachsenen Pfad steht, während die Sonne sich durch die Fichtenwipfel kämpft, versteht, warum man diese Gegend liebevoll das grüne Dach Europas nennt.

Der Bayerische Wald ist kein Hochglanz-Alpenpanorama, und genau das macht ihn so besonders. Hier geht es bodenständiger zu, urwüchsiger, ehrlicher. Die Berge tragen runde, bewaldete Kuppen statt schroffe Felszacken, und doch belohnen Gipfel wie der Großer Arber oder der Lusen mit Aussichten, die bis weit über die Grenzen reichen. Dazwischen liegt der Nationalpark Bayerischer Wald, Deutschlands ältester Nationalpark, in dem die Natur seit Jahrzehnten wieder Natur sein darf.

Was dich erwartet? Pfade durch echten Urwald, knorrige Bäume, die schon Generationen überdauert haben, Hochmoore, in denen die Zeit stehengeblieben scheint, und gemütliche Einkehrhütten, in denen es Bayerisch-Böhmisches gibt – von der deftigen Knödelsuppe bis zum Schweinsbraten, der den Namen verdient. Land und Leute sind herzlich, manchmal etwas wortkarg, aber wenn das Eis erst gebrochen ist, sitzt man schnell länger als geplant beim Bier.

Ob du als Familie gemütlich um einen Bergsee spazierst, als ambitionierter Tourengeher Etappen des Goldsteigs sammelst oder einfach nur die Seele baumeln lassen möchtest – der Bayerische Wald nimmt dich, wie du bist. Schnür die Schuhe, atme tief durch und lass dich vom Rauschen der Wälder verschlucken.

Topografie & Landschaft

Bewaldetes Mittelgebirge

Höhenlage

Bis 1.456 m (Großer Arber)

Geländecharakter

Waldpfade, Steige, Granitblöcke

Infrastruktur

Gut markiert, viele Einkehrmöglichkeiten

Beste Reisezeit

Mai bis Oktober

Navigation

Was den Bayerischen Wald so besonders macht

Der Nationalpark Bayerischer Wald – Wildnis pur

Wer den Bayerischen Wald wirklich verstehen will, kommt am Nationalpark Bayerischer Wald nicht vorbei. 1970 als erster Nationalpark Deutschlands gegründet, folgt er einem mutigen Motto: Natur Natur sein lassen. Das bedeutet, dass hier abgestorbene Bäume liegen bleiben dürfen, dass sich der Wald aus eigener Kraft erneuert und dass du als Besucher Zeuge eines faszinierenden Naturschauspiels wirst – der Wiedergeburt einer Wildnis.

Besonders eindrucksvoll ist das Tier-Freigelände bei Neuschönau und Ludwigsthal, wo du Luchse, Wölfe, Bären und Wisente in großzügigen Gehegen beobachten kannst. Ein Highlight für Groß und Klein ist der Baumwipfelpfad bei Neuschönau, der dich auf bis zu 44 Meter Höhe über die Baumkronen führt und mit einem spektakulären Rundumblick belohnt. Wusstest du schon, dass der Bayerische Wald gemeinsam mit dem angrenzenden tschechischen Šumava das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas bildet?

Glas, Tradition und böhmisches Erbe

Der Bayerische Wald ist seit Jahrhunderten ein Land der Glasmacher. Entlang der berühmten Glasstraße reihen sich Glashütten, Manufakturen und Museen, in denen du den Glasbläsern bei ihrer faszinierenden Arbeit über die Schulter schauen kannst. In Orten wie Frauenau oder Zwiesel glitzert es an jeder Ecke – ein wahres Paradies für alle, die schöne Dinge lieben.

Die Nähe zu Böhmen prägt die Region bis heute. Du spürst sie in der Küche, in den Dialekten und in der Geschichte der Grenzregion. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wuchsen die einst getrennten Wälder wieder zusammen – heute kannst du auf grenzüberschreitenden Wegen problemlos von Bayern nach Tschechien wandern.

Kulinarik, die satt und glücklich macht

Hunger nach der Wanderung? Kein Problem. Die Bayerwald-Küche ist herzhaft und bodenständig. Auf den Tisch kommen Bayerische Knödel in allen Variationen, deftige Bratenstücke, Pichelsteiner Eintopf und süße Spezialitäten wie der Apfelradl oder der berühmte Zwetschgendatschi. Dazu ein frisch gezapftes Bier aus einer der kleinen, traditionsreichen Brauereien – Zwiesel, Regen und Co. wissen, wie man braut.

Geheimtipp: Halte Ausschau nach urigen Einkehrhütten abseits der großen Wege. Dort gibt es oft selbstgemachte Brotzeiten, hausgeräucherten Speck und Geschichten von den Wirtsleuten gratis dazu. Und wenn du Glück hast, landet auf deinem Teller ein Stück Bauernkäse, der nach echtem Wald und Wiese schmeckt.

Warum Wanderherzen hier höherschlagen

Pfade durch echten Urwald

Wandern im Bayerischen Wald bedeutet, durch eine der ursprünglichsten Landschaften Deutschlands zu streifen. Statt asphaltierter Promenaden findest du hier weiche Waldböden, moosgepolsterte Steige und Pfade, die sich zwischen umgestürzten Baumriesen hindurchschlängeln. Im Nationalpark erlebst du Wildnis, wie es sie selten gibt – mit knorrigen Bergfichten, kristallklaren Bachläufen und einer Tierwelt, die vom Auerhahn bis zum Schwarzstorch reicht.

Gerade in den höheren Lagen rund um Rachel und Lusen hast du das Gefühl, in einer anderen Zeit zu wandern. Die Bäume sind hier vom Wetter gezeichnet, der Wind pfeift über die Hochlagen, und manchmal liegt selbst im Frühsommer noch ein Hauch von Schnee in geschützten Mulden.

Gipfel mit großer Aussicht

Auch wenn der Bayerische Wald keine Alpengipfel hat – die Aussichten können sich mehr als sehen lassen. Der Große Arber, mit 1.456 Metern der höchste Berg der Region, thront als unangefochtener König über dem Wald. Bei klarer Sicht reicht der Blick von hier bis zu den Alpen. Auch der Lusen mit seinem markanten Blockmeer aus Granitfelsen oder der Rachel belohnen jeden Anstieg mit weiten Panoramen.

Das Schöne: Viele Gipfel sind auch für weniger geübte Wanderer erreichbar. Wer es bequem mag, nimmt die Arber-Gondelbahn und genießt den Ausblick fast ohne Anstrengung. Wer den Aufstieg sucht, findet ihn ebenso – die Mischung macht den Bayerischen Wald so vielseitig.

Für jeden das Richtige

Ob Familie mit Kinderwagen, gemütlicher Genusswanderer oder ambitionierter Fernwanderer auf dem Goldsteig – hier wird jeder fündig. Der Goldsteig zählt mit über 600 Kilometern zu den längsten Qualitätsfernwanderwegen Deutschlands und führt in mehreren Etappen durch die schönsten Ecken der Region.

Familien lieben die zahlreichen Themenwege und Erlebnispfade, auf denen Wandern zum Abenteuer wird. Und wer einfach nur die Ruhe sucht, findet sie auf den unzähligen kleineren Rundwegen, die durch stille Täler und über sanfte Höhenrücken führen. Das Wegenetz ist bestens ausgeschildert und gepflegt – verlaufen ist hier eher eine Kunst als ein Risiko.

Naturerlebnisse abseits der Wege

Der Bayerische Wald ist ein Paradies für alle, die mehr suchen als nur Kilometer. Hochmoore wie das Hochschachten oder verwunschene Bergseen wie der Rachelsee und der Großer Arbersee liegen wie kleine Naturjuwelen mitten im Grün. Vor allem im Herbst, wenn sich die Wälder golden färben und der Morgennebel über den Seen liegt, fühlt sich jede Tour an wie ein Gemälde.

Geheimtipp für Frühaufsteher: Eine Wanderung bei Sonnenaufgang auf einen der Gipfel. Wenn der Nebel sich in den Tälern sammelt und die Bergkuppen aus einem Wolkenmeer ragen, vergisst du jede frühe Stunde sofort.

Wohlfühlen nach der Wanderung: Hotels & Unterkünfte im Bayerischen Wald

Die schönsten Wandertouren im Bayerischen Wald

Auf den Großen Arber – König des Bayerischen Waldes

Diese Tour führt dich auf den höchsten Gipfel der Region, den 1.456 Meter hohen Großen Arber. Der klassische Aufstieg startet meist am Großen Arbersee, einem stimmungsvollen Bergsee, der von steilen Hängen und dichtem Wald umrahmt wird. Schon der Beginn am Seeufer ist ein Erlebnis für sich.

Der Weg führt zunächst gemächlich durch schattigen Mischwald, bevor er steiler wird und du nach und nach die Baumgrenze hinter dir lässt. Oben angekommen erwartet dich ein weites Gipfelplateau mit den markanten Felsformationen und – bei klarem Wetter – einem grandiosen Rundblick bis zu den Alpen. Die Arberkapelle und das Gipfelhaus laden zur verdienten Rast ein.

Diese Tour eignet sich für konditionsstarke Genusswanderer und alle, die echtes Gipfelglück suchen. Wer den Anstieg scheut, kann mit der Gondelbahn nachhelfen und trotzdem das Panorama auskosten.

Lusen-Gipfel und das Blockmeer aus Granit

Der Lusen ist einer der eindrucksvollsten Berge des Nationalparks und berühmt für sein gewaltiges Blockmeer aus Granitfelsen, das sich wie ein steinerner Wasserfall den Gipfel hinabzieht. Die Tour startet meist am Wanderparkplatz Fredenbrücke und führt durch wilden, ursprünglichen Bergmischwald.

Auf dem Weg nach oben durchquerst du Bereiche, in denen der Wald sich nach Borkenkäferbefall auf faszinierende Weise neu erfindet – ein lebendiges Lehrstück über die Kraft der Natur. Der finale Anstieg über die Granitblöcke ist etwas kraxelig und macht richtig Spaß, sofern du trittsicher bist.

Oben wartet ein spektakulärer Rundumblick über die endlosen Wälder Bayerns und Böhmens. Diese Tour ist perfekt für Naturliebhaber, die den Nationalpark in seiner ganzen Wildheit erleben möchten. Festes Schuhwerk ist Pflicht.

Rachel-Runde mit Rachelsee

Der Rachel ist mit 1.453 Metern der zweithöchste Berg des Bayerischen Waldes und ein echtes Naturerlebnis. Diese Rundtour verbindet Gipfelglück mit dem stillen Zauber des Rachelsees, einem dunklen Karsee, der eingebettet in Wald und Fels liegt.

Der Aufstieg führt durch alten Bergwald, vorbei an der Rachelkapelle bis zum Gipfel mit seiner Schutzhütte. Oben hast du das Gefühl, über ein endloses grünes Meer zu blicken. Der Abstieg zum Rachelsee ist besonders stimmungsvoll – das tiefe, ruhige Wasser spiegelt den Wald und sorgt für magische Momente, vor allem bei Morgenlicht.

Diese Tour ist ideal für ambitionierte Wanderer, die ein abwechslungsreiches Naturerlebnis suchen. Plane genug Zeit ein, denn an manchen Aussichtspunkten möchtest du einfach nur sitzen und staunen.

Genusswanderung um den Großen Arbersee

Nicht jede Tour muss schweißtreibend sein. Die Umrundung des Großen Arbersees ist eine entspannte Genusswanderung, die sich perfekt für Familien und gemütliche Spaziergänger eignet. Der See liegt malerisch in einem Talkessel, umgeben von steilen, bewaldeten Hängen.

Auf dem gut begehbaren Rundweg entdeckst du die berühmten schwimmenden Inseln, kleine Vegetationsinseln, die tatsächlich auf dem Wasser treiben. Informationstafeln erklären die besondere Entstehungsgeschichte des Sees, der einst von Gletschern geformt wurde.

Unterwegs laden Bänke und das Seehaus zur Rast ein. Im Sommer spendet der Wald angenehmen Schatten, im Herbst leuchtet die Landschaft in warmen Farben. Eine kurze, aber besonders idyllische Tour, die ohne große Anstrengung viel Natur bietet – ideal als Einstieg oder Erholungstag.

Goldsteig-Etappe: Wandern auf dem Fernwanderweg

Der Goldsteig gehört zu den schönsten Fernwanderwegen Deutschlands und durchzieht den Bayerischen Wald in zahlreichen Etappen. Eine Tagesetappe ist perfekt, um das Fernwandergefühl zu schnuppern, ohne gleich wochenlang unterwegs sein zu müssen.

Die Wege führen über Bergrücken, durch tiefe Wälder und vorbei an stillen Lichtungen. Unterwegs begegnen dir immer wieder weite Ausblicke und urige Einkehrmöglichkeiten. Die Beschilderung mit dem goldenen S ist vorbildlich, sodass du dich voll auf die Landschaft konzentrieren kannst.

Diese Tour richtet sich an konditionsstarke Wanderer, die längere Distanzen lieben und das Gefühl von Weite und Freiheit suchen. Wer mag, kombiniert mehrere Etappen zu einer mehrtägigen Hüttentour – ein echtes Abenteuer durch das grüne Herz Bayerns.

Hochschachten und die Urwald-Schachten

Die Schachten sind eine Besonderheit des Bayerischen Waldes – ehemalige Weideflächen mitten im Bergwald, auf denen einzelne, mächtige Bäume wie knorrige Wächter stehen. Diese Tour führt dich durch eine fast mystische Landschaft, die an verwunschene Märchenwälder erinnert.

Der Weg verläuft über sanfte Höhenrücken und durch dichten Bergwald, bis sich plötzlich die weiten Lichtungen der Schachten öffnen. Die alten, freistehenden Buchen und Fichten erzählen von einer Zeit, als hier noch Vieh weidete. Heute ist es ein Ort der Ruhe und des Staunens.

Ideal für Wanderer, die das Besondere suchen und gerne abseits der großen Wege unterwegs sind. Besonders im Frühherbst, wenn das Gras golden leuchtet und der Nebel über den Lichtungen liegt, ist diese Tour ein echtes Erlebnis für die Sinne.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Bayerischen Wald?

Die Hauptwandersaison reicht von Mai bis Oktober. Im späten Frühling erwachen die Wälder zum Leben, die Bäche führen viel Wasser und alles leuchtet in frischem Grün. Der Sommer bietet angenehme Temperaturen, da die höheren Lagen oft kühler sind als im Tal.

Besonders beliebt ist der Herbst: Wenn sich die Wälder golden färben und morgens Nebel über den Tälern liegt, ist die Stimmung schlicht magisch. Beachte, dass in den Hochlagen rund um Arber, Rachel und Lusen auch im späten Frühjahr noch Schneereste liegen können. Im Winter verwandelt sich die Region in ein Schneeparadies für Winterwanderer und Skifahrer.

Wie schwierig sind die Wanderungen im Bayerischen Wald?

Der Bayerische Wald bietet für jedes Level die passende Tour. Es gibt gemütliche Rundwege rund um Seen und durch Täler, die auch für Familien und Einsteiger gut machbar sind. Diese sind meist flach und gut ausgebaut.

Für ambitionierte Wanderer locken die Gipfeltouren auf Arber, Rachel oder Lusen, bei denen einige Höhenmeter und teils felsige Passagen zu bewältigen sind. Vor allem der Lusen-Gipfel mit seinem Granitblockmeer erfordert Trittsicherheit. Insgesamt sind die Berge aber gut erschlossen und mit normaler Grundkondition bewältigbar – echte alpine Gefahren gibt es kaum.

Welche Ausrüstung brauche ich?

Für die meisten Touren reichen feste Wanderschuhe mit gutem Profil, atmungsaktive Kleidung und ein kleiner Rucksack mit Wasser und Proviant. Da das Wetter im Bayerischen Wald schnell umschlagen kann, gehört eine Regenjacke unbedingt ins Gepäck – auch bei strahlendem Sonnenschein am Morgen.

Für Gipfeltouren wie den Lusen empfehlen sich knöchelhohe Wanderschuhe, da die Granitblöcke rutschig sein können. In den höheren Lagen ist es oft kühler und windiger, deshalb lohnt sich eine zusätzliche Schicht. Wanderstöcke sind bei den steileren Abstiegen eine angenehme Hilfe, aber kein Muss.

Ist der Bayerische Wald für Familien mit Kindern geeignet?

Absolut! Der Bayerische Wald ist ein wahres Familienparadies. Es gibt zahlreiche Themen- und Erlebnispfade, auf denen Wandern zum Abenteuer wird. Der Baumwipfelpfad bei Neuschönau begeistert Kinder genauso wie Erwachsene mit seinem Blick über die Baumkronen.

Auch das Tier-Freigelände im Nationalpark, wo sich Luchse, Wölfe und Wisente beobachten lassen, ist ein echtes Highlight für die Kleinen. Für entspannte Familienwanderungen eignen sich die Rundwege um den Großen Arbersee oder den Rachelsee bestens. Viele Wege sind kinderwagentauglich und mit Einkehrmöglichkeiten gespickt, sodass auch kleine Wanderfüße motiviert bleiben.

Was macht den Nationalpark Bayerischer Wald so besonders?

Der Nationalpark Bayerischer Wald wurde 1970 als erster Nationalpark Deutschlands gegründet und folgt dem Leitgedanken Natur Natur sein lassen. Das bedeutet, dass die Natur sich hier ohne menschliches Eingreifen entwickeln darf – ein faszinierendes Experiment, das Besucher hautnah erleben können.

Gemeinsam mit dem angrenzenden tschechischen Nationalpark Šumava bildet er das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas. Du wanderst hier durch echte Wildnis, beobachtest die natürliche Walderneuerung nach Borkenkäferbefall und kannst seltene Tiere wie Luchs, Auerhahn und Schwarzstorch erleben. Es ist ein lebendiges Lehrstück über die Kraft und Schönheit der Natur.

Kann man im Bayerischen Wald mehrtägige Wanderungen machen?

Ja, der Bayerische Wald ist ein ideales Ziel für Mehrtagestouren. Der berühmte Goldsteig zieht sich über mehr als 600 Kilometer durch die Region und lässt sich in komfortable Tagesetappen unterteilen. Unterwegs findest du zahlreiche Unterkünfte und Einkehrmöglichkeiten.

Auch grenzüberschreitende Touren nach Tschechien sind möglich, seit die einst getrennten Wälder wieder zusammengewachsen sind. Viele Wanderer kombinieren mehrere Etappen zu einer Hüttentour und erleben so das Gefühl von Weite und Freiheit. Die hervorragende Beschilderung macht die Orientierung leicht, sodass du dich ganz auf das Naturerlebnis konzentrieren kannst.

Wie komme ich am besten in die Region?

Der Bayerische Wald liegt im Osten Bayerns und ist mit dem Auto über die A3 (Regensburg–Passau) gut erreichbar. Von dort führen Landstraßen in die verschiedenen Wanderorte wie Zwiesel, Bodenmais, Grafenau oder Frauenau.

Auch mit der Bahn ist die Anreise möglich: Die Waldbahn verbindet wichtige Orte der Region, und mit dem Igel-Bus-Netz im Nationalpark kommst du bequem zu vielen Wanderausgangspunkten – oft sogar kostenlos mit der Gästekarte. Das macht autofreies Wandern besonders attraktiv, da du Start- und Endpunkt deiner Tour flexibel wählen kannst.

Gibt es geführte Wanderungen?

Ja, im Bayerischen Wald werden zahlreiche geführte Wanderungen angeboten, viele davon kostenlos im Rahmen der Nationalpark-Programme. Erfahrene Ranger nehmen dich mit auf Touren durch die Wildnis und erklären dir spannende Zusammenhänge über Flora, Fauna und die Geschichte des Waldes.

Besonders empfehlenswert sind die thematischen Führungen, etwa zu den Tieren des Nationalparks, zur Walderneuerung oder zu den geheimnisvollen Schachten. Auch Sonnenaufgangs- und Vollmondwanderungen stehen oft auf dem Programm. Für Einsteiger und Naturinteressierte sind diese geführten Touren eine wunderbare Möglichkeit, die Region intensiver kennenzulernen.

Welche kulinarischen Spezialitäten sollte ich probieren?

Die Bayerwald-Küche ist herzhaft und bodenständig – genau das Richtige nach einer Wanderung. Probiere unbedingt die verschiedenen Knödelvariationen, einen deftigen Schweinsbraten oder den traditionellen Pichelsteiner Eintopf. Auch der böhmische Einfluss zeigt sich auf vielen Speisekarten.

Für Naschkatzen empfiehlt sich der Zwetschgendatschi oder ein knuspriger Apfelradl. Dazu schmeckt ein frisch gezapftes Bier aus einer der traditionsreichen regionalen Brauereien. Ein Geheimtipp sind die urigen Einkehrhütten abseits der Hauptwege, wo es oft selbstgemachte Brotzeiten und hausgeräucherten Speck gibt – ehrlich, lecker und meist mit einer netten Geschichte der Wirtsleute obendrauf.

Sind Hunde auf den Wanderwegen erlaubt?

Grundsätzlich sind Hunde im Bayerischen Wald willkommen und auf den meisten Wanderwegen erlaubt. Im Nationalpark gilt allerdings eine generelle Leinenpflicht, um die wildlebenden Tiere und die empfindliche Natur zu schützen. Daran solltest du dich unbedingt halten.

Außerhalb des Nationalparks gibt es viele hundefreundliche Wege und Unterkünfte, die sich auf Vierbeiner einstellen. Achte darauf, immer ausreichend Wasser für deinen Hund dabeizuhaben, besonders an heißen Sommertagen. Die schattigen Wälder bieten zwar Kühlung, aber bei längeren Touren freut sich jeder Vierbeiner über eine Pause am Bach.

Wie ist das Wetter im Bayerischen Wald?

Das Wetter im Bayerischen Wald ist durch die Mittelgebirgslage geprägt und kann sich schnell ändern. In den höheren Lagen ist es oft kühler, feuchter und windiger als im Tal. Nebel und plötzliche Regenschauer gehören dazu, geben der Landschaft aber auch ihren ganz eigenen, mystischen Charme.

Im Sommer sind die Temperaturen meist angenehm, im Winter fällt reichlich Schnee – die Region zählt zu den schneesichersten Mittelgebirgen Deutschlands. Egal zu welcher Jahreszeit du unterwegs bist: Packe immer eine Regenjacke und eine zusätzliche Schicht ein, dann bist du für alle Launen des Bergwetters gewappnet.

Welche Aussichtspunkte sollte ich nicht verpassen?

Der Gipfel des Großen Arber bietet bei klarer Sicht einen sagenhaften Blick bis zu den Alpen – ein absolutes Muss. Auch der Lusen mit seinem Granitblockmeer und der Rachel belohnen den Aufstieg mit weiten Panoramen über die endlosen Wälder Bayerns und Böhmens.

Ein besonderes Erlebnis ist der Baumwipfelpfad bei Neuschönau, der dich auf bis zu 44 Meter Höhe über die Baumkronen führt. Für stimmungsvolle Naturbilder lohnen sich der Große Arbersee und der Rachelsee, besonders im Morgennebel. Geheimtipp: eine Wanderung bei Sonnenaufgang, wenn die Bergkuppen aus einem Wolkenmeer ragen – ein unvergesslicher Anblick.

Wo finde ich Unterkünfte für meinen Wanderurlaub?

Die Region bietet eine große Auswahl an Unterkünften für jeden Geschmack und jedes Budget. Von gemütlichen Ferienwohnungen und urigen Berggasthöfen bis zu komfortablen Wellnesshotels ist alles dabei. Beliebte Ausgangsorte sind Bodenmais, Zwiesel, Grafenau, Frauenau und Sankt Englmar.

Viele Häuser sind auf Wanderer eingestellt und bieten praktische Extras wie Trockenräume, Lunchpakete oder Tourenberatung. Mit der Gästekarte kannst du oft die Igel-Busse im Nationalpark kostenlos nutzen, was die Anreise zu den Wanderwegen erleichtert. Es lohnt sich, gerade in der Hauptsaison frühzeitig zu buchen, da die Region zu Recht beliebt ist.

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