Wandern am Arlberg und im Klostertal: Wo die Alpen ihr wildes Herz zeigen
Wandern • Arlberg und Klostertal

Wandern am Arlberg und im Klostertal: Wo die Alpen ihr wildes Herz zeigen

Kristallklare Bergseen, aussichtsreiche Grate und stille Almwege – hier oben, wo Vorarlberg und Tirol sich die Hand reichen, wartet dein nächstes Bergabenteuer.

Wandern am Arlberg & im Klostertal

Der Arlberg ist so ein Ort, an dem man kurz stehen bleibt, tief durchatmet und plötzlich versteht, warum Menschen seit Jahrhunderten über diesen Pass ziehen. Wo im Winter die Skitouristen aus aller Welt anreisen, herrscht im Sommer eine fast schon andächtige Ruhe. Zwischen den schroffen Gipfeln der Verwallgruppe und den sanfteren Höhen der Lechquellengebirge zieht sich das Klostertal wie ein grünes Band entlang des Alfenz-Flusses. Genau hier, wo Vorarlberg und Tirol aufeinandertreffen, beginnt eines der abwechslungsreichsten Wandergebiete der Ostalpen.

Die Landschaft wechselt hier fast im Minutentakt ihre Stimmung. Eben noch stapfst du durch blühende Bergwiesen, auf denen die Kühe faul in der Sonne dösen, im nächsten Moment stehst du vor einer wilden Felskulisse, die dir klar macht, dass die Natur hier das Sagen hat. Der Arlbergpass auf 1793 Metern ist die klimatische Wetterscheide zwischen dem eher rauen Westen und dem milderen Osten – und das spürst du in jeder Faser der Vegetation.

Rund um Lech, Zürs, Stuben und St. Anton erwartet dich ein dicht gewebtes Netz aus Wanderwegen, das vom gemütlichen Familienspaziergang bis zur hochalpinen Gipfeltour alles bereithält. Im Klostertal mit seinen Orten wie Klösterle, Dalaas und Wald am Arlberg geht es ursprünglicher zu – hier findest du die stillen Winkel, die kaum ein Reiseführer erwähnt.

Was diese Region ausmacht, ist diese seltene Mischung aus mondänem Bergdorf-Charme und unverfälschter Wildnis. Du kannst morgens auf einem einsamen Bergpfad keiner Menschenseele begegnen und abends in einem preisgekrönten Restaurant sitzen. Genau diese Gegensätze machen das Wandern am Arlberg und im Klostertal zu einem Erlebnis, das lange nachhallt – und dich garantiert wiederkommen lässt.

Topografie & Landschaft

Alpines Hochgebirge mit Tälern

Höhenlage

1200 bis 2811 m (Valluga)

Geländecharakter

Almwege, Bergsteige, Felspfade

Infrastruktur

Bergbahnen, Hütten, gute Beschilderung

Beste Reisezeit

Ende Juni bis Anfang Oktober

Navigation

Was du am Arlberg und im Klostertal unbedingt erleben musst

Der Arlbergpass – Wetterscheide und Sehnsuchtsort

Der Arlbergpass ist weit mehr als eine Straße über den Berg. Über Jahrhunderte war er die entscheidende Verbindung zwischen Ost und West, ein Ort, an dem sich Handelsleute, Säumer und Pilger begegneten. Wer heute hier oben steht, spürt noch immer diese historische Bedeutung – und genießt gleichzeitig einen der schönsten Rundumblicke der Ostalpen. Nach Westen breitet sich das grüne Klostertal aus, nach Osten öffnet sich das Tiroler Stanzertal.

Rund um den Pass findest du Wanderwege, die von der milden Ostseite bis in die raue Westflanke reichen. Die Wetterscheide sorgt dafür, dass sich die Landschaft hier oft dramatisch unterscheidet: Während auf der einen Seite noch die Sonne lacht, ziehen auf der anderen bereits die Wolken auf. Für Fotografen ist das ein Traum, für Wanderer ein Grund, immer eine Regenjacke im Rucksack zu haben.

Lech Zürs – Bergdorf mit Klasse

Lech gilt vielen als schönstes Dorf Österreichs, und das nicht ohne Grund. Die traditionellen Holzhäuser, die gepflegten Wiesen und der Lech, der sich glasklar durch den Ort schlängelt, ergeben ein Postkartenmotiv, das kaum zu übertreffen ist. Doch hinter der eleganten Fassade steckt echte Berg-Authentizität – die Bergbauern bewirtschaften hier noch immer ihre steilen Wiesen wie eh und je.

Der berühmte Fernwanderweg "Grüner Ring" startet hier und führt dich in mehreren Tagen durch die Bergwelt rund um Lech. Wusstest du schon, dass diese Runde von Bergführern liebevoll gepflegt wird und an jeder Etappe kleine Kunstinstallationen und Legenden erzählt werden? Wandern trifft hier auf Geschichten – ein echter Geheimtipp für alle, die mehr wollen als nur Kilometer sammeln.

Kulinarik zwischen Alm und Haube

Wenige Bergregionen bieten eine solche kulinarische Bandbreite. Auf den Almen bekommst du die klassische Vorarlberger Küche: Käsknöpfle, Riebel und frische Bergkäse-Brettljause, dazu ein kühles Getränk mit Blick ins Tal. Der Bergkäse aus dem Klostertal ist übrigens weit über die Region hinaus bekannt und wird noch traditionell in kleinen Sennereien hergestellt.

Wer es feiner mag, findet in Lech und Zürs eine bemerkenswerte Dichte an Haubenlokalen. Nach einer langen Tour kannst du hier den Tag mit einem mehrgängigen Menü ausklingen lassen – ein Luxus, den man sich am Berg nur selten gönnen kann. Diese Kombination aus deftig und fein macht den kulinarischen Reiz der Region aus.

Klostertal – die stille Seite

Während Lech und St. Anton im Rampenlicht stehen, führt das Klostertal ein bescheidenes Dasein – zu Unrecht, wie jeder feststellt, der einmal hier gewandert ist. Die Orte Klösterle, Dalaas und Wald am Arlberg sind Ausgangspunkte für Touren, auf denen du oft stundenlang allein unterwegs bist. Die Wälder sind dicht, die Wasserfälle rauschen wild, und die Almen wirken wie aus der Zeit gefallen.

Ein besonderes Highlight ist das Alfenztal mit seinen alten Steinbrücken und dem historischen Arlberg-Bahntunnel, einem Meisterwerk der Ingenieurskunst aus dem 19. Jahrhundert. Wusstest du schon, dass der Bau der Arlbergbahn damals als technische Sensation galt? Wer entlang der Bahntrasse wandert, entdeckt eindrucksvolle Zeugnisse dieser Pionierzeit – Geschichte zum Anfassen mitten in der Bergwelt.

Warum das Wandern hier zwischen Fels und Almen so besonders ist

Vielfalt auf engstem Raum

Was das Wandern am Arlberg und im Klostertal so besonders macht, ist die schiere Vielfalt der Landschaften auf kleinstem Raum. Innerhalb weniger Stunden wanderst du von blumenübersäten Almwiesen über rauschende Bergbäche hinauf zu kargen, felsigen Höhen. Diese Kontraste sind selten so dicht gedrängt zu finden wie hier, wo drei Gebirgsgruppen – Verwall, Lechquellengebirge und Lechtaler Alpen – aufeinandertreffen.

Für Wanderer bedeutet das: Egal, ob du gemütliche Familienrunden oder anspruchsvolle Gipfelziele suchst, du wirst fündig. Die Region hat sich über Jahre einen Ruf als eines der abwechslungsreichsten Wandergebiete Österreichs erarbeitet – und das spürt man an jeder Weggabelung.

Wegequalität und Beschilderung

Die Wanderwege am Arlberg sind vorbildlich markiert und gepflegt. Die typische rot-weiß-rote Markierung begleitet dich zuverlässig, an jeder wichtigen Kreuzung findest du Wegweiser mit Zeitangaben und Zielhöhen. Das macht die Orientierung selbst für Einsteiger angenehm einfach.

Viele Wege wurden in den letzten Jahren behutsam saniert, ohne ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren. Von breiten Almwegen über schmale Steige bis zu drahtseilgesicherten Passagen im hochalpinen Gelände ist alles dabei. Wer sich unsicher ist, kann auf die zahlreichen geführten Wanderungen der lokalen Bergschulen zurückgreifen – ein Service, der gerade in schwierigem Gelände Gold wert ist.

Aussichten, die den Atem rauben

Der Arlberg ist ein Panorama-Paradies. Von den Höhen rund um Lech und Zürs blickst du auf ein Meer aus Gipfeln, das bei klarem Wetter bis zu den Schweizer und Tiroler Bergen reicht. Besonders die Aussichtspunkte am Rüfikopf und am Valluga-Massiv bieten Blicke, die man so schnell nicht vergisst.

Im Klostertal hingegen locken intimere Ausblicke: schmale Täler, verborgene Wasserfälle und Almen, die wie kleine grüne Inseln zwischen den Wäldern liegen. Diese Mischung aus weiten Panoramen und versteckten Idyllen macht jede Tour zu einem kleinen Erlebnis für sich.

Für wen ist die Region geeignet?

Die kurze Antwort: für fast jeden. Familien mit Kindern finden sanfte Themenwege und leicht erreichbare Almen, auf denen sich der Nachwuchs austoben kann. Ambitionierte Bergwanderer stürzen sich auf die anspruchsvollen Gipfeltouren und mehrtägigen Weitwanderwege wie den Grünen Ring oder den Lechweg.

Auch Genusswanderer kommen voll auf ihre Kosten – mit einem dichten Netz aus bewirtschafteten Hütten, auf denen man sich zwischendurch stärken kann. Wer die Ruhe sucht, weicht ins Klostertal aus, wer das mondäne Bergflair genießen will, bleibt rund um Lech. Diese Bandbreite ist es, die die Region für so unterschiedliche Menschen attraktiv macht.

Wohlfühlen nach dem Gipfel: Hotels und Unterkünfte am Arlberg

Die schönsten Wanderungen am Arlberg und im Klostertal

Der Grüne Ring rund um Lech

Der Grüne Ring ist die Königsdisziplin unter den Wanderungen am Arlberg. Auf drei Etappen führt dich die Rundtour von Lech über Zürs und Zug wieder zurück zum Ausgangspunkt. Startpunkt ist meist die Bergstation der Rüfikopfbahn, von der aus du hinüber Richtung Monzabonjoch und Zürs wanderst.

Unterwegs begegnest du kunstvoll inszenierten Stationen, die Sagen und Legenden der Region erzählen – vom Riesen Omesberg bis zur Blume des Bergs. Die Wege führen durch alpine Hochtäler, vorbei am glasklaren Zürsersee und über aussichtsreiche Joche. Übernachtet wird auf komfortablen Berggasthöfen, was den Rucksack angenehm leicht hält.

Diese Tour eignet sich für konditionsstarke Wanderer, die mehrere Tage am Stück unterwegs sein möchten. Wer die volle Runde nicht schafft, kann auch einzelne Etappen als Tagestour gehen. Der Zauber liegt in der Kombination aus hochalpiner Landschaft und der Nähe zu den komfortablen Dörfern – Wildnis mit Wohlfühlfaktor.

Zürsersee und Madlochjoch

Diese Tour beginnt in Zürs und führt dich hinauf zum idyllischen Zürsersee, der in einer Mulde zwischen den Bergen liegt und dessen Wasser bei Sonnenschein in tiefem Türkis leuchtet. Der Weg dorthin ist zunächst gemütlich und wird mit jedem Höhenmeter alpiner.

Vom See aus steigst du weiter hinauf zum Madlochjoch auf rund 2400 Metern. Der Anstieg fordert die Beine, belohnt dich aber mit einem grandiosen Blick über die Lechtaler Alpen und hinüber ins Lechtal. Von oben kannst du entweder nach Lech absteigen oder denselben Weg zurückwandern.

Die Tour ist ideal für geübte Wanderer, die eine aussichtsreiche Halbtagestour mit deutlichem hochalpinen Charakter suchen. Trittsicherheit ist im oberen Teil gefragt, dafür ist der Weg technisch nicht extrem schwierig. Ein Klassiker, der die Vielfalt der Arlberger Bergwelt in kompakter Form zeigt.

Formarinsee und Rote Wand

Der Formarinsee gilt als eines der schönsten Fotomotive Vorarlbergs – nicht umsonst wurde er einst zum "schönsten Platz Österreichs" gewählt. Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Formarinsee, den du über eine Mautstraße von Lech aus erreichst. Vor dir erhebt sich majestätisch die Rote Wand, deren rötliches Gestein sich im Wasser des Sees spiegelt.

Von hier führen mehrere Wege in unterschiedliche Richtungen. Die gemütliche Variante umrundet den See auf ebenem Gelände, während ambitionierte Wanderer weiter zur Freiburger Hütte und darüber hinaus in Richtung Rote Wand aufsteigen können. Die Hütte ist ein perfekter Ort für eine Einkehr mit Blick auf das beeindruckende Bergmassiv.

Die Runde eignet sich sowohl für Familien als auch für erfahrene Bergwanderer, je nach gewählter Länge. Die Kombination aus türkisfarbenem See, roter Felswand und saftig grünen Wiesen macht diese Tour zu einem der eindrucksvollsten Naturerlebnisse der gesamten Region.

Wanderung zur Freiburger Hütte

Die Freiburger Hütte liegt malerisch am Fuße der Roten Wand und ist ein beliebtes Ziel für Genusswanderer. Der Weg startet meist am Formarinsee und führt in etwa einer Stunde gemächlich ansteigend zur Hütte auf rund 1900 Metern. Der breite, gut begehbare Pfad ist auch für weniger Geübte machbar.

Auf der Hütte erwartet dich eine herzhafte Vorarlberger Küche mit hausgemachten Spezialitäten. Von der Sonnenterrasse aus genießt du einen weiten Blick über den Formarinsee und die umliegende Bergwelt. Wer möchte, nutzt die Hütte als Ausgangspunkt für weitere Touren tiefer ins Lechquellengebirge.

Diese Tour ist ideal für Familien und Einsteiger, die ein lohnendes Ziel ohne extreme Anstrengung suchen. Gleichzeitig bildet sie den perfekten Auftakt für Weitwanderer auf dem Lechweg, der hier eine seiner ersten Etappen hat. Ein rundum stimmiges Bergerlebnis für alle Altersgruppen.

Klostertaler Wasserfallweg bei Dalaas

Wer die stille Seite der Region erleben möchte, ist auf dem Wasserfallweg im Klostertal genau richtig. Die Wanderung startet in Dalaas und führt dich durch dichte Wälder entlang rauschender Bäche und tosender Wasserfälle. Das Wasser der Alfenz und ihrer Zuflüsse hat sich hier über Jahrtausende tief in den Fels gegraben.

Der Weg ist angenehm schattig und daher besonders an heißen Sommertagen ein Genuss. Immer wieder öffnen sich Aussichten auf die umliegenden Berge und ins Tal hinab. Anders als in den touristischen Hotspots begegnest du hier oft stundenlang keiner Menschenseele – pure Natur und Ruhe.

Diese Tour eignet sich für Familien und alle, die einen entspannten Naturtag suchen. Sie ist technisch einfach und gut markiert. Die Kombination aus Waldkühle, Wasserrauschen und der ursprünglichen Klostertaler Landschaft macht diese Wanderung zu einem echten Geheimtipp abseits der großen Namen.

Valluga-Panoramaweg bei St. Anton

Die Valluga ist mit 2811 Metern der höchste Punkt der Arlbergregion und bietet ein Panorama der Superlative. Bequem gelangst du mit der Vallugabahn von St. Anton nach oben, von wo aus verschiedene Panoramawege ihren Anfang nehmen. Der Blick reicht bei gutem Wetter über hunderte Gipfel bis in die Schweiz.

Von der Bergstation aus kannst du zunächst die Aussichtsplattform genießen und anschließend Richtung Ulmer Hütte oder hinab ins Tal wandern. Der Abstieg führt durch alpines Gelände mit spektakulären Tiefblicken. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier im oberen Bereich empfehlenswert.

Diese Tour richtet sich an Wanderer, die grandiose Ausblicke lieben und dabei flexibel zwischen Auffahrt und Abstieg wählen möchten. Die Kombination aus dem hochalpinen Gipfelerlebnis der Valluga und dem gemütlichen Abstieg zu einer der bewirtschafteten Hütten macht diesen Weg zu einem der eindrucksvollsten Erlebnisse rund um St. Anton am Arlberg.

Häufige Fragen

Ist Wandern am Arlberg auch für Familien mit Kindern geeignet?

Absolut, die Region ist erstaunlich familienfreundlich. Rund um Lech, Zürs und im Klostertal gibt es zahlreiche leichte Wege und Themenwanderungen, die speziell für Kinder konzipiert wurden. Der Weg zum Formarinsee oder zur Freiburger Hütte etwa lässt sich gut mit dem Nachwuchs bewältigen.

Viele Almen sind bequem erreichbar und bieten Streicheltiere, Spielplätze oder einfach genug Platz zum Herumtoben. Die Bergbahnen erleichtern zudem längere Höhenwanderungen, sodass auch kürzere Kinderbeine hoch hinauf kommen. Achte trotzdem darauf, altersgerechte Touren zu wählen und ausreichend Pausen einzuplanen – dann wird der Wandertag für die ganze Familie zum Erlebnis.

Kann ich meinen Hund mit auf die Wanderungen nehmen?

Ja, Hunde sind auf den meisten Wanderwegen am Arlberg und im Klostertal willkommen. Viele Vierbeiner genießen die abwechslungsreichen Wege und die klare Bergluft ebenso wie ihre Besitzer. Wichtig ist allerdings, dass du auf Almen und Weideflächen besondere Rücksicht nimmst.

In Gebieten mit Weidevieh, insbesondere bei Mutterkühen, solltest du deinen Hund unbedingt an der Leine führen und ausreichend Abstand halten. Sollte eine Herde nervös reagieren, lass die Leine im Zweifel los, um deinen Hund nicht zu gefährden. Viele Hütten bieten Wassernäpfe an, dennoch solltest du für lange Touren immer eigenes Wasser für deinen Hund dabeihaben.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern in der Region?

Die Hauptwandersaison erstreckt sich von Ende Juni bis Anfang Oktober. In dieser Zeit sind die Wege schneefrei, die Hütten geöffnet und die Bergbahnen in Betrieb. Der Frühsommer lockt mit blühenden Almwiesen und rauschenden Bächen aus der Schneeschmelze.

Der Spätsommer und der frühe Herbst gelten unter Kennern als schönste Wanderzeit: stabiles Wetter, klare Fernsicht und die ersten goldenen Farbtöne in den Wäldern. Im Hochsommer solltest du in den Hochlagen dennoch immer warme Kleidung dabeihaben, da das Wetter am Arlberg schnell umschlagen kann. Die Wetterscheide am Pass macht die Region berüchtigt für kurzfristige Wechsel.

Brauche ich eine spezielle Ausrüstung?

Für die meisten Touren reichen feste Wanderschuhe mit gutem Profil, wetterfeste Kleidung und ein Rucksack mit ausreichend Wasser und Verpflegung. Gerade am Arlberg ist eine Regenjacke Pflicht, da das Wetter sich rasch ändern kann.

Für hochalpine Touren wie zur Valluga oder über das Madlochjoch empfehlen sich zusätzlich Wanderstöcke, eine Kopfbedeckung und Sonnenschutz, da die UV-Strahlung in der Höhe deutlich stärker ist. Ein kleines Erste-Hilfe-Set und ein geladenes Mobiltelefon gehören immer in den Rucksack. Wer schwierigere Steige plant, sollte auf ausreichende Trittsicherheit achten.

Gibt es geführte Wanderungen?

Ja, sowohl in Lech Zürs als auch in St. Anton und im Klostertal bieten Bergschulen und Tourismusverbände regelmäßig geführte Wanderungen an. Diese reichen von gemütlichen Kräuterwanderungen bis zu anspruchsvollen Gipfeltouren mit staatlich geprüften Bergführern.

Gerade für Einsteiger oder Menschen, die die Region noch nicht kennen, sind geführte Touren eine hervorragende Möglichkeit, sicher unterwegs zu sein und dabei viel über die Natur, Geschichte und Kultur zu erfahren. Viele Gästekarten der Region beinhalten sogar kostenlose oder vergünstigte Führungen. Ein Blick auf das Wochenprogramm der örtlichen Tourismusbüros lohnt sich in jedem Fall.

Wie komme ich am besten in die Region?

Der Arlberg ist gut erreichbar – sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Mit dem PKW gelangst du über die Arlberg Schnellstraße bequem ins Klostertal und weiter nach Lech oder St. Anton. Im Winter ist der Arlbergpass manchmal gesperrt, im Sommer jedoch problemlos befahrbar.

Besonders komfortabel ist die Anreise per Bahn: Der Bahnhof St. Anton am Arlberg wird von internationalen Zügen angefahren, von dort bringen dich Busse in die umliegenden Orte. Innerhalb der Region ist das Busnetz gut ausgebaut, sodass du auch ohne eigenes Auto die meisten Ausgangspunkte für Wanderungen erreichst.

Sind die Wanderwege gut markiert?

Die Wanderwege am Arlberg und im Klostertal sind vorbildlich beschildert. An allen wichtigen Kreuzungen findest du gelbe Wegweiser mit Zielangaben und Gehzeiten. Die Wege selbst sind mit der typischen rot-weiß-roten Markierung versehen, die dich zuverlässig durch das Gelände führt.

Trotz der guten Beschilderung solltest du bei anspruchsvolleren Touren immer eine Wanderkarte oder eine Wander-App mit Offline-Karten dabeihaben. Bei plötzlichem Nebel oder Wetterumschwung kann die Orientierung im hochalpinen Gelände schnell schwierig werden. Eine gute Vorbereitung und das Studium der Route vorab sind daher immer empfehlenswert.

Welche Touren eignen sich für Anfänger?

Für Wandereinsteiger bieten sich die gemütlichen Talwege und die leichten Almwanderungen an. Die Runde um den Formarinsee, der Weg zur Freiburger Hütte oder der Wasserfallweg bei Dalaas im Klostertal sind ideale Einstiegstouren mit moderaten Höhenunterschieden.

Auch die Nutzung der Bergbahnen eröffnet Anfängern die Möglichkeit, hochalpine Landschaften zu erleben, ohne den kompletten Aufstieg bewältigen zu müssen. Von den Bergstationen aus führen oft leichte Panoramawege, die traumhafte Ausblicke ohne große Anstrengung bieten. Wichtig ist, die eigene Kondition realistisch einzuschätzen und lieber eine kürzere Tour zu wählen.

Gibt es genügend Einkehrmöglichkeiten unterwegs?

Die Region ist mit bewirtschafteten Hütten und Almgasthöfen hervorragend versorgt. Auf fast jeder Tour findest du eine Möglichkeit zur Einkehr, sei es die Freiburger Hütte, die Ulmer Hütte oder eine der zahlreichen Almen rund um Lech und Zürs.

Dort erwarten dich herzhafte regionale Spezialitäten wie Käsknöpfle, Kaiserschmarrn und selbstgemachte Kuchen. Beachte jedoch die Öffnungszeiten, die je nach Saison variieren können. Außerhalb der Hauptsaison sind manche Hütten geschlossen, weshalb du für alle Fälle trotzdem eine kleine Notration im Rucksack haben solltest.

Kann man in der Region auch mehrtägige Weitwanderungen machen?

Ja, der Arlberg ist ein Paradies für Weitwanderer. Der bekannteste Fernwanderweg ist der Lechweg, der von der Quelle des Lechs am Formarinsee über 125 Kilometer bis nach Füssen in Bayern führt. Die ersten Etappen verlaufen durch die eindrucksvolle Bergwelt der Region.

Ebenfalls sehr beliebt ist der Grüne Ring rund um Lech, eine mehrtägige Rundtour durch die hochalpine Landschaft mit Übernachtungen in komfortablen Berggasthöfen. Für beide Routen gibt es einen praktischen Gepäcktransport zwischen den Etappenorten, sodass du nur mit einem leichten Tagesrucksack unterwegs bist – ideal für alle, die die Landschaft ohne schwere Last genießen möchten.

Wie schwer sind die hochalpinen Touren einzuschätzen?

Die hochalpinen Touren am Arlberg, etwa zur Valluga oder über das Madlochjoch, verlangen eine gute Grundkondition sowie Trittsicherheit und teils auch Schwindelfreiheit. Die Wege führen durch felsiges Gelände, manchmal über drahtseilgesicherte Passagen und steile Anstiege.

Diese Touren solltest du nur bei stabilem Wetter und mit entsprechender Ausrüstung angehen. Wanderer ohne alpine Erfahrung sind gut beraten, solche Routen mit einem Bergführer zu unternehmen. Bei Nebel oder Gewittergefahr ist von hochalpinen Touren dringend abzuraten, da die Verhältnisse hier oben schnell gefährlich werden können.

Lohnt sich das Klostertal auch für erfahrene Wanderer?

Auf jeden Fall. Auch wenn das Klostertal im Schatten der bekannten Namen Lech und St. Anton steht, bietet es erfahrenen Wanderern reizvolle und anspruchsvolle Touren. Die Berge des Lechquellengebirges und der Verwallgruppe bieten einsame Gipfelziele und lange Höhenwege.

Der große Vorteil: Hier bist du oft weitgehend allein unterwegs und kannst die Natur ungestört genießen. Die ursprünglichen Wälder, wilden Bachtäler und stillen Almen sind ein Kontrastprogramm zu den belebteren Regionen. Wer die Ruhe und Ursprünglichkeit sucht, findet im Klostertal ein wahres Wanderparadies abseits des Trubels.

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