Hochtal mit steilen Dolomitenmassiven
Wandern in Alta Badia: Zwischen Ladinischen Legenden und den Türmen der Dolomiten
Wandern in Alta Badia – Dolomitenzauber
Morgens riecht es nach frisch gebackenem Ladinischen Brot, mittags leuchten die Felswände der Sella-Gruppe in einem Orange, das kein Maler je ganz einfangen könnte, und abends erzählen die Alten in ihrer eigenen Sprache Geschichten von Bergkönigen und versteinerten Riesen. Willkommen in Alta Badia, jenem Hochtal im Herzen der Südtiroler Dolomiten, wo drei Kulturen – ladinisch, italienisch und deutsch – so selbstverständlich nebeneinander leben wie die Almwiesen neben den senkrechten Felstürmen.
Alta Badia liegt zwischen 1.300 und über 2.000 Metern, eingebettet zwischen den mächtigen Massiven von Sella, Fanes und Puez-Geisler. Die Orte Corvara, Colfosco, La Villa, San Cassiano und Badia bilden das Rückgrat einer Region, die zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört – und das merkt man bei jedem Schritt. Hier wanderst du über sanfte Almböden, die von schroffen Dolomitengipfeln überragt werden, ein Kontrast, der süchtig macht.
Das Besondere: Alta Badia ist keine Region für Adrenalinjunkies allein. Familien mit Kinderwagen finden hier ebenso ihr Glück wie ambitionierte Gipfelstürmer, die den Piz Boè in Angriff nehmen. Ein dichtes Netz aus Bergbahnen bringt dich bequem in die Höhe, sodass die schönsten Panoramen oft schon nach wenigen Schritten erreichbar sind. Und dann sind da noch die Hütten – berühmt für eine Küche, die ladinische Bodenständigkeit mit italienischer Raffinesse und einer Prise Sterneglanz verbindet.
Wer einmal auf dem Gipfelplateau steht und über das Meer aus Felsnadeln blickt, versteht, warum die Ladiner ihre Berge lieben wie Familienmitglieder. Alta Badia ist kein Ort, den man einfach abhakt. Es ist ein Ort, der bleibt.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
1.300 bis 3.152 m (Piz Boè)
Geländecharakter
Almwiesen, Geröll, Felssteige
Infrastruktur
Bergbahnen, Hütten, gute Beschilderung
Beste Reisezeit
Mitte Juni bis Anfang Oktober
Was Alta Badia so besonders macht: Natur, Kultur & Genuss
Das UNESCO-Welterbe zum Anfassen
Die Dolomiten von Alta Badia gehören seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe – und das aus gutem Grund. Die bleichen Felstürme, die im Abendlicht in einem einzigartigen Rosa erglühen (die Einheimischen nennen es Enrosadira), entstanden vor Jahrmillionen aus einem tropischen Korallenriff. Ja, du liest richtig: Wo heute Wanderer über Geröllfelder stapfen, tummelten sich einst Fische in einem warmen Urmeer.
Rund um Corvara und Colfosco türmen sich gleich mehrere ikonische Massive auf. Die Sella-Gruppe erhebt sich wie eine gigantische Festung, die Fanes-Hochebene lockt mit ihrer märchenhaften Weite und das Puez-Geisler-Massiv beeindruckt mit seinen zerklüfteten Graten. Diese geologische Vielfalt macht jede Wanderung zu einer Zeitreise durch die Erdgeschichte.
Ladinische Kultur: Eine Sprache, die überlebt hat
Alta Badia ist Heimat der Ladiner, einer der ältesten Volksgruppen der Alpen. Ihre Sprache, das Ladinische, klingt melodisch und geheimnisvoll und wird bis heute im Alltag gesprochen. Ortsnamen wie La Ila, Al Plan oder San Ciascian erzählen von dieser Identität, die sich über Jahrhunderte in den abgelegenen Tälern gehalten hat.
Wer tiefer eintauchen möchte, besucht das Ladinische Museum in San Martin de Tor oder lauscht den alten Sagen von den Fanes, einem legendären Bergvolk, das der ganzen Region ihren mythischen Zauber verleiht. Diese Geschichten sind kein Touristen-Kitsch, sondern lebendiges Kulturgut, das die Menschen hier mit Stolz weitergeben.
Kulinarik zwischen Alm und Sterneküche
Kaum eine Alpenregion vereint so gekonnt Tradition und Spitzengastronomie wie Alta Badia. Auf den Almhütten gibt es deftige Klassiker: Turtres (gefüllte Teigtaschen), Cajincí (Ravioli mit Spinat und Ricotta) und dampfende Gerstensuppe. Dazu ein Glas Südtiroler Wein oder ein Kräuterschnaps – und das Wanderglück ist perfekt.
Gleichzeitig beherbergt die Region mehrere mit Michelin-Sternen ausgezeichnete Restaurants. Das Format "Gourmet Skisafari" und kulinarische Almevents ziehen Feinschmecker aus aller Welt an. Wusstest du schon? In Alta Badia kochen Sterneköche regelmäßig auf Berghütten – man wandert also nicht selten zum Fünf-Sterne-Menü mit Bergpanorama.
Geheimtipp: Der Pralongià-Höhenzug
Während sich die Massen an den bekannten Aussichtspunkten drängen, findest du auf dem sanften Pralongià-Plateau zwischen Corvara und San Cassiano überraschende Stille. Weite Almwiesen, kleine Kapellen und ein Rundumblick auf Sella, Marmolada und Sassongher machen diesen Ort zu einem Insidertipp für Genusswanderer.
Besonders im Frühsommer, wenn die Wiesen in voller Blüte stehen und die Kühe gemächlich grasen, entfaltet sich hier eine fast meditative Ruhe. Ein Ort zum Durchatmen, fernab vom Trubel – und mit garantierter Postkartenaussicht.
Warum Alta Badia ein Wanderparadies für alle ist
Wandern für wirklich jeden
Was Alta Badia so beliebt macht, ist die enorme Bandbreite an Möglichkeiten. Hier findet der gemütliche Genusswanderer flache Almrunden mit Bänken und Einkehrmöglichkeiten, während der ambitionierte Bergsteiger anspruchsvolle Gipfeltouren und luftige Klettersteige vorfindet. Dazwischen liegt eine ganze Welt an mittelschweren Panoramawegen.
Besonders praktisch: Das dichte Netz an modernen Bergbahnen nimmt dir die mühsamen Aufstiege ab und bringt dich schnell in die Höhenlagen. So bleibt mehr Zeit für die eigentlichen Höhepunkte – die grandiosen Ausblicke, die stillen Almböden und die einladenden Hütten.
Wegequalität und Beschilderung
Die Wanderwege in Alta Badia sind vorbildlich markiert und gepflegt. Rot-weiße Markierungen des CAI (Club Alpino Italiano) leiten dich zuverlässig, Wegweiser nennen realistische Gehzeiten und die Wege selbst sind meist in ausgezeichnetem Zustand. Selbst auf höher gelegenen Steigen findest du eine solide Infrastruktur.
Für Familien gibt es speziell ausgewiesene Themenwege und kinderfreundliche Rundwanderungen mit Spielstationen. Wer es sportlicher mag, kann sich an den zahlreichen Klettersteigen der Sella-Gruppe versuchen – hier ist allerdings entsprechende Erfahrung und Ausrüstung Pflicht.
Naturerlebnisse und Aussichtspunkte
Die Aussichtspunkte in Alta Badia sind legendär. Vom Piz Boè, dem höchsten Gipfel der Sella-Gruppe (3.152 m), reicht der Blick bei klarem Wetter über hunderte Dolomitengipfel bis zu den Zentralalpen. Weniger anstrengend, aber kaum weniger beeindruckend ist der Blick vom Sassongher, dem markanten Hausberg von Corvara.
Auf den Almböden begegnen dir Murmeltiere, Steinböcke und – mit etwas Glück – kreisende Steinadler. Die Blütenpracht im Frühsommer und die leuchtenden Lärchenwälder im Herbst machen die Natur zum ganzjährigen Spektakel. Jede Jahreszeit hat ihren eigenen Charme.
Für welche Zielgruppen?
Familien schätzen die kurzen, gut erreichbaren Rundwege und die kinderfreundlichen Almen. Genusswanderer verlieben sich in die Kombination aus sanfter Landschaft und herausragender Kulinarik. Und ambitionierte Bergsportler finden mit den Sella-Gipfeln, dem Puez-Geisler-Naturpark und den Klettersteigen echte Herausforderungen.
Auch Fotografen und Naturliebhaber kommen voll auf ihre Kosten. Die Enrosadira, das rötliche Leuchten der Felswände bei Sonnenauf- und -untergang, ist ein Motiv, das man einmal im Leben gesehen haben sollte. Alta Badia bietet für jeden Wandertyp genau das Richtige.
Unterkünfte in Alta Badia: Wo du nach dem Wandern die Seele baumeln lässt
Die schönsten Wanderungen in Alta Badia
Piz Boè – der Königsgipfel der Sella-Gruppe
Diese Tour ist das Kronjuwel unter den Wanderungen in Alta Badia. Vom Grödnerjoch (Passo Gardena) oder alternativ mit den Bergbahnen von Corvara zur Bergstation Vallon startest du in die imposante Felswelt der Sella-Gruppe. Der Weg führt über das Hochplateau, vorbei am Rifugio Kostner, hinauf zur Capanna Fassa auf dem Piz Boè – mit 3.152 Metern der höchste Punkt der gesamten Sella.
Der Aufstieg verlangt Trittsicherheit und etwas Kondition, denn über Geröllfelder und stellenweise seilversicherte Passagen geht es stetig bergan. Doch die Mühe wird königlich belohnt: Vom Gipfel eröffnet sich ein 360-Grad-Panorama über Marmolada, Langkofel, Fanes und unzählige weitere Dolomitengipfel. Ein Meer aus Fels, so weit das Auge reicht.
Diese Tour richtet sich an erfahrene Bergwanderer mit guter Kondition und festem Schuhwerk. Wer früh startet, genießt oben die Ruhe, bevor der Trubel einsetzt. Die Einkehr in der Capanna Fassa mit heißer Suppe auf über 3.000 Metern ist ein unvergessliches Erlebnis.
Pralongià-Rundweg – Genusswandern mit Traumpanorama
Wer die Dolomiten in ihrer ganzen Pracht genießen möchte, ohne sich völlig zu verausgaben, ist auf dem Pralongià-Plateau goldrichtig. Von Corvara oder San Cassiano bringen dich Sessellifte bequem hinauf zum weiten Almgebiet zwischen den Orten. Von dort aus wanderst du über sanfte Wiesenwege, umgeben von einem Amphitheater aus Felsgipfeln.
Der Rundweg führt vorbei an urigen Hütten wie der Ütia I Tablà oder dem Rifugio Pralongià, wo du ladinische Spezialitäten und hausgemachte Kuchen probieren kannst. Der Blick reicht dabei auf Sella, Sassongher, Marmolada und das Kreuzkofelmassiv – ein Panorama, das seinesgleichen sucht.
Diese Tour ist ideal für Familien, Einsteiger und alle, die das Wandern mit kulinarischem Genuss verbinden möchten. Die Wege sind breit, gut begehbar und teils sogar kinderwagentauglich. Ein perfekter Tag für die ganze Familie mit vielen Einkehrmöglichkeiten.
Puez-Geisler-Naturpark: Von Colfosco zur Puez-Hütte
Diese Tour taucht tief ein in die Wildnis des Naturparks Puez-Geisler. Startpunkt ist Colfosco, von wo aus du zunächst durch das idyllische Val de Mesdì oder alternativ über den Weg Richtung Forcella de Ciampëi wanderst. Die Landschaft wechselt von grünen Almen zu kargen, mondartigen Hochflächen mit bizarren Felsformationen.
Ziel ist das Rifugio Puez auf rund 2.475 Metern, eine gemütliche Schutzhütte inmitten einer archaischen Berglandschaft. Der Weg dorthin ist mittelschwer und verlangt gute Kondition, belohnt dich aber mit einsamen Ausblicken und dem Gefühl echter Bergabgeschiedenheit.
Der Puez-Geisler-Naturpark gilt als geologisches Freilichtmuseum der Dolomiten. Hier siehst du eindrucksvoll, wie sich Erdschichten über Jahrmillionen aufgetürmt haben. Diese Tour eignet sich für konditionsstarke Wanderer, die Ruhe und ursprüngliche Natur suchen. Festes Schuhwerk und Wetterfestigkeit sind hier Pflicht.
Sassongher – der Hausberg von Corvara
Der Sassongher (2.665 m) thront markant über Corvara und ist einer der prägendsten Gipfel des Tals. Die Wanderung beginnt in Corvara, wahlweise mit Unterstützung der Boè-Bergbahn zur Bergstation, von der aus du dem gut markierten Weg Richtung Gipfel folgst. Zunächst geht es über Almwiesen, dann wird das Gelände zunehmend felsig und steil.
Der obere Teil der Tour ist teilweise seilversichert und verlangt Trittsicherheit sowie Schwindelfreiheit. Doch der Gipfel entlohnt für alle Anstrengungen: Der Blick auf das gesamte Gadertal, die Sella-Gruppe und die Marmolada ist schlicht atemberaubend. Man fühlt sich wie auf dem Dach von Alta Badia.
Diese Tour ist etwas für geübte Bergwanderer mit einem Faible für Gipfelmomente. Wer den Sassongher bezwungen hat, versteht, warum er das Wahrzeichen von Corvara ist. Am besten früh am Morgen aufbrechen, um Gewittern am Nachmittag zu entgehen.
Wanderung zur Kirche La Crusc (Heiligkreuz)
Diese Tour verbindet Naturgenuss mit spiritueller Ruhe. Vom Parkplatz oder der Bergstation der Heiligkreuz-Bahn oberhalb von Badia wanderst du zur Wallfahrtskirche Santa Croce / La Crusc, die eindrucksvoll unterhalb der senkrechten Felswand des Kreuzkofels (Sas dla Crusc) liegt. Der Weg ist familienfreundlich und gut ausgebaut.
Die kleine Kirche und das benachbarte Rifugio Santa Croce bilden ein stimmungsvolles Ensemble vor dramatischer Felskulisse. Von hier aus kannst du weiter über den Höhenweg wandern oder einfach die Aussicht und eine Einkehr genießen. Der Ort ist seit Jahrhunderten ein beliebtes Pilgerziel.
Perfekt für Familien und Genusswanderer, die Kultur und Natur verbinden möchten. Die überschaubare Länge und die einladende Hütte machen diese Tour zu einem entspannten Halbtagesausflug mit hohem Erlebniswert. Die Legende der Fanes ist hier besonders präsent.
Häufige Fragen
Ist Wandern in Alta Badia für Anfänger geeignet?
Absolut! Alta Badia gehört zu den anfängerfreundlichsten Wanderregionen der Dolomiten. Dank des dichten Netzes an Bergbahnen erreichst du die schönsten Höhenlagen ganz ohne kräftezehrende Aufstiege.
Besonders das Pralongià-Plateau bietet flache, breite Wege mit vielen Einkehrmöglichkeiten und traumhaften Ausblicken. Auch die Wanderung zur Heiligkreuz-Kirche ist für Einsteiger und Familien bestens geeignet. Wichtig ist lediglich festes Schuhwerk und eine an das Wetter angepasste Kleidung. Wer sich langsam steigern möchte, findet in Alta Badia für jede Fitnessstufe die passende Route.
Kann ich mit Kindern in Alta Badia wandern?
Ja, Alta Badia ist ein wahres Paradies für Familien. Es gibt zahlreiche kinderfreundliche Wege, teils mit Spielstationen, Themenpfaden und kurzen Distanzen, die auch kleine Beine gut bewältigen.
Viele Almhütten sind auf Familien eingestellt und bieten Streichelzoos, Spielplätze und kindgerechte Speisen. Die Bergbahnen erleichtern den Aufstieg und lassen mehr Zeit zum Entdecken. Ein Klassiker ist der Rundweg auf dem Pralongià oder die entspannte Wanderung zur Heiligkreuz-Kirche. Achte bei Kindern auf ausreichende Pausen, Sonnenschutz und genügend Verpflegung – dann steht dem Familienabenteuer nichts im Wege.
Darf ich meinen Hund mit auf die Wanderungen nehmen?
Hunde sind in Alta Badia grundsätzlich willkommen und dürfen auf den meisten Wanderwegen mit. Beachte jedoch, dass du in den Naturparks wie Puez-Geisler und Fanes-Sennes-Prags Rücksicht auf die Tierwelt nehmen und deinen Hund an der Leine führen solltest.
Auf Almen mit Weidevieh ist besondere Vorsicht geboten, da Kühe mit Kälbern Hunde als Bedrohung wahrnehmen können. Halte hier ausreichend Abstand. Viele Hütten erlauben Hunde, allerdings solltest du das vorab abklären. Nimm ausreichend Wasser mit, denn nicht überall gibt es Trinkstellen. Insgesamt ist Alta Badia aber eine sehr hundefreundliche Region.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern in Alta Badia?
Die ideale Wandersaison erstreckt sich von Mitte Juni bis Anfang Oktober. In diesem Zeitraum sind die Wege schneefrei, die Bergbahnen in Betrieb und die Hütten geöffnet.
Der Frühsommer besticht durch blühende Almwiesen und satte Farben, während der Spätsommer stabileres Wetter bietet. Ein absoluter Geheimtipp ist der Herbst: Wenn sich die Lärchen golden färben und die Luft glasklar ist, zeigt sich Alta Badia von seiner spektakulärsten Seite. Im Hochsommer solltest du wegen möglicher Nachmittagsgewitter früh starten. Jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz.
Brauche ich eine spezielle Ausrüstung?
Für die meisten Wanderungen in Alta Badia genügt eine solide Grundausstattung: knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil, wetterfeste Kleidung nach dem Zwiebelprinzip und ein Rucksack mit ausreichend Wasser und Verpflegung.
Da das Bergwetter schnell umschlagen kann, gehören auch Regenschutz, eine warme Schicht und Sonnenschutz ins Gepäck. Für anspruchsvollere Touren wie den Piz Boè oder den Sassongher empfehlen sich Wanderstöcke und eventuell ein Helm bei Klettersteigpassagen. Klettersteige erfordern zusätzlich ein Klettersteigset und entsprechende Erfahrung. Für gemütliche Almrunden reicht hingegen die Basisausstattung völlig aus.
Wie erreiche ich die Wanderwege ohne eigenes Auto?
Alta Badia ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen. Von den Bahnhöfen in Brixen oder Bruneck fährst du mit Regionalbussen bequem ins Tal nach Corvara, La Villa oder San Cassiano.
Vor Ort verkehren im Sommer regelmäßig Wanderbusse, die dich zu den wichtigsten Ausgangspunkten und Bergbahnen bringen. Mit der oft in den Unterkünften enthaltenen Gästekarte kannst du viele dieser Verbindungen sogar kostenlos nutzen. Die Bergbahnen selbst bringen dich dann in die Höhenlagen. So lassen sich die meisten Touren auch ohne eigenes Fahrzeug bestens erreichen und du sparst dir die Parkplatzsuche.
Gibt es geführte Wanderungen?
Ja, in Alta Badia werden zahlreiche geführte Wanderungen angeboten. Die örtlichen Tourismusbüros und Bergführer organisieren regelmäßig Touren, von gemütlichen Themenwanderungen bis zu anspruchsvollen Gipfeltouren.
Geführte Wanderungen sind besonders empfehlenswert, wenn du die Region und ihre Geschichte tiefer kennenlernen möchtest. Lokale Guides erzählen von der ladinischen Kultur, der Geologie der Dolomiten und den Legenden der Fanes. Viele Unterkünfte bieten im Sommer kostenlose oder vergünstigte geführte Wanderprogramme an. Für Klettersteige und hochalpine Touren ist ein zertifizierter Bergführer ohnehin die sicherste Wahl.
Wie anspruchsvoll sind die Touren rund um die Sella-Gruppe?
Die Touren rund um die Sella-Gruppe decken das gesamte Schwierigkeitsspektrum ab. Es gibt entspannte Höhenwege am Fuße der Felswände, aber auch anspruchsvolle Gipfelbesteigungen wie den Piz Boè.
Wer den höchsten Punkt erreichen möchte, muss Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine gute Kondition mitbringen, da der Weg über Geröll und seilversicherte Passagen führt. Für weniger geübte Wanderer bieten sich die zahlreichen Panoramawege an, die ebenfalls grandiose Ausblicke bieten, aber technisch einfacher sind. Wichtig ist immer, das Wetter im Auge zu behalten und früh zu starten, da Nachmittagsgewitter im Hochgebirge häufig sind.
Kann man in den Hütten übernachten?
Ja, viele der Berghütten in Alta Badia bieten Übernachtungsmöglichkeiten an, was mehrtägige Wanderungen und Hüttentouren ermöglicht. Von der einfachen Schlafkoje im Matratzenlager bis zum gemütlichen Zimmer ist alles dabei.
Besonders für Weitwanderungen wie die berühmten Dolomiten-Höhenwege ist die Hüttenübernachtung ideal. Du erlebst die einzigartige Stimmung der Berge bei Sonnenauf- und -untergang, wenn die Tagesgäste längst wieder im Tal sind. Eine Reservierung ist vor allem in der Hauptsaison dringend zu empfehlen, da die Hütten oft ausgebucht sind. Mitglieder alpiner Vereine erhalten teilweise Ermäßigungen. Ein unvergessliches Erlebnis!
Wo kann ich unterwegs einkehren?
Alta Badia ist berühmt für seine hervorragende Hüttengastronomie. Auf nahezu jeder Tour findest du urige Almhütten und Schutzhütten, die ladinische und italienische Spezialitäten servieren.
Von deftigen Klassikern wie Cajincí und Turtres bis zu hausgemachten Kuchen und feinen Weinen ist für jeden Geschmack etwas dabei. Eine Besonderheit sind die kulinarischen Events, bei denen Sterneköche direkt auf den Berghütten kochen. Hütten wie das Rifugio Pralongià, die Ütia I Tablà oder das Rifugio Santa Croce sind beliebte Einkehrziele. Die Kombination aus Wandergenuss und Gaumenfreuden ist eines der großen Markenzeichen der Region.
Ist Alta Badia im Sommer überlaufen?
Im Vergleich zu manch anderen Dolomiten-Hotspots wie den Drei Zinnen ist Alta Badia im Sommer angenehm ruhig. Zwar sind die bekannten Aussichtspunkte an schönen Tagen gut besucht, doch abseits der Hauptrouten findest du schnell Ruhe.
Die weitläufigen Almgebiete und die zahlreichen Wegevarianten verteilen die Besucher gut. Wer die Stille sucht, sollte früh am Morgen starten oder abgelegenere Touren wie die Wanderung zur Puez-Hütte wählen. Die Hauptsaison im Juli und August ist logischerweise am belebtesten, während Juni und September deutlich entspannter sind. Insgesamt bewahrt sich Alta Badia trotz seiner Beliebtheit einen authentischen und ruhigen Charakter.
Was mache ich bei einem Wetterumschwung?
Im Hochgebirge kann das Wetter schnell umschlagen, daher ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Prüfe vor jeder Tour den Wetterbericht und starte bei geplanten Gipfeltouren möglichst früh, um Nachmittagsgewittern zu entgehen.
Sollte dich ein Wetterumschwung überraschen, suche rechtzeitig Schutz in einer Hütte und warte das Unwetter ab. Vermeide bei Gewitter unbedingt exponierte Grate und Gipfel. Packe immer Regenschutz und eine warme Schicht ein, denn die Temperaturen können rasch fallen. Bei schlechtem Wetter bieten sich alternativ Talwanderungen, ein Besuch im Ladinischen Museum oder ein gemütlicher Hüttentag an. Sicherheit geht immer vor Ehrgeiz.
Eignet sich Alta Badia für mehrtägige Weitwanderungen?
Auf jeden Fall! Alta Badia ist ein idealer Ausgangspunkt für mehrtägige Touren durch die Dolomiten. Der berühmte Dolomiten-Höhenweg Nr. 1 führt durch die Region und lässt sich hervorragend mit Hüttenübernachtungen kombinieren.
Auch Rundtouren durch die Naturparks Puez-Geisler und Fanes-Sennes-Prags bieten sich für mehrtägige Abenteuer an. Dank der gut ausgestatteten Hütten musst du kein Zelt schleppen und kannst leicht reisen. Plane deine Etappen realistisch, reserviere die Hütten rechtzeitig und informiere dich über die aktuellen Wegeverhältnisse. Eine mehrtägige Wanderung durch dieses UNESCO-Welterbe gehört zu den eindrucksvollsten Erlebnissen, die die Alpen zu bieten haben.