Langgezogenes hochalpines Gebirgstal
Wandern im Ahrntal: Wo Südtirols Norden seine wildesten Gipfel zeigt
Wandern im Ahrntal
Ganz oben im Norden Südtirols, dort wo die Zillertaler Alpen ihre schroffen Dreitausender in den Himmel schieben, versteckt sich ein Tal, das den Trubel des Massentourismus nie so recht kennengelernt hat. Das Ahrntal ist das nördlichste Tal Italiens, ein langgezogenes Band aus grünen Almwiesen, dunklen Bergwäldern und weiß glitzernden Gletscherzungen, das sich von Bruneck bis hinauf nach Kasern zieht.
Hier reden die Menschen noch ein herzhaftes Deutsch mit deftigem Ahrntaler Dialekt, die Kirchtürme stehen zwischen alten Bauernhöfen, und über allem thronen Gipfel wie die Dreiherrnspitze und der Große Löffler, die mit über 3.300 Metern zu den höchsten Bergen der Zillertaler Alpen zählen. Wer hierher kommt, spürt schnell: Das Ahrntal spielt in einer anderen Liga der Ruhe.
Die Wanderwege führen dich durch eine Landschaft, die zwischen lieblich und hochalpin ständig die Register wechselt. Am Talboden plätschert die Ahr durch Blumenwiesen, während weiter oben Wasserfälle wie die Reinbachfälle tosend über Felsstufen stürzen. Höher hinaus warten einsame Bergseen, urige Almhütten mit hausgemachtem Graukäse und Panoramen, die dir schlicht die Sprache verschlagen.
Das Besondere: Das Ahrntal ist noch echt. Keine überlaufenen Selfie-Punkte, kein Rummel, sondern Bergbauernkultur, die man riechen, schmecken und erwandern kann. Ob gemütlicher Talweg entlang der Ahr, familienfreundliche Almtour oder anspruchsvolle Gletscherbesteigung im Naturpark Rieserferner-Ahrn – dieses Tal hat für jeden Wanderschuh die passende Route parat. Und wenn du abends bei einem Glas Vernatsch auf der Terrasse sitzt und der letzte Sonnenstrahl die Gipfel rosa färbt, verstehst du, warum manche hier nie wieder weg wollen.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
850 bis 3.499 m (Hochgall)
Geländecharakter
Almwege, Waldpfade, Fels, Gletscher
Infrastruktur
Bergbahnen, Hütten, Gasthöfe, Busse
Beste Reisezeit
Ende Mai bis Mitte Oktober
Sehenswertes im Ahrntal: Natur, Kultur und stille Täler
Der Naturpark Rieserferner-Ahrn: Wildnis pur
Das Herzstück des Ahrntals ist der Naturpark Rieserferner-Ahrn, ein rund 31.000 Hektar großes Schutzgebiet, das sich über die Rieserfernergruppe und die Zillertaler Alpen erstreckt. Hier findest du eine Bergwelt, wie sie ursprünglicher kaum sein könnte: Gletscher, glasklare Hochgebirgsseen, endlose Almböden und Wälder, in denen Steinadler ihre Kreise ziehen und Murmeltiere im Sommer für die Soundkulisse sorgen.
Der Naturpark ist ein Paradies für alle, die die Einsamkeit suchen. Auf den höher gelegenen Wegen begegnest du oft stundenlang keiner Menschenseele, dafür aber Gämsen, die geschickt über die Felsen ziehen. Im Naturparkhaus in Sand in Taufers erfährst du alles über die Tier- und Pflanzenwelt und bekommst gleich Lust, selbst loszuziehen.
Wasserfälle, die Gänsehaut machen
Die Reinbachfälle bei Sand in Taufers gehören zu den eindrucksvollsten Naturschauspielen der Region. Über drei gewaltige Stufen stürzt der Reinbach tosend zu Tal, und der gut angelegte Erlebnisweg führt dich über Brücken und Stege mittendurch. Der Sprühnebel auf der Haut, das Donnern des Wassers im Ohr – hier begreift man, welche Kraft die Natur entfaltet.
Wusstest du schon? Das Wasser der Reinbachfälle wurde einst als besonders heilkräftig geschätzt und speiste die Bäder von Bad Winkel. Heute ist der Weg ein familienfreundliches Highlight, das man mit einer Einkehr auf der Toblhof-Alm perfekt kombinieren kann.
Burgen, Bergbau und alte Kultur
Über Sand in Taufers thront majestätisch die Burg Taufers, eine der größten und am besten erhaltenen Burganlagen Südtirols. Mit ihren rund 60 Räumen, der düster-schönen Waffenkammer und den gruseligen Geschichten von Rittergeistern ist sie ein spannender Ausflug für Regentage oder als kulturelle Ergänzung zur Wanderung.
Die Bergbaugeschichte des Ahrntals kannst du im Bergbaumuseum Prettau hautnah erleben. Über Jahrhunderte wurde hier Kupfer abgebaut, und heute kannst du mit der Grubenbahn tief in den Berg hineinfahren. Der Klimastollen wird sogar zur Heilbehandlung von Atemwegserkrankungen genutzt – Bergbau als Wellness, das gibt es wirklich nur hier.
Kulinarik: Deftig, ehrlich, gut
Auf den Almhütten des Ahrntals kommt auf den Teller, was die Bergbauern erzeugen. Der Ahrntaler Graukäse, ein magerer Sauermilchkäse mit kräftigem Aroma, ist eine echte Spezialität – am besten mit Zwiebeln, Essig und Öl als Marende genossen. Dazu ein Stück hausgebackenes Schüttelbrot und ein Speckbrettl, und die Bergwelt schmeckt gleich doppelt gut.
Süße Seelen kommen bei Kaiserschmarrn, Buchteln und Apfelkiachl auf ihre Kosten. Viele Höfe verkaufen ihre Produkte direkt ab Hof, von Bergkäse bis Honig. Ein Geheimtipp: Halte auf deinen Touren nach den urigen, nur im Sommer bewirtschafteten Almen Ausschau – dort bekommst du oft die authentischste Verpflegung weit und breit.
Warum das Ahrntal ein Paradies für Wanderer ist
Ein Wegenetz für jede Kondition
Das Ahrntal ist gesegnet mit einem dichten, bestens beschilderten Wegenetz, das von gemütlichen Talwanderungen bis zu hochalpinen Gletschertouren reicht. Der große Vorteil: Durch die langgezogene Talform verteilen sich die Wege auf verschiedene Höhenlagen, sodass du das ganze Jahr über je nach Schneelage passende Ziele findest. Familien bleiben oft am sonnigen Talboden oder auf den Mittelgebirgsalmen, während ambitionierte Bergsteiger direkt zu den Dreitausendern aufbrechen.
Besonders schön ist, dass viele Touren durch bewirtschaftete Almen führen. Du musst also selten schweres Gepäck mitschleppen, sondern kannst dich unterwegs mit Buttermilch, Käse und einem Stück Kuchen versorgen. Diese Kombination aus Naturerlebnis und Genuss macht das Wandern hier so entspannt.
Höhenwege und Panoramen
Wer die großen Aussichten sucht, findet sie auf den zahlreichen Höhenwegen entlang beider Talseiten. Vom Speikboden und der Klausberg-Region hast du grandiose Blicke auf die gegenüberliegende Rieserfernergruppe und die vergletscherten Gipfel der Zillertaler Alpen. Bergbahnen bringen dich bequem in die Höhe, sodass die schönsten Panoramawege auch ohne stundenlangen Aufstieg erreichbar sind.
Ein echtes Highlight für erfahrene Wanderer ist die Tour zur Dreiherrnspitze, wo einst die Grenzen von drei Herrschaftsgebieten zusammentrafen. Von hier oben blickst du weit über die Alpen bis nach Österreich hinein. Auch der Weg zu den vielen Bergseen wie dem Klaussee oder dem Wildgerlossee lohnt sich für alle, die die Stille der Höhe lieben.
Für wen sich das Ahrntal eignet
Das Schöne am Ahrntal ist seine Vielseitigkeit. Familien mit Kindern finden entlang der Ahr flache, kinderwagentaugliche Wege und Erlebnispfade wie den Franz-Innerhofer-Weg oder die Reinbachfälle. Genusswanderer schätzen die vielen Almen und die überschaubaren Tageswanderungen mit garantierter Einkehr.
Ambitionierte Bergsteiger dagegen stoßen hier an ihre Grenzen im besten Sinne: Gletschertouren, hochalpine Übergänge und Klettersteige bieten ordentlich Herausforderung. Der Naturpark Rieserferner-Ahrn ist zudem ein Traum für Ruhesuchende, die abseits der bekannten Südtiroler Hotspots wandern wollen. Ganz gleich, ob du gemütlich schlenderst oder schweißtreibend gipfelst – langweilig wird es hier oben garantiert nicht.
Unterkünfte im Ahrntal: Vom Bergbauernhof bis zum Wellnesshotel
Die schönsten Wanderungen im Ahrntal
Reinbachfälle-Weg bis zur Toblhof-Alm
Diese Rundwanderung startet am Parkplatz Bad Winkel bei Sand in Taufers und führt dich entlang des tosenden Reinbachs zu den drei mächtigen Stufen der Reinbachfälle. Über gut gesicherte Holzstege und Brücken kommst du dem Naturschauspiel ganz nah – der Sprühnebel und das Donnern des Wassers machen diesen Abschnitt zum absoluten Höhepunkt für die ganze Familie.
Nach dem letzten Wasserfall wird der Weg ruhiger und führt durch schattigen Bergwald hinauf zur Franziskus-Klause, einer kleinen Wallfahrtsstätte, und weiter zur bewirtschafteten Toblhof-Alm. Hier bietet sich eine deftige Einkehr an, bevor du gemütlich absteigst. Die Tour dauert rund zweieinhalb bis drei Stunden und ist dank moderater Steigung auch mit älteren Kindern gut machbar.
Wer mag, kombiniert die Wanderung mit einem Besuch der oberhalb thronenden Burg Taufers. Ein perfekter Einstiegstag ins Ahrntal, der Natur, Bewegung und Kultur elegant verbindet.
Klaussee und Klausberg-Panoramaweg
Mit der Klausberg-Bahn ab Steinhaus schwebst du bequem hinauf ins Wandergebiet, wo dich der idyllische Klaussee erwartet. Der kleine Bergsee liegt auf rund 2.150 Metern eingebettet zwischen Almwiesen und spiegelt an windstillen Tagen die umliegenden Gipfel wider – ein beliebtes Fotomotiv und ein herrlicher Rastplatz.
Vom See aus führt ein aussichtsreicher Höhenweg über die Almböden, mit weiten Blicken auf die vergletscherte Rieserfernergruppe und hinunter ins Ahrntal. Der Weg ist überwiegend leicht und gut markiert, sodass er sich auch für Genusswanderer und Familien eignet. Unterwegs laden die Bergstation-Gastronomie und mehrere Almen zur Rast.
Für Kinder gibt es rund um den Klaussee einen Erlebnisspielplatz und einen Themenweg, der die Bergwelt spielerisch erklärt. So wird aus einer Panoramawanderung ein Ausflug, bei dem auch die Kleinen nicht quengeln. Wer noch Kraft hat, verlängert Richtung Gornerberg für zusätzliche Gipfelmomente.
Speikboden Höhenrunde zur Sonnklarhütte
Der Speikboden oberhalb von Luttach ist eines der beliebtesten Wandergebiete des Ahrntals. Mit der Kabinenbahn und dem anschließenden Sessellift gelangst du fast bis auf 2.400 Meter, von wo aus sich eine großartige Höhenwelt öffnet. Von hier startet die aussichtsreiche Runde über die Almflächen mit stetigem Blick auf die Dreitausender der Zillertaler Alpen.
Der Weg führt zunächst gemütlich über den Höhenrücken, ehe es zur Sonnklarnock hinaufgeht, einem der schönsten Aussichtspunkte der Region. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zu den Dolomiten im Süden und den vergletscherten Gipfeln im Norden. Ein Panorama, das jede Anstrengung mehr als wert ist.
Beim Abstieg kehrst du in einer der urigen Almhütten ein, wo Graukäse und hausgemachter Kaiserschmarrn auf dich warten. Die Tour ist mittelschwer, verlangt Trittsicherheit auf den höheren Passagen, belohnt dich aber mit einem der besten Rundumblicke des ganzen Tals.
Prettau: Zum Ursprung der Ahr und Heilstollen
Ganz am Talschluss, im hintersten Ahrntal bei Kasern, beginnt eine Wanderung, die zu den Quellen führt: Vom Wallfahrtskirchlein Heilig Geist in Kasern wanderst du gemächlich taleinwärts Richtung Ursprung der Ahr. Der Weg schlängelt sich durch weite, offene Almböden, umgeben von hohen Gipfeln, und vermittelt ein Gefühl von echter Weite und Abgeschiedenheit.
Diese Region gehört zu den stillsten Ecken Südtirols. Hier oben, dem nördlichsten Punkt Italiens ganz nah, spürst du die raue Schönheit des Hochgebirges besonders intensiv. Steinadler kreisen, Bäche rauschen, und die Zivilisation scheint weit weg. Ideal für alle, die dem Trubel entfliehen wollen.
Kombinieren lässt sich die Tour hervorragend mit einem Besuch des Bergbaumuseums Prettau und einer Fahrt in den historischen Kupferbergwerk-Stollen. Der Klimastollen wird sogar für die Behandlung von Atemwegserkrankungen genutzt – ein Ausflug, der Wandern, Natur und ein Stück gelebte Ahrntaler Geschichte verbindet.
Rieserfernerhütte am Fuße der Gletscher
Für konditionsstarke Wanderer ist der Aufstieg zur Rieserfernerhütte ein echtes Bergerlebnis. Ausgangspunkt ist meist das Antholzer Tal oder alternativ Rein in Taufers, von wo aus du über Almböden und felsiges Gelände stetig an Höhe gewinnst. Die Schutzhütte liegt auf rund 2.790 Metern eindrucksvoll unterhalb der vergletscherten Gipfel der Rieserfernergruppe.
Der Weg ist anspruchsvoll und verlangt gute Kondition sowie Trittsicherheit, denn die letzten Passagen führen durch felsiges Hochgebirge. Belohnt wirst du mit einer grandiosen Hochgebirgskulisse, glasklaren Bergseen entlang der Route und dem Gefühl, wirklich oben angekommen zu sein.
Auf der Hütte kannst du einkehren oder sogar übernachten, um am nächsten Tag weiterzugehen oder einen der umliegenden Gipfel zu erklimmen. Diese Tour ist ein Muss für alle, die die hochalpine Seite des Ahrntals kennenlernen und sich eine sportliche Herausforderung mit unvergesslichem Panorama gönnen wollen.
Franz-Innerhofer-Weg entlang der Ahr
Wer es gemütlich mag, ist auf dem Talweg entlang der Ahr bestens aufgehoben. Der weitgehend flache Weg begleitet den Fluss durch das gesamte Tal und lässt sich in beliebige Etappen einteilen – etwa von Luttach über Steinhaus bis nach St. Johann. Da der Weg kaum Steigungen aufweist, ist er ideal für Familien mit Kinderwagen, Senioren und alle, die einfach die Seele baumeln lassen wollen.
Der Weg führt durch grüne Wiesen, an alten Bauernhöfen und Kapellen vorbei und bietet immer wieder schöne Ausblicke auf die umliegenden Berge. Die plätschernde Ahr sorgt für angenehme Frische an heißen Sommertagen, und zahlreiche Rastplätze laden zum Verweilen ein.
Entlang der Route liegen viele Gasthöfe und Cafés, sodass die Verpflegung nie ein Problem darstellt. Ein Geheimtipp ist die Kombination mit einem Halt bei einem der Hofläden, wo du frischen Bergkäse und Speck direkt vom Erzeuger kaufen kannst. Entspannter kann man das Ahrntal kaum erwandern.
Häufige Fragen
Ist das Ahrntal zum Wandern mit Kindern geeignet?
Absolut, das Ahrntal ist ein echtes Familienparadies. Entlang der Ahr verlaufen flache, teils kinderwagentaugliche Talwege, die ohne große Anstrengung zu bewältigen sind. Erlebnispfade wie der Weg zu den Reinbachfällen begeistern Kinder mit tosendem Wasser, Brücken und Stegen.
Auch die Bergstationen von Klausberg und Speikboden bieten kindgerechte Themenwege, Spielplätze und Erlebnisstationen. Rund um den Klaussee gibt es beispielsweise einen Spielbereich direkt am Wasser. So verbindet sich Wandern mit Spielen, und die Kleinen bleiben motiviert. Wichtig ist wie überall im Gebirge, auf gutes Schuhwerk, Sonnenschutz und ausreichend Verpflegung zu achten.
Kann ich im Ahrntal mit Hund wandern?
Ja, das Ahrntal ist eine sehr hundefreundliche Region, und viele Wege eignen sich hervorragend für Vierbeiner. Die Talwege entlang der Ahr und die meisten Almwanderungen sind problemlos mit Hund machbar. Bäche und schattige Waldabschnitte sorgen dafür, dass dein Hund auch an warmen Tagen genug Abkühlung findet.
Beachte allerdings, dass du dich im Naturpark Rieserferner-Ahrn bewegst, wo Rücksicht auf Wildtiere geboten ist. Auf Almen mit Weidevieh, insbesondere bei Kühen mit Kälbern, solltest du deinen Hund unbedingt an der Leine führen und ausreichend Abstand halten. Viele Hütten und Unterkünfte im Tal heißen Hunde ausdrücklich willkommen.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Ahrntal?
Die Hauptwandersaison im Ahrntal reicht von Ende Mai bis Mitte Oktober. In den unteren Lagen und auf den Talwegen kann man oft schon im Frühling loswandern, während die hochalpinen Touren und Gletscherwege erst ab Juli sicher schneefrei sind.
Der Sommer bietet üppig blühende Almwiesen und bewirtschaftete Hütten, ist aber auch die belebteste Zeit. Der Herbst hingegen ist ein Geheimtipp: klare Sicht, goldene Lärchen und angenehm kühle Temperaturen machen September und Oktober zur schönsten Wanderzeit. Achte im Frühjahr und Herbst stets auf die Wetterlage, da es in der Höhe schnell umschlagen kann.
Wie komme ich am besten ins Ahrntal?
Das Ahrntal erreichst du mit dem Auto über Bruneck im Pustertal, von wo aus die Talstraße über Sand in Taufers bis hinauf nach Kasern führt. Aus dem Norden kommst du über den Brenner, aus dem Süden über Brixen und Bruneck.
Wer öffentlich anreist, nutzt am besten den Zug bis Bruneck und steigt dort in die regelmäßig verkehrenden Linienbusse ins Ahrntal um. Das Südtiroler Nahverkehrsnetz ist gut ausgebaut, und mit der oft in Unterkünften erhältlichen Gästekarte kannst du Busse und Bahnen häufig kostenlos nutzen – ideal, um Streckenwanderungen ohne Rücktransport zu planen.
Welche Tour eignet sich für Wandereinsteiger?
Für Einsteiger empfiehlt sich der Talweg entlang der Ahr, der weitgehend flach verläuft und in beliebige kurze Etappen unterteilt werden kann. Auch der Reinbachfälle-Weg bei Sand in Taufers ist gut geeignet, da er trotz seiner Höhepunkte moderate Steigungen aufweist und regelmäßig Einkehrmöglichkeiten bietet.
Wer etwas Höhenluft schnuppern möchte, ohne stundenlang aufzusteigen, fährt mit den Bergbahnen von Klausberg oder Speikboden hinauf und wandert dort auf leichten Panoramawegen. So lässt sich das Bergerlebnis genießen, ohne die Kondition zu überfordern. Wichtig sind gute Wanderschuhe und eine ehrliche Einschätzung der eigenen Fitness.
Gibt es im Ahrntal Hütten zum Übernachten?
Ja, das Ahrntal verfügt über mehrere Schutzhütten und Almen, die eine Übernachtung ermöglichen. Die Rieserfernerhütte etwa liegt auf rund 2.790 Metern und ist ein idealer Stützpunkt für Gletscher- und Gipfeltouren. Auch weitere Almhütten bieten in der Sommersaison einfache Lager oder Zimmer an.
Für mehrtägige Touren und Übergänge zwischen den Tälern sind diese Hütten unverzichtbar. Es empfiehlt sich unbedingt, vorab zu reservieren, besonders in der Hochsaison. Denke daran, einen Hüttenschlafsack, ausreichend Bargeld und passende Kleidung mitzunehmen, da es auf den Hütten oft keine Kartenzahlung und begrenzte Ausstattung gibt.
Wie anspruchsvoll sind die Wanderungen im Ahrntal?
Das Spektrum reicht von sehr leicht bis hochalpin und anspruchsvoll. Die Talwege und viele Almwanderungen sind gemütlich und auch für ungeübte Wanderer machbar. Sie erfordern kaum technisches Können und bieten viele Rastmöglichkeiten.
Deutlich fordernder sind die Touren zu den Dreitausendern und Gletschern der Zillertaler Alpen und der Rieserfernergruppe. Hier braucht es gute Kondition, Trittsicherheit und teilweise alpine Erfahrung oder sogar Gletscherausrüstung. Achte immer auf die Wegbeschreibungen und Schwierigkeitsgrade, und wähle Touren, die zu deinem Können passen. Im Zweifel lohnt sich ein einheimischer Bergführer.
Was sollte ich für eine Bergwanderung im Ahrntal einpacken?
Zur Grundausstattung gehören feste, knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil, wetterfeste Kleidung und der berühmte Zwiebellook, denn in den Bergen kann das Wetter schnell umschlagen. Eine Regenjacke, eine warme Schicht und Sonnenschutz gehören immer in den Rucksack.
Ausreichend Wasser und ein kleiner Snack sind Pflicht, auch wenn viele Almen unterwegs zur Einkehr locken. Für höhere Touren empfehlen sich zudem Wanderstöcke, eine Karte oder Wander-App, ein kleines Erste-Hilfe-Set und ein aufgeladenes Handy. Bei Gletschertouren ist entsprechende Spezialausrüstung und alpine Erfahrung unerlässlich.
Gibt es Bergbahnen im Ahrntal?
Ja, die beiden großen Wandergebiete Klausberg bei Steinhaus und Speikboden bei Luttach sind mit modernen Kabinen- und Sesselbahnen erschlossen. Sie bringen dich bequem in Höhen von über 2.000 Metern, von wo aus zahlreiche Panoramawege und Gipfeltouren starten.
Die Bergbahnen sind vor allem für Familien und Genusswanderer ideal, da sie den mühsamen Aufstieg abkürzen und mehr Zeit für das eigentliche Bergerlebnis lassen. In der Sommersaison verkehren sie in der Regel täglich. Es lohnt sich, die aktuellen Betriebszeiten vorab zu prüfen, da diese je nach Saison variieren können.
Kann man im Ahrntal auch mehrtägige Wanderungen unternehmen?
Definitiv. Das Ahrntal ist Teil größerer Wegenetze und eignet sich hervorragend für Mehrtagestouren und Hüttenübergänge. Über die vergletscherten Gipfel der Zillertaler Alpen bestehen Verbindungen ins benachbarte Österreich, und im Naturpark Rieserferner-Ahrn lassen sich mehrere Schutzhütten zu abwechslungsreichen Rundtouren verbinden.
Wer die Einsamkeit und die hochalpine Bergwelt sucht, findet hier ideale Bedingungen für Weitwanderungen. Wichtig ist eine gute Planung: Hütten vorab reservieren, Etappen realistisch einteilen und die Wetterlage im Blick behalten. Bei Gletscherquerungen ist entsprechende Ausrüstung und Erfahrung unverzichtbar oder ein Bergführer ratsam.
Was macht das Ahrntal besonders im Vergleich zu anderen Südtiroler Tälern?
Das Ahrntal ist noch echt ursprünglich und weit weniger überlaufen als viele bekannte Südtiroler Regionen wie die Seiser Alm oder das Grödnertal. Als nördlichstes Tal Italiens liegt es abseits der großen Touristenströme, was ihm eine besondere Ruhe und Authentizität verleiht.
Hier trifft gelebte Bergbauernkultur auf hochalpine Wildnis: urige Almen, gepflegte Höfe, deftige Spezialitäten wie der Ahrntaler Graukäse und dazu die imposante Kulisse der Zillertaler Alpen. Wer stille Täler, echte Begegnungen und ein Gefühl von Ursprünglichkeit sucht, ist im Ahrntal genau richtig aufgehoben.
Ist im Ahrntal auch Winterwandern möglich?
Ja, in den Wintermonaten verwandelt sich das Ahrntal in eine ruhige Schneelandschaft, die sich hervorragend zum Winterwandern und Schneeschuhwandern eignet. Präparierte Winterwanderwege im Talboden und rund um die Bergstationen laden zu gemütlichen Touren durch die verschneite Natur ein.
Für erfahrene und gut ausgerüstete Wanderer bieten Schneeschuhtouren in die höheren Lagen unvergessliche Erlebnisse in fast unberührter Winterwelt. Dabei ist allerdings unbedingt auf die Lawinensituation zu achten, und Touren abseits gesicherter Wege sollten nur mit entsprechendem Wissen oder in geführten Gruppen unternommen werden. Die Wintersaison ergänzt das umfangreiche Skiangebot der Region.