Wandern in Adelboden-Lenk: Wo die Berner Alpen ihre schönsten Seiten zeigen
Wandern • Adelboden-Lenk

Wandern in Adelboden-Lenk: Wo die Berner Alpen ihre schönsten Seiten zeigen

Tosende Wasserfälle, weite Alpen und ein Bergpanorama, das dich nicht mehr loslässt. Schnür die Schuhe.

Wandern in Adelboden-Lenk

Morgens liegt der Nebel noch wie Watte im Talkessel, dann reisst er auf und gibt den Blick frei auf eine Kulisse, die man sich kaum kitschiger ausdenken könnte: schroffe Kalkwände, satte Alpwiesen, tosende Wasserfälle und Kühe, deren Glocken die einzige Hintergrundmusik sind, die du hier brauchst. Willkommen in Adelboden-Lenk, jenem Doppelherzen des Berner Oberlands, das zwischen dem markanten Wildstrubel und den sanften Voralpen liegt.

Adelboden und die Lenk teilen sich nicht nur eine Ferienregion, sondern auch eine ehrliche, bodenständige Bergwelt, die ohne Effekthascherei auskommt. Hier findest du keine überlaufenen Selfie-Spots, sondern echte Alpwirtschaften, wo der Käse noch im Kupferkessel reift, und Wanderwege, die dich in wenigen Schritten von der Talstation mitten hinein in eine Landschaft führen, die sich seit Generationen kaum verändert hat.

Die Engstligenfälle bei Adelboden gehören zu den mächtigsten Wasserfällen der Alpen, das Iffigfall-Gebiet bei der Lenk rauscht ihm in nichts nach. Dazwischen spannt sich ein Wegnetz von mehreren hundert Kilometern, das von gemütlichen Familienspaziergängen bis zu anspruchsvollen Gratwanderungen alles bereithält. Ob du auf blumenreichen Panoramawegen die Aussicht auf die Wildstrubelkette geniessen oder dich an einen alpinen Übergang wie den Hahnenmoospass wagen möchtest, hier findet jedes Bergbein seinen Rhythmus.

Und dann ist da noch dieses besondere Lebensgefühl: Man grüsst sich auf dem Weg, tauscht ein paar Worte über das Wetter und lässt sich im Bergrestaurant nicht hetzen. Adelboden-Lenk ist kein Ort für Eile, sondern für tiefes Durchatmen, für kalte Füsse im Bergbach und für Alpkäse, der noch nach Sommerwiese schmeckt. Wer einmal hier gewandert ist, versteht schnell, warum die Berner ihr Oberland so beharrlich für sich behalten wollen.

Topografie & Landschaft

Alpines Hochtal mit Bergketten

Höhenlage

Von 1068 m bis Wildstrubel 3243 m

Geländecharakter

Alpwiesen, Bergpfade, Fels, Geröll

Infrastruktur

Bergbahnen, Bergrestaurants, gute Beschilderung

Beste Reisezeit

Ende Mai bis Oktober

Navigation

Was Adelboden-Lenk so unverwechselbar macht

Die Engstligenfälle: Naturgewalt zum Anfassen

Wenn du zum ersten Mal vor den Engstligenfällen stehst, wird dir schnell klar, warum sie zu den eindrücklichsten Wasserfällen der Schweiz zählen. Über zwei mächtige Stufen stürzt das Wasser der Engstligen rund 370 Meter in die Tiefe, gespeist von den Schneefeldern der Engstligenalp. Vor allem im Frühsommer, wenn die Schmelze auf Hochtouren läuft, entfaltet das Naturschauspiel eine Wucht, bei der dir die Gischt bis auf den Wanderweg spritzt.

Ein steiler, gut gesicherter Weg führt entlang der Fälle hinauf zur Engstligenalp, einer weiten Hochebene auf rund 2000 Metern. Wer den Aufstieg scheut, nimmt die Luftseilbahn und geniesst die Fälle von oben. Die Engstligenfälle stehen übrigens unter Naturschutz und sind Teil des Bundesinventars der Landschaften von nationaler Bedeutung, ein Prädikat, das man den Wassermassen ohne Weiteres abnimmt.

Käse, Kühe und echte Alpkultur

Adelboden-Lenk ist Käseland durch und durch. Auf den Alpen der Region reift der berühmte Alpkäse noch nach überliefertem Handwerk, im offenen Feuer und im Kupferkessi. Viele Alpwirtschaften öffnen im Sommer ihre Türen für Wanderer und verkaufen den Käse direkt ab Hof, oft begleitet von einem Glas frischer Milch oder einem herzhaften Znüni-Teller.

Das Leben auf den Alpen ist kein Museum, sondern gelebter Alltag. Wenn im Frühsommer der Alpaufzug stattfindet, ziehen geschmückte Kühe mit klingenden Glocken auf die Sommerweiden, und im Herbst kehrt der Zug beim traditionellen Alpabzug zurück ins Tal. Wusstest du schon? Die Region gehört zu den bedeutendsten Produzenten des Berner Alpkäse AOP, dessen Herstellung streng geregelt und ohne moderne Zusätze erfolgt.

Das Simmental und seine sanfte Seite

Während Adelboden im engen Talkessel des Engstligentals liegt, öffnet sich bei der Lenk das obere Simmental in sanfteren Formen. Hier prägen stattliche Simmentaler Holzhäuser mit reich verzierten Fassaden das Ortsbild, ein Stück Baukultur, das seinesgleichen sucht. Die berühmten geschnitzten Sprüche und Rosetten an den Hausfassaden erzählen von Generationen von Zimmermannskunst.

Das Simmental ist zudem die Heimat der weltberühmten Simmentaler Rinder, jener rotbraun gescheckten Tiere, die von hier aus in alle Welt exportiert wurden. Auf einer Wanderung durch die weiten Talwiesen begegnest du ihnen mit ziemlicher Sicherheit, und wenn du Glück hast, kommt eine neugierige Kuh sogar bis an den Zaun, um dich zu begutachten.

Geheimtipp: Der Iffigsee und der Iffigfall

Etwas abseits der grossen Ströme liegt das Iffigtal oberhalb der Lenk, ein Kleinod für alle, die Ruhe suchen. Der Iffigfall donnert mit rund 90 Metern in die Tiefe, und der Weg dahinter führt weiter zum türkisblauen Iffigsee auf gut 2000 Metern, umrahmt von den schroffen Wänden des Wildhorns.

Der Iffigsee ist einer jener Bergseen, an denen man einfach sitzenbleiben möchte. Das Wasser schimmert je nach Lichteinfall smaragdgrün bis tiefblau, und mit etwas Mut lässt sich hier an heissen Sommertagen sogar ein kurzes, sehr erfrischendes Bad wagen. Nimm dir Zeit für den Weg, denn die Ruhe hier oben ist ein Geschenk.

Warum Wanderherzen hier höher schlagen

Ein Wegnetz für alle Ansprüche

Adelboden-Lenk vereint rund 300 Kilometer markierte Wanderwege, und das Schöne daran ist die Vielfalt. Vom kinderwagentauglichen Talweg entlang der Engstligen bis zur hochalpinen Gratwanderung am Wildstrubel findest du hier jede Kategorie. Die Wege sind vorbildlich signalisiert nach dem bewährten Schweizer System mit gelben Wegweisern für Wanderwege und weiss-rot-weissen Markierungen für Bergwege.

Besonders angenehm: Dank der gut ausgebauten Bergbahnen wie der Sillerenbahn, der Engstligenalp-Bahn oder der Betelbergbahn kannst du den mühsamen Aufstieg abkürzen und deine Kraft für die schönen Höhenwege sparen. So werden auch anspruchsvolle Panoramatouren für Gelegenheitswanderer erreichbar.

Panorama, das seinesgleichen sucht

Wer die Höhe gewinnt, wird mit Aussichten belohnt, die sich tief einprägen. Vom Hahnenmoospass zwischen Adelboden und der Lenk breitet sich ein Bergpanorama aus, das vom Wildstrubel über das Wildhorn bis zu den Gipfeln der Berner Hochalpen reicht. An klaren Tagen glaubt man, bis zum Horizont der halben Schweiz sehen zu können.

Die Region ist gespickt mit natürlichen Aussichtsbalkonen. Der Betelberg oberhalb der Lenk etwa bietet mit seinem Barfussweg und den Panoramaliegen ein Erlebnis für die ganze Familie, während der Blick von der Engstligenalp auf die umrahmende Bergkette zu den grossartigen Weitblicken der Alpen gehört.

Für Familien, Geniesser und Gipfelstürmer

Adelboden-Lenk hat sich einen Namen als familienfreundliche Wanderregion gemacht. Themenwege wie der Betelberg-Barfussweg, Murmeltier-Beobachtungspunkte und zahlreiche Feuerstellen entlang der Wege sorgen dafür, dass auch kleine Beine motiviert bleiben. Spielplätze bei den Bergstationen und kinderfreundliche Bergrestaurants runden das Angebot ab.

Gleichzeitig kommen ambitionierte Wanderer voll auf ihre Kosten. Der Aufstieg zum Wildstrubel, die Gratwanderungen entlang der Regionsgrenze oder die Überschreitung anspruchsvoller Pässe fordern Kondition und Trittsicherheit. Genussmenschen wiederum finden auf den zahlreichen Höhenwegen mit Bergrestaurants die perfekte Balance aus Bewegung und kulinarischem Innehalten.

Blumenpracht und Tierbeobachtung

Im Frühsommer verwandeln sich die Alpwiesen in ein Blütenmeer aus Enzian, Alpenrosen, Trollblumen und Orchideen. Botanisch Interessierte kommen vor allem im Iffigtal und rund um die Engstligenalp voll auf ihre Kosten, wo eine erstaunliche Artenvielfalt gedeiht.

Wer früh unterwegs ist, hört das Pfeifen der Murmeltiere, sieht Gämsen an den Felsflanken und mit etwas Glück kreist ein Steinadler über den Graten. Die intakte Natur der Region ist kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenten Landschaftsschutzes und einer Landwirtschaft, die im Einklang mit den Berghängen wirtschaftet.

Unterkünfte und Bergchalets in Adelboden-Lenk

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Die schönsten Wanderungen rund um Adelboden und Lenk

Engstligenfälle und Engstligenalp

Diese Wanderung ist ein Klassiker der Region und beginnt bei der Talstation Unter dem Birg im hinteren Engstligental bei Adelboden. Von hier führt der gut gesicherte Weg in engen Kehren entlang der tosenden Engstligenfälle steil bergauf. Der Weg ist teils mit Geländern und Ketten gesichert, das Rauschen des Wassers begleitet dich fast durchgehend.

Oben angekommen öffnet sich die weite Hochebene der Engstligenalp auf rund 1960 Metern, ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung, umrahmt vom Wildstrubelmassiv. Hier lohnt sich eine ausgedehnte Rast in einem der Bergrestaurants, bevor du entweder denselben Weg zurücknimmst oder bequem mit der Luftseilbahn ins Tal schwebst.

Die Tour eignet sich für konditionsstarke Wanderer mit Trittsicherheit. Der Aufstieg über die Fälle ist eindrücklich, aber steil. Wer es gemütlicher mag, fährt hinauf und geniesst die Fälle beim Abstieg. Rund 400 Höhenmeter und etwa 1,5 Stunden reine Gehzeit für den Aufstieg solltest du einplanen.

Panoramawanderung über den Hahnenmoospass

Der Hahnenmoospass auf 1957 Metern verbindet Adelboden mit der Lenk und ist einer der beliebtesten Höhenübergänge der Region. Du startest bequem mit der Sillerenbahn von Adelboden hinauf und wanderst über sanft geschwungene Alpwege zum Pass, wo sich das grosse Panorama entfaltet.

Vom Hahnenmoos bieten sich mehrere Varianten an. Der aussichtsreiche Weg führt Richtung Bühlberg und weiter hinunter zur Lenk, vorbei an Alpwirtschaften, in denen du frischen Käse verkosten kannst. Der Blick reicht über den Wildstrubel bis zum Wildhorn, und die weiten Grasrücken machen das Gehen zum reinen Genuss.

Diese Tour ist ideal für Familien und Geniesser, da sie dank Bahnunterstützung wenig Steigung erfordert und viele Einkehrmöglichkeiten bietet. Für die gesamte Überschreitung solltest du je nach Route drei bis vier Stunden einplanen. Festes Schuhwerk genügt, technische Schwierigkeiten gibt es keine.

Iffigsee-Rundwanderung von der Lenk

Diese Tour führt dich in eines der schönsten Hochtäler der Region. Von der Bushaltestelle Iffigenalp oberhalb der Lenk wanderst du zunächst am imposanten Iffigfall vorbei, der rund 90 Meter in die Tiefe stürzt, und steigst dann stetig durch das Iffigtal bergauf.

Nach dem Aufstieg erreichst du den türkisblau schimmernden Iffigsee auf etwa 2065 Metern, eingebettet in die karge Bergwelt unterhalb des Wildhorns. Der See ist ein Ort zum Verweilen, umrahmt von Felswänden und Alpweiden, an denen im Sommer die Blumen leuchten. An warmen Tagen wagen Mutige ein kurzes Bad im eiskalten Wasser.

Der Rückweg kann als Rundtour über die Wildhornhütte oder direkt zurück ins Iffigtal gestaltet werden. Die Wanderung verlangt gute Kondition und Trittsicherheit, rund 500 Höhenmeter und drei bis vier Stunden Gehzeit sind einzuplanen. Es ist eine Tour für alle, die abseits der Massen die alpine Ruhe suchen.

Betelberg Barfussweg und Blumenpfad

Vom Dorf Lenk bringt dich die Betelbergbahn hinauf zur Leiterli-Station auf rund 1950 Metern, dem Ausgangspunkt für den erlebnisreichen Barfussweg. Hier ziehst du die Schuhe aus und spürst Moos, Kieselsteine, Alperde und kühles Wasser unter den Füssen, ein sinnliches Erlebnis für Gross und Klein.

Der Weg führt über sanfte Alpwiesen, die im Frühsommer in voller Blütenpracht stehen. Enzian, Alpenrosen und Trollblumen säumen den Pfad, und immer wieder öffnet sich der Blick auf das obere Simmental und die umliegenden Gipfel. Panoramaliegen laden zum Verweilen ein.

Diese Tour ist perfekt für Familien mit Kindern und alle, die einen entspannten Tag in der Höhe verbringen möchten. Die Wege sind einfach und gut ausgebaut, ohne grosse Steigungen. Kombiniert mit einer Einkehr im Bergrestaurant Leiterli und der Rückfahrt mit der Bahn ergibt sich ein rundum gelungener Familienausflug von rund zwei bis drei Stunden.

Bunderchrinde: Alpiner Übergang für Ambitionierte

Die Bunderchrinde ist ein spektakulärer Bergübergang auf 2385 Metern und eine der lohnendsten alpinen Wanderungen rund um Adelboden. Startpunkt ist das Bergrestaurant Bonderalp oberhalb von Adelboden, das du zu Fuss oder teilweise per Bergtaxi erreichst. Von dort steigst du durch das Bunderchriz stetig bergauf.

Der Weg wird zunehmend alpin und führt über Geröll und Felspassagen bis zur schmalen Einsattelung der Bunderchrinde, von wo sich ein grandioser Tiefblick ins Kandertal und auf die umliegenden Berggipfel öffnet. Die letzten Meter zum Passeinschnitt sind steil und erfordern Trittsicherheit sowie Schwindelfreiheit.

Diese Tour richtet sich an erfahrene Bergwanderer mit guter Kondition. Rund 900 Höhenmeter und eine Gehzeit von vier bis fünf Stunden solltest du einkalkulieren. Der Abstieg kann Richtung Kandersteg erfolgen oder als Rückweg nach Adelboden gestaltet werden. Festes Bergschuhwerk und passende Ausrüstung sind Pflicht.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Wandern in Adelboden-Lenk?

Die klassische Wandersaison in Adelboden-Lenk reicht von Ende Mai bis Mitte Oktober. In den unteren Lagen und im Tal kann man oft schon früher loswandern, während die hochalpinen Routen wie die Bunderchrinde oder der Iffigsee erst ab Ende Juni schneefrei und gefahrlos begehbar sind.

Der Frühsommer besticht durch die üppige Blütenpracht auf den Alpwiesen und die maximale Wasserführung der Wasserfälle. Der Spätsommer und der frühe Herbst bieten stabile Wetterlagen, klare Fernsicht und die goldene Färbung der Berglandschaft. Wer den Alpabzug erleben möchte, plant seinen Besuch am besten für September oder Anfang Oktober.

Ist Adelboden-Lenk für Familien mit Kindern geeignet?

Absolut, die Region gehört zu den familienfreundlichsten Wandergebieten des Berner Oberlands. Es gibt zahlreiche Themen- und Erlebniswege, die speziell auf Kinder zugeschnitten sind, etwa den Barfussweg am Betelberg oder Wege mit Murmeltier-Beobachtungspunkten.

Dank der vielen Bergbahnen lassen sich anstrengende Aufstiege abkürzen, sodass auch kleinere Kinder oben starten und die schönen Höhenwege geniessen können. Viele Bergrestaurants verfügen über Spielplätze, und entlang der Wege finden sich Feuerstellen für ein gemütliches Bräteln. Achte darauf, die Touren der Kondition der Kleinsten anzupassen und genügend Pausen einzuplanen.

Kann ich mit Hund in Adelboden-Lenk wandern?

Ja, Adelboden-Lenk ist grundsätzlich sehr hundefreundlich, und die meisten Wanderwege lassen sich problemlos mit Vierbeinern begehen. Beachte jedoch, dass viele Wege durch bewirtschaftete Alpweiden mit Kühen und teilweise Mutterkuhherden führen.

Halte deinen Hund in der Nähe von Weidevieh unbedingt an der kurzen Leine und meide Wege durch Herden mit Kälbern, da Mutterkühe ihre Jungen instinktiv verteidigen. In Naturschutzgebieten wie der Engstligenalp gilt oft Leinenpflicht zum Schutz der Wildtiere und Bodenbrüter. Wasserstellen für den Hund gibt es unterwegs reichlich, viele Bergrestaurants heissen Hunde ebenfalls willkommen.

Wie erreiche ich Adelboden und die Lenk mit öffentlichen Verkehrsmitteln?

Beide Orte sind hervorragend mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen. Nach Adelboden gelangst du mit der Bahn bis Frutigen und von dort weiter mit dem Postauto. Die Lenk ist Endstation der Bahnlinie durch das Simmental und direkt per Zug erreichbar.

Vor Ort bringen dich Postautos und Ortsbusse zu den Talstationen der Bergbahnen und zu vielen Ausgangspunkten der Wanderungen. Wer mit dem ÖV anreist, ist klar im Vorteil, da die Parkplätze an beliebten Startpunkten begrenzt sein können. Mit einer Gästekarte profitierst du in vielen Unterkünften zudem von Vergünstigungen bei Bahnen und Bussen.

Welche Wanderung eignet sich für Einsteiger?

Für Einsteiger empfiehlt sich die Panoramawanderung über den Hahnenmoospass, da du mit der Sillerenbahn bequem auf Höhe fährst und danach überwiegend auf sanft geneigten Alpwegen unterwegs bist. Die Aussicht ist grandios, und der Weg ist technisch anspruchslos.

Ebenfalls ideal für den Einstieg ist der Betelberg mit seinem Barfussweg und den flachen Rundwegen rund um die Leiterli-Station. Beide Touren bieten viele Einkehrmöglichkeiten und lassen sich flexibel abkürzen. Wer die Wasserfälle sehen möchte, ohne den steilen Aufstieg zu wählen, fährt mit der Bahn zur Engstligenalp und geniesst dort ebene Wege in eindrucksvoller Kulisse.

Brauche ich für die Wanderungen spezielle Ausrüstung?

Für die meisten Talwege und einfachen Höhenwanderungen reichen feste Wander- oder Trekkingschuhe mit gutem Profil, wetterfeste Kleidung und ausreichend Wasser sowie Verpflegung. Das Bergwetter kann rasch umschlagen, daher gehören auch bei schönem Start eine Regenjacke und eine wärmende Schicht ins Gepäck.

Für alpine Touren wie die Bunderchrinde oder anspruchsvolle Gratwanderungen solltest du knöchelhohe Bergschuhe, Wanderstöcke, Sonnenschutz und eine Karte oder App dabeihaben. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier Voraussetzung. Prüfe vor jeder Tour den Wetterbericht und die aktuellen Wegverhältnisse, gerade zu Saisonbeginn können Schneefelder die Wege noch versperren.

Gibt es unterwegs genügend Einkehrmöglichkeiten?

Ja, Adelboden-Lenk ist reich an Bergrestaurants, Alpwirtschaften und Berggasthöfen, sodass du auf den meisten beliebten Routen regelmässig einkehren kannst. Besonders entlang der bahnerschlossenen Höhenwege wie am Hahnenmoos, am Betelberg oder auf der Engstligenalp findest du gute Verpflegungsstationen.

Viele Alpwirtschaften bieten zudem hausgemachten Alpkäse, Meringue mit Doppelrahm und andere regionale Spezialitäten an, oft direkt ab Hof. Bei abgelegeneren Touren wie der Iffigsee-Runde oder der Bunderchrinde solltest du dich dennoch mit ausreichend eigener Verpflegung ausstatten, da die Einkehrmöglichkeiten dort spärlicher gesät sind.

Wie schwierig sind die Wanderwege in der Region?

Das Wegnetz deckt alle Schwierigkeitsgrade ab. Gelb markierte Wanderwege sind einfach und meist gut ausgebaut, ideal für gemütliche Spaziergänge und Familien. Weiss-rot-weiss markierte Bergwege verlangen Trittsicherheit und teilweise etwas Kondition, führen aber zu den schönsten Aussichtspunkten.

Die alpinen Routen mit blauer Markierung sind erfahrenen Berggängern vorbehalten und können ausgesetzte Passagen sowie Geröllfelder enthalten. Achte immer auf die Signalisation und wähle deine Tour ehrlich nach deiner eigenen Fitness und Erfahrung. Im Zweifel fragst du im örtlichen Tourismusbüro nach aktuellen Empfehlungen und dem Zustand der Wege.

Lohnt sich der Kauf einer Bergbahn-Tageskarte?

Für Wanderer, die mehrere Auffahrten an einem Tag planen oder verschiedene Gebiete kombinieren möchten, lohnt sich eine Tages- oder Mehrtageskarte definitiv. Die Bergbahnen wie Silleren, Engstligenalp und Betelberg bringen dich schnell und schonend auf Höhe und sparen dir Kraft und Zeit.

Es gibt regionale Kombitickets, die mehrere Bahnen abdecken, sowie Vergünstigungen mit der Gästekarte, die viele Unterkünfte kostenlos ausgeben. Rechne vor dem Kauf durch, wie viele Fahrten du tatsächlich planst, denn für eine einzelne Auffahrt ist oft ein Einzelticket günstiger. Erkundige dich im Tourismusbüro nach aktuellen Angeboten.

Kann ich in Adelboden-Lenk mehrtägige Wanderungen unternehmen?

Ja, die Region eignet sich hervorragend für Mehrtagestouren und Weitwanderungen. Über die zahlreichen Alpübergänge und Pässe lassen sich Etappen zu benachbarten Tälern und Regionen verbinden, etwa Richtung Kandersteg über die Bunderchrinde oder in Richtung Wildhorngebiet.

Für Übernachtungen unterwegs bieten sich Berggasthöfe und Alphütten an. Wer die grosse alpine Runde sucht, findet Anschluss an überregionale Wanderrouten der Berner Alpen. Plane bei Mehrtagestouren die Etappen realistisch, reserviere Übernachtungen vorab und informiere dich über die Bewirtschaftungszeiten der Hütten, die meist nur im Sommer geöffnet sind.

Sind die Wasserfälle das ganze Jahr zugänglich?

Die Engstligenfälle und der Iffigfall sind vor allem während der Sommermonate in ihrer vollen Pracht zu erleben, wenn die Schneeschmelze das Wasser reichlich in die Tiefe stürzen lässt. Der gesicherte Wanderweg entlang der Engstligenfälle ist in der Regel von Frühsommer bis Herbst begehbar.

Im Winter und zu Saisonbeginn können die steilen Wege gesperrt oder wegen Schnee und Eis unpassierbar sein. Auch die zugehörigen Bergbahnen verkehren nur während der Sommersaison. Wenn du die Fälle in ihrer grössten Wucht sehen willst, kommst du am besten im Juni oder Anfang Juli, wenn die Wasserführung ihren Höhepunkt erreicht.

Wo kann ich in der Region übernachten?

Adelboden und die Lenk bieten eine grosse Bandbreite an Unterkünften, von komfortablen Ferienwohnungen über gemütliche Familienhotels bis zu charaktervollen Berggasthöfen und Wellnesshotels. Wer das Alperlebnis sucht, kann auf einigen Alpwirtschaften einfache Schlaflager finden.

Beide Orte haben lebendige Dorfzentren mit Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und guter Anbindung an die Bergbahnen. Adelboden liegt eher im engeren Bergkessel, die Lenk im breiteren Simmental. Beide eignen sich ideal als Ausgangspunkt für Wanderungen. In der Hochsaison empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung, da die Region gerade im Hochsommer und zur Herbstzeit gut ausgelastet ist.

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