Val Gardena: Wandern zwischen Sellastock, Langkofel und dem ladinischen Herz der Dolomiten
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Val Gardena: Wandern zwischen Sellastock, Langkofel und dem ladinischen Herz der Dolomiten

Steile Felsriesen, sanfte Almwiesen und ladinische Herzlichkeit – hier wird jeder Schritt zum Naturschauspiel.

Wandern im Val Gardena

Wenn am frühen Morgen die ersten Sonnenstrahlen den Langkofel in ein glühendes Orange tauchen und die Wiesen von St. Christina noch im Tau glitzern, dann versteht man, warum die Ladiner dieses Tal seit Jahrhunderten so lieben. Das Val Gardena – auf Deutsch Grödnertal – schmiegt sich zwischen einige der spektakulärsten Felsmassive der gesamten Dolomiten und wirkt dabei fast unwirklich schön.

Drei Orte prägen das Tal: das lebendige Ortisei (St. Ulrich), das idyllische St. Christina und das höchstgelegene Selva (Wolkenstein), das sich direkt an den Fuß des Sellastocks kuschelt. Über allem thronen die Riesen: Sella, Langkofel, Plattkofel und die sanft geschwungene Hochfläche der Seiser Alm, Europas größter Hochalm. Hier oben verlieren sich Wanderer stundenlang zwischen blühenden Almwiesen, während im Hintergrund die Zacken der Geislerspitzen wie eine steinerne Krone in den Himmel ragen.

Das Val Gardena ist aber nicht nur Landschaft, sondern auch Kultur. Die ladinische Sprache lebt hier im Alltag, in den Ortsnamen, in den Liedern und in der herzlichen Gastfreundschaft. Kunstvolle Holzschnitzereien, für die das Tal weltberühmt ist, findest du in jedem zweiten Schaufenster und an manch überraschender Wegkreuzung mitten im Wald.

Was das Wandern hier so besonders macht, ist die schiere Vielfalt: gemütliche Familienrunden über die Seiser Alm, kräftezehrende Klettersteige rund um die Sella, panoramareiche Höhenwege und stille Waldpfade zum Innehalten. Dank eines dichten Netzes an Liften und Hütten kommst du bequem in luftige Höhen und wirst unterwegs mit Knödeln, Kaiserschmarrn und einem Glas Lagrein belohnt. Kurz gesagt: Das Val Gardena ist ein Wanderparadies, das Herz und Waden gleichermaßen fordert – und beides reich belohnt.

Topografie & Landschaft

Alpines Hochgebirgstal

Höhenlage

1.236 m bis 3.181 m (Langkofel)

Geländecharakter

Almwiesen, Fels, Bergpfade

Infrastruktur

Bergbahnen, Hütten, gut markiert

Beste Reisezeit

Mitte Juni bis Oktober

Navigation

Das macht das Val Gardena so besonders

Die Felsriesen der Dolomiten zum Greifen nah

Kaum eine andere Region bündelt auf so kleinem Raum so viele weltberühmte Gipfel. Der Langkofel (3.181 m) und sein Nachbar, der Plattkofel, bilden die unverwechselbare Kulisse des Tals. Der massige Sellastock mit seinen senkrechten Wänden lockt Kletterer und Klettersteiggeher aus aller Welt, während die zarten Zacken der Geislerspitzen im Naturpark Puez-Geisler zu den fotogensten Motiven der Alpen zählen.

Das Faszinierende: Diese Berge stehen keineswegs in unerreichbarer Ferne. Von den Bergstationen der Seilbahnen aus stehst du bereits nach wenigen Minuten mitten in dieser Felslandschaft. Zum Sonnenuntergang, wenn das berühmte Enrosadira die Wände rosarot leuchten lässt, verstummen selbst gesprächige Wandergruppen ehrfürchtig.

Die Seiser Alm – grünes Wunder über dem Tal

Die Seiser Alm ist die größte Hochalm Europas und ein Sehnsuchtsort für jeden, der weite, sanft wellige Almlandschaften liebt. Über 50 Quadratkilometer erstrecken sich Blumenwiesen, kleine Holzhütten und stille Bäche vor der Kulisse von Schlern, Langkofel und Plattkofel. Im Frühsommer, wenn Enzian und Alpenrosen blühen, verwandelt sich das Plateau in ein natürliches Blütenmeer.

Wer glaubt, hier oben nur Ruhe zu finden, irrt keineswegs – genau das ist der Punkt. Trotz ihrer Beliebtheit bietet die Seiser Alm unzählige stille Winkel. Ein Geheimtipp: Bleib nach dem letzten Lift oben und übernachte in einer der urigen Almhütten. Der Sternenhimmel und der menschenleere Morgen sind unbezahlbar.

Ladinische Kultur und die Kunst des Schnitzens

Das Val Gardena ist eine Hochburg der ladinischen Minderheit, einer der ältesten Kulturen des Alpenraums. Die Sprache klingt melodisch und uralt, und wer genau hinhört, entdeckt sie auf Wegweisern und in Gasthäusern. Museen wie das Museum Gherdëina in Ortisei erzählen von Bräuchen, Sagen und dem harten Bergleben früherer Generationen.

Berühmt ist das Tal vor allem für seine Holzschnitzkunst. Seit dem 17. Jahrhundert entstehen hier kunstvolle Heiligenfiguren, Krippen und Skulpturen, die in die ganze Welt exportiert werden. Wusstest du schon? Viele der weltweit verkauften Weihnachtskrippenfiguren stammen ursprünglich aus dem Grödnertal.

Kulinarik zwischen Knödel und Dolce Vita

Kulinarisch sitzt du im Val Gardena zwischen zwei Welten – und profitierst von beiden. Auf der einen Seite die deftige Tiroler Küche mit Speckknödeln, Schlutzkrapfen und Kaiserschmarrn, auf der anderen die italienische Leichtigkeit mit hausgemachter Pasta, Espresso und Aperitivo in der Sonne.

Die Hütten der Region sind kulinarische Höhepunkte für sich. Viele Almwirte kochen mit regionalen Zutaten, servieren selbstgemachten Käse und Kräuterschnaps aus eigener Herstellung. Ein Geheimtipp für Genießer: die ladinischen Turtres, frittierte Teigtaschen mit Spinat oder Sauerkraut, die du auf kaum einer klassischen Speisekarte, dafür aber auf den urigen Hütten findest.

Warum Wandern im Val Gardena unvergesslich wird

Vielfalt, die jeden Wanderertyp glücklich macht

Das Val Gardena ist eines der wenigen Wandergebiete, in dem sich Anfänger und Alpinprofis gleichermaßen zu Hause fühlen. Familien mit Kinderwagen rollen entspannt über die flachen Wege der Seiser Alm, während ambitionierte Bergsteiger sich an den Klettersteigen der Sellagruppe messen. Dazwischen liegt ein riesiges Spektrum an Genusswanderungen, Panoramawegen und stillen Waldpfaden.

Besonders angenehm: Das dichte Netz an Bergbahnen nimmt dir viele Höhenmeter ab. Wer nicht stundenlang aufsteigen möchte, gondelt bequem hinauf und startet direkt auf 2.000 Metern mit Traumpanorama. Für Puristen gibt es natürlich genauso lange, schweißtreibende Aufstiege – im Val Gardena bestimmst du selbst, wie sportlich der Tag wird.

Wegequalität und Orientierung

Die Wanderwege sind hervorragend markiert und gepflegt. Rot-weiße Markierungen und nummerierte Routen des Alpenvereins führen dich zuverlässig ans Ziel, und die Beschilderung an Kreuzungen nennt meist auch die Gehzeiten. Verlaufen ist hier fast unmöglich, was das Tal auch für weniger erfahrene Wanderer entspannt macht.

Die Wege reichen vom breiten Almweg über schmale Bergpfade bis zu felsigen, versicherten Steigen. Feste Wanderschuhe mit gutem Profil sind fast überall Pflicht, denn selbst gemütliche Runden können über Wurzeln, Geröll oder feuchte Wiesen führen. Wer höher hinaus will, sollte Trittsicherheit und Schwindelfreiheit mitbringen.

Aussichtspunkte, die den Atem rauben

Kaum eine Wanderung im Val Gardena kommt ohne spektakulären Ausblick aus. Die Seceda mit ihrer schräg abfallenden Grasflanke und den dahinter aufragenden Geislerspitzen gehört zu den meistfotografierten Orten der Alpen – und ist doch jedes einzelne Foto wert. Von der Sellagruppe reicht der Blick an klaren Tagen bis zur Marmolata, dem höchsten Gipfel der Dolomiten.

Am schönsten sind die Panoramen früh am Morgen oder zur goldenen Stunde am Abend. Wer die Menschenmassen meiden will, plant seine Touren bewusst außerhalb der Mittagszeit. Dann gehören dir die Aussichtspunkte oft fast allein, und die Berge zeigen sich in ihrem schönsten Licht.

Natur pur in zwei Naturparks

Das Val Gardena grenzt gleich an zwei Naturschutzgebiete: den Naturpark Puez-Geisler und den Naturpark Schlern-Rosengarten. Hier begegnen dir mit etwas Glück Murmeltiere, Gämsen und majestätische Steinadler. Botaniker geraten angesichts der artenreichen Alpenflora ins Schwärmen.

Die Naturparks sind ideal für alle, die mehr suchen als nur den nächsten Gipfel. Auf ihren Wegen erlebst du die Dolomiten von ihrer wilden, ursprünglichen Seite – geologische Formationen, versteinerte Meeresböden und eine Ruhe, die man in der heutigen Zeit selten findet.

Unterkünfte im Val Gardena: Wohlfühlbasis zwischen den Gipfeln

Die schönsten Wanderungen im Val Gardena

Seceda-Höhenweg zur Geisler-Alm

Diese Tour beginnt bequem mit der Seceda-Seilbahn ab Ortisei, die dich auf rund 2.500 Meter bringt. Oben angekommen, stehst du direkt vor dem wohl berühmtesten Panorama der Dolomiten: die schräg abfallende Grasflanke der Seceda mit den messerscharfen Geislerspitzen im Rücken. Der Weg führt zunächst über den breiten Höhenrücken, bevor er sanft in Richtung Süden absteigt.

Über den Panoramaweg gelangst du zur Geisler-Alm, einer urigen Hütte mitten im Naturpark Puez-Geisler, wo du dich mit Kaiserschmarrn oder Kaspressknödeln stärken kannst. Von hier hast du die Geislergruppe zum Greifen nah. Der Rückweg führt über die Regensburger Hütte oder alternativ hinunter nach St. Christina, wo dich der Bus zurück ins Tal bringt.

Ideal ist diese Runde für Genusswanderer und Fotografen. Die Höhenunterschiede sind moderat, das Panorama dagegen gewaltig. Plane genug Zeit ein, denn du wirst alle paar Meter stehenbleiben und staunen wollen.

Langkofelrunde – die Umrundung des Felskolosses

Die Umrundung des Langkofels zählt zu den absoluten Klassikern des Val Gardena. Startpunkt ist das Sellajoch, das du mit dem Auto oder Bus erreichst. Von dort bringt dich die kleine Pendelbahn zur Toni-Demetz-Hütte in der Langkofelscharte – ein spektakulärer Auftakt mitten in der Felswelt.

Der Weg führt über Geröllfelder und alpine Pfade rund um das mächtige Massiv aus Langkofel und Plattkofel. Unterwegs passierst du die Langkofelhütte und die Comici-Hütte, beide perfekt für eine Rast mit Blick auf die Sellagruppe. Die Landschaft wechselt zwischen kargem Fels und grünen Almböden, während die Berge ständig ihr Gesicht verändern.

Diese Rundtour dauert je nach Tempo vier bis fünf Stunden und verlangt etwas Kondition sowie Trittsicherheit auf den steinigen Passagen. Für erfahrene Bergwanderer ist sie ein unvergessliches Erlebnis, das die Dolomiten von ihrer eindrucksvollsten Seite zeigt.

Familienwanderung über die Seiser Alm zur Saltner Schwaige

Diese entspannte Runde ist perfekt für Familien und alle, die weite Almlandschaften ohne große Anstrengung genießen möchten. Mit der Seiser-Alm-Bahn ab Ortisei gelangst du bequem auf das Hochplateau. Von der Bergstation folgst du den breiten, gut ausgeschilderten Wegen durch sanft wellige Blumenwiesen.

Vorbei an typischen Almhütten führt der Weg Richtung Schlern und den Rosszähnen, während der Langkofel dich auf der anderen Seite begleitet. Kehr in einer der zahlreichen Hütten wie der Saltner Schwaige oder der Tschötsch Alm ein, wo hausgemachte Milchprodukte und Kuchen auf dich warten.

Die Wege sind größtenteils flach und teilweise kinderwagentauglich, sodass auch die Kleinsten mitkommen können. Wer mag, verlängert die Tour bis zur Zallinger Hütte. Ein rundum sonniges, unbeschwertes Almerlebnis mit Postkartenpanorama in alle Richtungen.

Col Raiser und Regensburger Hütte im Naturpark Puez-Geisler

Ab St. Christina bringt dich die Col-Raiser-Bahn hinauf zur gleichnamigen Bergstation auf rund 2.100 Metern. Von hier startest du in eines der stillsten und schönsten Gebiete des Tals, direkt am Fuße der Geislerspitzen. Der Weg führt über sanfte Almwiesen hinein in den Naturpark Puez-Geisler.

Ziel ist die Regensburger Hütte, malerisch gelegen unterhalb der imposanten Felswände. Der Aufstieg ist moderat und lohnt sich mit einem grandiosen Blick auf Sass Rigais und Furchetta, die höchsten Gipfel der Geislergruppe. Auf der Hütte gibt es deftige Südtiroler Küche und oft die Gelegenheit, Murmeltiere zu beobachten.

Diese Halbtagestour eignet sich für alle, die Ruhe und Natur suchen, ohne extreme Höhenmeter zu bewältigen. Wer mehr Ausdauer hat, kann die Runde über den Adolf-Munkel-Weg erweitern, der als einer der schönsten Panoramawege der Dolomiten gilt.

Panoramawanderung zur Puez-Hütte

Diese anspruchsvollere Tour führt tief in den Naturpark Puez-Geisler hinein und ist etwas für konditionsstarke Wanderer. Startpunkt ist Selva, von wo du mit der Dantercepies-Bahn erste Höhenmeter überbrücken kannst. Anschließend geht es über das Grödner Joch und alpine Pfade hinauf zum Hochplateau der Puez-Gruppe.

Die Puez-Hütte liegt auf rund 2.475 Metern inmitten einer faszinierenden Karstlandschaft, die eher an eine Mondlandschaft als an die grünen Almen der Umgebung erinnert. Hier fühlst du dich fernab jeder Zivilisation, umgeben von bizarren Felsformationen und weiten, kargen Hochflächen.

Der Weg verlangt Trittsicherheit, gute Kondition und festes Schuhwerk. Als Belohnung erwartet dich eine ursprüngliche Bergwelt, in der du oft stundenlang allein unterwegs bist. Für erfahrene Wanderer, die das Echte und Wilde der Dolomiten suchen, ist diese Tour ein absolutes Highlight.

Rundweg um die Sellagruppe über die Bergbahnen

Wer wenig laufen, aber viel sehen möchte, kombiniert kurze Wanderabschnitte mit den Aufstiegshilfen rund um die Sella. Von Selva aus erreichst du über verschiedene Lifte spektakuläre Aussichtsplattformen und Höhenwege, die sich zu einer gemütlichen Genussrunde verbinden lassen.

Besonders lohnend ist der Abschnitt vom Grödner Joch in Richtung Cir-Spitzen, von wo aus du einen fantastischen Rundumblick auf Sella, Langkofel und die Marmolata hast. Unterwegs laden mehrere Hütten zum Verweilen ein, etwa die Jimmy Hütte mit ihrer sonnigen Terrasse.

Diese flexible Tour eignet sich hervorragend für Einsteiger und für Tage, an denen du das Panorama ohne große Anstrengung genießen willst. Du bestimmst selbst, wie viele Abschnitte du zu Fuß gehst und wo du dich bequem hochgondeln lässt – ein entspannter Tag mit maximaler Aussicht.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Val Gardena?

Die klassische Wandersaison im Val Gardena reicht von Mitte Juni bis Anfang Oktober. In dieser Zeit sind die meisten Bergbahnen in Betrieb, die Hütten geöffnet und die Wege schneefrei. Der Frühsommer, also Ende Juni und Juli, verwöhnt dich mit blühenden Almwiesen und satten Farben auf der Seiser Alm.

Der September gilt bei vielen Kennern als schönster Wandermonat: Die Luft ist klar, die Temperaturen angenehm und der große Sommeransturm ist vorbei. Auch die Fotomotive sind dann besonders eindrucksvoll, weil das Licht weicher wird. Im Hochsommer solltest du früh starten, um Nachmittagsgewittern zu entgehen, die in den Dolomiten durchaus häufig auftreten.

Ist Wandern mit Kindern im Val Gardena geeignet?

Absolut, das Val Gardena ist ein hervorragendes Ziel für Familien. Besonders die Seiser Alm bietet zahlreiche flache, teils kinderwagentaugliche Wege, auf denen auch die Kleinsten problemlos mitkommen. Die vielen Almhütten mit Spielplätzen, Tieren und leckerem Kuchen sorgen dafür, dass die Motivation der Kinder nicht nachlässt.

Auch die Bergbahnen sind ein großer Pluspunkt, weil sie anstrengende Aufstiege überflüssig machen und Kindern das Bergerlebnis ohne Frust ermöglichen. Viele Orte bieten zudem spezielle Themen- und Erlebniswege, etwa rund um die ladinischen Sagen. Achte einfach auf gutes Schuhwerk, ausreichend Verpflegung und wettergerechte Kleidung, dann wird der Wandertag für die ganze Familie zum Vergnügen.

Kann ich mit meinem Hund im Val Gardena wandern?

Ja, das Val Gardena ist ein sehr hundefreundliches Wandergebiet. Auf den meisten Wegen dürfen Hunde mit, und viele Hütten begrüßen Vierbeiner herzlich, oft sogar mit einem Napf frischem Wasser. Beachte jedoch, dass auf den Almen häufig Weidevieh grazt, weshalb du deinen Hund dort unbedingt an der Leine führen solltest.

In den Naturparks Puez-Geisler und Schlern-Rosengarten gilt teilweise Leinenpflicht zum Schutz der Wildtiere. Bring ausreichend Wasser mit, denn nicht überall gibt es Bäche oder Brunnen. Bei den Bergbahnen ist die Mitnahme von Hunden meist möglich, manchmal gegen einen kleinen Aufpreis und mit Maulkorbpflicht. Informiere dich vorab bei der jeweiligen Bahn.

Wie schwierig sind die Wanderungen im Val Gardena?

Das Spektrum ist enorm breit. Es gibt gemütliche Almspaziergänge, die auch Ungeübte problemlos meistern, ebenso wie anspruchsvolle Bergtouren und Klettersteige für erfahrene Alpinisten. Für jeden Fitnesslevel findet sich also die passende Route.

Einsteiger sollten sich an die gut ausgebauten Wege auf der Seiser Alm oder rund um die Bergstationen halten. Wer mehr Herausforderung sucht, wagt sich an die Langkofelrunde oder ins Puez-Gebiet, wo Trittsicherheit und Kondition gefragt sind. Grundsätzlich gilt: Plane deine Tour realistisch, achte auf die angegebenen Gehzeiten und überschätze dich in großer Höhe nicht.

Brauche ich spezielle Ausrüstung?

Für die meisten Wanderungen reichen feste Wanderschuhe mit gutem Profil, wetterfeste Kleidung und ein kleiner Rucksack mit Verpflegung völlig aus. Da das Wetter in den Dolomiten schnell umschlagen kann, gehören eine Regenjacke und eine warme Schicht auch im Sommer immer ins Gepäck.

Für höhere und anspruchsvollere Touren empfiehlt sich zusätzlich eine Kopfbedeckung gegen die intensive Höhensonne, Sonnencreme, ausreichend Wasser und Wanderstöcke für die Knie beim Abstieg. Wer Klettersteige gehen möchte, benötigt selbstverständlich ein komplettes Klettersteigset mit Helm und Gurt. Eine Karte oder eine Wander-App auf dem Smartphone ist ebenfalls hilfreich zur Orientierung.

Wie komme ich am besten ins Val Gardena?

Das Val Gardena ist gut erreichbar, sowohl mit dem Auto als auch öffentlich. Mit dem Pkw fährst du über die Brennerautobahn bis zur Ausfahrt Klausen und von dort ins Tal hinauf nach Ortisei, St. Christina und Selva. Die Fahrt durch das enger werdende Tal ist bereits ein Erlebnis für sich.

Wer öffentlich anreist, nimmt den Zug bis Bozen oder Brixen und steigt dort in den Bus ins Grödnertal um. Innerhalb der Region gibt es ein sehr gutes Busnetz, das dich zu allen Ausgangspunkten der Wanderungen bringt. Mit der Gästekarte, die viele Unterkünfte anbieten, kannst du die öffentlichen Verkehrsmittel oft kostenlos nutzen.

Lohnt sich eine Hüttenübernachtung?

Auf jeden Fall! Eine Nacht auf einer Hütte oder Almschwaige gehört zu den intensivsten Erlebnissen im Val Gardena. Wenn die Tagesgäste abgereist sind, kehrt eine besondere Ruhe ein, und du erlebst den Sonnenuntergang und den Sternenhimmel abseits jeder Lichtverschmutzung.

Besonders auf der Seiser Alm gibt es zahlreiche gemütliche Hütten, die Übernachtungen anbieten. Am nächsten Morgen bist du dann als einer der Ersten unterwegs, wenn das erste Licht die Gipfel vergoldet und die Wiesen noch menschenleer sind. Reserviere in der Hochsaison unbedingt vorab, denn die beliebtesten Hütten sind schnell ausgebucht.

Sind die Bergbahnen im Sommer in Betrieb?

Ja, die wichtigsten Bergbahnen wie die Seceda-Bahn, die Seiser-Alm-Bahn, die Col-Raiser-Bahn und die Dantercepies-Bahn laufen während der Sommersaison von etwa Mitte Juni bis Anfang oder Mitte Oktober. Sie sind ein zentraler Bestandteil des Wandererlebnisses und ersparen dir viele mühsame Höhenmeter.

Mit der Val Gardena Mobil Card oder dem Combi-Ticket kannst du mehrere Bahnen kostengünstig nutzen, was sich bei mehreren Touren schnell rechnet. Die genauen Betriebszeiten variieren je nach Bahn und Jahr, daher lohnt sich ein Blick auf die offiziellen Seiten vor der Anreise. In der Nebensaison können einzelne Bahnen wartungsbedingt geschlossen sein.

Wo bekomme ich unterwegs Verpflegung?

Das Val Gardena ist gespickt mit urigen Almhütten und Berggasthäusern, sodass du selten lange ohne Einkehrmöglichkeit unterwegs bist. Von deftigen Knödeln über hausgemachte Pasta bis hin zu Kaiserschmarrn und Apfelstrudel findest du alles, was das Wandererherz begehrt.

Viele Hütten kochen mit regionalen Produkten und servieren eigene Milchprodukte, Käse oder Kräuterschnäpse. Trotzdem solltest du für längere oder abgelegenere Touren immer etwas Wasser und einen Snack mitnehmen, denn im hochalpinen Puez-Gebiet liegen die Hütten weiter auseinander. Ein kleiner Vorrat an Traubenzucker oder Riegeln schadet nie, falls die Kräfte nachlassen.

Ist das Val Gardena auch für Anfänger geeignet?

Ja, gerade Wandereinsteiger fühlen sich hier sehr wohl. Dank der Bergbahnen musst du keine kräftezehrenden Aufstiege bewältigen und startest direkt in luftiger Höhe auf gut markierten, sanften Wegen. Die Seiser Alm ist der ideale Einstieg, weil die Wege weitgehend eben und bestens ausgeschildert sind.

Wichtig ist, dass du deine Touren realistisch planst und mit kürzeren Runden beginnst, um ein Gefühl für die Höhe und das Gelände zu bekommen. Steigere dich langsam und wähle Routen mit vielen Einkehrmöglichkeiten. So sammelst du erste Bergerfahrung ganz entspannt und kannst dich mit wachsender Sicherheit an anspruchsvollere Wege herantasten.

Wie ist das Wetter in den Dolomiten?

Das Bergwetter im Val Gardena kann wechselhaft sein und sich innerhalb kurzer Zeit ändern. Vormittags herrscht im Sommer oft strahlender Sonnenschein, während sich am Nachmittag Quellwolken bilden und Gewitter aufziehen können. Deshalb gilt die goldene Regel: früh starten und rechtzeitig wieder absteigen.

Prüfe vor jeder Tour den aktuellen Wetterbericht, den es speziell für die Dolomiten gibt. In der Höhe ist es zudem deutlich kühler als im Tal, und Wind kann die gefühlte Temperatur stark senken. Mit dem Zwiebelprinzip und einer wetterfesten Jacke bist du für alle Situationen gerüstet und musst dir auch bei einem Wetterumschwung keine Sorgen machen.

Kann ich im Val Gardena mehrtägige Touren machen?

Ja, das Val Gardena ist ein idealer Ausgangspunkt für mehrtägige Wanderungen. Der berühmte Dolomiten-Höhenweg Nr. 2 führt unter anderem durch die Region, und auch die Umrundung der Sellagruppe lässt sich als mehrtägige Hüttentour gestalten. Das dichte Netz an bewirtschafteten Hütten macht das Reisen von Etappe zu Etappe komfortabel.

Für Mehrtagestouren solltest du deine Übernachtungen vorab reservieren, besonders in der Hauptsaison. Ein leichter Rucksack, gute Kondition und Trittsicherheit sind Voraussetzung. Die Belohnung ist ein unvergleichliches Naturerlebnis, bei dem du die Dolomiten in ihrer ganzen Weite und Stille erlebst und dem Alltag für einige Tage komplett entfliehst.

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