Val Ferret: Wandern im Schatten des Mont Blanc-Massivs
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Val Ferret: Wandern im Schatten des Mont Blanc-Massivs

Grüne Almen, tosende Bäche und die vergletscherten Riesen des Mont-Blanc-Massivs zum Greifen nah - hier bekommt Bergsehnsucht ein Gesicht.

Val Ferret: Wandern am Mont Blanc

Wenn du morgens aus dem Zelt oder vom Fenster einer Almhütte blickst und die ersten Sonnenstrahlen die Eisflanken der Grandes Jorasses in glühendes Rosa tauchen, verstehst du sofort, warum das Val Ferret zu den eindrucksvollsten Tälern der gesamten Alpen zählt. Dieses stille Seitental im äußersten Nordwesten des Aostatals liegt direkt an der italienischen Südseite des Mont-Blanc-Massivs und öffnet einen Logenplatz auf eine der spektakulärsten Bergkulissen Europas.

Das Val Ferret beginnt oberhalb von Courmayeur und zieht sich sanft ansteigend Richtung Nordosten, vorbei an saftig grünen Weiden, klaren Gebirgsbächen und Lärchenwäldern, bis der Blick immer wieder an schroffen Granitnadeln, Gletscherzungen und schneebedeckten Gipfeln hängen bleibt. Über allem thronen die Grandes Jorasses, das Dent du Géant und der mächtige Mont Blanc selbst, dessen italienischer Name Monte Bianco hier ganz selbstverständlich fällt.

Was dieses Tal so besonders macht, ist die Mischung aus Wildheit und Zugänglichkeit. Du musst kein Alpinist sein, um dich hier ehrfürchtig zu fühlen. Ein gemütlicher Talweg entlang der Doire genügt, damit dir die Berge den Atem rauben. Gleichzeitig führen anspruchsvolle Steige hinauf zu Hütten wie dem Rifugio Bonatti, wo Fernwanderer der berühmten Tour du Mont Blanc einkehren.

Kulinarisch trifft hier die herzhafte Küche des Aostatals auf französisches Savoir-vivre: Fontina-Käse, deftige Polenta, ein Glas Genepy als Absacker. Und trotz der Nähe zum mondänen Courmayeur bleibt das Val Ferret erstaunlich ursprünglich, fast familiär. Wer Ruhe, große Panoramen und echtes Bergfeeling sucht, ist hier goldrichtig.

Topografie & Landschaft

Alpines Hochgebirgstal

Höhenlage

Talboden 1500 m, Col Ferret 2537 m

Geländecharakter

Almwege, Steige, Geröllpfade

Infrastruktur

Hütten, Almrestaurants, Talshuttle

Beste Reisezeit

Ende Juni bis Anfang Oktober

Navigation

Was das Val Ferret so besonders macht

Die Bergkulisse des Monte Bianco

Das Val Ferret ist einer der wenigen Orte, an denen du das Mont-Blanc-Massiv von seiner italienischen, weit weniger überlaufenen Südseite erlebst. Statt der bekannten Postkartenansicht aus Chamonix siehst du hier die dramatischen Ostwände: die Grandes Jorasses mit ihrer berüchtigten Nordwand, das spitze Dent du Géant und die zerklüfteten Gletscher, die sich bis fast ins Tal hinabschieben.

Besonders eindrucksvoll ist das Wechselspiel des Lichts. Am frühen Morgen liegt das Tal noch im Schatten, während die Gipfel bereits glühen. Wer eine der höher gelegenen Hütten ansteuert, wird mit einem Panorama belohnt, das man nicht so schnell vergisst. Fotografen finden hier zu jeder Tageszeit neue Perspektiven, und selbst erfahrene Alpenkenner geraten regelmäßig ins Staunen.

Almwirtschaft und alpine Kulinarik

Das Val Ferret lebt bis heute von der Almwirtschaft. Im Sommer grasen Kühe auf den Hochweiden, und aus ihrer Milch entsteht der berühmte Fontina, ein würziger Halbhartkäse mit geschützter Herkunftsbezeichnung. In den urigen Rifugi und Alphütten bekommst du deftige Bergküche serviert: geschmolzene Fontina auf Polenta, Speck, Bergkäse und dazu ein kräftiges Roggenbrot.

Ein besonderes Erlebnis ist die Einkehr im Rifugio Bonatti, benannt nach dem legendären Bergsteiger Walter Bonatti. Hier sitzt du auf der Sonnenterrasse, blickst auf die Grandes Jorasses und lässt dir hausgemachte Gerichte schmecken. Als Absacker gehört ein Glas Genepy dazu, der aus alpinen Kräutern gebrannte Likör, der im ganzen Aostatal Kultstatus genießt.

Ruhe abseits des Trubels

Obwohl das mondäne Courmayeur nur einen Katzensprung entfernt ist, wirkt das Val Ferret wie eine andere Welt. Autos dürfen im Sommer nur bis zu einem bestimmten Punkt fahren, danach übernimmt ein kleiner Shuttlebus - das hält das Tal angenehm ruhig und die Luft klar.

Wer früh morgens oder am späten Nachmittag unterwegs ist, hat die Wege oft fast für sich allein. Murmeltiere pfeifen von den Hängen, Bäche rauschen, und manchmal kreist ein Steinadler über den Graten. Diese Ursprünglichkeit ist das eigentliche Geschenk des Tals.

Wusstest du schon?

Das Val Ferret ist ein zentraler Abschnitt der weltberühmten Tour du Mont Blanc, jener rund 170 Kilometer langen Fernwanderung, die den gesamten Mont-Blanc-Kreis in drei Ländern - Frankreich, Italien und der Schweiz - umrundet. Wer hier wandert, teilt sich die Wege also mit Fernwanderern aus aller Welt.

Ein Geheimtipp: Das Tal war Drehort für zahlreiche Alpinfilme und diente wegen seiner nahezu unberührten Kulisse immer wieder als Kulisse für Dokumentationen. Kein Wunder, denn kaum ein anderes Tal bietet einen so direkten Blick auf so viele Viertausender auf einmal.

Wanderparadies zwischen Gletschern und Almen

Panoramawandern der Extraklasse

Das Val Ferret ist für Wanderer ein wahres Fest, weil hier fast jeder Schritt mit einem großen Panorama belohnt wird. Der klassische Höhenweg entlang der westlichen Talseite, der sogenannte Balkonweg, führt auf halber Höhe durch Lärchenwälder und über Almwiesen - und die ganze Zeit hast du die vergletscherte Kette des Mont-Blanc-Massivs direkt vor der Nase.

Anders als in vielen anderen Alpentälern musst du hier nicht stundenlang durch Wald stapfen, bevor sich der Blick öffnet. Schon vom Talboden aus siehst du Gletscher und Gipfel, und je höher du steigst, desto überwältigender wird die Aussicht. Das macht das Val Ferret ideal für alle, die maximale Landschaft bei überschaubarer Anstrengung erleben wollen.

Für jede Kondition das Richtige

Das Schöne am Val Ferret ist die Bandbreite. Familien mit Kindern spazieren gemütlich über die flachen Talwege entlang der Doire, vorbei an Picknickplätzen und kleinen Kapellen. Genusswanderer nehmen den Balkonweg mit moderater Steigung. Und wer Ambitionen hat, steigt hinauf zu Hütten und Pässen wie dem Col Ferret an der Schweizer Grenze.

Die Wegequalität ist durchweg hoch. Die Pfade sind gut markiert, viele gehören zum Netz der Tour du Mont Blanc und werden entsprechend gepflegt. Wegweiser mit Gehzeiten stehen an allen wichtigen Verzweigungen, sodass du dich auch ohne perfekte Ortskenntnis gut orientieren kannst.

Naturerlebnisse und Tierwelt

Wer mit offenen Augen wandert, entdeckt im Val Ferret eine erstaunliche Vielfalt. Murmeltiere sind allgegenwärtig und lassen sich mit etwas Geduld gut beobachten. In den höheren Lagen leben Gämsen und Steinböcke, und über den Felswänden ziehen Steinadler ihre Kreise. Im Frühsommer verwandeln sich die Almen in ein Blütenmeer aus Enzian, Alpenrosen und Arnika.

Die Gletscher, die vom Massiv herabreichen, sind nicht nur optisch beeindruckend, sondern speisen die zahlreichen Bäche und Wasserfälle des Tals. Das Rauschen des Wassers begleitet dich fast überall und macht das Wandern hier zu einem echten Sinneserlebnis.

Die schönsten Aussichtspunkte

Ein Muss ist die Terrasse des Rifugio Bonatti, von der aus sich das gesamte Massiv wie ein Amphitheater vor dir aufbaut. Auch der Aufstieg zum Col Ferret lohnt sich, denn von der Passhöhe blickst du zurück ins italienische Tal und voraus ins Schweizer Val Ferret - zwei Länder, ein Panorama.

Für Frühaufsteher ist der Sonnenaufgang über den Grandes Jorasses ein Erlebnis, das jede verlorene Stunde Schlaf wert ist. Wer die Wanderung entsprechend plant und in einer Hütte übernachtet, erlebt das Tal in einem magischen Licht, das den meisten Tagesgästen verborgen bleibt.

Unterkünfte & Berghütten im Val Ferret

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Die schönsten Wanderungen im Val Ferret

Balkonweg zum Rifugio Bonatti

Diese Tour gehört zu den absoluten Klassikern des Val Ferret und ist Teil der Tour du Mont Blanc. Startpunkt ist meist die Bushaltestelle bei Lavachey oder Arnouvaz im hinteren Talteil. Von dort steigst du in Serpentinen durch Almwiesen hinauf, bis du den panoramareichen Höhenweg erreichst, der auf rund 2000 Metern die westliche Talflanke entlangführt.

Das Ziel, das auf 2025 Metern gelegene Rifugio Bonatti, ist einer der schönsten Aussichtsplätze der gesamten Alpen. Von der Sonnenterrasse blickst du direkt auf die Grandes Jorasses, das Dent du Géant und die Gletscher des Mont-Blanc-Massivs. Die Hütte selbst ist gemütlich und bekannt für ihre gute Küche.

Die Wanderung eignet sich gut für konditionell fitte Genusswanderer. Insgesamt solltest du für die Rundtour rund vier bis fünf Stunden einplanen. Der Weg ist bestens markiert und wird von Fernwanderern aus aller Welt begangen, sodass du unterwegs internationale Bergluft schnupperst.

Aufstieg zum Col Ferret an der Grenze

Der Col Ferret auf 2537 Metern markiert die Grenze zwischen Italien und der Schweiz und ist ein lohnendes Ziel für ambitionierte Wanderer. Vom Talschluss bei Arnouvaz führt der Weg stetig ansteigend durch Weideland und über Geröllfelder hinauf zur Passhöhe, immer entlang der Route der Tour du Mont Blanc.

Oben angekommen, öffnet sich der Blick in gleich zwei Länder: hinter dir das italienische Val Ferret mit seinen Gletschern, vor dir das grüne Schweizer Val Ferret Richtung La Fouly. Bei klarem Wetter reicht die Sicht weit hinein ins Wallis.

Die Tour verlangt eine gute Grundkondition und Trittsicherheit, vor allem im oberen Bereich. Für Auf- und Abstieg solltest du fünf bis sechs Stunden einplanen. Wer möchte, kombiniert die Passüberquerung mit einer Übernachtung im schweizerischen Rifugio Elena oder kehrt über denselben Weg zurück.

Talwanderung entlang der Doire von Planpincieux

Diese entspannte Route ist ideal für Familien, Einsteiger und alle, die die grandiose Kulisse ohne große Höhenmeter genießen wollen. Vom Weiler Planpincieux folgst du dem sanft ansteigenden Talweg entlang des glasklaren Bergbachs Doire de Ferret Richtung Lavachey.

Der Weg führt über weite Almwiesen, vorbei an urigen Steinhäusern und kleinen Kapellen. Immer wieder gibt der Blick nach oben die Gletscherzunge des Glacier de Planpincieux und die imposanten Grandes Jorasses frei. Zahlreiche Rastplätze und Bänke laden zum Verweilen ein.

Die reine Gehzeit beträgt je nach Umkehrpunkt ein bis drei Stunden, und der Rückweg lässt sich bequem mit dem Talshuttle abkürzen. Unterwegs gibt es mehrere Almrestaurants, in denen du dich mit Polenta und Fontina stärken kannst. Eine perfekte Tour für einen genussvollen, unbeschwerten Wandertag.

Rundweg zum Lac de Combal und Miage-Gletscher

Etwas weiter westlich, im benachbarten Val Veny bei Courmayeur, das sich hervorragend mit dem Val Ferret verbinden lässt, liegt eine der eindrucksvollsten Tageswanderungen der Region. Vom Parkplatz am Lac de Combal steigst du zunächst über Serpentinen hinauf und wanderst entlang des mächtigen Moränenwalls des Miage-Gletschers.

Highlight der Tour sind die kleinen, oft milchig-türkis schimmernden Gletscherseen am Fuße der Aiguille Noire de Peuterey. Der Kontrast zwischen dem grauen Gletschereis, dem blauen Wasser und den grünen Almen ist einzigartig und macht diese Runde zu einem echten Fotomotiv.

Die Wanderung dauert rund vier bis fünf Stunden und verlangt Trittsicherheit auf teils steinigem Gelände. Wer den Blick vom Rifugio Elisabetta genießen möchte, verlängert die Tour entsprechend. Für Bergliebhaber mit Sinn für Hochgebirgslandschaften ist diese Runde ein absolutes Muss.

Rifugio Elena und Blick auf den Pré-de-Bar-Gletscher

Diese Tour führt zu einem der schönsten Gletscherblicke des Tals. Vom Talschluss bei Arnouvaz wanderst du auf gut angelegtem Weg hinauf zum Rifugio Elena auf 2062 Metern, das direkt gegenüber dem beeindruckenden Pré-de-Bar-Gletscher liegt.

Der Gletscher schiebt sich in eleganten Windungen zu Tal und bildet mit seinen Séracs und Eisbrüchen ein faszinierendes Naturschauspiel. Von der Terrasse der Hütte kannst du das Eis quasi zum Greifen nah beobachten, während im Hintergrund die Grate Richtung Mont Dolent aufragen.

Die Wanderung ist moderat und in rund drei bis vier Stunden hin und zurück gut machbar, was sie auch für weniger geübte Bergwanderer attraktiv macht. Wer möchte, kombiniert den Besuch der Hütte mit dem Aufstieg zum nahen Col Ferret und macht so einen längeren, abwechslungsreichen Wandertag daraus.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Val Ferret?

Die ideale Wandersaison im Val Ferret reicht von Ende Juni bis Anfang Oktober. In dieser Zeit sind die Wege weitgehend schneefrei, die Hütten geöffnet und der Talshuttle in Betrieb.

Der Hochsommer im Juli und August bietet die stabilsten Bedingungen und die längsten Tage, ist aber auch die Zeit mit den meisten Wanderern, da die Tour du Mont Blanc dann Hochsaison hat. Wer es ruhiger mag, wählt den September: Das Wetter ist oft noch stabil, die Lärchen beginnen sich golden zu färben, und die Wege sind deutlich leerer. Im Frühsommer kann in höheren Lagen noch Altschnee liegen, weshalb du dich vorab über die Verhältnisse informieren solltest.

Ist das Val Ferret zum Wandern mit Kindern geeignet?

Ja, das Val Ferret ist ein ausgezeichnetes Ziel für Familien. Vor allem die flachen Talwege entlang der Doire zwischen Planpincieux und Lavachey eignen sich hervorragend für Kinder, weil sie kaum Höhenmeter aufweisen und viel zu entdecken bieten.

Kinder freuen sich über die Murmeltiere an den Hängen, die klaren Bäche zum Spielen und die weiten Almwiesen zum Picknicken. Der Talshuttle ermöglicht es zudem, Wanderungen flexibel abzukürzen, wenn kleine Beine müde werden. Für längere oder höhere Touren wie den Col Ferret sollten Kinder allerdings schon etwas geübt und ausdauernd sein. Insgesamt bietet das Tal eine tolle Mischung aus einfachen Familienrouten und anspruchsvolleren Optionen für ältere Kinder und Jugendliche.

Darf ich meinen Hund mitnehmen?

Grundsätzlich ist das Wandern mit Hund im Val Ferret möglich und beliebt. Auf den meisten Wegen sind Hunde erlaubt, sollten aber wegen der frei weidenden Kühe, Schafe und der Wildtiere unbedingt an der Leine geführt werden.

Besonders während der Almsaison ist Rücksicht gefragt, denn manche Herden werden von Herdenschutzhunden bewacht. Halte in solchen Fällen Abstand und leine deinen Hund konsequent an. In den Berghütten sind Hunde nicht überall willkommen, weshalb du im Zweifel vorab anrufen solltest. Ausreichend Wasser für den Vierbeiner ist meist kein Problem, da entlang der Wege viele Bäche fließen. Mit etwas Rücksichtnahme wird die Wanderung für Mensch und Hund zum Genuss.

Wie komme ich ins Val Ferret und gibt es Parkmöglichkeiten?

Das Val Ferret erreichst du am besten über Courmayeur, das über den Mont-Blanc-Tunnel aus Frankreich oder über die Autobahn aus Aosta gut angebunden ist. Von Courmayeur führt eine Straße ins Tal hinein.

Im Sommer ist der obere Talabschnitt für den privaten Autoverkehr gesperrt, um das Tal ruhig und die Luft sauber zu halten. Stattdessen fährt ein regelmäßiger Talshuttle die wichtigsten Wanderausgangspunkte wie Planpincieux, Lavachey und Arnouvaz an. Parkplätze findest du am Talanfang, teils kostenpflichtig. Es lohnt sich, früh anzureisen, da die Parkflächen in der Hochsaison schnell voll sind. Der Shuttle ist eine praktische und umweltfreundliche Lösung, um flexibel zu wandern.

Muss ich für die Wanderungen alpine Erfahrung haben?

Das hängt stark von der gewählten Tour ab. Für die gemütlichen Talwanderungen entlang der Doire brauchst du keine besondere Erfahrung, hier genügen normale Fitness und feste Schuhe.

Für Touren wie den Balkonweg zum Rifugio Bonatti solltest du bereits eine gewisse Grundkondition und Trittsicherheit mitbringen. Anspruchsvollere Ziele wie der Col Ferret oder die Gletscherrunden erfordern gute Ausdauer, sicheres Gehen auf steinigem Gelände und eine solide Wanderausrüstung. Hochalpine oder gletscherbezogene Aktivitäten abseits der markierten Wege sollten nur mit Bergführer unternommen werden. Für die meisten klassischen Wanderungen im Tal reicht jedoch normale Bergerfahrung völlig aus.

Gibt es unterwegs Einkehrmöglichkeiten?

Ja, das Val Ferret ist erfreulich gut mit Hütten und Almrestaurants versorgt. Entlang des Talwegs findest du mehrere Alphütten und Restaurants, die regionale Spezialitäten wie Polenta mit Fontina, Speck und hausgemachte Kuchen anbieten.

Höher gelegene Rifugi wie das Rifugio Bonatti oder das Rifugio Elena laden zur Einkehr mit grandiosem Panorama ein und bieten oft auch Übernachtungsmöglichkeiten. In der Hochsaison sind die Hütten meist täglich geöffnet, in den Randzeiten empfiehlt sich ein Anruf vorab. Trotz der guten Versorgung solltest du bei längeren Touren immer ausreichend Wasser und einen kleinen Proviant dabei haben, denn zwischen den Einkehrmöglichkeiten kann es durchaus längere Strecken geben.

Kann ich im Val Ferret die Tour du Mont Blanc wandern?

Absolut, das Val Ferret ist ein zentraler Abschnitt der berühmten Tour du Mont Blanc, kurz TMB. Diese rund 170 Kilometer lange Fernwanderung umrundet das gesamte Mont-Blanc-Massiv und führt durch Frankreich, Italien und die Schweiz.

Der italienische Abschnitt verläuft über den Balkonweg des Val Ferret und weiter über den Col Ferret in die Schweiz. Du kannst also einen Teil der TMB als Tagesetappe erwandern oder die komplette Runde in etwa sieben bis elf Tagen absolvieren. Entlang der Route stehen Hütten zur Verfügung, in denen du übernachten und dich verpflegen kannst. Für die gesamte Tour empfiehlt sich eine gute Vorbereitung sowie eine rechtzeitige Reservierung der Hüttenplätze in der Hochsaison.

Welche Ausrüstung brauche ich?

Für die meisten Wanderungen im Val Ferret solltest du knöchelhohe, gut profilierte Wanderschuhe, wetterfeste Kleidung und einen Regenschutz einpacken. Das Wetter im Hochgebirge kann schnell umschlagen, deshalb gehört auch eine warme Schicht ins Gepäck, selbst im Sommer.

Sonnenschutz ist wegen der Höhenlage besonders wichtig: Sonnencreme, Sonnenbrille und Kopfbedeckung sollten nicht fehlen. Nimm ausreichend Wasser und etwas Proviant mit, auch wenn es unterwegs Hütten gibt. Wanderstöcke sind bei steileren Auf- und Abstiegen eine große Hilfe. Wer höhere Touren plant, sollte zusätzlich eine Karte oder GPS sowie eine kleine Erste-Hilfe-Ausrüstung dabeihaben. Mit dieser Grundausstattung bist du für die allermeisten Situationen bestens gerüstet.

Wie hoch liegt das Val Ferret?

Der Talboden des Val Ferret liegt auf einer Höhe von etwa 1500 bis 1700 Metern, sodass du bereits am Ausgangspunkt der Wanderungen von echter Bergluft umgeben bist. Die Hütten und Wanderziele befinden sich meist zwischen 2000 und 2500 Metern.

Der höchste Punkt der klassischen Wanderungen ist der Col Ferret auf 2537 Metern. Die umliegenden Gipfel des Mont-Blanc-Massivs reichen weit darüber hinaus: Der Mont Blanc selbst misst 4808 Meter, die Grandes Jorasses über 4200 Meter. Wegen der Höhenlage solltest du dich an das Klima anpassen und deine Touren nicht zu ambitioniert planen, wenn du nicht an Höhe gewöhnt bist. Der Körper braucht ein wenig Zeit, um sich einzustellen.

Gibt es Übernachtungsmöglichkeiten direkt im Tal?

Ja, im Val Ferret findest du eine Auswahl an Unterkünften, die vom einfachen Berggasthof bis zur klassischen Alpenhütte reichen. In den kleinen Weilern wie Planpincieux und Lavachey gibt es gemütliche Pensionen und Hotels mit Bergblick.

Für ein besonderes Erlebnis empfiehlt sich die Übernachtung in einem der Rifugi wie dem Rifugio Bonatti oder dem Rifugio Elena, wo du den Sonnenuntergang und -aufgang über den Gletschern hautnah erlebst. Wer mehr Komfort und Auswahl sucht, findet im nahen Courmayeur zahlreiche Hotels aller Kategorien und ist trotzdem in wenigen Minuten im Tal. In der Hochsaison ist eine frühzeitige Reservierung dringend zu empfehlen, da die begehrten Plätze schnell ausgebucht sind.

Ist das Val Ferret auch für ältere Wanderer geeignet?

Durchaus. Das Val Ferret bietet eine große Bandbreite an Wegen, sodass auch ältere oder weniger trainierte Wanderer voll auf ihre Kosten kommen. Die flachen Talwege entlang der Doire sind bequem begehbar und trotzdem landschaftlich spektakulär.

Dank des Talshuttles lassen sich Wanderungen individuell verkürzen, sodass du dir die Strecke ganz nach deiner Tagesform einteilen kannst. Für die höheren Touren ist eine gewisse Grundfitness nötig, doch auch hier gibt es moderate Varianten mit gemäßigter Steigung. Wichtig ist, das eigene Tempo zu wählen und ausreichend Pausen einzuplanen. Mit der richtigen Tourenauswahl ist das Val Ferret ein wunderbares Ziel für Bergfreunde jeden Alters.

Wie sind die Wetterbedingungen im Tal?

Das Wetter im Val Ferret ist typisch alpin und kann sich rasch ändern. Sonnige Morgen können in Nachmittagsgewitter umschlagen, weshalb es sich lohnt, längere Touren früh zu starten und rechtzeitig wieder abzusteigen.

Aufgrund der Höhenlage und der Nähe zu den Gletschern ist es hier oft kühler als im Tal von Aosta, selbst im Hochsommer sind die Nächte frisch. Ein Blick auf den aktuellen Bergwetterbericht vor der Tour ist immer ratsam. Bei stabilem Hochdruckwetter erlebst du glasklare Fernsichten auf das gesamte Massiv, während aufziehende Wolken das Tal in eine mystische Stimmung tauchen können. Flexibilität und gute Ausrüstung sind hier der Schlüssel zu einem gelungenen Wandertag.

Kann ich das Val Ferret gut mit anderen Tälern kombinieren?

Ja, das Val Ferret lässt sich hervorragend mit dem benachbarten Val Veny kombinieren, das ebenfalls von Courmayeur aus erreichbar ist und die westliche Flanke des Mont-Blanc-Massivs erschließt. Beide Täler zusammen ergeben ein grandioses Wandergebiet.

Wer mehr Zeit hat, kann über den Col Ferret ins schweizerische Val Ferret Richtung La Fouly wandern und so gleich zwei Länder erleben. Auch das restliche Aostatal mit seinen Burgen, Weinbergen und weiteren Seitentälern lohnt einen Abstecher. Von Courmayeur aus bist du zudem schnell in Chamonix auf der französischen Seite. Das Val Ferret ist somit ein idealer Ausgangspunkt für eine ganze Bergwanderreise rund um den Mont Blanc.

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