Alpine Täler und Almen
Salzburger Almenweg Pongau: Radfahren zwischen Almhütten, Gipfelpanoramen und knusprigem Kaiserschmarrn
Radfahren am Salzburger Almenweg
Stell dir vor, du kurbelst durch ein grünes Meer aus Wiesen, links leuchten die schroffen Felszacken der Berge, rechts glänzt ein Bach in der Morgensonne, und irgendwo läutet eine Kuhglocke, als wollte sie dir sagen: Willkommen im Pongau, nimm dir Zeit. Der Salzburger Almenweg ist eigentlich als legendärer Weitwanderweg über 120 Almen bekannt – doch die Region rundherum ist auch für Radfahrer ein wahres Fest. Zwischen den Tälern von Wagrain, Großarl, St. Johann und dem Gasteinertal warten Radrouten, die von entspannt bis herausfordernd alles bieten, was das Bikerherz begehrt.
Der Pongau, im Herzen des Salzburger Landes gelegen, ist eine Landschaft der Kontraste. Sanfte Talwege folgen glasklaren Gebirgsbächen, während sich die Straßen und Forstwege in serpentinenreichen Anstiegen zu den Almen hinaufschrauben. Oben angekommen belohnt dich nicht nur ein Panorama, das dir kurz die Sprache verschlägt, sondern auch eine deftige Brettljause und ein kühles Getränk auf der Sonnenterrasse. Genau diese Mischung aus sportlicher Herausforderung und genussvoller Belohnung macht das Radfahren hier so besonders.
Ob du gemütlich mit der Familie am Talradweg entlangrollst, dich als E-Biker die Almstraßen hinaufsummst oder als ambitionierter Rennradfahrer die berühmten Passstraßen erklimmst – der Pongau nimmt dich, wie du bist. Die Region ist bestens erschlossen, die Einheimischen herzlich und der Kaiserschmarrn auf den Almen einfach unschlagbar. Hier verschmelzen alpines Naturerlebnis, gelebte Tradition und moderne Rad-Infrastruktur zu einem Erlebnis, das lange nachklingt.
Pack also die Radhose ein, öl die Kette und lass dich vom Duft der Almwiesen und dem Klang der Glocken durch eine der schönsten Ecken Österreichs tragen. Der Salzburger Almenweg Pongau wartet – und er ist deutlich vielseitiger, als du vielleicht denkst.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
600 bis über 1.700 m Almhöhe
Geländecharakter
Asphalt, Almstraßen, Schotterwege
Infrastruktur
Sehr gut ausgebaut, viele Hütten
Beste Reisezeit
Ende Mai bis Anfang Oktober
Was den Pongau rund um den Almenweg so besonders macht
Almen, Hütten und gelebte Tradition
Der Salzburger Almenweg verbindet über 120 bewirtschaftete Almen, und viele davon liegen an oder in Reichweite von Radrouten. Hier wird Almwirtschaft nicht als Museumsattraktion inszeniert, sondern jeden Sommer tatsächlich gelebt. Die Sennerinnen und Senner käsen, buttern und bewirten Gäste mit einer Selbstverständlichkeit, die dich sofort ankommen lässt. Wenn du deine müden Beine auf einer Almbank ausstreckst und in einen frisch aufgeschnittenen Bergkäse beißt, verstehst du schnell, warum die Menschen hier so an ihren Bergen hängen.
Besonders schön ist, dass die Almen unterschiedlichste Charaktere haben. Manche sind urig-klein mit rußgeschwärzten Stuben, andere haben sonnige Panoramaterrassen, auf denen sich das halbe Tal überblicken lässt. Fast überall gilt: Die Portionen sind großzügig, die Preise fair und der Ausblick inklusive. Ein Tipp für Genießer – frag nach dem hausgemachten Almkäse oder dem Schnaps aus eigener Herstellung, dann bekommst du garantiert eine Geschichte gratis dazu.
Wagrain, Großarl und das Tal der Täler
Das Großarltal trägt nicht umsonst den Beinamen Tal der Almen – nirgendwo in den Alpen gibt es auf so engem Raum so viele bewirtschaftete Almen. Für Radfahrer bedeutet das: an fast jeder Ecke lockt eine Einkehr. Wagrain wiederum ist ein sportliches Zentrum mit hervorragender Infrastruktur und direkter Anbindung an den Talradweg. Rund um St. Johann und Bischofshofen fügt sich das Ganze zu einem dichten Netz aus Rad- und Almwegen.
Kulturell hat der Pongau ebenfalls einiges zu bieten. In Wagrain erinnert das Pfarrhofmuseum an Joseph Mohr, den Textdichter von Stille Nacht. Wusstest du schon, dass das berühmteste Weihnachtslied der Welt seine Spuren ausgerechnet hier im Pongau hinterlassen hat? Solche Geschichten machen eine Radpause noch ein Stück wertvoller.
Natur, Wasser und tosende Klammen
Der Pongau ist ein Wasserreich. Die Liechtensteinklamm bei St. Johann zählt zu den tiefsten und eindrucksvollsten Klammen der Ostalpen – ein tosendes Naturschauspiel, das du unbedingt in eine Radtour einbauen solltest. Auch die Gasteiner Wasserfälle mitten im Ort Bad Gastein sind ein spektakulärer Anblick, der zeigt, mit welcher Kraft das Bergwasser hier zu Tal stürzt.
Wer Ruhe sucht, findet sie in den weiten Talböden und auf den Hochalmen, wo außer Vogelgezwitscher und Kuhglocken oft gar nichts zu hören ist. Murmeltiere pfeifen von den Hängen, im Frühsommer blüht es in allen Farben, und mit etwas Glück siehst du hoch oben einen Steinadler seine Kreise ziehen. Diese unverfälschte Natur ist der wahre Schatz der Region.
Kulinarik und Land & Leute
Der Pongauer isst gern und deftig. Neben dem allgegenwärtigen Kaiserschmarrn und der Brettljause solltest du unbedingt die Pinzgauer Kasnocken oder einen frischen Almkäse probieren. Regionale Produkte spielen eine große Rolle, und viele Bauern verkaufen ihre Erzeugnisse direkt ab Hof.
Die Menschen hier sind bodenständig, herzlich und humorvoll. Ein Geheimtipp: Verlass dich nicht nur auf die großen Almen, sondern biege auch mal in ein Seitental ab. Dort findest du kleine, kaum bekannte Hütten, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint – und wo dir garantiert die beste Milch der ganzen Region eingeschenkt wird.
Warum Radfahren im Pongau ein echtes Almenerlebnis ist
Vielfalt für jeden Fahrertyp
Das Schöne am Radfahren im Pongau ist die enorme Bandbreite. Familien und gemütliche Genussradler finden entlang der Talradwege – etwa dem Tauernradweg-Abschnitt entlang der Salzach – flache, gut ausgebaute Routen mit viel Einkehrmöglichkeit. Hier rollt es sich fast von allein, und die Kleinen können ohne große Höhenmeter mitradeln. Perfekt also für einen entspannten Familientag mit Eisstopp inklusive.
Ambitionierte Mountainbiker und E-Biker hingegen finden ein dichtes Netz an Almstraßen und Forstwegen, die hinauf zu den bewirtschafteten Hütten führen. Und für Rennradfahrer sind die legendären Passstraßen ein Traum: Die Auffahrt zum Sportgastein oder Richtung Kleinarl fordern Wadl und Willen gleichermaßen. Kurz gesagt – hier wird niemand unterfordert und niemand überfordert, wenn er sich die richtige Route aussucht.
Landschaft und Wegequalität
Die Wege im Pongau sind überwiegend hervorragend gepflegt. Die Talradwege sind asphaltiert oder fein geschottert und bestens beschildert, sodass du dich kaum verfahren kannst. Auf den Almwegen wechselt der Untergrund zwischen Asphalt, gutem Schotter und gelegentlich etwas gröberen Passagen – hier lohnt sich ein Mountainbike oder ein robustes E-Bike.
Landschaftlich bekommst du das komplette Alpenprogramm: grüne Talböden, dichte Nadelwälder, rauschende Bäche und darüber die schroffen Gipfel der Radstädter Tauern und des Tennengebirges. Je höher du kommst, desto weiter wird der Blick, bis sich schließlich ganze Bergketten vor dir auffalten. Diese ständige Abwechslung sorgt dafür, dass keine Tour langweilig wird.
Aussichtspunkte und Naturerlebnisse
Manche Anstiege belohnen dich mit Panoramen, die man sonst nur von Postkarten kennt. Von den Hochalmen im Großarltal überblickst du das gesamte Tal, während sich am Horizont die Hohen Tauern auftürmen. Rund um Wagrain und die Bergstationen der Skischaukel eröffnen sich weite Rundumblicke, die im Sommer völlig anders wirken als in der verschneiten Wintersaison.
Naturerlebnisse gibt es unterwegs zuhauf: Du radelst an tosenden Wasserfällen vorbei, durch schattige Wälder und über blühende Almwiesen. Mit etwas Glück begegnest du Murmeltieren, Gämsen oder grasenden Almkühen. Genau diese Momente – wenn du kurz anhältst, den Helm lüftest und einfach nur die Bergluft einatmest – machen das Radfahren hier zu mehr als nur Sport.
Schwierigkeit und Kondition
Grundsätzlich gilt: Der Pongau ist eine Bergregion, und Höhenmeter gehören dazu. Wer die flachen Talradwege bleibt, kommt aber auch ohne Bergziegen-Beine gut zurecht. Für die Almauffahrten solltest du eine solide Grundkondition mitbringen – oder eben ein E-Bike, das die steilen Rampen erträglich macht.
Gerade E-Bikes haben das Almradeln im Pongau regelrecht revolutioniert. Plötzlich sind Ziele in Reichweite, die früher nur Topsportlern vorbehalten waren. So kann die ganze Familie gemeinsam eine Alm ansteuern und oben zusammen die Aussicht genießen. Ein Ladenetz an vielen Hütten und Talstationen sorgt dafür, dass dir unterwegs nicht der Saft ausgeht.
Übernachten im Pongau: Gemütliche Hotels rund um den Almenweg
Die schönsten Radtouren entlang des Salzburger Almenwegs
Großarltal-Almenrunde ab Großarl
Diese Tour führt dich mitten hinein ins berühmte Tal der Almen. Start ist im Ortszentrum von Großarl, von wo aus du zunächst entlang der Großarler Ache talein rollst. Der gut ausgebaute Weg folgt dem Bach in Richtung Hüttschlag, wo das eigentliche Almerlebnis beginnt. Von hier zweigen zahlreiche Forststraßen zu den bewirtschafteten Almen ab.
Ein lohnendes Ziel ist die Auffahrt zur Karseggalm, einer der ältesten Almen des Tals, wo du dich mit hausgemachten Schmankerln stärken kannst. Der Untergrund wechselt zwischen Asphalt im Talboden und Schotter auf den Almstraßen, weshalb sich ein Mountainbike oder E-Bike anbietet. Rund 40 bewirtschaftete Almen im Talschluss sorgen dafür, dass du nie lange bis zur nächsten Einkehr fahren musst.
Die Runde eignet sich für konditionsstarke Genussradler und E-Biker, die alpines Flair mit ausgiebigen Hüttenpausen verbinden möchten. Wer will, kombiniert die Fahrt mit einem kurzen Fußweg zu einer der höher gelegenen Almen. Ein Erlebnis, das perfekt zeigt, warum das Großarltal seinen Beinamen zu Recht trägt.
Tauernradweg-Etappe entlang der Salzach
Für alle, die es entspannter mögen, ist der Tauernradweg entlang der Salzach ideal. Diese Etappe führt dich beispielsweise von Bischofshofen über St. Johann im Pongau flussaufwärts oder abwärts durch das weite Salzachtal. Der Weg ist nahezu durchgehend flach, bestens asphaltiert und beschildert – ein Traum für Familien und Genussradler.
Unterwegs passierst du charmante Ortschaften, kannst einen Abstecher zur beeindruckenden Liechtensteinklamm bei St. Johann einlegen und immer wieder an gemütlichen Gasthäusern und Radlerrasten einkehren. Die Salzach begleitet dich als stetiger Wegbegleiter, mal ruhig, mal munter dahinfließend, während sich rechts und links die Berge auftürmen.
Diese Tour ist die perfekte Wahl für einen genussvollen Radtag ohne große Höhenmeter. Sie lässt sich beliebig verlängern oder verkürzen, und dank guter Bahnanbindung entlang der Strecke kannst du bequem mit dem Zug zurückfahren. Ideal also, wenn du das Salzachtal in seiner ganzen Breite und ohne Bergstress erleben willst.
Wagrainer Höhe und Kleinarltal
Diese abwechslungsreiche Runde startet in Wagrain und führt dich über die Wagrainer Höhe hinüber ins ruhige Kleinarltal. Der Aufstieg zur Passhöhe verlangt zwar etwas Kondition, belohnt dich aber mit einem herrlichen Blick über die umliegende Bergwelt der Salzburger Sportwelt.
Im Kleinarltal angekommen, rollst du entlang der Kleinarler Ache bis nach Kleinarl, dem Geburtsort der Skilegende Annemarie Moser-Pröll. Das Tal ist deutlich ruhiger als die touristischen Zentren und bietet ein wunderbar entschleunigtes Radeln zwischen Wiesen und Wäldern. Als Highlight lockt der Jägersee am Talschluss, ein idyllisches Bergseeziel für eine Pause.
Die Tour spricht sportliche Radler und E-Biker an, die eine Kombination aus fordernder Auffahrt und genussvoller Talfahrt suchen. Mit dem E-Bike wird die Wagrainer Höhe zum Vergnügen, während geübte Biker den Anstieg als willkommene Herausforderung annehmen. Der Kontrast zwischen dem lebhaften Wagrain und dem stillen Kleinarltal macht diese Runde besonders reizvoll.
Rennradklassiker Sportgastein
Wer Rennradbeine hat, kommt an dieser Auffahrt nicht vorbei. Vom Ortszentrum in Bad Gastein aus geht es durch das Gasteinertal hinein ins Naßfeld und weiter hinauf nach Sportgastein, dem höchstgelegenen Punkt der Region, der über eine Mautstraße erreichbar ist. Die Strecke ist ein echter Alpenklassiker mit stetiger Steigung und traumhafter Kulisse.
Auf dem Weg passierst du die spektakulären Gasteiner Wasserfälle mitten im Ort und tauchst dann immer tiefer in die hochalpine Welt der Hohen Tauern ein. Oben in Sportgastein erwartet dich auf über 1.500 Metern ein weites Hochtal, umrahmt von den Gipfeln des Nationalparks Hohe Tauern – ein grandioser Lohn für die Mühen der Auffahrt.
Diese Tour richtet sich klar an konditionsstarke Rennradfahrer und ambitionierte E-Biker. Wer die Herausforderung sucht und das Gefühl liebt, sich einen echten Bergpass Meter für Meter zu erarbeiten, ist hier goldrichtig. Die anschließende Abfahrt zurück nach Bad Gastein ist der verdiente Genusslohn – aber Vorsicht, Bremsen nicht überhitzen!
Almstraße zur Loosbühelalm
Die Loosbühelalm im Großarltal zählt zu den beliebtesten Almzielen der Region und ist ein perfektes Ziel für eine sportliche Halbtagestour. Start ist meist in Hüttschlag oder Großarl, von wo aus dich die gut fahrbare Almstraße stetig bergauf führt. Der Anstieg ist gleichmäßig und deshalb auch mit dem E-Bike sehr gut zu bewältigen.
Oben angekommen erwartet dich auf rund 1.769 Metern eine der schönsten Sonnenterrassen des Tals mit weitem Blick über das Großarltal. Die bewirtschaftete Alm ist bekannt für ihre herzhafte Almküche – hier gehört ein Kaiserschmarrn oder eine deftige Jause einfach dazu, bevor es wieder hinunter ins Tal geht.
Die Tour ist ideal für alle, die ein klares Almziel mit Einkehr ansteuern möchten, ohne sich in einem komplizierten Wegenetz zu verlieren. Familien mit älteren Kindern und E-Bikes kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie sportliche Biker, die die Höhenmeter aus eigener Kraft bewältigen wollen. Die Abfahrt zurück ins Tal ist zügig und macht richtig Laune.
Häufige Fragen
Ist der Salzburger Almenweg Pongau auch zum Radfahren geeignet?
Der Salzburger Almenweg selbst ist in erster Linie ein Weitwanderweg über 120 Almen und daher nicht durchgehend als Radroute ausgelegt. Die Region rund um den Almenweg im Pongau ist jedoch ein hervorragendes Radgebiet.
Zahlreiche Almstraßen, Forstwege und Talradwege führen zu vielen der bewirtschafteten Almen und lassen sich wunderbar mit dem Mountainbike oder E-Bike erkunden. Ergänzt wird das durch flache Talradwege wie den Tauernradweg entlang der Salzach. So kannst du die Almwelt des Pongaus auf zwei Rädern erleben, solltest aber immer die jeweilige Beschilderung beachten, da nicht jeder Wanderweg auch fürs Rad freigegeben ist.
Brauche ich ein E-Bike oder reicht ein normales Fahrrad?
Das hängt ganz von deinen Zielen und deiner Kondition ab. Für die flachen Talradwege entlang der Salzach reicht ein normales Trekking- oder Cityrad völlig aus, hier sind kaum Höhenmeter zu bewältigen.
Sobald du aber zu den Almen hinaufwillst, kommen ordentlich Steigungen ins Spiel. Hier ist ein E-Mountainbike ein echter Gamechanger, weil es die steilen Almstraßen deutlich entspannter macht und auch weniger trainierten Radlern die schönsten Aussichtsziele eröffnet. Ambitionierte Sportler bewältigen die Anstiege natürlich auch mit einem klassischen Mountainbike oder Rennrad. E-Bikes lassen sich vielerorts im Pongau problemlos ausleihen.
Ist die Region zum Radfahren mit Kindern geeignet?
Ja, der Pongau eignet sich sehr gut für Radtouren mit Kindern, sofern du die passenden Routen wählst. Besonders die flachen Talradwege entlang der Salzach sind ideal, da sie kaum Steigungen haben und gut ausgebaut sowie beschildert sind.
Für Almauffahrten mit Kindern empfiehlt sich ein E-Bike für die Eltern und gegebenenfalls ein Fahrradanhänger oder Kindersitz für die Kleinen. Ältere Kinder mit eigenem E-Bike können auch moderate Almstraßen bewältigen. Unterwegs gibt es viele Einkehrmöglichkeiten und Spielplätze, sodass die Motivation der jungen Radler mit einer Portion Kaiserschmarrn schnell wieder auflebt.
Darf ich mit meinem Hund mitradeln?
Grundsätzlich ist Radfahren mit Hund im Pongau möglich, erfordert aber gute Planung und Rücksicht. Auf den Almen weiden häufig Kühe und Weidevieh, weshalb du deinen Hund immer unter Kontrolle halten und in der Nähe von Weidetieren unbedingt anleinen solltest.
Für den Hund sind lange Bergtouren körperlich fordernd, achte daher auf regelmäßige Pausen, ausreichend Wasser und Schatten. Nicht jede Alm erlaubt Hunde in den Innenräumen, auf den Terrassen sind sie aber meist willkommen. Am besten eignen sich kürzere, schattige Strecken oder die Talwege, wo dein Vierbeiner nebenherlaufen kann, ohne zu überhitzen.
Wann ist die beste Zeit zum Radfahren im Pongau?
Die ideale Radsaison im Pongau reicht etwa von Ende Mai bis Anfang Oktober. In dieser Zeit sind die Almen bewirtschaftet, die Wege schneefrei und die Temperaturen angenehm.
Der Frühsommer punktet mit blühenden Almwiesen und frischem Grün, während der Spätsommer und der frühe Herbst oft mit stabilem Wetter und klarer Fernsicht überzeugen. Der Hochsommer kann in den Tälern heiß werden, dann bieten die höher gelegenen Almwege eine angenehm kühle Alternative. Beachte, dass die höchsten Passstraßen und Almen manchmal erst im Juni vollständig zugänglich sind.
Wie fit muss ich für die Almauffahrten sein?
Für die Almauffahrten im Pongau solltest du eine solide Grundkondition mitbringen, denn die Höhenmeter summieren sich schnell. Viele Almen liegen mehrere hundert Höhenmeter über dem Talboden, und die Anstiege können durchaus steil ausfallen.
Wer regelmäßig radelt, kommt gut zurecht. Für alle anderen ist das E-Bike eine wunderbare Lösung, um trotzdem in den Genuss der Almpanoramen zu kommen. Wichtig ist, die Tour realistisch nach den eigenen Fähigkeiten auszuwählen und lieber eine Nummer kleiner zu starten. Die flachen Talradwege sind auch für Einsteiger ohne besondere Fitness machbar.
Gibt es Verleihstationen für Fahrräder und E-Bikes?
Ja, in den größeren Orten wie Wagrain, Großarl, St. Johann und Bad Gastein findest du zahlreiche Sportgeschäfte und Verleihstationen, die Mountainbikes, E-Bikes und teils auch Rennräder anbieten.
Viele Hotels und Pensionen stellen ihren Gästen ebenfalls Räder zur Verfügung oder vermitteln den Verleih. Es empfiehlt sich, gerade in der Hauptsaison vorab zu reservieren, um sicherzugehen, dass das gewünschte Modell verfügbar ist. Häufig gehören zum Verleih auch Helme, Werkzeug und eine kurze Einweinsung, sodass du bestens ausgerüstet in den Radtag starten kannst.
Kann ich auf den Almen einkehren und übernachten?
Einkehren kannst du auf den bewirtschafteten Almen fast überall, und genau das macht das Radfahren im Pongau so genussvoll. Von der deftigen Brettljause über Almkäse bis zum legendären Kaiserschmarrn ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Einige Almen bieten auch einfache Übernachtungsmöglichkeiten an, was besonders für mehrtägige Touren reizvoll ist. Frag am besten direkt bei der jeweiligen Alm oder beim örtlichen Tourismusverband nach den Öffnungszeiten und Übernachtungsangeboten, da diese saisonal variieren. Ein Almabend mit Sonnenuntergang und Sternenhimmel gehört zu den schönsten Erlebnissen, die die Region zu bieten hat.
Sind die Radwege gut beschildert?
Die überregionalen Radwege wie der Tauernradweg sind hervorragend beschildert und lassen sich problemlos ohne GPS befahren. Auch viele Almstraßen und lokale Radrouten sind mit Wegweisern versehen.
Dennoch empfiehlt es sich, für Touren abseits der Hauptwege eine GPS-App oder eine gute Radkarte dabeizuhaben, da nicht jede Forststraße ausgeschildert ist. Die örtlichen Tourismusverbände stellen kostenlose Karten und digitale Tourenvorschläge zur Verfügung. So findest du dich auch in den verzweigten Almgebieten gut zurecht und verpasst keinen der schönen Aussichtspunkte.
Wie komme ich mit dem Rad in den Pongau und wieder zurück?
Der Pongau ist verkehrstechnisch sehr gut erschlossen. Entlang des Salzachtals verläuft die Bahnlinie mit Halten in St. Johann, Bischofshofen und weiteren Orten, sodass du bequem mit dem Zug anreisen kannst.
Viele Regionalzüge nehmen Fahrräder mit, was besonders praktisch ist, wenn du eine Streckentour planst und nicht zum Ausgangspunkt zurückkehren möchtest. Auch innerhalb der Region gibt es Wanderbusse und teils Radbusse, die dir das Zurückfahren erleichtern. So lassen sich Auffahrten und Talfahrten flexibel kombinieren, ohne dass du dieselbe Strecke zweimal fahren musst.
Was sollte ich für eine Almtour einpacken?
Für eine Almtour im Pongau gilt das klassische Bergwetter-Prinzip: Kleide dich im Zwiebellook, denn oben auf den Almen kann es deutlich kühler und windiger sein als im Tal. Eine Regen- und Windjacke gehört immer ins Gepäck.
Außerdem solltest du ausreichend Wasser, einen Snack, Sonnenschutz und eine Sonnenbrille dabeihaben, da die Sonne in der Höhe intensiver ist. Ein kleines Reparaturset mit Ersatzschlauch, Pumpe und Multitool ist auf den Almstraßen ratsam. Beim E-Bike solltest du auf einen ausreichend geladenen Akku achten – viele Almen bieten aber inzwischen Lademöglichkeiten an.
Gibt es geführte Radtouren in der Region?
Ja, in vielen Orten des Pongaus werden geführte Radtouren und E-Bike-Touren angeboten, oft direkt über die Tourismusverbände, Sportgeschäfte oder Hotels. Diese sind ideal, wenn du die Region zum ersten Mal besuchst.
Ein ortskundiger Guide kennt die schönsten Routen, die besten Almen und die Geheimtipps abseits der bekannten Wege. Zudem bekommst du wertvolle Informationen über Natur, Kultur und Geschichte der Region. Für Einsteiger und Gäste, die sich nicht selbst um die Tourenplanung kümmern möchten, sind geführte Touren eine entspannte und lehrreiche Art, den Pongau kennenzulernen.