Rochers-de-Naye: Wo der Genfersee auf Alpengipfel und Murmeltiere trifft
Wandern • Rochers-de-Naye

Rochers-de-Naye: Wo der Genfersee auf Alpengipfel und Murmeltiere trifft

Steig hinauf zum steinernen Balkon über Montreux, wo Murmeltiere pfeifen und der Blick bis zum Mont Blanc reicht.

Wandern am Rochers-de-Naye

Zwei Kilometer hoch, ein Rundblick, der einem den Atem raubt: Der Rochers-de-Naye thront wie ein steinerner Wächter über Montreux und dem tiefblauen Genfersee. Wer hier oben steht, blickt an klaren Tagen bis zum Mont Blanc, über die schneebedeckten Gipfel der Walliser und Berner Alpen hinweg, während tief unten das Wasser des Lac Léman in der Sonne glitzert. Es ist einer jener seltenen Orte, an dem sich mediterranes Riviera-Flair und hochalpine Bergwelt auf engstem Raum die Hand geben.

Der Aufstieg beginnt schon fast wie ein kleines Abenteuer: Von Montreux aus schraubt sich die historische Zahnradbahn durch Weinberge, Wälder und Almwiesen hinauf zur Gipfelstation auf über 2000 Metern. Wer lieber auf eigenen Beinen unterwegs ist, findet ein dichtes Netz an markierten Wanderwegen, die durch blühende Alpwiesen, vorbei an Kalkfelsen und zutraulichen Murmeltieren führen. Im Frühsommer verwandelt sich der Berg in ein Meer aus Enzian, Alpenrosen und Edelweiß – ein Fest für alle, die Blumen mögen.

Der Rochers-de-Naye ist kein exklusiver Berg für durchtrainierte Extremsportler. Familien, Genusswanderer und ambitionierte Gipfelstürmer finden hier gleichermaßen ihr Terrain. Ein Alpengarten mit über 1000 Pflanzenarten, ein kleiner Murmeltier-Park und sogar mongolische Jurten zum Übernachten machen den Berg zu einem Ort, der Kinder zum Staunen und Erwachsene zum Träumen bringt.

Und dann ist da diese besondere Stimmung, wenn am Abend die letzten Bahnen ins Tal gefahren sind und der Berg zur Ruhe kommt: Die Lichter von Montreux flackern in der Tiefe, der Himmel färbt sich rosa, und für einen Moment gehört dir dieser gewaltige Ausblick ganz allein. Der Rochers-de-Naye ist ein Balkon über der Romandie – und einer der schönsten dazu.

Topografie & Landschaft

Hochalpiner Kalkgipfel über Genfersee

Höhenlage

Gipfel Rochers-de-Naye 2042 m

Geländecharakter

Alpwiesen, Kalkfels, Bergpfade, Grate

Infrastruktur

Zahnradbahn, Restaurant, Jurten, Alpengarten

Beste Reisezeit

Juni bis Oktober

Navigation

Highlights zwischen Gipfelbahn, Murmeltieren und Alpengarten

Die Zahnradbahn – ein rollendes Erlebnis

Schon die Anreise zum Gipfel ist ein Höhepunkt für sich. Seit 1892 klettert die Zahnradbahn Montreux–Glion–Rochers-de-Naye vom Ufer des Genfersees hinauf in die Höhe. In gemächlichem Tempo überwindet sie fast 1800 Höhenmeter und passiert dabei Weinterrassen, dichte Wälder und weite Almwiesen. Jede Kurve schenkt einen neuen Blickwinkel auf den See, der von oben immer kleiner und gleichzeitig immer eindrucksvoller wirkt.

Die Fahrt ist besonders für Familien und Genießer ein Erlebnis, das man nicht vergisst. Wer möchte, kombiniert die Bahnfahrt geschickt mit einer Wanderung: hinauffahren, hinunterlaufen – oder umgekehrt. So spart man Kraft und genießt trotzdem die Landschaft aus allen Perspektiven. In den Wintermonaten verwandelt sich die Strecke in eine verschneite Märchenkulisse.

Murmeltiere, Alpengarten und Jurten

Auf dem Gipfelplateau erwartet dich die La Rambertia, ein alpiner botanischer Garten, in dem über 1000 verschiedene Gebirgspflanzen aus aller Welt gedeihen. Enzian, Edelweiß und seltene Steinbrecharten wachsen hier auf engstem Raum – ein farbenprächtiges Paradies, das vor allem im Juni und Juli in voller Blüte steht.

Ein echter Publikumsmagnet ist der Murmeltier-Park, der verschiedene Murmeltierarten aus aller Welt beheimatet. Kinder drücken sich hier die Nase an den Gehegen platt, während die pelzigen Bewohner gemächlich durch ihre Erdhöhlen wuseln. Ein besonderer Geheimtipp: Wer nachhaltig übernachten will, mietet eine der mongolischen Jurten direkt am Gipfel und erlebt Sonnenuntergang und Sternenhimmel abseits jeglicher Zivilisation.

Kulinarik mit Aussicht

Nach dem Aufstieg schmeckt alles besser – erst recht mit diesem Panorama. Das Panoramarestaurant Plein Roc, teils in den Fels gebaut, serviert regionale Spezialitäten der Waadtländer Küche hinter großen Panoramafenstern. Ein deftiges Fondue, ein Stück Meringue mit Doppelrahm aus Gruyère oder einfach ein Kaffee mit Weitblick – hier oben genießt man mit allen Sinnen.

Im Tal locken die Weinberge des Lavaux, deren Terrassen zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Ein Gläschen Chasselas, der typische Weißwein der Region, rundet einen Wandertag perfekt ab. Wusstest du schon? Die Weinberge des Lavaux werden liebevoll als die von drei Sonnen bewässert bezeichnet: der Sonne am Himmel, ihrer Spiegelung im See und der Wärme der Steinmauern.

Land und Leute der Waadtländer Riviera

Der Rochers-de-Naye liegt im Herzen der Waadtländer Riviera, jener sonnenverwöhnten Region rund um Montreux und Vevey, die schon Charlie Chaplin, Freddie Mercury und Igor Strawinsky in ihren Bann zog. Die Menschen hier pflegen eine entspannte, weltoffene Lebensart, in der französisches Savoir-vivre und Schweizer Zuverlässigkeit verschmelzen.

Wer im Sommer kommt, sollte das legendäre Montreux Jazz Festival nicht verpassen, das die Uferpromenade in eine Bühne verwandelt. Und danach hinauf zum Berg: Kaum ein Kontrast könnte reizvoller sein als der zwischen dem quirligen Festivaltreiben am See und der stillen Weite des Gipfels.

Warum Wandern am Rochers-de-Naye so besonders ist

Ein Berg für alle Wandertypen

Was den Rochers-de-Naye so beliebt macht, ist seine Vielseitigkeit. Dank der Zahnradbahn lässt sich der Gipfel bequem erreichen, sodass auch weniger Trainierte die grandiose Aussicht genießen können, ohne den kompletten Aufstieg zu bewältigen. Gleichzeitig finden ambitionierte Wanderer anspruchsvolle Routen, die vom Seeufer bis zum Gipfel führen und satte 1800 Höhenmeter fordern.

Familien schätzen die kurzen Rundwege am Gipfelplateau, den Murmeltier-Park und den Alpengarten. Geübte Bergwanderer lieben die Gratwanderungen mit Tiefblicken auf beiden Seiten. Und wer die Ruhe sucht, findet abseits der Bahnstation schnell einsame Pfade, auf denen man stundenlang nur das Pfeifen der Murmeltiere und das Rauschen des Windes hört.

Landschaft und Aussichten der Extraklasse

Der Rochers-de-Naye gilt zu Recht als einer der schönsten Aussichtsberge der Schweiz. Vom Gipfel auf 2042 Metern schweift der Blick über den gesamten Genfersee, hinüber zu den französischen Savoyer Alpen, zum Mont Blanc und weit hinein ins Berner Oberland. Bei Föhnlage wirkt die Fernsicht fast unwirklich klar.

Die Wege führen durch abwechslungsreiches Terrain: sanfte Alpwiesen mit grasenden Kühen, schroffe Kalkfelsen, blühende Blumenfelder und schmale Grate. Im Frühsommer verwandeln Alpenrosen und Enzian ganze Hänge in Farbteppiche. Diese Mischung aus lieblicher Riviera-Landschaft und hochalpiner Wildheit macht das Wandern hier einzigartig.

Wegequalität und Orientierung

Die Wanderwege am Rochers-de-Naye sind hervorragend markiert und gepflegt, wie man es von der Schweiz gewohnt ist. Die gelben Wegweiser mit präzisen Zeitangaben machen die Orientierung einfach, während die weiß-rot-weißen Markierungen die anspruchsvolleren Bergwege kennzeichnen. Wer die einfachen gelben Wanderwege wählt, kommt auch ohne alpine Erfahrung sicher voran.

Für längere Touren empfiehlt sich festes Schuhwerk und Trittsicherheit, denn einige Passagen führen über felsiges Gelände und exponierte Grate. Die Kombination aus Bergbahn und Wanderweg erlaubt es, Touren flexibel zu planen und bei Wetterumschwung schnell ins Tal zu gelangen – ein enormer Sicherheitsvorteil in dieser wechselhaften Bergregion.

Naturerlebnisse zum Anfassen

Nur wenige Berge bieten so intensive Naturerlebnisse auf engem Raum. Der Alpengarten La Rambertia, die Murmeltierkolonien und die reiche Vogelwelt machen jeden Ausflug zu einer kleinen Expedition. Mit etwas Glück beobachtest du Gämsen an den Felshängen oder kreisende Steinadler über dem Grat.

Besonders magisch wird es früh am Morgen oder am späten Abend, wenn die Tagesgäste verschwunden sind. Dann erwacht der Berg zu einem eigenen Leben, das Licht wird weich und golden, und die Murmeltiere trauen sich weiter aus ihren Bauten hervor. Für Naturfotografen und stille Genießer ist das die schönste Zeit am Rochers-de-Naye.

Übernachten mit Panoramablick über dem Genfersee

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Die schönsten Wanderungen am Rochers-de-Naye

Gipfelrundweg am Rochers-de-Naye

Der klassische Einstieg für alle, die mit der Zahnradbahn zur Gipfelstation Rochers-de-Naye hinauffahren. Vom Bahnhof auf rund 2000 Metern führt ein gut ausgebauter Rundweg in etwa einer Stunde über das Gipfelplateau bis zum höchsten Punkt auf 2042 Metern. Der Weg ist wenig anspruchsvoll und daher ideal für Familien und Genusswanderer.

Unterwegs passierst du den Alpengarten La Rambertia mit seiner farbenprächtigen Pflanzenvielfalt sowie den beliebten Murmeltier-Park. Am Gipfelkreuz angekommen, entfaltet sich das volle Panorama: der Genfersee zu Füßen, dahinter die Savoyer Alpen, der Mont Blanc und die Gipfel des Berner Oberlands.

Wer möchte, kehrt anschließend im Panoramarestaurant Plein Roc ein, das teilweise in den Fels gebaut wurde. Der Rundweg eignet sich hervorragend als Einstieg für alle, die den Berg zum ersten Mal erkunden und den atemberaubenden Blick ohne große Anstrengung genießen wollen.

Von Caux über die Alpweiden zum Gipfel

Diese aussichtsreiche Bergwanderung startet in Caux, einer Station der Zahnradbahn oberhalb von Montreux auf rund 1050 Metern. Von hier führt der markierte Wanderweg stetig bergauf durch lichte Wälder und weite Alpweiden Richtung Gipfel. Auf dem Weg passierst du die Alp Sautodoz und genießt immer wieder freie Blicke auf den tief unten liegenden Genfersee.

Der Aufstieg fordert rund 1000 Höhenmeter und dauert je nach Kondition zweieinhalb bis drei Stunden. Die Route verläuft über gut markierte Bergpfade, teils steiler, teils sanft ansteigend. Im Frühsommer säumen Alpenrosen und Enzian den Weg, während Kuhglocken die Bergstille begleiten.

Oben angekommen belohnt dich das gewaltige Gipfelpanorama. Wer nicht wieder absteigen möchte, nimmt bequem die Zahnradbahn zurück ins Tal. Diese Tour ist perfekt für konditionsstarke Wanderer, die den Berg auf eigenen Beinen erobern und dabei die klassische Voralpenlandschaft der Waadtländer Riviera erleben wollen.

Gratwanderung zur Dent de Jaman

Ein echter Klassiker für ambitionierte Wanderer ist die Verbindung vom Rochers-de-Naye hinüber zur markanten Felsnadel der Dent de Jaman auf 1875 Metern. Vom Gipfel führt der Weg zunächst über einen aussichtsreichen Grat, der auf beiden Seiten spektakuläre Tiefblicke bietet: hier der Genfersee, dort die weiten Täler des Voralpenlands.

Der Weg verlangt Trittsicherheit und ein wenig Schwindelfreiheit, denn einige Passagen sind schmal und felsig. Die charakteristische Spitze der Dent de Jaman ist schon von weitem sichtbar und dient als lohnendes Etappenziel. Wer möchte, kann den Gipfel über einen kurzen, gesicherten Steig erklimmen.

Für den Rückweg bietet sich der Abstieg zur Station Jaman oder zurück zum Rochers-de-Naye an. Diese Tour vereint alpines Bergerlebnis mit permanentem Panoramablick und richtet sich an erfahrene Wanderer, die den besonderen Reiz eines Höhengrats suchen und dafür mit unvergesslichen Aussichten belohnt werden.

Abstieg vom Gipfel nach Montreux

Wer die Höhenmeter lieber bergab bewältigt, fährt mit der Zahnradbahn zum Gipfel und wandert von dort zurück ins Tal nach Montreux oder Glion. Der Abstieg führt über Sonzier und die sanften Hänge oberhalb der Waadtländer Riviera und überwindet dabei nach und nach fast 1800 Höhenmeter.

Die Route verläuft durch abwechslungsreiches Gelände: von den offenen Alpweiden am Gipfel über schattige Wälder bis hinunter in die Weinberge und Villenviertel oberhalb des Sees. Immer wieder öffnet sich der Blick auf den glitzernden Genfersee und die gegenüberliegenden Savoyer Berge.

Der lange, aber überwiegend gut begehbare Abstieg dauert rund drei bis vier Stunden und schont beim Aufstieg die Kräfte. Diese Variante ist ideal für alle, die die Bergbahn mit einer ausgedehnten Wanderung kombinieren möchten und dabei den fließenden Übergang von alpiner Bergwelt zur mediterran anmutenden Seeregion erleben wollen.

Rundwanderung über die Col de Jaman

Diese landschaftlich reizvolle Rundtour startet am Rochers-de-Naye und führt über den Passübergang Col de Jaman auf rund 1512 Metern. Der Weg verläuft zunächst über die Nordhänge des Berges durch weite Alpweiden und vorbei an urigen Alphütten, in denen im Sommer noch Käse hergestellt wird.

Der Col de Jaman ist ein historischer Übergang zwischen dem Genferseegebiet und dem Pays-d'Enhaut und bietet einen wunderbaren Kontrast zwischen der lieblichen Voralpenlandschaft und den schroffen Felswänden. Von hier lässt sich die Tour zur Dent de Jaman erweitern oder als gemütliche Runde zurück zum Ausgangspunkt gestalten.

Mit rund vier Stunden Gehzeit und moderaten Höhenunterschieden eignet sich diese Wanderung für konditionell fitte Genusswanderer. Unterwegs begegnet man häufig grasenden Kühen, hört das Pfeifen der Murmeltiere und kann in den Sommermonaten frischen Alpkäse direkt bei den Sennen kosten. Ein authentisches Bergerlebnis abseits der Touristenströme.

Häufige Fragen

Wie komme ich am besten zum Rochers-de-Naye?

Der einfachste und schönste Weg führt mit der historischen Zahnradbahn von Montreux hinauf zum Gipfel. Die Bahn startet direkt am Bahnhof Montreux und benötigt für die Fahrt rund 55 Minuten. Unterwegs hält sie an mehreren Stationen wie Glion, Caux und Jaman, sodass du deine Wanderung flexibel starten kannst.

Montreux selbst ist bestens mit dem Zug erreichbar und liegt an der Bahnstrecke zwischen Lausanne und dem Wallis. Wer mit dem Auto anreist, findet in Montreux Parkmöglichkeiten und steigt dort auf die Bahn um. Ein direkter Aufstieg zum Gipfel mit dem Auto ist nicht möglich, was den Berg angenehm ruhig und autofrei hält.

Ist der Rochers-de-Naye für Kinder geeignet?

Absolut, der Rochers-de-Naye ist ein wunderbares Ziel für Familien. Der Murmeltier-Park mit seinen verschiedenen Murmeltierarten begeistert Kinder jeden Alters, und der Alpengarten La Rambertia lädt zum Entdecken der Bergpflanzenwelt ein. Die kurzen Rundwege am Gipfelplateau sind gut begehbar und ohne große Anstrengung zu bewältigen.

Ein besonderes Highlight ist die Übernachtung in einer der mongolischen Jurten am Gipfel, die für Kinder ein echtes Abenteuer darstellt. Die Zahnradbahn selbst ist bereits ein Erlebnis und erspart müden Kinderbeinen den anstrengenden Aufstieg. Für längere Bergwanderungen sollten Familien allerdings auf trittsichere Wege achten und exponierte Grate meiden.

Darf ich meinen Hund mitnehmen?

Ja, Hunde sind am Rochers-de-Naye grundsätzlich willkommen und dürfen auch in der Zahnradbahn mitfahren, meist gegen ein ermäßigtes Ticket. Auf den Wanderwegen sollten Hunde jedoch an der Leine geführt werden, da hier Weidevieh grast und die Murmeltierkolonien geschützt werden müssen.

Achte darauf, dass dein Vierbeiner trittsicher ist, wenn du felsige oder exponierte Wege wählst. An heißen Sommertagen solltest du ausreichend Wasser mitnehmen, denn oben am Gipfel gibt es nicht überall Bäche. Im Panoramarestaurant und rund um den Alpengarten sind Hunde ebenfalls erlaubt, hier gilt jedoch besondere Rücksichtnahme auf die Wildtiere und andere Gäste.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern?

Die ideale Wandersaison am Rochers-de-Naye erstreckt sich von Juni bis Oktober. Im Frühsommer, etwa Ende Juni und im Juli, stehen die Alpwiesen und der Alpengarten in voller Blüte, was besonders für Blumenliebhaber und Fotografen ein Traum ist. Die Temperaturen sind angenehm und die Fernsicht oft klar.

Der Herbst bietet mit seiner klaren Luft die besten Fernsichten bis zum Mont Blanc, während sich die Wälder in warme Farben tauchen. In den Wintermonaten ist der Gipfel zwar auch per Bahn erreichbar und bietet Schneeschuh- und Schlittelmöglichkeiten, klassisches Wandern ist dann jedoch nur eingeschränkt möglich. Prüfe vor der Tour immer die aktuellen Wetter- und Bahnbedingungen.

Wie anspruchsvoll sind die Wanderungen?

Das Angebot reicht von einfachen Spaziergängen bis zu anspruchsvollen Bergtouren. Der Gipfelrundweg am Plateau ist leicht und für jedermann geeignet, während der Aufstieg von Caux oder Montreux mit bis zu 1800 Höhenmetern eine echte Herausforderung darstellt und gute Kondition erfordert.

Die Gratwanderungen, etwa zur Dent de Jaman, verlangen Trittsicherheit und ein gewisses Maß an Schwindelfreiheit, da einige Passagen schmal und felsig sind. Dank der guten Beschilderung und der Kombinationsmöglichkeit mit der Bergbahn lassen sich Touren aber flexibel an die eigene Fitness anpassen. Für die meisten Wanderungen genügen normale Bergkondition und festes Schuhwerk.

Gibt es Einkehrmöglichkeiten am Gipfel?

Ja, das Panoramarestaurant Plein Roc direkt an der Gipfelstation ist eine echte Attraktion. Teilweise in den Fels gebaut, bietet es hinter großen Panoramafenstern regionale Waadtländer Spezialitäten wie Käsefondue, Rösti oder süße Meringues mit Doppelrahm. Der Blick über den Genfersee macht jede Mahlzeit zum Erlebnis.

Auch an den Zwischenstationen der Zahnradbahn und auf einigen Alpen entlang der Wanderwege findest du Einkehrmöglichkeiten. Im Tal locken die zahlreichen Restaurants und Cafés von Montreux. Es empfiehlt sich, für längere Wanderungen dennoch etwas Proviant und ausreichend Wasser mitzunehmen, da die Auswahl unterwegs begrenzt sein kann.

Kann ich am Gipfel übernachten?

Ja, und zwar auf eine ganz besondere Art. Am Rochers-de-Naye stehen mehrere mongolische Jurten zur Verfügung, in denen Gäste direkt am Gipfel übernachten können. Diese außergewöhnliche Unterkunft ermöglicht es, den Sonnenuntergang über dem Genfersee und den Sternenhimmel fernab jeglicher Lichtverschmutzung zu erleben.

Die Jurten sind über die Sommermonate buchbar und bei Familien wie Paaren gleichermaßen beliebt. Wer den Komfort eines Hotels bevorzugt, findet in Montreux, Glion und Caux ein breites Angebot an Unterkünften aller Kategorien, von charmanten Boutique-Hotels bis zu luxuriösen Traditionshäusern mit Seeblick. Eine frühzeitige Reservierung ist besonders in der Hauptsaison ratsam.

Sehe ich wirklich Murmeltiere?

Sehr wahrscheinlich, ja. Der Rochers-de-Naye beherbergt neben dem gepflegten Murmeltier-Park, in dem verschiedene Arten aus aller Welt zu sehen sind, auch wilde Murmeltierkolonien. Vor allem an den ruhigen Alpweiden und Hängen kannst du die pfeifenden Nager in freier Natur beobachten.

Die besten Chancen hast du früh am Morgen oder am späten Nachmittag, wenn weniger Menschen unterwegs sind. Verhalte dich ruhig und halte Abstand, dann kannst du die Tiere beim Fressen und Spielen erleben. Ein Fernglas ist hier ein wertvoller Begleiter. Bitte füttere die Wildtiere nicht, denn das schadet ihrer Gesundheit und ihrem natürlichen Verhalten.

Wie lange dauert der Aufstieg zu Fuß?

Das hängt stark vom gewählten Startpunkt ab. Vom Seeufer in Montreux bis zum Gipfel musst du rund 1800 Höhenmeter überwinden, was je nach Kondition fünf bis sechs Stunden reine Gehzeit bedeutet. Startest du hingegen in Caux auf etwa 1050 Metern, verkürzt sich der Aufstieg auf zweieinhalb bis drei Stunden.

Viele Wanderer nutzen die Zahnradbahn für den Aufstieg und wandern anschließend gemütlich ins Tal ab, was die Beine schont und trotzdem ein volles Naturerlebnis bietet. Plane bei allen Touren genügend Pausen für die Aussichten ein, denn die Panoramen laden immer wieder zum Verweilen und Fotografieren ein.

Brauche ich spezielle Ausrüstung?

Für die einfachen Rundwege am Gipfel genügen bequeme Wanderschuhe und wettergerechte Kleidung. Da das Wetter im Gebirge schnell umschlagen kann, solltest du auch bei sonnigem Start eine Regenjacke und eine warme Schicht im Rucksack haben. Die Temperaturen am Gipfel liegen deutlich unter denen am See.

Für die längeren Bergwanderungen und Gratwege sind feste, knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil unerlässlich. Sonnenschutz, ausreichend Wasser, Proviant sowie ein Fernglas für die Tierbeobachtung machen den Ausflug komplett. Wanderstöcke helfen besonders beim langen Abstieg ins Tal, um die Gelenke zu entlasten.

Ist der Rochers-de-Naye auch im Winter erreichbar?

Ja, die Zahnradbahn verkehrt ganzjährig und bringt Besucher auch im Winter zum verschneiten Gipfel. Oben erwartet dich dann eine glitzernde Winterlandschaft mit fantastischer Fernsicht über den oft nebelfreien Gipfelbereich, während das Tal im Nebelmeer verschwindet.

Im Winter bieten sich Schneeschuhwanderungen und Schlittelabfahrten an, klassisches Bergwandern ist dann jedoch nur eingeschränkt möglich. Die Wege können vereist oder tief verschneit sein, weshalb du entsprechende Ausrüstung benötigst. Erkundige dich vor dem Ausflug über die aktuellen Bedingungen und Öffnungszeiten der Bahn und der Gastronomie, da diese saisonal variieren können.

Kann ich den Mont Blanc wirklich sehen?

Bei klarer Sicht ist der Mont Blanc, der höchste Berg der Alpen, tatsächlich vom Gipfel des Rochers-de-Naye aus zu erkennen. Der weiße Riese thront in südwestlicher Richtung hinter den Savoyer Alpen und bildet einen imposanten Abschluss des Panoramas über dem Genfersee.

Die besten Chancen auf eine glasklare Fernsicht hast du an strahlenden Herbsttagen oder bei stabiler Hochdrucklage im Sommer. Bei diesiger Luft oder tiefliegenden Wolken kann der Mont Blanc allerdings verborgen bleiben. Ein Frühstart lohnt sich, denn morgens ist die Luft oft am klarsten und die Fernsicht am spektakulärsten.

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