Rochers-de-Naye mit dem Rad: Über dem Genfersee zum Balkon der Waadt
Fahrrad • Rochers-de-Naye

Rochers-de-Naye mit dem Rad: Über dem Genfersee zum Balkon der Waadt

Zwischen Palmen am Seeufer und Fels über den Wolken – hier wird jede Kurbelumdrehung zum Panoramaerlebnis.

Radfahren am Rochers-de-Naye

Wer zum ersten Mal von Montreux aus den Blick nach oben richtet, spürt sofort dieses leise Kribbeln: Dort, gut 2000 Meter über dem tiefblauen Genfersee, thront der Rochers-de-Naye wie ein steinerner Wächter über der Waadtländer Riviera. Zwischen Palmen am Seeufer und schroffem Fels am Gipfel liegen kaum Luftlinie – aber Höhenmeter, die es in sich haben. Genau diese Spannung macht die Region für Rennrad- und Gravelfahrer zu einem Sehnsuchtsort.

Der Rochers-de-Naye ist kein klassisches Radrevier, sondern ein Höhenrausch mit Aussicht. Von Montreux aus schrauben sich Straßen und Wege durch Weinterrassen, dichte Wälder und offene Alpweiden hinauf Richtung Col de Jaman, Caux und Les Avants. Oben wartet ein Panorama, das von den Savoyer Alpen über den Mont Blanc bis zu den Freiburger Voralpen reicht – ein Blick, der jeden Tritt in die Pedale rechtfertigt.

Unten am See rollt es dagegen fast schwerelos: entlang der Uferpromenade von Montreux nach Vevey, vorbei am Château de Chillon, durch das UNESCO-Weltkulturerbe der Lavaux-Terrassen. Hier verbindet sich mediterranes Flair mit alpiner Kraft, Genussradeln mit sportlichem Ehrgeiz. Wer möchte, lädt das Rad ganz entspannt in die Zahnradbahn und lässt sich das steilste Stück schenken – dafür schämt sich hier niemand.

Die Region rund um den Rochers-de-Naye ist ein Ort für alle, die Kontraste lieben: warme Steinmauern und kühle Bergluft, das Klimpern der Jazzfestival-Stadt Montreux und die Stille auf den Alpweiden über Caux. Pack dein Rad, atme tief durch und lass dich von einer der schönsten Kulissen der Schweiz durch die Kurven tragen.

Topografie & Landschaft

Steiler Bergrücken über Seeufer

Höhenlage

375 m bis 2042 m Gipfel

Geländecharakter

Asphaltstraßen, Alpwege, Uferpromenaden

Infrastruktur

Zahnradbahn, Verleih, gute Anbindung

Beste Reisezeit

Mai bis Oktober

Navigation

Was den Rochers-de-Naye so einzigartig macht

Montreux – Riviera-Flair am Fuße des Berges

Montreux ist das pulsierende Herz dieser Region und für viele der natürliche Ausgangspunkt jeder Radtour Richtung Rochers-de-Naye. Die Stadt trägt ihren Ruf als Schweizer Riviera zurecht: Palmen säumen die Uferpromenade, Blumenrabatten leuchten in allen Farben, und das milde Mikroklima lässt sogar mediterrane Pflanzen gedeihen. Wer hier morgens am See entlangrollt, könnte fast vergessen, dass die Alpen nur einen Steinwurf entfernt sind.

Weltberühmt ist Montreux natürlich für sein Jazzfestival, das jeden Sommer Musiklegenden und Fans aus aller Welt anzieht. Entlang der Promenade erinnert die berühmte Freddie-Mercury-Statue an den Queen-Sänger, der die Stadt liebte. Für Radfahrer bedeutet das: nach einer schweißtreibenden Bergetappe wartet unten ein quirliges Städtchen mit Cafés, Gelaterias und einer entspannten Atmosphäre, in der man das Erlebte in Ruhe sacken lassen kann.

Das Château de Chillon – Steingewordene Geschichte am Wasser

Nur wenige Kilometer von Montreux entfernt ragt das Château de Chillon direkt aus dem Wasser des Genfersees. Die mittelalterliche Wasserburg gehört zu den meistbesuchten historischen Bauwerken der Schweiz und ist ein unbedingtes Fotomotiv auf jeder Uferrunde. Schon Lord Byron ließ sich hier zu seinem Gedicht "The Prisoner of Chillon" inspirieren.

Für Radler ist das Schloss ein perfekter Zwischenstopp: Der flache Uferweg führt direkt vorbei, und wer sein Rad kurz abstellt, kann durch Verliese, Rittersäle und über Wehrgänge wandern. Die Kulisse aus See, Bergen und Trutzburg wirkt fast unwirklich – ein Kontrast zur alpinen Herbheit oben am Gipfel, der den Reiz dieser Region ausmacht.

Lavaux – Weinterrassen als Weltkulturerbe

Westlich von Montreux erstrecken sich die Weinterrassen von Lavaux, die seit 2007 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Über Jahrhunderte haben Winzer die steilen Hänge über dem See in ein Mosaik aus Trockenmauern und Rebzeilen verwandelt. Man sagt hier, drei Sonnen ließen die Trauben reifen: die am Himmel, ihre Spiegelung im See und die Wärme, die die Steinmauern speichern.

Eine Radtour durch Lavaux ist ein Fest für alle Sinne. Zwischen den Weindörfern Saint-Saphorin, Rivaz und Epesses laden Winzerkeller zur Degustation des berühmten Chasselas ein. Die schmalen Sträßchen sind wellig und fordernd, belohnen aber mit immer neuen Ausblicken über den See bis zu den Savoyer Bergen.

Wusstest du schon?

Am Rochers-de-Naye gibt es einen der höchstgelegenen Alpengärten der Schweiz, La Rambertia, in dem über tausend Gebirgspflanzen aus aller Welt gedeihen. Und für echte Übernachtungsabenteurer: Auf dem Gipfel kann man in original mongolischen Jurten schlafen – mit Blick auf den Sternenhimmel und den See tief unter einem.

Ein weiterer kurioser Fakt: Die Zahnradbahn von Montreux zum Gipfel überwindet auf nur wenigen Kilometern fast 1600 Höhenmeter. Wer beim Radeln unterwegs schwächelt, muss also nicht verzagen – hier lässt sich der Berg auch bequem auf Schienen erklimmen, das Rad reist einfach mit.

Radfahren mit Panoramablick über den Genfersee

Vom Seespiegel zum Wolkenrand

Kaum irgendwo in der Schweiz liegen Genussradeln und alpine Herausforderung so nah beieinander wie hier. Am Ufer des Genfersees rollst du auf beinahe flachen Wegen dahin, mit dem Rennrad locker im Wiegetritt und der Sonne im Nacken. Doch sobald du den Blick nach oben richtest, weißt du, was dieses Revier wirklich ausmacht: der Aufstieg. Von rund 375 Metern Seehöhe bis auf über 2000 Meter am Rochers-de-Naye lassen sich Höhenmeter sammeln, die sonst mehrere Etappen brauchen.

Diese vertikale Bandbreite macht die Region so vielseitig. Familien und Genussfahrer bleiben unten am Ufer, ambitionierte Kletterkünstler suchen die steilen Rampen Richtung Caux und Col de Jaman. Und wer clever plant, kombiniert beides: hinauf mit der Zahnradbahn, hinunter im Rausch der Serpentinen.

Wegequalität und Straßenbelag

Die Straßen rund um Montreux sind größtenteils gut asphaltiert und dank des Tourismus ordentlich unterhalten. Rennradfahrer finden fein gewalzte Bergsträßchen mit gleichmäßiger Steigung, während Gravelfans auf den Forst- und Alpwegen oberhalb von Les Avants und Caux ihr Glück finden. Der Verkehr hält sich auf den kleinen Bergstraßen angenehm in Grenzen, vor allem unter der Woche.

Im Tal führen ausgeschilderte Radrouten wie die Rhône-Route entlang des Sees und bieten sicheres, entspanntes Fahren abseits des Autoverkehrs. Wer die steilen Weinberge von Lavaux durchquert, muss dagegen mit engen, welligen Sträßchen rechnen – technisch anspruchsvoll, aber landschaftlich unbezahlbar.

Aussichtspunkte, die den Atem rauben

Der Lohn für jede Anstrengung ist der Blick. Vom Gipfelplateau des Rochers-de-Naye reicht die Sicht an klaren Tagen über den gesamten Genfersee, hinüber zu den französischen Savoyer Alpen und bis zum Mont Blanc. Der Col de Jaman bietet eine dramatische Passlandschaft mit schroffen Felszacken, während man von Caux aus die glitzernde Wasserfläche wie auf einer Landkarte unter sich ausgebreitet sieht.

Auch unterwegs häufen sich die Postkartenmomente: die Weinterrassen von Lavaux im Abendlicht, das Château de Chillon am Ufer, die Rebdörfer mit ihren steinernen Türmen. Wer eine Kamera dabeihat, sollte ausreichend Zeit einplanen – die Halts werden häufiger als geplant.

Für wen sich die Region eignet

Der Rochers-de-Naye ist ein Revier der Kontraste und spricht damit ganz unterschiedliche Radler an. Ambitionierte Rennradfahrer finden hier ernsthafte Höhenmeter und Trainingsanstiege, die es mit manchem Alpenklassiker aufnehmen können. Gravelbiker entdecken auf den Alpwegen einsame Höhenwelten. Und Familien oder Genussradler bleiben am See, wo flache Wege, Eisdielen und Badestellen locken.

Wichtig zu wissen: Die Höhenlage bedeutet, dass das Wetter am Gipfel deutlich rauer sein kann als am Ufer. Wer die Kombination liebt, sollte flexibel packen und die Zahnradbahn als Verbündeten sehen – sie macht die großen Höhenunterschiede für jeden erlebbar, egal wie stark die Beine sind.

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Die schönsten Radtouren rund um den Rochers-de-Naye

Uferklassiker: Montreux – Chillon – Villeneuve und zurück

Diese entspannte Einsteigertour startet an der blumengeschmückten Promenade von Montreux und folgt dem Ufer des Genfersees Richtung Süden. Auf breiten, gut ausgebauten Wegen rollst du fast eben dahin, mit dem See zur einen und den Bergen zur anderen Seite. Schon nach wenigen Kilometern taucht das berühmte Château de Chillon auf, das direkt am Wasser thront – ein Fotostopp, den sich niemand entgehen lässt.

Weiter geht es nach Villeneuve am Südende des Sees, wo Schilfgürtel und ein Naturschutzgebiet für Ruhe abseits des Trubels sorgen. Hier lohnt eine kleine Pause auf einer Bank am Wasser, bevor du den gleichen Weg zurück nach Montreux nimmst. Die Strecke ist ideal für Familien, Genussradler und alle, die den ersten Tag entspannt angehen wollen.

Mit rund 20 Kilometern und kaum nennenswerten Höhenmetern eignet sich diese Runde perfekt zum Warmwerden, für ein E-Bike-Ausflug oder als Abschlussetappe nach einem harten Bergtag. Cafés und Gelaterias entlang der Promenade sorgen für die nötige Erfrischung.

Königsetappe: Montreux hinauf nach Caux und Richtung Rochers-de-Naye

Diese Tour ist das sportliche Herzstück der Region. Von Montreux aus schlängelt sich die schmale Bergstraße in engen Serpentinen hinauf nach Glion und weiter nach Caux, jenem Höhenbalkon, der spektakulär über dem See hängt. Die Steigung ist konstant fordernd, mit Passagen jenseits der zehn Prozent, doch bei jedem Blick zurück wird der See kleiner und die Aussicht gewaltiger.

In Caux, rund um das markante ehemalige Palace-Hotel, öffnet sich der Blick über den gesamten oberen Genfersee. Von hier führen weitere Straßen und Wege Richtung Bergstation. Wer über gute Beine und passende Bereifung verfügt, kann auf Gravelwegen noch höher hinaus in die Alpweiden unterhalb des Gipfels vorstoßen.

Diese Etappe ist etwas für ambitionierte Fahrer mit Bergerfahrung. Die Belohnung ist ein Höhenrausch mit einem der schönsten Panoramen der Schweiz. Praktisch: Für die Abfahrt oder wenn die Kraft ausgeht, ist die Zahnradbahn nie weit entfernt und nimmt dich und dein Rad gerne mit.

Weingenuss pur: Durch die Lavaux-Terrassen nach Vevey

Diese Route verbindet Kultur, Kulinarik und moderate Sportlichkeit. Von Montreux fährst du zunächst am Ufer entlang nach Vevey, der charmanten Nachbarstadt mit ihrem großen Marktplatz und der berühmten Gabel im See. Von dort geht es hinauf in die Weinterrassen von Lavaux, dem UNESCO-Weltkulturerbe.

Auf welligen, teils steilen Sträßchen führt die Strecke durch die Rebdörfer Saint-Saphorin, Rivaz und Epesses. Zwischen den Trockenmauern und Rebzeilen eröffnen sich immer wieder atemberaubende Blicke über den See. Ein Zwischenstopp bei einem Winzer mit Degustation des lokalen Chasselas gehört unbedingt dazu – natürlich in Maßen, schließlich warten noch Kurven.

Die Runde erfordert etwas Kondition wegen der ständigen Auf und Ab, ist aber landschaftlich ein absolutes Highlight. Sie eignet sich besonders für Genussradler, die Sport und Erlebnis verbinden wollen, und lässt sich flexibel verlängern oder mit der Bahn abkürzen.

Panorama-Gravel: Les Avants und Col de Jaman

Für Gravelfans und abenteuerlustige Radler ist die Route über Les Avants zum Col de Jaman ein echter Geheimtipp. Von Montreux geht es zunächst auf Asphalt hinauf ins beschauliche Bergdorf Les Avants, das im Frühjahr für seine blühenden Narzissenwiesen bekannt ist. Von hier beginnt das eigentliche Abenteuer.

Über Alp- und Forstwege kämpfst du dich Richtung Col de Jaman, einem dramatischen Übergang zwischen den schroffen Felszacken. Die Landschaft wird wilder, die Alpweiden weiter, und die Ruhe ist nur vom Läuten der Kuhglocken unterbrochen. Der Pass selbst bietet einen grandiosen Blick sowohl Richtung Genfersee als auch ins hintere Freiburger Voralpenland.

Diese Tour verlangt Trittsicherheit, gute Kondition und ein geländetaugliches Rad. Dafür wirst du mit Einsamkeit, unverfälschter Bergnatur und einem echten Erfolgsgefühl belohnt. Wer mag, verbindet die Runde mit einer Einkehr auf einer der Alpwirtschaften auf dem Weg.

Genusstour am Wasser: Montreux nach Vevey über die Promenade

Die Uferpromenade zwischen Montreux und Vevey gehört zu den schönsten Flanierstrecken der Schweiz und lässt sich wunderbar mit dem Rad erkunden. Die weitgehend flache Route führt entlang blühender Gärten, vorbei an Skulpturen, Cafés und immer wieder mit direktem Blick auf den glitzernden See und die Berge der Savoyer Seite.

Unterwegs passierst du das Musée Jenisch in Vevey, den historischen Marktplatz und die berühmte übergroße Gabel, die im Wasser vor dem Alimentarium steckt. Die Strecke ist ideal für einen gemütlichen Halbtagesausflug und lässt sich beliebig durch Pausen verlängern.

Mit ihrer geringen Steigung und der guten Infrastruktur ist diese Tour perfekt für Familien mit Kindern, E-Bike-Fahrer und alle, die den mediterranen Charme der Riviera in Ruhe genießen wollen. Die Rückfahrt kann bequem mit dem Zug oder Schiff erfolgen, das ebenfalls Räder transportiert.

Häufige Fragen

Ist die Region auch für Anfänger zum Radfahren geeignet?

Absolut, die Region rund um den Rochers-de-Naye bietet für jedes Niveau die passende Strecke. Anfänger und Familien finden am Ufer des Genfersees flache, gut ausgebaute Radwege, die entspanntes Fahren mit herrlichen Aussichten verbinden. Die Uferpromenade zwischen Montreux, Vevey und Villeneuve ist praktisch eben und ideal zum Einstieg.

Wer sich an die Berge herantasten möchte, kann dies dank der Zahnradbahn stressfrei tun: einfach hinauffahren lassen und die Abfahrt genießen. So lassen sich die steilen Höhenmeter umgehen, und trotzdem erlebt man das alpine Panorama. Die anspruchsvollen Anstiege nach Caux oder zum Col de Jaman bleiben dann den ambitionierten Fahrern vorbehalten.

Kann ich mein Fahrrad in der Zahnradbahn mitnehmen?

Ja, die Zahnradbahn von Montreux zum Rochers-de-Naye transportiert grundsätzlich Fahrräder, allerdings ist die Kapazität begrenzt und je nach Saison und Andrang kann es voll werden. Es empfiehlt sich, vorab die aktuellen Beförderungsbedingungen und eventuelle Reservierungspflichten zu prüfen.

Für viele Radler ist die Bahn ein echter Verbündeter: Man lässt sich mit dem Rad auf den Gipfel bringen und genießt anschließend eine rauschende Abfahrt ohne die mühsamen Steigungen. Auch die Regionalzüge entlang des Sees nehmen Räder mit, was flexible Tourenplanungen und bequeme Rückfahrten ermöglicht.

Welche Jahreszeit eignet sich am besten zum Radfahren?

Die beste Zeit für Radtouren in der Region liegt zwischen Mai und Oktober. Im Frühsommer blühen die Wiesen, die Temperaturen am See sind angenehm mild und die Bergstraßen sind schneefrei befahrbar. Der Herbst bezaubert mit goldenem Licht über den Weinterrassen von Lavaux und meist stabilem Wetter.

Beachte aber die große Höhendifferenz: Während es am Ufer noch sommerlich warm ist, kann es am Gipfel des Rochers-de-Naye deutlich kühler und windiger sein. Im Frühjahr und Spätherbst liegt oben oft noch oder schon wieder Schnee. Packe daher immer eine Windjacke und wärmende Kleidung für die Höhenlagen ein.

Ist Radfahren mit Kindern hier möglich?

Ja, gerade die Uferwege eignen sich hervorragend für Familien mit Kindern. Die flache Promenade zwischen Montreux und Vevey ist verkehrsarm, gut ausgebaut und bietet viele Pausenmöglichkeiten mit Spielplätzen, Badestellen und Eisdielen. Kinder können hier sicher und entspannt in die Pedale treten.

Für ältere oder sportlichere Kinder bietet sich die Kombination mit der Zahnradbahn an: Man fährt gemeinsam nach oben und genießt die Abfahrt oder eine kleine Wanderung mit dem Rad. Von den steilen Bergstraßen sollte man mit kleineren Kindern jedoch absehen, da diese anspruchsvoll und teils dem Autoverkehr ausgesetzt sind.

Darf ich meinen Hund mitnehmen?

Grundsätzlich ist die Region hundefreundlich, allerdings sollte man beim Radfahren mit Hund einige Dinge beachten. Auf den flachen Uferwegen kann ein gut trainierter Hund neben dem Rad herlaufen, sofern es die Temperaturen zulassen. An heißen Sommertagen ist Vorsicht geboten, da der Asphalt sehr warm wird und die Hitze am See belastend sein kann.

In der Zahnradbahn und den Zügen sind Hunde in der Regel gegen ein Ticket erlaubt. Für längere Bergtouren ist ein mitlaufender Hund wegen der Steigungen und der Höhe weniger geeignet. Nimm ausreichend Wasser mit und plane Pausen im Schatten ein, damit der Vierbeiner das Abenteuer ebenso genießt wie du.

Brauche ich ein spezielles Rad für die Region?

Das hängt ganz von deinen Plänen ab. Für die Uferwege und die asphaltierten Bergstraßen genügt ein gutes Rennrad oder Tourenrad mit passender Übersetzung. Angesichts der teils steilen Anstiege Richtung Caux empfiehlt sich unbedingt eine leichte Bergübersetzung, damit die Waden nicht streiken.

Wer die Alpwege oberhalb von Les Avants oder den Col de Jaman erkunden möchte, sollte auf ein Gravel- oder Mountainbike mit griffigen Reifen setzen. E-Bikes sind in der ganzen Region beliebt und erleichtern die großen Höhenunterschiede erheblich – Ladestationen finden sich in vielen Orten. Für Genussradler am See reicht auch ein Leihrad aus einer der Verleihstationen in Montreux.

Wie steil sind die Anstiege zum Rochers-de-Naye?

Die Anstiege haben es durchaus in sich. Von Montreux auf rund 375 Metern Seehöhe hinauf nach Caux und weiter Richtung Gipfel überwindet man auf wenigen Kilometern viele Höhenmeter, wobei die Straße stellenweise Steigungen von über zehn Prozent aufweist. Das ist ein ernstzunehmender Berganstieg, der Kondition und Bergerfahrung erfordert.

Wer sich das nicht zutraut, muss dennoch nicht auf das Gipfelerlebnis verzichten. Die Zahnradbahn nimmt dir die härtesten Höhenmeter ab, und du kannst oben einsteigen und die Abfahrt genießen. Alternativ tastet man sich über mehrere Etappen langsam an die Steigungen heran und legt Pausen an den zahlreichen Aussichtspunkten ein.

Wo kann ich Fahrräder ausleihen?

In Montreux und Vevey gibt es mehrere Verleihstationen, die von City- und Tourenrädern über E-Bikes bis hin zu Rennrädern eine gute Auswahl bieten. Auch das schweizweite Veloverleihsystem ist in der Region vertreten und ermöglicht unkompliziertes Ausleihen und Zurückgeben an verschiedenen Stationen.

Besonders E-Bikes sind hier sehr gefragt, da sie die großen Höhenunterschiede der Region komfortabel überbrücken. Es lohnt sich, vor allem in der Hochsaison im Sommer, vorab zu reservieren. Viele Anbieter geben auch nützliche Tipps zu Routen und stellen Helme sowie Zubehör zur Verfügung.

Gibt es unterwegs genug Einkehrmöglichkeiten?

Ja, die Region ist touristisch gut erschlossen und bietet zahlreiche Gelegenheiten zur Rast. Entlang der Uferpromenade reihen sich Cafés, Restaurants und Gelaterias, in denen man sich mit Blick auf den See stärken kann. In den Weindörfern von Lavaux laden Winzerkeller und Straußwirtschaften zur Degustation und Einkehr ein.

Auch in der Höhe wird man versorgt: In Caux und auf dem Gipfel des Rochers-de-Naye gibt es Restaurants mit Panoramablick, und auf den Alpwegen findet man vereinzelt Alpwirtschaften mit hausgemachten Spezialitäten. Für einsamere Gravelrouten empfiehlt es sich dennoch, ausreichend Proviant und Wasser mitzuführen.

Wie komme ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln an?

Die Region ist hervorragend an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Montreux liegt an der wichtigen Bahnlinie entlang des Genfersees und ist von Genf, Lausanne und dem Rest der Schweiz problemlos mit dem Zug erreichbar. Von dort aus starten die regionalen Verbindungen und die Zahnradbahn.

Fahrräder können in den meisten Zügen gegen ein Ticket mitgenommen werden, teils ist eine Reservierung nötig. Auch die Schiffe auf dem Genfersee transportieren Räder und bieten eine besonders reizvolle Anreisemöglichkeit zwischen den Uferorten. So lässt sich eine Radtour ideal mit einer Zug- oder Schifffahrt kombinieren.

Wie ist das Wetter am Gipfel im Vergleich zum See?

Der Unterschied kann beträchtlich sein. Während am Genfersee dank des milden Mikroklimas oft sommerliche Temperaturen herrschen und sogar Palmen gedeihen, ist es am Gipfel des Rochers-de-Naye auf über 2000 Metern deutlich kühler, windiger und wechselhafter. Nicht selten liegen zwischen Ufer und Gipfel mehr als fünfzehn Grad Unterschied.

Nebel und rasch aufziehende Wolken sind in der Höhe keine Seltenheit. Wer nach oben radelt oder mit der Bahn fährt, sollte daher immer wärmende und winddichte Kleidung einpacken. Vor der Tour lohnt ein Blick auf die Bergwettervorhersage, denn eine klare Fernsicht ist der beste Lohn für den Aufstieg.

Sind die Radwege gut ausgeschildert?

Die Schweiz ist bekannt für ihr exzellent beschildertes Radwegenetz, und die Region rund um den Rochers-de-Naye bildet da keine Ausnahme. Nationale und regionale Routen wie die Rhône-Route entlang des Sees sind durchgehend mit den charakteristischen roten Wegweisern markiert und lassen sich intuitiv befahren.

In den Weinterrassen von Lavaux und auf den Bergstraßen ist die Beschilderung ebenfalls solide, wobei sich in den verwinkelten Rebdörfern eine zusätzliche Navigation per GPS oder App empfiehlt. Für die weniger frequentierten Gravelwege in der Höhe lohnt sich das Herunterladen der Tracks vorab, da hier nicht jeder Abzweig markiert ist.

Kann ich Radfahren mit einem Kulturbesuch verbinden?

Auf jeden Fall, gerade das macht den Reiz der Region aus. Das Château de Chillon liegt direkt am Uferweg und lässt sich perfekt in eine Radtour integrieren. Auch Montreux mit seiner Jazz-Geschichte, Vevey mit dem Alimentarium und den Museen sowie die kulturell reichen Weindörfer von Lavaux bieten viel zu entdecken.

Viele Radler planen bewusst Halte ein, um Geschichte, Kunst und Kulinarik zu erleben. Eine Degustation beim Winzer, ein Museumsbesuch oder ein Bummel durch die Altstadt von Vevey lassen sich hervorragend mit sportlicher Bewegung verbinden. So wird aus einem Radtag ein rundum bereicherndes Erlebnis für Körper und Geist.

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