Plateaugebirge mit Schluchten
Rax und Schneeberg: Wandern zwischen Wiener Hausbergen, Latschenduft und alpinen Hochplateaus
Wandern im Rax-Schneeberg-Gebiet
Es gibt diesen Moment, in dem du aus dem dichten Buchenwald heraustrittst und plötzlich das weite Hochplateau der Rax vor dir liegt – ein Meer aus Latschenkiefern, Felsblöcken und blühenden Almwiesen, über das der Wind streicht, als wollte er dir den Schweiß des Aufstiegs aus dem Gesicht pusten. Willkommen im Rax-Schneeberg-Gebiet, dem nordöstlichsten Ausläufer der Alpen und seit über hundert Jahren dem geliebten Wanderparadies der Wienerinnen und Wiener.
Hier treffen zwei Bergriesen aufeinander: die felsige, plateauartige Rax und der mächtige Schneeberg, mit 2.076 Metern der höchste Gipfel Niederösterreichs. Beide werden durch das tief eingeschnittene Höllental getrennt, durch das die wilde Schwarza rauscht. Zwischen den beiden Massiven liegt eine Landschaft, die so kontrastreich ist, dass du an einem einzigen Tag durch schattige Schluchten, über sonnige Almböden und entlang ausgesetzter Felsgrate wandern kannst.
Was das Gebiet so einzigartig macht, ist seine Geschichte: Schon im 19. Jahrhundert kamen die Großstädter mit der Südbahn hierher, um der stickigen Sommerluft zu entfliehen. Die Sommerfrische wurde erfunden, Villen entstanden, und der Alpinismus nahm hier seinen frühen Aufschwung. Noch heute spürst du diesen nostalgischen Charme – etwa wenn die historische Salamander-Zahnradbahn dich auf den Schneeberg keucht oder die Raxseilbahn, Österreichs älteste Personenseilbahn, dich in wenigen Minuten ins Hochgebirge hebt.
Und das Beste: Du musst kein durchtrainierter Extrembergsteiger sein. Vom gemütlichen Plateauspaziergang über aussichtsreiche Genusswanderungen bis hin zu nervenkitzelnden Klettersteigen ist alles dabei. Dazu gibt es urige Schutzhütten, in denen ein Kaiserschmarrn nach dem Gipfelsieg schmeckt wie kein anderer. Pack die Wanderschuhe ein – die Wiener Hausberge warten.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
bis 2.076 m (Klosterwappen)
Geländecharakter
Plateauwege, Steige, Klettersteige
Infrastruktur
Seilbahnen, Hütten, Bahnanbindung
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober
Natur, Kultur und Geheimtipps rund um Rax und Schneeberg
Die Wiener Hausberge und ihre Geschichte
Kaum eine Bergregion Österreichs ist so eng mit einer Großstadt verwoben wie das Rax-Schneeberg-Gebiet mit Wien. Bereits ab den 1850er-Jahren rollten die Züge der Südbahn ins Schwarzatal, und mit ihnen kam eine ganze Gesellschaft, die hier Erholung suchte. Reichenau an der Rax und Payerbach wurden zu mondänen Sommerfrische-Orten, in denen Künstler, Kaiserliche und das Großbürgertum die heiße Jahreszeit verbrachten. Noch heute zeugen prächtige Villen mit verschnörkelten Holzbalkonen von dieser Epoche.
Dieser historische Tourismus hat das Gebiet geprägt wie kaum etwas anderes. Die Erschließung mit Seilbahnen, Zahnradbahnen und einem dichten Netz an markierten Wegen geht auf eine Zeit zurück, in der das Bergwandern für die Stadtbevölkerung erst entdeckt wurde. Wer heute über die Plateaus streift, wandert also buchstäblich auf den Spuren der Alpinismus-Pioniere.
Höllental und die wilde Schwarza
Zwischen Rax und Schneeberg gräbt sich das spektakuläre Höllental in den Fels. Hier rauscht die Schwarza über glatt geschliffene Steine, das Wasser schimmert in einem fast karibischen Türkis, und steile Felswände türmen sich auf beiden Seiten auf. Der Talweg führt vorbei an alten Wasserleitungsbauten – denn von hier stammt ein guter Teil des Wiener Trinkwassers, das über die Erste Wiener Hochquellenwasserleitung in die Hauptstadt fließt.
Das Höllental ist nicht nur landschaftlich ein Juwel, sondern auch das Eingangstor zu den berühmtesten Klettersteigen des Gebiets. Wer hier durchwandert, spürt die kühle Schluchtluft und versteht schnell, warum dieser Ort seinen düsteren Namen trägt – obwohl es eigentlich himmlisch schön ist.
Almen, Hütten und kulinarische Höhepunkte
Eine Wanderung im Rax-Schneeberg-Gebiet ist ohne Hütteneinkehr nur die halbe Sache. Auf der Rax laden das Otto-Schutzhaus, das Karl-Ludwig-Haus oder das Habsburghaus zur Rast, am Schneeberg das Damböckhaus oder das Fischerhütte direkt unter dem Klosterwappen-Gipfel. Hier bekommst du deftige Hausmannskost: Speckknödel, Frittatensuppe und natürlich Kaiserschmarrn, der nach einem langen Aufstieg fast philosophische Dimensionen annimmt.
Wusstest du schon? Das Gebiet ist die Heimat der berühmten Schneebergblume – so nennen die Einheimischen liebevoll die Edelweißbestände der Region. Wer über die Hochplateaus wandert, sollte aufmerksam sein, denn die seltenen Alpenblumen stehen streng unter Naturschutz.
Geheimtipps abseits der Hauptwege
Während die Massive an Sommerwochenenden gut besucht sind, gibt es stille Ecken, die nur Kenner schätzen. Das Naßkamm-Gebiet im Süden der Rax etwa ist deutlich ruhiger als die Hauptaufstiege. Auch die Preiner Wand bietet einsame Pfade mit grandiosen Tiefblicken.
Ein echter Geheimtipp ist der Sonnenaufgang am Klosterwappen, dem höchsten Punkt des Schneebergs. Wer dort oben in einer Hütte übernachtet und vor Morgengrauen aufsteht, erlebt, wie das Lichtermeer Wiens am Horizont langsam dem rosa Alpenglühen weicht – ein Moment, den keine Postkarte einfangen kann.
Warum Wandern auf Rax und Schneeberg so besonders ist
Zwei Charaktere, ein Wanderparadies
Das Faszinierende am Rax-Schneeberg-Gebiet ist die Vielfalt auf engstem Raum. Die Rax ist ein klassisches Plateaugebirge: Hast du erst einmal den Aufstieg oder die Seilbahn hinter dir, breitet sich vor dir eine sanft gewellte Hochfläche aus, über die du fast eben von Hütte zu Hütte spazieren kannst. Diese Weite ist im Ostalpenraum eine Seltenheit und macht die Rax ideal für Genusswanderer und Familien.
Der Schneeberg dagegen ist der ernsthaftere Bruder. Mit seinen 2.076 Metern ragt er als höchster Gipfel Niederösterreichs deutlich über die Baumgrenze, seine Aufstiege sind länger und kerniger. Wer den Klosterwappen-Gipfel über das Schneealpenplateau erreicht, bewegt sich in echtem Hochgebirgsterrain mit allem, was dazugehört: Wettersturzgefahr, Steinschlag und grandioser Fernsicht.
Wege für jedes Können
Die Wegequalität ist im gesamten Gebiet ausgezeichnet markiert und gepflegt – ein Erbe der über 150-jährigen alpinen Tradition. Du findest breite Forst- und Plateauwege, schmale Steige, felsige Gratpassagen und ausgesetzte Klettersteige wie den berühmten Alpenvereinssteig oder den Teufelsbadstubensteig auf die Rax. Anfänger starten am besten mit den Seilbahn-unterstützten Plateauwanderungen, Geübte wagen sich an die markierten Aufstiege durch die Wände.
Gerade für Wiener und Niederösterreicher ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ein echtes Plus: Mit der Bahn nach Payerbach-Reichenau oder Puchberg am Schneeberg und weiter mit Seil- oder Zahnradbahn – schon stehst du am Berg, ganz ohne Auto.
Aussichten, die süchtig machen
Bei klarer Sicht reicht der Blick vom Schneeberg über das gesamte Wiener Becken bis zu den Schneebergen der Steiermark und an guten Tagen sogar bis zum Neusiedler See. Vom Raxplateau wiederum siehst du die zackigen Konturen der Schneealpe und des Hochschwabs. Solche Panoramen entschädigen jeden Schweißtropfen.
Besonders im Herbst, wenn die Latschen golden leuchten und die Luft kristallklar ist, entwickelt das Gebiet eine fast magische Atmosphäre. Frühaufsteher werden mit Nebelmeeren in den Tälern belohnt, aus denen die Gipfel wie Inseln ragen – ein Naturschauspiel, das süchtig macht.
Übernachten zwischen Tal und Gipfel: Hotels und Hütten im Rax-Schneeberg-Gebiet
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Die schönsten Wanderungen im Rax-Schneeberg-Gebiet
Über den Teufelsbadstubensteig auf die Rax
Diese klassische Tour startet am Parkplatz im Höllental nahe der Talstation der Raxseilbahn. Statt bequem mit der Gondel zu fahren, nimmst du den Aufstieg über den Teufelsbadstubensteig – einen leichten, drahtseilgesicherten Klettersteig (Schwierigkeit A), der dich durch wilde Felsformationen aufwärts führt. Der Name allein verspricht schon ein kleines Abenteuer.
Oben angekommen, öffnet sich das weite Raxplateau. Von hier wanderst du in etwa einer Stunde zum Ottohaus, der ältesten Schutzhütte der Rax, wo dich eine deftige Jause erwartet. Wer mag, macht noch einen Abstecher zum Gipfelkreuz und genießt den Tiefblick ins Höllental.
Der Abstieg erfolgt bequem mit der Raxseilbahn zurück ins Tal – perfekt, wenn die Beine schon müde sind. Die Tour ist für trittsichere Wanderer mit etwas Klettersteig-Erfahrung geeignet und dauert insgesamt rund fünf bis sechs Stunden. Schwindelfreiheit ist Pflicht.
Schneeberg-Überschreitung zum Klosterwappen
Die Königstour der Region führt auf den höchsten Punkt Niederösterreichs. Start ist in Puchberg am Schneeberg, von wo aus du entweder mit der historischen Salamander-Zahnradbahn bis zur Station Hochschneeberg fährst oder selbst aufsteigst. Wer den ganzen Weg zu Fuß geht, nimmt den Wegverlauf über die Mamauwiese und das Baumgartnerhaus.
Vom Bahnhof Hochschneeberg geht es weiter zum Damböckhaus und dann hinauf zum Kaiserstein und schließlich zum Klosterwappen auf 2.076 Metern. Hier oben fühlt sich die Welt unendlich weit an, der Blick reicht bei guter Sicht bis Wien und in die Steiermark.
Der Abstieg über das Fischerhütte rundet die Hochtour ab. Diese Wanderung ist anspruchsvoll, erfordert Kondition und festes Schuhwerk und sollte nur bei stabilem Wetter unternommen werden – Gewitter am Nachmittag sind hier keine Seltenheit. Plane sechs bis sieben Stunden ein.
Genusswanderung durch das Höllental
Für alle, die es ruhiger angehen lassen wollen, ist die Wanderung durch das Höllental ideal. Der gut ausgebaute Weg führt entlang der türkis schimmernden Schwarza vom Höllental-Eingang Richtung Singerin. Du wanderst durch eine kühle, schattige Schlucht, vorbei an mächtigen Felswänden und alten Bauwerken der Wiener Hochquellenwasserleitung.
Unterwegs lädt das Restaurant Singerin zur Einkehr, und immer wieder eröffnen sich Blicke hinauf zu den Wänden von Rax und Schneeberg. Der Weg ist fast eben und daher auch für Familien mit Kindern bestens geeignet – die rauschende Schwarza begeistert die Kleinen garantiert.
Wer mag, verlängert die Tour bis zur Weichtalhütte, dem Ausgangspunkt vieler Raxklettersteige. Insgesamt bist du bei der gemütlichen Variante etwa drei Stunden unterwegs, ohne nennenswerte Steigung – pures Naturerlebnis ohne Anstrengung.
Plateauwanderung Rax: Vom Ottohaus zum Habsburghaus
Diese Tour zeigt die Rax von ihrer sanftesten Seite. Du startest an der Bergstation der Raxseilbahn und wanderst über das weite Plateau zunächst zum Ottohaus. Von dort geht es weiter über sanft gewellte Almböden, durch Latschenfelder und vorbei an Karstformationen Richtung Süden zum Habsburghaus.
Der Weg ist landschaftlich ein Traum: Immer wieder öffnen sich Blicke auf die umliegenden Gipfel, und im Sommer blühen die Alpenwiesen in allen Farben. Das Habsburghaus liegt auf rund 1.785 Metern und bietet eine herrliche Aussicht zur Schneealpe und zum Hochschwab.
Diese Wanderung ist moderat, erfordert keine besonderen alpinen Kenntnisse und ist auch für geübte Familien machbar. Der Rückweg führt über den gleichen oder einen alternativen Plateauweg zurück zur Seilbahn. Rechne mit vier bis fünf Stunden reiner Gehzeit über das Hochplateau.
Familienwanderung über die Mamauwiese am Schneeberg
Diese entspannte Tour ist ideal für Familien und Genießer. Ausgangspunkt ist die Losenheim oberhalb von Puchberg, von wo aus du gemütlich zur Mamauwiese aufsteigst. Der breite, gut begehbare Weg führt durch lichte Wälder und über sonnige Wiesen mit traumhaftem Blick auf die Schneebergwände.
Auf der Mamauwiese gibt es eine bewirtschaftete Hütte mit Spielmöglichkeiten und herzhafter Verpflegung – der perfekte Platz für eine ausgiebige Rast. Im Winter ist das Gebiet ein kleines Skiparadies, im Sommer ein beliebter Familienausflug.
Wer noch Energie hat, kann von hier weiter Richtung Edelweißhütte aufsteigen und die Aussicht genießen. Die Wanderung ist leicht, der Aufstieg überschaubar, und mit Kindern braucht man dafür inklusive Pausen etwa drei Stunden. Festes Schuhwerk reicht völlig aus.
Preiner Gscheid auf die Heukuppe
Die Heukuppe ist mit 2.007 Metern der höchste Gipfel der Rax und ein lohnendes Ziel für ambitionierte Wanderer. Start ist am Preiner Gscheid, dem Pass zwischen Rax und Schneealpe. Von hier steigst du über markierte Wege durch Latschengassen und über Almböden zum Karl-Ludwig-Haus auf.
Vom Schutzhaus ist es nur noch ein kurzer Anstieg zum Gipfel der Heukuppe, wo dich ein gewaltiges Panorama erwartet: das gesamte Raxplateau, die Schneealpe, der Hochschwab und in der Ferne das Wiener Becken. Der Gipfel ist deutlich ruhiger als die seilbahnnahen Bereiche.
Die Tour erfordert gute Kondition und Trittsicherheit, ist aber technisch nicht schwierig. Über denselben Weg oder eine Plateauvariante kehrst du zurück zum Preiner Gscheid. Plane für die gesamte Runde etwa fünf bis sechs Stunden ein und nimm ausreichend Wasser mit, da es am Plateau wenig Quellen gibt.
Häufige Fragen
Wie komme ich ohne Auto ins Rax-Schneeberg-Gebiet?
Das Gebiet ist hervorragend mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar – ein echter Vorteil gegenüber vielen anderen Alpenregionen. Von Wien aus fährst du mit der Bahn in rund einer Stunde nach Payerbach-Reichenau, dem Tor zur Rax, oder nach Wiener Neustadt mit Anschluss nach Puchberg am Schneeberg.
Von Payerbach gelangst du mit Bus oder Taxi zur Talstation der Raxseilbahn. In Puchberg startet die historische Schneebergbahn (Zahnradbahn) hinauf zum Hochschneeberg. Viele Wanderer nutzen genau diese Kombination aus Zug und Bergbahn, um Auto-frei in die Berge zu kommen. Tipp: Prüfe vorab die Fahrpläne, gerade die Salamander-Zahnradbahn fährt nicht ganzjährig und ist an schönen Tagen gut gebucht.
Ist das Wandern auf Rax und Schneeberg für Kinder geeignet?
Absolut, sofern du die passenden Touren auswählst. Das Höllental mit seinem fast ebenen Weg entlang der Schwarza ist ideal für Familien, ebenso die Plateauwanderungen auf der Rax, zu denen dich die Seilbahn bequem hinaufbringt. Auch die Mamauwiese am Schneeberg ist ein beliebtes Familienziel mit Einkehrmöglichkeit.
Von anspruchsvollen Klettersteigen wie dem Alpenvereinssteig oder dem Teufelsbadstubensteig solltest du mit kleinen Kindern aber unbedingt absehen. Diese erfordern Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Generell gilt: Plane mit Kindern mehr Zeit ein, nimm genug Proviant mit und checke das Wetter, da Gewitter am Berg schnell aufziehen können.
Darf ich meinen Hund mitnehmen?
Ja, Hunde sind im Rax-Schneeberg-Gebiet grundsätzlich willkommen, und viele Wanderwege eignen sich gut für Vierbeiner. Auf dem Plateau der Rax und entlang des Höllentals kann dein Hund ausgiebig laufen. Beachte aber, dass auf den Almböden oft Weidevieh unterwegs ist – dann gehört der Hund unbedingt an die Leine, um Konflikte mit Kühen zu vermeiden.
In den Seil- und Zahnradbahnen ist die Mitnahme von Hunden meist gegen Gebühr möglich, große Hunde benötigen teils einen Maulkorb. Auf Klettersteigen haben Hunde nichts verloren. Erkundige dich vorab bei den Schutzhütten, ob Hunde willkommen sind – die meisten sind hundefreundlich, aber eine kurze Nachfrage schadet nie.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern?
Die Hauptsaison reicht von etwa Mai bis Oktober. Im Frühsommer locken blühende Alpenwiesen, im Hochsommer ist es auf den Plateaus angenehm kühl, während im Tal die Hitze drückt. Der Herbst gilt vielen als die schönste Zeit: klare Luft, goldene Latschen und oft Nebelmeere in den Tälern.
Im Hochwinter verwandelt sich das Gebiet in eine Schneelandschaft, die Schneeschuhwanderern und Tourengehern vorbehalten ist – die normalen Wanderwege sind dann nicht ohne alpine Ausrüstung begehbar. Beachte, dass die Bergbahnen Betriebspausen haben können. Prüfe für Hochtouren am Schneeberg immer den Wetterbericht, da Spätfröste und Wettersturz auch im Sommer möglich sind.
Brauche ich eine spezielle Ausrüstung?
Für die meisten Wanderungen reichen feste Wanderschuhe mit gutem Profil, wetterfeste Kleidung und ausreichend Wasser. Da das Wetter im Hochgebirge schnell umschlagen kann, gehören auch bei Schönwetter eine Regenjacke und eine warme Schicht in den Rucksack.
Für die Klettersteige wie den Alpenvereinssteig oder Teufelsbadstubensteig brauchst du zusätzlich ein Klettersteigset (Helm, Gurt, Bandfalldämpfer) und entsprechende Erfahrung. Auf den Plateaus gibt es kaum Quellen, daher solltest du immer genug zu trinken dabeihaben. Sonnenschutz ist über der Baumgrenze besonders wichtig, da die Sonneneinstrahlung intensiver ist als im Tal.
Welcher Berg ist für Einsteiger besser geeignet, Rax oder Schneeberg?
Für Einsteiger empfiehlt sich klar die Rax. Dank der Raxseilbahn gelangst du schnell auf das Hochplateau und kannst dort fast eben von Hütte zu Hütte wandern, ohne dich an steilen Aufstiegen zu verausgaben. Die Plateaulandschaft ist gut markiert und bietet kurze wie lange Varianten.
Der Schneeberg ist insgesamt höher und seine Aufstiege sind länger und anstrengender, auch wenn die Zahnradbahn einen Teil der Höhenmeter abnimmt. Der Gipfelbereich rund um das Klosterwappen ist alpin und sollte nur von konditionsstarken, trittsicheren Wanderern bei gutem Wetter angegangen werden. Wer also gerade erst beginnt, startet am besten mit einer entspannten Raxrunde.
Gibt es Übernachtungsmöglichkeiten auf den Bergen?
Ja, das Gebiet verfügt über ein dichtes Netz bewirtschafteter Schutzhütten. Auf der Rax sind das unter anderem das Ottohaus, das Karl-Ludwig-Haus und das Habsburghaus, am Schneeberg das Damböckhaus und das Fischerhütte nahe dem Gipfel. Eine Übernachtung lohnt sich besonders für den Sonnenaufgang am Berg.
Reserviere in der Hauptsaison unbedingt im Voraus, da die Hütten an Wochenenden schnell ausgebucht sind. Im Tal findest du in Reichenau, Payerbach und Puchberg gemütliche Gasthöfe und Hotels mit dem nostalgischen Charme der alten Sommerfrische. So lässt sich ein längerer Wanderurlaub bestens planen.
Wie fit muss ich für eine Gipfeltour sein?
Das hängt stark von der gewählten Tour ab. Für die Plateauwanderungen auf der Rax mit Seilbahnunterstützung reicht eine durchschnittliche Grundfitness aus – wer regelmäßig spazieren geht, kommt gut zurecht. Diese Touren bewältigen auch Gelegenheitswanderer problemlos.
Für die Überschreitung des Schneebergs zum Klosterwappen oder die Heukuppe auf der Rax brauchst du dagegen eine solide Kondition, da mehrere Stunden Gehzeit mit deutlichen Höhenmetern anfallen. Klettersteige erfordern zusätzlich Kraft, Technik und Schwindelfreiheit. Schätze deine Fähigkeiten realistisch ein und beginne mit leichteren Routen, bevor du dich an die anspruchsvolleren Touren wagst.
Kann ich im Höllental baden?
Das türkisfarbene Wasser der Schwarza im Höllental sieht zwar verlockend aus, aber Baden ist hier nur eingeschränkt zu empfehlen. Das Wasser ist eiskalt, da es direkt aus den Bergquellen stammt, und die Strömung kann an manchen Stellen kräftig sein. Außerdem dient das Gebiet der Trinkwasserversorgung Wiens, weshalb der Gewässerschutz hohe Priorität hat.
An heißen Sommertagen kühlen sich viele Wanderer dennoch die Füße im klaren Wasser ab, was eine herrliche Erfrischung ist. Vom ausgiebigen Schwimmen solltest du jedoch absehen und die Natur respektieren. Halte dich an Hinweisschilder und genieße die Schlucht lieber als landschaftliches Naturschauspiel.
Sind die Wanderwege gut markiert?
Ja, das Rax-Schneeberg-Gebiet verfügt über eines der bestausgebauten und am besten markierten Wegenetze Österreichs. Das verdankt es seiner langen alpinen Tradition seit dem 19. Jahrhundert. Die Wege sind mit den typischen rot-weiß-roten Markierungen versehen, an Kreuzungen findest du Wegweiser mit Zeitangaben und Zielen.
Dennoch empfiehlt es sich, eine aktuelle Wanderkarte oder eine Wander-App mitzuführen, besonders auf den weitläufigen Plateaus, wo bei Nebel die Orientierung schwierig werden kann. Die Plateaus wirken bei schlechter Sicht schnell unübersichtlich. Verlasse dich nicht allein auf das Handy, sondern habe immer eine Karte als Backup dabei.
Was kostet die Fahrt mit Seilbahn und Zahnradbahn?
Die genauen Preise variieren je nach Saison und werden regelmäßig angepasst, daher lohnt ein Blick auf die offiziellen Websites der Betreiber. Grob musst du für eine Berg- und Talfahrt mit der Raxseilbahn oder der Schneebergbahn mit einem zweistelligen Eurobetrag pro Person rechnen.
Es gibt häufig Familientarife, Kombitickets und ermäßigte Preise für einfache Fahrten. Viele Wanderer fahren etwa mit der Seilbahn hinauf und steigen zu Fuß ab, um Geld und ein intensiveres Naturerlebnis zu kombinieren. Die historische Salamander-Zahnradbahn auf den Schneeberg ist dabei nicht nur Transportmittel, sondern selbst schon ein Erlebnis und absolut empfehlenswert.
Gibt es geführte Wanderungen in der Region?
Ja, im Rax-Schneeberg-Gebiet werden zahlreiche geführte Touren angeboten, von gemütlichen Themenwanderungen bis hin zu geführten Klettersteig-Touren mit Bergführer. Gerade für Einsteiger, die sich an einen Klettersteig wagen möchten, ist eine geführte Tour eine sichere und lehrreiche Möglichkeit.
Lokale Tourismusbüros in Reichenau, Payerbach und Puchberg sowie alpine Vereine vermitteln entsprechende Angebote. Auch Hütten organisieren manchmal Wanderungen, etwa zu Sonnenaufgangstouren. Eine geführte Tour lohnt sich besonders, wenn du die Region noch nicht kennst, da die Guides oft spannende Geschichten zur Natur, Geologie und Geschichte des Gebiets erzählen.