Kleines Mittelgebirge mit Felsen
Radfahren im Zittauer Gebirge: Wo Sandstein, Grenzgeschichten und kurvige Wege auf dich warten
Radfahren im Zittauer Gebirge
Ganz im Südosten Sachsens, dort wo Deutschland, Polen und Tschechien wie drei alte Freunde an einem Tisch zusammensitzen, liegt das Zittauer Gebirge – das kleinste Mittelgebirge Deutschlands und gleichzeitig eines der charmantesten. Hier wartet kein endloser Höhenrausch, sondern ein verspielter Mix aus bizarren Sandsteinfelsen, dunklen Basaltkuppen, sanften Wiesen und Wäldern, die im Morgenlicht förmlich zu dampfen scheinen. Für Radfahrer ist diese Region ein kleines, ehrliches Paradies, das man viel zu selten auf dem Schirm hat.
Wer hier in die Pedale tritt, erlebt eine Landschaft, die ständig die Kulisse wechselt. Mal rollst du durch alte Umgebindehausdörfer, deren Fachwerk so liebevoll gepflegt wird, dass man am liebsten anhalten und Kuchen essen möchte. Mal schlängelt sich der Weg an Felstürmen vorbei, die Namen wie Nonnenfelsen oder Töpfer tragen und aussehen, als hätte die Natur hier ein bisschen zu lange am Steinbaukasten gesessen. Und immer wieder öffnet sich der Blick auf die böhmischen Berge im Süden.
Das Besondere am Zittauer Gebirge ist seine Kompaktheit. Die Wege sind kurz, die Erlebnisse dafür dicht gepackt. Du kannst morgens in Zittau starten, mittags in Tschechien einen Kaffee trinken, nachmittags in Polen über einen Stausee blicken und abends wieder im Umgebindehaus die Beine hochlegen. Dieses Dreiländer-Gefühl gibt es in dieser Dichte kaum woanders.
Dazu kommt eine Gelassenheit, die ansteckend ist. Hier hetzt niemand. Die Region lädt zum Genussradeln ein, ohne dass dir die Anstiege geschenkt werden – ein paar knackige Rampen gehören dazu. Egal ob mit dem Trekkingrad auf den Talradwegen oder mit dem Mountainbike auf den Waldpfaden: Das Zittauer Gebirge belohnt Neugier mit Aussichten, Geschichte und einer ehrlichen Portion Natur.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
bis 793 m (Lausche)
Geländecharakter
Asphaltwege, Schotter, Waldpfade
Infrastruktur
Gut ausgebaut, Schmalspurbahn
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober
Sehenswertes im Dreiländereck rund um Zittau
Sandsteinfelsen und Basaltkuppen – das Doppelgesicht der Berge
Das Zittauer Gebirge ist geologisch ein echter Sonderling. Hier treffen helle, verwitterte Sandsteinfelsen auf dunkle Basaltberge, was der Landschaft ein faszinierendes Doppelgesicht verleiht. Die berühmten Felsformationen rund um den Nonnenfelsen bei Jonsdorf oder die Mühlsteinbrüche sehen aus wie eine Bühne aus einem alten Märchenfilm. Wer mit dem Rad anreist und kurz die Wanderschuhe schnürt, steht plötzlich vor Felstoren, Höhlen und Säulen, die über Jahrmillionen entstanden sind.
Der Töpfer bei Oybin und die Lausche, mit 793 Metern der höchste Berg des Gebirges, gehören zu den markanten Basaltkuppen. Von oben reicht der Blick weit nach Böhmen hinein. Es ist diese Mischung aus zerklüfteten Felsen und sanften, bewaldeten Kuppen, die das Radfahren hier so abwechslungsreich macht – kein Kilometer gleicht dem anderen.
Umgebindehäuser und das Erbe der Weber
Kaum eine Bauform prägt die Oberlausitz so sehr wie das Umgebindehaus. Diese einzigartige Verbindung aus Blockstube, Fachwerk und Umgebinde findest du in fast jedem Dorf der Region. In Orten wie Obercunnersdorf reihen sich hunderte dieser Häuser aneinander – ein lebendiges Freilichtmuseum, durch das du gemütlich hindurchradeln kannst.
Diese Häuser erzählen von der Webertradition der Region. Über Generationen hinweg arbeiteten hier Leineweber, deren Werkstätten oft im Erdgeschoss lagen. Heute sind viele liebevoll restauriert und beherbergen Cafés, kleine Museen oder Pensionen. Ein Stopp lohnt sich – schon allein, um zu verstehen, wie eng Architektur und Lebensweise hier verwoben sind.
Das Dreiländereck und die Grenzgeschichten
Zittau liegt am Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien. Diese Grenznähe ist kein abstraktes Detail, sondern täglich spürbar. Auf der polnischen Seite lockt der Olbersdorfer See und etwas weiter die Stadt Bogatynia, im tschechischen Süden warten kleine Bergdörfer und das Lausitzer Gebirge. Mit dem Rad überquert man Grenzen heute fast unbemerkt – ein Luxus, den ältere Generationen so nicht kannten.
Wusstest du schon? Zittau besitzt mit dem Großen Zittauer Fastentuch von 1472 eines der größten und ältesten erhaltenen Fastentücher Europas. Es misst über acht mal sechs Meter und ist heute in einem eigens dafür gebauten Museum zu sehen. Ein Kulturschatz, den man bei einer Radpause leicht unterschätzt.
Kulinarik und Einkehr – herzhaft und ehrlich
Nach einer Tour schmeckt die Oberlausitzer Küche besonders gut. Klassiker wie die Oberlausitzer Quarkkeulchen oder deftige Kartoffelgerichte stehen auf vielen Speisekarten. In den Berggasthöfen rund um Oybin und Jonsdorf bekommst du regionale Spezialitäten serviert, oft mit Blick auf die Felsen.
Ein Geheimtipp sind die kleinen Hofläden und Bauernhöfe abseits der Hauptstraßen. Hier gibt es Honig, Käse und Säfte direkt vom Erzeuger – ideal für die Vorratstasche am Lenker. Und wer einen tschechischen Abstecher macht, sollte sich ein frisch gezapftes Bier nicht entgehen lassen, das hier oft günstiger und mindestens genauso süffig ist.
Warum Radfahren im Zittauer Gebirge so besonders ist
Kompakt, aber niemals langweilig
Das Zittauer Gebirge ist klein – und genau das ist sein Trumpf. Wo du in größeren Mittelgebirgen stundenlang durch gleichförmige Wälder kurbelst, wechselt hier alle paar Kilometer die Szenerie. Vom Talradweg entlang der Mandau geht es hinauf zu Aussichtspunkten, vorbei an Felsen, durch Dörfer und über kleine Pässe. Diese Dichte macht das Radfahren erlebnisreich, ohne dass du dich überfordern musst.
Gerade für Tagestouren ist das ideal. Du musst keine endlosen Etappen planen, sondern kannst spontan kombinieren. Wer mehr will, hängt einfach einen Grenzübertritt nach Tschechien oder Polen an und sammelt drei Länder an einem Nachmittag.
Wege für alle – vom Genussradler bis zum Mountainbiker
Die Region bedient unterschiedliche Vorlieben erstaunlich gut. Familien und Genussradler finden auf den asphaltierten Talradwegen und rund um den Olbersdorfer See entspannte Strecken mit wenig Steigung. Wer es sportlicher mag, nimmt die Anstiege zu den Bergdörfern Oybin und Jonsdorf in Angriff – kurz, aber knackig.
Mountainbiker kommen auf den Wald- und Forstwegen rund um Lausche und Hochwald auf ihre Kosten. Es gibt verwurzelte Pfade, Schotterpassagen und immer wieder lohnende Abfahrten. Ein E-Bike ist hier übrigens kein Eingeständnis von Schwäche, sondern eine clevere Wahl, um die Höhenmeter zu genießen statt zu fürchten.
Aussichten, die hängenbleiben
Das Zittauer Gebirge belohnt jede Anstrengung mit Panorama. Von den Höhen rund um den Hochwald (Hvozd) blickst du tief nach Böhmen, an klaren Tagen sogar bis zum Jeschken. Der Töpfer bietet eine spektakuläre Felsbühne, und vom Ufer des Olbersdorfer Sees spiegeln sich die Berge im Wasser.
Diese Aussichtspunkte sind nie weit von den Radwegen entfernt. Oft genügt es, das Rad kurz abzustellen und ein paar Schritte zu gehen. Genau diese Mischung aus Rollen und Schauen macht den Reiz aus – du fährst nicht nur, du erlebst.
Ruhe statt Massenandrang
Während andere Radregionen im Sommer überlaufen sind, geht es hier vergleichsweise entspannt zu. Die Wege sind selten überfüllt, und man begegnet eher freundlichen Einheimischen als ungeduldigen Touristenkarawanen. Diese Ruhe ist ein echter Luxus für alle, die das Radfahren als Erholung und nicht als Wettkampf verstehen.
Dazu kommt die gute Anbindung über die Zittauer Schmalspurbahn, mit der du dich und dein Rad bequem bergauf transportieren lassen kannst, um dann genüsslich talwärts zu rollen. Ein kleiner Trick, den Kenner zu schätzen wissen.
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Die schönsten Radtouren im Zittauer Gebirge
Rundtour um den Olbersdorfer See und nach Zittau
Diese entspannte Runde startet am Olbersdorfer See, einem renaturierten ehemaligen Tagebau, der heute ein beliebtes Naherholungsgebiet ist. Der asphaltierte Rundweg um den See ist nahezu eben und damit ideal zum Einrollen oder für Familien mit Kindern. Das Wasser schimmert türkis, und am Nordufer hast du einen schönen Blick auf die Silhouette des Gebirges.
Von dort führt die Strecke entlang ausgeschilderter Radwege in die Altstadt von Zittau. Hier lohnt sich ein Stopp am Marktplatz mit dem prächtigen Rathaus im italienischen Stil und ein Abstecher zum Museum mit dem Großen Zittauer Fastentuch. Die Wege sind gut befahrbar und überwiegend flach.
Die Tour ist perfekt für Einsteiger, Familien und alle, die Kultur und Natur verbinden möchten. Wer mag, verlängert die Runde Richtung Olbersdorf und genießt unterwegs ein Eis am Seeufer. Eine ehrliche Einsteigerrunde ohne Stress, aber mit viel Atmosphäre.
Über Oybin und Jonsdorf – die Felsenrunde
Diese Tour führt ins Herz des Gebirges und verbindet die beiden bekanntesten Kurorte der Region. Von Zittau aus geht es leicht ansteigend Richtung Oybin, einem malerischen Ort, über dem die Ruine der Burg- und Klosteranlage auf dem Berg thront. Schon der Anblick ist ein Stopp wert, und wer Zeit hat, schiebt das Rad kurz hinauf.
Weiter rollst du nach Jonsdorf, vorbei an den eindrucksvollen Mühlsteinbrüchen und dem Nonnenfelsen. Die Strecke verläuft teils auf Nebenstraßen, teils auf gut ausgebauten Wegen, mit einigen knackigen Steigungen, die dich ins Schwitzen bringen. Die Abfahrten dafür sind ein echter Genuss.
Diese Runde eignet sich für sportlichere Radler oder E-Biker, die die Höhenmeter entspannt nehmen wollen. Belohnt wirst du mit Felskulissen, Berggasthöfen und der Möglichkeit, mit der Schmalspurbahn zurückzufahren, falls die Beine müde werden.
Dreiländer-Tour ins böhmische Grenzland
Wer das Dreiländereck-Gefühl sucht, ist hier richtig. Von Zittau aus überquerst du die Grenze nach Tschechien und radelst in Richtung Hrádek nad Nisou, vorbei am Dreiländerpunkt am Ufer der Neiße, wo Deutschland, Polen und Tschechien aufeinandertreffen. Ein kleiner, symbolischer Ort, der mehr Geschichte erzählt, als man auf den ersten Blick vermutet.
Die Strecke folgt überwiegend dem ausgebauten Neißeradweg und kleinen Nebenstraßen. Sie ist landschaftlich abwechslungsreich, mit Flussauen, Wiesen und Blicken auf die böhmischen Berge. Unterwegs lohnt sich ein Stopp in einer tschechischen Gaststätte für ein frisch gezapftes Bier und herzhafte Küche.
Diese Tour ist ideal für Genussradler, die das Grenzerlebnis lieben und gern Länder sammeln. Achte auf die Ausschilderung und nimm dein Personaldokument mit, auch wenn die Grenzübertritte heute reine Formsache sind. Eine Tour, die das verbindende Gefühl der Region wunderbar einfängt.
Mountainbike-Runde zur Lausche und zum Hochwald
Diese sportliche Tour richtet sich an Mountainbiker, die Höhenmeter und Waldpfade lieben. Ausgangspunkt ist Waltersdorf, von wo es hinauf zur Lausche geht, mit 793 Metern der höchste Gipfel des Zittauer Gebirges direkt auf der Grenze zu Tschechien. Der Anstieg ist fordernd, der Blick vom Gipfelbereich über das Lausitzer Bergland aber grandios.
Weiter führt die Route über Forst- und Waldwege Richtung Hochwald (Hvozd), einem markanten Doppelgipfel an der Grenze. Hier wartet eine Bergbaude, in der du dich stärken kannst, bevor es auf teils verwurzelten Pfaden wieder talwärts geht. Die Wege wechseln zwischen Schotter, Waldboden und kurzen technischen Passagen.
Diese Tour ist nichts für Eilige oder Anfänger, sondern für trainierte Radler mit Mountainbike oder E-MTB. Sie belohnt mit Einsamkeit, dichtem Wald und den schönsten Fernblicken der Region. Plane genug Zeit und Verpflegung ein, denn unterwegs gibt es nur wenige Einkehrmöglichkeiten.
Umgebindeland-Tour durch die Dörfer
Diese kulturell geprägte Runde führt dich durch die schönsten Dörfer der Oberlausitz. Highlight ist Obercunnersdorf, ein Denkmalschutzdorf mit über 200 liebevoll erhaltenen Umgebindehäusern. Schon das Hindurchradeln fühlt sich an wie eine Zeitreise. Hier lohnt sich der Besuch des kleinen Schunkelhauses, das die Webertradition zeigt.
Von dort verläuft die Strecke über sanfte Hügel und Nebenstraßen durch weitere typische Orte wie Eibau, bekannt für sein traditionsreiches Bier. Die Wege sind überwiegend asphaltiert und gut zu fahren, mit moderaten Steigungen, die auch ungeübte Radler bewältigen können.
Diese Tour ist perfekt für alle, die Architektur, Geschichte und Genussradeln verbinden möchten. Plane Zeit für Einkehr und Fotostopps ein, denn die Fachwerk- und Blockbaufassaden sind ein echtes Highlight. Ein entspannter Tag, der zeigt, dass das Zittauer Gebirge mehr ist als nur Felsen und Berge.
Häufige Fragen
Ist das Zittauer Gebirge für Anfänger geeignet?
Auf jeden Fall. Das Zittauer Gebirge bietet eine erstaunliche Bandbreite an Touren, sodass auch Einsteiger voll auf ihre Kosten kommen. Besonders die Talradwege und die ebene Runde um den Olbersdorfer See eignen sich hervorragend für die ersten Kilometer ohne große Anstrengung.
Wer sich an die Berge herantasten möchte, kann das gut dosiert tun. Viele Strecken lassen sich verkürzen oder mit der Schmalspurbahn kombinieren, die dich samt Rad bergauf bringt. So bleibt der Spaß im Vordergrund. Wichtig ist nur, dass du die kurzen, aber teils steilen Anstiege in den Bergdörfern nicht unterschätzt. Ein E-Bike kann hier den Einstieg deutlich erleichtern.
Eignet sich die Region für Radtouren mit Kindern?
Ja, das Zittauer Gebirge ist familienfreundlich, sofern man die Strecken passend wählt. Die Runde um den Olbersdorfer See ist nahezu eben und bietet mit Badestellen, Spielplätzen und Eis eine ideale Mischung für Kinder. Auch die Talradwege entlang der Flüsse sind verkehrsarm und gut befahrbar.
Für Familien empfiehlt es sich, die bergigen Touren mit der Schmalspurbahn zu kombinieren. So lassen sich anstrengende Anstiege vermeiden und die Kinder erleben gleichzeitig eine spannende Bahnfahrt. Achte darauf, genug Pausen und Verpflegung einzuplanen. Insgesamt ist die Region entspannt und übersichtlich, was sie für Familien besonders angenehm macht.
Kann ich meinen Hund mit auf die Radtour nehmen?
Grundsätzlich ja, allerdings solltest du die Touren hundefreundlich planen. Auf den ebenen Talradwegen und rund um den Olbersdorfer See kann dein Hund gut nebenherlaufen, sofern er an Bewegung neben dem Rad gewöhnt ist. Bei warmen Temperaturen ist Vorsicht geboten, da Hunde schnell überhitzen.
In den Wäldern und Schutzgebieten gilt vielerorts Leinenpflicht, besonders zur Brut- und Setzzeit. Plane ausreichend Trinkpausen ein und vermeide die heißesten Stunden. Viele Berggasthöfe und Cafés sind hundefreundlich. Wenn du mit der Schmalspurbahn fahren möchtest, informiere dich vorab über die Mitnahmebedingungen für Tiere.
Brauche ich ein Mountainbike oder reicht ein Trekkingrad?
Das hängt ganz davon ab, welche Touren du fahren möchtest. Für die Talradwege, die Seerunde und die Umgebindedörfer reicht ein gutes Trekkingrad vollkommen aus, da diese Strecken überwiegend asphaltiert oder gut befestigt sind.
Wer hingegen die Wald- und Forstwege rund um Lausche und Hochwald erkunden möchte, ist mit einem Mountainbike deutlich besser bedient. Dort warten Schotter, Wurzeln und technische Passagen, die ein robustes Rad mit gutem Profil verlangen. Ein E-MTB ist eine beliebte Wahl, um die Höhenmeter zu genießen. Für die meisten klassischen Touren bist du mit einem vielseitigen Trekking- oder Gravelbike aber bestens aufgestellt.
Wie komme ich mit dem Rad in die Region?
Das Zittauer Gebirge ist gut mit der Bahn erreichbar. Zittau ist Endpunkt mehrerer Regionalbahnlinien, und die Fahrradmitnahme ist in den meisten Zügen problemlos möglich. So kannst du klimafreundlich anreisen und direkt vor Ort losradeln.
Ein echtes Highlight ist die historische Zittauer Schmalspurbahn, die zwischen Zittau, Oybin und Jonsdorf verkehrt. Sie transportiert Fahrräder und ist eine charmante Möglichkeit, Höhenmeter zu sparen. Mit dem Auto erreichst du die Region über die A4 und anschließende Bundesstraßen. Parkplätze findest du in den größeren Orten und an den Ausgangspunkten der Touren.
Wann ist die beste Zeit zum Radfahren?
Die ideale Saison reicht von Mai bis Oktober. Im Frühling zeigt sich die Landschaft besonders frisch und grün, und die Temperaturen sind angenehm zum Radeln. Der Sommer bietet lange Tage und warme Abende, kann aber an heißen Tagen anstrengend sein, weshalb sich frühe Startzeiten empfehlen.
Besonders schön ist der Herbst, wenn sich die Wälder bunt färben und die Fernsicht oft klarer ist. Dann lohnen sich die Aussichtspunkte ganz besonders. Im Winter ruht der Radbetrieb weitgehend, da Schnee und Glätte die Wege unpassierbar machen können. Wer Ruhe sucht, findet im späten September oft die schönste Kombination aus mildem Wetter und wenig Betrieb.
Gibt es E-Bike-Verleih und Ladestationen?
Ja, die Region hat sich gut auf E-Bike-Fahrer eingestellt. In Zittau, Oybin und Jonsdorf gibt es Verleihstationen, bei denen du moderne E-Bikes ausleihen kannst. Das ist besonders praktisch, wenn du die Höhenmeter des Gebirges entspannt genießen möchtest, ohne dein eigenes Rad mitzubringen.
Ladestationen findest du an vielen Berggasthöfen, Cafés und touristischen Anlaufpunkten. Es empfiehlt sich, vorab die Route zu planen und Lademöglichkeiten einzukalkulieren. Viele Gastgeber bieten ihren Gästen ebenfalls Lademöglichkeiten an. Frage am besten direkt bei deiner Unterkunft oder der örtlichen Touristinformation nach den aktuellen Angeboten.
Sind die Grenzübertritte nach Polen und Tschechien problemlos?
Ja, dank des Schengen-Abkommens sind die Grenzen offen und du kannst sie mit dem Rad fast unbemerkt überqueren. Es gibt zahlreiche Übergänge und ausgeschilderte Radwege, die ins benachbarte Tschechien und Polen führen. Das macht das Dreiländereck zu einem einzigartigen Raderlebnis.
Trotzdem solltest du immer deinen Personalausweis oder Reisepass dabeihaben, da gelegentlich Kontrollen stattfinden können. Beachte, dass im Ausland teils andere Verkehrsregeln gelten. Ein kleiner Vorrat an tschechischen Kronen oder polnischen Złoty kann nützlich sein, auch wenn in vielen Gaststätten Karten akzeptiert werden. Insgesamt sind die Grenzübertritte heute reine Formsache.
Wie anspruchsvoll sind die Höhenmeter wirklich?
Das Zittauer Gebirge ist Deutschlands kleinstes Mittelgebirge, was nicht bedeutet, dass es flach ist. Die Anstiege sind oft kurz, aber durchaus knackig. Der Weg zu den Bergdörfern Oybin und Jonsdorf etwa fordert die Beine spürbar, ist aber für die meisten Radler gut machbar.
Die anspruchsvollsten Touren führen zur Lausche und zum Hochwald, wo mehrere hundert Höhenmeter am Stück warten. Für ungeübte Radler kann ein E-Bike hier den Unterschied zwischen Genuss und Qual ausmachen. Wer es entspannt mag, kombiniert die Anstiege mit der Schmalspurbahn. Insgesamt sind die Höhenmeter überschaubar und gut zu dosieren, sodass für jedes Fitnesslevel passende Strecken existieren.
Gibt es genügend Einkehrmöglichkeiten unterwegs?
Ja, in den Orten und an beliebten Ausflugszielen findest du zahlreiche Berggasthöfe, Cafés und Gaststätten. Besonders in Oybin, Jonsdorf und den Umgebindedörfern wartet eine gute Auswahl an regionaler Küche. Die Oberlausitzer Spezialitäten wie Quarkkeulchen sind nach einer Tour eine echte Belohnung.
Auf den abgelegeneren Mountainbike-Strecken rund um Lausche und Hochwald sind die Einkehrmöglichkeiten dagegen spärlicher. Hier solltest du ausreichend Verpflegung und Wasser mitnehmen. Ein Geheimtipp sind die kleinen Hofläden abseits der Hauptwege, wo es Honig, Käse und Säfte direkt vom Erzeuger gibt. Plane deine Pausen am besten je nach gewählter Route im Voraus.
Sind die Radwege gut ausgeschildert?
Die Hauptradwege und touristischen Routen sind in der Regel gut markiert. Der Neißeradweg und die regionalen Radrouten verfügen über klare Beschilderungen, sodass du dich auch ohne ständigen Blick auf die Karte orientieren kannst. Die Touristinformationen halten zudem kostenloses Kartenmaterial bereit.
Auf den kleineren Wald- und Verbindungswegen kann die Ausschilderung dünner werden, weshalb sich eine GPS-App oder ein Navigationsgerät empfiehlt. Gerade bei den Mountainbike-Touren in höheren Lagen ist eine digitale Karte hilfreich. Lade dir vor der Tour die Strecke herunter, da das Mobilfunknetz in abgelegenen Waldgebieten nicht überall stabil ist.
Kann ich mein Fahrrad in der Schmalspurbahn mitnehmen?
Ja, die historische Zittauer Schmalspurbahn nimmt Fahrräder mit, was sie zu einem perfekten Partner für Radler macht. Du kannst dich und dein Rad bequem bergauf transportieren lassen, etwa von Zittau nach Oybin oder Jonsdorf, und dann genüsslich talwärts rollen.
Die Mitnahmekapazität ist allerdings begrenzt, gerade in der Hauptsaison und an schönen Wochenenden. Es empfiehlt sich, frühzeitig am Bahnhof zu sein oder vorab die aktuellen Fahrpläne und Mitnahmebedingungen zu prüfen. Die Fahrt mit der dampfbetriebenen Schmalspurbahn ist dabei nicht nur praktisch, sondern auch ein nostalgisches Erlebnis, das den Ausflug zusätzlich aufwertet.
Welche Tour eignet sich für einen ersten Besuch am besten?
Für einen ersten Eindruck empfiehlt sich die Felsenrunde über Oybin und Jonsdorf. Sie verbindet die landschaftlichen Höhepunkte mit Kultur und bietet die typischen Sandsteinfelsen, die Mühlsteinbrüche und die Burgruine Oybin. So bekommst du einen guten Querschnitt durch das, was das Zittauer Gebirge ausmacht.
Wer es ruhiger angehen möchte, startet mit der Runde um den Olbersdorfer See und einem Abstecher in die Altstadt von Zittau. Beide Touren lassen sich gut an einem Tag bewältigen und vermitteln das besondere Flair der Region. Je nach Kondition und Interesse kannst du anschließend tiefer in die Berge oder ins Dreiländereck vordringen.