Radfahren im Wienerwald: Grüne Hügel, alte Weinorte und Genuss direkt vor Wiens Toren
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Radfahren im Wienerwald: Grüne Hügel, alte Weinorte und Genuss direkt vor Wiens Toren

Zwischen Rebhängen, Buchenwäldern und einladenden Heurigen erwartet dich eine Radregion, die entspannt beginnt und überraschend abwechslungsreich bleibt.

Radfahren im Wienerwald

Der Wienerwald ist dieser wunderbar entspannte grüne Puffer zwischen dem Trubel der Großstadt und den sanften Weiten Niederösterreichs. Hier, wo die letzten Ausläufer der Alpen in bewaldete Hügel übergehen, wartet eine Radregion, die überraschend abwechslungsreich ist: mal rollst du gemütlich durch schattige Buchenwälder, mal schnaufst du eine Weinbergserpentine hinauf, um dann mit einem breiten Grinsen und Blick über die Rebzeilen wieder ins Tal zu sausen.

Das Besondere am Wienerwald ist seine Nähe. Du steigst mitten in Wien aufs Rad, und schon nach wenigen Kilometern wechselt die Kulisse von Häuserzeilen zu Wiesen, Bächen und Kastanienalleen. Diese Mischung aus urbanem Start und schnell erreichbarer Natur macht die Region zu einem der beliebtesten Radrefugien Österreichs. Kein Wunder, dass die UNESCO das Gebiet als Biosphärenpark ausgezeichnet hat.

Für Radfahrende bedeutet das: enorme Vielfalt. Familien finden flache, sichere Talwege entlang von Flüssen wie der Wien oder der Schwechat. Rennradfahrer lieben die welligen Landstraßen zwischen Weinorten wie Gumpoldskirchen und Baden. Und wer es sportlich mag, findet auf den bewaldeten Höhenzügen rund um Kahlenberg, Hermannskogel und Anninger anspruchsvolle Anstiege mit ordentlich Höhenmetern.

Dazu kommt der Genussfaktor, der hier eben untrennbar dazugehört. Nach einer Tour lockt der Heurige mit einem Glas Gemischten Satz, deftiger Brettljause und dieser typisch niederösterreichischen Gelassenheit. Der Wienerwald schmeckt nach Sommerabend, nach Wald und nach Wein zugleich. Genau diese Kombination aus Bewegung, Natur und Kulinarik macht das Radfahren hier so herrlich unkompliziert und trotzdem nie langweilig.

Topografie & Landschaft

Sanfte bewaldete Hügellandschaft

Höhenlage

bis 542 m (Hermannskogel)

Geländecharakter

Asphalt, Schotter, Waldwege

Infrastruktur

Sehr gut ausgebaut, bahnnah

Beste Reisezeit

April bis Oktober

Navigation

Was den Wienerwald so besonders macht

Ein grünes Meer aus Wäldern und Weinbergen

Der Wienerwald ist kein einzelner Berg und kein klar umrissenes Tal, sondern ein weitläufiges Mosaik aus bewaldeten Kuppen, sanften Wiesentälern und sonnigen Weinhängen. Rund 105.000 Hektar umfasst der Biosphärenpark, und du merkst schnell, dass jede Ecke ein bisschen anders tickt. Im Norden dominieren die schattigen Buchen- und Eichenwälder rund um Kahlenberg und Leopoldsberg, während sich im Süden die Rebzeilen der Thermenregion in die Landschaft schmiegen.

Diese Vielfalt ist der eigentliche Reiz. Innerhalb einer Tour kannst du durch kühle Waldpassagen fahren, an offenen Trockenwiesen mit seltenen Orchideen vorbeirollen und schließlich in einem sonnenwarmen Weinort landen. Es ist genau diese ständige Kulissenwechselei, die dafür sorgt, dass hier keine Kilometer eintönig werden.

Weinorte, Heurige und die süße Kunst des Ausrastens

Kaum eine Radregion verbindet Sport und Genuss so selbstverständlich wie der Wienerwald. Orte wie Gumpoldskirchen, Perchtoldsdorf, Sooss oder Pfaffstätten leben vom Wein, und die Heurigen dort sind keine Touristenfallen, sondern gelebte Kultur. Du erkennst geöffnete Heurige am ausgehängten Föhrenbuschen über der Tür, dem sogenannten Ausg'steckt.

Nach einer schweißtreibenden Etappe schmeckt ein Glas kühler Grüner Veltliner oder ein Gemischter Satz einfach doppelt so gut. Dazu ein Teller Aufstriche, Schinken, sauren Käse und knuspriges Brot, und schon versteht man, warum die Einheimischen es mit dem Tempo nicht so genau nehmen. Geheimtipp: Fahr unter der Woche am späten Nachmittag, dann hast du die schönsten Gastgärten fast für dich allein.

Kultur, Geschichte und ein Hauch Kaiserzeit

Der Wienerwald war schon immer Rückzugsort der Wiener, und das sieht man. Prunkvolle Villen aus der Gründerzeit säumen die Hänge, das Stift Heiligenkreuz erzählt seit über 900 Jahren Zisterzienser-Geschichte, und die Kaiservilla-Atmosphäre von Baden bei Wien versprüht bis heute Kur- und Biedermeierflair.

Besonders die Kurstadt Baden lohnt einen Stopp: Rosengärten, klassizistische Architektur und Thermalquellen laden zum Verweilen ein. Auch das barocke Perchtoldsdorf mit seinem markanten Wehrturm ist ein Kleinod, das viele Radler links liegen lassen, obwohl der Marktplatz mit seinen Heurigen zum Bummeln einlädt.

Wusstest du schon?

Der Wienerwald ist der erste und einzige Biosphärenpark, der teilweise direkt in einer europäischen Millionenstadt liegt. Die Grenze zwischen Weltstadt und Wildnis verläuft hier stellenweise entlang einer einzigen Straße. In den Wäldern leben Wildkatzen, unzählige Fledermausarten und über 2.000 Pflanzenarten.

Und noch ein Schmankerl: Der berühmte Wiener Walzer Geschichten aus dem Wienerwald von Johann Strauss ist diesem Landstrich gewidmet. Wenn du also durch die Hügel rollst, hast du quasi einen Welthit als musikalische Kulisse im Kopf. Kitschig? Vielleicht. Aber irgendwie passt es perfekt.

Warum der Wienerwald ein Radparadies ist

Vielfalt für jeden Radtyp

Das Schöne am Wienerwald ist, dass er niemanden ausschließt. Familien mit Kindern finden entlang der Flusstäler flache, autoarme Wege, die sicher und entspannt zu fahren sind. Der Wiental-Radweg oder die Route entlang der Schwechat sind ideale Einsteigerstrecken, bei denen der Nachwuchs nicht sofort die Motivation verliert.

Rennradfahrer wiederum lieben die welligen Nebenstraßen zwischen den Weinorten, wo sich kurze knackige Anstiege mit rauschenden Abfahrten abwechseln. Und Mountainbiker sowie Gravel-Fans finden auf den zahlreichen Forststraßen und ausgewiesenen Bike-Strecken rund um Kahlenberg, Anninger und Peilstein reichlich Spielwiese. Der Wienerwald ist damit eine dieser seltenen Regionen, in der du die Ausrichtung deiner Tour komplett nach Tagesform und Laune wählen kannst.

Höhenmeter mit Belohnung

Ganz flach ist der Wienerwald natürlich nicht, das gibt die hügelige Topografie einfach nicht her. Doch genau das macht ihn so reizvoll. Die Anstiege sind selten brutal lang, dafür belohnen sie fast immer mit einem Aussichtspunkt. Vom Kahlenberg etwa blickst du über ganz Wien bis zur Donau, und an klaren Tagen erahnt man sogar die Schneeberge im Süden.

Der Anninger bei Mödling und der Hermannskogel, mit 542 Metern die höchste Erhebung Wiens, sind beliebte Ziele für sportliche Radler. Wer die Höhenmeter scheut, greift zum E-Bike, das im Wienerwald längst zum Standard gehört. So schaffst du auch die steileren Rampen mit einem Lächeln statt mit hochrotem Kopf.

Naturerlebnis vor der Haustür

Was diese Region besonders macht, ist die enorme Naturvielfalt auf kleinem Raum. Du fährst durch dichte Buchenwälder, die im Herbst in Gold und Kupfer leuchten, vorbei an artenreichen Trockenrasen und entlang klarer Bäche. Die Luft riecht nach Wald, nach Wildkräutern und im Frühling nach Bärlauch, der hier teppichartig den Waldboden bedeckt.

Diese Nähe zur Natur, kombiniert mit der guten Erreichbarkeit, macht den Wienerwald zu einem idealen Ziel für Tagesausflüge und Wochenendtouren. Du brauchst keine lange Anreise, keine Bergbahn und keinen Alpen-Trip, um dich mitten in der Natur zu fühlen. Ein paar Kurbelumdrehungen genügen, und die Stadt liegt hinter dir.

Wegequalität und Beschilderung

Die Infrastruktur ist gut ausgebaut. Zahlreiche Radrouten sind einheitlich beschildert, viele davon eignen sich hervorragend für längere Genusstouren. Die Verbindung mit der Wiener S-Bahn und den Regionalzügen erlaubt es zudem, Touren flexibel zu planen: hinfahren mit dem Rad, zurück mit dem Zug, oder umgekehrt.

Wer sportlicher unterwegs ist, sollte wissen, dass sich Asphalt, Schotter und einfache Waldwege häufig abwechseln. Ein Gravelbike ist im Wienerwald fast die ideale Waffe, weil du damit sowohl die Weinstraßen als auch die Forstwege souverän meisterst. Rennräder kommen auf den Nebenstraßen bestens zurecht, sollten die reinen Waldpassagen aber meiden.

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Die schönsten Radtouren im Wienerwald

Weinort-Runde durch die Thermenregion: Gumpoldskirchen und Baden

Diese rund 40 Kilometer lange Genussrunde beginnt in Mödling und führt dich über Gumpoldskirchen, Pfaffstätten und Sooss bis in die Kurstadt Baden bei Wien. Du rollst überwiegend auf ruhigen Nebenstraßen und Weinstraßen durch die Rebhänge der Thermenregion, mit stetem Auf und Ab, das den Puls angenehm hochhält, ohne zu quälen.

Highlight ist der Weinort Gumpoldskirchen mit seiner mittelalterlichen Ortsstruktur und den zahlreichen Heurigen. Von den Weinbergen oberhalb des Ortes hast du einen weiten Blick über das Wiener Becken. In Baden lohnt ein Abstecher in den Kurpark und zum Rosarium, bevor es zurück Richtung Mödling geht.

Die Tour eignet sich für genussorientierte Radler mit etwas Grundkondition. Wer mag, plant den Heurigenbesuch bewusst als Zwischenstopp ein, denn die Kombination aus Radeln und Wein ist hier praktisch Pflichtprogramm. Für die Rückfahrt bietet sich bei Bedarf die Bahn ab Baden an.

Kahlenberg-Auffahrt mit Wien-Panorama

Ein Klassiker für konditionsstarke Radler ist die Auffahrt auf den Kahlenberg. Start ist am besten in Nussdorf oder Grinzing. Von dort schraubt sich die Straße durch Weinberge und Wald hinauf zum Aussichtspunkt auf 484 Metern, mit einem der besten Panoramen über Wien, die Donau und das Umland.

Der Anstieg ist mit rund 400 Höhenmetern auf wenigen Kilometern durchaus fordernd, aber gut asphaltiert und daher auch für Rennräder ideal. Oben angekommen belohnt dich die Terrasse mit Fernblick, und an klaren Tagen siehst du bis zum Schneeberg.

Weiter geht es über den Höhenweg Richtung Leopoldsberg und Cobenzl, wo du zwischen Wald und Weingärten dahinrollst. Wer mag, verbindet die Auffahrt mit einem Abstecher zu einem Grinzinger Heurigen, um die verbrannten Kalorien standesgemäß wieder aufzufüllen. Diese Tour ist perfekt für sportliche Radfahrer, die einen intensiven Halbtagesausflug direkt aus der Stadt heraus suchen.

Wiental-Radweg: Entspannt von Wien nach Tullnerbach

Der Wiental-Radweg ist die ideale Familientour. Er folgt dem Lauf des Flusses Wien flussaufwärts von der Stadt hinaus bis nach Tullnerbach und Pressbaum. Die Strecke ist über weite Teile flach, gut ausgebaut und weitgehend autofrei, was sie besonders für Kinder und gemütliche Radler attraktiv macht.

Entlang der Route wechseln sich Auwaldabschnitte, Wiesen und kleine Ortschaften ab. Der Fluss begleitet dich als steter Wegweiser, und immer wieder laden Rastplätze zum Verschnaufen ein. Die naturnahe Umgebung im oberen Wiental ist ein schöner Kontrast zum urbanen Ausgangspunkt.

Der große Vorteil dieser Strecke: Du kannst sie beliebig lang oder kurz gestalten, da die S-Bahn parallel verläuft. So steigt der Nachwuchs bei nachlassender Motivation einfach in den Zug. Für Einsteiger, Familien und alle, die einen stressfreien Ausflug ins Grüne suchen, ist der Wiental-Radweg eine sichere Bank.

Helenental und Cholerakapelle: Waldidylle bei Baden

Das romantische Helenental bei Baden ist eine der reizvollsten Talstrecken des Wienerwalds. Ausgangspunkt ist Baden, von wo aus du entlang der Schwechat flussaufwärts in Richtung Alland fährst. Der schattige Talweg schlängelt sich durch dichten Wald, vorbei an Felswänden, der Burgruine Rauhenstein und der bekannten Cholerakapelle.

Die Strecke ist landschaftlich abwechslungsreich, aber ohne extreme Steigungen, sodass sie auch für weniger geübte Radler machbar ist. Das Rauschen der Schwechat und das kühle Waldklima machen diese Tour gerade an heißen Sommertagen zum Genuss.

Wer die Runde verlängern möchte, fährt bis zum Stift Heiligenkreuz, einem der bedeutendsten Zisterzienserklöster Europas, das seit dem 12. Jahrhundert durchgehend bewirtschaftet wird. Der Klosterbesuch mit dem berühmten Kreuzgang ist ein kulturelles Highlight, das sich wunderbar mit dem Naturerlebnis des Helenentals verbinden lässt.

Anninger-Gravelrunde ab Mödling

Für Gravel- und Mountainbike-Fans ist der Anninger bei Mödling ein lohnendes Ziel. Diese Rundtour startet in Mödling und führt über Forststraßen und Waldwege hinauf in Richtung Anninger, mit rund 675 Metern eine der markantesten Erhebungen des südlichen Wienerwalds.

Der Aufstieg fordert Kondition und Beinkraft, denn die Schotterwege ziehen sich stetig durch den Wald nach oben. Oben belohnen dich Lichtungen und Aussichtspunkte mit Blick über das Wiener Becken bis zu den Voralpen. Die Mischung aus Waldeinsamkeit und weiten Blicken macht den besonderen Reiz aus.

Die Abfahrt zurück nach Mödling ist ein Genuss auf griffigem Untergrund, bevor die Tour in der schönen Altstadt endet. Wer mag, gönnt sich zum Abschluss in einem der Gastgärten von Mödling eine wohlverdiente Stärkung. Diese Runde richtet sich an sportliche Radler mit robustem Bike, die den etwas wilderen, naturnahen Charakter des Wienerwalds suchen.

Häufige Fragen

Ist der Wienerwald für Anfänger zum Radfahren geeignet?

Absolut, der Wienerwald bietet für jedes Level passende Strecken. Anfänger und Genussradler finden entlang der Flusstäler, etwa auf dem Wiental-Radweg oder im Helenental, flache und autoarme Routen, die entspannt und sicher zu fahren sind.

Für den Einstieg empfiehlt es sich, kürzere Talstrecken zu wählen und die anspruchsvolleren Anstiege wie den Kahlenberg oder den Anninger erst mit etwas Grundkondition anzugehen. Wer sich unsicher fühlt, greift zum E-Bike, das gerade an den Steigungen für viel Fahrspaß ohne Frust sorgt. So kannst du dich langsam steigern und die Region in deinem eigenen Tempo entdecken.

Welches Fahrrad ist im Wienerwald am besten geeignet?

Das hängt stark davon ab, welche Art von Touren du planst. Für die Weinstraßen und asphaltierten Nebenstraßen zwischen den Orten ist ein Trekking- oder Rennrad ideal. Wer auch die Waldwege und Forststraßen erkunden möchte, ist mit einem Gravelbike oder Mountainbike am flexibelsten unterwegs.

Grundsätzlich gilt: Der Wienerwald ist eine Region der gemischten Untergründe. Asphalt, Schotter und einfache Waldpfade wechseln sich häufig ab. Ein Gravelbike ist daher fast die perfekte Wahl, weil du damit sowohl die Genussrouten als auch die naturnahen Passagen komfortabel meisterst. Für reine Straßentouren reicht das Rennrad, du solltest dann aber die reinen Waldabschnitte umfahren.

Kann ich mein Rad in Zug oder S-Bahn mitnehmen?

Ja, und das ist einer der großen Vorteile der Region. Wien und der Wienerwald sind hervorragend an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Die S-Bahn und viele Regionalzüge nehmen Fahrräder mit, sodass du Touren sehr flexibel planen kannst.

Ein beliebtes Modell ist, mit dem Rad hinauszufahren und mit dem Zug entspannt zurückzukehren, oder umgekehrt. Gerade für Familien ist das praktisch, weil du bei nachlassender Kondition der Kinder einfach in den nächsten Zug steigen kannst. Beachte, dass in Stoßzeiten manchmal ein separates Fahrradticket nötig ist und die Kapazitäten begrenzt sein können. Ein Blick auf die aktuellen Bestimmungen der Verkehrsbetriebe lohnt sich vor der Fahrt.

Ist Radfahren im Wienerwald mit Kindern zu empfehlen?

Der Wienerwald ist ein sehr familienfreundliches Radgebiet, sofern du die passenden Strecken wählst. Die Flusstäler mit ihren flachen, weitgehend autofreien Wegen sind ideal für Familien. Der Wiental-Radweg ist hier ein Paradebeispiel, weil er sicher, gut ausgebaut und dank der parallel verlaufenden Bahn beliebig kürzbar ist.

Wichtig ist, die Höhenmeter im Blick zu behalten, denn die bewaldeten Höhenzüge können für Kinder schnell zu anstrengend werden. Plane Pausen an Rastplätzen, Spielplätzen oder bei einem Heurigen ein. Mit realistischer Streckenplanung und ausreichend Verpflegung wird der Radausflug für die ganze Familie zu einem entspannten Erlebnis.

Darf ich meinen Hund beim Radfahren mitnehmen?

Grundsätzlich ist das möglich, erfordert aber Rücksicht und gute Planung. Da der Wienerwald ein Biosphärenpark mit sensiblen Naturbereichen ist, sollte dein Hund gut gehorchen und in Wildschutzgebieten unbedingt an der Leine geführt werden. Auf ruhigen Waldwegen und Talstrecken kann ein trainierter Hund gut neben dem Rad herlaufen.

Achte auf die Kondition und die Pfoten deines Vierbeiners, besonders an heißen Tagen und auf hartem Untergrund. Nimm ausreichend Wasser mit und plane genügend Pausen an schattigen Plätzen ein. Viele Bäche und Rastplätze bieten Gelegenheit zum Abkühlen. In den heißen Sommermonaten ist eine Tour in den kühlen, schattigen Waldtälern angenehmer für Mensch und Tier.

Wann ist die beste Zeit für eine Radtour im Wienerwald?

Die ideale Radsaison im Wienerwald reicht von April bis Oktober. Das Frühjahr ist besonders reizvoll, wenn die Wälder frisch ergrünen und der Bärlauch den Boden bedeckt. Der Herbst wiederum verzaubert mit goldenem Laub und der Weinlese in den Heurigenorten.

Die Sommermonate sind grundsätzlich gut zum Radeln, können aber im offenen Weinbaugebiet heiß werden. An solchen Tagen empfiehlt es sich, die schattigen Waldtäler wie das Helenental zu wählen oder früh morgens zu starten. Der Herbst gilt bei vielen als schönste Zeit, weil die Kombination aus mildem Wetter, Farben und jungem Wein einfach unschlagbar ist.

Gibt es genügend Einkehrmöglichkeiten unterwegs?

Der Wienerwald ist ein Schlaraffenland für einkehrfreudige Radler. In den zahlreichen Weinorten wie Gumpoldskirchen, Perchtoldsdorf oder Sooss reihen sich die Heurigen aneinander, die regionale Weine und deftige Brettljausen anbieten. Ein geöffneter Heuriger erkennt man am ausgehängten Buschen über der Tür.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Gasthäuser, Ausflugslokale und Kaffeehäuser, besonders in den größeren Orten wie Baden, Mödling und rund um die Aussichtspunkte am Kahlenberg. Reine Waldstrecken sind naturgemäß weniger dicht mit Lokalen versorgt, daher lohnt es sich, für längere Waldtouren etwas Proviant und Wasser mitzunehmen. Insgesamt musst du im Wienerwald aber sicher nicht hungern.

Wie fit muss ich für Touren im Wienerwald sein?

Das kommt ganz auf die gewählte Strecke an. Für die flachen Talrouten reicht eine normale Grundfitness völlig aus, hier kann fast jeder mitradeln. Die welligen Weinstraßen erfordern schon etwas mehr Kondition, weil sich kurze Anstiege und Abfahrten abwechseln.

Für die anspruchsvollen Auffahrten wie Kahlenberg, Anninger oder Hermannskogel solltest du eine solide Ausdauer mitbringen, da hier auf wenigen Kilometern einige Höhenmeter zusammenkommen. Die gute Nachricht: Dank der weiten Verbreitung von E-Bikes und Verleihstationen kann inzwischen fast jeder auch die bergigen Routen genießen. So wird aus einer schweißtreibenden Rampe eine entspannte Genussfahrt mit Aussicht.

Kann ich Fahrräder vor Ort ausleihen?

Ja, in Wien und den größeren Orten des Wienerwalds gibt es diverse Verleihstationen, die von City-Bikes über Trekkingräder bis hin zu E-Bikes und Mountainbikes alles anbieten. Gerade E-Bikes sind sehr beliebt, weil sie die Höhenmeter der Region deutlich entspannter machen.

Es empfiehlt sich, gerade in der Hauptsaison und an schönen Wochenenden im Voraus zu reservieren, um sicherzugehen, dass dein Wunschrad verfügbar ist. Viele Verleiher bieten auch Zubehör wie Helme, Kindersitze oder Fahrradanhänger an. Wenn du eine Tour rund um Wien planst, sind die städtischen Leihsysteme praktisch, für längere Ausflüge in die Weinorte lohnt sich eher ein spezialisierter Verleih mit hochwertigen Rädern.

Sind die Radwege gut beschildert?

Die Beschilderung im Wienerwald ist grundsätzlich gut ausgebaut, insbesondere auf den offiziellen und beliebten Radrouten. Viele Wege sind einheitlich markiert, sodass du dich mit etwas Aufmerksamkeit gut orientieren kannst. Die Flusstäler und Weinstraßenrouten sind in der Regel verlässlich ausgeschildert.

Trotzdem empfiehlt es sich, gerade auf den weniger frequentierten Waldwegen eine GPS-App oder eine gute Karte zur Hand zu haben. Im dichten Waldgebiet können Abzweigungen leicht übersehen werden, und nicht jeder Forstweg ist beschildert. Mit einer Kombination aus Beschilderung und digitaler Navigation bist du im Wienerwald bestens gerüstet, um dich nicht zu verfahren und die schönsten Ecken sicher zu finden.

Wie komme ich aus Wien in den Wienerwald?

Der große Vorteil des Wienerwalds ist seine unmittelbare Nähe zur Stadt. Du kannst praktisch aus jedem westlichen oder südlichen Wiener Bezirk direkt aufs Rad steigen und bist innerhalb weniger Kilometer im Grünen. Von Nussdorf oder Grinzing aus erreichst du etwa den Kahlenberg, aus den westlichen Bezirken das Wiental.

Wer nicht direkt aus der Stadt losradeln möchte, nutzt die S-Bahn oder Regionalzüge, die dich schnell nach Baden, Mödling, Purkersdorf oder Pressbaum bringen. Von dort startest du deine Tour ohne lange Anfahrt. Diese hervorragende Erreichbarkeit macht den Wienerwald zu einem der praktischsten Radreviere Österreichs, ideal auch für spontane Feierabendrunden.

Gibt es Rundtouren oder muss ich hin und zurück fahren?

Beide Varianten sind problemlos möglich. Der Wienerwald bietet zahlreiche klassische Rundtouren, etwa die Weinort-Runde durch die Thermenregion oder die Gravelrunde um den Anninger, bei denen du wieder am Ausgangspunkt landest. Diese eignen sich besonders für Tagesausflüge.

Alternativ kannst du dank der guten Bahnanbindung auch Streckentouren planen, bei denen du in eine Richtung fährst und mit dem Zug zurückkehrst. Das ist gerade bei Talrouten wie dem Wiental-Radweg sehr beliebt und praktisch. Diese Flexibilität ist einer der großen Pluspunkte der Region, weil du deine Tour ganz nach Lust, Kondition und verfügbarer Zeit gestalten kannst.

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