Radfahren in Tarvisio & am Mangart: Wo drei Länder auf zwei Rädern verschmelzen
Fahrrad • Tarvisio & Mangart

Radfahren in Tarvisio & am Mangart: Wo drei Länder auf zwei Rädern verschmelzen

Drei Länder, ein Sattel, unzählige Kurven: Hier wird jede Radtour zum grenzüberschreitenden Abenteuer zwischen Alpenpässen und Bahntrassen-Romantik.

Radparadies Tarvisio & Mangart

Im äußersten Nordosten Italiens, dort wo Österreich, Slowenien und Italien sich beinahe die Hände reichen, liegt ein Fleckchen Erde, das Radfahrerherzen schneller schlagen lässt: Tarvisio. Umrahmt von den mächtigen Julischen und Karnischen Alpen, überragt von der zackigen Silhouette des Mangart, wirkt diese Region wie ein sorgfältig komponiertes Alpenpanorama, das jemand extra für dich aufgehängt hat.

Hier verschmelzen drei Kulturen zu einem eigenwilligen, charmanten Ganzen. In Tarvisio bestellst du morgens deinen Cappuccino auf Italienisch, grüßt beim Bäcker vielleicht auf Slowenisch und triffst am Berg auf österreichische Radfahrer, die über den nahen Grenzkamm herübergerollt sind. Diese kulturelle Dreiecksgeschichte spürst du in jedem Dorf, auf jeder Speisekarte und an jeder Wegkreuzung.

Das Herzstück für Radfahrer ist der berühmte Alpe-Adria-Radweg, der auf stillgelegten Bahntrassen sanft durch die Täler gleitet. Doch wer die Beine kräftiger einsetzt, wird mit legendären Anstiegen belohnt: allen voran die serpentinenreiche Auffahrt zum Mangart-Sattel, die zu den höchsten befahrbaren Straßen der Julischen Alpen zählt.

Zwischen tiefgrünen Nadelwäldern, glasklaren Bergseen wie dem Lago del Predil und den smaragdfarbenen Gewässern rund um die Weissenfelser Seen findest du Ruhe, Weite und dieses unverwechselbare Gefühl von Freiheit, das nur das Radfahren in den Bergen schenkt. Ob gemütlicher Genussradler oder ambitionierter Höhenmeter-Jäger: Tarvisio und der Mangart nehmen dich mit offenen Armen auf und lassen dich abends müde, glücklich und leicht sonnenverbrannt vom nächsten Ausflug träumen.

Topografie & Landschaft

Alpines Tal mit Bergseen

Höhenlage

Bis 2072 m (Mangart-Sattel)

Geländecharakter

Bahntrasse, Asphalt, Schotterwege

Infrastruktur

Radverleih, Bahnanschluss, Gasthäuser

Beste Reisezeit

Mai bis Oktober

Navigation

Was Tarvisio & den Mangart so besonders macht

Wo drei Länder aufeinandertreffen

Tarvisio ist einer der wenigen Orte Europas, an dem du im Laufe eines einzigen Radtages drei Länder streifen kannst. Der historische Grenzstein am Dreiländereck (Monte Forno) markiert das Zusammentreffen von Italien, Österreich und Slowenien. Von hier aus reicht der Blick über bewaldete Rücken bis zu den fernen Gipfelketten, und man versteht schnell, warum diese Gegend jahrhundertelang eine strategische Drehscheibe war.

Diese Grenzlage prägt bis heute den Alltag. In den Geschäften Tarvisios wird oft in drei Sprachen gefeilscht, und die berühmten Samstagsmärkte locken Besucher aus allen drei Nationen an. Wer aufmerksam durch die Gassen radelt, entdeckt österreichisch anmutende Fassaden neben italienischen Cafés und slowenischen Spezialitätenläden.

Bergseen wie aus dem Bilderbuch

Der Lago del Predil (Raibler See) ist ein tiefblaues Juwel am Fuße des Mangart-Massivs. Umgeben von steilen Felswänden spiegelt sich hier die Bergwelt im ruhigen Wasser, und an heißen Tagen lädt das Ufer zu einer Erfrischungspause ein. Nur wenige Kilometer entfernt liegen die Laghi di Fusine (Weissenfelser Seen), zwei smaragdgrüne Waldseen, die zu den fotogensten Naturschätzen Friauls zählen.

Rund um diese Seen erstreckt sich ein Naturpark mit dichten Fichtenwäldern und dem imposanten Mangart als Kulisse. Frühmorgens, wenn der Nebel noch über dem Wasser hängt, wirkt die Szenerie beinahe mystisch. Wusstest du schon? Die Fusine-Seen entstanden durch einen prähistorischen Bergsturz, der das Tal aufstaute.

Kulinarik zwischen Alpen und Adria

Die Küche der Region ist ein köstliches Spiegelbild ihrer Vielfalt. Auf den Tellern finden sich friulanische Klassiker wie Frico, ein knuspriger Käsefladen aus Montasio-Käse und Kartoffeln, aber auch slowenisch inspirierte Struklji und österreichische Strudelvarianten. Dazu ein Glas Friulano-Wein aus den nahen Weinregionen, und das Radlerherz ist glücklich.

Nach einer langen Auffahrt zum Mangart schmeckt eine deftige Jota, ein Eintopf aus Sauerkraut, Bohnen und Kartoffeln, wie eine Belohnung. In den Rifugi und Gasthäusern wird traditionelle Bergkost serviert, oft mit Zutaten aus der eigenen Region. Geheimtipp: Probiere unbedingt den lokalen Honig aus den Bergwiesen, den viele kleine Imkereien direkt am Wegesrand anbieten.

Geschichte, die man erradeln kann

Die Festung von Predil und die alten Bergwerksstollen von Cave del Predil erzählen von einer Zeit, in der hier Blei und Zink abgebaut wurden. Ein kleines Bergbaumuseum gibt Einblicke in das harte Leben der Kumpel. Auch die Spuren des Ersten Weltkriegs sind allgegenwärtig, denn die Gebirgsfront verlief einst genau durch diese Täler.

Die stillgelegte Bahnstrecke, auf der heute der Alpe-Adria-Radweg verläuft, ist selbst ein Denkmal. Tunnel, Viadukte und alte Bahnhöfe zeugen von der einstigen Verbindung zwischen Wien und Triest. Radeln durch diese Landschaft heißt, durch europäische Geschichte zu rollen.

Warum Radfahren hier ein Grenzerlebnis ist

Bahntrassen-Genuss auf dem Alpe-Adria-Radweg

Der wohl größte Trumpf für Radfahrer in Tarvisio ist der Abschnitt des Alpe-Adria-Radwegs (Ciclovia Alpe Adria), der auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse verläuft. Das bedeutet: sanfte Steigungen, breite Wege und meist asphaltierter oder gut befestigter Untergrund. Familien, Genussradler und E-Biker fühlen sich hier pudelwohl, denn die Route folgt dem natürlichen Talverlauf und schenkt dir ein entspanntes Dahingleiten inmitten grandioser Bergkulissen.

Von Tarvisio führt die Strecke südwärts durch das Kanaltal (Val Canale), vorbei an alten Bahnhöfen und durch beleuchtete Tunnel, immer weiter Richtung Adria. Der Charme liegt in der Mühelosigkeit: Man rollt viele Kilometer mit einem sanften Gefälle und kann die Landschaft in vollen Zügen genießen, ohne sich zu verausgaben.

Für Höhenmeter-Jäger: die Mangart-Straße

Wer die andere Seite des Radsports liebt, findet in der Auffahrt zum Mangart-Sattel eine echte Herausforderung. Die Panoramastraße auf slowenischer Seite windet sich in engen Serpentinen und durch mehrere in den Fels gehauene Tunnel bis auf über 2000 Meter Höhe. Sie zählt zu den höchsten befahrbaren Straßen Sloweniens und ist ein absolutes Highlight für ambitionierte Rennradler und Rennmaschinen-Romantiker.

Die Belohnung oben ist ein Rundumblick, der einem den Atem raubt: die schroffen Gipfel der Julischen Alpen, das nahe Triglav-Massiv und tief unten die Täler, aus denen man heraufgekurbelt ist. Vorsicht ist bei der Abfahrt geboten, denn die Straße ist schmal und teils rau. Doch der Nervenkitzel ist unbezahlbar.

Landschaft in allen Grüntönen

Was das Radfahren hier so besonders macht, ist der stetige Wechsel der Szenerien. Mal rollst du durch schattige Nadelwälder, in denen es harzig duftet, mal öffnen sich weite Talblicke mit blühenden Bergwiesen. Immer wieder tauchen glasklare Bäche, tosende Wasserfälle und stille Seen am Wegesrand auf.

Die Luft ist frisch, die Farben intensiv, und die Ruhe abseits der Hauptrouten fast andächtig. Wer früh aufbricht, hat viele Wege ganz für sich allein und kann dem Konzert der Vögel lauschen, während die Reifen leise über den Asphalt summen.

Für jeden Radtyp das Richtige

Ob Familie mit Kindern auf dem entspannten Radweg, ambitionierte Rennradgruppe auf Passjagd oder Mountainbiker auf den zahlreichen Forst- und Schotterwegen rund um den Monte Lussari: Tarvisio bedient jede Vorliebe. Die gute Infrastruktur mit Verleihstationen, E-Bike-Ladepunkten und radlerfreundlichen Gasthäusern macht die Planung angenehm unkompliziert.

Auch Kombinationen sind beliebt: Vormittags gemütlich auf der Bahntrasse rollen, nachmittags eine kernige Steigung angehen. Die Vielfalt auf engem Raum ist es, die dich immer wieder zurückkommen lässt.

Radlerfreundliche Unterkünfte rund um Tarvisio

Die schönsten Radtouren zwischen Tarvisio & Mangart

Alpe-Adria-Radweg: Tarvisio nach Venzone

Diese Etappe des Ciclovia Alpe Adria gehört zu den beliebtesten Genussstrecken der Region. Von Tarvisio Boscoverde aus rollst du auf der ehemaligen Bahntrasse durch das Kanaltal südwärts, immer sanft bergab. Vorbei an Ugovizza, Malborghetto und Pontebba gleitest du durch stille Wälder, über restaurierte Eisenbahnviadukte und durch beleuchtete Tunnel, die für angenehme Kühle an heißen Tagen sorgen.

Die rund 55 Kilometer bis Venzone lassen sich dank des leichten Gefälles auch von weniger geübten Radlern gut bewältigen. Unterwegs lohnt ein Stopp im mittelalterlichen Städtchen Venzone, das komplett von einer Stadtmauer umgeben ist und nach dem Erdbeben von 1976 originalgetreu wiederaufgebaut wurde. Hier warten Cafés, Eisdielen und viel Geschichte.

Ideal für Familien und Genussradler, die Landschaft und Kultur verbinden möchten. Wer nicht zurückstrampeln will, nutzt die Bahn (Micotra-Zug), die Fahrräder mitnimmt und dich bequem nach Tarvisio zurückbringt.

Königsetappe: Auffahrt zum Mangart-Sattel

Die Auffahrt zum Sella Mangart (Mangartsko sedlo) ist die absolute Königsdisziplin der Region. Von Tarvisio radelst du über den Predilpass Richtung Slowenien, vorbei am Lago del Predil, bevor bei Strmec die eigentliche Mangart-Straße abzweigt. Von dort geht es in engen, teils tunneldurchbrochenen Serpentinen steil bergauf bis auf über 2000 Meter.

Die letzten Kilometer sind schmal und fordernd, doch mit jedem Höhenmeter wird das Panorama gewaltiger. Oben angekommen breitet sich ein spektakulärer Blick auf die Julischen Alpen, den Mangart-Gipfel und das slowenische Triglav-Massiv aus. Der Anstieg gilt als eine der höchsten asphaltierten Straßen Sloweniens.

Diese Tour ist ambitionierten Rennradlern und trainierten E-Bikern vorbehalten. Nimm ausreichend Verpflegung mit, denn oben gibt es nur begrenzte Einkehrmöglichkeiten. Die Abfahrt erfordert Konzentration, belohnt aber mit purem Adrenalin.

Runde zu den Fusine-Seen (Laghi di Fusine)

Diese entspannte Halbtagestour führt dich von Tarvisio hinauf zu den beiden Weissenfelser Seen im gleichnamigen Naturpark. Über Fusine in Valromana radelst du auf einer ruhigen Nebenstraße bergauf, umgeben von dichten Fichtenwäldern und mit dem mächtigen Mangart stets im Blick.

Am oberen und unteren See angekommen, kannst du das Rad abstellen und die smaragdgrünen Gewässer zu Fuß umrunden. Das Spiegelbild des Mangart-Massivs im ruhigen Wasser ist ein beliebtes Fotomotiv und ein Moment der Stille, den man so schnell nicht vergisst.

Die Strecke eignet sich gut für sportliche Familien und Genussradler, die eine überschaubare, aber landschaftlich hochkarätige Runde suchen. Ein Kiosk am See sorgt für die nötige Stärkung, bevor es beschwingt zurück nach Tarvisio rollt.

Dreiländereck-Tour zum Monte Forno

Diese Tour verbindet Radfahren mit einem echten geografischen Highlight: dem Dreiländereck, wo Italien, Österreich und Slowenien zusammentreffen. Von Tarvisio aus geht es über Forst- und Schotterwege bergauf Richtung Monte Forno. Ein Mountainbike oder Gravelbike ist hier klar im Vorteil, denn die Wege sind zwar gut fahrbar, aber nicht durchgehend asphaltiert.

Unterwegs durchquerst du stille Bergwälder und passierst Lichtungen mit weiten Ausblicken. Am Dreiländereck angekommen, kannst du den historischen Grenzstein bestaunen und dich in gleich drei Ländern gleichzeitig fühlen. Ein kleines Gasthaus in der Nähe lädt zur verdienten Rast ein.

Diese Runde ist ideal für Naturfreunde und alle, die das grenzüberschreitende Flair der Region hautnah erleben möchten. Eine Portion Kondition und Trittsicherheit auf unbefestigtem Untergrund sollten vorhanden sein.

Predilpass-Runde mit See und Festung

Eine mittelschwere Tour, die Geschichte und Natur elegant verbindet. Von Tarvisio radelst du über Cave del Predil zum Predilpass, der die Grenze zu Slowenien markiert. Auf dem Weg passierst du das alte Bergbaudorf mit seinem Museum und die eindrucksvollen Reste der Festung Predil, die einst diesen strategischen Übergang bewachte.

Kurz vor der Passhöhe eröffnet sich der Blick auf den tiefblauen Lago del Predil, eingebettet zwischen steilen Felswänden. Hier lohnt eine ausgiebige Pause am Ufer, bevor du entweder umkehrst oder auf slowenischer Seite weiter ins Soca-Tal abfährst.

Die Strecke ist für konditionsstarke Genussradler und E-Biker gut machbar. Die stetige Steigung zum Pass fordert etwas, doch die Kombination aus Bergsee, Festungsromantik und Grenzüberquerung macht diese Runde zu einem echten Erlebnis.

Familienrunde durch das Kanaltal (Val Canale)

Diese unkomplizierte Runde ist perfekt für Familien mit Kindern und alle, die einen entspannten Tag im Sattel verbringen möchten. Auf dem flachen Abschnitt des Alpe-Adria-Radwegs rollst du von Tarvisio nach Ugovizza und Camporosso, meist auf eigener Trasse abseits des Autoverkehrs.

Die Wege sind breit, gut beschildert und dank des sanften Verlaufs auch für Anhänger und Laufräder geeignet. Unterwegs gibt es zahlreiche Rastplätze, Spielwiesen und Einkehrmöglichkeiten, wo Kinder toben und Eltern einen Espresso genießen können.

Rundherum ragen die grünen Berghänge des Kanaltals auf, und immer wieder lässt sich in der Ferne der Mangart erspähen. Diese Tour zeigt, dass Radfahren in Tarvisio auch ohne Höhenmeter-Stress purer Genuss sein kann und beweist, warum die Region als besonders familienfreundlich gilt.

Häufige Fragen

Ist die Region zum Radfahren mit Kindern geeignet?

Ja, Tarvisio ist geradezu ideal für Familien. Der Alpe-Adria-Radweg verläuft auf einer ehemaligen Bahntrasse mit sehr sanften Steigungen und meist eigener, autofreier Fahrbahn. Das gibt gerade jüngeren Radlern viel Sicherheit.

Die Strecken sind gut beschildert, und es gibt zahlreiche Rastplätze, Spielwiesen und kinderfreundliche Gasthäuser entlang des Weges. Besonders praktisch ist der Micotra-Zug, der Fahrräder mitnimmt, sodass ihr bequem eine Richtung fahren und mit dem Zug zurückkehren könnt. So bleibt die Tageslänge für die Kleinen überschaubar und der Spaß im Vordergrund.

Kann ich meinen Hund mit auf die Radtour nehmen?

Grundsätzlich ist die Region hundefreundlich, und viele Radler nehmen ihren Vierbeiner mit. Auf den flachen Bahntrassenabschnitten kann ein trainierter Hund gut nebenherlaufen, sofern die Temperaturen nicht zu hoch sind und regelmäßige Pausen mit Wasser eingelegt werden.

Für längere oder anspruchsvollere Touren empfiehlt sich ein Fahrradanhänger oder Korb. In den Rifugi und Gasthäusern sind Hunde meist willkommen, ein kurzer Blick auf die Hausordnung schadet aber nie. Denke auch daran, im Naturpark der Fusine-Seen die Leinenpflicht zu beachten, um Wildtiere zu schützen.

Wann ist die beste Zeit zum Radfahren in Tarvisio?

Die ideale Radsaison reicht von Mai bis Oktober. Im Frühsommer sind die Bergwiesen in voller Blüte und die Luft angenehm frisch. Die Sommermonate Juli und August bieten die zuverlässigsten Bedingungen für Hochgebirgstouren wie die Mangart-Auffahrt, da dann alle Passstraßen geöffnet sind.

Der Herbst ist bei vielen Kennern besonders beliebt, denn die Wälder färben sich golden und die Wege sind ruhiger. Beachte, dass hochalpine Straßen wie zum Mangart-Sattel je nach Schneelage erst spät im Frühjahr öffnen und im Herbst früh wieder schließen können. Ein Blick auf die aktuellen Öffnungszeiten vor der Anreise lohnt sich.

Brauche ich ein E-Bike oder reicht ein normales Rad?

Das hängt ganz von deinen Zielen ab. Für die entspannten Bahntrassenstrecken des Alpe-Adria-Radwegs reicht ein normales Trekking- oder Citybike völlig aus, da die Steigungen minimal sind.

Willst du hingegen die anspruchsvollen Anstiege wie den Mangart-Sattel oder den Predilpass angehen, ist gute Kondition oder eben ein E-Bike Gold wert. E-Bikes sind in der Region sehr verbreitet, und es gibt zahlreiche Verleihstationen sowie Ladepunkte in den Gasthäusern. So kannst du auch als Gelegenheitsradler die spektakulären Höhenmeter genießen, ohne völlig auszubrennen.

Wie komme ich mit dem Fahrrad nach Tarvisio?

Tarvisio ist gut erreichbar. Mit dem Auto kommst du über die Autobahn A23 aus Italien oder über die Grenze aus Österreich und Slowenien. Viele Unterkünfte bieten sichere Radabstellmöglichkeiten.

Besonders komfortabel ist die Anreise mit dem Micotra-Zug, der zwischen Villach in Österreich und Udine in Italien verkehrt und Fahrräder mitnimmt. So kannst du entspannt anreisen und direkt vor Ort in die Pedale treten. Diese Kombination aus Bahn und Rad macht Tarvisio zu einem idealen Ausgangspunkt für autofreie Radferien.

Gibt es Fahrradverleih vor Ort?

Ja, in Tarvisio und den umliegenden Orten findest du mehrere Verleihstationen, die von Trekkingrädern über Mountainbikes bis hin zu E-Bikes ein breites Sortiment anbieten. Auch Kinderräder, Anhänger und Zubehör wie Helme sind meist verfügbar.

Es empfiehlt sich, gerade in der Hauptsaison im Juli und August vorab zu reservieren, um sicherzugehen, dass das gewünschte Modell verfügbar ist. Viele Verleiher bieten zudem Servicepakete an, sodass du bei Pannen unterwegs schnell Hilfe bekommst. Frag in deiner Unterkunft nach Empfehlungen, oft gibt es Kooperationen mit Rabatten.

Wie schwierig ist die Auffahrt zum Mangart-Sattel wirklich?

Die Mangart-Straße ist definitiv kein Zuckerschlecken. Sie zählt zu den höchsten asphaltierten Straßen Sloweniens und fordert mit steilen Rampen, engen Serpentinen und teils rauem Belag einiges an Kondition und Fahrtechnik.

Für trainierte Rennradler und leistungsstarke E-Biker ist sie jedoch gut machbar und ein absolutes Highlight. Plane genug Zeit ein, nimm ausreichend Wasser und Verpflegung mit und starte früh, um dem Verkehr zu entgehen. Bei der Abfahrt ist wegen der schmalen Straße und der Tunnel höchste Vorsicht geboten. Wer die Herausforderung annimmt, wird mit einem der spektakulärsten Panoramen der Julischen Alpen belohnt.

Ist die Region auch für Mountainbiker interessant?

Absolut. Rund um Tarvisio gibt es ein weit verzweigtes Netz an Forst- und Schotterwegen, die sich hervorragend für Mountainbike- und Gravel-Touren eignen. Die Wälder rund um den Monte Lussari und das Gebiet am Dreiländereck bieten abwechslungsreiche Trails.

Auch der Aufstieg zum Monte Santo di Lussari, einem beliebten Wallfahrtsort, lässt sich teils mit dem Bike erkunden. Im Winter ist Tarvisio ein bekanntes Skigebiet, was bedeutet, dass die entsprechende Bergbahn-Infrastruktur teilweise auch im Sommer für den Transport nach oben genutzt werden kann. So kommen auch Downhill-Fans auf ihre Kosten.

Welche Verpflegungsmöglichkeiten gibt es unterwegs?

Entlang der Hauptrouten, besonders auf dem Alpe-Adria-Radweg, findest du regelmäßig Cafés, Gasthäuser und kleine Läden, wo du dich stärken kannst. Die Region ist kulinarisch ein Genuss, mit friulanischen, österreichischen und slowenischen Einflüssen.

Probiere unbedingt den Frico, den knusprigen Käsefladen, oder eine deftige Jota nach einer anstrengenden Tour. In den höheren Lagen und auf abgelegenen Strecken wie zum Mangart-Sattel wird die Versorgung dünner, hier solltest du dir vorher einen Vorrat anlegen. Wasserquellen und Brunnen gibt es in den Dörfern reichlich.

Muss ich für die Grenzüberquerungen etwas beachten?

Da Italien, Österreich und Slowenien alle zum Schengen-Raum gehören, gibt es normalerweise keine festen Grenzkontrollen. Du kannst also völlig frei zwischen den Ländern hin- und herradeln, was einen besonderen Reiz dieser Region ausmacht.

Es empfiehlt sich dennoch, einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mitzuführen, falls es doch einmal stichprobenartige Kontrollen gibt. Denke daran, dass in Slowenien die Landeswährung ebenfalls der Euro ist, sodass du kein Geld wechseln musst. Ein kleines Detail am Rande: Manchmal ändert sich das Mobilfunknetz beim Grenzübertritt, ein Blick auf die Roaming-Einstellungen kann nicht schaden.

Kann ich Rad- und Bahnfahren kombinieren?

Ja, und das ist einer der großen Vorteile der Region. Der Micotra-Zug verbindet Villach, Tarvisio und Udine und nimmt Fahrräder gegen einen kleinen Aufpreis mit. So kannst du zum Beispiel den Alpe-Adria-Radweg gemütlich talwärts rollen und mit dem Zug wieder hinauffahren.

Diese Flexibilität ist besonders für Familien und Genussradler ein Segen, da du die Streckenlänge individuell anpassen kannst. Es empfiehlt sich, die aktuellen Fahrpläne vorab zu prüfen, da der Zug nicht stündlich verkehrt. Die Reservierung von Fahrradplätzen kann in der Hochsaison sinnvoll sein.

Wie ist das Wetter in der Region einzuschätzen?

Das Wetter in den Julischen Alpen kann durchaus wechselhaft sein. Im Tal herrschen im Sommer angenehme Temperaturen, während es in den Höhenlagen auch im Hochsommer empfindlich kühl und windig werden kann. Nachmittägliche Gewitter sind in den Bergen keine Seltenheit.

Deshalb solltest du immer eine wind- und wasserdichte Jacke im Gepäck haben, besonders bei Passfahrten wie zum Mangart. Ein Blick auf den Wetterbericht am Morgen ist Pflicht. Die Region gilt als eine der niederschlagsreichsten Italiens, was die üppig grüne Landschaft erklärt, aber eben auch flexibles Planen erfordert.

Gibt es geführte Radtouren in der Region?

Ja, verschiedene lokale Anbieter und Bike-Schulen organisieren geführte Touren, sowohl auf den entspannten Radwegen als auch auf anspruchsvolleren Bergstrecken. Ein einheimischer Guide kennt die schönsten Geheimtipps und die besten Einkehrmöglichkeiten.

Gerade für Erstbesucher ist eine geführte Tour eine tolle Möglichkeit, die Region und ihre grenzüberschreitende Geschichte kennenzulernen. Auch für Mountainbiker gibt es geführte Trail-Ausfahrten. Frag am besten im örtlichen Tourismusbüro oder in deiner Unterkunft nach aktuellen Angeboten und Terminen, oft lassen sich auch individuelle Touren buchen.

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