Radfahren auf der Seiser Alm: Zwischen Almwiesen, Dolomitenpanorama und langen Genussabfahrten
Fahrrad • Seiser Alm

Radfahren auf der Seiser Alm: Zwischen Almwiesen, Dolomitenpanorama und langen Genussabfahrten

Endlose Almwiesen, glühende Dolomitengipfel und Abfahrten, die viel zu schnell vorbei sind: Steig auf und lass dich verzaubern.

Radfahren auf der Seiser Alm

Stell dir vor, du kurbelst am frühen Morgen aus dem Schatten der Wälder hinauf, und plötzlich öffnet sich vor dir eine sanft gewellte Wiesenlandschaft, über der Schlern und Langkofel wie steinerne Wächter thronen. Willkommen auf der Seiser Alm, mit rund 56 Quadratkilometern die größte Hochalm Europas und ein Sehnsuchtsort für alle, die das Radfahren mit weitem Blick lieben.

Was diese Region für Radfahrer so besonders macht, ist ihr Kontrast: unten die dichten Wälder und historischen Dörfer rund um Kastelruth, Seis und Völs am Schlern, oben das endlos scheinende Hochplateau, das sich zwischen 1.680 und über 2.300 Metern erstreckt. Wer hier fährt, sammelt Höhenmeter mit ehrlichem Schweiß, wird aber mit einem Panorama belohnt, das man sich nicht ausdenken kann, weil es die Dolomiten längst besser gemacht haben.

Die Wege sind vielfältig: Asphaltierte Almstraßen, gut gewalzte Schotterpisten, knackige Singletrails für die Mountainbiker und lange, genussvolle Talabfahrten für alle, die es rollen lassen möchten. Rennradfahrer finden auf den Passstraßen ringsum ein wahres Paradies, während E-Biker die Höhenmeter mit einem entspannten Grinsen abhaken. Zwischendurch lockt fast immer eine Almhütte mit Kaiserschmarrn, Speckknödeln und einem Ausblick, der die Pause deutlich länger werden lässt als geplant.

Und dann ist da noch dieses besondere Licht. Wenn abends die Rosengarten-Wände in glühendem Orange leuchten, das berühmte Enrosadira, verstehst du, warum Menschen für dieses Bergpanorama in den Sattel steigen. Radfahren auf der Seiser Alm ist kein reiner Sport, es ist ein langsames Sich-Einlassen auf eine Landschaft, die einen nicht so schnell wieder loslässt.

Topografie & Landschaft

Weite Hochalm mit Dolomitengipfeln

Höhenlage

1.680 bis über 2.300 Meter

Geländecharakter

Almstraßen, Schotterwege, Waldpfade

Infrastruktur

Seilbahn, Hütten, gute Beschilderung

Beste Reisezeit

Mitte Juni bis Anfang Oktober

Navigation

Was die Seiser Alm zu einem der schönsten Fleckchen Südtirols macht

Europas größte Hochalm als Naturbühne

Die Seiser Alm ist nicht einfach eine Wiese, sie ist ein ganzes Universum aus sanften Hügeln, Latschenfeldern und Blumenwiesen, das sich vor der Kulisse von Schlern, Langkofel und Plattkofel ausbreitet. Im Frühsommer verwandelt sich das Plateau in ein Meer aus Enzian, Alpenrosen und Trollblumen, während im Herbst die Lärchen in warmes Gold tauchen. Als Teil des Naturparks Schlern-Rosengarten und des UNESCO-Welterbes Dolomiten steht die Region unter besonderem Schutz, was man an der intakten Landschaft deutlich spürt.

Für Radfahrer bedeutet das ein Erlebnis, das weit über den Sport hinausgeht. Du rollst durch eine Landschaft, die schon Maler wie den einheimischen Künstler und Fotografen inspiriert hat, und begegnest immer wieder alten Almhütten, deren Holz von Jahrhunderten Wind und Wetter erzählt. Wer früh unterwegs ist, teilt sich die Wege oft nur mit ein paar grasenden Kühen und dem Läuten ihrer Glocken.

Dörfer mit Charakter: Kastelruth, Seis und Völs

Am Fuße der Alm liegen drei Dörfer, die jedes für sich einen Besuch wert sind. Kastelruth mit seinem markanten freistehenden Kirchturm ist weit über Südtirol hinaus bekannt, nicht zuletzt dank der volkstümlichen Musik, die von hier stammt. Die Gassen des historischen Ortskerns laden nach der Tour zum Bummeln ein, und die Cafes am Dorfplatz sind ein guter Ort, um müde Beine bei einem Cappuccino auszuruhen.

Seis am Schlern ist der elegantere Nachbar, mit Blick direkt auf das Schlernmassiv und einer entspannten Kurort-Atmosphäre. Völs am Schlern wiederum besticht mit dem malerischen Völser Weiher, einem kleinen Moorsee, der im Sommer zum Baden einlädt. Alle drei Orte verbindet eine herzliche Gastfreundschaft und eine Küche, die traditionelle Südtiroler Wurzeln mit italienischem Feingefühl kombiniert.

Kulinarik zwischen Knödel und Enrosadira

Radfahren macht hungrig, und zum Glück hat die Seiser Alm dafür die perfekte Antwort. Auf den zahlreichen bewirtschafteten Almhütten bekommst du deftige Klassiker wie Speckknödel, Käseknödel, Gerstsuppe und natürlich Kaiserschmarrn, der hier oben besonders gut schmeckt, vermutlich wegen der Höhenluft und des Blicks. Dazu ein Glas hausgemachter Buttermilch oder ein Almdudler, und die Welt ist in Ordnung.

Wer es feiner mag, findet in den Tälern eine bemerkenswerte Dichte an ausgezeichneten Restaurants und Buschenschänken, in denen Südtiroler Weine wie Lagrein und Vernatsch verkostet werden können. Ein Geheimtipp ist der lokale Schüttelbrot-Snack mit Speck und Kaminwurzen, ideal für die Satteltasche. Wusstest du schon? Der Speck aus Südtirol reift traditionell in einer Mischung aus Räuchern und Lufttrocknen, ein Verfahren, das sich über Jahrhunderte kaum verändert hat.

Geheimtipps abseits der Hauptwege

Während die zentralen Almstraßen zur Hochsaison gut besucht sind, verstecken sich ringsum ruhige Ecken. Das Gebiet rund um die Saltner-Schwaige oder die Wege Richtung Tierser Alpl sind deutlich stiller und bieten trotzdem grandiose Ausblicke. Auch ein früher Start lohnt sich doppelt: Zwischen dem Morgennebel und den ersten Sonnenstrahlen ist die Alm fast magisch.

Ein weiterer Tipp ist der Sonnenuntergang am Rand des Plateaus. Wenn das Enrosadira den Rosengarten in Feuer taucht, hast du eines der schönsten Naturschauspiele der Alpen direkt vor dir. Nur solltest du an die Rückfahrt im Dunkeln denken oder gleich in einer der Hütten übernachten, was ohnehin ein unvergessliches Erlebnis ist.

Warum Radfahren auf Europas größter Hochalm süchtig macht

Ein Terrain für jede Art von Radler

Die Seiser Alm ist so etwas wie ein Buffet für Radfahrer: Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Mountainbiker finden ein weit verzweigtes Netz aus Forststraßen, Almwegen und Trails, das vom gemütlichen Rollen über das Plateau bis zu technischeren Abfahrten Richtung Tal reicht. Die Kombination aus Höhenmetern und langen, fließenden Passagen macht das Gebiet zu einem echten Ganztagesparadies.

E-Biker profitieren hier besonders, denn die Höhenunterschiede zwischen Tal und Hochplateau sind ordentlich. Mit motorisierter Unterstützung wird die anspruchsvolle Auffahrt zum Genuss, und du hast trotzdem noch genug Energie für die Panoramarunden oben. Gerade Familien und weniger trainierte Radler entdecken so eine Landschaft, die zu Fuß oder mit dem klassischen Rad deutlich mehr Schweiß kosten würde.

Wegequalität und Orientierung

Die Infrastruktur auf und rund um die Seiser Alm ist vorbildlich. Die zentralen Verbindungen über das Plateau sind größtenteils asphaltiert oder gut befestigt, sodass auch Trekkingräder problemlos zurechtkommen. Beschilderungen sind zahlreich und meist mehrsprachig, was die Orientierung erleichtert. Wer lieber technisch unterwegs ist, findet abseits davon urige Karrenwege und schmalere Pfade.

Wichtig zu wissen: Die Seiser Alm ist während der Sommermonate tagsüber weitgehend autofrei, was das Radeln besonders entspannt macht. Die Zufahrt mit dem eigenen Auto ist stark reguliert, weshalb viele die Seiser Alm Bahn, also die Umlaufseilbahn von Seis aus, nutzen, um mit dem Rad bequem aufs Plateau zu gelangen und die langen Höhenmeter zu sparen.

Rennrad-Träume in den umliegenden Tälern

Auch wenn die Alm selbst das Herz der Region ist, liegt sie mitten in einem Rennrad-Eldorado. Von Seis und Kastelruth aus erreichst du legendäre Anstiege und Passstraßen, die durch das Eisacktal und Richtung Dolomitenpässe führen. Die Grödner Straße hinauf ins Grödnertal ist ein Klassiker, und wer noch mehr will, kombiniert die Region mit der berühmten Sellaronda-Runde über die großen Dolomitenpässe.

Diese Vielfalt macht die Gegend zu einem idealen Standort für einen Radurlaub mit Abwechslung. An einem Tag genießt du das ruhige Rollen über die Alm, am nächsten forderst du dich an einem langen Passanstieg, und abends sitzt du mit müden, aber glücklichen Beinen auf der Terrasse und schaust dem letzten Licht auf den Gipfeln zu.

Aussichtspunkte, die den Atem rauben

Kaum eine Region bietet so viele natürliche Panoramabalkone wie die Seiser Alm. Vom Puflatsch aus hast du einen der schönsten Blicke über das gesamte Plateau bis zum Langkofel. Auch die Gegend um das Goldknopf-Gebiet und die Rundblicke Richtung Schlern gehören zu den fotogensten Ecken der Alpen.

Für Radfahrer bedeutet das: Jede Pause ist ein kleines Ereignis. Es lohnt sich, unterwegs immer wieder anzuhalten, das Rad kurz abzustellen und einfach zu schauen. Denn so schnell du auch bergab rollst, dieser Ausblick verdient es, langsam genossen zu werden.

Radlerfreundliche Hotels rund um die Seiser Alm

Die schönsten Radtouren rund um die Seiser Alm

Panorama-Runde über das Hochplateau: Compatsch bis Saltria

Diese Runde ist der perfekte Einstieg in die Welt der Seiser Alm und startet an der Bergstation der Seiser Alm Bahn bei Compatsch. Von hier aus rollst du auf der gut ausgebauten Hauptverbindung sanft über das Plateau in Richtung Saltria, dem tiefsten Punkt der Alm, immer begleitet vom Anblick des mächtigen Langkofel- und Plattkofelmassivs.

Unterwegs passierst du zahlreiche bewirtschaftete Almhütten, an denen sich eine Einkehr geradezu aufdrängt. Die Wege sind größtenteils asphaltiert oder gut befestigt, sodass auch Familien mit E-Bikes oder Trekkingrädern hier bestens aufgehoben sind. Die moderate Länge und die überschaubaren Höhenmeter machen die Runde zu einem entspannten Halbtagesausflug.

Wer möchte, verlängert die Tour mit einem Abstecher Richtung Zallinger oder zur Williamshütte. Das Besondere an dieser Runde ist das Gefühl von Weite: Anders als bei vielen Bergtouren fährst du hier über offene Wiesenflächen, mit ständig wechselnden Perspektiven auf die umliegenden Dolomitengipfel.

Auffahrt von Seis zur Seiser Alm über die Panoramastraße

Diese Tour ist etwas für Radler mit Ehrgeiz und starken Waden oder für alle mit einem gut geladenen E-Bike-Akku. Der Anstieg beginnt in Seis am Schlern und führt über die kurvenreiche Almstraße hinauf auf das Hochplateau. Rund tausend Höhenmeter gilt es zu überwinden, doch jeder Meter lohnt sich, denn mit zunehmender Höhe wird der Blick zurück ins Tal immer spektakulärer.

Die Straße ist tagsüber für den Durchgangsverkehr weitgehend gesperrt, was die Auffahrt für Radfahrer angenehm ruhig macht. Durch schattige Wälder kurbelst du beständig bergauf, bis sich schließlich das offene Plateau vor dir öffnet. Oben angekommen bietet sich eine wohlverdiente Pause auf einer der Almhütten an.

Für die Abfahrt kannst du entweder dieselbe Strecke wählen oder das Rad bequem mit der Seiser Alm Bahn zurück ins Tal transportieren. Diese Tour ist ein echter Klassiker für ambitionierte Rennrad- und E-Bike-Fahrer, die den Reiz eines langen, gleichmäßigen Anstiegs mit grandiosem Ziel suchen.

Mountainbike-Tour zur Tierser Alpl Hütte

Wer das technischere Erlebnis sucht, wird auf dem Weg zum Tierser Alpl fündig. Von der Seiser Alm aus führt die Route über abwechslungsreiche Almwege und Forststraßen tiefer in den Naturpark Schlern-Rosengarten hinein. Die markante rot-weiße Tierser Alpl Hütte thront auf über 2.400 Metern und ist ein beliebtes Ziel für Biker und Wanderer gleichermaßen.

Der Weg dorthin verlangt Kondition und ein wenig Fahrtechnik, belohnt aber mit einem Rundumblick, der zwischen Schlern, Rosengarten und den Zacken der Roterdspitze changiert. Teilweise musst du dein Bike auf steileren Abschnitten schieben, doch die Aussicht macht jede Anstrengung wett.

Diese Tour richtet sich an geübte Mountainbiker mit guter Grundkondition. Die Hütte selbst ist ein idealer Ort für eine lange Rast, bevor es auf teils flowigen Abfahrten zurück Richtung Plateau geht. Ein echtes Dolomiten-Abenteuer, das lange in Erinnerung bleibt.

Genussrunde Puflatsch: Aussichtsbalkon der Seiser Alm

Der Puflatsch am nördlichen Rand der Seiser Alm gilt als einer der schönsten Aussichtspunkte der gesamten Region. Diese Runde startet in Compatsch und führt gemächlich hinauf in Richtung des Puflatsch-Gebiets, wo sich vor dir das gesamte Plateau bis zum Langkofel ausbreitet.

Der Weg ist überwiegend gut befahrbar und eignet sich für sportliche Familien ebenso wie für E-Biker, die die kurzen, aber knackigen Anstiege mit Rückenwind aus dem Motor meistern. Unterwegs kommst du an der Puflatschhütte vorbei, die mit Südtiroler Spezialitäten und einer sonnigen Terrasse lockt.

Ein besonderes Highlight sind die sogenannten Hexenbänke, natürliche Felsformationen, die mit alten Sagen verbunden sind. Von hier oben genießt du einen der besten Blicke auf die umliegenden Gipfel. Die Runde ist relativ kurz, aber landschaftlich extrem lohnend, und damit ideal für einen halben Tag mit vielen Fotostopps.

Waldrunde zum Völser Weiher

Nicht immer muss es das hohe Plateau sein. Diese entspannte Tour führt dich durch die schattigen Wälder unterhalb der Seiser Alm zum idyllischen Völser Weiher, einem kleinen Moorsee bei Völs am Schlern. Der Weg ist ideal für heiße Sommertage, wenn oben die Sonne unbarmherzig brennt.

Von Völs aus rollst du über Forst- und Radwege durch dichten Mischwald, immer wieder mit Ausblicken auf das Schlernmassiv. Der Völser Weiher selbst ist im Sommer ein beliebter Badeort mit glasklarem, angenehm temperiertem Wasser, umgeben von grünen Wiesen und Wald.

Diese Runde eignet sich hervorragend für Familien mit Kindern, da die Höhenunterschiede moderat bleiben und der See eine willkommene Abkühlung bietet. Nach dem Bad kannst du im Restaurant am Weiher einkehren, bevor du gemütlich zurück nach Völs radelst. Eine perfekte Kombination aus Bewegung, Natur und Erholung.

Häufige Fragen

Ist die Seiser Alm für Radeinsteiger geeignet?

Grundsätzlich ja, allerdings solltest du die Topografie im Blick behalten. Die Auffahrten von den Tälern hinauf aufs Plateau sind durchaus fordernd und für ungeübte Radler eine echte Herausforderung.

Der große Vorteil: Du kannst die anstrengenden Höhenmeter umgehen, indem du die Seiser Alm Bahn nutzt, um mit dem Rad bequem aufs Hochplateau zu gelangen. Oben angekommen erwarten dich viele gut ausgebaute und relativ flache Wege, die auch für Anfänger machbar sind.

Wer sich unsicher fühlt, sollte über ein E-Bike nachdenken, das die Anstiege deutlich entspannter macht. So wird auch für weniger trainierte Radler ein erlebnisreicher Tag auf der größten Hochalm Europas problemlos möglich.

Kann ich die Seiser Alm auch mit dem E-Bike erkunden?

Absolut, die Seiser Alm ist geradezu prädestiniert für E-Bikes. Die Kombination aus ordentlichen Höhenunterschieden und langen Panoramastrecken macht die elektrische Unterstützung zu einem echten Gewinn.

In den umliegenden Dörfern wie Seis, Kastelruth und Völs gibt es zahlreiche Verleihstationen, die moderne E-Mountainbikes und E-Trekkingräder anbieten. Viele Hotels stellen ihren Gästen ebenfalls E-Bikes zur Verfügung oder vermitteln passende Anbieter.

Achte darauf, unterwegs eventuell Ladestationen zu nutzen, die es an manchen Almhütten gibt. So kannst du auch längere Touren entspannt planen und den Akku bei einer Einkehr wieder auffüllen.

Ist Radfahren mit Kindern auf der Seiser Alm möglich?

Ja, die Seiser Alm bietet einige familienfreundliche Optionen. Besonders das Hochplateau selbst eignet sich gut, da hier viele Wege breit, gut befestigt und moderat im Anstieg sind.

Die Tour über das Plateau von Compatsch Richtung Saltria oder die Runde zum Völser Weiher sind gute Beispiele für familientaugliche Ausflüge. Der autofreie Charakter der Alm während der Sommermonate erhöht die Sicherheit für Kinder zusätzlich.

Wichtig ist, die Streckenlänge realistisch an das Alter und die Kondition der Kinder anzupassen und genug Pausen an den zahlreichen Almhütten einzuplanen. Ein Kaiserschmarrn zwischendurch wirkt bei den meisten kleinen Radlern wahre Wunder.

Darf ich meinen Hund beim Radfahren mitnehmen?

Grundsätzlich sind Hunde in der Region willkommen, allerdings solltest du beim Radfahren einige Dinge beachten. Auf dem weitläufigen Plateau grasen im Sommer viele Kühe, weshalb Hunde unbedingt an der Leine geführt werden sollten, um Konflikte mit dem Weidevieh zu vermeiden.

Für den Hund selbst ist wichtig, dass er fit genug ist, um neben dem Rad mitzulaufen, und dass ausreichend Wasser- und Ruhepausen eingeplant werden. An heißen Tagen kann die Sonne auf dem offenen Plateau belastend sein.

Viele Hütten sind hundefreundlich und stellen Wassernäpfe bereit. Informiere dich vorab, ob dein gewählter Radweg für die Mitnahme eines Hundes geeignet ist, und passe Tempo und Streckenlänge entsprechend an.

Wann ist die beste Zeit zum Radfahren auf der Seiser Alm?

Die Hauptsaison für das Radfahren erstreckt sich von etwa Mitte Juni bis Anfang Oktober. In dieser Zeit sind die Almhütten geöffnet, die Seiser Alm Bahn ist in Betrieb und die Wege sind frei von Schnee.

Der Frühsommer ist besonders reizvoll, wenn die Almwiesen in voller Blüte stehen und die Landschaft in sattem Grün leuchtet. Der Herbst wiederum verzaubert mit goldenen Lärchen und meist stabilem, klarem Wetter, das für weite Fernsichten sorgt.

Die Sommermonate Juli und August sind am belebtesten, weshalb ein früher Start empfehlenswert ist, um die Wege ruhiger zu erleben. In den Übergangszeiten solltest du auf kühlere Temperaturen auf dem Hochplateau vorbereitet sein.

Muss ich mein eigenes Rad mitbringen oder gibt es Verleih?

Du kannst dein eigenes Rad problemlos mitbringen, findest aber auch ein sehr gutes Verleihangebot vor Ort. In Seis, Kastelruth und Völs gibt es mehrere Fachgeschäfte und Verleihstationen, die vom klassischen Mountainbike bis zum hochwertigen E-Bike alles im Programm haben.

Das ist besonders praktisch, wenn du mit dem Zug oder Flugzeug anreist und dir den Transport des eigenen Rades sparen möchtest. Die Verleiher bieten meist auch Helme, Zubehör und Beratung zu passenden Touren an.

Es empfiehlt sich, in der Hochsaison vorab zu reservieren, um sicherzugehen, dass das gewünschte Modell und die passende Größe verfügbar sind. Viele Anbieter haben auch Kinderräder und Anhänger im Angebot.

Wie komme ich mit dem Rad aufs Plateau, ohne alle Höhenmeter zu fahren?

Die bequemste Variante ist die Seiser Alm Bahn, eine moderne Umlaufseilbahn, die von Seis am Schlern hinauf nach Compatsch führt. Räder können in eigens vorgesehenen Kabinen oder mit entsprechender Halterung transportiert werden.

So sparst du dir die rund tausend Höhenmeter der Auffahrt und startest deine Tour direkt oben auf dem Plateau, mit frischen Beinen und voller Energie. Das ist besonders für Familien und weniger trainierte Radler ein großer Vorteil.

Beachte die Betriebszeiten der Bahn und plane deine Rückfahrt entsprechend, vor allem wenn du am Nachmittag noch die Aussicht genießen möchtest. Informiere dich vorab über eventuelle Transportregelungen für Fahrräder.

Ist die Seiser Alm wirklich autofrei?

Während der Sommermonate ist die Zufahrt auf die Seiser Alm mit dem eigenen Auto tagsüber stark eingeschränkt. In der Regel darf man in einem bestimmten Zeitfenster am Morgen hinauffahren, muss aber tagsüber unten bleiben.

Diese Regelung schützt die sensible Natur und sorgt für ein deutlich entspannteres Rad- und Wandererlebnis, da der Autoverkehr auf dem Plateau minimal ist. Für Radfahrer ist das ein großer Vorteil, denn die Wege gehören weitgehend den Muskelkraftbetriebenen.

Zur Anreise empfiehlt sich daher die Seiser Alm Bahn oder das eigene Rad von unten. Übernachtungsgäste der Hotels auf der Alm haben teils gesonderte Zufahrtsregelungen, die du beim Hotel erfragen solltest.

Welche Ausrüstung brauche ich für eine Radtour hier?

Grundsätzlich gilt: Wetterfeste Kleidung ist Pflicht, denn das Bergwetter kann schnell umschlagen. Selbst an warmen Sommertagen kann es auf dem Hochplateau kühl und windig werden, weshalb eine Windjacke immer mit dabei sein sollte.

Ein Helm ist selbstverständlich, ebenso ausreichend Wasser und ein kleiner Snack, auch wenn Almhütten unterwegs zur Einkehr einladen. Für Mountainbike-Touren empfehlen sich zusätzlich Handschuhe und eventuell Protektoren auf technischeren Strecken.

Sonnenschutz ist auf dem offenen Plateau besonders wichtig, da die UV-Strahlung in der Höhe intensiver ist. Ein kleines Reparaturset mit Ersatzschlauch und Pumpe gehört ebenfalls in jede Satteltasche, denn nicht überall ist schnelle Hilfe zur Stelle.

Gibt es geführte Radtouren auf der Seiser Alm?

Ja, in der Region werden von verschiedenen Anbietern und teils auch von Tourismusvereinen geführte Radtouren angeboten. Diese reichen von entspannten Panoramarunden bis zu anspruchsvolleren Mountainbike-Ausfahrten.

Geführte Touren haben den Vorteil, dass ortskundige Guides die schönsten Wege kennen, wertvolle Tipps geben und die Strecke an das Können der Gruppe anpassen. Gerade für Ortsunkundige ist das eine gute Möglichkeit, die Region sicher und intensiv zu erleben.

Viele Hotels vermitteln solche Angebote oder haben eigene Bike-Programme. Es lohnt sich, vorab bei der Unterkunft oder dem örtlichen Tourismusbüro nach aktuellen Terminen und Verfügbarkeiten zu fragen.

Kann ich die Seiser Alm mit einer Rennrad-Tour kombinieren?

Definitiv, die Region ist ein hervorragender Ausgangspunkt für Rennradfahrer. Von Seis und Kastelruth aus erreichst du zahlreiche legendäre Anstiege und Passstraßen, die durch das Eisacktal und in Richtung der großen Dolomitenpässe führen.

Ein Klassiker ist die Auffahrt Richtung Grödnertal, und ambitionierte Fahrer verbinden ihren Aufenthalt gerne mit der berühmten Sellaronda, die über die Pässe Sella, Pordoi, Campolongo und Gardena führt. Diese Runde gilt als eines der Highlights für Rennradfahrer in den Alpen.

So bietet die Region eine ideale Mischung: An einem Tag rollst du entspannt über die Alm, am nächsten forderst du dich an den anspruchsvollen Passstraßen der Dolomiten. Ein Rennrad-Standort mit enormer Vielfalt.

Wo kann ich unterwegs einkehren?

Die Seiser Alm ist gespickt mit bewirtschafteten Almhütten, sodass du selten lange ohne Einkehrmöglichkeit unterwegs bist. Von einfachen Schwaigen bis zu gemütlichen Berggasthäusern reicht das Angebot, und fast überall wird traditionelle Südtiroler Küche serviert.

Zu den Klassikern gehören Speckknödel, Käseknödel, Gerstsuppe und der berühmte Kaiserschmarrn. Viele Hütten verfügen über sonnige Terrassen mit Panoramablick, an denen sich eine Rast besonders lohnt.

Ein Tipp: In der Hochsaison können beliebte Hütten zur Mittagszeit gut gefüllt sein. Wer die Ruhe sucht, kehrt entweder etwas früher oder später ein oder wählt eine der abgelegeneren Schwaigen abseits der Hauptwege.

Einstellungen gespeichert

Cookie-Hinweis: Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind erforderlich, während andere uns helfen unser Onlineangebot zu verbessern. Sie können alle Cookies über den Button “Alle akzeptieren” zulassen, oder Ihre eigene Auswahl vornehmen.

Technisch erforderliche Cookies werden immer geladen.

Weitere Hinweise, welche Cookies jeweils geladen werden, finden Sie hier in unseren Datenschutzhinweisen.

You are using an outdated browser. The website may not be displayed correctly.