Bewaldetes Mittelgebirge mit Talsperren
Radfahren im Sauerland: Genussrouten, Talsperren und Bergetappen im Herzen Westfalens
Radfahren im Sauerland
Das Sauerland ist eine dieser Regionen, die man unterschätzt, bis man das erste Mal mit dem Rad über einen bewaldeten Höhenzug rollt und plötzlich begreift, warum die Einheimischen mit so viel Stolz von ihrem "Land der tausend Berge" sprechen. Hier wechseln sich dichte Mischwälder, sanfte Hochflächen und glitzernde Talsperren in einem ständigen Auf und Ab ab, das jede Tour zu einem kleinen Abenteuer macht. Wer hierher kommt, sucht keine flache Routine, sondern das ehrliche Gefühl, etwas erradelt zu haben.
Zwischen Winterberg, Brilon und dem Möhnesee entfaltet sich ein Netz aus Radwegen, das seinesgleichen sucht. Ehemalige Bahntrassen führen heute als bequeme, kaum steigende Radwege durch tiefe Täler, während markierte Bergstrecken Rennradfahrer und Mountainbiker gleichermaßen herausfordern. Die berühmten Talsperren wie Möhnesee, Hennesee oder Sorpesee glitzern als blaue Tupfer in der grünen Hügellandschaft und laden zu Pausen ein, bei denen man schnell vergisst, wie viele Höhenmeter man eigentlich noch vor sich hat.
Und dann ist da die sauerländische Gastfreundschaft, die nach einer langen Etappe besonders gut schmeckt: deftiger Westfälischer Schinken, frisches Landbrot und ein kühles Bier aus einer der vielen regionalen Brauereien. Das Sauerland ist nie aufgeregt, nie laut, aber immer herzlich. Es ist eine Region zum Durchatmen, zum Kilometerschrubben und zum Genießen gleichermaßen.
Egal, ob du als Familie eine entspannte Talsperrenrunde drehst, als E-Biker die Höhenzüge erkundest oder als ambitionierter Rennradfahrer die Anstiege rund um den Kahlen Asten suchst: Das Sauerland hat für jeden die passende Strecke. Pack die Satteltaschen, öl die Kette und lass dich überraschen, wie vielfältig dieses Stück Westfalen wirklich ist.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
bis 841 m (Kahler Asten)
Geländecharakter
Bahntrassen, Waldwege, Bergstraßen
Infrastruktur
Sehr gut ausgebaut und beschildert
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober
Sehenswürdigkeiten und Naturschätze im Sauerland
Die Talsperren: Blaue Juwelen zwischen grünen Bergen
Wenn es ein Markenzeichen des Sauerlandes gibt, dann sind es seine Talsperren. Der Möhnesee mit seiner imposanten, über hundert Jahre alten Staumauer ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch ein historischer Ort, der untrennbar mit der Geschichte der Region verbunden ist. Rund um den See zieht sich ein gut ausgebauter Radweg, der immer wieder neue Perspektiven auf das Wasser freigibt und an lauschigen Buchten vorbeiführt.
Auch der Hennesee bei Meschede und der Sorpesee bei Sundern sind echte Schmuckstücke. Hier kannst du nach der Radtour eine Runde schwimmen, dich aufs Segelboot stellen oder einfach am Ufer sitzen und den Wasservögeln zusehen. Die Talsperren wurden ursprünglich zur Trinkwasserversorgung und Hochwasserregulierung angelegt – heute sind sie das blaue Herz der Region.
Wälder, Hochflächen und der Kahle Asten
Das Sauerland ist Deutschlands grüne Lunge im Westen. Endlose Mischwälder, durchzogen von Bächen und Wanderwegen, prägen das Bild. Der Kahle Asten bei Winterberg ist mit 841 Metern einer der höchsten Berge Nordrhein-Westfalens und bietet bei klarem Wetter einen weiten Blick über die Hügelketten.
Wer hier mit dem Rad unterwegs ist, erlebt die Natur ungefiltert: Im Frühling leuchten die Wiesen, im Herbst färben sich die Buchenwälder in warmen Goldtönen. Die Rothaargebirgs-Höhenzüge laden zu Touren ein, bei denen man oft stundenlang kaum eine Straße kreuzt – nur Wald, Wind und das eigene Tempo.
Kulinarik: Deftig, ehrlich und regional
Nach einem Tag im Sattel hat man sich ein gutes Essen verdient, und das Sauerland liefert. Westfälischer Schinken, Pumpernickel, Potthucke (eine herzhafte Kartoffelspezialität) und Wildgerichte aus heimischen Wäldern stehen auf den Karten der gemütlichen Gasthäuser. Dazu gibt es Bier aus traditionsreichen Brauereien wie Veltins oder Warsteiner, die beide hier ihre Heimat haben.
Wusstest du schon? Die Warsteiner Brauerei in Warstein ist eine der größten Privatbrauereien Deutschlands – und liegt mitten im Radwander-Paradies. Eine Tour mit Brauereibesichtigung lässt sich also wunderbar verbinden.
Geheimtipps abseits der Hauptrouten
Wer das Sauerland tiefer entdecken will, sollte einen Abstecher zu den Bruchhauser Steinen machen – bizarre Felsformationen, die zu den ältesten Naturdenkmälern Deutschlands zählen. Auch das mittelalterliche Städtchen Brilon mit seiner Hochfläche und der Quelle der Möhne lohnt einen Halt.
Ein echter Geheimtipp ist die Bruchhauser Steine-Region für Naturliebhaber, während Genussradler die kleinen Dörfer im Hochsauerland schätzen, in denen die Zeit ein wenig langsamer zu vergehen scheint. Hier findest du noch echte Dorfgasthöfe, in denen der Wirt persönlich am Tresen steht.
Warum das Sauerland ein Eldorado für Radfahrer ist
Bahntrassenradwege: Genuss ohne fiese Steigungen
Das Sauerland mag als Bergland bekannt sein, doch genau hier liegt eine seiner größten Stärken für Radfahrer: die ehemaligen Bahntrassen. Strecken wie der Ruhrtalradweg oder der SauerlandRadring nutzen alte Eisenbahnlinien, die mit ihren sanften Steigungen kaum spürbar durch die Täler führen. Tunnel, Viadukte und alte Bahnhöfe machen diese Routen zu echten Erlebnissen.
Diese Wege sind ideal für Familien, Genussradler und alle, die die Landschaft genießen wollen, ohne sich zu verausgaben. Der berühmte Negertalbahn-Tunnel auf dem SauerlandRadring etwa ist beleuchtet und sorgt für eine besondere Atmosphäre – ein kühler, dunkler Abschnitt mitten in der Tour, der bei Kindern immer für Begeisterung sorgt.
Bergetappen für ambitionierte Radler
Wer es sportlich mag, findet im Sauerland reichlich Höhenmeter. Die Anstiege rund um den Kahlen Asten und das Rothaargebirge fordern Beine und Lunge, belohnen aber mit grandiosen Aussichten und rauschenden Abfahrten. Rennradfahrer schätzen die gut asphaltierten, wenig befahrenen Nebenstraßen, die sich wie Bänder durch die Hügel ziehen.
Auch für Mountainbiker ist das Sauerland ein Eldorado. Rund um Winterberg gibt es ausgewiesene Trails und Bikeparks, in denen man sich von Liften nach oben ziehen lassen kann, um die Abfahrt umso mehr zu genießen. Die Region hat sich längst zu einem der wichtigsten MTB-Reviere Deutschlands entwickelt.
E-Bike-Paradies mit dichtem Ladenetz
Die Hügellandschaft des Sauerlandes ist wie geschaffen für das E-Bike. Mit elektrischer Unterstützung verlieren die Anstiege ihren Schrecken, und plötzlich liegen auch entlegene Höhendörfer und Aussichtspunkte in komfortabler Reichweite. Das Netz an Ladestationen und E-Bike-Verleihern ist in den letzten Jahren enorm gewachsen.
Viele Gasthöfe und Hotels haben sich auf Radfahrer eingestellt und bieten Lademöglichkeiten, abschließbare Räume und kleine Werkstattecken. So lässt sich auch eine mehrtägige Tour ganz entspannt planen, ohne ständig an den Akkustand denken zu müssen.
Wegequalität und Beschilderung
Das Sauerland gehört zu den am besten ausgeschilderten Radregionen Deutschlands. Das einheitliche Knotenpunktsystem macht die Orientierung kinderleicht – man merkt sich einfach die Nummern der Knotenpunkte und folgt den Schildern. Verfahren ist hier fast unmöglich.
Die Wege selbst reichen von perfekt asphaltierten Bahntrassen über geschotterte Waldwege bis zu anspruchsvollen Singletrails. Diese Vielfalt macht es möglich, dass Familien, Tourenradler und Mountainbiker gleichermaßen auf ihre Kosten kommen – oft sogar in derselben Region.
Fahrradfreundliche Unterkünfte im Sauerland
Die schönsten Radtouren im Sauerland
Möhnesee-Rundweg: Klassiker am blauen Wasser
Die rund 40 Kilometer lange Umrundung des Möhnesees ist der Inbegriff einer entspannten Genusstour. Start- und Zielpunkt ist meist die imposante Staumauer bei Günne, von der aus man im oder gegen den Uhrzeigersinn das gesamte Ufer umrunden kann. Der Weg führt abwechselnd direkt am Wasser entlang und durch schattige Waldabschnitte des angrenzenden Arnsberger Waldes.
Unterwegs passierst du die Halbinsel und kleine Buchten, in denen Segelboote und Stand-up-Paddler unterwegs sind. An der Südseite verläuft die Strecke ruhiger und naturnaher, während die Nordseite mit Gastronomie, Cafés und Aussichtspunkten lockt. Besonders schön ist die Pause am Seeufer mit Blick über das weite Wasser.
Die Tour ist überwiegend flach und gut befestigt, daher ideal für Familien und Gelegenheitsradler. Wer mag, kombiniert die Runde mit einem Besuch des Landschaftsinformationszentrums Wasser und Wald (LIZ) an der Staumauer.
SauerlandRadring: Bahntrassen-Abenteuer mit Tunnel
Der SauerlandRadring ist eine rund 84 Kilometer lange Rundtour, die größtenteils auf ehemaligen Bahntrassen verläuft und damit angenehm wenig Steigung bietet. Die klassische Runde startet etwa in Eslohe oder Finnentrop und führt durch das Wennetal und das Repetal.
Das Highlight der Strecke ist der beleuchtete Fledermaustunnel bei Schmallenberg, ein über 600 Meter langer, kühler Bahntunnel, durch den man mitten hindurchradelt – ein echtes Erlebnis, besonders für Kinder. Entlang der Route reihen sich alte Bahnhöfe, Viadukte und beschauliche Dörfer aneinander.
Dank der sanften Steigungen ist diese Tour auch für weniger trainierte Radler und Familien gut machbar. Im Museumsdorf Eslohe oder in Schmallenberg bieten sich gute Gelegenheiten für Pausen mit regionaler Verpflegung. Die Strecke ist durchgehend hervorragend ausgeschildert.
Ruhrtalradweg: Von der Quelle ins Tal
Der Ruhrtalradweg beginnt an der Ruhrquelle bei Winterberg-Niedersfeld und folgt dem Lauf der Ruhr durch das gesamte Sauerland Richtung Westen. Die ersten Etappen führen durch Meschede, Arnsberg und entlang der bewaldeten Flusstäler, bevor die Strecke das Ruhrgebiet erreicht.
Im Sauerländer Abschnitt überwiegt der genussvolle Charakter: sanftes Gefälle flussabwärts, schattige Uferwege und immer wieder Einblicke in die idyllischen Flussauen. Historische Städtchen wie das alte Arnsberg mit seiner sehenswerten Altstadt laden zu Zwischenstopps ein.
Die Strecke eignet sich hervorragend für eine Mehrtagestour mit Gepäck, da entlang der Route zahlreiche fahrradfreundliche Unterkünfte liegen. Wer nur einen Tag unterwegs sein möchte, kann dank guter Bahnanbindung einzelne Etappen herauspicken und bequem zurückfahren.
Hennesee-Runde bei Meschede
Diese rund 22 Kilometer lange Tour umrundet den malerischen Hennesee südlich von Meschede. Vom Parkplatz an der Staumauer aus geht es auf gut ausgebauten Wegen rund um das tiefblaue Wasser, vorbei an Wäldern und kleinen Aussichtspunkten mit Blick über den See.
Die Strecke hat einige knackige Anstiege, ist aber auch mit dem normalen Tourenrad gut zu bewältigen und für E-Biker ein Vergnügen. Am Nordufer lädt das Seeufer mit Gastronomie und Bademöglichkeiten zur Pause ein, während die Südseite ruhiger und naturnaher verläuft.
Die Hennesee-Runde lässt sich gut mit einem Besuch der nahen Stadt Meschede oder einem Abstecher zur Abtei Königsmünster verbinden. Für Familien ist sie aufgrund ihrer überschaubaren Länge ein perfektes Tagesziel.
Rund um Winterberg und den Kahlen Asten
Für sportliche Radfahrer ist die Tour rund um Winterberg und den Kahlen Asten ein echtes Highlight. Vom Ortskern Winterbergs geht es hinauf zum 841 Meter hohen Kahlen Asten, dem bekanntesten Berg der Region, von dessen Aussichtsturm man bei klarer Sicht weit über das Rothaargebirge blickt.
Die Strecke fordert mit ihren Anstiegen Kondition, belohnt aber mit rauschenden Abfahrten und einer Hochlandlandschaft, die sich deutlich von den tieferen Tälern unterscheidet. Hochmoore, Heideflächen und weite Fernblicke prägen das Bild.
Diese Tour eignet sich besonders für Rennradfahrer und ambitionierte E-Biker. Mountainbiker finden rund um Winterberg zudem ein dichtes Netz an markierten Trails und den bekannten Bikepark. Nach der Anstrengung lockt die Einkehr in eine der gemütlichen Hütten mit deftiger Sauerländer Küche.
Sorpesee-Tour bei Sundern
Die rund 13 Kilometer lange Umrundung des Sorpesees bei Sundern ist eine kompakte, abwechslungsreiche Tour, die sich besonders für einen halben Tag eignet. Vom Strandbad oder der Staumauer aus folgt man dem Uferweg, der teils direkt am Wasser, teils durch angrenzende Wälder verläuft.
Der Sorpesee ist ein beliebtes Freizeitziel mit Bademöglichkeiten, Segel- und Surfschulen, sodass sich die Radtour wunderbar mit Wassersport oder einem Sprung ins kühle Nass verbinden lässt. Aussichtspunkte entlang der Strecke geben immer wieder den Blick auf den langgestreckten See frei.
Da die Runde überschaubar und größtenteils gut befahrbar ist, eignet sie sich hervorragend für Familien mit Kindern. Wer mehr möchte, kann die Tour mit weiterführenden Radwegen rund um Sundern verlängern und so eine Tagestour daraus machen.
Häufige Fragen
Ist das Sauerland für Anfänger zum Radfahren geeignet?
Auf jeden Fall, auch wenn der Name "Land der tausend Berge" zunächst abschreckend klingen mag. Das Sauerland bietet zahlreiche Bahntrassenradwege wie den SauerlandRadring oder Abschnitte des Ruhrtalradwegs, die dank ihrer sanften Steigungen auch für ungeübte Radler bestens geeignet sind.
Wer auf größere Anstiege verzichten möchte, hält sich einfach an die Talwege und Seenrundwege wie den Möhnesee-Rundweg. Diese sind weitgehend flach und gut befestigt. Für die bergigeren Strecken empfiehlt sich ein E-Bike, mit dem auch Anfänger die Höhenzüge mühelos erklimmen können.
Kann ich im Sauerland gut mit Kindern radeln?
Ja, das Sauerland ist eine sehr familienfreundliche Radregion. Besonders die ehemaligen Bahntrassen sind ideal, da sie autofrei, gut ausgebaut und kaum steigungsreich sind. Der beleuchtete Tunnel auf dem SauerlandRadring ist für Kinder ein echtes Abenteuer.
Auch die Talsperrenrunden am Sorpesee oder Hennesee eignen sich gut, da sie überschaubare Längen haben und unterwegs Bade- und Pausenmöglichkeiten bieten. Plane die Etappen kindgerecht kurz und baue genug Pausen mit Eis oder Spielplätzen ein, dann wird die Tour für die ganze Familie zum Erlebnis.
Darf ich meinen Hund mit auf die Radtour nehmen?
Grundsätzlich ja, das Sauerland ist hundefreundlich. Auf vielen Radwegen, besonders den ruhigeren Bahntrassen und Waldwegen, ist ein Hund am Fahrrad gut aufgehoben, sofern er an Bewegung gewöhnt ist. Achte darauf, dass dein Vierbeiner fit genug ist und genügend Wasserpausen bekommt.
An den Talsperren gibt es teils ausgewiesene Hundestrände, an anderen Stellen herrscht Leinenpflicht oder ein Badeverbot zum Schutz der Trinkwasserqualität. Informiere dich vorab über die örtlichen Regelungen. Im Hochsommer solltest du längere Touren mit Hund eher in die kühleren Morgenstunden verlegen.
Wann ist die beste Reisezeit zum Radfahren im Sauerland?
Die ideale Zeit liegt zwischen Mai und Oktober. Im Frühling sind die Wälder frisch und die Wiesen leuchten grün, der Sommer bietet warme Temperaturen für Badepausen an den Talsperren. Der Herbst ist mit seiner Laubfärbung besonders stimmungsvoll, kann aber bereits kühler und feuchter sein.
Da das Sauerland höher liegt als das Umland, ist es im Sommer angenehm kühler als im Flachland – ideal für anstrengendere Touren. Im Winter ist Radfahren wegen Schnee und Frost in den Höhenlagen kaum möglich, dafür wird Winterberg dann zum Wintersportzentrum.
Brauche ich ein E-Bike oder reicht ein normales Rad?
Das hängt ganz von deiner Kondition und deinen Zielen ab. Für die flachen Bahntrassen und Talsperrenrunden reicht ein normales Trekking- oder Tourenrad völlig aus. Wer jedoch die Höhenzüge und Bergetappen rund um Winterberg erkunden möchte, profitiert deutlich von einem E-Bike.
Das Sauerland ist eine ausgesprochene E-Bike-Region mit einem dichten Netz an Ladestationen und Verleihern. Mit elektrischer Unterstützung werden auch die anspruchsvollen Anstiege zum Vergnügen, und du kannst längere Strecken entspannt zurücklegen. Für sportliche Rennradfahrer und MTB-Fans bleibt das klassische Rad natürlich erste Wahl.
Wie gut ist die Beschilderung der Radwege?
Die Radwegebeschilderung im Sauerland gehört zu den besten in Deutschland. Das Knotenpunktsystem macht die Orientierung sehr einfach: Du merkst dir die Nummern der anzufahrenden Knotenpunkte und folgst den entsprechenden Wegweisern, ähnlich wie bei einer Perlenkette.
Zusätzlich sind die großen Themenrouten wie der Ruhrtalradweg oder der SauerlandRadring durchgehend mit eigenen Logos ausgeschildert. Eine Karten-App oder ein GPS-Gerät schadet trotzdem nicht, gerade in abgelegeneren Waldgebieten, doch verfahren kann man sich hier kaum.
Gibt es fahrradfreundliche Unterkünfte?
Ja, im Sauerland haben sich viele Hotels, Pensionen und Gasthöfe als sogenannte Bett+Bike-Betriebe zertifizieren lassen. Diese bieten abschließbare Räume für die Räder, Lademöglichkeiten für E-Bikes, kleine Werkzeugsets und oft auch ein radlergerechtes Frühstück.
Besonders entlang der großen Routen findest du eine gute Auswahl. Es lohnt sich, bei der Buchung gezielt nach radfreundlichen Angeboten zu fragen. Viele Betriebe helfen auch bei der Tourenplanung oder organisieren bei Bedarf einen Gepäcktransport zur nächsten Unterkunft.
Kann ich mein Fahrrad in der Region mit der Bahn transportieren?
Das Sauerland ist gut an den Regionalverkehr angebunden, und in den meisten Nahverkehrszügen kannst du dein Fahrrad mitnehmen. Das ist besonders praktisch, wenn du Streckentouren wie den Ruhrtalradweg fahren und nicht zum Ausgangspunkt zurückradeln möchtest.
Achte darauf, dass in Stoßzeiten und an schönen Wochenenden die Fahrradabteile schnell voll sein können. Ein Fahrradticket ist in der Regel erforderlich. Für E-Bikes gelten dieselben Regeln wie für normale Räder. Informiere dich vorab über die Verbindungen, da nicht alle Orte gleich häufig angefahren werden.
Welche Tour eignet sich für einen entspannten Tagesausflug?
Für einen entspannten Tag empfiehlt sich der Möhnesee-Rundweg mit rund 40 Kilometern auf weitgehend flachem Terrain. Du kannst die Distanz je nach Lust und Laune anpassen, an mehreren Stellen einkehren und unterwegs baden gehen.
Wer es kürzer mag, wählt die Sorpesee-Runde mit etwa 13 Kilometern oder die Hennesee-Tour mit rund 22 Kilometern. Beide bieten viel Wasser, Natur und Pausenmöglichkeiten, ohne dich zu überfordern. Für Familien sind diese kompakten Seerunden eine perfekte Wahl für einen gemütlichen Ausflugstag.
Wie anspruchsvoll sind die Bergstrecken wirklich?
Die Bergstrecken im Sauerland, etwa rund um den Kahlen Asten oder im Rothaargebirge, sind durchaus fordernd. Längere Anstiege mit mehreren hundert Höhenmetern sind keine Seltenheit, und auch die Abfahrten verlangen Aufmerksamkeit und gute Bremsen.
Für trainierte Rennradfahrer sind diese Strecken ein Genuss, für weniger geübte Radler kann ein E-Bike den Unterschied machen. Plane bei Bergetappen genügend Zeit ein und unterschätze nicht das ständige Auf und Ab, das auch über die Distanz an die Kraft geht. Die Belohnung sind grandiose Ausblicke und rasante Talfahrten.
Gibt es unterwegs genug Einkehrmöglichkeiten?
Ja, das Sauerland ist eine gastronomisch gut versorgte Region. Entlang der beliebten Radrouten findest du regelmäßig Gasthöfe, Cafés, Biergärten und Hütten, in denen du dich mit deftiger westfälischer Küche stärken kannst. Besonders an den Talsperren gibt es ein gutes Angebot.
In abgelegeneren Waldgebieten und auf den Höhenzügen kann es zwischen den Orten allerdings auch mal länger dauern, bis die nächste Einkehr kommt. Es schadet daher nie, etwas Proviant und ausreichend Wasser dabeizuhaben, besonders auf den längeren Bergetappen.
Ist das Sauerland auch für Mountainbiker interessant?
Absolut. Das Sauerland hat sich zu einem der wichtigsten Mountainbike-Reviere Deutschlands entwickelt. Rund um Winterberg gibt es einen bekannten Bikepark mit Liftunterstützung sowie ein dichtes Netz an markierten Trails unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade.
Auch abseits der ausgewiesenen Strecken bieten die Wälder und Höhenzüge des Rothaargebirges viel Gelände für Touren-Mountainbiker. Achte stets darauf, ausgewiesene Wege zu nutzen und Rücksicht auf Wanderer und die Natur zu nehmen. Wer Trails und Flow sucht, wird im Sauerland definitiv glücklich.