Sanftes Mittelgebirge mit Hochflächen
Mit dem Rad durchs Land der offenen Fernen: Die Rhön erradeln
Radfahren in der Rhön
Es gibt diesen Moment in der Rhön, in dem du oben auf einer Hochfläche stehst, der Wind dir um die Ohren pfeift und dein Blick einfach immer weitergeht – über sanfte Kuppen, dunkle Basaltgipfel und endlose Wiesen, bis sich Himmel und Land irgendwo am Horizont küssen. Nicht umsonst trägt diese Mittelgebirgslandschaft im Dreiländereck von Bayern, Hessen und Thüringen den schönen Beinamen Land der offenen Fernen. Für Radfahrer ist genau das Gold wert: kaum etwas verstellt dir hier die Aussicht.
Die Rhön ist keine Region, die mit alpinen Superlativen prahlt. Sie überzeugt leiser, aber nachhaltiger. Hier rollst du durch ein anerkanntes UNESCO-Biosphärenreservat, in dem Naturschutz und Genuss kein Widerspruch sind. Mal führt dich der Weg durch schattige Buchenwälder, mal über karge Hochmoore, mal an blühenden Bergwiesen vorbei, auf denen im Sommer die Arnika leuchtet. Und immer wieder thront irgendwo am Horizont die Wasserkuppe, mit 950 Metern der höchste Berg und das heimliche Herz der Region.
Was die Rhön für Radler so reizvoll macht, ist diese Mischung aus sportlicher Herausforderung und entspanntem Genussradeln. Wer Höhenmeter sucht, findet sie reichlich auf den Anstiegen zur Wasserkuppe oder zum Kreuzberg. Wer es gemütlicher mag, folgt den Flusstälern von Fulda, Ulster oder Sinn, wo es angenehm flach dahinrollt. Dazwischen liegt alles, was das Herz begehrt.
Und dann ist da noch die Kulinarik. Eine Rhöner Radtour ohne eine deftige Brotzeit in einer urigen Hütte, ohne ein frisch gezapftes Bier aus dem Kloster Kreuzberg oder ein Stück hausgebackenen Kuchen? Undenkbar. Hier wird Genuss großgeschrieben, und nach einem ordentlichen Anstieg schmeckt einfach alles doppelt so gut. Schwing dich aufs Rad – die offenen Fernen warten.
Topografie & Landschaft
Höhenlage
bis 950 m (Wasserkuppe)
Geländecharakter
Asphalt, Schotter, Bahntrassen
Infrastruktur
Gut ausgebaut, radfreundlich beschildert
Beste Reisezeit
Mai bis Oktober
Was die Rhön so besonders macht
Die Wasserkuppe – das Dach der Rhön
Wer in der Rhön unterwegs ist, kommt an ihr nicht vorbei: die Wasserkuppe. Mit 950 Metern ist sie der höchste Berg der Rhön und gleichzeitig die Wiege des Segelflugs. Schon in den 1920er-Jahren starteten hier die Pioniere des motorlosen Fliegens, und noch heute kreisen an guten Tagen die Segelflieger lautlos über der Kuppe. Für Radler ist der Anstieg eine echte Trophäe – oben angekommen, belohnt dich ein Rundumblick, der bei klarer Sicht bis zum Thüringer Wald und zum Vogelsberg reicht.
Neben der Aussicht gibt es oben einiges zu entdecken: das Deutsche Segelflugmuseum, die markante Radom-Kuppel der ehemaligen Radarstation und im Winter sogar Skipisten. Für viele ist die Wasserkuppe der emotionale Höhepunkt jeder Rhön-Tour – im wahrsten Sinne des Wortes.
Biosphärenreservat und dunkler Sternenhimmel
Die Rhön ist seit 1991 ein von der UNESCO anerkanntes Biosphärenreservat, und das merkst du beim Radeln auf Schritt und Tritt. Statt großflächiger Industrie prägen extensiv bewirtschaftete Bergwiesen, Hochmoore wie das Rote Moor und das Schwarze Moor und ausgedehnte Buchenwälder das Bild. Hier brütet noch das seltene Birkhuhn, und im Frühsommer summt es auf den artenreichen Wiesen.
Wusstest du schon? Die Rhön ist seit 2014 auch ein international anerkannter Sternenpark. Wegen der geringen Lichtverschmutzung kannst du hier nachts einen Sternenhimmel bestaunen, wie ihn die meisten Stadtmenschen nie zu Gesicht bekommen. Wer also seine Radtour mit einer Übernachtung verbindet, sollte unbedingt einmal nach oben schauen – die Milchstraße spannt sich hier zum Greifen nah über die offenen Fernen.
Kulinarik: Kloster, Wurst und Bergkäse
Die Rhöner Küche ist ehrlich, deftig und genau das Richtige nach ein paar Höhenmetern. Berühmt ist das Kloster Kreuzberg, der bayerische Heilige Berg der Franken, wo seit Jahrhunderten ein dunkles, vollmundiges Klosterbier gebraut wird. Dazu gibt es Bratwurst, Schäufele und herzhaftes Bauernbrot in der Klosterschänke – ein Pflichtstopp für jeden Radler.
Doch auch abseits des Klosters lohnt der kulinarische Stopp: Rhöner Bergkäse, geräucherte Forellen aus den klaren Bächen, Apfelmost und die berühmte Rhöner Bauernsuppe. Viele Höfe und Hütten bieten Direktvermarktung an, sodass du regionale Spezialitäten direkt an der Quelle genießen kannst.
Geheimtipp: Das Schwarze Moor
Während sich an der Wasserkuppe die Massen tummeln, ist das Schwarze Moor bei Fladungen ein echter Ruhepol. Ein Bohlenpfad führt durch eines der am besten erhaltenen Hochmoore Mitteleuropas, vorbei an knorrigen Moorbirken und torfbraunen Wasserlöchern. Vom hölzernen Aussichtsturm überblickst du die mystische Landschaft, in der die Zeit stehengeblieben scheint.
Das Rad lässt du am besten am Parkplatz stehen und erkundest das Moor zu Fuß – ein willkommener Tapetenwechsel, der dir zeigt, wie wild und ursprünglich die Rhön noch ist. Wer Glück hat, hört das geheimnisvolle Balzen des Birkhuhns oder entdeckt den fleischfressenden Sonnentau am Wegesrand.
Warum die Rhön ein Radparadies ist
Genuss und Herausforderung in einem
Die Rhön ist eine dieser seltenen Regionen, die sowohl ambitionierte Rennradfahrer als auch entspannte Genussradler glücklich macht. Die Hochflächen und Anstiege zur Wasserkuppe oder zum Kreuzberg verlangen dir ordentlich Kraft ab und sind ein beliebtes Trainingsrevier – nicht umsonst trainieren hier auch Profis. Die langen, gleichmäßigen Steigungen sind ideal, um den Puls hochzutreiben.
Wer es ruhiger angehen lässt, findet in den Flusstälern sein Glück. Der Ulstertal-Radweg oder der Fulda-Radweg führen weitgehend flach und gut ausgebaut durch idyllische Auenlandschaften. So kann jeder das Tempo und das Höhenprofil wählen, das zu ihm passt – vom Familienausflug bis zur sportlichen Herausforderung ist alles dabei.
Mountainbike und Gravel im Aufwind
Die Rhön hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Hotspot für Mountainbiker und Gravelfahrer entwickelt. Rund um die Wasserkuppe gibt es ausgewiesene MTB-Strecken und Trails, die über die offenen Hochflächen, durch Wälder und über Schotterwege führen. Die Mischung aus Wiesenwegen, Forststraßen und technischen Abschnitten macht das Gelände abwechslungsreich.
Besonders das Gravelbike kommt in der Rhön voll auf seine Kosten: Die unzähligen Schotter- und Wirtschaftswege verbinden die Dörfer und Hochlagen abseits des Autoverkehrs. So lassen sich lange, einsame Touren durch eine fast menschenleere Landschaft fahren – ein Traum für alle, die das Abenteuer abseits asphaltierter Straßen suchen.
Die offenen Fernen – Radeln mit Weitblick
Das größte Pfund der Rhön ist ihre Weite. Anders als in dicht bewaldeten Mittelgebirgen radelst du hier immer wieder über baumlose Hochflächen, von denen aus sich dir grandiose Panoramen eröffnen. Auf der Hochrhönstraße etwa rollst du auf einer der höchsten Straßen Deutschlands dahin, mit Blick auf die markanten Basaltkuppen rundum.
Diese Aussichten sind es, die das Radeln in der Rhön so besonders machen. Immer wieder lädt ein Aussichtspunkt zum Innehalten ein, immer wieder öffnet sich nach einem Anstieg ein neues Panorama. Pack die Kamera ein – du wirst sie brauchen.
Gut beschildert und radfreundlich
Die Rhön ist ein hervorragend erschlossenes Radrevier. Zahlreiche Themen- und Fernradwege sind durchgängig beschildert, und an vielen Orten findest du Ladestationen für E-Bikes, Reparaturstationen und radfreundliche Unterkünfte mit dem Prädikat Bett+Bike.
Gerade für E-Biker ist die Rhön ideal: Die Höhenmeter, die zu Fuß auf dem Pedal manchen abschrecken, schmelzen mit elektrischer Unterstützung dahin. So kommen auch weniger Trainierte hinauf zu den schönsten Aussichtspunkten und können das Land der offenen Fernen in vollen Zügen genießen.
Übernachten in der Rhön: Gastfreundschaft für Radler
Die schönsten Radtouren in der Rhön
Hochrhön-Runde über Wasserkuppe und Kreuzberg
Diese Königstour verbindet die beiden bekanntesten Gipfel der Rhön zu einer anspruchsvollen Rundfahrt. Start ist meist in Gersfeld am Fuße der Wasserkuppe. Von dort kämpfst du dich hinauf auf die 950 Meter hohe Kuppe, wo dich das Segelflugmuseum und der weite Rundblick belohnen. Anschließend rollst du über die Hochrhönstraße in Richtung Süden.
Der Weg führt vorbei am Roten Moor und über die offenen Hochflächen mit ihren typischen Basaltkuppen. Schließlich erreichst du den Kreuzberg mit dem berühmten Kloster, wo eine deftige Brotzeit und ein Klosterbier auf dich warten – die verdiente Belohnung nach den vielen Höhenmetern.
Mit rund 60 bis 70 Kilometern und über 1.000 Höhenmetern ist die Tour eine echte Herausforderung für trainierte Rennrad- und ambitionierte Tourenfahrer. E-Biker bewältigen die Strecke deutlich entspannter. Wer Weitblick, Höhenmeter und Kultur in einer Tour vereinen möchte, ist hier goldrichtig.
Ulstertal-Radweg von Hilders bis Geisa
Der Ulstertal-Radweg ist die ideale Genusstour für alle, die es entspannt mögen. Er folgt dem Lauf der Ulster, einem klaren Rhönfluss, vom oberen Hilders durch das Tal bis nach Geisa und weiter zur Mündung in die Werra. Die Strecke ist überwiegend flach und gut ausgebaut, ideal für Familien und Genussradler.
Unterwegs radelst du durch idyllische Dörfer, vorbei an Streuobstwiesen und entlang naturnaher Flussabschnitte. Ein besonderes Highlight ist der Stopp am Point Alpha bei Geisa – eine ehemalige Beobachtungsstelle an der innerdeutschen Grenze, heute eine eindrucksvolle Gedenkstätte zur deutschen Teilung.
Mit etwa 40 Kilometern lässt sich die Tour gut an einem Tag fahren, mit reichlich Zeit für Pausen. Die Verbindung aus Naturerlebnis und einem Stück deutsch-deutscher Geschichte macht diese Route zu mehr als nur einer Radtour – sie ist eine kleine Zeitreise durch die Landschaft.
Bayerische Rhön: Rund um Bischofsheim und den Kreuzberg
Diese Tour startet im hübschen Städtchen Bischofsheim an der Rhön und erschließt die bayerische Seite des Mittelgebirges. Von hier aus geht es bergauf in Richtung Kreuzberg, dem heiligen Berg der Franken. Der Anstieg ist fordernd, doch das Kloster mit seiner Brauerei und der herrlichen Aussicht entschädigt für jede Mühe.
Weiter führt die Strecke über das Hochplateau und durch ausgedehnte Buchenwälder, vorbei an Aussichtspunkten mit Blick auf die Kissinger Hütte und die umliegenden Kuppen. Auf dem Rückweg geht es flott bergab zurück ins Tal, wo du in einer der gemütlichen Gaststätten Bischofsheims einkehren kannst.
Mit rund 35 bis 45 Kilometern und etwa 700 Höhenmetern ist die Runde für geübte Tourenfahrer gut machbar. Sie eignet sich hervorragend, um die fränkische Seite der Rhön mit ihrer typischen Kulinarik und der besonderen Klosteratmosphäre kennenzulernen.
Fulda-Radweg: Entlang der jungen Fulda
Die Fulda entspringt an der Wasserkuppe, und der gleichnamige Radweg begleitet sie von ihrer Quelle hinab durch die Landschaft. Der obere Abschnitt von Gersfeld über Fulda ist eine wunderbare Tour für alle, die das sanfte Dahinrollen entlang eines Flusses lieben. Überwiegend bergab und gut asphaltiert, ist die Strecke auch für Einsteiger bestens geeignet.
Highlight ist die Barockstadt Fulda selbst mit ihrem prächtigen Dom, dem Schloss und dem barocken Stadtschlossgarten. Hier lohnt sich ein längerer Aufenthalt, um die historische Altstadt zu erkunden und in einem der Cafés eine Pause einzulegen.
Auf dem Weg dorthin passierst du kleine Mühlen, Auenwiesen und beschauliche Ortschaften. Mit etwa 35 Kilometern auf diesem Teilstück ist die Tour entspannt an einem halben Tag zu schaffen. Wer mag, fährt mit dem Zug zurück nach Gersfeld – eine bequeme Lösung für die Rückreise.
Milseburgradweg auf alter Bahntrasse
Der Milseburgradweg gehört zu den schönsten Bahntrassenradwegen Deutschlands. Er folgt der ehemaligen Bahnlinie zwischen Fulda und Hilders und führt mitten durch die markante Milseburg, einen der charakteristischsten Basaltkegel der Rhön. Das absolute Highlight ist der über 1.100 Meter lange, beleuchtete Milseburgtunnel – ein einzigartiges Erlebnis für Radler.
Da die Strecke auf einer alten Bahntrasse verläuft, sind die Steigungen sanft und gleichmäßig, was sie ideal für Familien mit Kindern macht. Du rollst durch Wälder und Wiesen, vorbei an der eindrucksvollen Silhouette der Milseburg, die schon von Weitem grüßt.
Mit rund 27 Kilometern Länge lässt sich der Weg gemütlich an einem Tag fahren, gerne auch als Hin- und Rückfahrt. Unterwegs laden Rastplätze und kleine Einkehrmöglichkeiten zum Verweilen ein. Diese Tour beweist eindrucksvoll, dass Radfahren in der Rhön auch ganz entspannt und ohne große Anstrengung möglich ist.
Häufige Fragen
Ist die Rhön für ungeübte Radfahrer geeignet?
Ja, absolut – es kommt nur auf die Tourenwahl an. Die Rhön bietet sowohl knackige Anstiege als auch flache, entspannte Strecken. Wenn du noch nicht so geübt bist, wählst du am besten die Bahntrassen- und Flussradwege wie den Milseburgradweg, den Ulstertal-Radweg oder den Fulda-Radweg. Diese verlaufen weitgehend flach oder mit sanftem Gefälle und sind gut ausgebaut.
Für die Hochlagen und die Anstiege zur Wasserkuppe oder zum Kreuzberg brauchst du schon etwas Kondition. Hier ist ein E-Bike eine echte Empfehlung, denn damit werden auch die Höhenmeter zum Vergnügen. So findet wirklich jeder die passende Strecke, egal ob blutiger Anfänger oder ambitionierter Sportler.
Kann ich in der Rhön gut mit dem E-Bike fahren?
Die Rhön ist geradezu prädestiniert fürs E-Bike. Die zahlreichen Höhenmeter, die manche Tour anspruchsvoll machen, schmelzen mit elektrischer Unterstützung deutlich angenehmer dahin. So kommst du auch ohne Profitraining hinauf zur Wasserkuppe oder zum Kreuzberg und kannst die grandiosen Aussichten genießen.
Die Infrastruktur ist gut auf E-Biker eingestellt: In vielen Orten, an Gaststätten, Museen und Unterkünften findest du Ladestationen. Auch viele Verleiher bieten moderne E-Bikes an, falls du nicht dein eigenes mitbringen möchtest. Plane die Akkuladung trotzdem mit etwas Reserve, da die Höhenmeter Energie kosten.
Welche Jahreszeit eignet sich am besten zum Radfahren?
Die beste Zeit zum Radfahren in der Rhön liegt zwischen Mai und Oktober. Im späten Frühling blühen die Bergwiesen in voller Pracht, und das Wetter ist meist angenehm mild. Der Sommer bietet die längsten Tage und die wärmsten Temperaturen, was lange Touren ermöglicht.
Der Herbst hat seinen ganz eigenen Reiz: Die Buchenwälder leuchten in warmen Farben, und die Luft ist klar, sodass die Fernsicht oft besonders gut ist. Beachte jedoch, dass es in den Hochlagen auch im Sommer kühl und windig werden kann. In den Wintermonaten liegt auf den Höhen oft Schnee, dann ruht der Radbetrieb weitgehend.
Ist die Rhön für Familien mit Kindern geeignet?
Ja, die Rhön bietet einige sehr familienfreundliche Radwege. Besonders der Milseburgradweg auf der alten Bahntrasse ist ideal, weil er kaum Steigungen hat und durch den beleuchteten Tunnel ein echtes Abenteuer für Kinder bietet. Auch die Fluss-Radwege entlang von Fulda und Ulster eignen sich gut für Familienausflüge.
Unterwegs gibt es viele Rastplätze, Einkehrmöglichkeiten und Naturerlebnisse, die Kinder begeistern – etwa das Schwarze Moor mit seinem Bohlenpfad oder das Segelflugmuseum auf der Wasserkuppe. Achte bei jüngeren Kindern auf die Tourenlänge und plane genug Pausen ein. Die anspruchsvollen Hochlagen-Touren solltest du dagegen erst mit älteren, geübten Kindern angehen.
Kann ich meinen Hund mit auf die Radtour nehmen?
Grundsätzlich ist die Rhön hundefreundlich, aber beim Radfahren mit Hund gibt es einiges zu beachten. Auf längeren Touren sollte dein Vierbeiner sehr fit sein und ans Mitlaufen am Rad gewöhnt sein. Für ruhigere Hunde oder kleinere Rassen eignet sich ein Fahrradanhänger oder ein Hundekorb gut.
Da die Rhön ein Biosphärenreservat mit sensiblen Naturbereichen ist, gilt vielerorts Leinenpflicht, besonders in den Moorgebieten und Naturschutzzonen, wo bodenbrütende Vögel leben. Halte deinen Hund dort unbedingt an der Leine. Im Sommer solltest du wegen der Hitze auf den offenen Hochflächen genug Wasser dabei haben und Pausen im Schatten einlegen.
Wie sind die Radwege beschildert?
Die Rhön ist hervorragend für Radfahrer ausgeschildert. Die meisten Themen- und Fernradwege wie der Milseburgradweg, der Ulstertal-Radweg oder die Hochrhön-Routen sind durchgängig und gut sichtbar markiert. Du findest die typischen grün-weißen Radwegweiser mit Entfernungs- und Richtungsangaben.
Zusätzlich empfiehlt sich die Nutzung einer Karten-App oder eines GPS-Geräts, gerade bei den anspruchsvolleren Rundtouren in den Hochlagen, wo die Wege manchmal weniger eindeutig sind. Die Tourismusverbände der Rhön bieten zudem gute Kartenmaterialien und GPX-Tracks zum Download an, sodass du dich bestens vorbereiten kannst.
Wo finde ich radfreundliche Unterkünfte?
In der gesamten Rhön gibt es zahlreiche Unterkünfte, die auf Radfahrer eingestellt sind, viele davon mit dem bekannten Bett+Bike-Siegel. Diese bieten sichere Abstellmöglichkeiten für die Räder, Trockenräume für nasse Kleidung, Werkzeug für kleinere Reparaturen und oft auch Lademöglichkeiten für E-Bikes.
Du findest die ganze Bandbreite an Unterkünften: von gemütlichen Pensionen und Bauernhöfen über klassische Gasthöfe bis hin zu Wellnesshotels. Besonders in den Orten entlang der beliebten Radwege wie Gersfeld, Hilders, Bischofsheim oder Fladungen ist das Angebot groß. Eine frühzeitige Buchung lohnt sich in der Hauptsaison.
Gibt es Fahrradverleihe in der Rhön?
Ja, in den größeren Orten und touristischen Zentren der Rhön gibt es mehrere Fahrradverleihe. Hier kannst du sowohl klassische Trekkingräder als auch moderne E-Bikes und teilweise Mountainbikes ausleihen. Gerade wenn du mit der Bahn anreist, ist ein Leihrad eine praktische Lösung.
Es empfiehlt sich, das Rad vorab zu reservieren, vor allem in der Hauptsaison und an Wochenenden, da besonders E-Bikes schnell ausgebucht sind. Viele Verleihstationen bieten auch Zubehör wie Helme, Satteltaschen oder Kindersitze an. Frag am besten direkt bei den Tourist-Informationen der Rhöner Orte nach aktuellen Anbietern und Konditionen.
Wie komme ich mit der Bahn in die Rhön?
Die Rhön ist gut mit der Bahn erreichbar, wobei Fulda der wichtigste Verkehrsknotenpunkt ist. Fulda liegt an der ICE-Strecke und ist von vielen deutschen Städten direkt erreichbar. Von dort kommst du mit Regionalbahnen und Bussen weiter in die einzelnen Orte der Rhön, etwa nach Gersfeld.
Die Mitnahme von Fahrrädern ist in den Regionalzügen meist möglich, in den ICEs jedoch nur mit Reservierung und auf bestimmten Verbindungen. Beachte, dass die öffentliche Anbindung in den kleineren Höhenorten begrenzt sein kann. Im Sommer fahren teilweise spezielle Rad- und Wanderbusse, die dich mitsamt Rad zu den Ausgangspunkten bringen.
Welche Ausrüstung sollte ich mitnehmen?
Für eine Radtour in der Rhön gilt das Motto: auf alles vorbereitet sein. Wegen der exponierten Hochlagen kann das Wetter schnell umschlagen, daher gehören eine wind- und wasserdichte Jacke sowie wärmere Kleidung ins Gepäck, selbst im Sommer. Auf den offenen Fernen weht oft ein kräftiger Wind.
Ein Helm ist selbstverständlich Pflicht, dazu ausreichend Wasser und ein kleiner Snack, da auf manchen Hochlagen-Strecken die Einkehrmöglichkeiten dünn gesät sind. Ein Pannenset mit Ersatzschlauch und Flickzeug sowie eine Luftpumpe sollten ebenfalls dabei sein. Sonnencreme und Sonnenbrille sind auf den schattenlosen Hochflächen wichtig.
Eignet sich die Rhön für Mountainbiking?
Ja, die Rhön hat sich zu einem beliebten Ziel für Mountainbiker entwickelt. Rund um die Wasserkuppe gibt es ausgewiesene MTB-Strecken und Trails unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Die Mischung aus Wiesenwegen, Forststraßen, Schotterpisten und technischen Abschnitten bietet abwechslungsreiches Gelände.
Wichtig ist, dass du dich an die ausgewiesenen Wege hältst, da die Rhön ein Biosphärenreservat mit sensiblen Naturbereichen ist. Querfeldein durch Moore oder Naturschutzgebiete zu fahren ist tabu und kann empfindliche Lebensräume zerstören. Wer die Regeln respektiert, findet hier ein wunderbares Revier für entspannte Touren ebenso wie für sportliche Herausforderungen.
Wie anspruchsvoll sind die Höhenmeter wirklich?
Das hängt stark von der gewählten Tour ab. Die Anstiege zur Wasserkuppe oder zum Kreuzberg sind durchaus fordernd, mit teils langen, gleichmäßigen Steigungen über mehrere Kilometer. Eine Rundtour über beide Gipfel kann leicht über 1.000 Höhenmeter ansammeln – das verlangt schon eine gute Grundkondition.
Die Talradwege dagegen sind nahezu flach und gut zu bewältigen. Wenn du unsicher bist, ob du die Höhenmeter schaffst, greif zum E-Bike oder kombiniere die Tour clever, sodass du die Anstiege per Bahn oder Bus umgehst und nur die schönen Abfahrten genießt. So passt du das Anforderungsniveau ganz an deine Fitness an.
Was sollte ich kulinarisch unbedingt probieren?
Eine Radtour in der Rhön ist nicht komplett ohne eine zünftige Einkehr. Ein absolutes Muss ist das Klosterbier und die deftige Brotzeit in der Klosterschänke auf dem Kreuzberg. Hier schmeckt das dunkle Bier nach einem ordentlichen Anstieg besonders gut. Probier auch die Rhöner Bratwurst und das herzhafte Bauernbrot.
Weitere regionale Spezialitäten sind der Rhöner Bergkäse, geräucherte Forellen aus den klaren Bächen und im Herbst frischer Apfelmost. Viele Höfe und Hütten verkaufen ihre Produkte direkt. Gönn dir nach einer schweißtreibenden Tour ruhig ein Stück hausgebackenen Kuchen – du hast es dir verdient, und die Kalorien sind ohnehin schon verbrannt.